Rund 100 Millionen Euro Umsatz mit Ferienhäusern, die keinem seiner Kunden ganz gehören. Nikolaus Thomale ist Mitgründer und Geschäftsführer von MYNE Homes, dem europäischen Anbieter für Miteigentum an Ferienimmobilien, aktiv in 25 Destinationen von Mallorca über die Alpen bis in den Stockholmer Archipel. Du erfährst, wie Miteigentum an einer Ferienimmobilie funktioniert, was ein Ferienhaus im Jahr wirklich kostet und warum von allen Miteigentümern, die ihren Anteil wieder verkauft haben, genau einer Verlust gemacht hat.
00:00 - Trailer & Intro
03:24 - Von der Schülerfirma zum Jurastudium: Wie Nikolaus Thomale Unternehmer wurde
09:06 - Über 20 Millionen Ferienhäuser in Europa, und die meisten stehen fast das ganze Jahr leer
20:55 - Von allen, die ihren Anteil wieder verkauft haben, hat genau einer Verlust gemacht
29:34 - Die Kostenrechnung: einen Anteil besitzen, ein ganzes Haus besitzen oder mieten
38:34 - Warum Nikolaus Thomale glaubt, dass Europa das Disneyland der Welt wird
43:18 - 100 Millionen Umsatz im Jahr: die Kennzahlen hinter MYNE Homes
58:24 - Der teuerste Fehler: ein Haus mit einem Loch im Keller
01:13:52 - Der erste Exit: Rollercoaster und die Leere danach
01:18:14 - Warum er nie in einen Gründer investieren würde, der allein startet
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[00:00:00] Es geht nicht um schnelle Geld, sondern wenn du ein total geiles Produkt baust, was Menschen gefällt, was denen ein Problem löst, was funktioniert, dann kannst du damit auch eine nachhaltige große Firma aufbauen. Das Trading-Volumen ist eins, da haben wir jetzt letztes Jahr so rund 100 Millionen in Asset Values gehandelt. Es geht schon schnell, also wir können uns jedes Jahr schon verdoppeln. Wir haben angefangen während der Pandemie, keiner konnte reisen, alle haben uns einen Vogel gezeigt und haben gesagt, wieso macht ihr jetzt irgendwie was mit Ferienimmobilien? Dann hatten wir Zinserhöhungen, wir hatten Inflation.
[00:00:29] So ziemlich jeder schwarze Schwan, der da irgendwie in den letzten Jahren durch Europa geflogen ist, ist und so frontal ins Gesicht geflogen. Als die Zinsen hochgegangen sind, hat es noch weniger Sinn gemacht, sich eine Immobilie alleine zu kaufen. Als es Inflation gab, hat es noch weniger Sinn gemacht. Das heißt, wir konnten auch Gegenwinde in Rückenwinde drehen. Du bekommst im Prinzip für ein Achtel der Kosten 75 Prozent von dem, was du bekämpfst, wenn du die Immobilie alleine besitzen würdest. Aber du musst halt eben auch nur eine Achtel zahlen. Was war der teuerste Fehler?
[00:00:55] Wir haben ganz am Anfang mal ein Haus gekauft, da war wirklich im wahrsten Sinne des Wortes ein *** im Keller. Sehr gut, Nikolaus, ARD-Doku kam raus. Moneymaker. Ja. Bisschen famous. Ich war vor allen Dingen wahnsinnig weit außerhalb meiner normalen Comfortzone die letzten Monate. Und jetzt ist das Ganze live und ich war mindestens so gespannt wie alle anderen, wie es wird. Jetzt ist es draußen.
[00:01:22] Wie läuft das ab? Wer ruft da wen an, um da reinzukommen? Ist eine öffentlich-rechtliche Produktion? Genau, ja. Die Produktion hat uns angesprochen, hat gefragt, hey, wer hat Lust da drauf? Wir kriegen wahnsinnig viele solcher E-Mails und dann steht am Ende dieser E-Mails immer, ja, gegen einen Unkostenbeitrag von X, Y und Z oder einen Werbekostenzuschuss, ja, können wir das jetzt irgendwie produzieren? Und die gehen dann eigentlich normalerweise ziemlich direkt in den Papierkorb und in dem Fall haben die uns aber sehr deutlich gemacht, dass das eine ernstzunehmende Produktion ist und eben öffentlich-rechtlich.
[00:01:51] Und das haben wir dann mit denen besprochen und ein bisschen besser verstanden, wie sie das machen und so weiter und dann eben jetzt in den letzten Monaten produziert. Wie ist der Prozess? Ist ja aufwendig, sowas aufzunehmen, oder? Ja, die sind mit uns tatsächlich durch die Gegend gereist, haben verschiedene Standorte, an denen wir aktiv sind, die ganzen tollen Destinationen besucht, haben sich mit uns ein paar Häuser angeguckt. Ihr wart auf Mallorca, ihr wart in Schweden, habe ich gesehen.
[00:02:13] Wir waren auf Mallorca, wir waren in Schweden, wir waren in Österreich, also an diesen schönen Urlaubsdestinationen, mit denen wir uns eben beschäftigen. Da haben sie sich umgeschaut, dann haben sie Miteigentümer interviewt, haben uns interviewt, haben unsere Mitarbeiter und das Team interviewt. Und genau, waren sozusagen an verschiedenen Orten, an denen wir so präsent sind. So ein geiles Geschäftsmodell, oder? Dass dein Startup dich in diese ganzen Orte bringt und schöne Häuser. Also ich beneide dich ein bisschen um das Modell.
[00:02:41] Hier ist es auch schön im Studio und so, aber immer im Pool, am Meer, so stelle ich mir das vor, in Alpen, in Kitzbühel, wo auch immer. Ja, also auf den ersten Blick wahnsinnig romantisch und ich bin auch nach fünf Jahren will ich nichts anderes machen. Es ist tatsächlich auf den zweiten Blick natürlich schon so, dass wir, also wenn ich mir 35 Pools an einem Tag angeguckt habe, dann doch irgendwie mir auch nochmal was anderes vorstellen kann. Aber also wir haben da große Freude dran, es macht viel Spaß, vor allen Dingen auch einfach zu sehen.
[00:03:08] Weißt du, ich meine, ich kriege irgendwie WhatsApp-Nachrichten mit einem Video, wie die Leute sagen so, hey guck mal hier, meine Kinder haben gerade Schwimmen im eigenen Pool gelernt. Und du merkst so richtig, was das für einen Bezug auch zur Lebensrealität der Menschen hat und welche Bedeutung das für die auch irgendwie hat. Und macht großen Spaß, ja. Wieso bist du Unternehmer geworden? Du hast Jura studiert, nämlich mit in den Moment, wo du gedacht hast, ah, Anwalt ist es nicht, ich werde vorne.
[00:03:31] Ja, da muss ich eigentlich noch so einen Schritt zurückgehen. Ich hatte schon zu Schulzeiten irgendwie großes Glück. Ich hatte einen Sozialkundelehrer, der hat uns so einen Businessplan schreiben lassen und ich hatte keine Ahnung, dass es Unternehmertum gibt. Und wir haben dann so einen Businessplan geschrieben und dann haben wir gesagt, nee, wir setzen das um. Also wir wollen nicht einfach nur irgendwie aufschreiben, sondern wir wollen machen. Dann haben wir angefangen, Kunst zu vermieten, so von Schülern und Studenten und von Kunsthochschulen und so.
[00:04:01] Und haben die Arztpraxen und so weiter vermietet. Bisschen das Taschengeld mit aufgebaut und da habe ich so das erste Mal gesehen, oh wow, du kannst irgendwie was machen. Du kannst was selber aufbauen, das fand ich super spannend. Ich hatte keine Ahnung, was ich irgendwie beruflich machen will. Ich wusste nicht, dass das ein Berufsbild ist, Unternehmer zu sein. Ich habe dann natürlich irgendwie geschaut, so ja, okay, was kannst du studieren? Und habe am Ende Jura studiert, weil ich das inhaltlich super spannend fand.
[00:04:28] Aber auch da irgendwie relativ schnell gemerkt, dass ich wahrscheinlich nicht als Jurist arbeiten werde. Ich habe da so ein paar Praktika gemacht und so und gemerkt, das ist es nicht. Und habe dann weiter mir so mit Internetgeschichten mein Taschengeld aufgebessert und bin da einfach drauf hängen geblieben. Und habe dann jetzt eben in den letzten fast 15 Jahren verschiedene Consumer Tech Firmen aufgebaut. Immer so ein bisschen angefangen, mein eigenes Problem zu lösen. Also ganz am Anfang war es eine Lerntech-Firma und wir haben Online-Kurse für Juristen gebaut.
[00:04:53] Als angehender Jurist dachte ich sozusagen irgendwie, da gibt es ein Problem und das habe ich selbst und das will ich lösen. Was für Werkzeuge nimmt man aus so einem Jurastudium mit? Also klar, kannst Verträge lesen, ist nützlich, wenn du Immobilien kaufst. Aber was ist so außerhalb quasi vom juristischen Kerngebiet so ein Toolset, was du als Fauna mitnimmst, wo du sagst, ah, das hat mich geprägt, davon profitiere ich heute noch vielleicht von mentalen Modellen oder von anderen Werkzeugen?
[00:05:17] Also ich glaube, dass ich auf eine gewisse Art und Weise strukturiert denken und auch Entscheidungsfällen gelernt habe, weil du arbeitest als Jurist immer so Prüfungsschemata durch und richtest dich eben in deinen Entscheidungen letztlich an irgendwelchen Gesetzmäßigkeiten oder Urteilen beispielsweise aus und versuchst so ein bisschen abzuwägen. Und ich glaube, so dieses Denkmuster, ich habe das immer im Kopf, so ein Baumdiagramm,
[00:05:44] versuch mir so die verschiedenen Optionen irgendwie, das ist irgendwie ganz tief eingebrannt. Und das hilft extrem, weil gerade als Gründer habe ich mich auch extrem häufig so auf Mount Stupid befunden. Also diese initiale maximale Begeisterung für die eigene Idee und diesen Wahnsinn, den du da ja auch brauchst. Also wenn dir alle sagen, das wird eh nichts, der ist super. Aber dann mit der Zeit musst du das ja auch so ein bisschen selber irgendwie wieder in so eine Richtung lenken, dass das Ganze auch funktioniert.
[00:06:14] Und da dann so ein bisschen systematischer die Themen zu durchdenken, so ein bisschen logischer und so. Ich glaube, es ist ein Toolkit, was ich irgendwie im Jurastudium auch so ein bisschen gelernt habe. Erklär mir das Modell von MeinHomes. Wenn ich überlege, ein Ferienhaus zu kaufen, was ist der Pitch? Warum soll ich zu euch kommen? Also du hast es schon angesprochen, wenn du dir überlegst, ein Ferienhaus zu kaufen. Das ist ein Thema, das beschäftigt ganz viele Menschen. Die denken darüber nach, die wünschen sich das, die träumen von einer eigenen Ferienimmobil.
[00:06:41] Und weniger als zwei Prozent erfüllen sich diesen Traum aus unterschiedlichen Gründen. Entweder, weil es ihnen zu teuer ist. Wenn du so von deiner Traumvilla direkt am Meer an die denkst oder irgendeinem gemütlichen Chalet in den Alpen, dann nimmst du dafür halt zwei, drei, vier, fünf Millionen Euro in die Hand. Und das dann für eine Immobilie, die du nur selten nutzt, ist eben für viele Menschen entweder gar nicht erreichbar oder eben sie halten es für unwirtschaftlich, ökologisch fragwürdig, sozioökonomisch fragwürdig.
[00:07:09] Und dann ist es auf der anderen Seite so, dass solche Immobilien natürlich Arbeit sind. Also wir kennen alle das Sprichwort Eigentum verpflichtet. Und wenn du jetzt also auch noch über eine Immobilie nachdenkst, die im Ausland steht, anderer Rechtsraum, anderes steuerliches Umfeld und so weiter und du dich darum kümmern musst, das hat mit dem Urlaub nichts zu tun. Und das sind so die Gründe, die viele Menschen davon abhalten, sich diesen Traum von einer eigenen Ferienimmobilie zu erfüllen. Und wir haben uns einfach zur Aufgabe gemacht, mehr Menschen möglich zu machen
[00:07:38] und das auch zu einer Freude zu machen, so die eigene Ferienimmobilie zu besitzen. Wie machen wir das? Wir machen das zum einen durch Miteigentum möglich. Also das bedeutet vereinfacht gesprochen, dass sich mehrere Menschen eine Ferienimmobilie teilen. Du teilst dir das Eigentum mit anderen, du teilst dir die Nutzung. Also jeder bekommt sozusagen anteilig eine Möglichkeit, die Immobilie zu nutzen, dort seine Urlaube zu verbringen. Und du teilst ja eben aber auch die Kosten. Dadurch sinken die Kosten für alle. Und im Hintergrund kümmern wir uns um den gesamten Prozess.
[00:08:07] Also Suche nach den passenden Immobilien, rechtliche Themen, steuerliche Themen, Finanzierung jetzt mittlerweile auch. Und machen eben auch so diese ganze Handarbeit, Gartenreparaturen, Reinigungen und so weiter für unsere Miteigentümer, sodass die einfach ankommen und genießen können. Und haben so ein Operating System dafür gebaut. Also das heißt, wir sitzen eigentlich zum Großteil hier in Berlin, unser Team, aber sind mittlerweile in 25 Destinationen in Europa aktiv und steuern das sozusagen sehr
[00:08:37] zentral mit so einem Operating System, was wir gebaut haben, über das man eben heute Fähneimmobilien besitzen und genießen kann. Okay, ihr nehmt die Pizza, teilst ihr in acht Stücke. Ich muss nicht die ganze Pizza kaufen, sondern nur ein Stück oder zwei kaufen. Also bei einer Pizza, da esse ich ja tatsächlich meistens wirklich die ganze. Aber ein schönes Bild ist so das Stück Kuchen. Also du würdest dir niemals eine ganze Torte kaufen und dann irgendwie den Großteil davon wegkaufen, wenn du ein Stück Kuchen essen möchtest. Und das ist so ein Bild, das sich mir auch eingeprägt hat.
