Acht Jahre lang saß Florian Holm nur vor Bildschirmen. Heute baut er auf Bali Hotels aus Baumhäusern. Nach dem Verkauf von Lazada an Alibaba blieb er in Südostasien, und mit Grün Resorts baut er dort heute Boutique-Resorts aus modularen Baumhäusern: über 100 gebaute Häuser, über 400 Mitarbeiter, drei Locations mit dem Flagship in Uluwatu. Du bekommst das komplette Playbook für ein physisches Produkt: wie er eine Guest Experience für 300 Dollar die Nacht designt, warum er sein erstes Modul mit dem Fuß rausgetreten hat und wann er glaubt, dass seine KI das Resort besser kennt als jeder Mensch.
🏦 Präsentiert von unserem Partner Qonto
Code: FOUNDERMODE (für 6 Monate kostenlos)
https://qonto.com/de/foundermode
00:00 - Trailer & Intro
01:44 - Von Rocket Internet und Lazada nach Bali
03:40 - Die ersten Baumhäuser im eigenen Vorgarten
15:14 - Acht Jahre nur vor Bildschirmen
17:05 - Guest Experience für 300 Dollar die Nacht
24:30 - Über eine Million über WhatsApp, kein Telefon im Hotel
32:08 - Wenn die KI das Resort besser kennt als der Manager
44:43 - Die größte Krise: das Modul, das er raustrat
47:19 - Warum er das fertig geplante Spa nochmal aufmachte
55:16 - Was ein Resort kostet: 250.000 pro Key
01:00:03 - "Dann habe ich halt 100 falsche Balkone"
01:05:58 - Kids first, dann Business
Florians Links:
💼 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/florianholm/
🌴 Grün Resorts: https://grunresorts.com
🔗 Mehr Founder Mode:
📺 Alle Folgen: www.foundermode.show
💬 Founder Mode Community: https://foundermode.de/whatsapp
📰 Founder Mode Friday (Newsletter): https://foundermode.de/
🔔 Abonnieren für wöchentliche Gründerstories
[00:00:00] So haben wir da jetzt ein Boutique-Resort geschaffen, das sind mittlerweile über fünf Hektar und ab diesem Sommer 70 Units, über 400 Mitarbeiter mittlerweile, deutlich über eine Million, die wir über WhatsApp machen. Und das ist nice, weil du hast einfach so eine Kontrolle, weil du den direkten Kontakt zum Kunden hast. Ihr baut jetzt euer eigenes Operating System. Glaubst du irgendwann, das entwickelt sich von Operating System zu Company Brain? Viel kommt einfach von dem Service und von der Personalisierung. Und da ist es natürlich schon so, dass eben das System und auch AI den Entry-Level-Mitarbeiter im Front Office können die halt echt zum Superman machen.
[00:00:29] Das ist ganz wichtig, das System redet nie mit dem Gast. Das sollte schon immer noch von einer Person kommen. Das ist schon wichtig im Hospitality, dass du diese persönliche Beziehung noch hast. Aber ich glaube tatsächlich, dass wir in einem halben Jahr so weit sind, dass das System die Jetzt-Situation von dem Resort besser versteht als jeder Mensch. Siehst du das auch kritisch oder gibt es da auch quasi negative Stimmen dazu, so vom Staff oder von den Gästen?
[00:00:58] Die heutige Folge wird präsentiert von Konto, dem Geschäftskonto, auf dem ich alle meine Firmen laufen lasse. Und jetzt zur Show mit Florian Holm vom Grün-Resort. Flo, es gibt diesen Traum von den deutschen Tech-Foundern. Eine Company starten, Venture Capital raisen, verkaufen, viele Millionen verdienen und dann auf eine tropische Insel auswandern. Ein Lifestyle-Business starten, sich nicht mehr den Stress geben mit den ganzen VCs, was Cooles machen. Eine Surfschule, ein Restaurant, ein Hotel. Lebst du den Traum?
[00:01:30] Ich glaube objektiv gesehen, wie du es beschreibst, ja. Fühlt es sich jeden Tag so an? Eher nicht. Es ist immer noch ein Business, was ich mache. Und auch wenn es ein toller Lifestyle ist hier, ist schon auch noch sehr viel Arbeit dabei. Glaube ich, das glaube ich. Aber kurz, was bisher geschah. Du kommst aus Deutschland, hast mit Rocket Internet zusammen eine E-Commerce-Firma gemacht. Lasada hast Indonesien aufgebaut, also quasi dein Berufsleben schon sehr früh nach Asien verlagert.
[00:01:56] Bist da ausgestiegen und seit einigen Jahren baust du Tiny Häuser. Das ist ein Teil des Businesses. Man kann Häuser von dir kaufen und zum anderen betreibst du aber auch Ressorts, wo Leute in diesen Häusern wohnen können. Also bist quasi Hotelbetreiber und Hersteller und Hotelbesitzer in einem. Genau, das ist richtig. Also wie du sagst, ich bin in Deutschland geboren, aufgewachsen, dort studiert.
[00:02:24] Dann tatsächlich nach dem Studium ausgewandert. Also habe dann erstmal in der Schweiz angefangen, klassisch im Consulting. Und bin dann danach mit Lasada, der E-Commerce-Firma, nach Südostasien. Ich war auch erst gar nicht in Indonesien. Ich war erst in Thailand und dann in den Philippinen und dann nach Indonesien. Und wir haben dann damals einen Exit gemacht. Die Firma wurde verkauft an Alibaba.
[00:02:54] Und ich hatte in der Zwischenzeit meine jetzige Frau kennengelernt und war dann einer derjenigen, die geblieben ist sozusagen. Und mich hat es tatsächlich mit Covid sozusagen dann von Jakarta nach Bali verschlagen. Hättest du keinen Bock mehr auf die Großstadt? Zu Covid-Zeiten war das natürlich eine einfache Entscheidung.
[00:03:14] Du siehst bei mir im Hintergrund, das ist ein deutlich angenehmerer Ort für Quarantäne und Covid-Zeiten gewesen als jetzt Jakarta. Und dann habe ich hier mein erstes Business gestartet. Da war der Fokus auf, oder ist, also das Business gibt es nach wie vor, ist auf Prefab Manufacturing. Also Fertighäuser zu bauen, modulare Häuser zu bauen. Und unser erstes Produkt da waren Baumhäuser.
[00:03:45] Also quasi auch ein großer Fokus auf der Experience für die Leute, die dann tatsächlich drin wohnen. Und dann haben wir quasi die ersten Prototypen gebaut. Das war damals bei mir im Vorgarten von der Villa, die ich dort hatte. Und haben die dann angefangen zu vermieten. Und die Idee war immer, das quasi als Showcase zu nehmen. Dass wir sagen können, niemand kauft jetzt eine tolle Idee,
[00:04:14] aber wer investiert da jetzt wirklich das Geld in diese Hardware, wenn das quasi so kein Unproven ist. Und wir haben gesagt, okay, wir bauen die Prototypen selber, betreiben die dann auch, einfach um zu zeigen, wie das funktioniert. Und das hat dann sehr gut funktioniert. Vielleicht auch ein bisschen mit meinem E-Commerce-Background. Ja, da gibt es dadurch einige Ähnlichkeiten.
[00:04:42] Und dann ist das Business sozusagen weitergewachsen von einem reinen Prefab-modularen Häuser bauen zum Hospitality. Und das ist tatsächlich jetzt unser Hauptbusiness. Also quasi der Ansatz, wir designen das, wir bauen das. Wir haben auch eine eigene Fabrik mittlerweile. Und wir operaten das dann als Hospitality Operator. Und eigentlich wolltest du einen Showroom bauen.
