Leo Ginsburg ist seit Juni 2025 Chefredakteur von Gründerszene und baut die Marke jünger, frecher und community-getrieben um. Ausgebildet an der Axel Springer Academy, moderiert er zudem den Podcast „Business Class". Im Gespräch geht es darum, warum er aus dem Bild-Journalismus den Küchenzuruf mitnimmt, wie das Gründerszene-Fellowship zehn Gründer zehn Wochen lang bei Springer Apps bauen lässt und was Founder hinter verschlossenen Türen wirklich über die Politik denken.
Timestamps
00:00 - Neun Stunden Livestream: Respekt vom Journalisten-Kollegen
03:06 - Wie Gründerszene zur Business-Lifestyle-Brand wird
06:37 - Das Fellowship: 10 Gründer, 10 Wochen, ein Startup-Floor
09:44 - Der Küchenzuruf: Storytelling aus der Bild-Schule
16:18 - Was Founder hinter verschlossenen Türen wirklich sagen
18:34 - Contrarian Belief: Verkaufen schlägt Inhalt
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[00:00:04] So, wie geht's? Ich meine, du bist fertig, oder? Ja, es geht noch. Ich hab's mir ehrlich gesagt schlimmer vorgestellt. Letzte Session. Jetzt ist ja nur entspannt, würde ich sagen. Ja, jetzt ist es entspannt. Seit 9 Uhr sitzt du? Seit 9 Uhr sind wir on air. Erstmal Respekt dafür. Ich weiß nicht, wer schon hier dir gesagt hat, das ist schon eine krasse Aktion. Also erst mal, ich auch als Podcast-Host und sozusagen als Journalist, der immer mit Leuten spricht, schon auf jeden Fall Hochachtung verdient.
[00:00:32] Danke, das war ein Experiment, gell? Also ich denke mir, das ist eine geile Opportunity. Julian bringt diese ganzen Leute. Ja, ja. Wir piggybacken ja nur, dann fließen uns ja ein, aber was für eine Gelegenheit hast du sonst in so kurzer Zeit so viele interessante Leute mal? Ja, ist ja auch eine geile Marketing-Aktion. Also sozusagen, ich meine, man kennt euch jetzt, ist geil. Und mit Jägermeister sehe ich hier... Der Kahn hat den Jägermeister mitgebracht. Ja, das ist schon sehr nett. Der Sprecherbild, das muss man dir im Replay mal anhören. Der ist on fire. Der war ja auch lange nicht mehr irgendwo zu Gast. Also das ist ja wirklich...
[00:01:00] Der will 100.000 Firmen gründen. Der baut eine AI, die Sachen validiert. Das klingt ja richtig. Geil. Weißt du, was ich gestern Abend zum Dinner hatte? Hm? Pastrami-Sandwich. Gut, das ist natürlich mein, äh... Mein Herzensprojekt. Ich habe an dich gedacht und es war so ein bisschen mittelmäßig, muss ich sagen. Wo? Hier bei Mock? Im NHO Hotel. So ist es ein Einzelnenhotel da irgendwo. Ja, und da war das auf der Karte. Ich dachte, ja, das ist cool. Das klingt nicht so oft. War nicht so, ja. War so mittelmäßig. Warst du mein New York?
[00:01:31] Ja, aber ich habe nicht so diese New York Pastrami-Sandwich. So bei Katz oder Delhi... Irgendwie muss ich das nächste Mal machen, bei Katz, oder? Bei Katz oder so ein anderes Jewish-Delhi, da ist ja Pastrami das Geilste. Was macht ein World-Class-Pastrami-Sandwich? Ja. Bist ja Experte. Danke, dass ich... Endlich bin ich eingeladen, um über die Themen zu sprechen, über die ich reden will. Also ich finde, das perfekte Pastrami-Sandwich, weil optisch sieht es ja immer sehr brutal aus, also bei Katz, weil da sind ja zwei Brotscheiben und sauviel Fleisch. Also wirklich so ein Berg an Fleisch und man denkt irgendwie...
