Moritz Lechner hat mit 14 aus dem Kinderzimmer seine erste Firma gegründet und wurde damit zu einem der jüngsten Gründer Österreichs. In der österreichischen Höhle der Löwen bekam er 170.000 Euro, rechtlich investiert in seine Mutter. Aus einem gescheiterten Box-Abo pivotete er zur Influencer-Marketing-Plattform New Fluence, skalierte in drei Jahren profitabel auf über 5 Millionen Umsatz und verkaufte 2024. Im Gespräch geht es darum, warum schneller oft langsamer ist, was ein Exit mit 21 mit dir macht und warum es ihn jetzt nach San Francisco zieht.
Timestamps:
00:00 - Investiert wurde in seine Mutter: die Höhle-der-Löwen-Story
01:44 - Der Funken: wie TV-Shows einen 14-Jährigen zum Gründer machten
03:38 - 170.000 Euro live im Fernsehen und der Schock danach
04:53 - Der unfreiwillige Pivot von B2C zu B2B
06:16 - „Schneller ist langsamer": die Wahrheit über Product-Market-Fit
08:00 - Profitabel verkauft mit 21 und warum er trotzdem weitermacht
10:39 - Wie er das nächste Thema strategisch auswählt
16:47 - Warum er die 2-Jahre-verkaufen-Mentalität hasst
17:30 - Berlin halten oder San Francisco? Die ehrliche Antwort
19:11 - Contrarian Belief: radikale Leistungsbereitschaft
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[00:00:04] Moritz, schön, dass es klappt. Wie fühlst du dich? Gut, mir geht's super. Sehr gut. Woher bist du angereist? Ähm, aus München tatsächlich. Wien, dann München und jetzt Berlin, damit ich halbe Europa-Tour gewaue. Ja, ja, ein bisschen. Gerade viel unterwegs. Ist das so? Passt das so? Ja, ich glaube, so ist gut. Ich habe mit Florian Geschwanden angesprochen. Shoutout nach Österreich. In meinem Podcast, den Buddy hat erzählt, ich habe ihn gefragt, ey, du hast bei Moritz investiert. Und jetzt sagt er, technisch gesehen war ich bei seiner Mama investiert. Das stimmt.
[00:00:34] Das ist ja schon mal eine geile Story. Ja, ich habe tatsächlich, ich war zu jung. Also in Österreich zumindest. Ich glaube, Deutschland ist ein bisschen einfacher. Österreich keine Chance unter... Deutschland ist nichts einfacher. Ja. Nein, Spaß, aber... Aber ich gehe mal kenne über Familiengerichte und so, gibt es irgendwelche Wege? Also ich war damals 14 und ich glaube, er ist eingestiegen, war ich dann 15 und ursprünglich gestartet mit 14. Da war keine Chance, das irgendwie legal zu machen. Du kannst in Deutschland, du kannst glaube ich irgendwie klagen und das irgendwie ein paar Leute, die das gemacht haben. Und dann quasi mit einem Vormund irgendwie gewerbsfähig wirst. Okay.
[00:01:03] Du hast eine Firma gegründet mit 14. What the fuck? Ja, also bei mir war das damals tatsächlich ohne... Sie haben irgendwie nie einen Businessplan oder nie überlegt, so ich gründe jetzt eine Firma und das muss irgendwie voll das krasse Ding werden oder so. Und auch das mit Fundraising, das hat sich irgendwie alles so ergeben. Also ich habe ganz ursprünglich damals, wir hatten in der Schule so ein Schülerpraktikum. Und irgendwie die meisten sind zum Onkel oder zum Vater oder irgendwo halt hingegangen. Und ich habe damals zwei Minuten, zwei Millionen, also Höhle der Löwen in Österreich quasi, geliebt zu schauen.
[00:01:28] Und habe eine der Jurorinnen, also wenn ich Marie-Helene Ammelsreiter von Speedinvest, die haben reingeschrieben und war irgendwie so, ja, kann ich das bei euch machen, oder? Und die Antworten meinte so, ja, okay, findet es irgendwie cool so ein Zwölfjähriger, der schreibt, kann ich bei dem VC ein Praktikum machen quasi. Geil. Und so bin ich da reingerutscht, ja. Was war für dich so der Funken, der da gezündet hat? Weil wir reden ja oft drüber, so wie kann man Unternehmertum auch schon in Schulen verankern, bei jungen Leuten, die sagen, hey, einmal erleben diese Wirksamkeit, ich kann mir was ausdenken, kann das bauen.