[00:05:10] Eigentlich hast du gesagt, ich will Häuser verkaufen und nicht Übernachtungen. Aber du hast gesagt, okay, bevor ich ein Haus kaufe, will ich mir das mal anschauen. Es gibt ja, kennt man in Deutschland ja auch so diese Fertighaussiedlungen, wo man dann irgendwo eine Autobahn abfährt und dann so ganz viele Modellhäuser nebeneinander stehen. Das heißt, du hast dir quasi einen Vorgarten gebaut mit der Idee, dass Leute sich das anschauen und dann für 50.000, 100.000, 200.000 so ein Haus mitnehmen? Ja, also der Fokus war schon auf Hospitality für diese Units. Die ersten Treehäuser, die wir da gebaut haben, das war schon klar, dass das speziell für Hospitality ist.
[00:05:40] Deswegen auch, dass wir das betreiben. Aber ja, ganz genau, also dass die Leute sich das anschauen können und natürlich auch, dass wir gewisse Zahlen dazu haben, dass wir zeigen können, so hey, das ist tatsächlich profitabel, das macht Sinn als Business. Und genau, und dann einfach als Showcase. Und um ehrlich zu sein, Felix war selbst unser zweites Resort, was jetzt eben momentan unser größtes und unser signifisches Resort ist, in Uluwatu, auch noch als ein Showcase gedacht. Da haben wir dann gesagt, ja, jetzt haben wir halt deutlich mehr Land
[00:06:10] und werden das auch deutlich größer bauen und dann auch nochmal ein paar unterschiedliche Typen dazunehmen. Und das war dann erst quasi im Operating, wo wir gesehen haben, so hey, wir können das ja ganz gut, dass wir sozusagen da auch vom Geschäft her so ein bisschen gepivotet sind und uns mehr und mehr auf die Hotel Operations fokussiert haben. Und dann Uluwatu, das heißt Grün Resort, die die Brand unter der Hospitality macht, heißt Grün. Erklär mal, wenn es jemand noch nie gehört hat,
[00:06:39] wie kann man sich das vorstellen? Wir blenden auch ein paar Fotos ein. Also wenn ihr nur zuhört, dann müsst ihr mal an YouTube gehen und dann müsst ihr euch das vorstellen. Ist ja ein sehr visuelles Thema, muss man sagen. Ich war auch schon da, das ist mega geil. Aber ist auch schwer zu beschreiben. Aber probier es mal in Worte zu fassen, was dann Uluwatu im grünen Resort abgeht. Ja, also Grün als Brand steht für uns für Nature, Wellness, Architecture. Ja, so diese drei Dinge. Und wir hatten in Uluwatu, hatten wir das Glück, dass wir ein wunderschönes Stück Land dort bekommen haben,
[00:07:08] was viel Bäume, viel Wald hat und einfach sehr, sehr schön da von der Natur her gelegen ist mit wunderschönen See-Fuels über Uluwatu und übers Meer. Und unser Ansatz war dann zu sagen, wir versuchen die Natur so zu belasten, wie sie ist und bauen unsere Baumhäuser um die existierenden Bäume und um die existierenden Strukturen drumherum.
[00:07:34] Und so haben wir da jetzt einen Boutique-Resort geschaffen. Das sind mittlerweile über fünf Hektar und ab diesem Sommer 70 Units. Also es ist dann doch ein bisschen größer geworden. Aber eben diese Idee ist immer die gleiche geblieben, dass quasi da die Natur im Vordergrund steht und wir mit unseren Baumhäusern eben ja sehr gut um die Bäume und um die gegebenen Strukturen dann drumherum bauen können. Und damit einfach einen Platz schaffen, der was sehr Natürliches hat
[00:08:02] und der einfach eine tolle Atmosphäre hat. Und ich glaube eben auch diese Baumhäuser, da kommen ja auch sehr gutes Feedback für. Die haben einfach was Schönes, dieses schwebende Gefühl zwischen den Bäumen und da zu schlafen, aufzuwachen und die Vögel um einen rum zu haben. Und dann gleichzeitig natürlich auch dieses schöne Tropische und den Blick raus zum Meer. Du kennst es ja selber, ja. Also da ist schon was entstanden,
[00:08:29] wofür wir sehr viel, sehr gutes Feedback bekommen haben und was uns dann eben auch sozusagen bewegt hat, zu sagen, wir fokussieren uns mehr auf diesem Hospitality-Thema, als das jetzt nur als Showroom zu benutzen und hinzugehen und anderen Leuten quasi anzubieten, das Gleiche für sie nochmal zu bauen. Das wollen wir jetzt schon selber machen, ja. Werbung Ich glaube, Unternehmertum ist die Kraft, die die Welt am meisten voranbringt. Deswegen wollen wir bei Founder Mode Unternehmertum feiern
[00:08:57] und noch mehr Leute dazu bringen, eine Firma zu gründen. Wenn du bei der Folge zuhörst und sagst, ich kann nicht still sitzen, ich muss jetzt ein Startup gründen, dann mach das am besten von Anfang an auf Basis von Konto, dem digitalen Geschäftskonto. Alle Firmen, die wir als Founding-Investoren neu gründen, setzen Konto ein. Und das ist super einfach. Es gibt eine eigene IBAN, wo das Stammkapital eingezahlt wird. Unsere Notarin kriegt automatisch eine E-Mail, wenn die Gesellschafter einbezahlt haben, reicht zum Handelsregister ein und die letzten Gründungen, die wir so gemacht haben, haben weniger als zwei Wochen gedauert. Mit Konto kannst du dein Unternehmen schnell und einfach gründen.
[00:09:27] Konto übernimmt die Koordination für dich und du musst keinen Papierkram ausfüllen. Geh auf konto.com, Konto mit Q und nutze den Code Founder Mode, um das Produkt sechs Monate kostenlos zu testen. Und jetzt zurück zur Show mit Florian Holm. Werbung Ende Gibt es noch Leute, die Häuser einzeln kaufen oder wie hat es sich komplett verlagert auf, ihr betreibt alles selber? Nein, das ist tatsächlich so, dass wir auch die Häuser verkaufen. Also in Ulovato und für das Hospitality haben wir einen sehr speziellen Typ. Also da sind wir sehr auf diese Baumhäuser fokussiert.
[00:09:58] Aber das Grundprinzip, was dahinter steht, dieser modulare Bau, der erlaubt einem eigentlich alles zu bauen. Also wir haben mittlerweile Villen gebaut mit über 400, 500 Quadratmetern an totaler Bodenfläche. Und wir haben hier, also da sitze ich jetzt tatsächlich auf, wir haben in Canggu als eines unserer größten Projekte einen Family Village gebaut. Oder sind da noch dabei. Und da sind jetzt gerade so,
[00:10:28] es sind mal an den letzten vier Häusern im Design. Und das ist eben sehr groß. Und da kann man dann auch quasi als Externer sich einkaufen. Also ja, wir haben teilweise zu Vermietungen, was wir selber bauen. Aber wir haben auch ganz klassisch, dass Familien herkommen und dann mit uns bauen. Oder wir bauen zuerst und die kaufen dann die Häuser. Ach krass, und die bleiben dann permanent. Das ist dann deren Wohnsitz oder Zweitwohnsitz. Genau, genau. Das sind bisher auch alles Expats. Das ist auch so angelegt.