[00:02:00] Du beißt da irgendwie rein und es ist irgendwie trocken und das ist ja so Rindsbrust, also sehr schwierig auch gut zu machen, aber bei Katz ist es so, du beißt rein und das ist wie Zuckerwatte. Also es ist wirklich... Das ist bestimmt so hoch, so ein Fleischberg, aber du beißt, das ist so zart. Wie die Textur, du kommst da... Es ist wie, als würde so ein Zuckerwatte, ist ja auch direkt weg und es ist Weltklasse. Und ich muss sagen, in New York, in den USA, in Chicago, in allen Städten in den USA gibt es halt so, das ist ja so ein Jewish-Deli-Vibe, da gibt es das ohne Ende, so Pastrami mit Pickles ist immer so das Klassiker, aber in Deutschland...
[00:02:30] Da bin ich da auch nicht drauf, oder? Also der Klassiker ist einfach nur dieses weiße Brot, Senf und das Fleisch. Bei mir sind Zwiebeln und Karotten und halt wirklich... Und das gibt es ja einfach nicht. In Berlin, ich suche, also wenn jemand das weiß, könnt ihr gerne hier Felix schreiben, du sagst mir Bescheid, aber es gibt Papas-Dreimelläden, aber die sind bei Weitem nicht so gut. Und das ist sozusagen mein Long-Term-Fall. Das ist dein Endgame, oder? Ja, mein Endgame. Also wenn ich irgendwann sage, okay, keine Ahnung, Journalismus durchgespielt oder so,
[00:02:57] dann sehe ich mich so mit vielleicht Mitte 40 oder so, irgendwie einen Exit machen und dann mache ich so meinen Daily auf und verkaufe einfach Sandwiches. Das wäre das Geilste. Bis dahin schaust du journalistisch auf die Welt, bist Chef- und Gründerszene. Also wie nimmst du mit deinem journalistischen Auge, wie die Veranstaltung heute war? Wie ist der Vibe? Was hast du gesagt? Also erstmal muss auch Props an Julian, das hier und das ganze Bad-One-Team, das hier jetzt organisiert zu haben. Ich meine, die haben ja, glaube ich, vor 40 Tagen, hat er ja gesagt, zum ersten Mal die Idee gehabt. Also wir machen ja auch Events und wir machen auch hier im Delta Campus hier auch Gründerszene-Events.
[00:03:27] So einmal im Monat ist ja, interview ich hier auf der Bühne, bekannte Gründer und da kommen ja auch viele junge Gründer und VCs hier rein und das ist auch eine geile Event-Reihe. Und wir kennen auch das Event-Game und sowas hier aufzusetzen, vor allem in so einer kurzen Zeit, wäre schon brutal. Also ich will nicht wissen, wie viele Stunden Julian geschlafen hat in den letzten Wochen. Ich nehme an, sehr wenig. Und auf E-Mails hat er immer sofort geantwortet. Ja, aber der hat vergessen, was koordiniert. Aber der ist ja, sowas kann er ja... Der Agents hatte mir erklärt im ersten Gespräch.
[00:03:55] Und die Leute, ich fand auch das Line-Up den ganzen Tag. Klar mit Al Gore angefangen, aber auch generell die Unicorn-Founder, die Dichte und irgendwie coole Gründer. Ich habe auch hier mit ein paar gesprochen. Mirko von Dash Zero hat auch gesagt, das ist wie so ein Klassentreffen hier. Also da sind die ganzen... Ich meine, Jan Oberhauser war ja gerade hier bei dir. Das ist schon eine coole Truppe, die alle mal an einem Tag hier sozusagen festzunehmen. Das ist schon super. Was sind zwei, drei Themen, die bei dir hängen geblieben sind, wo du sagst, das ist interessant, dass das macht die Konferenz so ein bisschen aus?
