Deine Kunden sind bald keine Menschen mehr. Es sind Agents.
Dana von der Heide hat als Co-Founderin von Parcel Perform aus Singapur eine Logistik-Software auf rund 200 Mitarbeiter, 1.200 Carrier und über 100 Millionen Paket-Updates pro Tag gebaut, profitabel über fünf Kontinente. In dieser Folge erklärt sie, wie KI über das Universal Commerce Protocol den E-Commerce neu verteilt, wie sie ihre Firma AI-nativ gemacht hat und was sie über Gründen in Singapur, Sales und Fundraising gelernt hat.
00:00 - Trailer & Intro
01:15 - Warum zwei Deutsche in Singapur statt Deutschland gründen
08:30 - 36 Stunden wach: die Reality-TV-Show für Investoren
15:36 - Von einem Produkt zu acht: Daten als Burggraben
29:19 - „All in AI": Wie die ganze Firma AI-nativ wurde
33:16 - Konferenz-Playbook und Kundendemos in zwei Minuten
46:15 - „Dampfwalze": Führen über Zeitzonen und Kulturen
50:32 - Warum Fundraising der härteste Teil war
01:03:52 - AI-Commerce: Warum du bald an Agenten verkaufst
01:22:16 - Danas Rat an ihr jüngeres Ich
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[00:00:00] Der größte Trend des AI-Commerce Wofür steht UCP? Universal Commerce Protocol, der neue Standard im E-Commerce. Es geht darum, dass dein E-Commerce Interface von Agents gelesen werden kann. Wenn du das Gespräch in den USA führst, 70 Prozent aller Käufe werden über Chat-Cpt, Perplexity, Gemini getroffen. Wirklich so krass. Dann sagen alle so, ja for sure. Also weiß doch jeder, was kommst du denn jetzt mit den Old News an, ja? E-Commerce wird wie so ein Darkstore sein oder eigentlich nur noch ein Warenlager, weil dein Shop-Frontend ist eigentlich total egal,
[00:00:28] solange der Agent deine Daten lesen kann. Ob dein Webshop jetzt besonders schön aussieht, wird total Wumpel sein. Weil du verkaufst an Agents. Deine Kunden werden die Agents. Das ist natürlich auch eine unwahrscheinliche Chance, vielleicht auch als kleinerer Händler. Ihr müsst gucken vor allem nicht nur, wie ihr als Marke positioniert seid, sondern viel, viel wichtiger, wie eure Produkte positioniert sind. Alle glauben immer, vielleicht wartet man noch ein bisschen ab und guckt, was im Markt passiert. Card-Protokoll wurde diese Woche gelauncht.
[00:00:58] Dana, schön, dass du da bist. In Deutschland. In Deutschland. Ihr habt ein Büro hier in Nackerstraße, in Berlin. Da kenne ich mich noch aus, da ist die Torbay in der Ecke. Das ist meine Hood. Aber ihr habt auch Offices in Vietnam, in Amsterdam, in London, in Chicago, in Singapur. Ja. Das ist euer Headquarter. Richtig, so ist es. Wie kommen zwei Deutsche dazu, eine Logistik-Software-Firma in Singapur zu gründen? Ja, also erstmal why not? Genau. Ne, wir waren in Singapur tatsächlich schon.
[00:01:26] Also mein Mitgründer und ich, wir haben damals zusammen bei DHL gearbeitet. Beide waren wir in Asien. Beide lieben wir den Lifestyle da. Das Wetter, die Leute, der Speed, mit dem Sachen vorangehen. Und wir haben damals bei DHL zusammengearbeitet und haben dann gesagt, okay, das Corporate Life ist jetzt vielleicht nicht ganz unseres und hatten eine gute Idee. Und dann haben wir gedacht, warum nicht das auch in Singapur versuchen. Ganz ehrlich, im Zweifelsfall sogar viel einfacher als in Deutschland. Für uns dann nachher die Legal Entity hier in Deutschland aufzubauen, war schwerer als
[00:01:55] zu gründen in Singapur. Wirklich? Ja. Wie sind Leute sonst, wie ist Singapur sonst so? Darf man da wirklich keinen Kaugummi kauen auf der Straße? Also man darf es offiziell nicht. Ich glaube nicht, dass es irgendjemanden wirklich interessiert. Aber wenn du jetzt eine große Packung Kaugummi einführst, dann wird es wahrscheinlich aus deinem Koffer rausgeholt. Wirklich? Ich hatte schon mal einen Zettel drin, wo was auch immer sie da mitnehmen wollten, ist hier nicht erlaubt. Da passiert nichts. Aber ja, es gibt schon noch Regeln, die vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß sind. Aber man muss halt auch sagen, in Singapur funktioniert das halt. Das ist die sauberste Stadt, die du dir vorstellen kannst.
[00:02:25] Ich sage immer, es ist wie New York in sauber und tropisch. Also du hast super internationale Crowd. Du hast ganz viel Banking, Finance. Du hast super viel Skyscraper, super viel Kultur. Es fühlt sich an wie so der Mittelpunkt Asiens, das Kulturzentrum. Sehr viel Geld, sehr viel Talent. Jeder will irgendwie in Singapur sein. Du hast ja auch keine Steuern. Es gibt schon verdammt viel, was für Singapur spricht.
[00:02:54] Für mich persönlich auch das Wetter. Dass du in zwei Stunden mit dem Flieger in Bali sitzt. Das ist cool. Ich habe immer gesagt, das ist so ein bisschen wie Frankfurt, aber in einer besseren Klimazone. Ja. Du bist da. Ja, wobei ich weiß nicht, ich würde jetzt nicht nach Frankfurt gehen, aber nach Singapur würde ich jederzeit wieder gehen. Ja, Singapur. Es war sehr aufgeräumt, hat es mir immer aufgefallen. Diese asiatischen Städte, irgendwie Bangkok und so weiter, sind aber auch so wuselig und das macht es ja auch irgendwie cool. Singapur ist nicht so wuselig. Ne, das stimmt. Singapur ist nicht so wuselig und es ist halt extrem gut geplant. Also es war ja eigentlich ein Teil von Malaysia.
[00:03:24] Ist dann Stadtstadt geworden und die führen, das ist ja eine Technokratie quasi, die führen das Land wie ein Business. Und die Stadtplanung, du kannst da in so ein Museum gehen auf The Future, wo du halt siehst, wie 2050 die Stadt aussehen soll. Die schütten die Stadt auf und es gibt, wenn ich da mal ein Jahr lang nicht war, dann komme ich wieder und Singapur ist quasi größer geworden, weil die einfach da hinter Marina Bay Sands, so ein großes, bekanntes Hotel, da bauen die halt jetzt auch immer mehr und da gibt es dann quasi mehr Häuser, wenn du wieder kommst das nächste Mal. Und zwar super schnell.
[00:03:54] Also ich war drei Monate nicht da, steht ein neues Hochhaus. Hast du im Hotel noch mehr Blick gehabt bis vor kurzem? Quasi. Irgendwann hast du eine Landmasse davor. Quasi, ja. Aber es ist schon auch echt bewundernswert. Es zeigt einem halt, wie man es auch machen kann. Und dann kommt man zurück nach Deutschland und denkt sich, okay, gut, die Bürokratie hier habe ich ja nicht ganz verstanden. Was war euer Unique Insight bei DHL, wo ihr gesagt habt, ah, guck mal, das ist eine Idee, da müssen wir mal tiefer reingucken? Ja, super spannend.
[00:04:20] Ich habe damals bei DHL echt eine coole Chance bekommen und die haben damals E-Commerce neu aufgesetzt, strategisch. Und wir durften halt mit super vielen, mit den globalen E-Commerce-Playern in der Welt sprechen. Ich war damals in der Konzernstrategie und die Frage war halt immer, was braucht ihr? Und ganz viele haben gesagt, ey, Logistik ist einfach ein verdammt intransparenter Markt. Also du weißt nicht, wie die Preise sind, du weißt nicht, wo das Zeug ist, aber du brauchst halt Logistik, weil es bewegt die Welt. Ohne Logistik geht halt gar nichts.
[00:04:48] Und da kam so ein bisschen die Motivation her zu sagen, hey, es müsste doch sowas wie einen globalen Standard für Logistik geben, mit dem man weiß, wo das ganze Zeug ist. Und zwar bestenfalls nicht auf so einer Tracking-Seite von DHL, sondern da, wo Online-Händler das wollen und zwar auf ihrer eigenen Webseite. Weil die ja alles getan haben, um den Kunden zu gewinnen und dann sagst du nach dem Einkauf, ja gut, dann kannst du ja jetzt zu DHL gehen und dann machst du das schon irgendwie. Die hat auch so 100 Stellen und die muss man dann rüber kopieren in irgendwas. Am besten noch manuell eintippen.
[00:05:17] Und da kam die Motivation her und tatsächlich einfach super das Glück gehabt, dass die ganzen Händler eh schon gesagt haben, wir brauchen das. Und dann das Glück gehabt für uns, dass DHL gesagt hat, ja, wir bauen das nicht. Und dann haben wir gesagt, ja gut, aber wir glauben da wirklich so sehr dran und sind dann gestartet. Dann habt ihr probiert, das intern zu pitchen. Also habt ihr gesagt, wir wollen das bauen und wie lief das Meeting ab? Ja, wir hatten tatsächlich auch extrem guten Zugriff. Ich war ja in der Konzernstrategie, das heißt, wir kannten auch die richtigen Leute. Aber man muss schon auch sagen, diese ganzen Logistiker, die sind halt keine IT-Companies.
[00:05:46] Die sind, ich sag immer gerne ein bisschen in der Steinzeit IT-technisch. Das ist inzwischen ein bisschen besser geworden, aber im Vergleich zu vielen anderen globalen Businesses sicherlich nicht. Und da haben wir es halt auch gesehen. Die haben halt gesagt, hey, wir lieben unsere gelbe Tracking-Seite und Kunden lieben die auch. Wir sind schließlich eine Haushaltsmarke. Damit haben sie auch kein Unrecht. Aber die Realität ist, Online-Händler verschicken nicht nur bei DHL, weil kannst du aus einem Risikoprofil schon gar nicht und generell versuchst du halt den Kunden mehr Flexibilität anzubieten.
[00:06:15] Und dadurch, dass jeder mit jemand anderem verschickt in verschiedenen Sprachzonen, Zeitzonen, Sprachen und so, hat sich relativ schnell ein klares Geschäftsmodell für uns ergeben. Okay, so ein Meta-Layer quasi. Und das ist klar, der eine Anbieter, der in Konkurrenz steht mit dem anderen, der will nicht deren Produkte sozusagen darstellen. Wenn du Booking bist, dann nimmst du keine Hotels von Expedia auf die Webseite und andersrum. Deswegen gibt es Meta-Suchmaschinen sozusagen. Und ihr habt gesagt, ihr baut nicht die Meta-Suchmaschine, aber den Meta-Paket-Tracker quasi. Ja. Ja, genau. Und dann aber mit dem Ansatz zu sagen, hey, wir wollen jetzt nicht noch ein anderes
[00:06:45] Tool. Also wir haben natürlich auch eins gebaut, wo Endkonsumenten ihre Pakete tracken können. Pass und Monitor heißt das. Aber eigentlich ist der Ansatz weiterhin zu sagen, hey, E-Commerce-Händler wollen den Kontakt zu ihren Kunden halten nach dem Einkauf. Weil da kannst du halt verdammt viel richtig machen, viel mehr verkaufen. Und genau deswegen geben wir sozusagen die Daten dann immer wieder zurück zu den Online-Händlern. Und funktioniert das gut? Funktioniert. Das Business? Uns gibt es jetzt seit elf Jahren. Irgendwas müssen wir richtig gemacht haben, würde ich sagen. Ja, ihr habt knapp 200 Leute. Ja. Hab knapp 1000 Carrier integriert.
[00:07:14] Also Firmen, die quasi die Pakete verschicken. Ja. Ja, krass. Kannst du noch was sagen zur Größenordnung? Ja, super gerne. Also genau, wir haben wirklich 1200 Carrier, die wir integrieren. Ach krass, über 1000. Okay. Ja, genau. Wir sind, wie du sagst, 200 Leute, davon super viele Entwickler. Also über 100 Leute, die bei uns in der Entwicklung arbeiten. Weil diese ganzen Schnittstellen mit den Carrieren halt super komplex sind. Also wir haben einfach so viel Development Power. Und du hast ja schon gesagt, wir sitzen in Vietnam.
[00:07:43] Was uns, glaube ich, besonders macht, ist, wir entwickeln 24 Stunden am Tag. Bei uns arbeiten Leute im Schichtsystem. Krass. Weil wir eben Kunden in allen Zeitzonen haben. Also du hast ja auch schon die Büros angesprochen. Wir haben natürlich damals in Asien gestartet, aber ziemlich schnell Europa gemacht. Und inzwischen machen wir Nordamerika, Südamerika. Große Kunden wie Puma, Nespresso, Zalando. Aber auch kleine wie Jepoda, so D2C Companies. Jepoda hier aus Berlin. Ja. Korean Beauty. Love it. Ja, richtig geile Firma auch.
[00:08:11] Sag mir mal kurz eine Side Story. Du hast mir gesagt, Fun Fact, ihr wart mal in eine Reality-TV-Show. Dein Co-Founder und du. Was da passiert? Ja, gute Frage. Also wir kannten uns echt gut aus mit Logistik. Aber wir kannten uns noch nicht so richtig gut aus mit Fundraising. Und die Frage war... Und dann seid ihr in eine TV-Show gegangen? Ja. Ja. Geil. Genau, die Frage war damals, hey, wie können wir möglichst viel an Investoren kommen? Man hat es natürlich selber versucht, du kennst das Ganze.
[00:08:39] Aber wir hatten dann das Angebot, Singapur in so einer Reality-TV-Sendung, die ist damals Start-up, zu vertreten. Es war wirklich Reality-TV. Also man denkt ja immer, das wäre scripted. Das war es nicht. Es gab acht Episoden. Die sind zu euch ins Büro gekommen und haben euch da beim Alltag gefilmt? Oder wie kann man sich das vorstellen? Normalerweise hatten wir ein sehr kleines Büro damals, das heißt, das wäre nicht so spannend gewesen, sondern die haben sich so Challenges ausgedacht. Also die erste war, man musste einen Elevator-Pitch machen mit so einem besonders grumpigen VC und dann musste man dann sein Business pitchen.
[00:09:09] Meine schlimmste von allen Serien war, wir sind, ich glaube, fast 36 Stunden wach gewesen und mussten in der Zeit möglichst viele Kunden finden. Die haben euch gesagt, dass ihr wach bleiben sollt? Oder war das eure Entscheidung? Ja, das war unsere Entscheidung. Aber die waren halt so, hey, wer auch immer... Die haben euch 36 Stunden gegeben, oder wie? Ja, genau. Und die haben dich halt die ganze Zeit gefilmt. Also es waren auch nicht meine attraktivsten Tage. Oh mein Gott. Was ist in den 36 Stunden passiert? Was war das Verrückteste? Wir haben jeden angerufen, den wir kannten. Und dann haben wir auch gemerkt, die anderen haben so Leute auf der Straße angesprochen,
[00:09:38] haben ja auch kurz drüber nachgedacht und dann gemerkt, nee, Moment mal, wir wollen ja Online-Händler. Du willst Online-Händler irgendwie Enterprise-Kunden und die Chance, dass jetzt der Logistikleiter von Zalando da irgendwie auf der Straße ist? Rangeht und sagt, ja klar, machen wir in Singapur. Nee, aber am Ende haben wir es gewonnen. Das war schon irgendwie cool und es hat uns natürlich enorm geholfen, so PR-technisch. Das wurde in 14 Ländern übertragen. Ich bin manchmal noch ein halbes Jahr später in Singapur, hast du in diesen Fahrstühlen überall so kleine Fernseher. Und wie oft ich in so ein Fahrstuhl gestiegen bin und dachte, oh, die wiederholen es schon wieder. Okay.