[00:10:57] Eben deswegen auch so dieser Gedanke des Family Village. Weil du hast hier in Bali, gerade in Canggu in diesen Zentren, hast du einen sehr suburbanen Lifestyle. Also du kannst dich eigentlich schlecht auf den großen Straßen bewegen. Das ist einfach gefährlich. Also mir schon, aber ja, die Kinder vielleicht eher nicht. Und deswegen war so die Idee, dann eine Community zu bauen, wo du halt einfach einen schönen, grünen,
[00:11:25] in der Natur sicheren Platz hast, wo die Kinder dann von Villa zu Villa springen können. Und ich glaube, man hat es hinten auch schon gesehen, der ein oder andere. Da hüpft immer wieder welche durch. Ja, ist geil. Der Veranda. Ja, ja, ist immer beliebt jetzt. Die Schule ist aus. Deswegen sind da einige dabei. Und genau. Und das ist eigentlich auch ein relativ großes Projekt für uns. Das sind 16 Villen, die wir da bauen. Das ist natürlich dann eben fokussiert von Steel Studios, von diesem ersten Unternehmen, was ich gegründet habe für das modulare Bauen. Also das ist ja das Interessante bei dir,
[00:11:55] muss man sagen. Also ich meine, normalerweise sind Hotels ja auf der einen Seite ein Real Estate Business und auf der anderen Seite ein Operator Business. Und meistens ist das ja getrennt. Also das Gebäude gehört ja einer anderen Firma als die Betreiber. Und du hast beides in einem und gleichzeitig produzierst du die Dinge auch nochmal. Also du bist quasi so komplett vertikal integriert, dass du von den Rohstoffen, von der Fabrik bis zum Betrieb, da alles machst. Was hat dich dabei am meisten überrascht mit diesem Geschäftsmodell, dass du so viele Sachen abdecken musst, wo natürlich auch viele Fuck-Ups passieren können?
[00:12:25] Ja, das ist richtig. Ich habe Gott sei Dank quasi vorne angefangen, also mit dem Design und der Entwicklung und der Fabrik. Ich glaube, das ist schon ein langer Weg, wenn man jetzt sagt, ich will ein Hotel bauen, dass man dann erstmal quasi ein Design-Team aufbaut und eine Fabrik erst mal Holz kauft. Ich würde dich keinem empfehlen, ja. Als wir sozusagen da den Pivot gemacht haben, hatten wir das schon. Aber ich glaube schon, das größte Learning ist schon, dass wenn du das integrierst, also wenn du weißt am Ende,
[00:12:54] du sitzt am Design und du weißt am Ende, welche Experience du für den Gast schaffen willst, das bringt dir natürlich eine brutale Effizienz, weil du gehst halt, also im Design schaust du schon mal sehr fokussiert, was brauchst du wirklich und dann hast du aber das Gleiche nochmal fürs Manufacturing. Ja, dass du sagst, okay, ich baue nur X, ich brauche nicht mehr Quadratmeter, ich brauche nicht den Schnösel und ich weiß halt auch, was was kostet. Und ich nehme dann eben sehr gezielt, manche Sachen rein und manche nicht
[00:13:23] und da ist einfach am Ende vom Tag, das ist glaube ich auch unser größter Vorteil, wir bauen sehr kosteneffizient, aber trotzdem ein Produkt, was einfach eine sehr gute Erfahrung für die Gäste dann wiedergibt und deswegen ist diese vertikale Integration für uns extrem viel wert. Was sind ein, zwei Sachen, die du geändert hast im Design und im Manufacturing auf Basis vom Feedback der Gäste vor Ort? Also ich glaube, eins zum Beispiel, was wir in unserer ersten Generation hatten, waren relativ dünne Wände, das war einfach so ganz klassisch Treehouse,
[00:13:53] also wirklich ein Layer von der Holzwand und so weiter. Und das ist vom Lärm, von der Insulation und so weiter nicht optimal und da haben wir jetzt beispielsweise, das mittlerweile sind es, es ist ein Fünf-Layer relativ engineered und das ist natürlich dann auch eine Frage der Haltbarkeit und eine Frage der Energieeffizienz, aber auch die Overhangs zum Beispiel, wo wir gesagt haben, so okay, vorne raus, der Balkon, der ist halt super wichtig, weil gerade in Bali, du hast einfach diese schöne Natur da vorne
[00:14:22] oder du hast vielleicht auch einen schönen Ausblick aufs Meer, da hatten wir einen Overhang von, ich glaube, 1,50 Meter und jetzt sind wir da raus auf 2,50, haben diese Balkone erweitert, weil wir gesagt haben, das ist wirklich ein Space, da lohnt es sich zu investieren. Aber bei anderen Sachen, also zum Beispiel unsere Bäder in unseren Treehäusern, die sind jetzt nicht mega groß, weil wir das nicht als ein Key Feature sehen. Wir sind jetzt kein Spa oder irgendwas, wo du da wahnsinnig investieren musst
[00:14:50] und auch die Gesamtgröße, ja, da haben wir auch ein bisschen rumgespielt, haben geschaut, okay, was brauchst du wirklich und haben da auch gesehen, also wir haben Units, die sind 70 Quadratmeter, andere, die sind eher so 50 und das Feedback ist fast besser für die Kleineren. Das passt einfach so vom Gesamtraumgefühl besser und das ist natürlich ein gutes Learning, weil klar, die Größe und das Material spare ich mir gerne. Ist es eigentlich cool, Hotelbesitzer zu sein? Ist das so, wie man sich es vorstellt? Du hängst da in der Bar ab, du trinkst da dein Kokosnusswasser,
[00:15:20] da kommen den ganzen Tag interessante Leute vorbei, vielleicht aus Europa oder irgendwie aus Singapur oder wo auch immer. Also ist das so eine romantische Vorstellung oder ist das so? Ich glaube, das kommt darauf an, Felix, wie perfektionistisch du bist. Ich habe schon Momente, da gehe ich da hin und da sage ich, hey, mega geil, ja. Ich glaube, für mich damals auch die Motivation, in den Bereich zu gehen, war ich, ich meine, ich habe Consulting gemacht und danach E-Commerce
[00:15:50] und habe quasi die ersten acht Jahre meines Lebens nur vor Bildschirmen verbracht und zwar riesen Sachen gemacht, also Projekte und Sales, Campaigns und dies und das, aber physisch nie ersichtlich. Und das ist schon cool, wenn du halt sagen kannst, okay, da habe ich jetzt an dem Projekt, also Ulovate zum Beispiel, das war, das ist jetzt auch schon drei Jahre her, dass wir das gebaut haben und du kannst halt immer wieder hingehen und es ist halt einfach noch da.