[00:04:24] Ich finde, also die besten Konferenzen, und das finde ich jetzt, ob hier Bad One oder hier noch andere Konferenzen, ich finde, die Site-Events oder alles was drumherum, finde ich eigentlich immer am besten. Also ich oute mich jetzt als jemand, der jetzt nicht den ganzen Tag da den Panels zugehört hat, sondern eigentlich hier die Leute zu treffen und sie irgendwie kennenzulernen. Also ich meine, hier ist ja ein LinkedIn-Game, kann man hier durchspielen und irgendwie tausend Nummern mitnehmen. Und das finde ich eigentlich bei den Konferenzen generell immer so am besten, wenn du einfach merkst,
[00:04:53] dass du außen herum einfach voll viele spannende Leute kennenlernst. Und was ist ein Satz, der sich eingeprägt hat? Das muss ich aber kurz überlegen. Äh, ein Satz, der eingeprägt hat. Also eine Eingründe hat mir gesagt, ähm, er ist positiv überrascht, wie hoch die Unicorn-Dichte hier war. Also und das, ähm, und wir haben ja lange nicht mehr so Events in Berlin.
[00:05:22] Also ich mache ja Gründerszene erst, ich bin ja seit so September, August, äh, Chefredakteur von Gründerszene. Und seitdem geht's natürlich wieder voran. Klar. Äh, aber ich freue mich natürlich auch über solche Events. Es ist mega geil, äh, dass wir das haben. Ja. Und mit dem Delta Campus, äh, das ist super. Und wir hatten ja gestern das, äh, Pre-Dinner. Ich hab's gerade nicht geschafft, wir waren im Journalistenclub. Ja, wir waren hier bei uns bei Axel Springer, also Gründerszene gehört ja auch zu Axel Springer. Und wir sind ja auch hier Partner bei dem Event. Wir hatten im Journalistenclub bei uns 19. Etage das Pre-VIP-Dinner. Es war auch mega cool. Warst du da schon mal?
[00:05:48] Ja, ja, das war natürlich auch, da ist natürlich ein bisschen kleinere Runde, äh, schickes Essen und da kann man auch in einer anderen Atmosphäre mit den Leuten quatschen. Wie baust du Gründerszene um? Wie geht's weiter? Ähm, ne, gute Frage. Also, eins der ersten Sachen, die ich mache, wir haben ein neues Logo. Also jetzt seit, äh, paar, äh, Monaten. Generell, die CI knallig in die erste Show. Ja, ja, also sozusagen, ähm, ich komme ja von Bild. Also ich hab ja da meine journalistische Ausbildung gehabt.
[00:06:14] Also ich will auf jeden Fall das Gründerszene, oder sind wir schon auf einem guten Weg, äh, dass wir viel so jünger, frecher, cooler, knalliger sind. Äh, mehr so Business Lifestyle. Äh, bisschen weg von so rein irgendwie fachliche Analysen, sondern einfach sozusagen so eine coole, äh, angenehme Business Lifestyle Brand für Leute aus dem Startup Ökosystem. Sei es irgendwie, du bist Investor oder Gründer, aber generell Fan von dieser ganzen Startup Welt und willst da irgendwie, äh, wissen, was abgeht.
[00:06:41] Und wir machen ja nicht nur sozusagen klassisch, äh, Journalismus mit irgendwie. Wir haben einen Artikel auf der Website und der ist entweder free oder paywall. So, äh, das Klassische. Sondern wir haben ja auch Events. Also dieses einmal im Monat im Delta Campus. Dann haben wir auch so einen Laufclub, äh, haben wir jetzt zweimal gemacht mit Entrack. Das ist so eine Studentenverbindung. Äh, nächstes Mal machst du gerne mit. Wir werden, äh, da waren so 30, 40 junge Gründer und wir sind bei der ersten, äh, beim ersten Mal zu Ralf, zu Lab Coffee gelaufen. Ah ja. Und da war Ralf da, hat uns, äh, empfangen, äh, gab's Kaffee, hat er sich Zeit genommen für die jungen Gründer.