[00:09:06] Ich glaube, dass einfach dieser Gedanke, man muss sich das ein bisschen vor Augen führen, es gibt in Europa knapp 20 bis 24 Millionen Ferienimmobilien. Also es ist ein Riesenmarkt. Und davon steht der Großteil 80 Prozent des Jahres leer. Wir denken alle irgendwie an Airbnb und an Demos gegen irgendwie Airbnb, weil die ja böse alle vermietet werden. Das ist nicht so. Sondern der Großteil dieser Immobilien steht den Großteil des Jahres leer.
[00:09:33] Das ist wirtschaftlich total fragwürdig, aber eben auch ökologisch und sozioökonomisch. Ich meine, du baust ein Haus und dann nutzt es nicht. Du nimmst Wohnraum weg. Oder der wird halt teurer logischerweise auch für alle anderen. Und dann nutzt es nicht. Ist doch bescheuert. Klar, eigentlich crazy. Auf Mallorca so habt ihr viele Häuser. So gehen Leute auf die Straße, demonstrieren gegen steigende Mieten. Auf der einen Seite stehen die Villas im Oktober wahrscheinlich leer. Genau.
[00:09:59] Also das Mallorca-Paradoxon, das ist ja nicht nur ein Mallorca-Paradox. Das ist ein Dilemma, in dem sich diese ganzen typischen Urlaubsdestinationen befinden. Die leben auf der einen Seite vom Tourismus. So rund 80 Prozent des GDPs, des Bruttoinlandsproduktes von Mallorca, hängt direkt oder indirekt am Tourismus. Die brauchen den Tourismus. Und in Österreich würden die nicht G-Klasse fahren irgendwie in Kitzbühel, sondern würden
[00:10:24] halt irgendwie weiterhin Ziegenhirten sein, wenn es nicht Urlaub und Tourismus gäbe. Die brauchen den auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite bekommt die lokale Bevölkerung aber natürlich die Nachteile von nicht nachhaltigem Tourismus zu spüren. Du hast einmal dieses Overtourism-Thema, also gerade der hochsaisonale Massentourismus, der dann Massen an Menschen in den Hochsaisons da reinspült, alles ist überfüllt, alles ist dreckig und so weiter.
[00:10:52] Und dann eben dazwischen Phasen, wo nichts ist, wo auch keiner davon leben kann. Und dann auf der anderen Seite dieser Leerstand. Du hast vermeintliche Eigentümer, die eben ein Haus kaufen, aber einfach nicht nutzen. Und wir befinden uns mit dem, was wir mit Miteigentum machen, im Prinzip genau in der Mitte. Weil wir haben es mit Eigentümern zu tun. Denen ist ganz stark daran gelegen, dass diese lokale Destination sich auch positiv entwickelt. Die investieren dort konstant. Die sind eben 80, 90 Prozent des Jahres vor Ort.
[00:11:21] Und auf der anderen Seite ist eben aber auch für die lokale Destination gut. Also wir haben auf Mallorca, du hast das Beispiel gerade genannt, zum Beispiel so eine Firma, die mittlerweile fast ausschließlich für meine Immobilien tätig ist. Die können jetzt halt ihre Leute auch ganzjährig beschäftigen. Die haben nicht mehr diese Saisonalität. Die haben einen Ansprechpartner. Die wissen genau, was sie sozusagen irgendwie zu leisten haben. Und umgekehrt für unsere Miteigentümer ist es halt auch super, weil die auf eine gewisse Qualität setzen können.
[00:11:50] Wo ist die größte Skepsis von den Kunden? Was sind die häufigsten Rückfragen, die ihr kriegt? Oder Einwände, die ihr behandeln müsst? Also das geht damit los, dass die Menschen sich erstmal gar nicht vorstellen können, sich etwas zu teilen. Weil das will ja wahrscheinlich jeder zur gleichen Zeit nutzen. Und ich möchte ja zu einer bestimmten Zeit in die Immobilie können. Aber was ist, wenn dann andere auch dahin wollen? Und das können wir ganz gut lösen.
[00:12:14] Also wir können rund 75 Prozent der Reservierungsanfragen, die wir so über die App bekommen, können wir sofort bestätigen. Damit siehst du, du bekommst im Prinzip für ein Achtel der Kosten, das ist so ein typischer Eigentumsanteil, ist ein Achtel. Und damit dann auch ein Achtel der Kosten bekommst du 75 Prozent von dem, was du bekämpfst, wenn du die Immobilie alleine besitzen würdest. Aber du musst halt eben auch nur ein Achtel zahlen.
[00:12:39] Das ist also ein super Kompromiss, den die Menschen dann, wenn sie es sehen, auch gerne eingehen. Das zweite Thema ist, dass sie so das Gefühl haben, hey, wenn das meins ist, wenn das meine Fan-Immobilie ist, dann müssen da die Familienbilder an der Wand hängen oder dann muss das sozusagen irgendwie höchstpersönlich für mich eingerichtet sein. Und was wir da gemerkt haben ist, das war auch meine Befürchtung am Anfang, dass wir jetzt sozusagen so hochpersonalisiert irgendwie die Immobilien einrichten müssen.
[00:13:08] Aber wir bewaffnen die einfach bis an unter das Dach mit irgendwelchen tollen Features und dann kommen die Leute da rein und sagen, okay, so hätte ich es mir selber nicht gemacht. Und dann hast du halt eine Immobilie, die gefällt dir gut. Das ist dann eben dein Stil, dein Interior Design und dann kaufst du da einen Anteil. Und eine andere, die gefällt dir vielleicht nicht so gut, dann lässt du es da halt bleiben. Aber weißt du, so kauft sich eben jeder auch sozusagen seins. Was packt ihr da rein, was außergewöhnlich ist, was man nicht so auf dem Schwimm hat vielleicht? Ja, die sind vor allen Dingen einfach erstmal wirklich sehr, sehr hochwertig eingerichtet.
[00:13:38] Und ich gebe dir ein Beispiel so Hotelbetten von der Firma Schramm. Das sind so Betten, die kosten so zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Das würden sich die wenigsten in ihre Fan-Immobilie stellen, die sie dann sechs Wochen im Jahr nutzen. Aber wenn du dort hinkommst und dort halt eine wirklich hochwertige Schlafqualität hast und ordentliche Verdunklung, Schlafqualität spielt eine super Rolle, wichtige Rolle, super wichtig. Oder wir haben in jeder Immobilie irgendwie drei unterschiedliche Kaffeemaschinen, weil die einen wollen halt irgendwie Filter, die anderen wollen halt Siebträger, die dritten irgendwie quick and dirty durch die Kapsel so.
[00:14:06] Und wir haben immer Fitness-Wellness-Bereiche, wir haben E-Bikes vor Ort, wir haben Kinderspielzeug. Wenn du mit kleinen Kindern anreist, dann wird dir ein Trip-Trap hingestellt und ein Baby-Bett. Wenn du aber ohne Kinder anreist, dann steht das auch nicht im Weg rum. Es ist ein bisschen mehr wie in einem Boutique-Hotel. Das heißt, du kannst natürlich auch die Experience so ein Stück weit personalisieren. Und dann, ganz wichtig, alle Eigentümer haben vor Ort Lagerungsmöglichkeiten. Sichere Eigentümerschränke, wie wir die nennen, wo sie persönliche Gegenstände vor Ort lassen können.
[00:14:36] Du kannst aber auch Sachen einlagern und auslagern lassen. Ich kann meine Sachen, meine Kleider, kann ich da quasi hängen lassen? Also typischerweise genau, ein bisschen Klamotten, sodass du halt mit Handgepäck anreisen kannst. Ein paar Bücher, Lieblingsflasche Wein und so weiter. Aber wir haben auch Leute, die lassen dann irgendwie ihr Golf-Berg, ihr Skigepäck dort und so weiter. Ich habe ein Auto auf der Insel, was sozusagen eingelagert wird. Also du kannst alles im Prinzip dann auch vor Ort lassen. Und so kriegst du eine Personalisierung hin.
[00:15:06] Aber vor allen Dingen eben erstmal so ein sehr hohes Ausgangsniveau. Wenn ich in so die Immobilien reinkomme, die wir übernehmen, die dann teilweise 10, 20 Jahre lang im Besitz einer Familie sind, die sie aber wenig nutzen, die sind häufig halt auch einfach runtergewirtschaftet. Weil du dir natürlich dreimal überlegst, ob du da jetzt nochmal eine energetische Sanierung machst, wenn du das Ding ja nur sechs Wochen im Jahr nutzt. Und das Gleiche gilt halt für die ganzen anderen, fürs Interior, fürs Design, für die Features und so. Gibt es einen Sekundärmarkt für die Anteile?
[00:15:36] Also was ist, wenn ich wieder raus will? Okay, ich will nicht mehr nach Mallorca, jetzt will ich woanders hin. Ja, absolut. Also du hast natürlich einerseits das Eigentum an diesem Anteil. Das heißt, du kannst es genauso verkaufen wie deine alleine besessene Immobilie. Wir haben einen Marktplatz, darüber haben wir in der Vergangenheit Anteile innerhalb von 48 Stunden verkauft. Normalerweise dauert es irgendwie ein paar Wochen oder auch mal ein paar Monate, aber in jedem Fall schneller als so der typische Verkauf der ganzen Immobilie. Und es gibt auch ein ganz rationales Argument dafür, warum das so schnell funktioniert,
[00:16:05] weil du kannst bei uns Anteile komplett digital übertragen. Du musst dich eben gerade als Käufer eben auch nicht mit dem lokalen Recht, den lokalen steuerlichen Themen auseinandersetzen. Das ist alles sauber durchgeprüft und eben mittlerweile auch mit Finanzierungen, integrierten Finanzierungen und so weiter. Das heißt, du hast einen sehr, sehr einfachen Zugang zum Markt. Und genauso dann natürlich auch, wenn du deinen Anteil verkaufst, hat dein Käufer einen sehr einfachen Zugang zum Markt.
[00:16:36] Sehen die Kunden das denn auch ein Stück weit als Investment oder eher als Konsumgut? Oder ist es irgendwo dazwischen? Wie beantwortest du die Frage, wenn du sagst, okay, wenn ich das einen Anteil zehn Jahre halte, ist ja die Chance auch nicht so gering, dass das im Wert vielleicht gestiegen ist in der Zeit? Ja, das ist ganz interessant. Es gibt meistens in der Familie einen, für den ist das eine rein emotionale Thematik und den anderen, für den ist das irgendwie ein eher rationales Thema. Genau, also es geht für alle immer darum, es geht immer um Eigennutzung auch. Es geht immer darum, eigene Momente in dieser Immobilie zu kreieren,
[00:17:04] die irgendwie unvergesslich sind und so weiter. Also hochemotionales Thema. Und auf der anderen Seite ist es aber auch so, einfache Rechnung. Die Menschen machen ja auch anders Urlaub. Das heißt, die reisen in Hotels oder die mieten Immobilien. Und das sind Konsumausgaben. Das heißt, du hast ja auch Kinder. Wenn du irgendwie jedes Jahr für vier bis sechs Wochen in Urlaub fährst, da kannst du eine ordentliche Stange Geld lassen. Das habe ich auch gemerkt. Das wird aus irgendeinem Grund nicht günstiger. Das wird nicht günstiger.
[00:17:33] Wenn die plötzlich Flugtickets brauchen, die Zimmer größer werden. Richtig, genau. Und das sind ja reine Konsumausgaben. Also das heißt, die 10, 20, 30, 40, was auch immer, 1000 Euro, die man da irgendwie so lassen kann mit einer Familie, die sind weg. Die siehst du nie wieder. Die kannst du nicht irgendwo anderweitig investieren. Und die Miteigentümer, die nehmen durchaus auch dieses Geld oder einen Teil davon und investieren das eben stattdessen sozusagen in den lokalen Immobilienmarkt und kaufen sich einen Anteil an einer Immobilie, die sich im Wert entwickelt.
[00:18:02] Manche unserer Immobilien haben auch Vermietungslizenzen. Dann kannst du, wenn du selber nicht da bist, auch an Vermietungseinnahmen partizipieren. Du kannst die Anteile eben handeln. Du kannst sie auch tauschen bei uns. Wir haben diese ganze Asset-Klasse, ist so viel flexibler geworden. Okay, ich kann Kitzbühel abgeben und Sylt nehmen, wenn ich will. Richtig, genau. Also das habe ich zum Beispiel gemacht. Ich habe ganz am Anfang, mein erster Miteigentumsanteil war in Österreich und den habe ich dann nach zwei Jahren ungefähr wieder veräußert
[00:18:30] und gegen einen Anteil auf Mallorca sozusagen getauscht. Wir haben daraus sogar ein Produkt gemacht. Das ist eine Art Zufriedenheitsgarantie. Also du kannst bei uns jetzt einen Anteil umtauschen, so wie du sonst ein paar Schuhe online kaufst, Größe passt nicht, schickst zurück. Ist es schwer, die Liquidität auf so einem Marktplatz zu gewährleisten? Weil das sind ja schon hohe Transaktionen. Du redest zwar über, keine Ahnung, 100 bis mehrere hunderttausend. Also es geht so bei hunderttausend los und geht bis zu einer Million pro Anteil. Und die Geschwindigkeit hängt natürlich auch ein Stück weit an der Größe des Investments.