[00:10:07] Oh mein Gott. Gab es den Moment, dass du neben diesem Fernseher standest und dann liefst du da und die anderen haben dich da erkannt? Ja, gab es, gab es. Also die haben es wirklich eine Weile ziemlich oft übertragen. Inzwischen sind sie kaum noch online zu finden, ein Glück. Witzig, okay. Warum ihr beide als Co-Founder? Tja, wir haben zum Glück schon bei DHL miteinander zusammengearbeitet. Und ich bin nach wie vor mega dankbar dafür, weil ich, damals war meine erste Firmengründung, ich bin da auch total naiv rangegangen.
[00:10:33] Also hätte ich gewusst, wie schwierig das alles werden kann oder nicht und wie viel von deinem Mitgründer auch einfach abhängt. Und wir hatten den großen Vorteil, wir haben bei DHL nah zusammengearbeitet und haben halt gemerkt, hey, wir sind krass auf einem Floh. Wir haben beide den gleichen Anspruch an sozusagen Exzellenz, was irgendwie Produkte angeht. Wir gehen beide ähnlich mit Menschen um. Und das ist ja auch der totale Zufall, weil Arne, mein Mitgründer, der kommt aus Rostock. Ich bin in Güstrow in so einem kleinen Kaffee in Mecklenburg-Vorpommern groß geworden mit meinen Großeltern.
[00:11:02] Und dann standen da so zwei Ossis in Anführungszeichen in Singapur. Wir kannten uns nur da. Also es hat, glaube ich, Jahre gedauert, bis wir mal zusammen in Deutschland waren und haben uns einfach von Anfang an mega gut verstanden. Und es passt einfach auch gut. Also er ist so ein bisschen mehr der Zahlen, Daten, Fakten, Prozesse Mensch. Und ich bin halt eher so, hey, wir wollen lernen, wir wollen mit den Händlern arbeiten. Ich liebe es, Vertriebs zu machen, nah an den Kunden zu sein. Und es passt einfach immer noch. Also ich sage immer, es ist mein Workhusband. Workhusband.
[00:11:30] Elf Jahre später, immer noch verheiratet. Business-wise. Ja, so ist es. Und du hast angesprochen, du kommst aus Mecklenburg-Vorpommern. Was muss ich noch über deine Kindheit wissen, um zu verstehen, was für eine Unternehmerin du heute bist? Ja, gute Frage. Also ich bin in Berlin geboren tatsächlich. Dann war mein Großeltern groß geworden. Ich habe dann in Berlin wieder studiert. Komme eigentlich aus einer Familie von Anwälten. Bei uns sind irgendwie alle Lawyers. Das war überhaupt nichts für mich. Das war auch immer klar. Wir sind alle Beamte. Ja, siehst du. Das war auch nichts für mich.
[00:12:00] Und hat dich das geprägt? Ja, ich wollte kein Beamter sein. Meine Eltern sind Lehrer. Das ist ja am Ende ein cooler Beruf. Du bringst Leuten Sachen bei und hilfst denen in ihrer Entwicklung und so weiter. Witzigerweise denke ich jetzt durch diesen Podcast und Content, das ist ja auch irgendwie eine Art von Lehrer. Wollte ich nie werden, aber... Stimmt, ja. Stimmt, ja. Abstrakter Full Circle Moment, aber nee, das wollte ich nicht machen. Also ich wollte das Gegenteil. Ich wollte irgendwie Sachen bauen und Sicherheit war mir egal. Ich bin Risiko gefahren. Ja, bei mir war es so, ich wollte halt irgendwas mit Menschen machen.
[00:12:29] Und ich habe dann ja ehrlich, ich habe dann Kommunikation, Politikwissenschaften und Psychologie studiert. Relativ planlos hier in Berlin und hatte krass Glück, weil ich dann von jemandem bei DHL eingestellt worden bin. Und ehrlich gesagt hatte ich, ich hatte keine Ahnung von Logistik. Ich habe da auch irgendwie, am Ende habe ich dann ein Jobangebot bekommen und kannte mich überhaupt nicht aus. Aber bin dann da so reingerutscht und jetzt kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen. Ja. Man ist ja als Unternehmer auch irgendwann versaut und kann sich dann vielleicht auch, also ich bin auch glaube ich unemployed mittlerweile. Ja. Wie viele.
[00:12:59] Ja, die Vorstellung nochmal angestellt zu sein. Ich weiß nicht, ob das so witzig ist für alle Beteiligten. Führe mich nochmal durch das Produkt. Wenn ich jetzt ein paar Schuhe bestelle bei Puma. Ja. Was passiert da im Hintergrund, was ihr macht? Ja, guter Case, weil Puma auch unser Kunde ist. Genau. Also was passiert sozusagen ist, Puma hat zwar ihren eigenen Logistiker ausgewählt, das heißt, die wissen schon relativ genau, mit wem sie verschicken. Einigen Kunden helfen wir auch dabei. Aber was dann passiert ist, du bezahlst und siehst dann sozusagen gleich, hey, wir haben
[00:13:27] deine Bestellung gehalten, dann kriegst du eine E-Mail, in der dann das weitere Vorgehen besprochen wird. Und wenn dann im Warenlager ein Update ist, kriegst du auch dazu eine E-Mail. Und das zieht sich dann kontinuierlich bis zur Lieferung. Du siehst das alles auf der Puma-Webseite. Du bekommst auch E-Mail-Kommunikation. Du bekommst auch Kommunikation, wenn mal nichts passiert. Auch ganz wichtig. Das machen die Carrier nicht so gerne. Weil sonst werden die Leute nervös. Dann werde ich nervös und denke mir, ich will diese Schuhe jetzt haben. Richtig. Heute Abend ist meine High Rocks Race. Ja. Ich brauche jetzt meine neuen Laufschuhe. Ja, there you go. Genau. Und dann rufst du halt bei Puma im Kundenservice an. Es wäre irgendwie blöd für deren Kostenstruktur.
[00:13:57] Außerdem ist halt ja nicht so ein gutes Engagement, wenn du sozusagen dich melden musst, weil die nicht proaktiv über ihre Probleme sprechen. Und wir versuchen genau das. Also Puma sieht sozusagen intern, was los ist. Kann dann auch agieren. Also kann proaktiv darauf eingehen, wenn in der Logistik irgendwas schiefgegangen ist. Die Kunden werden automatisch benachrichtigt. Du kannst dann auch aus so einem schlechten Logistikmoment noch einen positiven Upsell machen, weil du dann sagen kannst, hey, hat jetzt nicht so gut geklappt. Hier ist vielleicht ein Discount für das nächste Mal shoppen. Und natürlich auch das Thema Retouren.
[00:14:26] Alle hasten es in der Logistik, aber es gehört nun mal dazu. Und bei Puma kannst du dann sozusagen auch da reingehen und sagen, hier, das hat jetzt nicht geklappt für meinen High Rocks Race. Die waren jetzt nicht mehr pünktlich. Ich will die jetzt zurückschicken. Und das soll ja eigentlich auch möglichst einfach sein für den Endkonsumenten. Und das machen die dann auch. Soll es wirklich einfach sein oder soll es nicht einfach sein? Ich frage mich mal, was da das Incentive ist. Manche machen es einfach recht schwer. Ja, aber steigert das die Wahrscheinlichkeit, dass du da nochmal einkaufst? 100 Prozent nein. Genau. Und ich glaube, das ist noch so ein bisschen die alte Denke, dass man denkt, wenn man es dem Kunden irgendwie schwer macht,
[00:14:56] dann retournieren die das weniger. Ja, spätestens in Zeiten von Amazon und Zalando, wo jeder erwartet, dass du das retournieren kannst, kann es sich das nicht mehr leisten. Und am Ende ist der Aufwand und die Kosten für den Retailer, wenn du die Retoure schwierig machst, noch viel höher. Das heißt, unser Ansatzpunkt ist, hey, wir sollten auch das einfach machen. Der Kunde kann es retournieren. Du kannst es einfach managen. Und du kannst es dann natürlich auch noch analysieren. Wir reden ja bestimmt nachher noch über das Thema AI, gerade beim Thema Retouren. Du kannst irgendwie Forecasting machen. Du kannst dir einen Fraud Detection angucken.
[00:15:25] Also du kannst es ja auch sozusagen, wenn du nur die richtigen Daten hast, und darauf haben wir uns halt spezialisiert, kannst du sowohl die Kundenerfahrung für den Endkonsumenten, aber auch für dich selber halt das einfach besser machen als Retailer. Und was ich jetzt interessant finde bei dir, ist, dass ihr mit diesem Produkt angefangen habt, quasi so euer Hero-Product sozusagen, dieses Tool. Aber ihr habt jetzt einen Baukasten an weiteren Produkten gelauncht. Erzähl mal, was ihr noch macht. Du hast mir erzählt, ihr habt acht Produkte, glaube ich, und entwickelt auch weitere. Ja, genau. An sich wollen wir halt den Retailern helfen.
[00:15:53] Und jetzt war sozusagen Track & Chase das erste große Problem, mit dem wir uns auskannten, das wir lösen konnten. Aber es gibt ja gerade für Retailer im Bereich Logistik noch viel mehr. Und wir haben dann irgendwann gesagt, hey, jetzt haben wir alles Post-Purchase gelöst, auch mit Returns. Jetzt müssen wir sozusagen einen Schritt weiter vorne ansetzen. Das heißt, A, mit welchem Logistiker willst du zusammenarbeiten? Jetzt brauchst du auch noch ein Label dafür. Dann will der Kunde vielleicht an eine Packstation. Dann musst du im Checkout auch die Packstation anzeigen können. Also sozusagen diesen ganzen Prozess einfacher machen. Dann kam Amazon und hat allen gezeigt,
[00:16:23] dass man relativ genau vorhersagen kann, wenn das Paket ankommt. Das ist aber für Retailer wahnsinnig schwer, weil sie ja auf das Netzwerk der Logistiker keine Kontrolle haben. Das heißt, die machen das jetzt auch im Checkout. Ach krass, das ist out of the box gar nicht so einfach. Also wenn ich selbst mit DHL oder wem auch immer was verschicke, dass die mir sagen können, wann das ankommt. Das geht gar nicht so einfach. Naja, die können es dir sagen, aber die geben dir halt eine Schätzung. Und wenn es dann an dem Tag nicht kommt, dann sagen sie, ja gut, dann halt der nächste Tag. Und das Interessante ist, sozusagen Liefertage stehen ja erst dann, wenn das Paket entstanden ist.
[00:16:51] Aber du willst ja dem Kunden sagen, wenn du jetzt einen kaufst, kommt es am Dienstag schon auf der Produktseite. Weil das will der Kunde ja wissen. Wenn du jetzt ein High Rocks Race hast, dann willst du ja jetzt quasi gestern, wolltest du ja wissen, dass es dann heute noch ankommt, sonst hättest du es dann nicht gekauft. Und damit helfen wir denen auch. Und was wir jetzt zuletzt gebaut haben, ist ein ganz anderes Thema, aber genauso wichtig ist sozusagen, wir nennen es AI Commerce Visibility. Und zwar helfen wir Retailern zu wissen, wie gut sie bei ChatGPT, Gemini Perplexity positioniert sind.
[00:17:21] Wir glauben, das ist halt der Sales Channel der Zukunft. Da müssen wir auch gleich drüber reden. Richtig, super gerne. Und Logistik spielt dabei halt auch eine Rolle. Aber krass, ich meine, das ist auf der einen Seite Endkundenlogistik, wo ist meine Bestellung so, dann dieses Routing-Thema, quasi nur B2B-Case, welchen Carrier werde ich aus? Und arbeitet sich dann vor. Und bist ja dann aber auch im Territorium der Shop-Systeme ein Stück weit. So, manche von denen haben wahrscheinlich auch solche Funktionen. Shopify könnte ich mir vorstellen, hat irgendwelche Plugins, um Carrier anzuschließen. Wie sehr ergänzt ihr euch da versus nehmt euch da gegenseitig was weg?
[00:17:51] Ich glaube, immer das Quatsch ist zu denken, dass man sich gegenseitig was wegnimmt. Dieser Markt ist einfach groß genug und jeder hat unterschiedliche Use Cases. Und unser Ansatz ist halt, mit den Leuten zu partnern. Also wenn du jetzt irgendwie an Shopify oder TikTok denkst, die sind halt unsere Kunden. Das heißt, auch die brauchen die Daten, die dem zugrunde liegen, um bei sich zu optimieren. Und die kaufen dann halt die Daten von uns ein. Und wenn auch der Retailer sagt, hey, ich möchte mein eigenes Frontend, ich glaube, ich kann mein Retourenportal oder was es ist viel schöner selber bauen, dann bitte mach das. Aber lass uns im Hintergrund helfen,
[00:18:20] dass du halt alle Daten in Order hast, dass wir dir die analysieren im Hintergrund. Also ich glaube, gerade im E-Commerce-Bereich hast du immer so Spezialisierungen, was du irgendwie vielleicht auch Inhouse halten willst. Aber zu glauben, dass man alles selber bauen kann, ist nicht mehr zeitgenäß, glaube ich. Wie ist dein Mental Model zu Single Product versus Multi Product? Viele Companies sagen, hey, ich muss mich auf eine Sache konzentrieren, die richtig geil machen. Jetzt muss man sagen, ihr seid zehn Jahre alt und habt jetzt auch Kapazitäten.
[00:18:49] Sagst du hunderte von Developern. Wenn ihr sagt, ihr seid profitabel mit 200 Leuten, würde ich mal davon ausgehen, dass ihr mehrere zehn Millionen an Umsatz macht. Du kannst zweimal blinzeln. Ich habe nicht geblinzelt, oder? Du müsstest im Videostream gucken, ob sie geblinzelt hat oder nicht. Anyway, ihr habt Ressourcen. Wann ist der Punkt, wo eine Company das zweite, dritte, vierte Produkt launchen sollte versus mach erstmal eine Sache wirklich, wirklich gut und konzentrier dich darauf. Wie bist du da rangegangen? Auch so, dass wir gesagt haben,
[00:19:19] hey, wir müssen die eine Sache erstmal richtig gut machen und dann haben wir es tatsächlich gemeinsam mit unseren Retailern entwickelt und das finde ich das Allerwichtigste. Also ich glaube nicht daran, dass man, oder wir hatten halt das große Glück, wir mussten uns nicht hinstellen und sagen, oh, ich hätte so gern ein Startup, was baue ich denn jetzt? Sondern bei uns war es genau andersrum. Wir waren so krass, dass niemand dieses Problem löst. Könnte das mal bitte jemand machen? In dem Fall hatte ich sogar einen Arbeitgeber, der es vielleicht hätte lösen können und die haben gesagt nein. Und dann haben wir auch erstmal ein Produkt gebaut, das wirklich gut funktioniert und wo alles klar steht.