[00:07:10] Da waren wir, äh, vor zwei Wochen bei UIT. Das ist dieses Food Startup von Ötker. Da war Serdar, äh, der Gründer da. Das heißt, wir versuchen immer so einmal im Monat mit so einer Community von jungen Gründern zu einem Gründer zu laufen oder zu einem VC zu laufen. Das machen wir. Wir haben, äh, in zwei Wochen ein Paddelturnier. Also versuchen natürlich auch so ein bisschen äh, Lifestyle-iger. Ich sehe, IRL in real life. So ist das Thema, Leute. Nicht nur irgendwie auch auf Instagram. Ja, ja, auf jeden Fall. Ja, ja, ja, ja. Und wir wollen ja auch so ein bisschen, ich meine, Gründerszene, das checkt ja schon im Namen, so Gründerszene.
[00:07:36] Also wir wollen auch, äh, mehr Community sein, mehr Events machen. Und da haben wir, äh, natürlich viele Möglichkeiten. Also wir haben ja, klar, Website und Newsletter, das ist natürlich ein wichtiges Geschäft von uns, wenn wir allein jetzt, äh, businessmäßig sprechen. Und natürlich LinkedIn, Insta ist für uns natürlich für Visibility und generell, um Geschichten zu erzählen. Weil wir sehen natürlich auch, äh, wenn, äh, früher Finanzierungsmeldungen, also wenn ich sozusagen Geschichten von früher höre, so, äh, so vor zehn Jahren Gründerszene und dann mit Leuten rede, war auch immer so, ähm,
[00:08:03] es war das Allerwichtigste irgendwie für viele, ihre Finanzierungsmeldungen bei Gründerszene zu platzieren. Stimmt. Und, äh, das hat sich auch gewandelt, weil einfach heute mit LinkedIn kann jeder Gründer irgendwie selbst sein Narrativ bestimmen und einfach selbst irgendwie posten. Ja. Sie müssen natürlich auch gucken, was, was ist wichtig, was ist auch für uns wichtig. Und zum Beispiel so News machen wir selbst einfach schnell auf LinkedIn und Instagram. Und wir machen auch manchmal einfach Geschichten nur auf Social, wo wir einfach sagen, jetzt machen wir jetzt einfach keinen Artikel. Weil bei den Artikeln wollen wir uns eher auf so Inside-Geschichten, also Investigativ ist für uns auch wichtig.
[00:08:31] Also so einfach hinter die Kulissen, über das zu schreiben, was vielleicht jetzt nicht alle VCs und Startups hören wollen. Aber die letzte interessante Investigativgeschichte, die ihr gemacht habt? Also wir hatten zum Beispiel eine Geschichte, ähm, zur Deep-Tech Momentum. Da gab's ja das offizielle Deep-Tech-Dinner. Mhm. Und dann haben wir, äh, von Leuten, die da waren, ähm, mitbekommen, dass, ähm, das sei sie, die ich mir, ich erinnere, die war auch ganz, lief auch sehr gut, äh, dass da die, ähm, eine, eine Frau engagiert wurde, ähm, sehr leicht bekleidet,
[00:09:01] äh, zu tanzen. Hat auch eine Peitsche dabei gehabt. Also so ein bisschen... Klingt nach Berlin. Klingt nach Berlin. Klingt auch so ein bisschen wie, äh, äh, nicht 2026, so ein bisschen, äh, bisschen oldschool. Da haben wir auch irgendwie von verschiedenen Leuten das gehört und gesehen. Und da haben wir das so aufgeschrieben, irgendwie so ein bisschen so Inside-VC-Dinner, was war da los? Äh, äh, äh, und das sind so Geschichten, die ich natürlich als Journalist unterstunden will. Ich will diese Frage auch gut sein, ist das jetzt, ist das zeitgemäß? Also im Endeffekt, unser Job ist ja einfach nur aufzuschreiben, was passiert ist und jetzt irgendwie nicht zu bewerten.