[00:19:00] Also ein hunderttausend Euro Anteil tradet etwas schneller als irgendwie ein Anteil im Wert von einer Million. Aber in allen Fällen würde ich sagen, trotzdem viel, viel schneller als eben die ganze Immobilie. Also du musst einfach nochmal dir vor Augen führen, was bedeutet das, in Spanien ein Haus zu kaufen? Und Mallorca ist das 17. deutsche Bundesland. Also da ist alles schon ganz, ganz viel einfacher als in anderen Teilen Spaniens. Du reist dorthin, du guckst dir irgendwie mit unterschiedlichen Maklern 35 Häuser an.
[00:19:29] Da ist immer irgendwie was illegal, was aber eben nicht im Exposé steht. Das kommt dann erst kurz vor Notatermin irgendwie raus, nachdem der Architekt endlich mal drin war. Der spricht aber nicht deine Sprache. Du hast einen Anwalt, den du dir suchen musst. Dann suchst du dir zwei oder drei, weil das mit dem ersten nicht funktioniert. Dann willst du es finanzieren. Du bist Arzt oder Architekt in Deutschland oder Unternehmer. Du hast ein gutes Einkommen. Deine Hausbank sagt nada. Falls ich nicht an. Falls ich nicht an. Das ist eine Ferienimmobil im Ausland. Obwohl es EU ist, obwohl Spanien ist.
[00:19:59] Völlig egal. Also interessant. Die Bank vor Ort bietet dir das an, aber für 6-7% Zinsen und mit irgendwie 10% Tilgung im Jahr. Die sagen mir auch keine Ahnung, wer du bist, ob dein Einkommen da irgendwie safe ist oder nicht. Genau. Also das heißt, du kriegst keine Finanzierung. All diese Themen, das ist alles so kompliziert. Auf der Verkäuferseite ist das Gleiche. Ich kenne wahnsinnig viele Verkäufer, die packen eine wirklich fantastische Immobilie auf den Markt. Aber es dauert dann halt. Die ist dann ein halbes Jahr. Die ist ein Jahr auf dem Markt.
[00:20:29] Da ist einfach dieser Anteilsverkauf. Nochmal, das ist wie in ETF zu investieren. Es ist alles rechtlich und steuerlich sauber aufgesetzt. Integrierte Finanzierung. Es ist alles geprüft mit natürlich lokalen Partnern. Also wir haben dann lokale Anwälte, Steuerberater, Architekten, die diese Prüfung der Immobilien für uns übernehmen. Und du kannst jetzt dein Handy auspacken und kannst in einer Viertelstunde Miteigentümer auf Mallorca sein. Cool.
[00:20:57] Okay, sag nochmal von allen Leuten, die Anteile verkauft haben. Wie viele haben Plus gemacht? Wie viele haben es für den gleichen Preis verkauft? Wie viele haben draufgelegt? Also ich weiß von einem, der aus einer persönlichen Notlage heraus praktisch sofort verkaufen musste. Also es ging glaube ich irgendwie um eine Scheidung. Und der hat dann sozusagen einen Abschlag hingenommen. Der hat gesagt, okay, ich biete meinen Anteil zu weniger an, also zu einem niedrigeren Preis an, als der ursprünglich wert war. Alle anderen haben Plus gemacht. Und das liegt natürlich auch daran, was sind das für Immobilien?
[00:21:26] Weißt du, wir sind in nachgefragten Destinationen, wo aber ein sehr, sehr begrenztes Angebot ist. Du kannst ja in diesen Destinationen gar nicht mehr so wahnsinnig viel bauen. 40, 45 Prozent der Insel Mallorca beispielsweise sind Naturschutzgebiet. So, da ist einfach Schluss. Du kannst jetzt da nicht mehr ewig viel bauen. Und das heißt, die Preise haben auch selbst in den Krisen der letzten Jahre und Jahrzehnten durchaus eine positive Entwicklung gesehen. Die Makler sagen dir irgendwas, 8 bis 10 Prozent. Ich sage dir, keine Ahnung, lass es 3 sein. Das ist auch okay.
[00:21:55] Aber du hast sozusagen eine grundsätzlich sehr positive Entwicklung und eine sehr stabile positive Wertentwicklung der Immobilien vor Ort. Das Zweite ist, du musst natürlich in diese Immobilien auch investieren. Also, das ist das klassische Thema bei Ferienimmobilien, dass die eben dann plötzlich Jahre später weniger wert sind, depreciaten. Aber nicht, weil der Markt sich negativ verändert hat, sondern weil in diese Immobilien nicht investiert wird, weil die eben leer stehen.
[00:22:22] Und weil die Menschen denken, es lohnt sich nicht, da jetzt irgendwie das Dach zu machen oder so. Und das heißt, wenn du konstant investierst, und das machen wir, also unsere Miteigentümer legen jeden Monat was in der Rücklage ein, sind auch dazu verpflichtet, diesen Werterhalt sozusagen sicherzustellen. Wenn du was investierst in einen Markt, der Nachfrageüberhang hat, dann hast du dann eine positive Aussicht.
[00:22:48] Und wenn du dann noch die Transaktion so stark vereinfachst, im Prinzip geben wir ja auch signifikant mehr Menschen Zugang zum Markt. Also rechnerisch können sich ungefähr 20 Mal mehr Europäer einen Anteil leisten als die ganze Immobilien. Das heißt, du hast sozusagen irgendwie knapp 39 Millionen Haushalte in Europa, die bekommen plötzlich Zugang zu dieser Asset-Klasse und hast natürlich gleichzeitig kein gleichermaßen steigendes Angebot.
[00:23:14] Und das heißt, da ist dann auch eine positive Marktperspektive möglich. Hängt dieser Branche noch dieses Timeshares-Thema nach? Das war glaube ich so 90er, 2000er groß, so in den USA, Kaffeefahrt. Leute werden da mit aggressiven Sales-Taktiken dazu gebracht, sich irgendwie so Nutzungsrechte in Florida zu kaufen. So habe ich es irgendwie abgespeichert. Ist das ein Thema, was noch präsent ist bei den Leuten? Dass das so einen Scammy-Charakter mal hatte in diesem speziellen Thema, was ihr jetzt nicht macht, muss man sagen, aber quasi was aus dieser Branche ein Stück weit kommt?
[00:23:42] Ja, also es gibt sehr, sehr große Unterschiede und es gibt aber eine Gemeinsamkeit und das ist eben, dass die Menschen immer schon diesen Traum von der eigenen Fernimmobilie hatten. Das ist heute so, das war damals so. Und im Timesharing, wie der Name schon sagt, hast du aber nicht Eigentum an einer Fernimmobilie bekommen, sondern du hast Zeit bekommen. Du hast dir letztlich sehr teure Miete gekauft. Timesharing ist ein Nutzungsrecht und nicht sozusagen ein Investment in diese Immobilie.
[00:24:11] Miteigentum, was wir machen, ist, als wenn du, ich und noch vier weitere Freunde uns jetzt zusammen ein Haus kaufen. Der einzige Unterschied ist, dass wir mit meinen uns sozusagen darum kümmern. Das ist aber eine Dienstleistung. Das Eigentum für die Immobilie liegt bei diesen Miteigentümern. Und das Nutzungsrecht oder die Möglichkeit, diese Immobilie zu nutzen, kommt dazu, so wie wenn du dir eine Wohnung in Prenzlauer Berg kaufst. Dann bist du Eigentümer, kannst sie nutzen. Erstmal, das eine ist Miteigentum, das andere ist Timeshare. Das sind zwei sehr unterschiedliche Dinge.
[00:24:40] Das zweite ist, dieses klassische Timeshare, das ist eben wirklich kein gutes Produkt. Und deswegen, ja, haben die sich dann irgendwann hingestellt und mussten auch sehr, sehr aggressiv den Leuten das irgendwie nach Sexangria irgendwie an der Strandpromenade sozusagen irgendwie aufs Auge drücken. Dann hat die EU meiner Ansicht nach völlig zu Recht irgendwann mal mit der flachen Hand auf den Tisch gehauen und hat gesagt, no more so. Und hat das ganz stark reguliert. Ja, sehr stark reguliert. Die haben einfach sehr klare Vorgaben dafür gemacht, insbesondere wie du das vermarkten darfst.
[00:25:08] Und du darfst eben nicht behaupten, dass das Eigentum ist. Du darfst eben nicht sagen, dass du da sozusagen irgendwie den Leuten vermeintlich ein Immobilieninvestment sozusagen ermöglichst. Und du musst sie aufklären, ja, ein bisschen wie so ein Börsenprospekt und so weiter. Das Interessante ist, wir haben uns an all diese Vorgaben gehalten, ohne sozusagen reguliert zu sein. Also weil wir haben kein Problem damit zu sagen, dass das Eigentum ist. Wir haben kein Problem damit, die Leute aufzuklären.
[00:25:35] Wir führen mehr als einstündige sogenannte Vorvertragsgespräche. Also wo wir, bevor die Menschen etwas unterschreiben, sie ganz detailliert durch die Verträge durchführen, um auch einerseits natürlich Fragen zu klären, aber um sie auch aufzuklären. Es geht um viel Geld. Du musst ja sicher sein, dass das, was du da machst, dass das irgendwie ein sinnvolles Investment ist. Und das machen wir. Wir merken, dass die Menschen das unterscheiden können.
[00:26:04] Und klar, es ist immer so eine der ersten Fragen irgendwie. Ist das nicht irgendwie dies oder das? Aber man kriegt es dann meistens auch erklärt, dass es das nicht ist. Wie viel verdient ihr Geld? Wir haben im Wesentlichen zwei Geschäftsmodelle. Das eine ist tatsächlich der Handel mit diesen Anteilen. Also das heißt, wir kaufen letztlich Immobilien. Wir werten die auf, richten die bis zum Teelöffel ein und dann verkaufen wir sie in Anteilen. Und darauf haben wir natürlich eine kleine Marge. Ihr kauft die teilweise auch schon im Rohbauzustand.
[00:26:34] Habe ich gesehen in der Doku. Also da läuft es über eine Baustelle so. Da ist überhaupt nichts. Kann man sich gar nicht vorstellen, wie das Ding aussieht. Das eine ist auch noch eingepackt in so ein riesen Zelt. Ja, da hast du unsere Bond-Villa gesehen. In Schweden mit krassem Seeblick. Cooles Objekt auf jeden Fall. Aber das ist jetzt auch keine fertige Immobilie, so wie das aussah. Nee, richtig. Die ist noch im Bau. Das ist ein wahnsinnig cooles Objekt. Und wir haben eben manchmal auch dann Zugriff auf solche tollen Orte vor allen Dingen. Das ist im Archipel von Stockholm.
[00:27:00] Du bist auf so einer eigenen Halbinsel, hast einen Bootsanleger, kannst damit irgendwie mit dem Boot zum Abendessen in die Stadt fahren. Das ist schon sehr, sehr cool. Und wenn wir so einen einzigartigen Ort haben und da was mit einem Projektentwickler zusammenbauen können, dann machen wir das natürlich auch. Ihr seid aber keine eigenen Entwickler. Wir sind nicht selber Entwickler, genau. Wir arbeiten in all diesen Themen eben immer mit lokalen Partnern zusammen. Wir arbeiten mit lokalen Projektentwicklern, mit lokalen Maklern, mit lokalen Anwälten, Interior Designern und so weiter zusammen.
[00:27:29] Aber kaufen dann eben Immobilien, werten die auf, richten die ein, verkaufen die in Anteilen und verdienen daran sozusagen natürlich auch ein bisschen mit. Was verdient ihr da grob? So zwischen 5 und 15 Prozent, eben abhängig auch vom Aufwand. Okay, das heißt so eine Bondwilder, das soll irgendwie groß aus, wenn so ein Ding irgendwie am Markt, keine Ahnung, für 3,5 Millionen verkaufbar wäre. Am Stück würdet ihr das vielleicht für 4 Millionen verkaufen können in Anteilen?
[00:27:55] Also die Immobilie, da kannst du nicht eine Null dranhängen, aber da kostet ein Anteil um die Millionen. Okay, also kostet 8 Millionen in Summe. Genau und da würden wir dann wahrscheinlich so um die 10 Prozent dran verdienen. Okay. Und für uns ist es aber, und das ist das Entscheidende, nur der Anfang der Geschichte sozusagen. Also wir nehmen in dem Moment, in dem wir so eine Immobilie auf diese Art und Weise fraktionalisiert haben, die auch auf unsere Plattform.
[00:28:25] Ich hatte dir vorhin erzählt, wir haben so ein Operating System gebaut. Das beschäftigt sich eben mit der Frage, wie kann man Immobilien effizienter ankaufen, wie kann man sie finanzieren, wie kann man sie operieren oder betreiben. Und wir nehmen jetzt sozusagen diese Immobilien auf diese Plattform drauf. In dem Moment, in dem sie dann einmal da drauf sind, verdienen wir natürlich auch an dem Lebenszyklus sozusagen der Immobilie mit.
[00:28:48] Wir haben eben zum Beispiel diesen Zweitmarkt, von dem du gesprochen hast, über den wir eine Art Kommission bekommen, wenn darüber ein Anteil verkauft wird. Genau, weil ihr sagt, okay, wir facilitaten diese Transaktion. Und wir bieten ohne Ende Concierge-Services an. Da haben wir natürlich auch eine kleine Marge drauf. Wir haben eine Verantwortung auch für diese Immobilien und übernehmen zum Beispiel die Geschäftsführung oder ein bisschen wie eine Hausverwaltung, damit unsere Miteigentümer sich eben nicht darum kümmern müssen. Und nehmen dafür nochmal eine Gebühr wahrscheinlich.