[00:01:54] So, was war für dich der Moment, dass du gesagt hast, hey, das ist eine Option für mich, eine Firma zu gründen und auch ein Pfad, den ich verfolgen muss? Also tatsächlich waren es wirklich viel diese Fernsehshows, ehrlich. Also ich meine, auch heutzutage, jetzt hast du noch viel mehr so diesen Unternehmer-Content und so überall, oder? Und das ist schon, das hat mich einfach damals extrem inspiriert. Dann habe ich irgendwo irgendein YouTube-Video gesehen von einem Amerikaner, der dann dort irgendwie, ja, auch mit 15, 16 was gegründet hat, mit 18 schon ersten Exit und so. Und das war dann für mich, boah, krass irgendwie, wenn das andere Leute können, dann kann ich das auch. Und dann... Das war wirklich der Content im Fernsehen.
[00:02:24] Das weiß ich, bei mir war es auch ein Stück weit, also ich habe dann Shark Tank mir immer angeschaut, das Vorbilderweiter aus den USA. Ich habe mir immer Undercover-Boss angeschaut, kennst du das noch? Kenn ich auch, ja. Da sind diese Geschäftsführer oder Gründer von so Riesenfirmen, von so Waste Management mit so 100.000 Mitarbeitern, haben sich dann quasi da Undercover eingeschlossen, diese Firma durchleuchtet. Und ich fand das so interessant aus der unternehmerischen Perspektive. Ja, ja, das war... Also für mich war das echt einfach inspirierend.
[00:02:48] Ich meine, Shark Tank war so immer, ich kann mich erinnern, mein Dad musste die immer runterladen für mich, hat die irgendwo illegal runtergestreamt und hat mir dann irgendwie Ordner vorgeschickt, USB-Stick damals reingesteckt mit, hier hast du die ganzen Folgen, jetzt kannst du wieder schauen. Aber ja, ich habe es geliebt. Das war echt so der erste Punkt. Und erzähl mal, die Firma, mit der du erfolgreich geworden bist, ist aus dem Pivot entstanden, das Modell, was du mit 14 gestartet hast, hast du irgendwann gedreht? Wie war die Reise?
[00:03:10] Ja, also damals mit 14 irgendwie ohne... Also einfach daraus losgeschartet, 100 Euro Taschengeld aus dem Kinderzimmer raus quasi, auch ohne Funding und so am Anfang. Das allererste war damals Freebie Box, war eigentlich so ein bisschen wie HelloFresh und Glossy Box und so eine Monthly Subscription Box, die individuell auf die Personen zusammengestellt wurde. Und wir hatten unsere Unternehmenspartner quasi, die haben Produkte zur Verfügung gestellt und halt unsere Endkonsumenten, die wir verkauft haben. Und hat ganz gut funktioniert, allerdings jetzt nicht Rocket-mäßig sozusagen.
[00:03:38] Sag mal trotzdem kurz der Moment, das Geld geraced über diese TV-Show warst du da drin, das ist krass, 14-Jährige steht da im Fernsehen, gründet Firma. Flo hat, ich glaube, 170.000 oder wie? Ja, genau. Mit ein paar anderen gemeinsam. Also auch in deinem Namen offiziell, aber so der Moment, dass du da von Girokonto dann gesehen konntest du auch so, 170.000 ist ja schon krass. Also sehr krass, ja. Wenn du doch dazu nicht von Geld kommst, weißt du, also wenn das für dich so... Ich war das ja nicht gewohnt, ich habe 100 Euro Taschengeld gehabt und dann hatte ich halt irgendwie, weißt du, ich habe so ein paar solche Boxen halt verkauft gehabt davor. Ich glaube, ich hatte, sag ich umsatz, vielleicht 10.000 Euro, 20.000 Euro.
[00:04:06] Wir haben dann am Abend von der TV-Show, haben wir irgendwie unseren, ich glaube, den Umsatz, den ich damals jeweils hatte, hatte ich in einer Stunde irgendwie gemacht quasi. War natürlich eine geile Story für die, oder? Also muss man auch sagen, die ist echt gut ausgespielt und da irgendwie das Geld da und dann war das so, fuck, was mache ich jetzt? Weil das dann halt auch, du hast 170.000 Euro, dann denkst du dir, okay, jetzt muss ich irgendwie Mitarbeiter und jetzt wird das so ein echtes Ding. Also, weißt du, davor war ja okay, ich komme nach der Schule irgendwie quasi, statt nach Hause hatte ich halt irgendwie so ein Büro. Packte ein paar Boxen.