[00:09:29] Klar, es gibt die Form des Kommentars im Journalismus, aber da ging's einfach um eine ganz normale, äh, Inside-Reportage-Geschichte. Also wir haben mitbekommen, wir haben sozusagen Beweise gehabt, äh, wo wir das irgendwie nachvollziehen können und dann schreiben wir auf, was passiert ist. Und da kann's ja jeder selbst irgendwie ein Urteil bilden. Was sind, was sind so, so Mental Models als Journalist aus der Zeit von Bild, die sich so einprägen, die du mitnimmst? Also wie wird man da sozusagen geprägt an Werkzeugen, die du auch in der Szene mitnimmst? Also ich find, was... Bei Bild hab ich viele verschiedene Sachen gelernt.
[00:09:56] Also zum Beispiel, wenn du eine Story nicht in einem Satz erklären kannst, ist es keine gute Story. Also du musst sozusagen nicht nur dieses Headline denken, sondern du musst einfach, ähm, auf den Kern die Story zurückbringen. Es gibt so einen Begriff im Journalismus, der heißt Küchenzuruf. Aber das, äh, das, äh, das lernen wir sozusagen von Anfang an. Das muss ich dir so vorstellen, das ist ein bisschen so oldschool.
[00:10:19] Mann oder Frau steht in der Küche und der andere Partner, äh, chillt in ihrem Wohnzimmer auf der Couch und liest die Zeitung. Und dann liest er einen Artikel und dann ist der Küchenzuruf der Satz, den er seiner Partnerin oder dem Partner in der Küche zuschreit. Also sowas wie, er liest und liest und denkt sich, ach Schatz, guck mal, Julian Teike hat ein riesen Event organisiert. Keine Ahnung, oder irgendwie, äh, ach, äh, guck mal, äh, Mann hat einen Hund gebissen. Oder irgendwas, wo du sagen kannst, okay, in einem Satz, das ist die Story.
[00:10:48] Und bei jeder Geschichte, die wir vorher machen, man muss schon vorher irgendwie checken, okay, was ist der Küchenzuruf und was geht es hier eigentlich? Und das ist eigentlich, das ist eigentlich klassische Storytelling. Was wärst du für heute, abgesehen davon, dass Julian Leventer organisiert hat? Ja, das ist, das war ein bisschen eher eine langweilige Nachricht, würde ich eher sagen. Ähm, der Küchenzuruf, äh, ich würd, äh, so das Erste, was mir einfällt, irgendwie 40 Unicorns, äh, zusammen auf 100 Quadratmetern oder so. Also vielleicht wär das so ein bisschen das Erste. Äh, oder auch, äh, Podcast-Host, dreh durch und mach neun Stunden live.
[00:11:17] Nur noch mit Järgermeister zu, äh, zu retten. Ja, so, also das, äh, das sind, äh, das sind so die Dinge. Und, und ja, und das ist sozusagen, was wir journalistisch mit Gründerszene machen. Und wir haben auch ein neues Riesenprojekt. Das ist auch ganz geil. Sehr geil. Äh, weil, ähm, wir starten dieses Mal zum ersten Mal in der Geschichte so ein Gründerszene-Fellowship. Äh, das bedeutet, Leute haben sich bei uns beworben, also Bewerbungsfrist ist schon durch, aber wir hatten über 200 Bewerbungen. Äh, die haben sich mit einer Idee beworben. Und mit Ambition. Und dann haben wir, äh, zehn Leute jetzt ausgesucht.