[00:19:48] Aber dann haben wir halt viel mit unseren Retailern gearbeitet und die haben halt gesagt, ja Leute, es wäre so geil, wenn ihr auch noch das und das machen könntet. In welchem Jahr war das? Also in der Startup-Reise? Also die ersten ein, zwei Jahre waren wir mit Bauen beschäftigt. Das erste Produkt. Weil wir aggregieren halt Track-and-Trace-Daten. Es dauert halt saulang, bis du, wir hatten vielleicht nicht tausend Carrier, aber unser Versprechen ist immer, egal mit wem ihr verschickt, binden wir die an. Und da gibt es einfach krass viele Anwendungen. Du musst da in jedem Land,
[00:20:17] du musst da in Malaysia irgendwie den Carrier andocken und in Neuseeland gibt es irgendwie auch einen und in Chile. Richtig. Und dann haben die alle andere Sprachen, Zeitzonen, Standards, es ist immer mehrfach Integration. Es ist halt sau viel Arbeit. Das heißt, es hat schon eine Weile gebraucht. Und dann sind wir einfach auch immer wieder mit unseren Kunden gewachsen, was ich auch super wichtig finde. Und ich glaube, es gibt gleichzeitig einen Trend, auch gerade hier in Europa mit so GDPR, DSGVO. Die ganzen Retailer wollen eigentlich ihre Daten
[00:20:47] an möglichst wenig Anbieter gleichzeitig geben. Weil alles ist ein Risiko. Jedes Mal, wenn du sozusagen die PII, deine persönlichen Daten von den Kunden, ich weiß ja genau, was du jetzt bei Zalando oder so eingekauft hast, an wie viele Provider willst du das geben? Weil das Risiko damit, das findet halt deine Legal IT Security Abteilung auch nicht so witzig. Das ist ja interessant. Und dann bist du in einer guten Position, wenn du da schon mal drin bist, wenn du als Lieferant gelistet bist, wenn du die ganzen Datenschutzanforderungen erfüllst, dann sagen die ja, im Zweifel, wenn die was machen, dann gebe ich es lieber denen, weil die sind schon safe,
[00:21:16] als wenn jetzt irgendein anderes Startup um die Ecke kommt. Genau. Selbst wenn die es ein bisschen besser machen. Ja. Und da kam zum Beispiel, wir sind von Track & Trace zu Retouren, weil es macht einfach super viel Sinn. Du weißt eh, ob das angekommen ist oder nicht, dann kannst du auch die Retouren managen. Und jetzt wird es dann, werden wir demnächst auch, weiß ich nicht, die Claims und die Rechnungsprüfung dahinter managen, weil wir haben die Daten ja eh schon. Und so haben wir quasi Downstream und Upstream immer gesagt, hey, mit dem, was wir haben an Insights, wenn wir die alle miteinander verbinden, das hat einen viel größeren Wert und daran glaube ich auch total als Gründer,
[00:21:45] dass sozusagen Daten der Wert von unserer Company sind. Und je mehr Datenpunkte wir aufgreifen, umso mehr stehen die alle miteinander in Verbindung, gerade in Zeiten von AI, wo es jedem darum geht, irgendwie so ein Unified Data Layer zu haben, dann sind wir das oft für die Retailer. Also alles ab Bestelleingang wissen wir halt und können denen dabei helfen, das zu analysieren. Wie setzt sich heute der Umsatz zusammen über die verschiedenen Produkte? Also es ist immer noch quasi eins macht den größten Teil aus oder wie hat sich's entwickelt?
[00:22:13] Ja, also sozusagen Aggregierung von Sendungsverfolgungsdaten macht immer noch den größten Teil aus, weil das sozusagen jeder unserer Kunden braucht und nutzt. Und dann kommt's so ein bisschen drauf an, also Retouren ist ein großes Thema, wir wachsen aber auch super, super stark jetzt im Checkout-Bereich. Also alles, was sozusagen Vorhersage von Lieferdaten, diese Pudo-Location-Widgets, wo du halt dann das aussuchen kannst, auch spannend, man kriegt halt einen Discount vom Carrier, wenn man das an die Packstation liefert. Also es gibt einen relativ einfachen Use Case dafür, einen Retailer zu sagen,
[00:22:43] hey, jetzt bindet es mal an. Aber es ist halt schwer zu integrieren, deswegen machen wir dann solche Themen. Okay. Und du bist ja gerade auch in einer Art von Transformation, so von Daten-Company zu AI-Company. Erzähl mal, was es in den zwei Dimensionen bedeutet. Einmal für euch intern, so ist natürlich eine spannende Frage, aber auch, was für Produkte bietest du den Kunden an? Das hast du erzählt, quasi Auffindbarkeit von Produkten in ChatGPT und Co. ist eine AI-Feature, was eure Retailer brauchen. Lass vielleicht mal auf der Produktseite anfangen. Wie siehst du das
[00:23:12] und wie managst du diese Transformation im Produktportfolio? Also erstmal finde ich es eine unfassbar geile Zeit, Gründerin zu sein. Jetzt auch so 10 years in. Man hat halt so ein bisschen das Gefühl gehabt, ah, jetzt haben wir es raus, jetzt haben wir es unter Kontrolle, ich weiß genau, wie es geht. Und plötzlich bist du in so einer Phase, wo du denkst, nee, Moment mal, du kannst alles noch viel geiler machen zu viel geringeren Kosten. Und das hat, also es ist wirklich, glaube ich, das Spannendste ja inzwischen, dass wir haben, wo wir jedes einzelne Piece
[00:23:42] unserer Firma angucken und sagen, geht das nicht mit AI besser, können wir das nicht geiler machen? Und genau das haben wir mit unseren Produkten auch gemacht. Also auf der einen Seite haben wir von vornherein gesagt, wir wollen halt nicht so ein separates AI-Produkt. Gibt es ja einige, die sagen, und jetzt gibt es auch noch ein AI-Chatbot. Wir haben von Anfang an gesagt, hey, AI muss Teil von jedem einzelnen Produkt werden, das wir haben. Wir können dir, wenn du uns eine Trackingnummer gibst, sofort sagen, welcher Carrier dahinter steckt. Macht AI. AI. Wir können dir sofort sagen,
[00:24:11] wenn wahrscheinlich das Paket zu spät ankommt, macht AI. Bevor irgendjemand extern uns was sagt. Wir sehen das einfach in der Entwicklung von den ganzen Paketen. Wir können dir sagen, ob der Kunde wahrscheinlich eine fraudulent Return hat oder nicht. Macht alles AI. Wir glauben zum Beispiel auch, dass wir haben ja ganz viel so Dashboards gebaut, wo Kunden sehen können, wo ist mein ganzes Logistikzeug und so. Früher hattest du 50 geile Dashboards. Heute guckt sich AI halt 100 oder 500 verschiedene Dashboards an,
[00:24:41] zieht sich da alle Insights raus und gibt das an den Kunden. Also sozusagen die Zeiten, wo irgendwie wir gesagt haben, wir bauen dir die schönsten Dashboards, sind halt vorbei, sondern wir bauen dir die geilsten AI-Insights, dass du halt nicht die ganze Zeit auf ein Dashboard starren musst. Was ist ein Beispiel dafür, was die AI da gemeldet hat an Kunden, was sie auf dem Dashboard vielleicht nicht gesehen hätte? Ja, zum Beispiel, wenn es irgendwo eine Verzögerung gibt. Ja, also wenn irgendwie, weiß ich nicht, man denkt immer oft, dass die Logistiker vielleicht das Problem sind. Und ganz oft hast du das Problem auch im Warenlager. Und dann siehst du halt den Scan nicht,
[00:25:09] dass das im Warenlager abgeholt worden ist. Und dann normalerweise hättest du, irgendwann hätte der Kunde gesagt, ah shit, das Paket ist zu spät angekommen. Und dann hättest du das Problem gemerkt. Und jetzt kriegen die halt von uns dann morgens eine E-Mail und sagen, übrigens, wir haben jetzt gesehen, kannst du selber definieren, aber ein Prozent deiner Pakete verhalten sich anders als sonst. Und das liegt im Warenlager. Und dann hat die auch noch gecheckt, es ist da kein Feiertag gerade. Es ist jetzt gerade auch kein Sturm. Also es gibt keine äußeren Faktoren, die das irgendwie erklären würden.
[00:25:38] Deswegen, lieber Logistikmanager, guck dir das mal an. Krass, okay. Aber die AI hat den Wetterbericht auch vor Augen. Ja. Und man weiß, wenn, okay. Und das ist halt spannend. Genau. Und das haben wir halt jetzt in alle Produkte eingebaut. Und du hast es halt auch gesagt, wir glauben halt auch, dass es einfach komplett neue Produkte geben muss. Und eins davon ist dieses AI Commerce Visibility Produkt. Weil unsere ganzen Retailer sich halt fragen, hey, es ist ja gut und schön, wenn ich sozusagen alles, wenn ich irgendwie möglichst viel Checkout-Conversion habe, wenn ich dann möglichst viel Upselling habe.
[00:26:07] Aber wie schaffe ich es sozusagen, noch relevant zu bleiben? Und ich glaube, so ein bisschen Marktplätze sind langsam tot, weil die Leute haben erst bei Google gefragt, dann gab es zwischendurch ein paar Marktplätze und jetzt gibt es quasi ChatGPT und Gemini. Und du gehst halt da rein und sagst, ich brauche jetzt meine Laufschuhe für High Rocks. Der weiß, wo du wohnst. Der weiß auch, dass du vielleicht mit der Größe nicht sicher bist und deswegen eine flexible Retouren-Policy brauchst. Und der weiß auch, dein ChatGPT, dass High Rocks heute ist. So, und dann schlägt er dir natürlich
[00:26:37] nur Produkte vor, die diese Kriterien erfüllen. Und guess what? Dann spielt plötzlich nicht nur das Produkt und sozusagen der Preis eine Rolle, sondern auch die Lieferkondition. Das ist unser Link, weil sozusagen, ob es eine gute Bewertung hat oder nicht, ob es retunierbar ist oder nicht, wann es genau ankommt, das ist jetzt genauso entscheidend, wie ob du das Produkt überhaupt verkaufst. Und das ist was, da müssen wir jetzt den Retailern helfen, genau das sichtbar zu machen, damit sie halt dann zukünftig auch auf dem Sales Channel vertreiben können.
[00:27:07] Ja, voll. Ich habe neulich ein Auto gekauft über ChatGPT. Hast du wirklich? Also nicht literally, also ich habe da keinen Checkout gemacht, aber den kompletten Prozess darüber gemanagt. So, mit zwei Kids und gefragt, passen die da rein und wenn ich zwei Kinderwagen habe, ist der Kofferraum groß genug? Ja. Und dann gab es zwei verschiedene Größen und dann hat er gesagt, nee, das mittlere reicht, weil das große ist nur, wenn du noch irgendwie, weiß ich nicht, einen Schärferhund transportieren willst oder so, habe ich jetzt nicht. Und dann? Bist du dann aber zum Hersteller gegangen und hast da gestellt? Da habe ich gefragt, wo kann ich das jetzt in Berlin, wo gibt es das? Und dann hat er mir gesagt, da und da und das Ding ist 20 Minuten entfernt, das Autohaus und dann bin ich da hingefahren.
[00:27:37] Ja, wirklich. Dann bin ich da reingelaufen und habe gesagt, ich würde kein Auto kaufen. Und wenn du es hättest, da online bestellen können, ohne zum Autohaus zu fahren? Das habe ich da vorprobiert und das hätte ich auch gemacht und dann war aber in Deutschland das Problem, um die Anmeldung zu machen, muss man seinen Führerschein physisch in einen Briefumschlag nach Mainz schicken oder so, wo ich dachte, ihr seid alle bescheuert. Ich schicke doch meinen Führerschein jetzt nicht oder mein Perso. Es war ja nicht mein Führerschein, es war der Perso. Ja. Den ich physisch hätte in einen Briefumschlag packen müssen und irgendwo hinschicken, da habe ich gesagt, das unterstütze ich. Das unterstütze ich nicht. Dann bin ich ins Autohaus.
[00:28:06] Das war mein Revenge-Kauf gegen die Bürokratie. Ansonsten hätte ich es online bestellt. Natürlich, why not? Die hätten es ja auch geliefert. Ja, und ist das nicht crazy? Weil technisch geht es natürlich, aber dann steht sich wieder die deutsche Bürokratie im Weg. Ich sag's dir, in Singapur hättest du es definitiv bestellen können. Ja, und dann hätten sie es ja auch noch am nächsten Tag geliefert und nicht erst in drei Monaten. Ohne, dass ich meinen Perso da irgendwo einpacke. Ja, aber ich glaube wirklich, oder was heißt ich glaube, ich bin ganz sicher, dass das die Zukunft ist und die Frage ist, wie können wir die Retailer bereit dafür machen?
[00:28:36] Und quasi wie, das ist auch glaube ich so ein deutsches Problem, wenn wir, wir reden ja sehr international mit den Leuten, wenn du das Gespräch in den USA führst, dann sagen alle so, ja for sure. Also 70 Prozent aller Käufe werden über ChatGPT, Perplexity, Gemini getroffen. Wirklich, sagen die es gegeben. Akzeptieren wir? Es ist gegeben, ist einfach so. Also weiß doch jeder, was kommst du denn jetzt mit den Old News an? Da reden wir dann über UCP und Car Checkout und vielleicht reden wir darüber auch nochmal. Oh, das wäre ich über UCP-Nerden. Okay, da wäre es gegeben. Sagen wir nicht, was das heißt, aber kommen wir gleich dazu. Ja, super gerne. Aber genau,
[00:29:06] und da ist glaube ich, da ist Deutschland noch nicht ganz angekommen. Wie machst du dich selber AI ready? Du musst es ja auch ein Stück weit anführen sozusagen, wenn du willst, dass die Organisation da mitzieht und zweitens, wie schaffst du das, dass dein Team da auch an Bord ist? Wir haben vor anderthalb Jahren schon so ein internes Programm gelauncht, das heißt All in AI. Da hat auch jeder ein T-Shirt bekommen und jeder hat AI als sein 30-prozentiges Ziel. Also ich glaube halt dran, du musst halt von vornherein das kommunizieren, du musst super viel Practice Sharing machen
[00:29:36] und du musst es auch in den Zielen verankern und sozusagen in jeder Funktion. Also jeder, der bei uns arbeitet, hat gerade ein 30-prozentiges AI Ziel. Und Ziel heißt, wenn du Ziel sagst, dann gibt es eine Zielvereinbarung, da hängt Geld dran, da hängt ein Incentive dran. Ja, da hängt ja ein Incentive dran und jeder bei uns baut und das ist halt das, was ich gerade so exciting finde. Wir hatten jetzt gerade letzte Woche wieder unseren Sandbox Day. Was heißt das? Das heißt, dass jeder bei uns einen Cloud Code Access hat mit vollem Zugriff auf alle Daten, solange das rechtlich abgesichert ist
[00:30:05] und jeder kann bei uns seine eigenen Applikationen bauen und du pushst sie live. Was ist das Coolste, was die Leute gebaut haben, was unerwartet war? Boah, es gibt so viele geile Sachen. Wir haben super viel so im Kundenmanagement mit irgendwie Tickets und Analysen und lustigen Gimmicks dazu. Also auch sozusagen das ganze Reporting ein bisschen mehr Fun machen und die Leute anders inzentivieren. Ich habe halt, ich habe zum Beispiel aufgehört meine E-Mails zu lesen. Ich lese sie nicht mehr. Du liest deine E-Mails nicht mehr? Nee, Cloud liest meine E-Mails
[00:30:35] und meine Slack-Nachrichten und alles, was sonst in meinem Arbeitsleben passiert und ich kriege halt so Summaries. Ich wache also morgens auf, der hat meine E-Mails gelesen, hat mir Drafts vorgeschlagen, welche am wichtigsten sind, auf die ich antworten soll und setzt mir einen Blocker in meinen Kalender und mein Tag beginnt mit einer Stunde Cloud-Anweisungen erfüllen und zwar sagt er, hey, das ist wohl die wichtigste E-Mail. Ich habe jetzt schon mal geguckt, noch einen Firmans gefragt, was ist da wirklich der Status? Hier ist der Draft. Das Einzige, was ich noch nicht gemacht habe, ist dem das automatisch schicken lassen. Ich approve das noch.