[00:29:14] Und dafür nehmen wir eine Gebühr, genau. Das ist bei ganz, ganz vielen dieser Themen in Summe dann eine ganze Menge Geld, aber geteilt durch acht auch wieder total fair. Da wird halt dein Service geleistet. Du musst ja diese Immobilien ganzjährig betreiben. Du musst die ja auch in Schuss halten und reinigen und so weiter, wenn du nicht da bist. Und ich mache mal so ein bisschen diesen Vergleich. Wir haben ein Haus, da haben wir das mal direkt miteinander verglichen.
[00:29:43] Die kostet dich pro Anteil im Jahr ungefähr 3.200 Euro. So Unterhaltskosten, Betriebskosten, Instandhaltungskosten, Versicherung, dies, das. Die gleiche Immobilie alleine zu besitzen, würde dich irgendwie irgendwas um die 15.000, 16.000 Euro kosten. Du würdest sie aber trotzdem wahrscheinlich nicht viel mehr nutzen. Also das heißt, die Kosten pro Nutzung, pro Übernachtung sind natürlich viel, viel höher. Dieselbe Immobilie jetzt für sechs, sieben Wochen im Jahr zu mieten, würde dich 22.000 Euro kosten.
[00:30:11] Also 3, 16, 22.000. Und nochmal, die 22.000 Euro, das ist reine Konsumausgabe. Die Kohle ist weg. Die 3.000 Euro, da ist ein Großteil Instandhaltung, also Investment in die Immobilie. Das wird dafür sorgen, dass die Immobilie eben in fünf oder zehn Jahren, wenn du sie verkaufst oder deinen Anteil verkaufst, mehr wert ist als heute. Und das ist das Entscheidende jetzt auch in diesem langfristigen Thema. Wir kümmern uns eben für unsere Miteigentümer darum, dass diese Immobilien langfristig in Schuss bleiben,
[00:30:40] dass die dort langfristig eine gute Zeit haben können und dafür bekommen wir natürlich auch eine entsprechende Gebühr sozusagen. Verstanden. Wie kriegt ihr die Auslastung hin? Weil wenn ich verstehe, wenn wir nur auf den Verkauf schauen, habt ihr eine 10% Marge roundabout. Wenn du es an acht Leute verkaufst, entspricht jeder Anteil irgendwie 12, 13% oder so. Heißt, wenn ihr nur sieben Anteile verkauft, dann seid ihr noch nicht break-even sozusagen. Also ihr verdient erst mit den letzten Anteilen, die ihr verkauft. Ist es schwer, jede Immobilie zu füllen mit acht Miteigentümern?
[00:31:07] Nee, also wir machen das mittlerweile so, dass wir zum einen, wenn du dich bei uns auf der Seite registriert, dir ganz viele Fragen stellen und dich fragen, hey, was suchst du? Wie möchtest du nutzen? Hast du schulpflichtige Kinder? Möchtest du deswegen sozusagen immer in den Schulferien und am besten den Berliner Schulferien? Oder hast du keine Kinder? Oder sind die noch nicht in der Schule und bist du deswegen vielleicht eher an den Nebensaisons interessiert? Also wir stellen ganz viele Fragen, wissen also sehr, sehr viel über unsere potenziellen Miteigentümer.
[00:31:37] Was für Arten von Immobilien die sozusagen sich wünschen? Dann gucken wir uns massenweise Immobilien an und schmeißen davon mal mindestens 90% sozusagen schon wieder raus. Also wir kriegen natürlich alles von den Maklern. Wir sehen auch viele Off-Market-Immobilien mittlerweile, aber ich würde mal sagen, mindestens 90% dessen, was wir sehen, fliegt sozusagen schon auf dieser Ebene raus. Dann nehmen wir einen kleinen Teil dieser Immobilien in eine Art Vorvermarktung.
[00:32:02] Da schicken wir dir und 15 anderen, von denen wir wissen, ihr könntet euch für so eine Immobilie interessieren. Darüber kriegen wir ein super Gefühl. Wir sammeln extrem viele Daten noch lange, bevor wir eine Ankaufsentscheidung fällen. Das geht mittlerweile so weit, dass wir die Hälfte der Anteile veräußern, bevor wir ankaufen. Also letztlich zusammen mit vier anderen Miteigentümern kaufen wir die Immobilie. Und ich sage immer, wenn wir vier Anteile verkaufen können, können wir auch acht verkaufen. Das ist nur noch eine Frage der Zeit.
[00:32:29] Es gibt Immobilien, wo das nicht funktioniert. Es gibt Immobilien, die machen keinen Sinn. Es ist auch ehrlicherweise nicht immer meine Lieblingsimmobilie, die dann am besten funktioniert. Das ist ja ein super persönliches Thema. Aber wenn eine Immobilie funktioniert, dann verkaufen wir sie eben relativ schnell. Im Schnitt unter vier Monate brauchen wir dann, um alle Anteile zu veräußern. Was habt ihr darüber gelernt, was für Immobilien gut funktionieren und was nicht? Was vielleicht unerwartet war, was du nicht gedacht hättest davor?
[00:32:55] Was ist der Taste der Anteilskäufer? Also ich glaube, man kann sagen, nothing beats the Seaview. Das ist echt krass. Was es für einen Unterschied macht, wenn eine Immobilie auch nur einen ganz kleinen Mehrblick hat, im Vergleich zu allem, was sozusagen irgendwie zweite, dritte Reihe ist. Das ist ja interessant, das hätte ich ja nicht gedacht. Also klar, ist schön damit, aber... Die Menschen sind auch bereit, deutlich mehr dafür zu zahlen. Aber es macht wirklich einen Unterschied.
[00:33:25] Das zweite Thema ist eben generell die Infrastruktur. Das ist auch was, was Menschen häufig nicht wissen. Und dann kaufen sie sich eine Ferienimmobilie und wundern sich dann im zweiten Schritt, dass sozusagen die Infrastruktur vor Ort einfach nicht gegeben ist. Der ist kein Supermarkt. Genau, weil du halt sozusagen irgendwie da dann scheinbar nicht so im Detail drauf guckst. Supermarkt ist ein Beispiel, also Einkaufsmöglichkeiten, aber eben auch Service. Also eben diese ganzen Konzertservices, Gärtner, Handwerker, Reinigung und so weiter,
[00:33:55] das musst du halt lokal auch anbieten können. Das spielt eine große Rolle. Dann, wir sehen, dass die Menschen tendenziell irgendwie zwei oder drei Schlafzimmer bevorzugen, selbst wenn sie irgendwie eigentlich irgendwie ein oder zwei reichen würden. Warum? Weil du dann doch immer irgendwie so die Idee hast, naja, dann kommen mal Freunde mit oder die Schwiegereltern oder so. Aber lieber zwei, drei Schlafzimmer als vier, fünf? Das ist einfach eine Frage der Größe der Familie und auch des Budgets natürlich. Das gibt es beides.
[00:34:24] Aber jedenfalls nicht diese kleinen Studio-Apartments. Das ist im Eigentum jedenfalls für die meisten nicht relevant. Also selbst für Pärchen, die dann halt sagen, nö, aber es kann ja gut sein, dass ich da mal irgendwie mit den Freunden nennen möchte. Dann immer mindestens zwei Schlafzimmer. Und also es ist halt einfach total genial zu sehen, wir packen halt ordentliches Internet rein, Homeoffice-Möglichkeiten und so weiter.
[00:34:48] Und diese ganzen neueren Lebensmodelle, Remote Work oder hybrides Arbeiten und so weiter, die spielen schon bei unseren Miteigentümern auch eine Rolle. Also wir selber sind als Company relativ office-zentrisch, ehrlicherweise. Aber unsere Miteigentümer, die schätzen das halt total, dass du da von vor Ort auch arbeiten kannst. Unser Team kann auch von den Immobilien aus arbeiten und findet das auch ziemlich cool.
[00:35:16] Was ist die verrückteste Immobilie, die du nicht gekauft hast? Die ihr nicht reingenommen habt? Also wir haben eine gekauft. Das ist tatsächlich diese Bond-Villa. Die ist insofern verrückt, weil das ist riesig, das Ding. Das ist unfassbar. Das wird total crazy. Wenn wir mal diese ID-Doku reinschauen, dann kann man es sehen. Ja, da kann man sehen, vor allem wie groß das wird. Das ist wirklich ein gigantisches Objekt. Dann haben wir, ich erinnere noch, wie wir uns die ersten Immobilien angeschaut haben. Das war hier so ein Berliner Umland.
[00:35:46] Und wir wollten halt einfach mal so in der Nähe gucken und dachten auch so, hey, dann haben wir das vielleicht auch so unter Kontrolle. Haben relativ schnell gemerkt, nee, genau. Also wer interessiert sich für Berliner Umland? Naja, Berliner. Und das passt halt nicht zum Miteigentum. Also du musst im Prinzip an Destinationen gehen, die ganzjährig attraktiv sind und die ganzjährig für unterschiedlichste Menschen aus unterschiedlichsten Regionen attraktiv sind, um diese Nutzungskombination hinzubekommen. Und da weiß ich noch, da haben wir uns so eine Immobilie angeguckt.
[00:36:15] Das war wie so ein verrücktes Haus. Da war irgendwie alles auf dem Kopf und so weiter. Und ich weiß nicht, es gibt, glaube ich, immer für alles eine Nische, aber das wäre bei uns auch nicht so gut. Zu viel gewesen. Noch einen Dungeon dran gebaut. Genau, genau, genau. Es sah ein bisschen wie bei euch hier im Holzmarkt aus. Hier ist es schön, hier ist jedes Mal anders. Wenn wir ins Studio gehen, laufe ich da unten übers Gelände. Jedes Mal ist da ein neuer Keuteich oder irgendwie ein neuer Laden, irgendein Schild. Also es ist so. Das ist cool. Hier wird immer gebaut. Hier hängen neue Lichter übrigens. Müssen wir in YouTube schauen, ob das Bild auch besser ist. Genau.
[00:36:44] Was hast du über Ankauf gelernt? Geld verdienst zum Einkauf so? Sag mal oft, was hast du da gelernt? Als Jurist, wie verhandelst du am besten, dass du das Ding auch günstig kriegst? Ja, also du lernst vor allen Dingen, dass in diesem Fan-Immobilien-Bereich vieles erstmal nicht so wahnsinnig professionell zugeht. Weil das eben ist eine riesen Asset-Klasse, aber du hast halt keine institutionellen Käufer, du hast keine institutionellen großen Strukturen. Und das heißt, da wird auch viel gemauschelt oder wurde zumindest in der Vergangenheit viel gemauschelt.
[00:37:12] Und mittlerweile fliegen sie aber mit Drohnen über die Insel und gucken halt, wie groß der Pool ist und wissen sozusagen auch, dass es Regeln gibt und man sich an diese Regeln auch halten muss. Und dann kann es gut sein, dass du ein Haus kaufst und dann irgendwie mitgeteilt bekommst, was weiß ich, das dritte Schlafzimmer, das war früher eigentlich irgendwie ein Hühnerstall und das muss jetzt wieder weg. Oder wenn es abbrennt, dann kriegst du keine Wiederbeaufbaugenehmigung oder die Versicherung zahlt halt nicht, wenn du so illegale Anbauten hast und so. Das heißt, im Ankauf musst du erstmal darauf achten,
[00:37:41] dass du dir kein Risiko kaufst? Du musst unglaublich genau hinschauen. Und während man eben vor 20 Jahren gesagt hat, ach komm, ist eine Ferienimmobil, das interessiert eh keinen, ist es halt heute nicht mehr so, sondern du musst heute genau hinschauen, weil dir dann eben ansonsten Probleme drohen. Das ist so das eine. Also ich habe gelernt, dass da vor allen Dingen einfach ganz, ganz viel Schmur auch passiert und man sich das eben sehr genau anschauen muss. Das andere ist, ich glaube, was einen guten Deal ausmacht, ist nicht unbedingt der Einkaufspreis,
[00:38:09] sondern natürlich eben vor allen Dingen dann die positive Entwicklungsprognose in Zukunft. Und das heißt, wir schauen extrem stark auf die Lage. Wir schauen extrem stark darauf, was sich da sozusagen in der Umgebung tut. Das ist natürlich doof, wenn du jetzt sozusagen im Augenblick Meerblick hast, aber dir dann irgendwie ein Hotel vor die Nase gesetzt werden kann. Und diese auch mittel- bis langfristige Perspektive ist extrem wichtig für uns. Also wir haben es in den Destinationen, in denen wir sind,
[00:38:38] ja auch mit sehr positiven, langfristigen Prognosen zu tun, weil, nehmen wir wieder das Beispiel Mallorca, da jetzt auch internationaler Tourismus sozusagen immer stärker wird. Du hast direkt Flüge aus den USA und so weiter. Und ich bin der festen Überzeugung, in Europa werden wir so ein bisschen das Disneyland der Welt werden über die nächsten Jahre und Jahrzehnte. Du wirst halt hier noch so ein Stück weit irgendwie auch kulturelle Vielfalt erleben können.
[00:39:04] Und das wird einigen dieser Destinationen sehr helfen, gerade in so einer virtuellen und digitalen Welt, in der wir leben, werden diese echten Erlebnisse und Orte eben, glaube ich, immer mehr wert werden. Harte Aussage, aber es ist der ultimative AI-Hatch zu sagen, die Leute kommen mit ihnen direkt fliegen aus New York und irgendwie später LA und wie auch immer, nach Mallorca und Co. und geben da ihr Geld aus. Sicheres Business.
[00:39:32] Ja, also aus unserer Sicht ist es natürlich perfekt, weil für uns ist KI eine riesen Opportunity einerseits, aber eben auch ein Hatch. Also wir sind, wir sagen immer so, not AI-fiable away oder sozusagen in der Lage dazu, ja gerade eben in einer so zunehmend virtuellen Welt mit so physischen Assets auch was anzubieten, was einen echten Wert hat für die Menschen.