[00:04:35] Ich bin quasi am Anfang im Kinderzimmer mit meinem kleinen Bruder in ein Zimmer geteilt, Stockbett und unten war halt alles voller irgendwie Produkte und Boxen, oder? Und irgendwann bin ich in die Waschküche hochgezogen am Dachboden, aber das war irgendwie der Start und dann war halt auf einmal Geld da und dann hat es gesagt, okay, und jetzt brauchen wir irgendwie Mitarbeiter und jetzt muss das ein echtes Business werden. Das war schon... Wie war dein innerer Dialog zu pivoten, wo du irgendwann gemerkt hast, oh, das funktioniert so halb, aber nicht gut? Also, wirst du mit dir selber gesprochen und die Entscheidung getroffen, was zu ändern?
[00:05:00] Ja, also man muss sagen, es hört sich ein bisschen glorreicher an, als es wirklich war. Es hat ganz gut funktioniert, aber es war dann schon so, wir hatten echt ein paar große Fuck-Ups und waren dann schon finanziell auch wirklich tight, tight, also ganz so freiwillig war es auch nicht der Pivot, muss man dazu sagen. Dann war dann schon so, okay, ja, wir können jetzt irgendwie dahin strudeln und so, aber so richtig, wir hatten auch schon einiges an Geld verbrannt. Wir haben dann irgendwie Vollgas B2C-Ads gemacht, haben irgendwie 5000 Euro am Tag für Facebook-Ads ausgegeben und so.
[00:05:23] Hat auch gut funktioniert eine Zeit lang, aber dann irgendwie hier einmal Account geblockt, oh, viel Geld verloren, dann nochmal und, weißt du, so, das ist dann auch schnell wieder weg, gerade wenn du irgendwie jung und unerfahren bist. Und ist dann eigentlich entstanden, weil wir für uns selber dann Influencer-Marketing entdeckt haben. Also war so irgendwie unser, wir haben in Facebook-Ads, genau, als Kanal für uns B2C quasi. Wir haben Facebook-Ads irgendwie auch viel Geld verbrannt, am Anfang hat es funktioniert, dann weniger und dann war irgendwie so Micro-Influencer. Und haben dann irgendwie Agenturen getestet, Plattformen getestet, alles ausprobiert, nichts hat so richtig gut funktioniert, also war irgendwie nicht wirklich happy damit.
[00:05:53] Hab dann ein Late-CTO dazu geholt und der war dann so, ja komm, wir bauen das jetzt selber irgendwie, oder? CTO alles, ja. Genau, dann war es okay, ja, dann probieren wir es halt. Da muss man sagen, ich glaube, innerhalb von drei, vier Monaten war unser B2B-Business so viel größer als das B2C-Geschäft, beziehungsweise halt profitabler. Aber bei dem Moment dann zu sagen, okay, ich habe ein internes Tool, okay, Schritt 1, aber Schritt 3 ist, ich gebe es jetzt an den Markt, ich nehme Geld, ich gewinne Kunden. So, was war der Weg zu Schritt 2? Ich glaube, das Ding war, wir haben es nie so riesig überlegt und es war wirklich, es ist einfach passiert. Es war irgendwie so, wir haben da halt parallel beides gemacht, oder?
[00:06:23] Wir haben unseren Werbepartnern, die irgendwie Produkte für die Boxen da zur Verfügung gestellt haben, irgendwelche Startups und so, irgendwelche Food & Beverage-Unternehmen haben. Da haben wir gesagt, ja, wir hätten übrigens jetzt noch 100 Influencer, die könnten auch was posten, die sind jetzt irgendwie unsere Influencer-Community. Und wenn ihr das auch noch wollt, dann zahlt ihr halt 10k irgendwie, das war so das erste oder 5k, das war irgendwie so erst so ganz kleine Packages. Das war relativ simple, es war so, ja, wir haben, wir schicken die Boxen am Anfang an Influencer und dadurch kriegen sie halt die 2000 Boxen haben wir quasi verschickt.
[00:06:49] Die physische Reichweite war 2000, aber digital war halt 10 Millionen zum Beispiel, oder? Und dann war halt schnell, dass die alle gesagt haben, ja, eigentlich interessiert mich dieses 2000 Boxen an Personen zu verschicken. Ja, wir wollen eigentlich nur das Digitale. Und das war so dieser Moment. Okay, okay, dann. Die waren dann auf dem Weg, die überlegen zu pivoten? Was ist die Lektion aus deiner Reise? Ja, ich glaube, schneller als langsamer. Also ich glaube, normalerweise macht man es viel zu langsam. Besonders, wenn es ein Bauchgefühl, also ich glaube, es ist schon sehr viel Bauchgefühl.