[00:16:19] Und das ist schon was, was einem echt eine Befriedigung gibt und natürlich auch zu sehen, so das Feedback von den Leuten, die da den Ort einfach als sehr schön wahrnehmen. Aber gleichzeitig wollen wir natürlich auch noch mehr, wir wollen immer besser werden, wir wollen weiter expandieren und so weiter und da gibt es schon noch vieles, was man auch besser machen kann und ja, da kommt es dann immer so drauf an. Also bei mir ist es tatsächlich so, wenn ich ein, zwei Tage da bin, gerade auch mit Freunden,
[00:16:47] wo ich jetzt operativ nichts mehr mit dem Team am Arbeiten bin, da kann ich das richtig genießen und dann nach dem zweiten, dritten Tag, da sehe ich da wieder so viele Sachen, die man auch besser machen kann und wo ich mir denke so, ah Leute, ja, da kickt der Perfektionismus. Erklär mal, wie man eine gute Guest Experience designt, weil das eine Sache ist, die viele Founder sich ja fragen. Ja, ich habe ja Kunden und ich habe immer eine User Experience, egal ob ich Software mache
[00:17:15] und ein Onboarding am Anfang mache oder Customer Success Calls oder ob ich eine Agentur betreibe, eine Service Dienstleistung und so weiter. Ich stelle mir immer die Frage, wie kann die Experience für meine Kunden gut sein? Und ich glaube, da hast du mehr drüber nachgedacht als die allermeisten. Was sind so die Takeaways und die Lektionen drumherum, so eine Guest Experience oder Customer Experience auf Top-Niveau zu bringen? Ich glaube tatsächlich, das Allerwichtigste ist, bevor man anfängt, ganz im Konkreten diese,
[00:17:45] die, die, die, die Experience auszumappen. ist einfach sich überlegen, was ist, was ist der Core von dem Produkt, an welches Segment gebe ich das und was sind die Erwartungen vom Kunden und wo spiele ich da? Wir sind, mit unserem Ressort sind wir im Entry-Luxury-Bereich. Also das ist, das muss dann auch, also das bedeutet ein gewisser Preis und eine gewisse Erwartung. Was kostet du Nacht? 300 Dollar im Durchschnitt. Okay. Und ich glaube, das ist so wichtig,
[00:18:15] dass man quasi einfach das Produkt richtig platziert. Ja, weil wenn ich jetzt hingehe und sage so, hey, was ist die beste Hospitality Experience, die ich je anbieten kann und gleichzeitig 300 Dollar zahle, also werde ich selber kein Geld dran verdienen. Gleichzeitig will ich aber natürlich, dass ich den Kunden trotzdem positiv überrasche, dass, dass ich seine Erwartungen übererfülle. Und ich glaube, der einfachste Weg, die Erwartungen überzuerfüllen von dem Kunde, ist einfach ein richtig gutes Produkt anzubieten
[00:18:44] und sich auch von vornherein auf dieses Produkt zu konzentrieren. Und da kommen wir wieder zurück zu was du vorhin gefragt hast. Ja, ich glaube einfach, diese Gesamtexperience, die dir jetzt zum Beispiel das Ressort hier gibt, das ist schon absolut key, dass du das einfach richtig gut von Anfang an durchdenkst. Und du hast mich gefragt, wie das ist. Und zum Beispiel das Feedback für uns im Ressort ist eben, ja, das Spacing ist sehr gut, du hast viel Platz dazwischen, du hast viel Natur dazwischen. Das heißt also quasi vor der Anfang,
[00:19:14] das Design von deinem Produkt muss einfach gut sein, weil wenn du am Ende kommst und du musst es operieren, jetzt im Hospitality-Fall, und du hast allerdings Probleme, also du hast davor Fehler gemacht im Design, du hast Fehler gemacht in der Positionierung, du hast Fehler gemacht in dem, wie du deine Target-Gruppe ansprichst oder du hast an deiner Target-Gruppe vorbei gebaut, dann kannst du auch in der Experience nicht mehr das fixen. Das ist, glaube ich, das allerwichtigste Learning. Und das war für mich, wie gesagt,
[00:19:43] ich komme aus dem Tech davor und ich hatte immer das Gefühl, bei uns in der Sada, wir waren nicht immer die Besten im Tech, wir hatten da dann mit einer wahnsinnigen Energie gegen die Konkurrenten zu kämpfen mit eben einem wahrscheinlich nicht ganz konkurrenzfähigen Tech-Produkt und das wollte ich vermeiden und deswegen eben dieser Fokus, dass das Produkt einfach schon so gut ist. Und dann, wenn du natürlich einfach ein Produkt hast, was gut ist, was zu deiner Target-Gruppe passt,
[00:20:13] was in sich einfach kohärent ist, dann geht es natürlich los. Also ich glaube, Kommunikation ist einfach super wichtig im Hospitality, es ist immer noch ein People's Business. Das heißt also sogar angefangen von der Buchung, dass die Leute richtig abgeholt werden, dass du verstehst, was wollen die? Also ist das jetzt irgendwie ein Paar, was da einfach einen romantischen Urlaub verbringen will oder sind das zwei Freunde, die da aktiv sein wollen und Yoga, Pilates machen wollen
[00:20:41] oder Meditation, Massage, was auch immer? Sind die älter und wollen sich einfach nur schön hinsetzen, ein Buch lesen oder sind die jünger und wollen morgens raus und auf den Wellen reiten? Das ist schon sehr wichtig, dass man die Leute da abholt, wo sie sind und da eben auch sehr personalisiert auf die eingeht und dann eben auch die Kommunikation einfach hält. Und das ist hier in Inderlesien das ist hauptsächlich WhatsApp, mit was wir arbeiten und eben also quasi
[00:21:10] von der Buchung bis über den Stay natürlich und dann auch danach, dass man die einfach sehr, sehr, sehr gut betreut und schaut, dass man eben die Erwartungen, die haben, überall füllt. Auf meiner eigenen Fauna-Reise habe ich super viel von anderen Unternehmern gelernt und das ist auch der Grund, warum wir diesen Podcast machen. Jede Woche liefern wir euch spannende Storys und konkrete Learnings von erfolgreichen Gründern. Damit ihr keine Folge verpasst, drückt den Abo-Button und werdet informiert,
[00:21:40] wenn die nächste Fauna-Mod-Folge rauskommt. Das WhatsApp-Thema, da müssen wir gleich nochmal drauf eingehen und warum WhatsApp eigentlich der Schlüssel ist, das Mittelmanagement zu entlasten. Das musst du ja auch gleich mal erklären, finde ich super spannend, aber vielleicht da vorne nochmal so diese einzelnen Personas, so die, ich sag mal, älteren Leute, die ein Buch lesen versus irgendwie die Surfer. Wie zeigt sich das dann ganz genau in der Experience? Also habt ihr da ein CRM-System, wo das hinterlegt ist, wenn ich da reinkomme, was ich da gerade mache, ob ich Honeymooner bin oder nicht? Woher wissen die Leute das? Also wie baust du intern das System, um diese Experience
[00:22:09] auf mich als Gast anzupassen? Ja, da kann ich dir sagen, Work in Progress. Also wir sind tatsächlich dabei, jetzt unser eigenes Operating-System zu bauen. Wir haben das in Teilen schon, in Teilen ist das wirklich Work in Progress natürlich auch spannend da mit AI, was da tatsächlich für eine relativ kleine Brand wie uns mittlerweile möglich ist. Aber die Idee ist genau die, wie du sagst eben, dass wir, wir haben natürlich einen großen Datenschatz
[00:22:39] an Leuten, die bei uns schon mal waren. Wir haben keine Ahnung, 30.000 Gäste gehabt, seit wir gestartet sind und wir sehen da schon eine klare Korrelation. Das geht dann über Alter, natürlich über, also unsere Core-Personas, die wir identifiziert haben, sind eben Couples, die ein sehr ähnliches Verhaltensmuster haben, egal wo die herkommen. Dann quasi Freunde, entweder alleine reisend oder zu zweit, zu dritt und dann Familien. Das sind Merkmale und dann natürlich auch die Altersgruppen. Ja,
[00:23:09] und dann sieht man schon ganz klar, dass eben gewisse Kombinationen von diesen Merkmalen gewisse Dinge mögen. Also wenn ich jetzt sehe, da kommt ein älteres Paar aus Holland, da kann ich denen mit 90-prozentiger Sicherheit sagen, dass die eine Massage nehmen werden und werde denen natürlich das dann auch anbieten und vielleicht auch eben, vielleicht auch irgendwie ein Massage-Special. In der Weile, wenn ich jetzt irgendwie junge Russen habe oder auch Indonesien,