[00:40:01] Auf der anderen Seite ist KI für uns natürlich eine riesen Opportunity im Hinblick auf unseren Prozess. Wir können alles zehnmal besser, zehnmal schneller, zehnmal effizienter machen. Sag mal nochmal kurz, Stichwort Destinations, was ist so up and coming, was man nicht so auf dem Schirm hat in Europa? Wo sagst du, da sind so Hidden Gems, die in den nächsten Jahren vielleicht stark wachsen können? Ja, du wirst jetzt sagen Hidden, wenn ich dir sage Kroatien, Portugal, Griechenland, aber das sind sozusagen die Regionen, in denen eben das Preisniveau noch etwas niedriger ist
[00:40:31] und eben die Nachfrage dafür sorgt, dass die Preise sich sehr, sehr positiv entwickelt haben jetzt in den letzten Jahren und auch weiterhin entwickeln werden. Auch die Bauqualität nimmt da immer weiter zu. Du hast jetzt mittlerweile auch viele sehr, sehr gute Bauträger in den Regionen, die das eben auch erkannt haben. Und ja, ich glaube, man kann so die ein oder andere griechische Insel, das ein oder andere, die Küstenregion, vor allen Dingen natürlich in Kroatien, in Portugal und so weiter,
[00:41:00] kann man das ganz gut beobachten, wie schnell das auch aufholt. Was ist die experimentelle Kohorte danach, die noch nicht so auf dem Schirm ist, die vielleicht kommen könnte, aber auch mehr Risiko bietet? Ich war gerade in Tirana und in Albanien und nicht beruflich, sondern privat eingeladen und sehr, sehr coole Stadt. Hat großen Spaß gemacht, super nette Menschen, ganz bunt, sehr viel Kultur.
[00:41:30] Bisschen so hat mich so an Mexico City in Klein oder so erinnert und sehr, sehr, sehr, sehr nette Menschen. Ich glaube, es gibt ganz, ganz viele Orte, gerade so in Richtung Osteuropa, die wir total unterschätzen. Kannst du von mir, weil gerade Montenegro war total begeistert. Ja, genau. Kannst auch coole Abenteuerurlaube in Georgien machen und so weiter. Hat dir aber noch nichts gekauft? Was müsste passieren, damit dir an so einem Ort,
[00:41:58] also welche KPI muss sozusagen grün werden, dass du sagst, ich kaufe meine erste Immobilie in Georgien oder Albanien? Also wir sind natürlich mittlerweile einfach auch als Unternehmen dazu verpflichtet, unseren Investoren gegenüber und uns selbst gegenüber auch einen gewissen Fokus zu haben. Und nur weil ich jetzt einen Ort irgendwie nett und schön finde, machen wir da noch nicht eine Destination auf, sondern wir fokussieren uns letztlich auf so unser Brot-und-Butter-Geschäft sozusagen.
[00:42:27] Und das sind halt schon die besonders nachgefragten und typischen Urlaubsdestinationen in Europa. Was ist das neben Mallorca? Alpenregionen, also vorhin schon genannt, so Alberg, Kitzbühel, Kitzbühler Raum, Montafon, dann rund um die Seen in Italien im Norden, also Gardasee, Comasee ist ganz stark, Südfrankreich, Côte d'Azur, eben auch die Adria-Küste,
[00:42:54] Nord-Ostseeküste, also so diese ganzen sehr, sehr typischen Urlaubsregionen, in denen eben du dir auch vorstellen kannst, dass das auf jeden Fall in 10 oder 20 oder 30 Jahren noch so sein wird. Wie groß seid ihr denn eigentlich? Oder was sind so die Kennzahlen, wenn du ein Investor-Reporting schreibst, sowas steht da ganz oben? Ist das Umsatz? Ist das so Assets under Management, Anzahl Häuser? Oder was ist das, worauf du schaust? Und wie groß seid ihr in dieser Kennzahl? Ja, also wir haben zwei große Kennzahlen. Das eine ist eben dieses Trading-Volumen,
[00:43:23] weil das natürlich letztlich unsere Assets under Management aufbaut. Also das heißt, für uns ist es ganz, ganz wichtig zu sehen, wie schnell wächst die Kategorie, wie schnell wachsen wir in der Kategorie, wie schnell wachsen unsere Assets under Management. Also das Trading-Volumen ist eins. Da haben wir jetzt letztes Jahr so rund 100 Millionen in Asset-Values getradet, gehandelt. Und das heißt, das sind Anteile, die zum ersten Mal ausgeben, weil die ein neues Haus ins Portfolio nehmen und zum ersten Mal verkaufen, für die Bond-Villa, wenn die irgendwann fertig ist.
[00:43:51] Aber auch Sekundärmarkt, wenn Leute Anteile flippen. Ja, wobei der Sekundärmarkt natürlich prozentual viel kleiner ist, weil die Menschen ja typischerweise irgendwie die Immobilie dann auch ein paar Jahre nutzen wollen, bevor sie die wieder verkaufen. Okay, 100 Millionen Volumen, 10% Marge, roundabout 10 Millionen Umsatz, kann man das so sagen? Tatsächlich ist es bei uns dann auch 100 Millionen Umsatz, weil die Anteile eben einmal sozusagen bei uns durchs Balance Sheet gehen. Aber ja, du kannst dann sagen, eine Gross Marge von rund 10 Millionen.
[00:44:20] Und dann haben wir eben das zweite KPI, dieses ganze operative Business, also diese Platform Operations, das Betreiben der Immobilien, das Verwalten der Immobilien. Und da spielt natürlich Assets under Management und die Nutzung durch die Miteigentümer eine große Rolle. Wir haben jetzt ungefähr 75 Jahre Urlaub in meinen Immobilien gerade gefeiert. Also kumuliert haben unsere Miteigentümer 75 Jahre Urlaub in diesen Immobilien gemacht. Das ist auch ein ganz cooles KPI.
[00:44:48] Was mich persönlich am meisten interessiert ist, sind unsere Miteigentümer happy mit dem, was wir da machen. Und rund ein Viertel hat mittlerweile einen zweiten oder dritten Anteil gekauft. Das ist für uns halt so ein super zentrales KPI. Also du kannst ja NPS machen und diese ganzen so... Net Promoter-Score, wie happy die Leute sind. Net Promoter-Score, wie happy die Leute sind. Aber ganz ehrlich, ja, also was sagt dir das? Der ist auch gut bei uns, aber wenn die Leute kommen und sagen, ich investiere da jetzt irgendwie einen sechsstelligen Betrag und ein Jahr später kommen sie wieder und kaufen einen zweiten Anteil
[00:45:17] und nochmal ein Jahr später kommen sie wieder und kaufen einen dritten Anteil, dann weißt du, okay, die meinen das ernst und das scheint irgendwie für sie zu funktionieren. Das ist für uns so das zentralste Customer Experience oder Customer Happiness KPI. 70% von euch sind nicht auf dem Channel abonniert und verpassen vielleicht die nächste Founder Mode Folge. Wenn ihr nicht zu der Gruppe gehören wollt, dann drückt den Abonnieren Button. Wie kommst du an die ran?
[00:45:44] Ich stelle mir das, ich meine, seit einem Startup hat einen lustigen Namen, mein mit einem Y, also so. Klingt total modern, das musst du Leute überzeugen, dir 200.000, 300.000 zu geben. Stell ich mir schwer vor. Was hast du darüber gelernt, diese Funnels aufzubauen, um überhaupt dann an diese Leute ranzukommen, Leads zu generieren, aber auch die dazu zu bringen, zu kaufen? Gib mir die Mini-Masterclass in, wie verkaufe ich ein sechsstelliges Produkt online? Das hat ganz, ganz viel mit Vertrauen zu tun und am Anfang kannte uns keiner
[00:46:13] und natürlich hat uns keiner zugetraut oder vertraut und das heißt, das ist ein sehr, sehr intensives Gespräch, was du mit den Menschen führst. Das kauft jetzt keiner irgendwie wie ein paar Socken online. Das ist zwar digital genauso einfach möglich, mittlerweile kaufen auch viele wirklich ohne das Objekt vor Ort gesehen zu haben. Die machen eine reine Videobesichtigung zum Beispiel. Du kannst wirklich komplett digital kaufen in ganz Europa, aber es hat so viel mit Vertrauen zu tun,
[00:46:41] dass wir eben wirklich auch viele Gespräche führen und wir haben ein großes Vertriebsteam, die dann eben mit den Menschen sozusagen darüber sprechen. Das zweite Thema, und das ist, glaube ich, für uns auch so ein, ich würde nicht sagen Hack, aber es hat uns jedenfalls sehr geholfen, dass die traditionelle Presse irgendwann davon Wind bekommen hat und dann angefangen hat, darüber zu berichten. Und zwar komplett autonom sozusagen. Also auch jetzt beispielsweise diese Reportage oder Dokumentation, die du vorhin angesprochen hast in der ARD. ARD-Mediathek, das ist jetzt Champions League,
[00:47:12] was Reputation angeht. Das kannst du jetzt jedem Interessenten schicken. Aber es ist halt öffentlich-rechtliches Fernsehen. Das heißt, wir haben das Ding auch erst gesehen, als es alle anderen gesehen haben. Und wir konnten da jetzt nicht irgendwie Einfluss drauf nehmen oder so. Und das hilft uns aber im Umkehrschluss natürlich total. Weil wenn dann eben ein öffentlich-rechtlicher Sender darüber berichtet und die haben auch sehr investigativ mit Menschen gesprochen, ohne dass wir die denen vorgestellt haben. Die haben rumgefragt, die haben versucht, das wirklich zu verstehen und zu prüfen, ob da irgendwie was dran ist und wie das funktioniert und so weiter.
[00:47:42] Wir waren auch in so einem Verbraucherschutzmagazin ARD Plus Minus, wo wenn du dir so die Beiträge anguckst, ist es eigentlich immer eher Minus Minus. Die zerreißen eigentlich irgendwie alle möglichen Produkte. Unser Beitrag, der da über uns gemacht wurde. Klar, da kommen auch Kritiker zu Wort. Und die werden natürlich auch gefragt, wie funktioniert das? Und was der Kritiker da sagte, war dann so, ja, es ist schon ein sehr, sehr umfangreiches Vertragswerk. Super, ich finde es gut. Also da wird sozusagen alles geregelt. Aber das war sozusagen die einzige echte Kritik.
[00:48:10] Und das hilft uns natürlich total, wenn also öffentlich-rechtliche Medien darüber berichten, sich das eben auch genau angucken, prüfen, schauen, dass das kein Problem ist und dass das alles funktioniert. Und dann eben darüber berichten, das hat uns sicherlich auch geholfen. Was gehört noch dazu, Vertrauen at scale aufzubauen? Don't fuck it up. Ja, also wir haben wirklich, wir investieren sehr viel darin,
[00:48:40] das, was wir versprechen, dann auch wirklich leisten zu können. Und du machst da viele Sachen, die nicht skalieren am Anfang. Wir haben ein Team, was sich ausschließlich darum kümmert, dass die Miteigentümer geonboardet werden. Dass die, du weißt es, in Spanien zum Beispiel muss man sich steuerlich anmelden. Dass das auch einfach passiert und dass das passiert und dass dann nicht plötzlich einer einen bösen Brief bekommt.
[00:49:07] Wir haben ein Team, was sich um die ganzen rechtlichen Themen, um die ganzen finanziellen Themen kümmert und so weiter. Wir machen im Prinzip für unsere Miteigentümer diese ganzen Themen, um einfach sicherzustellen, dass das funktioniert. Und da investieren wir teilweise auch sehr stark. Also da geben wir häufig im Augenblick noch mehr Geld aus, als wir damit verdienen. Aber das ist so wichtig. Du musst dafür sorgen, dass das ein gutes Ergebnis ist, ein gutes Produkt ist. Und wenn du da halt Fehler machst,
[00:49:36] dann natürlich zu den Fehlern auch stehen und transparent darüber kommunizieren. Sonst verspielst du Vertrauen extrem schnell. Also du kannst da nicht mit dem klassischen Startup-Mindset rangehen, so break a lot of things along the way. Dafür sind die Werte, um die es geht und die Bedeutung dessen für unsere Kunden zu groß. Klingt alles super. Mich hattest du vorhin schon bei den guten Betten. Bei der Umwelte-Siebträger-Maschine. Aber gleichzeitig gibt es bei jedem Startup Struggle. Also wenn man hinter die Kulissen schaut, dann denkst du, okay, so einfach ist es dann doch nicht.
[00:50:05] Bei mir war es, dass ich zum ersten Mal die ersten 1-2 Millionen geraced habe. Da dachte ich, alle meine Probleme sind gelöst. Aber in der Rückschau haben sie da natürlich erst angefangen. Irgendwie musst du da als Founder zum ersten Mal Leute einstellen. Denkst du, ah fuck, irgendwie, wie kriege ich eine gute Kultur hin und so. Das war so mein größter Struggle. Was ist deiner? Was ist das Schwierigste dabei, so eine Firma zu bauen? Ich habe einen Investor, den habe ich mal gefragt, weil er aus meiner Sicht ein guter Unternehmer geworden wäre, warum er Investor und nicht Unternehmer geworden ist. Er meinte, naja, es gibt zwei Dinge, die ich ganz furchtbar finde. Das sind Mitarbeiter und Kunden.