[00:07:16] Ich glaube, es ist halt schwierig. Ja, du willst nicht zu viel, du sollst dich dein Modell irgendwie gleich auf den Kopf werfen. Aber du merkst schon, wenn du, ich kenne so viele Leute, die machen sieben Jahre irgendwie ein Business und es läuft dann einfach nicht. Und dann kenne ich andere Leute, wenn du auf das richtige Pferd setzt, kannst du innerhalb von drei Monaten irgendwie mehr erreichen als ein anderer in sieben Jahren, oder? Und ich glaube, das war schon ein starkes Learning. So, wenn es das Richtige ist, nimm dir Zeit. Und es ist ja dieser Product-Market-Fit-Moment, oder? Und wenn du den hast, dann ist halt Go-Time und dann hau alles drauf. Und davor, weißt du, so, ja, trying to find Product-Market-Fit kann irgendwie so viel pivoten.
[00:07:45] Also ja, dann pivot er halt herum. Es ist egal, unter Anführungszeichen, wenn nichts da ist. Aber wenn du den hast, dann spürst du das schon, glaube ich. Also dann geht halt richtig was ab. Hast du die Firma verkauft? Ja, tatsächlich. Danke, danke. Wer hat den angerufen? Wie war dein Moment? Ja, also, ja, wir haben dann schon gesagt, okay, wir sind echt gut gewachsen, in New Fluence gepivotet. Und dann mal drei Jahre, ohne Geld aufzunehmen, sehr profitabel. New Fluence-Marketing-Plattform. Genau, heißt Influencer-Marketing-Plattform, genau. Sie haben irgendwie in drei Jahren von null auf über fünf Millionen Euro gewachsen, aber sehr profitabel.
[00:08:14] Also hatten irgendwie siebenstelliges Ebets und haben wirklich auch Gewinne ausgeschüttet oder so. Ja, also die ganzen Early-Investoren und sagten auch ihr Geld schon mehrfach nur mit Gewinne ausgeschüttet. Die waren auch nicht auf dem Exit, sondern die haben gesagt, ja, okay, wenn wir jetzt jedes Mal irgendwie, keine Ahnung, mein Investment jedes Jahr wieder zurückbekommen oder zweimal zurückbekommen oder vielleicht ein paar Jahren, fünfmal jedes Jahr zurückbekommen, auch nicht schlecht. Dann wird es halt so ein Standard-Business quasi. Aber ich muss sagen, für mich persönlich war immer, ich will einmal ein richtig, ein Venture-Case und dann heißt es irgendwie entweder Unicorn oder gar nichts.
[00:08:44] Und das war eigentlich der ausschuldigebliche Grund. Dann habe ich gesagt, komm, wie können wir jetzt weitermachen? Haben dann einen M&A-Prozess gestartet. Mit einem Berater. Genau, mit Berater, wirklich strukturierter Prozess. Genau, hatten dann mehrere Eloise am Tisch liegen. Wenn du so eine profitable Firma bist, dann ist ja durchaus meistens, also geht es eher um den Preis. Ich meine, dass du es irgendwie verkaufen kannst, solltest du normalerweise ... Hat ein PE gekauft? Hat ein PE gekauft, die ein Roll-Up-Case, also wir sind Teil von einem Roll-Up-Case geworden mit Private Equity Bank. Wie haben wir das erhofft?
[00:09:10] Wir haben es nicht offiziell kommuniziert, aber war ganz gut. Konntest du ein paar Millionen mitnehmen? Ja, das schon. Glückwunsch. Geil, in einem jungen Alter. Mega. Und jetzt Unicorn oder nichts? Genau. Also dann war es für mich natürlich so, ich war ein Jahr als CEO noch dort, habe ehrlich gesagt ziemlich schnell bemerkt, bin auch ein Jahr vor meinem Earnhardt raus, habe echt nur noch mal viel Geld liegen lassen, habe dann aber ehrlich gesagt so, ist einfach nicht meins. Also so dieses ... Wie hast du das abgewogen? Also so Engelchen, Teufelchen auf der Schulter zu sagen, ey, ich habe keinen Bock mehr.