[00:31:04] Und du approfst es in, du bist wirklich in Cloud oder bist du dann noch in deinem E-Mail-Postfach und schickst dann da die Drafts raus? Ich improve es in Cloud, wobei ich es jetzt gerade immer nochmal anpasse und dann tippe ich es einfach direkt ein beziehungsweise nutze Whisperflow, mein anderes kleines Passion-Project. Um zu sprechen und nicht mehr zu tippen. Ja, es ist halt viel schneller. Das ist unfassbar. Wie witzig das eigentlich ist, du hast den Blocker im Kalender und Cloud sagt dir, was du tun sollst. Die haben das auch. Wir haben diese Bots im Einsatz und wenn wir zum Beispiel Foundermode-Merchandise an Leute verschicken, das ist in der Notion-Page
[00:31:34] und der Cloud-Bot, der weist dann die Menschen drauf hin, weil das muss ja jemand noch zu DHL gehen oder wo auch immer, um das Ding physisch abzugeben und die Reminder schickt aber die AI an den Human. Also wenn da drei Tage, so wie bei euch, so quasi, wenn drei Tage das nicht verschickt wurde, dann sagen die, oh, der Florian in Nürnberg, der wartet auf seine Mütze. Also geh mal da bitte hin. Was müssen wir jetzt alle machen, um die Merch zu bekommen? Was Gutes tun? Bewertung abgeben ist immer gut und ein Screenshot in die Foundermode der WhatsApp-Community schicken, dass ihr eine Bewertung geschrieben habt.
[00:32:04] Das ist schon mal ein guter Hinweis. Oder Kommentare schreiben. Das ist eigentlich ein guter Test. Schreib mal Kommentare zur Folge. Kommentare sind ja auch immer gut auf Spotify oder auf YouTube und dann wählen wir mal fünf Leute aus und die kriegen dann so eine Cappy und die AI, die schickt die Menschen dann. Und ich track das für dich. Und du track das? Dann machen wir doch so eine kleine Tracking-Seite, dann können die das alles so persönlich experimentieren. Wir wild coden noch so eine Tracking-Seite, wo das dann wirklich ist. Okay, finde ich geil. Die machen wir. Komm, wir machen zehn Cappies. Ja, finde ich super. Also für die Kommentare. Und dann bitte noch ein Foto und das auch auf LinkedIn und Instagram und so posten von dem Cappy. Von dem Cappy. Okay, clever. Wahnsinn.
[00:32:36] Der Deal ist einfach. Ihr abonniert den Channel, kriegt jede Woche eine Notification darüber, dass die neue Foundermode-Folge gedroppt ist und könnt mit den Insights, die wir aus den Gästen rauskitzeln, euer Unternehmen aufs nächste Level bringen. Also abonniert den Channel und viel Spaß. Kundengewinn. Ist für Startups immer schwierig. Ihr fangt an. Ich meine, wer hat in der Branche drin und kannte ein paar Leute, aber Sales zu machen, vor allem mit so einem Enterprise-Thema, du musst mit Puma und so reden, also wen rufst du da eigentlich an? Also ist ja immer schwierig für First-Time-Founder. Was gibst du dir selber
[00:33:06] als First-Time-Founderin mit auf den Weg? So sind die Dana vor zehn Jahren. Also mit dem, was du heute weißt zu Go-To-Market, zu Sales, was hättest du gerne früher gewusst? Ja, super spannend. Du hast mich auch mal gefragt, ob ich viel in Berliner so Startup-Events und so unterwegs bin. Bin ich gar nicht. Das ist, glaube ich, der erste Advice. Das war ich noch in Singapur und man geht ja unglaublich gerne als so junger Gründer auf diese ganzen Events mit den anderen jungen Gründern und freut sich darüber massivst. Aber da sind halt deine Kunden nicht. Und das ist, glaube ich,
[00:33:35] so für mich das wichtigste Learning. Also ich bin super viel unterwegs. Ich habe fast jede Woche eine andere Konferenz. Aber das sind halt die Konferenzen, wo meine Kunden sind. Und die sind manchmal auch irgendwie ein bisschen uncool, weil gerade in der Logistik ist es halt nicht so fancy. Aber dahin gehen, wo du wirklich deine Kunden triffst. Ich glaube, das ist so einer der Sachen, die für uns als Channel einfach extrem gut funktionieren. Immer noch Offline-Events. Ist so? Messen, Konferenzen. Gibt es andere Arten von Events? Ja, also in Zeiten von Covid sind natürlich Webinars mega abgegangen. Das ist, glaube ich,
[00:34:05] jetzt ein bisschen schwieriger. Aber so Video-Content ist natürlich auch mega geil. Das muss halt irgendwie digestible sein. Customer-Success-Stories, glaube ich, auch nichts Neues. Also hier der Alex, der Logistik-Chef von Puma, mega netter Typ. Der hat dann mit uns auch ein Video gemacht. Das kann man sich dann auch angucken. Und das ist natürlich viel geiler, wenn jetzt unser Kunde sich hinstellt und erzählt, wie gut Passive Perform ist, als dass ich mich jetzt irgendwo hinstelle. Also alles, was irgendwie so User-Generated-Content und Customer-Case-Stories sind, funktioniert mega gut für uns. Und für mich funktioniert
[00:34:35] als Channel auch LinkedIn. Erzähl mal, wie ist deine LinkedIn-Strategie? Was hast du darüber gelernt? Ob ich da jetzt so eine Strategie habe, weiß ich gar nicht so genau. Aber ich glaube, ich habe halt einen Vorteil, auch so richtig viele Frauen gibt es halt in der Logistik nicht. Das heißt, es gibt schon irgendwie immer noch den Vorteil, dass man ein bisschen mehr gehört wird und die auch auf jedem Panel auf einem Event dann immer noch mal eine Frau gerne haben. Ach krass, okay. Also schon eine wahnsinnig Oldschool-Industrie, muss man noch sagen. Also ich war mal auf so einer C-Level-Konferenz für Logistiker, da waren 150 Leute
[00:35:03] und davon waren drei Frauen. Oh mein Gott. Aber auf LinkedIn einfach auch authentisch kommunizieren. Das ist halt, in Zeiten von AI machen halt diese ganze AI-Slop. Jeder macht tausend Posts und man sieht den Post selber schon an, dass der wahrscheinlich AI generiert ist. Und bei dir ganz praktisch, was bedeutet das? Hast du auch einen Blocker nach deinen E-Mails mit Cloud-Apparbeiten? Hast du einen LinkedIn-Blocker im Kalender oder wie bringst du das in so eine busy Woche, wenn du nebenbei noch tausend Konferenzen und irgendwas hast? Nee, habe ich mal eine Weile gemacht. Aber ich glaube, wenn man sich zwingt, was zu posten, dann ist es auch wieder schlecht.
[00:35:32] Also es ist einfach nicht authentisch. Es gibt auch Wochen, da mache ich gar nichts, weil es einfach zu busy ist. Aber ich gucke schon, wenn mir was einfällt, das auch schnell machen. Ich bin jetzt auch nicht groß dabei, das dann noch dreimal zu überlegen und dreimal zu reviewen, sondern mir fällt was ein. 80-20. Bestenfalls findest du noch ein Foto dazu und raus damit. Wie findest du Themen? Überall. Überall. Also ich rede mit den Leuten. Du bist viel auf Events. Immer wenn ich Zug fahre, habe ich wahnsinnig viel Zeit nachzudenken, weil das Internet nicht funktioniert. Also überall.
[00:36:02] Ja, aber klar reden wir viel über Logistik, aber vor allem auch darüber, was die Retailer beschäftigt. Okay, das heißt, du bist in deinen Gesprächen drin, du redest ja eh mit denen. Also ist klar, ist dein Job. Und dann überlegst du aber danach nochmal, okay, was ist da jetzt interessant? Also quasi du dokumentierst auch so ein bisschen, also nicht wie deine Woche war, aber quasi du reflektierst, was waren die Themen in den Meetings? Was interessiert die gerade? Wie bringe ich meine Produkte in Chat-GPTs? Die ist top of mind zum Beispiel. Dann sagst du, darüber mache ich jetzt mal ein Content-Piece. Wobei ich das jetzt tatsächlich noch gar nicht so strukturiert mache, sondern mir einfach denke, ey, voll spannend,
[00:36:31] könnte man ja mal was zu schreiben und dann mache ich das meistens. Klär mir nochmal, Messenkonferenzen, du bist da super viel unterwegs gewesen. Was ist die drei Minuten Masterclass darüber, wie ich aus der Konferenz am meisten raushole? Weil meine Erfahrung ist, so oft geht man da hin und dann hat man irgendwie eine Agenda und irgendwelche Talks und setzt sich da rein und dann kennt man keinen und dann fragt man den, der neben einem sitzt irgendwie, was er so macht und dann ist es irgendwie völlig irrelevant. Ja, ja, ja, richtig. Und dann steht man da rum. Was hast du gelernt bei deinem, weiß ich nicht, bei deinem hundertsten Konferenzbesuch, was machst du anders
[00:37:01] als bei deinem ersten? Ja, du darfst halt nicht einfach da auftauchen, sondern du musst die Konferenz halt vorbereiten. Klingt mir auch nicht immer leicht, aber erst mal sagen, dass du da bist, schon zwei, drei Wochen vorher. Am besten auf LinkedIn und sagen, hey, ich gehe da hin, wer ist noch da? Okay. Dann gehst du schon mal nicht alleine auf eine Konferenz, das macht das Ganze auch viel angenehmer. Ja, ja. Dann zweitens, meistens gibt es irgendwelche Side-Events. Wenn es jetzt die OMA ist, dann sind die noch wichtiger als die eigentliche Konferenz, kommt ja immer ein bisschen drauf an, aber auch gucken, auf die Side-Events zu gehen. Also ich reise meistens, wenn ich irgendwie kann, schon einen Tag vorher an.
[00:37:31] Wenn du Speaker bist, gibt es diese Speaker-Dinner, sowieso das Geilste. Auch wenn man auf der Konferenz irgendwie präsentieren kann, liebe ich halt, weil es halt viel besser, irgendwie auf der Bühne zu stehen und zu teilen, was du machst, weil danach kommen die Leute halt zu dir. Dann musst du nicht derjenige sein, der versucht, irgendjemanden anzuquatschen. Und wenn die dich jetzt nicht eingeladen haben, lädst du dich da selber ein? Schreibst du denen, hey, ich könnte da auch was erzählen zu dem und dem Thema? Ja, habe ich auch schon gemacht. Wenn ich das eine coole Sache finde, dann schreibe ich denen. Und dann kriegst du immer 50.000 Sponsorship-Broschüren zurück.
[00:38:00] Aber manchmal funktioniert das gut, ja. Okay. Schreiben wir den. Und ja, genau, Vorbereitung. Am besten irgendwie da sprechen. Möglichst wenig in nur Präsentationen sitzen, weil so trifft man keine Leute. Möglichst viel irgendwie mal an der Ecke stehen, sich da noch ein Getränk holen. Und ich glaube, man muss dann halt so auch über sich selbst hinaus wachsen. Ich bin eigentlich super introvertiert. Glaubt, glaube ich, keiner, weil er mich ständig auf irgendwelchen Events sitzt. Ich finde es wahnsinnig anstrengend. Aber ich bin halt da immer und versuche da, alle Energie, die ich in mir habe,
[00:38:30] zu diesem Event zu bringen und mich dann nicht in so einer Reihe, in der Präsentation zu verstecken, sondern halt da zu stehen, mit den Leuten zu reden und es dann nachzuarbeiten. Das ist auch noch so ein Ding, ne? Halt, du hast die Leute getroffen, dann hey, war schön, dich zu treffen. Wo bist du demnächst? Wollen wir mal einen Kaffee trinken gehen? Fällt mir sau schwer, ehrlich gesagt. Aber das wäre es natürlich. Cloud hilft auch dabei. Auf jeden Fall. Schreibst du auch Leute aktproaktiv an? Also manchmal gibt es da so Directories, dass du dann siehst, okay, wer ist da? Ja, auf jeden Fall. Auch eigentlich ein gutes AI-Thema, gell? Weil früher hast du da dann irgendwie eine Liste mit 2000 Leuten,
[00:38:59] was machst du damit? Hat mir gerade ein VC erzählt, dass früher dann der Analyst da halt saß und raussuchen musste in der Excel, wer ist da relevant? Aber heute schmeißt du das im Zweifel in Cloud rein und der draftet dir auch schon die Nachrichten. Funktioniert das gut? Ja, funktioniert ganz gut. Wir haben ja relativ viele Entwickler, deswegen haben wir früher schon immer relevantes, aber machen wir jetzt noch viel mehr. Ich finde auch so meinen Terminplan, wenn ich auf eine Konferenz gehe, mein Hack ist jetzt immer, ich suche mir raus, welche Agenda-Items ich gut finde.
[00:39:29] Manchmal wirklich auf einem Stück Papier drücke ich es auf, kreuze es an, mache ein Foto und sage, Cloud, jetzt block mal diese Agenda-Items schon mal in meine Agenda. Dann weiß ich schon mal, wann ich Zeit habe. Dann kommt man da nicht an und denkt sich, ah shit, wo gehe ich denn jetzt hin? Sondern man hat dann schon mal einen Plan im Kalender. Finde ich total hilfreich. Und was jetzt auch super viel mache, ist, ich habe halt so einen Taskmanager in Cloud, Cloud, so eine Skill, die ich irgendwie angefangen habe, wo ich jetzt einfach sage, Task das und das und auf einer Konferenz mache ich jetzt alle meine Notes in Cloud und sage halt, hey, Task mit dem habe ich gesprochen, hier ist die Visitenkarte.