[00:11:46] Dann im Sommer zehn Wochen bei uns im Haus, äh, an Apps bauen, Apps gründen. Also das heißt, die sind dann zehn Wochen angestellt bei, bei uns. Und es gibt eine Etage im Axel-Springer-Hochhaus. Das hat den Geld. Ja. Es gibt eine Etage im Axel-Springer-Hochhaus. Das ist dann sozusagen der Start-up-Floor. Äh, also wird das in Zukunft ab 6. Juli. Und da sind die Leute, die kriegen, äh, Gehalt, Infrastruktur, AI-Credits, Laptop, Free Lunch. Und haben dann, äh, sind dann sozusagen zehn Wochen da und ist wie so ein zehnwöchiger Hackathon. Wieso? Wieso macht ihr das?
[00:12:15] Weil wir, weil wir natürlich mit Springer, das sagen wir, im Grunde ist ja nur Axel Springer. Ähm, wir sehen, ich meine, wir hatten, wir hatten, gab es noch nie so einfache Zeiten wie heute, irgendwie Apps zu bauen, äh, Unternehmen zu gründen. Also mit AI. Äh, dass wir natürlich damit auch irgendwie partizipieren wollen. Also die sind ja auch in der Zeit angestellt bei uns. Und das ist so wie so ein, äh, Corporate-Inkubator. Also die bauen das sozusagen. Sollen auch Themen machen, die journalistischen Bezug haben? Nee, null. Gar nichts. Gar nichts. Also die, die Themen, die sie bauen sollen, sind einfach Consumer-Apps. Es soll gar nichts mit Media oder Journalismus zu tun haben.
[00:12:45] Also seid ihr doch an der Seitenlinie vom Spielfeld und beobachtet das? Ja. Und wir haben sozusagen, wieso rennt ihr aufs Feld? Weil das Feld sich auch manchmal sehr lohnt. Nee, aber wir wollen dann sozusagen, die sind dann zehn Wochen da und jeder der Teilnehmer kriegt ein Business- und einen Tech-Coach intern von Springer, der sie die ganze Zeit so challenged und den man die ganze Zeit bei irgendwie fragen kann. Und dann gibt es auch externe Mentoren, die kommen. Zum Beispiel Carsten Maschmeyer kommen, machen mit denen Pitch-Training. Nico Rosberg ist am Chart, Philipp Westermeyer, Julian Teiche kommt, Christian Miele.
[00:13:15] Also fast auch gern kommen, das was ich dir erzählt habe. Richtig auf, cool. Ja, ja. Und das soll auch so zehn Wochen so ein Start-up-Floor bei Axel Springer sein. Was der beste Outcome, der passieren kann aus eurer Perspektive? Der aller, allerbeste Outcome ist, wenn jemand da etwas aufbaut, wo wir einfach merken, das ist saugeil. Das passt irgendwie zu unserer Unternehmensphilosophie und wir machen irgendwie das zusammen groß. So ein bisschen so wie Idealo. Also Idealo gehört ja auch zu Springer.
[00:13:44] Die ihr gekauft habt, das ist schon ein paar Jahre alt. Ja, ja, ja. Aber im Endeffekt ist das so der Best Case, dass wir einfach Gründer haben, die dann einfach bei uns im Konzern aufbauen und mit uns den ganzen Support kriegen und wir dann einfach am Ende alle sehr happy und reich sind. Also es hat auch eine Komponente nach innen sozusagen für eure Mitarbeiter, die sehen, hey, guck mal, da kommt jetzt hier irgendwie neue Ideen rein. Ja, so ein bisschen auch die Innovation wieder sozusagen aufbauen, so ein Start-up-Feeling.
[00:14:09] Und die Idee ist natürlich auch, also die sind dann zehn Wochen bei uns und am Ende, das gipfelt alles am Ende in so ein Live-Event mit Jury, wo die ihr Endprodukt nochmal vorstellen. Und dann kriegt der Gewinner nochmal 10k auf die Hand, so einfach als Abschluss. Und wir mit Gründerszene, wir begleiten das auch redaktionell, weil normalerweise können wir Geschichten ja erst erzählen, wenn irgendwie, keine Ahnung, Finanzierungsnudium, das Start-up ist schon irgendwie online und man kennt schon vielleicht ein bisschen die Gründe. Aber hier haben wir dann zehn Leute, die nur mit einer Idee ankommen, sonst gar nichts.