[00:09:40] Kennen viele. Auf der anderen Seite, oh, da sind doch vielleicht zwei Millionen im Spiel oder eine halbe Million. Also immer. Viel Geld. Wie trifft man so eine Entscheidung? Ich glaube, wichtig ist, die Gruppe und so, die hat sich auch alles cool, wir sind auch nach wie vor cool, ich habe nach wie vor irgendwie da noch so eine Consulting Position und so. Also kann man auch gar nicht schlecht sehen. Ich glaube, es war einfach für mich, ich habe einfach so gemerkt, ich bin Gründer im Herz und ich brauche dieses Zero to One, das ist irgendwie das, für was ich brenne und wo ich merke, okay, ich brauche auch diese 100 Stunden Vollgas und ich kann jetzt noch nicht am Strand liegen und nichts machen quasi und in Pension gehen kann ich auch nicht.
[00:10:09] Dann habe ich gesagt, ich muss noch mal und ich muss noch mal Vollgas und wann, wenn nicht jetzt sind, ich habe irgendwie ein bisschen Angel Tickets begonnen zu machen und es macht mir auch alles Spaß, aber ich bin zu jung, ich brauche die 100 Stunden, ich muss noch mal echt Gas geben. Ja, du hast hier Energie, ich spüre es hier schon. Ja und das ist auch ein knappes Gutes, ich denke mir, ich bin jetzt ein bisschen älter, ich bin Ende 30, ich habe zwei Kids und das ist ein anderes Leben. Ja, also du hast einen anderen Ablauf und so weiter und auch nicht so eine Energie. Also ich bin froh, wenn ich heute Abend noch stehen werde. Natürlich. Nach dem Podcast-Marathon hier. Wie denkst du über das nächste Thema nach?
[00:10:38] Ja, also ich muss sagen, ich habe mir am Anfang, du hast mir schon noch viel selber Druck gemacht. Irgendwie der Raus jetzt, Ende des Jahres, aber dann am Anfang hast du reingeschaltet, so und jetzt geht es vollgaslos. Ich habe dann ein bisschen Urlaub auch gemacht, weil ich habe trotzdem, seit ich 14 bin, es war jetzt irgendwie trotzdem so, obwohl ich jung bin, sieben Jahre, irgendwie doch so unternehmerische Journey irgendwie auf und ab und jetzt auch Geld verdient und alles super. Gut angelegt und irgendwie, das war aber auch so für mich so, das will ich abschließen, das lege ich irgendwie an, das fasse ich auch nicht mehr an, vielleicht Startup-Tickets so zum Spaß quasi und jetzt will ich aber wieder gründen und gehe das schon relativ
[00:11:09] strategisch an. Also habe mir schon sehr viele Bereiche natürlich angeschaut, um endlich vielen Leuten sprechen. Ja, bin jetzt wieder in einer Richtung dran, noch nicht public, aber es kommt was. Und für mich ist ganz klar so von der Voraussetzung und ich glaube daran, dass du zum Beispiel auch, wenn du wirklich sagst, du willst eine Venture Scale Company gründen, glaube ich daran, dass du es von Anfang an auch alles darauf ansetzen musst. Also du entscheidest ja allein schon für ein Business Model, dass du irgendwie sagst, okay, wenn du halt jetzt, weiß ich, also geht mit einen Companies, oder? Aber es gibt halt gewisse Modelle, die sich natürlich besser eignen als andere und da
[00:11:37] muss halt das Setup, glaube ich, auch dafür perfekt sein. Das ist für mich jetzt so ganz klar, dass ich sage, okay, das Ziel ist nicht eine profitable Company mit irgendwie ein paar Millionen Gewinnen im Jahr zu schaffen, sondern das Ziel ist entweder, es wird halt jetzt eine wirklich, wirklich generational Company oder ja, kann auch nichts werden. Das ist halt ein Risiko, das weiß ich quasi. Aber ich glaube, es ist das Coole, wenn du auch zum zweiten Mal was machst, dass du halt ein ganz anderes Risiko eingehen kannst, oder? Weil deine, also du misst dich irgendwo ganz anders, wird bei dir nichts anders sein, oder? Wenn du sagst, ich mache jetzt nochmal Venture Scale, dann wirst du auch nicht happy
[00:12:04] sein, wenn du für ein paar Millionen verkaufst, weil du sagst, ja okay, das habe ich ja schon gemacht irgendwie. Wie ist sonst? Was hat sich geändert durch den Exit? Ein paar Millionen für die einen Track record aufgebaut. Du gehst ja quasi mit einer anderen Sicherheit ran, aber auch mit einem anderen Risiko. Viel, was würdest du sagen, was ist noch anders quasi für dich, wie du jetzt ein neues Thema auswählst, als wie du es davor vielleicht gemacht hättest? Ja, viel mehr strategischer, viel schneller natürlich, oder? Weil ich, als Beispiel bei mir ist es jetzt so, ich bin was Go-To-Market-Anmerkens, es war bei uns, wir waren extrem stark Go-To-Market-Getriebe.