[00:39:59] Dann weiß er, dass er das bei uns ins CRM schmeißt, draftet mir die Follow-Up-Nachricht und wenn ich dann im Zug sitze nach der Konferenz, ist die schon in meinem Kalender und dann kann ich die in der Zugfahrt einfach rausschicken. Viel besser als alles, was ich vorher gemacht habe. Geil. Jetzt habe ich neulich einen Podcast gehört, ich weiß gar nicht mehr von wem. Was meinte jemand so, sein Mental Modellist, der geht immer zu vielen Dinner-Events und seine Policy ist, schick das Follow-Up aus dem Taxi ins Hotel. Also nach dem Event, wenn du nach Hause fährst, in der Bahn im Taxi, wenn du läufst, wie auch immer, schick da direkt das Follow-Up, weil erstens ist es dann weg
[00:40:29] und zweitens, es signalisiert den Leuten, dass du on top bist. Mach es nicht zwei Tage später, weil wenn du dir zwei Tage vornimmst, dann wird es eine Woche und dann ist es auch schon wieder. Also so, schick das Signal, hey, ich war da, ich bin on top, zack, hier ist die Follow-Up-Mail. Machen 99% der Leute nicht. Dann stichst du wieder raus. Das ist ein Oldschool an mir, aber ich finde schon, dass man eine Präsentation haben sollte und zwar personalisiert auf den, den man getroffen hat. Wenn das jetzt ein Retailer ist. Nehmen wir mal an, ich treffe irgendwie Adidas auf einer Konferenz und dann haben wir halt eine Präsentation, die ist Adidas-branded,
[00:40:59] da sind dann auch schon Vorschläge, wie unser Service für die aussehen könnte im Adidas-Design. Und dann sagen meine Leute immer, ja, aber auf der Konferenz zeigst du das ja nicht richtig. Ich packe jetzt da nicht. Oldschool ist ja auch ein bisschen verzweifelt und sag, hier, guck mal, ich habe was vorbereitet. Sondern man redet ja mit den Leuten und qualifiziert hoffentlich, ob die jetzt einen brauchen, aber nicht. Aber dann sitzt du halt in der Bahn zurück und dann schickst du denen was, was kein generischer Scheiß ist, sondern eine personalisierte Präsentation. Und gebrandet heißt, da ist jetzt nicht nur deren Logo drin, sondern das geht tiefer oder was heißt gebrandet auf Adidas? Ja, genau. Also als Beispiel, wir machen ja diese Tracking-Widgets
[00:41:28] und Retourenportale und mit AI. Ich habe halt so einen Demo-Agent mir gebaut. Dann sage ich halt, jetzt mach mal für Adidas und dann macht er das in zwei Minuten und dann kopiere ich das raus. Und dann sehen die schon, so würde es aussehen. Genau so ist. Wie es aussieht. Und so machen wir auch unsere Kundendemos. Also früher haben wir denen eine Demo-Plattform gezeigt. Jetzt jede Kundendemonstration, die ich habe, ist für den Kunden in deren Design. Und das geht ja jetzt alles ratzfatz. Also du musst ja quasi, du musst es ja eigentlich gar nicht mehr bauen. Du kannst dir halt super schnell ein Artefakt
[00:41:58] oder eine Demo-Mockup machen lassen und es dem Kunden schon mal zeigen. Und ich glaube übrigens auch, dass das die Qualität von Produkten so viel besser macht. Weil wenn uns jetzt ein Kunde ein Requirement gibt, dann kann ich quasi noch im Call einen Mockup erstellen lassen und sagen, so habt ihr das gemeint, oder? Und es macht einfach die Qualität des Outputs viel schneller und gleichzeitig macht er einfach auch unsere Entwicklung viel schneller. Also mein Mitgründer, der war jetzt gerade diese Woche da und hat mir erzählt, dass er unseren Produktmanagern verboten hat, das Wort Wochen zu sagen. Weil also es kann jetzt
[00:42:28] keine Wochen mehr dauern, irgendwas zu entwickeln, sondern sagt uns, wie viele Arbeitstage das jetzt sind. weil es einfach so viel schneller geht. Oh mein Gott. Ja. Meinst du, irgendwann verbietet der Tage? Du darfst jetzt nur noch in Stunden reden. Vielleicht. Und besser sind Minuten. Vielleicht. Und eigentlich sind wir live. Sekunden wie aktuell. Aber das ist schon krass. Also wie gesagt, bei uns baut wirklich jeder seine eigenen Applikationen und wenn die halt gut sind, dann kriegt der auch noch einen Preis. Dann zeigt er das bei unserem Demo-Day. Dann gibt es auch noch
[00:42:57] ein Incentive oben drauf und dann pushen wir das. Also sozusagen jeder, der bei uns arbeitet, egal in welcher Abteilung, kann Produktmanager sein für unser Produkt. Und wenn der eine geile Idee hatte, dann launchen wir das. Krass. Gibt es zu Sales noch was, worüber wir nicht gesprochen haben, neben den Konferenzbesuchen und deinem Playbook? Was du gelernt hast? Gute Frage. Also ich glaube, eine Sache, die ich halt auch wieder mit AI total spannend finde, ist halt,
[00:43:26] wie gut du dich halt vorbereiten kannst, auch auf so Termine mit Kunden und so. Also wir haben ja viele Enterprise-Kunden, wo wir, ich habe einen, da sind wir in 23 Märkten live, das hat sonst zwei Wochen gedauert, bis ich dieses QBR, wir machen so Quarterly Business Reviews mit den Kunden. Das war wahnsinnig viel Arbeit, ja. Finance, Product, Kundenservice, der Key Account Manager, alle haben sich zusammen telefoniert, beraten, was hat dieser Kunde alles, wie ist das, in welchem Markt, die sitzen ja auch in unterschiedlichen Zeitzonen. Und wir haben jetzt so ein Cloud-Project,
[00:43:55] da gibst du den Kundennamen ein und dann gibt er dir halt einen Output und dann schicke ich das an den Kunden und die erfahren halt Sachen, die haben sie noch nie gehört, auch über ihre eigenen Märkte, weil wir plötzlich halt alles aggregieren und auswerten und analysieren können. Also ich glaube wirklich, es gibt keinen Bereich, in dem AI nicht revolutionieren kann, jedenfalls bei uns in der Firma und ich glaube für super viele B2B SaaS-Applikationen, wie gut du für deinen Kunden deliverst. Ja krass, und ich nehme mit, personalisiere es, so gut es geht quasi, auf den Case, ganz genau anhand der Daten, anhand der Challenges, die die haben,
[00:44:25] wie du sie lösen kannst. Keine generische Präsentation. Präsentation, old school, aber angebracht, funktioniert, aber personalisiere sie. Die Leute brauchen halt irgendwas in der Hand. Es kann halt auch ein Prototype sein und ein HTML-Code, dass du denen schickst, aber die brauchen halt irgendwas, dass sie sich angucken können. Wie managst du denn so eine Firma zwischen diesen ganzen Zeitzonen? Du hast mir gesagt, du hast eine Apple Watch, da sind so drei verschiedene Uhren drauf. Welche Uhren hast du gerade eingeblendet auf deine Apple Watch? Ich habe Singapur, Berlin und ich weiß gar nicht, das müsste Chicago sein.
[00:44:56] Ja, ist auch ehrlich gesagt, also mein Herz liegt ja immer noch in Asien, muss ich sagen, wenn ich es persönlich mir aussuchen könnte, würde ich glaube ich in Singapur oder Vietnam leben. Wenn ich es mir ganz persönlich aussuchen könnte, Vietnam, aber einer der Gründe, hier in Deutschland zu sein, sind einfach die Zeitzonen. Also ich fange morgens an und dann gibt es einen Call mit irgendwie Australien, das ist immer das Schlimmste in Australien, New Zealand, weil die uns so weit voraus sind, dann muss ich um sechs da irgendwie stehen, das liegt mir auch nicht ganz. Und dann machst du halt Singapur vormittags, nachmittags machst du Dach und Europa und abends machst du USA
[00:45:26] oder ich, ja. Die Customer Care Weltreise. Ja. Und dann geht es am nächsten Tag wieder von vorne los. Ja und das Spannende ist, dass es ja auch so unterschiedliche Kulturen sind. Also ich liebe meinen Tag, weil der so abwechslungsreich ist. Du redest ja nicht nur mit verschiedenen Kunden, sondern selbst wenn ich nur mit internen Leuten reden würde, was jetzt selten passiert, aber wenn du, du hast einfach so viele verschiedene Kulturen, wo die gerade stehen, was die gerade exciting finden, wie das Wetter bei denen ist und du reist jeden Tag so ein bisschen um die Welt und ich lieb's. Das habe ich mir immer,
[00:45:55] immer gewünscht. Das ist ja wirklich krass, weil viele reden ja über ihre Unternehmenskultur so und die werden die ja auch auf eine Weise haben, aber die ist ja auch zusammengesetzt aus mehreren echten Kulturen quasi. Was sind da die Unterschiede, die du wahrnimmst oder wie stellst du dich da drauf ein, wenn du heute Morgen noch einen Call mit Singapur hattest und abends mit Chicago? Ja, es ist glaube ich gut für mich. Ich war typisch deutsch sehr direkt, wahrscheinlich auch sehr durch so Corporate geprägt und dann bin ich nach Asien gekommen und ich glaube, ich hatte mal den Kosenamen Dampfwalze, weil ich dann doch
[00:46:25] zu direkt war. Die deutsche Dampfwalze. Ja, genau. Gibt wieder direktes Feedback. Oh mein Gott. Ich hoffe, das ist besser geworden, aber ich glaube schon. Nee, also ich war elf Jahre in Asien und da lernst du schon sehr viel über Respekt und du lernst auch, dass es sozusagen lose of faith ist, wenn du jetzt irgendjemandem sagst, dass das jetzt nicht gut genug ist, weil das kannst du dem jetzt nicht einfach so ins Gesicht sagen. Was passiert dann? Kündigen die dann oder was ist dann los? Sie kündigen, ja, das wäre das Extrem, aber sie sind halt extrem verunsichert. Du bist halt deren Chefin
[00:46:55] und denen ist nichts wichtiger als auch ihren Respekt, also dass ich ihn gegenüber respektiere, ja, und sie irgendwie unsere Anerkennung haben und in Asien hast du ja oft schon noch das Problem, dass die Leute dann auch nicht aus dem Büro gehen, bis du weggehst. Also ich gehe da dann immer, selbst wenn ich noch arbeiten muss und arbeite dann von irgendwo anders aus weiter, weil ich will nicht, dass die da jetzt alle festsitzen irgendwie meinetwegen und warten. Unser Team macht das, glaube ich, weniger, weil die uns jetzt inzwischen kennen und wir sozusagen... Über die Zeit erklärst du das dann und sagst dann, ihr könnt auch gehen, ist okay, aber sonst per Default
[00:47:25] würden die das im Zweifel nicht machen? Nee, nee, im Zweifel würden die es nicht machen. Also am Anfang, da war ich immer, wir sind denn alle noch so lange da, was ist denn hier los? Und bis ich irgendwann mal gemerkt habe, gut, die gehen nicht, bis du gehst, out of respect, würde dir in Berlin niemals passieren. Dann wünschen sich viele Fauna. Ja, und wir haben auch versucht, klar, da gab es ja Zeiten von Covid, wo wir Leute eingestellt haben, die haben wir nie gesehen. Was können wir irgendwie machen, um sozusagen auch alle immer zusammenzuhalten? Also es gibt so Townhalls,
[00:47:55] die machen wir immer noch alle persönlich, angepasst auf die Zeitzonen, wo wir relativ transparent sharen, was wir machen. Wir haben so kleine Culture Values, die haben dann auch so Gesichter, so Ella Excellence und Gary Grove und Ava AI und dann gibt es halt Preise dafür. Dann kannst du deine Kollegen nominieren, jeden Monat bei uns, kriegt jemand einen Preis, gibt so fünf Culture Values und da fliegen so Nominationen rein und dann gewinnt immer einer und das wird dann in der Townhall verkündet und wird zelebriert
[00:48:23] und da kann man schon viel machen, auch über Berufsprojekt. Also interessant, das ist auch viel so Gamification, geh ich hier raus, also ich meine, du gibst dem Projekt einen Namen, das heißt dann All in AI, du druckst das T-Shirt, also so eine Aktion quasi, sagen, das ist jetzt hier, das ist jetzt halt das Game, was wir gerade spielen und da gibt es ein Leaderboard, da gibt es dann Gewinner, da gibt es Trophäen, okay, hat ein bisschen was für ein Computerspiel. Ja, ja, aber unsere Teams, die lieben es halt, ne, und es ist halt auch transparent für alle und du nimmst die halt dann mit, weil das größte Problem, das man hat, ist wenn man sagt, ja, wir machen jetzt AI und dann sieht es niemand,
[00:48:53] ne, du musst es halt irgendwie leben und zeigen und vorleben. Und visibel machen, okay, vorleben und visibel machen, ja. Wie macht man das bei euch? Wie viel AI benutzt ihr? Zur Vorbereitung des Podcasts, bestimmt auch eine Menge. Ja, eine Menge, eine Menge, wir machen auch eine Menge manuell, weil viele Sachen sind dann halt auch so diese Nuancen, so ich mache viele Vorgespräche, rede mit Leuten im Hintergrund, also wenn so eine Folge online geht, da sind in Summe, sind da irgendwie 30 Stunden Zeit reingeflossen von Menschen und davon ist viel Research, die Vorgespräche und so, aber natürlich nutzen wir auch viel
[00:49:23] AI für Background Research, machen uns die ganzen Reports und so weiter und klar, das ganze Publishing ist AI-assisted, also LinkedIn Post schreiben wir vor. Ich finde das aber auch ein schmaler Grad, also du brauchst, du brauchst den menschlichen Touch und ich glaube, du kannst es massiv beschleunigen, aber wie du sagst, wenn jetzt jeder anfängt, alles aus Cloud zu copy and pasten zu veröffentlichen, das ist auch nur Bullshit, was da rauskommt, wenn du es nicht nochmal anfasst, also ich denke immer, ja, es geht nicht darum, irgendwie die menschliche Tätigkeit komplett zu ersetzen, sondern einfach viel effizienter zu machen und vorzuarbeiten und wir sind ja ein kleines Team, wir sind ja drei,
[00:49:53] vier Leute hier, Schüler, Werkstudenten und da hilft AI natürlich massiv. Ja, auf jeden Fall. Was war das Krasseste für dich als Unternehmerin im Sinne von, was war die größte Challenge in den letzten zehn Jahren? Was war der Tiefpunkt? Was war der Oh-Fuck-Moment? Was war der Moment, wo du gedacht hast, Oh fuck, ich bin hier irgendwo in Asien, was mache ich hier eigentlich? Ich könnte doch einfach nach Berlin und bei Zalando arbeiten. Gab es den Moment? Oh, witzigerweise habe ich immer gedacht, ein Glück bin ich wenigstens in Asien.
[00:50:23] Wenigstens nicht in Berlin. Wenigstens Wetter gut und ich kann am Wochenende noch irgendwo hinfliegen. Hier brennt alles ab neben mir, die Leute sind unzufrieden, aber die Sonne scheint. Aber die Sonne scheint. Für mich hat es echt viel ausgemacht, muss ich sagen. Boah, also das Schwierigste für uns persönlich ist immer das Thema Fundraising gewesen. Wir kennen uns krass gut aus in dem, was wir machen und sind so ein bisschen Logistik-Nerds und sind auch nah an den Retailer dran, aber Fundraising, meine Güte. Also das haben wir, glaube ich, immer unterschätzt.
[00:50:52] Es hat immer länger gedauert, als wir dachten. Ja, und du weißt es, wir sind finanziert von Softbank und Cambridge Capital. Und wer Cambridge Capital nicht kennt, das ist der Logistik-Investor, hast du mir erklärt. Wusste ich auch nicht, aber das ist sozusagen Champions League. Wenn du im Logistik-Bereich was machst, dann gehst du zu denen. Und Softbank ist einer der erfolgreichsten Funds weltweit. So riesengroß. Also das sind zwei krasse Namen. Richtig, genau. Und trotzdem sagst du, es ist uns schwer gefallen. Ja, weil also sozusagen, man denkt immer so, ja cool,
[00:51:22] dann hat man halt das Geld, dann musst du halt so Capital Deployment, wie schnell stellst du jetzt ein? Ja, für uns sind total spannende Erfahrungen, so dann raced du und du weißt ja genau, was du dann machen willst, aber du wirst jetzt daran gemessen, wie schnell du dieses Geld zum Beispiel ausgibst. War schon eine interessante Challenge für uns, weil wir mussten dann sozusagen, ja, aber wir waren dann so, wir sind so ein bisschen Typ konservativer Founder, wir haben jetzt keine crazy großen Runden geraced, weil wir eigentlich sozusagen, wir wollten uns auch nicht so diluten, for what? Ja, also wir hatten einen Wettbewerber, der hat so am Times Square so eine Ad gemacht.