[00:50:37] Das ist bei mir nicht so. Ich finde Mitarbeiter und Kunden nicht furchtbar. Aber das bringt unglaublich viel Verantwortung mit sich. Das kennst du auch. Du hast dann eben deine Mitarbeitenden, du hast aber auch deren Partner, deren Kinder, deren Hunde, Katzen, um die du dich irgendwie kümmern musst. Alle haben irgendwie Bedürfnisse und du hast Verantwortung für die. Und dann hast du Investoren, genau, und die geben dir Geld und du hast Verantwortung für das Geld dieser Investoren. Und dann hast du Kunden in unserem Fall, die geben dir auch noch viel Geld
[00:51:07] und du hast Verantwortung für dieses Geld dieser Kunden. Also insofern, das ist sicherlich nicht nur auch ein Joyride, weil du auf eine gewisse Art und Weise natürlich in dieser Verantwortung, ja genau, es passieren Fehler. Du musst dann aber eben dazu stehen und musst den Leuten das erklären und musst versuchen, diese Fehler auch wieder auszumerzen und kannst das nicht einfach irgendwie runterschlucken. Das zweite Thema, was uns einfach in den letzten Jahren super stark betroffen hat,
[00:51:37] waren so diese ganzen makroökonomischen Themen. Also wir haben angefangen während der Pandemie. Keiner konnte reisen, alle haben uns einen Vogel gezeigt, haben gesagt, wieso macht ihr jetzt irgendwie was mit Ferienimmobilien? Auf der anderen Seite, alle wollten so ein Haus. Alle wollten so ein Haus. Das hat uns dann im Endeffekt auch einen Rückenwind gegeben. Danach dann Ukraine-Krieg. Meine Frau ist selber Ukrainerin. Wir sind irgendwie zur Grenze gefahren, haben ihre Familie abgeholt und auf dem Rückweg dachte ich irgendwie so, ja ich kann wahrscheinlich jetzt irgendwie morgen irgendwie die Hälfte der Leute entlassen, weil das Consumer Sentiment,
[00:52:06] dann, du erinnerst das, erstmal irgendwie der Kopf der Menschen war, hat sich mit anderen Themen beschäftigt als mit der eigenen Ferienimmobilie. Krieg in Europa. Das Auto erstmal. Genau. So eine Entscheidung wurde aufgeschoben und schon gar keine Immobilienzweifel. Genau. Dann hatten wir Zinserhöhungen. Die Zinskurve sah plötzlich ganz anders aus als die 15, 20 Jahre davor. Wir hatten Inflation. Und das sind alles so Themen, die haben uns direkt betroffen. So ziemlich jeder schwarze Schwan, der da irgendwie in den letzten Jahren
[00:52:36] durch Europa geflogen ist, ist uns so frontal ins Gesicht geflogen. Wir hatten das Glück, dass wir immer dann irgendwann gemerkt haben, aber jetzt macht dafür Miteigentum eigentlich noch viel mehr Sinn. Wenn die Zinsen, als die Zinsen hochgegangen sind, hat es noch weniger Sinn gemacht, sich eine Immobilie irgendwie alleine zu kaufen. Als es Inflation gab und die Unterhaltskosten gestiegen sind, hat es noch weniger Sinn gemacht, sich die Immobilie alleine zu kaufen. Und Miteigentum hat es eben aber wieder noch mehr Menschen möglich gemacht,
[00:53:05] dass dann die sich eben doch diesen Traum erfüllen konnten. Das heißt, wir konnten auch so ein bisschen so die Gegenwinde in Rückenwinde drehen. Wie kriegst du das für dich persönlich als Founder hin? Also quasi so ein Stein, der erstmal einen Weg gelegt wird, ein bisschen eine Chance zu sehen. Wie kriegst du deinen Mental Health-Eingriff, wenn irgendwie heute Zinsen, morgen ist Iran, übermorgen irgendwas anderes, du denkst, oh fuck. Also ich bin Zukunftsoptimist. Ich glaube sozusagen sehr fest daran, dass es am Ende immer alles gut wird.
[00:53:35] Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende. Und versuche für mich selbst so Ausgleich zu finden. Und habe so ein paar Routinen, die mir ganz wichtig sind. Ich mache fast jeden Morgen meinen Sport. Und auch wenn ich irgendwie unterwegs bin, habe ich so ein paar Übungen, die ich selbst im kleinsten Hotelzimmer irgendwie machen kann und dann auch mache, weil ich weiß, wie stark meine dann wieder sonstige mentale
[00:54:02] und auch körperliche Kapazität und Resilienz davon abhängt, ob ich das mache. Weil es ein positiver und aber auch ein Teufelskreislauf werden kann, wenn ich das nicht mache. Mein Schlaf hängt davon ab. Meine so einfach geistige Resilienz. Und also das ist so ein Thema Routinen. Auch Ausgleich zu schaffen. Meine Frau spielt eine ganz wichtige Rolle. Wir sind ein super Team. Und ich glaube, ohne die würde ich nichts davon irgendwie auf die Kette kriegen.
[00:54:31] Die holt mich auch immer mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Und wenn ich so irgendwo ganz weit weg bin, sozusagen, dann ist die, die mich groundet. Die ist Fotografin, oder? Kommt auch in der Doku vor? Die ist Fotografin. Die ist eine ganz fantastische Mode- und Beauty-Fotografin. So eine der Top-Fotografinnen in Europa. Lebt zur Hälfte in Paris, zur Hälfte hier in Berlin. Okay, interessant. Also heißt es, ich meine irgendwie Top-Performerin, aber auf einem komplett anderen Gebiet. Und das funktioniert für euch gut, diese Mischung? Ja, es funktioniert deswegen gut,
[00:55:01] weil wir da auch sehr ähnlich sind. Ich glaube, wenn einer irgendwie zu Hause sitzen und, weiß ich nicht, ein anderes Lebensmodell irgendwie präferieren würde, dann wäre es schwierig, weil wir beide relativ extreme, aber ähnliche Lebensmodelle haben, funktioniert super gut. Es sind so zwei Zahnräder, die ineinander greifen. Ja, okay. Das gegenseitige Verständnis, zu sagen, gut, wenn du bis 23 Uhr dann noch irgendwelche Calls hast und so, part of the game. Also es ist nicht genervt davon, dass du da irgendwie nicht da bist. Und gleichzeitig aber auch zu wissen, wie viel einem das überhaupt abverlangt. Ja, Anna sagt immer, der Unterschied,
[00:55:31] wenn sie in Paris ist oder wenn sie in Berlin ist, ist, dass ich mit oder ohne schlechtes Gewissen spät nach Hause komme. Also inso schein. Got it. Was hättest du als Fauna gerne gewusst, bevor du die Company gegründet hast? Das ist eine gute Frage. Ich stehe jeden Morgen auf und denke mir, so und so läuft der Tag und am Ende des Tages ist es natürlich alles immer anders gekommen als geplant. Ich glaube, du kannst auch nur bis zu einem gewissen Grad
[00:56:00] planen, was läuft, wie es läuft. Wir haben uns sehr systematisch vor dem Start Gedanken darüber gemacht, über den Markt gemacht und über die, sagen wir mal, groben Rahmenbedingungen. Und wir haben uns sehr viel Gedanken darüber gemacht, mit wem wir das machen wollen. Also mein Mitgründer Fabian und ich haben ja auch die letzte Firma schon zusammen gegründet. Und wir kennen uns sehr, sehr gut. Wir wissen also auch sehr gut, wo unsere jeweiligen Stärken und Schwächen liegen,
[00:56:30] wie wir uns ergänzen. Und wir haben uns einfach versucht, sozusagen Rahmenbedingungen zu schaffen. Eben einmal marktseitig und dann, was sozusagen das Team betrifft und ein Stück weit auch, was das Geschäftsmodell betrifft und die Grundeconomics. Und in diesem Dreieck ist aber jetzt nichts nach Plan gelaufen. Also da drin sind wir und da funktioniert jetzt eben auch alles und entwickelt sich sozusagen grundsätzlich in die total richtige Himmelsrichtung.
[00:56:59] Aber das ist halt ein Kompass und nicht eine Landkarte. Sondern dann kommt halt jeden Tag irgendwas, was du nicht geplant hast und was du gerne vorher gewusst hättest. Was ist das Verrückteste, was in letzter Zeit passiert ist? Du hast ja auch einen sehr operations-heavy Geschäftsmodell. Da passieren bestimmt auch interessante Sachen. Ja klar, fällt natürlich mitten im August bei irgendwie 38 Grad im Schatten die Klimaanlage aus und nachts um drei ruft dann einer den Eigentümer-Service an und braucht jetzt Hilfe und die kriegt er dann auch. Du hast irgendwie die
[00:57:27] gerade so 18-Jährige, die irgendwie mit ihren zwölf Freunden die illegale Poolparty schmeißt und am nächsten Tag reißt aber die Familie mit zwei Babys an und es muss dann doch wieder schick sein. Du hast gerade jetzt auch, wir haben ja jetzt diese integrierte Finanzierungslösung gelauncht und das machen wir mit einer Bank zusammen und wir haben es eben dann auch immer wieder mit ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten zu tun. Wir haben es auf der einen Seite
[00:57:56] mit diesem Lifestyle-Thema und Fun und das macht alles Spaß und das ist alles irgendwie schön und bunt und emotional zu tun und dann auf der anderen Seite muss sauber bei einer Bank eine ganz andere, ja auch irgendwie ein ganz anderes Mindset mitbringen, weil da kommt es auf jede Nachkommastelle an und alles muss ganz akkurat und sauber zugehen. Also da balancieren wir immer so ein bisschen so die unterschiedlichen Welten. Was war der teuerste Fehler,
[00:58:26] aus dem du was lernen konntest und was war der, aus dem du gar nichts gelernt hast? Wir haben ganz am Anfang mal ein Haus gekauft, da war wirklich im wahrsten Sinne des Wortes ein Loch im Keller. Das hatten wir nicht auf dem Schirm. Da war unsere Due Diligence, glaube ich, nicht gut genug und das haben wir teuer bezahlt, weil wir dieses Loch dann stopfen mussten und dafür haben wir im Prinzip das Ganze den Haus unterkellert neu. Das kannst du dir vorstellen, das war im Budget nicht vorgesehen.
[00:58:55] Daraus haben wir gelernt, dass wir eben sehr, sehr, sehr, sehr genau hingucken und viel genauer hingucken. Also es reicht auch nicht, wenn dir einer irgendwie einen Zettel schickt und sagt, alles ist in Ordnung, sondern musst wirklich sehr genau hingucken. Ein Fehler, aus dem ich nichts gelernt habe oder den ich immer wieder mache, ist, dass ich maßlos überschätze, überschätze, wie schnell Dinge gehen. Ich habe einfach so ein Ambitionsniveau, Fabian, mein Mitgründer auch
[00:59:26] und wir wollen alles immer gestern. Wir sind happy, wenn es dann morgen funktioniert. Aber es dauert einfach doch manchmal alles, gerade so im Immobilienbereich, ein bisschen länger als ursprünglich geplant. Und was wir aber auch gelernt haben ist, wenn du halt sagst, im Immobilienbereich dauert alles immer lange, dann dauert alles immer lange. Aber wenn du sagst, im Immobilienbereich, nee, ich hätte es gerne gestern, dann irgendwie kriegst du das auch hin, dass es dann sehr schnell geht.
[00:59:55] Und wir merken auch, dass die Leute so in diesem Bereich merken, es macht auch irgendwie mehr Spaß, wenn es schnell geht. Also wenn sozusagen sich die Dinge entwickeln und du Perspektive siehst. Gib mir dazu nochmal einen Hack. Ist das ein Thema, was viele haben, zu sagen, hey, ich rede mit einem Softwareentwickler und wenn ich dir nur sage, ja mach halt wie du willst, dann dauert es irgendwie bis Ende des Jahres. Und wenn ich ihm richtig Druck mache, dann geht es vielleicht, auch noch diese Woche, aber ich will ihm vielleicht gar nicht so viel Druck machen, weil dann verbrenne ich ihn ja auch. Also wie ist der schmale Grad zwischen Diamanten entstehen unter Druck
[01:00:23] versus du willst den Leuten auch ein Arbeitsumfeld schaffen, was sie nicht verbrennt. Wie ist da dein mentales Modell? Ja, ich bin nicht so ein Freund von Druck in der Konstellation, aber von Ownership. Und den Leuten auch die Konsequenz zu zeigen, was es im positiven Sinne bedeutet, wenn sie Ownership für Themen übernehmen. Wir haben Leute, die gerade jetzt auch mit KI einfach so ihre eigene, ihren eigenen Wirkungskreis so krass erweitert haben.
[01:00:52] Mein Job ist ja ein komplett anderer als noch vor einem Jahr und wird in dem Jahr wieder ein komplett anderer sein. Aber wir haben Leute, die waren irgendwie Praktikanten und die ownen jetzt einen riesengroßen Bereich und die haben nichts studiert, aber können jetzt zum Beispiel eben mithilfe von KI und weil sich das alles auch wahnsinnig schnell entwickelt, selber so eine ganz, ganz schnelle Entwicklung hinlegen. Aber dazu gehört halt, dass sie Ownership übernehmen wollen. Also dass sie halt wirklich sagen, ich will, dass etwas funktioniert.