[00:23:39] da ist es ein bisschen schwieriger, die überhaupt für eine Aktivität zu gewinnen und die sind dann vielleicht eher für was Aktiveres zu haben, vielleicht das Pilates, wenn das Frauen sind, das ist sehr beliebt oder ein Gym für die Männer oder ja, natürlich das Gleiche für das F&B. Ja, wir sehen dann schon auch, wer hat eine Präferenz fürs Frühstück, ja, wenn die natürlich älter sind und, sorry, jünger sind und da abends noch gut unterwegs sind, dann brauchen wir sie vielleicht nicht aufs Frühstücks-Special ansprechen, ja, da haben wir dann eher
[00:24:08] so einen Crunch oder sowas, genau, ja, in der Weile, die, wenn das ein älteres Paar ist, die sind dann schon eher sehr viel mehr auf das Ressort bezogen und nehmen das auch sehr dankend an, wenn man ihnen einfach da so ein bisschen was organisiert und auch für die Ausflüge und so weiter, genau, einfach ein bisschen aktiver ist. Was für eine Rolle spielt WhatsApp? Wir haben gerade darüber gesprochen. Das finde ich ja in Indonesien generell geil, dass WhatsApp das Betriebssystem von jedem Business ist, also egal, was ich machen will,
[00:24:38] egal, ob ich einen Scooter miete oder eine Massage oder irgendwie Wäsche abgebe oder so, WhatsApp ist ja quasi das Small Business Betriebssystem und bei euch natürlich auch. Erklär mal, wie sich das auswirkt. Also WhatsApp ist schon, ich bin ein riesen Fan, um ehrlich zu sein, also zuallererst, wir haben über 50% unserer Buchungen sind direkt. Das ist immer ein großer Kampf, weil man zahlt halt relativ hohe, wie sagt man, relativ hohe Commissions
[00:25:07] an die OTAs, Gebühren, genau, also an jetzt Booking.com oder Expedia und so. Expedia, Agoda und so weiter und ist natürlich auch sehr abhängig, ja, also wenn die jetzt, wenn die keine, keinen Demand haben, dann kommt natürlich auch nichts durch. Das heißt also, das ist ein riesen Fokus für uns und von diesen 50% Buchungen kommen 30% aller direkten Buchungen, 38% dieses Monat kommt über WhatsApp. Das heißt also, unser ganzer Marketing-Funnel, der geht erstmal schon Richtung
[00:25:37] Website und dann auf der Website haben wir eben ein Direct Booking über eine normale Booking-Engine auf der Website, also wo du quasi einen ganz normal kaufen und auschecken kannst und auch einen Button, der dich dann zur WhatsApp weiterleitet. Und das ist tatsächlich so, dass wir eben die, also zwei Drittel der Kunden, die direkt buchen, dann über WhatsApp buchen und das ist natürlich super. Also ich meine, muss man mal Reaktion setzen, die macht ein paar Millionen Umsatz, hast du mir gesagt, so und wenn du sagst WhatsApp ist dann einen Kanal, der in Summe 20, 30 Prozent ausmacht, dann ist das ein siebenstelliger Kanal. Also Leute kaufen
[00:26:06] für mehr als eine Million Übernachtungen bei euch über WhatsApp? Ja, ist richtig. Also noch größer, das ist über 35 Prozent direkt und genau das sind dann wahrscheinlich jetzt 20, 26 Runrate, ich müsste nachschauen, aber ja, also deutlich über eine Million, die wir über WhatsApp machen und das ist natürlich nice, weil du hast einfach so eine Kontrolle, weil du den direkten Kontakt zum Kunden hast, du kannst da in gewisser Weise noch verhandeln, ja, wenn jetzt jemand sagt, hey, aber booking.com, das ist halt auch immer
[00:26:36] ein Katz-und-Maus-Spiel, also kannst du sagen mit Genius Discount und dies und das, wo die quasi die Hotels dann unterbieten oder das zumindest versuchen und wenn du jemanden da direkt vor dir hast, dann kannst du da gegensteuern, kannst da vielleicht nochmal eine Massage mit anbieten. Ich gebe dir eine Massage, ich gebe dir ein Upgrade, ich gebe dir noch das Surprise Dinner, okay, okay. Ja, genau und natürlich alles andere, was wir vorhin besprochen haben, ja, du hast dann einfach schon mal die Daten, du hast dann schon mal, ist es eine Familie, die kommen, welche Alte sind die Kinder, ist es ein Paar, was irgendwie
[00:27:06] in einem Special am Feiern ist oder so und also das ist schon mal per se mega nice, ja. Und dann geht es weiter, also quasi, wenn wir ein Check-in machen, auch schon ein Pre-Check-in, kontaktieren wir die Gäste auch per WhatsApp, dass sie quasi orientiert sind, fragen dann Sachen ab, was wir für die machen können und dann während ihrem Aufenthalt ist alles per WhatsApp, also du kannst zu jeder Stunde quasi Room Service oder Buggy oder was auch immer du brauchst per WhatsApp bestellen.
[00:27:36] Wir haben auch keine Telefone bei uns im Hotel. Das funktioniert wunderbar, das ist also Response Time ist direkt und funktioniert super. Und natürlich jetzt das Schöne ist, wie gesagt, wir sind dabei, das jetzt auszubauen mit unserem eigenen System und WhatsApp sind natürlich relativ strukturierte Daten. Das heißt also, das ist natürlich das Erste, an was wir jetzt arbeiten, dass wir quasi so Guest-Sentiment zum Beispiel ist der Guest happy, gibt es Probleme,
[00:28:06] an was muss man arbeiten und das können wir alles wunderbar auslesen über WhatsApp und genau, das machen wir und natürlich dann auch Präferenzen, also wenn du jetzt zum Beispiel sagen wir, du hattest eine Massage und hast irgendwie Pilates gemacht und irgendwie noch gut gegessen, wir sehen das natürlich bei uns im System und können dann, dann kann das System quasi am nächsten Morgen dem GM oder dem Guest Relation Manager das schon mal so vor präsentieren und sagen sie, hey, Felix hat das und das gemacht,
[00:28:35] er hat so und so mit uns kommuniziert, er braucht ja dann nochmal ein extra Kissen oder eine Wiege für das Kind und dann können wir eben schon mal, also kann man einfach für den nächsten Tag was personalisieren und das geht natürlich dann auch wieder per WhatsApp raus. Das ist schon super interessant, weil du sagst, ihr seid Entry Luxury, 300 Dollar pro Nacht, da würde man jetzt nicht erwarten, dass der GM, der General Manager irgendwie morgens ankommt und mich fragt, wie gestern Abend mein Hühnchen war, aber im Grunde sagst du, dadurch, dass wir diese Daten über WhatsApp haben, dadurch, dass wir die auswerten können über unser eigenes
[00:29:05] AI Operating System, ist es möglich, so eine Experience zu schaffen, die man sonst halt eher aus irgendwie fünf Sterne Super Luxury Hotels kennt. Ja, ganz genau, also ich muss dazu sagen, das ist auch noch einiges Work in Progress, das ist nicht alles live, aber das ist auf jeden Fall die Ambition, dass du hingehst und sagst, also was macht, was ist der Unterschied zwischen dem Entry Luxury, sag ich mal, und dem Super Luxury, so einem Amman,
[00:29:35] da geht es dann nicht mehr viel um den Room, also ein Bett ist ein Bett, also wie viel besser kannst du das Bett machen, um da den Zehnfahnenpreis zu verlangen, sondern viel kommt einfach von dem Service und von der Personalisierung und da ist es natürlich schon so, dass eben das System und auch AI, die wir dazu benutzen, den Mitarbeitern, also die können da eben sagen wir mal, auch einen Entry-Level-Mitarbeiter im Front Office können die halt echt zum Superman machen, weil der dann im Zweifel
[00:30:04] im System einfach alles sieht und eben auch schon die Vorschläge hat im Zweifel, ja, also das heißt, wenn da jetzt jemand, wir haben da super viele nette Balinesen bei uns, ja, ich glaube, die haben, also ich meine, du kennst es, die haben halt dieses Hospital-Team-Blut, aber die sind, da ist jetzt vielleicht auch nicht jeder der Strukturierteste und du gibst denen dann einfach diese Tools und der weiß dann schon ganz genau, okay, wenn das jetzt jemand ist aus Europa oder aus Middle East oder Australien oder wo auch immer, wo die vielleicht nicht
[00:30:33] den kulturellen Kontext haben, zu wissen, was schlage ich denen jetzt vor, da ist einfach das System dann da und, ja, übernimmt sozusagen die Aufgabe, das Vorschläge, also, das ist ganz wichtig, das System redet nie mit dem Gast, ja, das ist schon wichtig im Hospitality, dass du diese persönliche Beziehung noch hast, aber das System, wie gesagt, das macht halt einfach diesen Junior Front Office Mitarbeiter zum Superman, ja. Ja, das ist echt krass und ich frage mich immer noch,