[00:14:38] Und wir können dann die Geschichte... Ich weiß nicht, was der Outcome ist, kannst du in Echtzeit befolgen. Ja, das Building in Public und wir können dann sozusagen mit Gründerszene in der Redaktion auf allen Plattformen, wo Gründerszene ist, sozusagen die Geschichte, die Reise dieser Gründer einfach erzählen und als Außenstehende, die können dann einfach so zehn Wochen lang von außen einfach zuschauen, wie baut man eigentlich ein Unternehmen. Und wir beginnen nur mit einer Idee und das sind ja die ganzen Herausforderungen, die kommen von irgendwie, wie baue ich ein Produkt, was die perfekte Zielgruppe, wie launch ich die App im App Store oder so.
[00:15:04] Also man kann sozusagen in zehn Wochen komprimiert eine ganze Unternehmensreise sehen, weil unser Anspruch ist auch, gucken wir natürlich, ob wir uns zu viel erträumen, aber auf jeden Fall in den zehn Wochen ist unser Ziel, dass schon auch Revenue gemacht wird. Also es soll nicht einfach so im Stimmenkennel gearbeitet werden und dann hier ist unser MVP, sondern wir wollen wirklich Launch, Revenue, dass wir wirklich in zehn Wochen so ein komprimiertes Produkt haben. Und deswegen, wie ich gesagt habe, so ein zehnwöchiger Hackathon. Kommt vorbei. Kommt vorbei.
[00:15:33] Und das wird richtig geil und wie gesagt, der Best Case ist, dass daraus einfach ein Unicorn entsteht. Ich meine, im Endeffekt ist so ein bisschen Plug and Play, kennst du ja wahrscheinlich noch, war ja auch damals... Der auch nach Axel Springer ist. Ja, es war ja auch. Wenn die Six rausgekommen. Ja, ja, das wollte ich gerade sagen. Plug and Play war ja auch von Axel Springer, N26 in der ersten Kohorte. Und die Leute, die damals Plug and Play mitgemacht haben, Jörg Reinbold, Luise Gruner, die sind jetzt auch bei uns sozusagen im Team und die unterstützen uns bei diesem Projekt. Ich saß damals in diesem Space, war übrigens ein Demo-Day und dann hat sich der Typ da vorne hingestellt und gesagt, ja, wir machen hier eine Kreditkarte für Kinder. Ja, ja.
[00:16:03] Ja, ja, das war so ein Kinderding. Und wie gesagt, die sind auch dabei und im Endeffekt ist das so ein neues, geiles Startup-Projekt bei Springer, zusammen mit Gründerszene und dann gucken wir auch... Also wir sind auch gespannt, was daraus passiert, aber am Ende wird es ein geiler Sommer. Ihr macht hier auch Events, du interviewst die Gründer on Air in deinem Podcast hier bei den Events. Was ist dein Eindruck? Du sprichst auch mit vielen off the record, also mit verschlossenen Türen. Was ist der Unterschied zwischen dem Public Image der Gründer und dem, was die dir one-on-one vertraulich sagen?
[00:16:33] Also am besten natürlich, wenn da nicht so viel dazwischen ist. Aber klar, ich meine, wenn man im Hintergrund spricht, ist man natürlich immer offener. Und das ist natürlich auch ein Unterschied, ob man irgendwie gelistet ist oder nicht. Also wenn man in der Börse ist. Ja, wenn man in der Börse ist, weil dann kann man natürlich publik nicht alles erzählen, wie man will. Aber so kommt es halt, was du sagen, so in deinen one-on-one Gesprächen, was hörst du daraus? So, was der Wahrheit entspricht, aber was öffentlich nicht so oft erzählt wird von Foundern? Ja, ich überlege mal.