[01:01:21] und ich empfinde mich auch nicht nur so als Dienstleister, jemand anderes kommt zu mir und sagt mir, mach das und ich mach das dann und so, sondern ich will, dass das funktioniert und deswegen mache ich das. Das versuchen wir ganz, ganz stark auch zu erkennen in den Leuten. Haben die dieses Bedürfnis nach Ownership? Können die das leisten? Und dann brauchst du erfahrungsgemäß gar nicht so wahnsinnig viel Druck auszuüben, sondern das machen die sich
[01:01:50] auf eine gewisse Art und Weise schon selbst, weil sie es ja erreichen wollen. Weil sie wollen, dass es irgendwie für den Kunden besser läuft oder dass wir irgendwie aus einem Cost Center ein Profit Center machen oder so, weil sie sagen, hey, es muss ja irgendwie auch wirtschaftlich Sinn machen und dann bauen die und wir haben zum Beispiel einen Teammember, der hat jetzt gerade so in so einer Wochenend Vibe Coding Session irgendwie ein riesen SaaS Tool abgelöst, was wir irgendwie, wo wir jeden Monat
[01:02:19] ein paar tausend Euro für zahlen oder ein anderer hat eben irgendwie für unsere Kunden so eine Lösung gebaut, die denen jetzt in jeglicher Situation sehr viel schneller ihre Abrechnung schickt und so weiter. Und das sind alles so Sachen, das stand nicht auf einer Roadmap drauf, sondern da hatte halt einer von denen das Gefühl, hey, da ist ein Problem und das will ich jetzt fixen
[01:02:47] und dazu stehen mir jetzt halt heute auch die Tools zur Verfügung. Ich brauche dafür nicht mehr irgendwie mit tausend Leuten mich abzustimmen, sondern ich kann das einfach selber machen und dann ballern die halt durch. Stichwort Deadlines. Elon Musk sagt sowas wie, ich setze meine Deadlines so, dass ich 50 Prozent etwa erreiche, weil wenn ich immer meine Deadline erreiche, habe ich nicht ambitioniert genug geplant. Was denkst du, wenn du sowas hörst? Ich glaube, es ist im Ergebnis ähnlich. Wir sind vor allen Dingen notorisch unzufrieden. Also ich habe immer das Gefühl, es könnte ja noch besser sein
[01:03:17] oder es könnte ja noch schneller gehen oder das ist so. Aber wenn man sich anguckt, was wir dann eben unterm Strich dann trotzdem irgendwie rausholen, wie schnell das wächst, wie profitabel das ist, was das sozusagen auch für eine Kundenzufriedenheit ist, dann genau. Also die Bottomline ist super gut. Wir sind super zufrieden, wenn ich das so ganz objektiv mir angucke. In dem Moment habe ich auch mal das Gefühl, es könnte eigentlich eben viel besser sein. Es wird sich so eine Ambivalenz zwischen zufrieden und unzufrieden. So ist es quasi wie ein Rounds, du sagst, ja wir kommen voran auf der anderen Seite,
[01:03:46] auf der Mikroebene denkst du natürlich immer, okay, da geht noch was. Das ist auch, glaube ich, so ein Unternehmerthema, diese notorische Unzufriedenheit, die kostet viel Kraft. Ich weiß nicht, wie dir das geht und ging, aber ich kenne viele Unternehmer, die auch echt psychisch auch damit zu kämpfen haben, dass es eigentlich immer auf den ersten Blick alles irgendwie gerade scheiße läuft. Aber genau, wenn man ein bisschen rauszoomt, dann sieht man so unterm Strich. Ich glaube, das ist der Punkt. Also ich habe mich damit abgefunden
[01:04:16] und ich sage immer, overall bin ich happy, aber quasi im Detail bin ich unzufrieden, weil wenn ich nicht, also mich treibt es ja auch an, dann zu überlegen, okay, wie kann man es besser machen in allen Details. Ich glaube, so eine Obsession braucht man ja auch auf eine Weise. Auf der anderen Seite kannst du sagen, ist doch super geil, was wir hier machen, dass wir in Deutschland sind, unser eigenes Ding machen können. Also wenn du rauszoomst, dann ist ja erstmal alles gut. What's the worst thing that could happen? Dann klappt das Unternehmen halt nicht, dann machst du das nächste oder gehst in irgendeine Anstellung oder irgendwas. Also ich glaube, in doubt, zoom out ist ja immer das, was du sagst. Und ich glaube, wenn da die Happiness ist,
[01:04:46] dann ist erstmal alles gut, dann kann man im Detail auch unzufrieden sein. Ja, und diese Unzufriedenheit, die bringt uns ja voran. Also das ist jetzt keine, die irgendwie mit Aufgabe gleichzusetzen ist, sondern im Gegenteil. Das ist einfach so der Motor dafür, dass wir uns verbessern, dass wir eben schneller, besser und effizienter werden wollen in dem, was wir machen. Und ich glaube, wie gesagt, also gerade mit AI haben wir jetzt mittlerweile und Automatisierung generell, haben wir eben auch so tolle Möglichkeiten, dass so jeder Einzelne
[01:05:16] den ganzen Shit weg automatisiert, so im Alltag. Es hat doch keiner Lust darauf, irgendwelche Sachen von links nach rechts zu kopieren und das komplett weg zu automatisieren und sich auf den more meaningful time oder die Themen zu konzentrieren, die dir mehr bedeuten, wo du auch eine echte Wertschöpfung irgendwie in dem, was du tust, spürst. Das ist so, glaube ich, die große Herausforderung einerseits, aber auch die große Chance.
[01:05:45] Wir können ganz viele Probleme lösen, aber auf dem Weg dahin, diese Mistarbeit wegzubekommen und sich wirklich auf das Lösen von Problemen zu konzentrieren und kreative Sachen machen zu können oder Sachen machen zu können, wo du halt auch irgendwie eine direktere Wirkung von dem, was du machst, spürst. Ich glaube, das ist so die Chance. Was ist der größte Engpass in dem Geschäftsmodell? Also was ist, wenn du sagst, ihr habt für 100 Millionen Immobilien oder Anteile verkauft,
[01:06:15] die wollt auf eine Milliarde kommen zum Beispiel, also quasi die nächsten 10x, so was ist die eine Sache, die ihr als Organisation hinkriegen müsst, welches Bottleneck müsst ihr lösen, um auf eine Milliarde zu kommen? Ja, es ist bei uns tatsächlich nicht eine, weil wir sagen auch immer, we embrace this complexity. Dieses Modell hat so wahnsinnig viele Stellschrauben und diese ganzen Komplexitäten in Summe sind ja für uns auch eine Chance, weil die haben sonst unsere Kunden und wir lösen sozusagen diese Komplexitäten für unsere Kunden. Das bedeutet,
[01:06:45] wir haben ganz, ganz viele Stellschrauben, an denen wir immer überall immer besser werden und Meistens limitiert aber eine Stellschraube zumindest temporär das Gesamtsystem und dann ist wieder die nächste, aber Ja, also bei uns ist es eben wirklich so, dass wir mussten auch von Anfang an, wir waren ja von Anfang an in mehreren Destinationen, wir waren von Anfang an in mehreren Rechtsräumen damit, wir waren von Anfang an eben, wir haben alles gemacht von Anfang an, Akquisition, Launch, Interior Design, Betrieb, Finanzierung
[01:07:15] und so weiter und das hat eine enorme Komplexität uns gegeben, das Team macht sehr, sehr unterschiedliche Themen, es ist nicht so ein einfacher, linearer Prozess, irgendwas kaufen, verkaufen, irgendwie verschicken, sondern da ist ein bisschen mehr Komplexität dahinter, aber es gibt uns auch einen unglaublichen Mode, also wir haben natürlich damit im internationalen Vergleich, wir haben auch ein paar Mitbewerber, aber es ist jetzt nicht so einfach morgen irgendwie
[01:07:43] diese Plattform auf die Beine zu stellen, diese Vielfalt anbieten zu können, dieses, wir haben so einen Urlaubstausch eingeführt, du kaufst dir was irgendwie in den Alpen, aber du kannst auch die Immobilien an der Ostsee und auf Mallorca nutzen und so, das macht alles nur Spaß, wenn du sozusagen so eine breite Plattform aufgebaut hast, das heißt, das große, ich will nicht sagen, eine Bottleneck, aber das Bottleneck ist für uns diese Komplexität zu managen. Auch da wieder hilft AI und Automatisierung, wir haben jetzt ganz viele
[01:08:13] so Agentic Systems und Workflows gebaut, die im Prinzip unser Operating System für uns autark auch betreuen und steuern, weil diese Komplexität zu managen so die eigentliche Herausforderung ist. Das jetzt 10x zu machen, würde wahrscheinlich nicht eins zu eins mit dem gleichen System sozusagen gehen, sondern wir müssen immer wieder auf dieser Komplexität aufbauend unser Operating System weiterentwickeln. Und das ist aber gleichzeitig
[01:08:42] jetzt mittlerweile so stabil, dass, also ich habe natürlich gewisse Constraints in Bezug auf den Supply, also ich kann jetzt nicht morgen eine Milliarde Assets kaufen, keine guten, also nicht an einem Tag sozusagen. Das braucht eine gewisse Zeit, bis du auch Assets identifiziert hast, die funktionieren und die gut sind, aber es geht schon schnell, also wir können jetzt jedes Jahr uns schon verdoppeln. Eine deiner Superpowers ist Resilienz, hast du mir da vorgesagt, ich glaube,
[01:09:12] du hast immer ein Gefühl gekriegt, so wie du es hinkriegst quasi mit den Krisen umzugehen. Ich glaube, eine andere Superpower, die du hast, ist Überzeugungskraft. Also mich hast du überzeugt, ich finde es super und ich glaube aber, dein Business ist ja auch, Leute zu überzeugen, also die Miteigentümer zu überzeugen, die Investoren zu überzeugen, die Eigenkapital gegeben haben, die Banken zu überzeugen, die jetzt die Anteile finanzieren sollen und so weiter und ich glaube, die gefährlichsten Sales-Leute im positiven Sinne sind die, denen man es gar nicht so anmerkt. Ich glaube, das ist eine unheimlich vertrauenswürdige Art oder eine gute Art, Leute zu überzeugen.
[01:09:41] Was hast du darüber gelernt, über die Fähigkeit, andere zu überzeugen? Machst du das aus einer reinen Intuition heraus oder gibt es da ein Playbook, was andere Founder sich ein bisschen abgucken können in Persuasion? Also ich, I'm eating my own dog food. Ich bin selber Miteigentümer. Ich bin wirklich überzeugt davon, dass dieses Produkt, dass das die bessere Art und Weise ist, eine Ferienimmobilie zu besitzen und ich glaube, dadurch kann ich das natürlich auch relativ authentisch irgendwie rüberbringen. Ich glaube, dass Authentizität
[01:10:10] dabei eine große Rolle spielt. Ich glaube, wie gesagt, das geht insbesondere bei uns um Vertrauen und dann darf man Vertrauen eben vor allen Dingen nicht enttäuschen. Also es ist viel schwerer aufgebaut, als es dann eben zerstört ist und deswegen investieren wir eben auch so viel darin, eben unsere Versprechen zu halten. Ich bin fest davon überzeugt, dass das, was wir machen, wie wir es machen, dass das irgendwie für alle Beteiligten besser ist
[01:10:39] als so die Legacy, das Legacy-Produkt. Aber das kann man natürlich überzeugend nur dann rüberbringen, wenn man wirklich selber auch davon überzeugt ist. Ich habe also keine Scham. Du kannst mir gerne irgendwie kritische Fragen stellen. Ich glaube, wir haben keine Leichen im Keller und das authentisch sozusagen rüberzubringen ist, ich weiß nicht, ob es eine Superpower ist, weil am Ende des Tages, wenn du ein gutes Produkt hast, wenn du eben nicht den Leuten
[01:11:08] irgendwelchen Mist verkaufen willst und davon dann aber eben überzeugt bist, dann verkauft sich das im Zweifelsfall von alleine. Ja, das ist interessant. Ich nehme bei dir aber auch, was du ganz eingangs gesagt hast, dass dein juristischen Entscheidungsbaum im Kopf immer wieder war, weil ich das Gefühl habe, du bringst die Sachen auch sehr logisch rüber. Das macht alles sehr viel Sinn, was du sagst. Also es wirkt sehr strukturiert und ich glaube, das überzeugt im Grunde auch. Also man hört zu und sagt, ah okay, eins, zwei, drei, habe ich verstanden. Wie überzeugst du Leute? Eat your own dog food. Don't fuck it up. Also du hast diese Listen im Kopf und ich glaube, das hilft, ich glaube, das ist ein Takeaway für viele Fauna,
[01:11:38] wenn ich einen Punkt rüberbringen will, sich den davor aufzuschreiben und so Pyramid Principle-mäßig zu überlegen, okay, was ist denn eigentlich das Ziel? Was zahlt drauf ein? Also ich finde, diese juristische Scharfsinn ist zumindest eine Sache, die mich abholt. Vielleicht komme ich da eher aus der Ratio. Aber ich glaube, das ist ein Skill, den du mitgenommen hast. Ich mache das vielleicht unterbewusst, aber ja, tatsächlich dieses so ein bisschen in so logischen Kategorien auch denken, das hilft mir ja selber auch.