[00:31:03] warum so viele deutsche Businesses darauf verzichten beziehungsweise diese Chance nicht nutzen, WhatsApp strukturiert einzusetzen, weil es ja genau diese Vorteile hat, das ist asynchron, das klingt nicht die ganze Zeit, das Telefon ist nicht besetzt, du kannst mit zwei Leuten an der Rezeption das machen, was am Telefon, wo du wahrscheinlich zehn bräuchtest, dann ist es international, ist natürlich auch super in so einem Kontext, dass du halt jede Sprache plötzlich sprechen kannst, weil du automatisch übersetzen kannst, du kannst natürlich Bilder und Videos und so weiter mitschicken, also wenn einer anfängt zu verhandeln und sagt, hier Booking hat eine bessere Rate und du ihm dann das Foto schickst von dem Upgrade,
[00:31:33] was er kriegen kann mit der Oceanview Villa und dem Whirlpool oder so, dann machst du natürlich einen anderen Eindruck, als wenn du ihn zum Telefon beschreibst und du hast diese Auswertbarkeit über Agents, über AI, dass du Vorschläge machen kannst. Wir hatten ja ein Covid-Superchand gestartet, Softwarefirma, die quasi sowas anbietet, sodass du quasi einmal diese Inbox hast, dass mehrere Mitarbeiter mitmachen können, die jetzt auch voll auf AI-Agents sind und auch diese Auswertbarkeit mitbringen. Setz noch einige Hotels ein in Deutschland, aber das ist noch nicht in der breiten Masse angekommen. Das finde ich so interessant an Asien, dass du sagst, du gehst da hin
[00:32:02] und du bist in der Zukunft und merkst, okay, das ist ein No-Brainer, das genau so zu machen. Ja, ja, das ist richtig. Aber glaubst du irgendwann, wenn du das AI-Thema weiterdenkst, ihr baut jetzt euer eigenes Operating-System, und du hast gesagt, ja, das muss schon noch ein Mensch bedienen, ja, und quasi diese Hospitality-Experience liefern, aber glaubst du irgendwann, das entwickelt sich von Operating-System zu Company-Brain, im Sinne von Operating-System, da muss ja noch ein Operator davor sitzen und rumklicken. Company-Brain würde heißen, ah, okay, ich hab den Wetterbericht angeschaut und morgen ist Regen und deswegen bleiben
[00:32:31] die Leute im Zimmer und bestellen Room-Service und deswegen müssen wir jetzt mehr Tomahawk-Steaks bestellen und lieber Koch, löst mal bitte diese Bestellung aus oder ich mach das für dich. Also so siehst du quasi, dass irgendwann die Maschine eher den Mensch steuert und nicht mehr so sehr der Mensch die Maschine? Also ich glaube tatsächlich, dass wir in einem halben Jahr so weit sind, dass das System die Jetzt-Situation von dem Resort besser versteht als jeder Mensch, GM und myself included, ja,
[00:33:02] der dort ist. Ja, einfach weil, also das fängt ja einmal beim Gast an. Also was wir bauen, ist quasi ein Gast-File, wo dann alles reingeht, da gehen die WhatsApp-Messages rein, die der Gast sendet, da geht erst natürlich alles rein, was von Reservations da ist, dann die Live-Sachen, alle Aktivitäten, die der gemacht hat. Wir haben natürlich einen Clitch-Report, falls es irgendwelche Probleme gab. Da gehen aber auch dann so normale Guest-Relation-Rundgänge rein, wenn es da eine Interaktion gab, dann gibt es ein kurzes Note und das geht dann alles da rein. Das heißt also, wenn ich jetzt 70 Rooms habe,
[00:33:32] sagen wir mal ganz einfach 70 Gäste, da kann ich quasi von einer Skala von 1 bis 10 oder Smiley, Non-Smiley oder Ampel, kann ich quasi jeden Gast sehen und habe eine sehr gute Approximation, wie happy der ist. Das ist natürlich unmöglicher als GM sonst. Und das geht natürlich dann über den Gast auch noch hinaus. Das zweite Thema ist die ganze Hardware. Das ist für die Hotel-Operation auch extrem wichtig, dass das einfach alles läuft, dass du keine Probleme hast,
[00:34:01] dass deine AC schön funktioniert, dass die Zimmer sauber sind und so weiter. Das ist genau das Gleiche, was wir dort machen. Also ich meine momentan, wie das funktioniert im Hospitality ist, du kriegst deinen Room-Plan, du machst es sauber und du hast dann einen Supervisor, der dann irgendwie, keine Ahnung, drei von zehn Rooms nochmal nachtestet und dann einen Manager, der dann auch nochmal irgendwie ein Sample nachtestet und so weiter. Und das kannst du natürlich alles ersetzen. Also da sind wir jetzt dran, einfach zu schauen, dass du mit Bildern jeweils deine Arbeit dokumentierst,
[00:34:32] sobald die gemacht ist und dann hast du Referenzbilder, du kannst es dann eben mit einer AI gegenlaufen lassen und so weiter und du hast dann einen sehr guten Überblick, wo was funktioniert und du kannst dann wirklich morgens reinkommen als GM, ja, du kriegst dann nur noch dein Dashboard, sagst, okay, mit den drei Gästen musst du reden, da gab es ein Problem. Die fünf Units haben Probleme, hier sind die Tasks, Engineering muss hier die AC fixen, hier war das nicht richtig geclean, müssen wir nochmal drüber und so weiter und klar, ist auch ein System, wird nicht vom ersten Tag
[00:35:01] an perfekt sein, du musst natürlich trotzdem immer noch in gewisser Weise nachchecken, aber mit deutlich weniger Personal und ich glaube, ja, da wird es nicht mehr lange dauern, bis das System das einfach besser weiß, als es sonst irgendjemand wissen könnte und das ist natürlich schon stark und natürlich, also klar, du versuchst erstmal so deine, die schlechten Erfahrungen abzufedern, aber das geht natürlich dann auch wieder dahin, dass du mit Empfehlungen und so weiter, das geht dann weiter. und dann sagt, ah okay, und Mr. Yu, please, I will recommend him another massage, he was very happy,
[00:35:32] this was the therapist, da, da, da, da, da, he mentioned, tomorrow he's out on the beach, also kann man vielleicht irgendwie auf 5 p.m. ihm vorschlagen und so weiter und das ist natürlich schon sehr cool. Ich glaube tatsächlich, dass was passieren wird, ist eben, das System wird quasi die ganz, also sehr viel Speuerung nicht unbedingt übernehmen, aber vorschlagen. Ja, also ich glaube schon immer wichtig, dass immer noch da quasi ein Mensch dahinter steht, weil eben Hospitality, das ist einfach Mensch zu Mensch,
[00:36:01] ja, wenn das System da Fehler macht, das kann dann schon auch, also da gibt es dann schon auch Judgment Errors, ja, wo das vielleicht falsch gelesen wurde, irgendein Zynismus in der Message oder sonst was, aber es übernimmt natürlich schon extrem viel Steuerung und macht es eben auch möglich, dass die Leute einfach extrem viel effizienter arbeiten können, ja. Also wie lange dauert das für mich, 70 vorgeschriebene oder suggestierte Nachrichten
[00:36:30] dann an die Gäste zu schicken, ja, also das kann dann schon relativ schnell gehen, ja. Da muss jetzt niemand nachschauen, oh Felix, was hat er nochmal gemacht? Habe ich den nicht getroffen? Lass mich nochmal kurz anrufen. Sondern du weißt dann aber schon sehr genau Bescheid und dann dauert es halt vielleicht eine Minute, dann eine wirklich gute, treffende Nachricht zu schicken und ja, wie gesagt, in einer Stunde hättest du dann wirklich einfach einen super happy und allseitig versorgt ist für so. Siehst du das auch kritisch oder gibt es da auch
[00:36:58] quasi negative Stimmen dazu, so vom Staff oder von den Gästen, dass man am Ende sagt, ah, das ist ja krass, irgendwie die Maschine entscheidet hier quasi alles und steuert uns Menschen oder kommt da irgendwann so ein deutscher Kartoffelgast und sagt so, Datenschutz, ich will das nicht, kann ich mir vorstellen, dass das jetzt weniger ein Thema ist in Indonesien, aber gibt es kritische Seiten zu so einem System? Also ich glaube schon, dass man auf jeder Entwicklung, also ich glaube, weißt du, das ist einfach, das jetzt so alles zu sagen von meiner Seite und vielleicht hier und da
[00:37:28] auch eine Utopie, also als Operator wünscht man sich das natürlich so. Ich sage immer zu meinem Team, ich muss das Ressort vom Mond aus steuern können. Ich will einfach, also weißt du, dass wir eine volle Abdeckung haben. Ich will nicht überrascht werden von irgendeiner AC und dann, weißt du, das Größte, was mich ärgert ist, wenn die AC funktioniert nicht, der Gast ist nicht happy, es kostet uns dann echt viel Energie und Zeit, den wieder glücklich zu machen und dann schaue ich nach, was war mit der AC?