[00:17:03] Ich glaube, viel mehr sind, also sind viele mehr Pist auf die Politik, glaube ich, als sie öffentlich sagen. Also ich kann mir eigentlich vorstellen, dass es eigentlich noch lautere Aufschrei sein könnte. Also wenn man irgendwie auch Erwartungen an die Bundesregierung, Stichwort Innovation, Entbürokratisierung und sowas. Also dass man eigentlich schon mehr auch erhofft hatte, weil die Regierung ja gerade schon eher, also würde man schon sagen, wirtschaftsnah ist.
[00:17:33] Also wenn man guckt, Wirtschaftsministerin, Bundeskanzler, wo die kommen. Ich glaube, da hätte man sich mehr gewünscht. Also es gibt natürlich auch kritische Stimmen, aber im Hintergrund ist man immer irgendwie lauter kritischer und überlegt vielleicht ein bisschen weniger, was man sagt. Aber das ist so ein bisschen, was man sagen kann. Und sonst finden alle halt USA immer noch geil. Also sozusagen, also ich kenne jetzt wenige, die jetzt trotz, also wenn man nach außen vielleicht was du so hört,
[00:18:02] so Trump und geht nicht mehr alles. Würdest du eher der Fluss und Töne hören? Ja, da ist trotzdem... Ich meine, wir kennen doch auch die ganzen, es kennen ja sauviele Gründer in die USA, nach New York und so. Also es ist ja jetzt nicht so, dass man, was ja auch trotzdem voll fein ist. Also es ist ja, ich finde, es ist immer noch ein starkes Land für Wachstum und so, ist ja mega. Aber das ist vielleicht, was man vielleicht so von außen eher denken würde, dass die Leute dann eher so kritischer drauf schauen. Hast du eine Überzeugung, die du persönlich für richtig hältst, die viele andere nicht teilen? Überzeugung, die ich für richtig halte?
[00:18:31] Was ist dein Contrarian Belief? Mein Contrarian Belief? Also wenn man zum Beispiel über Journalismus redet oder Media oder Storys, da denke ich, also jetzt sozusagen nischig gesagt, ich bin der festen Überzeugung, dass Verkaufe,
[00:18:54] also wie man eine Story präsentiert, so von Überschrift, Optik und so, wichtiger ist als Inhalt. Also man kann den besten Text der Welt haben, aber wenn man ihn nicht gut verkauft, dann... Also das ist kommender Quatsch. Also es gibt halt viele, die, weißt du, im Journalismus ist es so, es gibt viele, die arbeiten irgendwie Wochen an ihren Sachen und nur weil man irgendwie drei Monate etwas recherchiert hat, weiß es nicht, dass es jemand anderen interessiert.
[00:19:25] Oder irgendwie auch gut sein soll. Und dann schaut man gar nicht mehr auf Storytelling von außen oder die Verpackung. Das ist ja generell so ein Storytelling-Problem. Also es gibt ja auch bei vielen Gründern, die irgendwie ein geiles Produkt haben, aber wenn du es halt nicht ordentlich verkaufst, dann kann das Produkt so geil sein, kannst du trotzdem gegen die Wand fahren. Ne, geil, dass du dabei warst. Mein Küchenzuruf ist, Chefredakteur von Gründerszene interessiert sich nicht für die Inhalte, Schatz. So, so, damit gehen wir raus. Ich finde, damit kann man auch aufhören. Das war wahrscheinlich mein letzter Tag als Gründerszene-Chef. Es tut mir leid.
[00:19:55] Ciao, danke dir. Richtig cool. Bist du kurz noch da? Ja, ja, ich bin da. Ja, echt schnell muss ich sein. Ja, krass, geil. Das ist ein Plakate. Julian, ich frag, wenn wir auf die Bühne gehen können. Ich gehe mal kurz auf die Bühne hier zu Julian, der wollte noch ein Recap vom Livestream. Ich gucke mal, ob ich es noch schaffe. Und schön, dass ihr alle dabei wart und neun Stunden hoffentlich durchgehalten habt. Top, tschüss.