[00:12:31] Und ich bin ziemlich confident, würde ich sagen, in dem Space, dass ich weiß, hey, wenn das jetzt, also wenn es irgendein B2B-Produkt ist und das halbwegs Sinn macht, dann weiß ich, okay, ich habe die Instrumente, um das irgendwie schnell auf, ich weiß, dass ich in ein paar Monaten auf die erste Million ERA kommen kann. Und sicher auch, dass man, also so diesen Speed, da traue ich mir sehr viel zu. Ich glaube, die Challenge ist eher, wenn ich sagen muss, okay, du musst das auf ein Pferd setzen. Und dann, dass dann natürlich das auch, also es gibt nicht viele Unternehmen, die irgendwie 10 Milliarden plus wert sind. Da musst du auch mal erst schaffen quasi. Und ganz, ganz viele, die vielleicht ein paar Millionen wert sind.
[00:13:01] Und ich glaube, das ist so, der Eigenanspruch ist halt extrem hoch. Und das macht es wieder schwierig, weil du halt alles in Frage stellst. Und dann überall, ja, aber gibt es ja noch was Besseres und da noch. Und FOMO ist auch ein Riesending. Also gerade jetzt so, du machst irgendwie LinkedIn auf und dann der Freund von dir hat gerade 10 Millionen geraced für das Thema. Und dann mache ich ja Angel-Tickets auch noch. Das heißt, dann bekommst du am eigenen Live irgendwie auch mit. Boah, da geht alles so schnell. Und jeden Tag hast du das Gefühl, so eine Stimulation. Das kann ich auch ein Stück weit einschränken. Weil bei mir selber als First-Time-Found habe ich eigentlich so ein Thema mir ausgelaufen.
[00:13:31] Ja, genau. Da habe ich über 20 andere Sachen nachgedacht. Du wahrscheinlich auch. Jetzt kannst du über alles nachdenken, was schlaue Leute um dich rum. Also, ist das auch so eine Gefahr, zu so einer Analyse-Paralyse zu werden? Wie gehst du damit um? Ja, also ich glaube, ich musste mir dann schon noch echt selber ein bisschen so diesen Arschtritt geben. Die so, okay, wir machen jetzt einfach und wir verkaufen jetzt einfach mal. Wir gehen natürlich raus. Weil das so dieser schwierigste Schritt, würde ich sagen, ist dieses, ja, du kannst dann, tust irgendwie mit AI und dann machst du die besten Pläne und machst irgendwie Pitch-Stack und was auch immer. Und das ist ja alles cool und in deinen Gedanken ging.
[00:13:58] Am Ende geht es ja darum, talk to your customers und irgendwie rauszugehen, oder? Wie ist die Idee, in denen du vorab was verkaufst, das es vielleicht noch gar nicht gibt? Genau, 100 Prozent. Also, das ist zumindest mein Way to go. Und da merkst du ja relativ schnell, wenn jemand, wenn ich irgendwie jetzt ein paar Paid Pilots bekomme innerhalb von irgendwie zwei, drei Wochen und da sind Leute bereit, echt, echt Geld hinzulegen und einen Vertrag zu unterschreiben, dann weißt du, okay, so verkehrt kann es irgendwie nicht sein vom Thema. Und das ist jetzt mein Ansatz. Und ich glaube, darauf habe ich dann validiert. Da kriegt man extrem viel Customer-Feedback sehr, sehr schnell.
[00:14:26] Ich glaube, wichtig ist, einfach rauszugehen und einfach sich Feedback zu holen. Es gibt Founder, die suchen sich ein Thema aus. Andere gehen vom Team aus. Andere suchen sich eine gewisse Geografie oder eine gewisse, Branche. Wie gehst du da vor? Also, ich muss sagen, am Anfang bin ich reingestartet und habe mir wirklich irgendwie auch so ein Notionboard gemacht. Da habe ich gesagt, komm, ich setze mich jetzt mal irgendwie ein paar Tage hin und ich brainstorme einfach nur ganz wild durch die Gegend irgendwelche Ideen. Also wirklich alles. Ich habe irgendwie von Healthcare, also schon alles in sich, irgendwie einen AI-Kontext und so.