[01:12:08] Also ich glaube, wenn du dir für jedes Thema erstmal so die Top 3 Antworten überlegst, also was sind die Top 3 Probleme? Was sind die Top 3 Lösungen? Was sind die Top 3 Gründe, warum irgendwas funktioniert oder nicht funktioniert? Und nicht die Top 30, sondern die Top 3 und dich da auch so ein bisschen mit beschäftigst. Ich glaube, das hilft extrem auch einfach in der operativen Arbeit. Die meisten Unternehmer und Unternehmerinnen,
[01:12:37] die ich kennengelernt habe, haben so eine gewisse Fähigkeit, sich eben dann doch zu fokussieren und vielleicht mehr zu fokussieren als andere. Andere sind irgendwie so all over the place und ich bewundere das total bei Elon Musk und irgendwie, keine Ahnung, anderen, die irgendwie so 50 verschiedene Firmen gleichzeitig vermeintlich irgendwie aufbauen. Ich könnte das nicht. Ich glaube, dass das sehr wenige Menschen können. Ich glaube, dass Multitasking irgendwie komplett overrated ist im Sinne von, dass das eigentlich nahezu
[01:13:06] niemand wirklich richtig gut hinbekommt. Und dann aber halt wirklich zu sagen, immer bei allem und eben auch in der Kommunikation, ja, ich suche mir so diese Top-Themen und fokussiere mich da drauf. Ich glaube, das hilft, ja. Das ist interessant. Ich meine, gerade Elon Musk, von außen wirkt er wie jemand, der springt von Thema zu Thema. Wenn man so die Biografien liest und so, hast du aber auch das Gefühl, der ist so seriell extrem fokussiert. Also ich glaube, wenn er ein Thema hat, so diesen einen Engpass in der Company identifiziert hat, dann springt er da drauf und macht auch nichts anderes, außer den zu lösen. Ich glaube, das ist so eine Sache,
[01:13:35] die sich aus den Biografien rauslesen lässt, dass der zwar springt von Thema zu Thema, aber dann die Fähigkeit hat, genau rauszufinden, was ist es jetzt eigentlich und alle Ressourcen nur darauf zu investieren. Dann ist eben alles andere scheißegal. So wird es. Ja, also Fokus ist, glaube ich, eine gewisse Power. Wie hat dein Exit, dein erste Exit, das ist ja eine Unternehmung, verkauft, weit bevor du MeinHomes gestartet hast. Wie hat dich das als Unternehmer freigemacht, aber wie hat es dich auch eingeschränkt? Also dazu muss man sagen, ich glaube,
[01:14:05] dieser erste Exit, den ich gemacht habe, das hört sich alles im Rückspiegel immer wahnsinnig erfolgreich und linear an und so weiter. Es war natürlich unterwegs ein kompletter Rollercoaster und das ist es auch jetzt wieder so. Im Rückspiegel sieht das alles immer irgendwie super aus und ich glaube, so ein Exit hat dann einerseits Chancen, weil, keine Ahnung, du hast halt eben zum Beispiel vielleicht ein bisschen finanzielle Freiräume oder kannst irgendwie wieder was Neues machen. Sonst verliebt bei deinem ersten Exit?
[01:14:35] Nicht genug, um danach nie wieder arbeiten zu müssen und das ist eben genau das Gegenteil oder das ist der große Nachteil. Ich hatte ein Unternehmen aufgebaut und das hat mir ja auch was bedeutet und das hat mich ja auch irgendwie tagtäglich beschäftigt und so weiter und das dann eben plötzlich von einem Tag auf den anderen auch nicht mehr zu machen oder das dann in andere Hände zu übergeben, dein Baby sozusagen in andere Hände zu übergeben, das hinterlässt auch oder hat zumindest bei mir auch eine gewisse Lehre hinterlassen und ich habe die sofort
[01:15:04] zu füllen gewusst oder ich wollte das sofort füllen und bin dann erstmal unter das so schützende Dach eines meiner Investoren gezogen und habe so angefangen so ein bisschen mich mit Investments zu beschäftigen. Habe dann aber sehr schnell gemerkt, genau ja, habe dann aber sehr schnell gemerkt, nee, ich will eigentlich wieder operativ eine Firma aufbauen und habe einfach gemerkt, ja, es ist so eine gewisse Lehre so, ja, also ich brauche irgendwie so das eigene, Projekt,
[01:15:34] das eigene Produkt, die eigene Mannschaft irgendwie, ich will irgendwie was machen, wo ich sehr, sehr direkt auch merke, das funktioniert oder das funktioniert nicht. Ich kenne mal ganz kurz einen Ausflug zu Ikona, weil du es gerade angesprochen hast. Ich finde es ein faszinierendes Unternehmen, ein Investor, quasi ein Holding. Bernd Hardis, ein super faszinierender Unternehmer, ich schätze den sehr, wenn du mit dem redest, dann wirkt der mehr in der Denkweise wie Warren Buffett als wie Olli Sumber, so sinngemäß, ist also sehr longterm orientiert,
[01:16:04] macht eine spezielle Art von Deals, ein großes Ding bei Footspring zum Beispiel, eine Firma, die für ihn quasi company defining war. Was hast du von Ikona, von Bernd gelernt aus einer Investorenperspektive, was von einer Mainstream-Meinung in der Startup-Szene abweicht? Also ich schätze Bernd unglaublich als Mentor und eben auch als Investor eben genau wegen dieser langfristigen Perspektive auf Firmen, auf Erfolg, auf Teams, auf Personen.
[01:16:35] Das ist ein Mensch, mit dem kannst du ein Handshake-Agreement machen, weil wenn der sozusagen einmal hinter dir und einer Sache steht, dann tut er das mit voller Überzeugung. und für, ich glaube, viele Themen ist es besonders. Ich glaube, dass wir in einer super schnelllebigen Zeit und in einer super, auch irgendwo unverbindlichen Zeit teilweise leben. Du kriegst für manche Themen extrem schnell Geld,
[01:17:05] aber weißt trotzdem eigentlich nicht, ob die Menschen, die dahinter stehen oder die Institutionen, die dahinter stehen, wirklich irgendwie echt überzeugt sind von dem, was du dort machst. Und dich auch dann, wenn es mal ein bisschen ungemütlicher wird, noch unterstützen oder da an deiner Seite stehen. Und ich glaube, so dieses Thema, also wir bauen zum Beispiel ein Unternehmen auf, was eine sehr langfristige Perspektive hat. Wir brauchen also auch Investoren,
[01:17:34] die auch eine langfristige Perspektive haben, die halt an die Fundamentals glauben und die eben zum Beispiel so ein Auf und Ab wegen irgendwelcher makroökonomischer Themen ja auch mit uns gemeinsam durchsegeln können und jetzt nicht irgendwie auf den nächsten Hype springen und dann plötzlich irgendwie das Interesse verlieren, nur weil was anderes gerade more shiny object ist. Also dieses shiny object syndrome, was glaube ich für Unternehmer extrem problematisch ist,
[01:18:04] aber eben auch für Investoren problematisch ist. Das hat ein Bernd zum Beispiel überhaupt nicht, sondern der ist halt so Fundamentals, Fundamentals, Fundamentals und das schätze ich sehr an ihm. Du hast es vorhin angesprochen, deinem Co-Founder mit Fabi macht dir schon die zweite Company gemeinsam. Was hast du über Co-Founder-Beziehungen gelernt, insbesondere vor dem Hintergrund, dass es bei deiner ersten Firma glaube ich ein bisschen ruckelig war, hat mir jemand erzählt aus deinem Umfeld? Ja, absolut. Ich glaube, die Co-Founder-Beziehung oder überhaupt einen Co-Founder zu haben oder eine Mitgründerin
[01:18:33] ist extrem wichtig. Ich würde glaube ich nicht in Single-Founder-Teams investieren, weil einfach mal abgesehen von dem Risiko, dass diese eine Person vielleicht dann ausfällt, kann ja alles mögliche passieren, er läuft vom Bus oder was auch immer, ist die Wahrscheinlichkeit, die Erfolgswahrscheinlichkeit signifikant höher, wenn du als Gründer jemanden hast, mit dem du dich irgendwie sehr, sehr direkt und ehrlich austauschen kannst,
[01:19:03] auf Augenhöhe austauschen kannst. Ich merke das, Fabian und ich, wir haben früher zumindest fast jeden Tag zusammen Sport gemacht und dieser auch dann informelle Austausch, nicht nur sich zu treffen, ein Meeting zu machen und so weiter, sondern einfach so ein bisschen den Vibe mitzubekommen, wie ist der andere irgendwie gerade drauf, was ist da gerade los, was gibt es auch außerhalb der Company gerade für Themen, das ist glaube ich super wichtig. Wir haben für uns, wir beschreiben das immer so ein bisschen so ein Wachtturm-Modell,
[01:19:32] wenn du da so vier Wachen hast und irgendwie gucken alle in ihre Himmelsrichtung, dann ist alles gut. Wenn du eine Wache hast, die denkt, die anderen machen ihre Arbeit nicht und die dreht sich immer um irgendwie und prüft sozusagen, ob die anderen ihren Job machen, was passiert, die guckt selber nicht in ihre eigene Himmelsrichtung und Fabian und ich haben es gelernt, ganz gut gelernt zu verstehen, was der andere jeweils so für Stärken und Schwächen hat und wir arbeiten echt Rücken an Rücken. Also das heißt, er kümmert sich um seine Themen,
[01:20:02] ich kümmere mich um meine, so fliegendes Wort ist so I trust your judgment, für das jeweils andere Thema und dann tauschen wir uns aber schon auch sehr intensiv aus zwischendrin und challengen einfach gegenseitig, sind auch sehr direkt, dann nehmen da kein Blatt vor den Mund, weil wir genau wissen, das kommt alles nicht irgendwie, das ist nicht persönlich oder so, sondern da geht es nur um die Sache und da können wir ganz gut darauf vertrauen. Wir mögen uns und schätzen uns irgendwie als Menschen und sind irgendwie respektvoll miteinander, aber wir können uns auch
[01:20:31] sehr, sehr direkt sagen, wenn der andere gerade irgendwie komplett auf dem Holzweg ist. Love it. Habt ihr noch andere Rituale oder Hacks, die andere Founder klauen können? Ich habe gelernt, also erstens einen Co-Founder zu haben, I trust your judgment, das Wachtturm-Modell, der Weg zum Gym quasi und diese informelle Zeit zu haben, das sind doch schon mal gute Hacks. Hast du noch was? Ja, also informelle Zeit ist glaube ich so ein Thema oder generell Zeiten außerhalb der klassischen, ich sag mal Meetings auch zu haben.
[01:21:02] Auch mal ein Meeting zu machen, meinetwegen, aber ohne Agenda und einfach nur zu sagen, hey, gibt es Themen. Wir haben zum Beispiel, wir haben so ein gemeinsames Google Sheet, wo wir immer so reindroppen, so Themen, die uns unterwegs irgendwie so auffallen, die wir mal besprechen müssen und selten, aber regelmäßig setzen wir uns zusammen und gehen einfach diese Liste durch und davon sind dann 50% der Themen gar nicht mehr relevant, die hat der eine oder der andere dann unterwegs schon gelöst oder die haben sich von selbst aufgelöst,
[01:21:31] aber die andere Hälfte, da sind genauso Themen so, ja Mist, wenn du die nicht besprochen hättest dann mal, dann wären sie eben untergegangen oder wären verloren gegangen und ich glaube, dass zum Beispiel viele der Weiterentwicklungsmöglichkeiten, die wir so als Company auch wahrgenommen haben, die sind darauf, die basieren darauf, dass wir irgendwann mal uns hingesetzt haben mit dem anderen, das mal ausdiskutiert haben. Wenn du dich immer sozusagen nur um diese Themen kümmerst, die jetzt heute gerade relevant sind
[01:21:59] und keinen Ansatzpunkt hast und nicht sagst irgendwie, hey, wir müssen uns jetzt auch nochmal irgendwie über diese verrückte Idee, die ich hatte, austauschen, dann kommen die verrückten Ideen auch nie irgendwie in die Welt. Wenn du folgenden Satz vervollständigen müsstest, was wäre die Antwort? Die wichtigste Lektion, die ich als Founder gelernt habe, ist? Für mich, dass ich am Ende des Tages eine Firma aufbaue,
[01:22:27] die einen ganz, ganz langfristigen Wert hat für meine Miteigentümer. Die gründen dort Familien, die bauen dort irgendwie erfüllen dort ihren Lebenstraum und so weiter und es eben nicht um schnelle Geld oder es nicht um irgendwie so den Return of Investment für den Einzelnen geht, sondern so diese Menschen.
[01:22:55] Und die Lektion ist aber, dass wir das unter einen Hut bringen können. Also, dass wenn du ein total geiles Produkt baust, was irgendwie Menschen gefällt, was denen irgendwie ein Problem löst, was funktioniert, dann kannst du damit auch eine sehr, sehr nachhaltige, große Firma aufbauen und auch einen sehr, sehr großen, auch eigenen Erfolg haben. Und ich glaube, ich habe in der Vergangenheit immer wieder auch versucht, irgendwie so ein Problem zu lösen,
[01:23:25] was ich selber hatte, weil dann wusste ich so, okay, da könnte eben auch ein Problem für andere liegen. Und hier ist es auch so, ich, wie gesagt, löse so ein bisschen so mein eigenes Problem. Ich glaube total fest daran, dass das eine echte Lösung ist und ich glaube aber, dass wenn wir das gut machen, dann auch eine sehr, sehr große Firma aufbauen können, eine echte Legacy bauen können und ja, finde ich mega auch motiviert.
[01:23:54] Das ist dein eigenes Problem, nimm die Verantwortung ernst und dann langfristig. Ja, also vor allen Dingen das langfristige Thema. Ich glaube so dieses, wir haben natürlich Investoren, die werden irgendwann einen Exit wollen, so aber, und es wird auch früher oder später passieren, aber Fabian und der Fandere Anteile zu traden. Zum Beispiel, genau, ja, oder IPO oder sowas. Also ich glaube, wir haben da verschiedene Optionen, aber wir also denken sozusagen, das Produkt nicht bis zum Exit,
[01:24:22] sondern da gibt es eine deutlich größere, langfristigere Trajectory und Vision. Nikolaus, schön, dass du da warst. Wo finden Leute dich online? Wer soll sich bei dir melden? Vielen Dank, Felix, für die Einladung und wir freuen uns total, wenn Menschen einfach sich mal bei uns umschauen. MeinHomes, einfach googeln. Mit Y. Mit Y, M-Y-N-E. Ich kenne niemanden, der da nicht dann irgendwie was entdeckt hat, wo er gesagt hat, das wäre schon ganz cool.
[01:24:51] Das meine ich mit gefährlichem Verkäufer. Wahnsinn. Schön, dass du da warst. Danke dir. Danke dir. Danke dir.