[00:51:51] Das ist mega geil für dein Ego, aber ich glaube nicht, dass du dadurch einen Kunden gewinnst. Bitte, please correct me if I'm wrong, aber so, wir brauchten das jetzt nicht, ja? Und wir waren da eher so ein bisschen konservativ und haben wirklich gesagt, hey, wie viel Geld brauchen wir? Wir müssen halt Leute einstellen, aber du hast halt eigentlich nicht so absurde, weiß, weiß ich, wie viele Millionen, 100 Millionen, brauchten wir nicht. Brauchten wir einfach nicht, ja, mussten wir jetzt nicht ausgeben für irgendwie ultra viel Geld im Marketingverbind. War nicht unser Stil, aber du hast halt versucht, relativ schnell Leute einzustellen. Das war zum Beispiel
[00:52:21] ein großes Learning für uns, wo wir dann gesagt haben, fuck, so jetzt seit Covid, wir können die halt nicht treffen, da hast du schon lustige Leute eingestellt. Wenn du die das erste Mal im Büro gesehen hast, das kriegst, na ja gut, passen, müssen wir jetzt nochmal, müssen wir jetzt nochmal weitergucken? Ja. Müssen wir nochmal ran. Aber auch die halt dann alle zusammen zu bekommen und so. Also ich glaube, da gab es auch schon viel Wachstumsschmerz. Wir hatten jetzt gestern ein Boardmeeting, diese Boarddecks vorbereiten. Wie lange ist so ein Boarddeck bei euch? Das hat schon mehr als 100 Seiten und das schickst du dann 24 Stunden,
[00:52:50] dann haben die halt noch 24 Stunden Zeit, dir noch mehr Fragen zu schicken und auf die hast du dann bestenfalls für Sportmeeting auch schon eine Antwort. Ja, das ist auch nur durch Claude. Claude, gib mir zehn clevere Fragen. Das ist wirklich witzig, dass du es so sagst. Mit einem Touch Contrarian Thinking. Ja, ja, genau. Und wir haben auch so das Gefühl, ach guck mal, da sind ja jetzt plötzlich sozusagen die zwei Claude-Agenten von unseren Investoren, die könnten ja auch einfach zusammenstecken und sagen, mach das mal unter euch. Aber nein, wir machen es natürlich noch persönlich. Ja, krass. Okay. Und für dich persönlich, was war so die größte Challenge so zwischen Kontinenten,
[00:53:20] Zeitzonen und so weiter? Ich stelle mir das schon auch anstrengend vor. Ja, ja, ja, das war auf jeden Fall anstrengend. Und ich finde halt sozusagen, ich war nicht darauf eingestellt, was für ein Rollercoaster das ist. Da war ich einfach naiv reingegangen. Aber du hast halt, du kannst einen Tag irgendwie den geilsten Kunden überhaupt abschließen und das total feiern. Und fünf Stunden später musst du irgendeinen blöden Audit-Questionnaire beantworten und fragst dich, ob du jetzt irgendwas vergessen hast und damit deine Company auf die Eins-Risiko schickst. Also ich finde, die größte Überraschung für mich als Gründerin war schon,
[00:53:50] wie volatil sozusagen deine Emotionen sind. Wie gehst du damit um, deine Emotionen, gerade bei so einer Achterbahn auf dem Tiefpunkt und auch im Hochpunkt auch? Also wie reguliert man sich in beiden Fällen? Ich glaube, ich habe mich ein bisschen dran gewöhnt. Also sozusagen man sagt, hey, okay, nur weil es sich gerade schwierig anfühlt, morgen kann es schon ganz anders sein und versucht es auch so mitzugeben. Also ich lasse mich davon jetzt nicht mehr so aus dem Ruder werfen. Und man hat ja nach einer Weile auch schon viel gesehen, muss man einfach sagen. Man stumpft so ein bisschen ab, im positiven Sinne, dass man sagt, okay, es ist das... Sachen wiederholen sich
[00:54:19] und je größer die Firma, umso mehr kriegst du ja auch nur noch den Shit ab. Also sozusagen die Calls, die ich habe, sind ja immer dann, wenn was schiefgelaufen ist. Dann musst du als Gründerin nochmal rein. Intern, irgendjemand will kündigen, dann sprichst du natürlich mit denen. Ja schon, ich meine, du hast ja 200 Leute gerne und die Probleme, die die nicht lösen können in der Organisation, die eskalieren halt zu dir hoch und die Leute sind ja schlau und die lösen die meisten Probleme selber ab. Richtig. Ich liebe zum Beispiel so Business Reviews mit unseren Kunden, weil dann kann man ja so viel hören, was ist jetzt bei denen los, irgendwie, halt notwendigerweise nicht.
[00:54:49] Es ist halt so ein Happy Meeting. Die müssen mich halt mitnehmen, wenn, weiß ich auch nicht, der Kunde seine Rechnung nicht zahlen kann. Dann muss ich das verhandeln und dann denkt man sich immer so, hätte auch gerne das nette Meeting gemacht, aber gut. Und hast du Routinen gefunden, die dir im Alltag geholfen haben, mit diesen Setbacks und schwierigen Momenten besser umzugehen, außer der Gewöhnung muss man halt durch, ist halt so? Ich glaube, es hat mir auch, ich bin ein sehr introvertierter Mensch und habe das auch oft, jetzt gar nicht so oft besprochen und inzwischen haben halt mein Mitkund und ich auch einfach Routinen, wo wir sagen, okay, jetzt lassen wir beide
[00:55:19] einfach mal raus. Man muss sich da noch keine Sorgen umeinander machen, aber ich muss einmal ganz kurz richtig doll fluchen und irgendwo muss es ja hin. Einmal abkotzen. Einmal richtig auskotzen und dann geht's auch wieder. Deswegen freue ich mich auch immer an meinen anderen Mitgründer, wenn er mal da ist. Gestern war er wieder da, dann muss man einmal auskotzen und dann geht's weiter. Hatt ihr so einen Auskotztermin im Kalender oder wie macht ihr das? Ja, manchmal ist der auch ad hoc. An welcher Challenge bist du persönlich am meisten gewachsen? Die Teams führen. Die Teams führen. Ich finde schon,
[00:55:49] es hat mich auch am Anfang wirklich belastet, weil du hast halt, wir haben jetzt Mitarbeiter in der Townhall, feiern wir immer die Jubiläen. Dann haben wir jetzt Mitarbeiter, die arbeiten seit zehn Jahren bei uns. Die haben zum Teil in der Zeit zwei Kinder bekommen oder so und du bist halt verantwortlich für die. Und die Entscheidung, die du heute triffst über die Zukunft und wir versuchen ja alle vorauszusagen, wie das nächste Jahr oder zwei werden und jetzt schon die strategischen Grundlagen zu treffen, davon hängt ab, ob die sozusagen auch ein gutes Leben haben im Zweifelsfall. Gerade in einem schwierigen Jobmarkt wie aktuell
[00:56:19] willst du es halt wirklich richtig machen und ich glaube, das war für mich immer die größte Herausforderung, dem gerecht zu werden, so viele verschiedene Menschen jeden Tag zu haben. Manchmal habe ich wirklich alle halbe Stunde Meeting und du versuchst halt für den Menschen, der jetzt vor dir sitzt, präsent zu sein und das ist glaube ich die Kür, sich da flexibel darauf einstellen zu können, präsent zu sein und das dann am Teil der Zeit auch nicht alles mit nach Hause zu nehmen und nicht mehr pennen zu können. Was sagst du jungen Faunern, die in der Disziplin besser werden wollen?
[00:56:49] Weil es ja auch eine Erkenntnis ist zu sagen, es gibt Fauner-Skills und es gibt Leadership-Skills und das sind erstmal zwei sehr unterschiedliche Schubladen und vielleicht ist beim einen gut und nicht beim anderen oder umgekehrt. Wie trainiere ich diesen Muskel Leadership? Was hat dir da geholfen, wenn dich ein First-Time-Founder fragt? Also A, einen Mitgründer zu haben hat mir enorm geholfen, weil you're not alone in it und es kann sich halt manchmal ganz schön einsam anfühlen und da jemanden zu haben, den du wirklich vertraust, wo du halt nicht auch noch denkst, oh, vielleicht will der auch nur für sich optimieren, sondern bei mir ist es die Gewissheit zu wissen,
[00:57:18] hey, mein Mitgründer und ich, wir ziehen wirklich einfach immer am gleichen Strang so und ihm gegenüber muss ich jetzt gar keine Sorgen haben. Was mir auch mega geholfen hat, ich glaube, wir haben da auch schon mal darüber gesprochen, ist meine Accountability-Gruppe. Ah, erzähl mal. Ich habe so eine Gruppe von Gründern, seitdem ich wieder zurück nach Berlin gekommen bin. Interessanterweise eigentlich ja Berlinerin, aber hier nicht richtig aufgewachsen. Ich bin wiedergekommen, fand es wahnsinnig schwer, hier wieder Fuß zu fassen. Was war das Schwierigste? Ich war einfach so raus und ich war halt nicht mehr in dem Mode, auf diese ganzen Founder-Events zu gehen.
[00:57:48] Oh, ich habe gerade eine Firma gegründet und habe die ersten drei Leute eingestellt. Da waren wir halt nicht. Und da irgendwie so den Anschluss zu finden und ich hatte mega viel Glück, habe tatsächlich auf der Bitz und Brezels da war ich dann doch mal, habe Alex getroffen, inzwischen ein guter Freund von mir und mit dem bin ich in dieser Accountability-Gruppe. Ich glaube, wir sind sieben Gründer aus allen unterschiedlichen Bereichen, aber schon so ein bisschen SaaS-Welt und wir, ein bisschen inspiriert von diesem EO-Model, treffen uns einmal im Monat. Entrepreneursorganisation,
[00:58:18] große Unternehmerorganisation, seid ja nicht Teil davon, aber quasi modelliert ein bisschen, wie diese Treffen ablaufen. Wie funktioniert das genau bei euch, wenn ihr euch da zusammensetzt? Man macht halt Goals, also Accountability-Goals, die gehen über alle Bereiche, nicht nur deine Firma. Das ist auch ein großes Learning für uns als Gründer. Ja klar, man könnte sich jetzt nur über seine, wie läuft, wie kann ich irgendwie Performance-Management in meiner Firma besser machen. Das ist natürlich auch ein Thema, aber wir reden auch viel über uns persönlich. Wie gehen wir mit Stress um? Wie gehen wir damit um, mein Kind nicht so regelmäßig zu sehen, weil ich zu viel unterwegs bin?
[00:58:47] Also auch ein sehr persönliches Forum und es gibt immer so drei Bereiche, so Work, Family und Friends und Personal. Und wir haben alle die Pflicht, diese Meetings genau vorzubereiten. Also jeder kommt da mit seiner Agenda. Ist auch hart getime-boxed. Also wirklich, du hast dann fünf Minuten strukturiert, das Update zu geben. Und dann gibt es so Resonanzrunden und die anderen sagen, hey, mir geht es auch so, ich kann dir helfen. Oder hey, lass uns mal separat zusammensetzen. Oder hey, so und so bin ich damit umgegangen.
[00:59:17] Und es ist wie so eine Selbsthilfegruppe für Gründer. Und es war für mich ein echter Game Changer. Und wir fahren jetzt zweimal im Jahr auch zusammen weg und man nimmt sich wirklich Zeit zu reflektieren. Eine Sache, die mir schwerfällt, ist auch einfach mal seine Erfolge zu feiern. Man sieht schon immer wieder das nächste Problem. Und dann hast du da eine Gruppe und alle sagen, und was war letzten Monat der Highlight und erzählst es und die feiern mit dir ist schon, ist wirklich sehr besonders und war es für, dass ich extrem dankbar bin. Ja, mega geil. War für mich auch ein Game Changer durch die EO so eine Gruppe zu finden. Mittlerweile machen wir das seit über 15 Jahren.
[00:59:47] Und das ist auch krass, also Leute über so eine lange Zeit natürlich sehr intensiv begleiten zu können, die Welt durch acht verschiedene Brillen sehen zu können, zu realisieren, die eigene Brille ist auch nicht immer die richtige. Die anderen haben da halt auf eine andere Sicht drauf. Super bereichernd. Da halt auch so eine Art Safe Space zu haben, diese ganzen Themen platzieren zu können. Egal, ob es jetzt irgendwie unternehmerisch ist oder Beziehung oder irgendwie Kinder oder persönlicher Stress und so weiter. Also ich glaube, ich sehe es auch immer ein bisschen wie so eine Versicherung. Selbst wenn irgendwie alles gerade okay ist
[01:00:17] und das Leben so halbwegs in der Balance ist, zu wissen, uh, wenn mal irgendwas passiert, so die Jungs, wir müssen jetzt nur Jungs, die sind da. Also es ist eine sehr intensive Beziehung. Und wir haben mittlerweile so das Thema, die Leute leben woanders, die sind teilweise weggezogen, irgendwie zur Family und so. Und wir machen dann immer so Ganztagestreffen. Das ist unser neues Format, dass wir sagen 24-Stunden-Forum, wir treffen uns um 12, zum Lunch und machen am nächsten Tag wieder Lunch. Und dazwischen ist alles inklusive Übernachtung sozusagen, dieses Forum. Und das war für uns auch nochmal gut, quasi davor hatten wir immer diese 4-Stunden-Treffen, sehr hart durchgetaktet
[01:00:47] und sehr getimeboxed und das machen wir immer noch, aber es gibt auch die Zeit dazwischen, wo man sagt, man ist mal 2 Stunden im Spa und das ist oft nochmal bereichernder, weil du dann halt so diese Free-Float-Gespräche hast, wo sich Business-Opportunities ergeben. Wir machen übrigens auch Business miteinander, das ist bei EO verboten, so haben wir irgendwann gesagt, wir machen das. Kann gefährlich sein, für uns hat es sehr gut funktioniert, muss man sagen. Aber ich glaube, das ist eine Sache, die man modellieren kann, die einfach gut tut, in der man persönlich wächst. Da kamen wir her von Leadership, so wie soll ich Leadership lernen
[01:01:16] aus dem Buch? Ja, vielleicht, aber wenn ich 8 Leute habe und die fragen kann, wie führst du Feedback-Gespräche, wie machst du Zielvereinbarungen, wie gehst du damit um, wenn der da sein Gesicht verloren hat, für dich eine Dampfhalze war oder sowas. Ja, klar. Also ja, und ich finde auch diese Kontinuität, also sozusagen, mir hilft es enorm, in Vorbereitung auf dieses Meeting reflektierst du halt nochmal ganz anders. Voll, das ist ja wie so ein Tagebuch, du bist gezwungen, mal zu überlegen, letzten 30 Tage, was geht eigentlich ab? und du siehst es dann halt auch im Nachhinein, aber spannend, dass es bei euch nur Männer sind.
[01:01:46] Habt ihr es bewusst so gewählt, weil ihr euch dann noch safer fühlt als Space? Ja, wir haben uns mal bewusst entschieden, das war mal eine Diskussion und du hast natürlich zwei Pole, quasi Diversity of Opinions oder Lebenserfahrungen, das ist natürlich anders bei Frauen und Männern ein Stück weit und sozusagen Homogenität der Gruppe, wir haben uns dafür entschieden. Wir haben genau die Gegenverlierentscheidung getroffen. Wir haben gesagt, hey, wir wollen am besten 50-50 und ich bin halt so dankbar dafür, weil selbst,
[01:02:16] wie man Feedback führt oder was auch immer, da einfach unterschiedliche Meinungen im Raum zu haben. Ich glaube, da könnte ich von dir auch mehr lernen. Wieso, bist du auch eine Dampfwalze? Ja, teilweise, also kommt drauf an. Ich bin lange keine Dampfwalze und dann bin ich eine große. manchmal. Ich werde auch besser. Ich habe gelernt, mich zurückzuhalten. Lass mal über den E-Commerce-Markt insgesamt sprechen. Ich finde interessant, du trackst, hast du mir gesagt, über 100 Millionen Pakete am Tag. Also das ist erstmal crazy.