[00:14:52] Aber am Anfang war wirklich so von Procurement bis Healthcare bis whatever. Ich weiß, eigentlich ganz, ganz, ganz durch die Bank quasi. Bin jetzt tatsächlich schon ein bisschen fortgeschritten. Gibt schon eine Company und so auch. Was kannst du sagen? Es geht in die Richtung von Infrastructure for AI-Native-Service-Companies. Also so Next Generation of Companies. Das ist etwas, wo ich einfach gemerkt habe, das reizt mich extrem, weil das einerseits, ich habe irgendwie diesen Company-Building-Background.
[00:15:21] Auf der anderen Seite, seit ich 14 bin, irgendwie mit nichts anderem als Gründen zu tun. Und ich glaube sehr, sehr stark daran, dass die nächste Generation und Unternehmen einfach anders gebaut wird. Wir bauen gerade eine AI-Native-Service-Company. Da muss man mal reden. Ja, sehr, sehr gern. Also super, super gerne. Ich glaube extrem an den Space. Also ich glaube, das wird ganz, ganz, ganz groß. Es gibt ein paar, die das schon echt stark machen. Und genau dafür wollen wir die Infrastruktur bauen. Follow your passion, sagen viele. Ist das Bullshit, wenn man eine Dinkacorn-Company bauen will? Ich glaube, es gibt kein richtig oder falsch. Also ich glaube, es geht. Follow your passion 100%.
[00:15:50] Es gibt viele Leute, die sagen, du machst irgendwie 15 Jahre, du liebst einfach Robotics und du arbeitest ja 15 Jahre an Engelst und irgendwann klappt es einfach, oder? Auf der anderen Seite, ja, so ein bisschen. Ich schaue mir schon auch ehrlich an. Also es muss mich extrem reizen. Es muss mir einfach Spaß machen. Klar, ich habe mir überlegt, hier Procurement und das. Das ist mir einfach zu fad, sage ich ganz ehrlich. Also ja, da ist so eine Opportunity und du kannst irgendwas mit Agents automatisieren und hier und da. Aber da brenne ich einfach nicht dafür. Habe ich auch gemerkt, okay, das ist nicht mein Ding. Ich muss echt Bock drauf haben, damit ich auch 100 Stunden Gas gebe. Gerade vielleicht, wenn du sagst, so, das Finanzielle steht nicht mein erster an
[00:16:19] der oberste Stelle quasi. Sondern es muss mir auch einfach Spaß machen. Aber klar, es soll irgendwie auch einen Sinn ergeben. Oder gerade, wenn du sagst, du musst in der Venture scale und du willst wirklich Hardcore, Fast Growth, dann ... Und auch über 10 Jahre, egal was du machst. Das ist für diese Fischung zu sagen, wenn du 10 Jahre was machst, es wird so viele Setbacks geben und da muss dir das Thema schon irgendwie Bock machen und die Leute und die Art der Kunden, die Art der Investoren. Also das Setup muss auch irgendwie, sollte dich nicht abstoßen, sagen wir so. Weil sonst wirst du beim ersten Gegenwind irgendwann einknippen. Was ich hasse und das vielleicht noch letzte Ding dazu.
[00:16:49] Ich habe echt auch mit vielen Leuten geredet. Und du merkst schon, auch bei First-Time-Foundern, gerade vielleicht, wenn noch kein Geld im Background ist, und da ist halt schon noch oft dieses, echt, ich bin verwundert, bei wie vielen das ist. Ja, ich mache das jetzt für 3, 4 Jahre, weil hier ist so eine AI-Opportunity. Wir machen als Agents für das. Aber in 2 Jahren will ich das schon wieder verkaufen. Und dann nehme ich ein paar Millionen mit und dann mache ich wieder das Nächste. Und ich glaube halt, zumindest für mich persönlich ist es der absolut falsche Ansatz, weil ich sage, wenn du eine Generational Company bauen willst, dann musst du bereit sein, 10, 15 Jahre, 100 Stunden dein Leben dafür aufzuopfern.
[00:17:17] 100 Stunden die Woche Gas zu geben und dann musst du halt bewusst sein, hey, wenn ich darauf nach einem Jahr keinen Bock mehr habe, ich glaube nicht, dass du so irgendwie das nächste Google aufbauen wirst, indem du sagst, ja, nach einem Jahr geben wir das halt schon wieder, verkaufen wir das halt dann wieder und machen ein bisschen Geld. Moritz, wir müssen reden, weil wir hier in Berlin sind, um darüber nachzudenken, wie kann man Berlin auf die Eins bringen, wie kann man Unternehmertum in Deutschland, Europa stärken? Du willst nach San Francisco. Moritz, Moritz! Ich muss mich outen. Wie können wir einen Talent wie dich hier behalten?