[00:37:56] Oh, da wurde eine Maintenance vergessen und weißt du so, you've seen it coming, right? Es war einfach ein Systemfehler am Ende, ja. Und das finde ich einfach sauergerlich. Und deswegen ist einfach das, was ich eben sagte, du brauchst eine volle Abdeckung der Daten, ja, soweit es geht. Und wir haben das schon auch gemerkt, also wir haben zum Beispiel am Anfang, wir haben dann also so einfach quasi kopiert aus diesen, was war das ChatGPT oder Cloud, was wir benutzen,
[00:38:26] da Messages rauskopiert und ich meine, die Leute merken das. Du weißt das ja auch, wenn du jetzt mit dem Chatbot drehst, die Art und Weise, wie da gesprochen wird, die Länge und so weiter. Und das ist schon auch ein Learning, wo wir sagen, nee, das wollen die Leute nicht, also das will auch ich nicht, du musst es schon persönlich machen. Du kannst es, wie gesagt, ich sage halt immer, das sollte dich zum Superman machen, aber es sollte dich nicht ersetzen, in der Industrie, in der Industrie, wie im Hospitality. Das sollte schon immer noch
[00:38:55] von der Person kommen und das dann sozusagen mithilfe des Systems, das halt nur noch eine Minute dauert, dir eine sehr relevante Nachricht zu schicken oder dir eine sehr relevante Aktivität vorzuschlagen. Das ist super, aber es sollte nicht dann irgendwie so aus dem System vorgekaut sein. Du sollst da schon immer nochmal drüber schauen, okay, ich mache das jetzt auch wirklich Sinn und dann schon auch nochmal so eine persönliche Note haben, weil ansonsten geht es verloren mit dem Hospitality und ich meine, unser Business is Experience,
[00:39:24] das ist ja auch das Schöne im AI-Zeitalter. Es ist sozusagen ein schöner Counterpoint zu dem, was eben sonst passiert, wo ja, jeder vom Laptop sitzt. Also da wollen wir ja auch so einen Counterpoint schaffen sozusagen, aber eben diese menschliche Erfahrung sollte da nicht weggehen, die sollte da nur einfach deutlich besser werden mit der Hälfte von dem System. Okay, verstanden. Das heißt,
[00:39:54] du kannst sie effizient nutzen und bessere Steuerung, bessere Übersicht geben, aber am Ende muss es menschlich sein, weil die Gefahr ist, wenn du siehst, dass da so eine Chatschipiti-Nachricht bei dir ankommt mit so einem langen Bindestrich, dann fühlst du dich auch ein Stück weit nicht so gut behandelt. Ja, und ich glaube, man fragt sich dann noch, mit wem rede ich hier eigentlich? Naja. Was war das Härteste für dich unternehmerisch beim Aufbau von dem Business im Vergleich zu den E-Commerce-Themen, die du davor gemacht hast? Also ein paar Sachen. Also ich glaube, das Erste war,
[00:40:23] wir haben sehr viel auf einmal gemacht. Also wir hatten dann eine Fabrik, die wir am Aufbauen waren, gleichzeitig haben wir das modulare System getestet, nebenher haben wir die Hospitality-Systeme aufgebaut oder die erste Operation-Stot gehabt und das war schon manchmal sehr anstrengend, weil du kannst dir vorstellen, es gab dann halt auch mal den Tag, wo alles drei nicht funktioniert hat und wo sich da gefragt hat, okay, wo renne ich jetzt zuerst hin? Das war schon sehr anstrengend. Und ich glaube,
[00:40:53] das Nächste war, es war mehr ein persönliches Learning. Also ich hatte, wir haben unser erstes Kind bekommen, als ich meine erste Firma gegründet habe und dann haben wir das zweite Kind bekommen, als ich die zweite Firma gegründet habe, das Grün, das Hospitality. Das würde ich auch nicht mehr so machen, das würde ich auch keinem empfehlen. Also da hatte ich sozusagen dann jeweils immer das Doppelbaby. Das war dann halt einfach teilweise eine harte Belastung von beiden Seiten. Da warst du irgendwie vom Firefighting heimgekommen
[00:41:23] und dann ein kleines Baby zu Hause gehabt und du weißt, wie es ist. Da gibt es gute Tage, da gibt es auch manchmal anstrengende Tage und das war da insgesamt teilweise schon eine harte Belastung. Wie bist du damit umgegangen? Also da muss man halt einfach durch. Ich glaube, ich glaube, da gibt es keinen weiteren Tipp mehr. Also ich meine, wenn du irgendwie null bis drei Stunden geschlafen hast, also keins von dem kannst du ja irgendwie stoppen. Ich meine, was du natürlich machen kannst, ist ein bisschen zu priorisieren
[00:41:52] und auch zu schauen mit Angestellten oder Leuten. Also wer kann dir da jetzt was abnehmen? Wo bist du jetzt vielleicht doch ein bisschen an Micromanagen und jemand anderes kann das genauso gut wie du? Aber ja, man muss einfach durch. Ich glaube, Priorisierung ist tatsächlich das Einzige, was so ein bisschen möglich ist, was wir auch eben tatsächlich ja gemacht haben. Wir haben dann quasi wirklich eine Zeit lang nur noch für uns selber produziert und auch zu einigen Anfragen einfach Nein gesagt.