[01:02:46] Paket Updates, ja. Paket Updates? Ja. Was sind die weirdesten Sachen, die Leute bestellen? Boah, wir haben schon, also gut, wir haben da wirklich schon sehr viel gesehen. Also eine meiner Lieblings-Companies kennt man hier auch gut, ist halt Love Honey, finde ich immer noch geil. Love Honey? Love Honey, früher Wowtech, den Womanizer machen die zum Beispiel und das ist halt super spannend, weil wir versuchen zum Beispiel immer auf so Wiederbestellraten zu optimieren und die waren halt so, dude, also ich meine, du kaufst dir halt einmal
[01:03:15] so einen Womanizer, dann kaufst du danach Sex toll, wer das nicht kennt. Danach kaufst du halt nicht den nächsten, so das dauert halt eine Weile und wir sind ja stimmt, okay, dann machen wir auf jeden Fall mal ein anderes Programm mit euch. Ja, aber es gibt schon geile Sachen, also wirklich und ich finde halt auch geil in die Kommunikation mit deren Kunden reinzugehen und das sozusagen super spezifisch zu machen. Was passiert denn generell im E-Commerce? Du hast gesagt, wenn du mit den Amerikanern sprichst, Marktplätze sind da gar nicht mehr so das Ding, die reden über AI, was sind so die Trends insgesamt? Ja,
[01:03:46] also der größte Trend ist glaube ich AI-Commerce. Wir haben ja vorhin schon kurz über UCP gesprochen. Wofür steht jetzt lösen wir es auf? UCP? Das Universal Commerce Protocol. Es ist der neue Standard im E-Commerce, also das, was sozusagen, wie E-Commerce-Seiten funktionieren, wie sie Daten austauschen. Die haben diese Woche einen neuen Release gemacht, also sozusagen gegründet von Google. Inzwischen sind die großen Unternehmen, Amazon, Shopify, Target, Walmart, sind alle dabei und es geht darum, dass sozusagen dein E-Commerce-Interface
[01:04:15] von Agents gelesen werden kann und das einfach so Universal ist, dass alle Agents, Gemini, ChatGPT darauf zugreifen können und damit im besten Fall natürlich auch deine Produkte anzeigen. Okay, das heißt, aktuell gehe ich zu Snogs auf die Webseite, kaufe mir meine Größe aus, kaufe mir Socken, okay, ich bin ein Mensch, hinterlege meine Kreditkarte, morgen sage ich meinem Claude, ey, übrigens, ich habe gerade gemerkt, meine Socken sind alle irgendwie durchgelaufen, hol mir mal neue und dann rennt der los und bisher würde der dann den Browser bedienen, wahrscheinlich kriegt der das irgendwie hin, aber es ist clunky und morgen könnte der
[01:04:45] mit Snogs auf diesem Protokoll kommunizieren, sagen, hey, Schuhgröße 44. Genau, und du kannst halt, jetzt haben die halt gerade Universal Card gelauncht, das heißt, dass du sozusagen in Gemini kannst du erst bei den Socken, dann beim Kollagenpulver, dann bei Jeepoda Skin Cosmetics und dann hast du dir das alles angeguckt, dann hast du ein Universal Card, die dann executed wird und daneben haben sie auch noch Payment AP2 heißt glaube ich, so ein Agent Payment gelauncht, wo du dann in Guardrails den Agent auch die Bezahlung machen lassen kannst. Okay,
[01:05:15] das würde heißen, ich hinterlege da irgendwie meine Kreditkarte, aber der Agent, der darf dann bei HelloFresh auch nur das kaufen, was ich ihm erlaubt habe, damit er nicht durchdreht, die dann 10 Boxen dauern. Und egal, wo du dann warst, sagen wir mal auf YouTube und auf Gmail und in Gemini und im Google Search und dann hast du ein Universal Card und es liegt da alles drin und dein Agent kann das für dich executen. Und es fängt halt an mit E-Commerce, aber die werden jetzt Hotels launchen, die werden Food Delivery launchen und am Ende wird die Zukunft so sein, dass, ich sag immer,
[01:05:45] so E-Commerce wird wie so ein Darkstore sein oder eigentlich nur noch ein Warenlager, weil dein Shop Frontend ist eigentlich total egal, solange der Agent deine Daten lesen kann, solange der weiß, welche Produkte hast du, mit welchem Produktkontext, zu welchem Preis und noch viel wichtiger, wann kommt das Zeug an, kann ich das retournieren, wie gut ist die Logistik. Und der, ich glaube, erfolgreichste E-Commerce-Händler in der Zukunft hat genau diese Daten in Order, nutzt das UCP und ist damit sozusagen überall angeschlossen. Aber ob dein Webshop jetzt besonders schön aussieht,
[01:06:15] wird total Wumpe sein. Weil du verkaufst an Agents. Du verkaufst an Agents. Deine Kunden werden die Agents und Agents ist piepegal, was für eine Marketingkampagne du da laufen hast, sondern die gucken sich rein deine Daten an. Und wer die Daten nicht optimiert und verfügbar hat, wird nicht mehr vorgeschlagen. Und das ist eben das Krasse. Das ist natürlich auch eine unwahrscheinliche Chance, weil wenn du dich jetzt als E-Commerce-Händler vernünftig aufstellst, dann hast du halt eine echte Opportunität, da reinzukommen, vielleicht auch als kleinerer Händler.
[01:06:45] Während wenn du dich sozusagen dem verschließt, da gibt es genau einen, der sich leisten kann, würde ich sagen, da closed shop zu machen und das ist Amazon. Und Amazon hat wirklich die Gates zugemacht und hat gesagt, so Leute, hier niemand. Hier darf niemand, wir lassen die Bots, Bots müssen draußen bleiben. Genau, Bots müssen draußen bleiben. Dann haben sie ja Rufus gelauncht, das sollte ja so ein AI-Agent sein, mit dem du dein Shopping machen kannst. Haben dann aber eine Sache gemerkt, shit, einen separaten Agent funktioniert nicht. Also jetzt glaube ich, seit dieser oder letzte Woche haben sie bekannt gegeben,
[01:07:14] das macht jetzt doch Alexa, macht einfach unglaublich viel Sinn. Alexa ist aber auch so dämlich, oder? Also ich nutze das, um irgendwie einen Timer zu stellen und nach dem Wetter zu fragen und Kinderlieder abzuspielen. Das sind so meine drei Use Cases. Ich glaube aber, das ist ein bisschen wie, wenn man am Anfang Chat-GPT gefragt hat und gesagt hat, ah, das war aber nicht die richtige Antwort. Wird es schlauer? Hast du das Gefühl? Ich würde viel schlauer werden. Das Gefühl, das bleibt doof. Ich glaube, aber auch da, die Frage ist halt, hinter welchen Standards sitzen dahinter? Und Google mit ihrem UCP und Amazon,
[01:07:43] die sich da jetzt aufschalten, also am Ende, wenn du deine Produktmasterdaten gut hast, so schwierig wird das nicht mehr mit dem Einkaufen sein. Dein Agent weiß, wie viel er für was ausgeben kann und dann sagst du, hey, kauf mir halt das beste Pulver dafür, dass morgen da ist und mein Kind mag die Farbe grün und dann sucht er dir das raus und sagt, ich habe jetzt das hier im Angebot und dann macht er das. Und das würde ich sagen. Bestell mir eine Pizza. Ja, auf jeden Fall. Kommt die Pizza. Oder du sagst mit Whisper Flow, klar, ich habe Hunger. Ja. Und dann sagt der, ach, du hast doch gestern schon Pizza bestellt, heute hole ich dir mal Sushi, wie wäre es? Und die haben ja schon gesagt,
[01:08:13] dass das das nächste ist, auf das sie launchen. Und wahrscheinlich sagt der, morgen musst du gar nichts mehr sagen, sondern sagt, hey Dana, du hast schon eine Weile nichts mehr gegessen. Deine Assistant. Das steuert der Agent wieder dich. Das steuert der Agent wieder dich, ja. Willst du Pizza oder Sushi? Ja. Oder wie wäre es mal mit Pasta? Und dann kriegst du den Body Mass Index und dann sagt er, jetzt ist es auch noch Zeit, dich zu bewegen. Jetzt ist es Zeit, dich zu bewegen. Ja. Ich cancel deine Pasta, Felix, aber die nen David. Gerade ein gutes Angebot. Und wenn alle Stricke reißen, dann schicke ich dir noch eine Monjaro-Spritze mit.
[01:08:43] Oh mein Gott. Ja, siehst du so eine Welt? Das ist ja nicht, also... Ich glaube, es ist nicht weit weg. Nicht weit weg, oder? Und ich glaube, der wird dir auch, wenn der Arzt es zulässt, deinen Arzttermin und deinen Friseurbesuch und alles andere drumrum bauen. Das finde ich ja geil. Das ist ja meine Welt. Local Businesses und die Probleme, die die haben. Und ich meine, ich habe das Auto da über ChatGPT konfiguriert und das Autohaus, da bin ich dann noch hingelaufen. Aber den Werkstatttermin, den ich jetzt gemacht habe, da habe ich den Open Clawboard beauftragt. Ich habe gesagt, hey, such mir die Werkstätten raus, schreib die an, mach die Termine. Der hat eine eigene E-Mail-Adresse,
[01:09:12] der wirkt dann wie mein Assistent. Die Leute denken auch, das ist ein Mensch, der heißt... Wie heißt der? JP heißt der. Jules Parker. Und dann schreibt der Jules Parker, schreibt dann die Autohäuser an und sagt, hey, ich bin der Assistent von Felix. Und dann das eine Autohaus hat dann noch mal einen Fahrzeugschein gebraucht und den Kilometerstand. Und dann fragt der Bot mich halt zurück, hey, schick mir mal kurz einen Screenshot von deinem Kilometerstand, das Autohaus braucht es. Wie geil ist das? Und dann hast du ihm auch deinen Fahrzeugschein gegeben? Ja. Ist das schlecht? Ich weiß nicht. Das war nicht der Fahrzeugbrief. Okay, ja stimmt.
[01:09:42] Dann geht's. Sonst ist er jetzt verkauft. Vielleicht hat dein Clorbert auch beschlossen, das Auto ist nicht mehr gut genug. Deswegen suchst du ein neues. Uh, ja genau. Scheiße. Okay, da muss man aufpassen. Aber genau das, Local Businesses, diese Termine zu koordinieren, anzufragen, meine Haare sind zu lang, weil ich keine Zeit habe, einen Friseurtermin zu machen. Das ist zu mal. Würde der Bot auf irgendein Portal gehen, dann wäre mein Problem. Und die Freie ist, können die dann damit umgehen? Also kriegt das Autohaus dann so viele E-Mails, dass die kompletteren ersaufen? Oder adaptieren sie einen Standard,
[01:10:12] wo der Agent mit dem Agent kommuniziert? Muss ja so sein. Und die das miteinander fragstücken. Weil wenn ich das jetzt selber machen würde, dann würde ich vielleicht drei Werkstätten anfragen. Für mehr habe ich keinen Kopf. Aber der Agent kann ja auch 50 anfragen. Wahrscheinlich gibt es in Berlin 100 oder so, weiß ich nicht. Also kann der machen. Dann auf der anderen Seite, das E-Mail-Postfach läuft über, was willst du machen? Ja. Dann weißt du auch, die Mehrheit dieser Anfragen wirst du nicht gewinnen, weil du bist nicht einer von drei, sondern einer von 100. Der Malermeister, der dann da 100 Anfragen kriegt für Wohnungsstreichen, wieso soll der überhaupt nach Antworten, wenn sowieso klar ist,
[01:10:41] dass die Conversion gering ist. Also der ist ja gezwungen, das mit einem Agent zu machen. Ich finde es so ein geiles Geschäftsmodell. Wenn da jemand zuhört und eine Firma gründen will in dem Bereich, Small Businesses, Local Service Businesses mit so einem Protokoll, agentik Angebote zu machen und Kunden zu gewinnen. Na, würde auf jeden Fall. Also das ist die Zukunft. Und deswegen glaube ich auch diese AI-Revolution, wo wir manchmal noch ein bisschen vorsichtig als Deutsche drauf gucken und sagen, ah, kommt das wirklich? Aber in Asien ist das schon, also lassen die ihre Agents da ihre Friseurtermine schon machen und in den USA oder wie siehst du das? Ja, genau.
[01:11:11] Aber wenn man, ja, auf jeden Fall. Aber man muss ja auch sagen, also in Asien einen Arzttermin zu machen war ja auch schon so. Da gehst du in den Arzt rein, kriegst eine Nummer, ist ein bisschen wie beim Arbeitsamt und dann weißt du hinter welcher Tür welcher Arzt für dich ist. Du konntest dir auch noch auswählen, ob der spezialisiert auf das oder das, konform mit irgendeiner Religion. Also wir leben wirklich, also was in Asien abgeht, kann man sich manchmal gar nicht vorstellen. Krass. In den USA gibt es jetzt auch 30-minütige Lieferungen bei Amazon. Egal was du bestellst, kommt in 30 Minuten an. In 30 Minuten?
[01:11:40] Holy shit. Ja. Irgend so ein Roboter fährt da durch und pickt es und gibt es dem nächsten Roboter und der fährt zu dir. Und irgendwann wird dir so eine Drohne vor die Füße schmeißen. Da gab es ja jetzt Experimente mit, das ist leider nicht so gut gelaufen. Ja? Das ist halt mehr kaputt gegangen, als erfolgreich angekommen ist. Ich habe so ein Video gesehen von so einem Delivery-Roboter in New York oder irgendeinem, ich weiß nicht, wo der war, aber der wurde auch angefahren von einem Auto und auf dem Bildschirm vom Roboter kamen dann so ganz viele Herzen, wie wenn er sich verliebt hätte in seinen Angreifer. Oh Gott. War so ein Instagram-Real. Und dann bin ich auch schlafen gekommen.
[01:12:11] Enough. Enough, enough. Was geht bei Alibaba? Du bist bei denen auch drin? Alibaba E-Founder Fellowship, was bedeutet das? Das ist auch schon eine Weile her, aber genau, wir waren damals, da war ich noch in Singapur und da haben die so nach aufstrebenden Business geguckt und Jack Ma hat gesagt, so aus jedem Land in Südostasien suche ich mir jetzt einen Founder und die bringen wir alle zusammen und denen zeigen wir mal, wie Alibaba das so macht. Und das ist eine absolute Zukunft. Ich meine, ich war da vor Jahren, du bist in ein Hotel eingecheckt,
[01:12:41] da hat niemand mehr gearbeitet, da hat dich ein Roboter zu deinem Hotelzimmer gebracht, der hat dir das aufgemacht, du hast irgendwas bestellt, es waren zehn Minuten da, eine Flasche Wasser kostenlos geliefert, zehn Minuten an deiner Haustür. Und ich war da, auch wirklich eins der Highlights sozusagen in meiner Asienzeit, während 11-11, was ja der größte Sales-Tag in Asien ist, Singles Day, ist der Tag sozusagen, an dem die meisten Pakete durch ganz Asien gehen und war da bei Alibaba und ich bin über Zufälle
[01:13:10] in so ein Dorf gekommen, aus dem 20 Prozent aller Nüsse in die Welt verschickt werden. Dieses eine Dorf macht 20 Prozent aller Nüsse. Aus ganz China karen die die Nüsse in dieses Dorf, die werden da verpackt. Jeder in diesem Dorf ist in dem Nut-Business. Und die verpacken die alle und dann von da aus gehen die in die Welt. Und ich habe sowas noch nicht erlebt. Ich habe sowas, da waren ganze Warnläger voller Pakete, schon fertig gepackt, weil die halt wussten, vor Single Stay, dass es so viel Demand geben wird. Die packen das vor?
[01:13:40] Die warten nicht auf die Bestellung? Richtig, die packen dann noch ein Label drauf. Da gab es ein halbes Warnlager, da waren alle Walnüsse und off you go. Noch ein Label drauf, fertig. Ach krass. Ja, ist schon nochmal einfach ganz andere Dimensionen, Sachen, die man sich hier noch gar nicht so richtig vorstellen kann. Was können wir dafür mitnehmen? Was ist die Lektion? Ich fühle mich total hinter dem Mond hier, dass ich meinen Personalausweis da einen Brief im Schlag packen. Ich denke das jedes Mal, wenn ich Bargeld brauche und denke, ist doch jetzt nicht euer Ernst. Da hast du so QR-Codes für alles.