[00:17:46] Was muss hier passieren, damit jemand wie du sagt, fuck it, ich bleibe hier? Ich muss mich echt outen. Ich glaube, bei mir ist es wahrscheinlich nochmal schwieriger, weil das war so dieser Childhood-Dream. Seit ich da irgendwie eben so mit zwölf da bei einem VC irgendwie gesessen bin in meinem Schülerpraktikum eine Woche lang, war das so, irgendwann will ich da, wo irgendwie in die Big Leagues oder irgendwann will ich in die Champions League und das ist irgendwie Silicon Valley. Und das war halt für mich immer so Dokus angeschaut und das war einfach so der Traum. Ich glaube, im Allgemeinen, das macht es mir schon echt schwierig, ich habe jetzt natürlich die Qual der Wahl,
[00:18:15] ich kann theoretisch jetzt überall das nächste starten und ganz ehrlich, ich suche mir halt irgendwo schon noch, auf der einen Seite, ja, also Europe first, 100 Prozent finde ich geil, weil es irgendwie einfach, ich komme irgendwie aus Europa und das ist so mein Ding, ich komme aus Wien wohl sprünglich, aber finde ich cool, das zu unterstützen, 100 Prozent. Auf der anderen Seite muss ich halt irgendwie auf, in Anführungszeichen, mich schauen, dann sage ich halt, ich kann überall hin, why not choose the place mit den besten Orts? Und man muss aber auch sagen, aktuell, also ich glaube, was muss sich ändern?
[00:18:44] Ich glaube, Funding ist schon noch ein Riesenunterschied, du hast ganz andere Bewertungen, du hast ganz andere Investoren. Und es sind halt, alle Top-Tier-Funds sind halt aktuell zumindest, einfach dort irgendwie im Umkreis von fünf Minuten Fußweg. Du hast schon noch anderes Talent, weil du halt nicht nur die besten Leute aus Europa vielleicht anziehst, sondern halt schon die besten weltweit und momentan ist das einfach noch so. Ja. Wenn du das Dekacon gebaut hast, der IPO durch ist, der Lockup und alles, du kommst dann wieder zurück, versprichst uns. Ich will, ich will definitiv, also das ist zum Beispiel schon, aber das ist schon der Dream. Also, weil Quality of Life brauchen wir zum Beispiel nicht sprechen.
[00:19:13] Also, ich ziehe da jetzt auf keinen Fall hin, weil ich sage, es ist so ein geiles, so ein geiles Land oder so eine geile Stadt, dass ich irgendwie sage, so quasi von der Stadt her, ich muss da jetzt unbedingt hin, weil es ist super schön. Das ist einfach nicht so. Ich meine, da, ja, jeder, der in San Francisco war, der weiß, okay, kannst du eigentlich keine Party machen, die Straßen sind natürlich unbedingt die schönsten, es laufen eigentlich viele Junkies herum und so, also dafür musst du jetzt nicht hin oder du gehst halt für einen Grund hin und das ist ohne Ablenkung eine super, super krasse Company zu bauen. Welche Überzeugung hast du, die andere Leute für falsch halten? Was ist dein Contrarian Belief?
[00:19:43] Ja. Ähm, ich glaube, also was, was ich sage einfach von der, von der Einstellung, da bin ich anders. Ich habe eine ganz, ganz starke Einstellung, dass jeder für sich selber verantwortlich ist. Und das passt vielleicht auch ein bisschen zu dem Amerikanischen. Ich sage einfach, für mich persönlich ist es, ja, ich bin bereit, Leute zu unterstützen, die nicht können, aber ich habe sehr, sehr wenig Verständnis für eine Nichtleistungsbereitschaft. Und ich glaube, das ist ganz, ganz tief in mir verankert, dass ich sage, also da habe ich sehr, sehr, eine sehr extreme Einstellung, würde ich, würde ich fast sagen quasi, weil
[00:20:13] ich einfach ein extremer Freund von, von Leistung bin und auch von der Leistungsgesellschaft und sicherlich noch mal deutlich mehr als es um den Durchschnitt ist. Kann ich ein bisschen bei der neuen Firma? Why not? Klar, let's talk. Noch, noch. Let's talk about. Geil, wir müssen auch eine lange Fahne im Motiv. Sehr, sehr gern. Ich habe Zeit, vielleicht wenn du das fährst, dann machen wir mal ein Ferngespräch. Cool. Ja, ja. Danke dir.
[00:20:54] Großen Mädchen. Hi. Ciao. Moin. Moin. Bis dich. Wo mein Gast im Studio. Komm rein. Jawohl. Ich komme.