[01:14:10] Da hast du ja Alipay und selbst dem Straßenmusiker auf der Straße kannst du sozusagen sein Geld über so einen QR-Code geben. Andere Welt. Was ist sonst interessant im E-Commerce? In der Schnittstelle zwischen E-Commerce und AI. Gibt es was, über das wir noch nicht gesprochen haben? Es gibt sicherlich tausend Themen, aber ich glaube, die größte Revolution ist dieses Thema, wie Konsumenten demnächst einkaufen und wie gut Retailer
[01:14:39] sich darauf positioniert haben. Darum gibt es ja jetzt auch immer mehr Firmen. Aber ich glaube, das Wichtigste ist, dass die Leute jetzt einfach anfangen, sich damit auseinanderzusetzen. Das ist immer mein Appell. Also wenn ihr nicht wisst, als Retailer, wie groß AI-Commerce als Channel wird, ist doch vielleicht auch egal. Es wird ein Channel und ihr müsst euch jetzt mit dem auseinandersetzen und ihr müsst da reingucken als Thema und ihr müsst gucken, vor allem nicht nur, wie ihr als Marke positioniert seid, sondern viel, viel wichtiger, wie eure Produkte positioniert sind und warum und wie da der Wettbewerb steht. Und alle glauben immer sozusagen,
[01:15:09] vielleicht wartet man noch ein bisschen ab und guckt, was im Markt passiert. Morgen ist die Realität schon wieder ein anderes. Also dieses Card-Protokoll, wie sozusagen jetzt diese Checkouts gestaltet werden, das wurde diese Woche gelangt. Diese Woche, oder? Du hast du gesagt, Recent News. Genau. Und bis man jetzt diesen Podcast hört, ist schon wieder Old News. Ja, genau. Sicherlich. Und dann gibt es schon wieder einen neuen Standard. Und ich glaube, dieses so ein bisschen, wir warten erstmal ab und gucken, was da kommt. Und nee, ich glaube, in dieser Welt einfach mal mitmachen, bauen, sich das angucken,
[01:15:38] anfangen sich zu positionieren und auf der Welle mitzurfen. Kann man da mal so eine Education-Reise machen? Hast du nicht mal Lust, da ein paar Brands mitzunehmen? Mach dir sowas und sagen, komm, wir gehen mal da hin und du führst dir da so durch, irgendwie so 10, 20 Leute. Ich würde da auch gerne mitgehen. Also, wie kann man sich educaten? Weil ich glaube, man kann jetzt irgendwelche Artikel lesen und sagen, es gibt jetzt UCP und dann schaue ich mir ein YouTube-Video an. Okay, und danach gehe ich wieder schlafen. Oder ich gehe da wirklich mal hin und erlebe, wie die Zukunft aussehen kann. Ja, ich sage halt immer, einfach mal bauen. Das ist unser Mantra. Also sozusagen, mein Mitgründer hat da wirklich
[01:16:08] auch jeden bei uns gepusht und richtig so. Aber baut eure eigenen Applikationen. Was auch immer. Das kleinste Problem, das ihr habt, geht damit jetzt zu ChatGPT oder Codex oder Cloud und Cloud Code und bau dir deine eigene Applikation. Ich glaube, man hat viel so, denkt sich, ah ja, da geht super viel, aber das ist für die Experten. Nee, das ist die Revolution für alle. Es gibt einfach verdammt nochmal gar keinen Grund, warum man nicht seine eigenen Applikationen bauen kann. Wie kriegst du ein Mindset? Also das eine ist die Technik, das andere ist das Mindset. Also quasi auch mal größer zu denken,
[01:16:38] globaler zu denken, zu sehen, ah krass, ich kann damit den QR-Codes bezahlen. wenn das da passiert, dann wird es bei uns vielleicht auch kommen. Ja, wenn es das Mindset ist, dann tatsächlich wahrscheinlich reingeschmissen werden. Ähm, sich die innovativen Companies raussuchen, da hinfahren, klar, funktioniert das alles, aber es dauert halt. Also dann, ich glaube, alle Gründer, keiner hat so richtig Zeit zu sagen, ja, ich mach mal so eine Woche so eine Reise. Ich nehm mich jetzt eine Woche raus und geh mal nach Shanghai oder woher noch immer. Also geil, wenn ihr könnt, macht es auf jeden Fall. Wer bei uns in Singapur im Büro vorbeikommen will,
[01:17:08] bitte sagt Bescheid. Okay, das ist das Nächste, was ihr in die Kommentare reinschreiben könnt. Wenn ihr die Singapur-Reise mitmachen wollt, vielleicht kriegen wir zehn Leute zusammen. Ich gebe Tipps, meldet euch bei mir, Singapur und Vietnam kann ich alle Highlights, was man sich ankommt. Dein Office in Vietnam und Singapur und dann schlauen wir uns da mal auf. Super, super, gerne. Und lernen mal so ein bisschen Zukunft. Ja. Okay, das finde ich einen guten Kommentar. Wie bleibst du trotzdem bodenständig? Also so, du hast ja auch gesagt, ich meine, du kommst hier aus Berlin und bist ja überhaupt nicht in der Bubble drin. Wenig präsent, wenig gemacht hier. Das ist ja gar nicht so dein Ding,
[01:17:36] wie ich dich jetzt wahrgenommen habe bisher. Also so Bodenhaftung versus Neuseeland, Vietnam, Chicago, London. Also quasi, wie kombinierst du diese beiden Welten? Ach, ich glaube zum einen meine Familie, die überhaupt nicht verstehen, was ich da eigentlich mache und meine Oma hat immer noch gedacht, würdest du nicht lieber wieder bei der Post arbeiten? Das war doch ein sicherer Arbeitgeber und ich fand es halt irgendwie süß. Also natürlich wahnsinnig stolz, aber es ist auch cool, einfach Hause zu kommen und nicht darüber zu reden, mit wem man heute alles jeder telefoniert hat
[01:18:05] und was da irgendwie passiert ist, sondern einfach ganz normal. Hilft mir massivst beim Abschalten, meiner kleinen Tochter spielen. Mein Leben hat auch so eine neue Dimension. Ja, also mir hat es immer extrem schwer gefallen, abzuschalten. Schlaf immer, gar kein einfaches Thema für mich, weil ich könnte ja immer arbeiten, ist ja immer irgendjemand online aus meinem Team. Also so, es gibt ja... Irgendwo ist immer 16 Uhr auf der Welt. Richtig, irgendwo ist immer irgendwas zu tun. Und jetzt so mit der kleinen, ich weiß, ich gehe mit dir auf den Spielplatz,
[01:18:34] da wird kein Handy rausgeholt und du hast plötzlich irgendwie so einen ganz anderen Reset-Mindset und was mich wahnsinnig glücklich macht und mir so eine komplett neue Ruhe gegeben hat. Und glaube, jeder findet sein eigenes Ding vor, am Kind bin ich halt gerne mal tanzen gegangen und einfach mal Kopf ausmachen und nur zuhören. Aber ja. Wie kriegst du das hin, als Mutter auf der einen Seite und dein Kind ist klein, ein, zwei Jahre alt? Ja. Und wie schaffst du es, du bist auf den Konferenzen trotzdem unterwegs, also du bist physisch in der Welt unterwegs, wie kriegst du das hin?
[01:19:04] Ich glaube, einfach viel Glück. Zum einen ist meine Tochter sehr social und freut sich, ultra in der Kita zu sein. Ich glaube, das ist ja nicht bei allen gegeben. Erst bei uns weniger. Ja, riesen Game Changer ist, meine Eltern hier in der Stadt zu haben, die zum Glück sich viel kümmern. Und das dritte ist halt mein Mann, der auch sagt, hey, ich habe dich so kennengelernt. Es war relativ klar, dass jetzt nur, weil ich Mutter bin, ich nicht meinen Lifestyle ändern kann oder will, sondern wir eine Art finden müssen, es zu kombinieren. Und das finde ich halt am Gründersein auch das Tolle. Es ist ja nicht so,
[01:19:34] als sagt mir jemand, Dana, du musst das, sondern ich entscheide mich jeden Tag frei dafür, das zu machen, was wir machen. Und ich wache jeden Morgen auf und ich habe Bock. Und solange ich immer noch Bock habe, ins Büro zu gehen und mit den Leuten zu telefonieren und nicht das Gefühl habe, dass mein Kind irgendwie darunter leidet, dann wäre es natürlich eine ganz andere Sache. Aber ich habe einfach wahnsinnig viel Glück, dass mein Support System das irgendwie mir ermöglichen kann. Und du musstest ja aber auch aktiv so bauen. Ja, genau, klar. Und wenn ich jetzt nach Asien reise, klar, würde ich gerne meine Freunde sehen und noch einen Stopp in Bali machen.
[01:20:02] Aber ich bin jetzt für unsere Zehn-Jahres-Feier da und in sieben Tagen mache ich drei Büros und komme wieder zurück. Krass. Du machst in sieben Tagen, das ist so eine Tour, die du dann machst. Ja. Einmal durch Asien durch. Einmal durch Asien durch. Einmal in die Zeitzone und zack wieder. Und dann wieder hierher. Und dann Woche danach geht es irgendwo anders hin. Krass, krass, krass. Siehst du dich das auch die nächsten Jahre so machen? Ja, who knows? Also ich, die Welt ändert sich halt immer. Also ich, früher wollten die Kunden immer, dass wir persönlich kommen. Heute musst du erst mal fragen, ob überhaupt noch jemand
[01:20:32] in diesem Büro arbeitet. So. Ich finde persönlich den Kontakt unglaublich schön. Es gibt mir mega viel Energie. Ich würde sogar fast noch mehr machen wollen. Irgendwie die Leute mehr persönlich treffen. Gerade auch unsere Kunden und irgendwie mal vor Ort sein. Dann kann ich auch immer noch mal in ein Warenlager gehen, was ich ultra geil finde. Oder ein Sortierzentrum. Also ich liebe diese physischen Begegnungen auch mit dem, was wir machen. Wenn du als Software Company dann da sitzt und siehst, wie die Leute das nutzen, weil die auch im Büro sind und so. Finde ich total geil und gibt mir einfach total viel zurück.
[01:21:01] Aber ich glaube, das wird sich einfach noch weiter verändern mit AI und all den Prototypen. und mal gucken, wie das so in zwei Jahren ist. Was ist gerade sozusagen, was ist der größte Preis, den du bezahlst für deinen Erfolg? Man hat halt nicht viel Zeit für anderes. Also wenn ich mal ein Abend zu Hause bin, dann schaffe ich es jetzt nicht zu sagen, ja komm jetzt auch noch mal raus und noch mehr Leute zu treffen. Also hier, du hast gesagt, Berliner Startup-Bubble.
[01:21:30] Ich kenne da kaum jemanden und das ist für die Phase, in der ich bin in meinem Leben, total okay. aber klar, wenn man jetzt irgendwie Fame erwartet oder ich glaube, dafür sollte man dann auch keine B2B-Software-Campagne gründen, sondern irgendwas B2C, wo du Leute ankennst. Aber warte mal ab bei dem Podcast. Vielleicht kennst du nicht die ganzen Leute, aber die kennen jetzt dich zumindest. Und wer in Berlin unterwegs ist und dich mal irgendwo sieht oder hört oder so, wer weiß. Dann bitte ein kurzes LinkedIn-Hallo. LinkedIn-Hallo, genau. Komm in die Kommentare, das ist der dritte Call to Action
[01:22:00] oder Dana einfach auf LinkedIn schreiben, dann freuen wir uns über Feedback. Letzte Frage. Wenn du der Dana, die gerade bei DHL gekündigt hat, vor zehn Jahren, einen Tipp mit auf den Weg geben könntest an dich als First Time Founderin von damals, über alles, was du heute weißt, was sagst du zu Dana? Boah, was mich damals so abgefuckt hat, ist, dass mir alle gesagt haben, dass es eine falsche Entscheidung ist. Weil es ein verdammt sicherer Job war, den ich sogar mochte, mega international, karrieretechnisch hatte ich es auf dem Papier geschafft. Alle haben gesagt,
[01:22:29] wie kannst du denn das jetzt nicht machen aus dem Traumjob von allen? Und ich bin so froh, dass ich nicht gemacht habe, aber es hätte mir sehr, sehr, sehr viele schlaflose Nächte erspart, wenn ich einfach gedacht hätte, ist doch egal. Was haben wir wirklich zu verlieren? Und irgendwie diese innere Selbstsicherheit, ich hatte zum Glück genug, um es trotzdem zu machen. Lag auch viel an meinem Mitgründer, der gesagt hat, hey, die Idee ist geil, lass mal machen. Ist elf Jahre älter, das hat auch irgendwie geholfen, da nochmal jemanden zu haben, der zu sagen, ja, mach's. Aber die Leute um mich rum, gerade klar, die Leute aus dem System,
[01:22:59] in dem man gerade war, DHL, die gesagt haben, warum würdest du denn jetzt gehen? Das macht ja gar keinen Sinn. Und einfach nicht drauf hören, auf sich selbst vertrauen. Und vielleicht klappt's nicht, aber es ist wert. Was für ein schönes Schlusswort. Wo finden Leute dich online? Wer sollte sich bei dir melden? Willst jemand einstellen? Ja, natürlich. Sollen sich Retailer bei dir melden? Was ist da? Wer? Alle, alle, bitte alle Retailer bei mir uns melden, alle Carrier, die wir noch nicht implementiert haben, die das gerne hätten bei uns melden.
[01:23:27] Alle, die irgendwie über AI-Commerce reden wollen, weil gar nicht mich stundenlang drüber unterhalten. Und ein Thema für uns, wir suchen natürlich auch immer Leute, die Bock haben, mit uns zu arbeiten im Sales-Team. Wir haben jetzt gedacht, hey, ich bin super dankbar dafür, dass ich sehr früh in meiner Karriere irgendwie Mentoren hatte, die mir geholfen haben, zu verstehen, wie Sachen funktionieren. Ich würde gerne Praktikanten einstellen, der mit mir zusammenarbeitet, der einfach mitbekommen kann,
[01:23:56] wie wir so arbeiten. Ich würde einfach super gerne zurückgeben, aber es ist gar nicht so einfach, Leute zu finden, die Bock haben, ins Büro zu kommen, mit uns da jeden Tag zu sein. Ja, krass. Oder auf der einen Seite sagst du, okay, Junior ist ganz schwer, weil AI ersetzt die Junior-Jobs so und du sagst, okay, nee, ich würde aber gerne einen Praktikanten finden und eine Person auch haben, die mit mir direkt arbeitet. Das ist ja das Geilste. Also da muss man sagen, so Faunus Associates und Chief of Staff Rollen, auch wenn es Praktikum ist, ist es doch das Geilste, mit einem coolen Gründer, mit einer coolen Gründerin zusammenzuarbeiten und zu sehen, was sie den ganzen Tag macht. Ja. Mega, okay.
[01:24:26] Und man muss wirklich keine Notizen mehr machen, weil dafür haben wir AI. Dafür haben wir AI. Es geht um ganz andere Themen. Aber man muss Gas geben, ins Büro kommen. Richtig, ja. Weil da lernt man auch nur. Also ich glaube, das Dümmste, was man als junge Person machen kann, ist so einen Remote-Job anzunehmen. Da lernst du ja nichts. Ja, genau. Und ich sitze halt den ganzen Tag in Calls und ich kann jetzt im Call vor den anderen nicht nachbesprechen, wie ich das fand. Dafür legt man auf, geht kurz einen Kaffee trinken und erzählt. Okay. Meldet euch, wenn ihr lernen wollt. Dana, schön, dass du da warst. Danke, dass du deine Geschichte geteilt hast. Es waren super viele spannende Learnings dabei. Danke dir, dass ich da sein konnte.