[00:42:20] Aber das waren schon anstrengende zwei, drei Jahre am Anfang. Ich glaube, der größte Unterschied für mich vom Arbeiten, auch heute noch, ist, ich hatte, also ich habe eben, ich habe bei BCG angefangen und dann Lazada war eben auch, ja, wir waren da auch immer sehr gut gefundet und so der Unterschied mit, von den Leuten, mit denen du einfach arbeitest. Also wir haben jetzt 400 Leute bei uns, aber es sind jetzt, sagen wir, wenige Ex-Consultants oder sonst was dabei
[00:42:48] und das war schon was, worauf ich mich am Anfang so ein bisschen einstellen musste. Du hast, also du zahlst natürlich auch andere Gehälter, aber du musst einfach ein bisschen anders kommunizieren und anders die Strukturen aufbauen und so weiter. Was musstest du da persönlich ablegen oder, oder dazu lernen, um quasi in so einem anderen Umfeld mit, mit einer anderen Art von, von Mitarbeitern zurechtzukommen? Ja, also ich glaube teilweise ist es so ein bisschen kulturell. Indonesien ist eine Kultur,
[00:43:17] die sind alle super lieb und nett und haben eben auch das Bedürfnis dazu zu sagen, auf der Arbeit auch das Persönliche mit rein spielt. Also ganz wichtig. Also du solltest deine Angestellten oder zumindest deine Direct Reports, du solltest da schon Bescheid wissen, wie geht es der Familie und auch mal nachfragen. Und ich bin da jetzt glaube ich natürlich gesehen nicht so der Typ, der das, sagen wir mal, in einem deutschen Umfeld gemacht hätte.
[00:43:47] Und das sind dann so Learnings, wo du sagst, okay, das ist halt auch wichtig, auch wenn das jetzt vielleicht ein bisschen mehr Junior sind und so weiter. Die Leute machen dann auch wirklich viel für dich, aber die wollen schon auch diese persönliche Connection zu dir haben. Also auch beidseitig. Und also wenn ich Geburtstag habe, die kommen zu mir nach Hause mit Riesentorte und wir feiern alle zusammen. Und wenn die Hochzeit haben, dann ist es ein Muss. Also da gehe ich so, yes or yes, meine Frau ist Indonesierin, die sagt, nee, nee, du musst da hingehen. Also du kannst ja jetzt, ist vielleicht umgeschickt, Samstagabend,
[00:44:16] es spielt keine Rolle. Das ist ein wichtiger Event für die, du musst da hin. Und ist aber auch total schön, weil die Leute halten halt einfach zusammen. Also das geht dann auch, ich meine, es gibt ja nicht nur fröhliche Events, also wenn es auch mal ein Todesfall in der Familie gibt, dann kommst du auch zu der Beerdigung. Und du bist halt einfach, ist einfach eine Familie. Und das war schon etwas, was ich erstmal lernen musste. Und ja, aber es ist schön. Also ich finde es toll. Was war die größte Krise? Was war der größte Fuck-Up? Was war der Moment,
[00:44:46] wo du am nächsten daran warst zu sagen, ich meiste es alles hin und geh zurück zur BCG nach Singapur oder was auch immer? Und was hast du aus dem Moment gelernt? Für mich persönlich, die größte Krise ist immer, wenn ich sehe, das Produkt ist nicht da, wo ich es gerne haben möchte. Und wir hatten da, als wir quasi das erste Haus entwickelt haben und das erste modulare System entwickelt haben, das weiß ich noch, wir haben das dann aufgesetzt und es war aber scheiße,
[00:45:15] um gut zu sagen. Es hat aber nicht funktioniert. Wir haben das hingemacht und ich weiß, ich war da on-site und es war aber nur eine Enttäuschung. Wir haben das sicher ein halbes Jahr daran entwickelt an dem System und ich habe das einfach eingetreten. Das sind so modulare Module. Ich habe das einfach eingetreten, also einfach rausgetreten. Du hast es physisch eingetreten? Eins von diesen Modulen. Ich habe das dann aber rausgetreten. Ich habe gesagt,
[00:45:45] hey, das kann es doch nicht sein. Und es war schon so ein Moment, wo man halt gesagt hat, ja, es ist halt auch nicht alles so einfach. Ich war da vielleicht auch zu wenig involviert in dem Design von diesen modularen Teilen und da gibt es keine Alternative, als einfach selber die Ärmel hochzukrempeln und dann es nochmal zu machen. Und das war dann wirklich auch ein langer Weg. Also da ging es vom Design über die Fabrik. Wir haben auch viele Nächte
[00:46:14] in der Fabrik verbracht, wo du hin bist und was ist jetzt schon wieder das Problem und wieso kommt der Output nicht und wieso haben wir hier dann Qualitätsprobleme, wenn das On-Site kam und so weiter. Und das war schon ein weiter Weg. Und wir haben wirklich bei unserem ersten, dem ersten Kundenprojekt, was wir dann gemacht haben, da haben wir schon, also was wir da dann an Ressourcen freimachen mussten, dass wir das trotzdem dann für den Kunden sehr gut hinbekommen haben,
[00:46:45] das hat schon richtig Zeit und Energie gekostet. Und jetzt mittlerweile ist das halt alles standardisiert. Das ist wunderschön für mich. Mittlerweile, ich gebe nur noch die Projekte frei und dann komme ich vorbei. Ich schaue es mir natürlich ab und zu zwischenrein an, aber habe eigentlich keine weitere Funktion da und dann schaue ich mir das an, wenn es komplett durch ist natürlich und es funktioniert einfach. Also jetzt haben wir über 100 Häuser gebaut und es ist natürlich wunderschön, das dann zu sehen. Aber klar, wenn du sagst, hey, das ist mein Core-Produkt und du schaust dir das dann on-site an
[00:47:14] und das funktioniert nicht, also da bist du erstmal bedienbar. Was ist dein mentales Modell zu, man muss manchmal einen Schritt zurückgehen und zwei Schritte nach vorne zu machen? Also du hast neulich zum Beispiel gepostet, dass ihr einen Spa entwickeln wolltet, alles schon geplant, fünf Behandlungsräume, Permit war schon da und du bist dann an diese Stelle gegangen und hast gemerkt, nee, irgendwie doch nicht und wir bauen da jetzt einen Meditationsschaller hin oder so ähnlich, hast du es formuliert. Also manchmal hat man sozusagen schon was gebaut und es ist ja schmerzhaft, als fauna quasi Energie in irgendwas reinzustecken,
[00:47:44] Produkt zu bauen, die neue Webseite und dann stehst du davor und denkst so, nee, das ist es nicht, ich muss alles wieder abbrennen, ich muss es eintreten. Wie ist dein mentales Modell dazu? Ja, ich glaube, du musst halt immer auf First Principle denken. Du musst sagen, also ich sage zu mir, wir wollen ein iconic Produkt schaffen. Sei zum Team jedes Mal. Ich sage, ist das gut genug? Ist das richtig, richtig gut? Werden die Kunden davon einfach, die einfach sagen, hey, wow, das ist das geilste Spa, was ich so gesehen habe. Und wenn du dann hingehst und du fühlst es einfach nicht,
[00:48:13] dann musst du sagen, okay, ich meine, da musst du halt als Founder auch die Eier haben, zu sagen, okay, da gehe ich jetzt zu meinen, also zu meinen Stakeholdern, ja, jeder hat das, auch ich habe das, dann sage ich, hey, okay, das Spa kommt drei Monate später. Ja, ist so. Aber ich gehe nicht davon ab, dass ich sage, das Produkt sollte eine gewisse Qualität haben. Und auch wenn es eine sehr hohe ist und auch wenn dann jemand kommt und sagt so, oh, Flow, hey, komm, also auch 80 Prozent ist manchmal gut genug. Das ist vielleicht manchmal der Fall, wenn du jetzt irgendwie, keine Ahnung was,
[00:48:41] aber in unserer jetzigen Phase ist das nicht so. Also ich sage, das läuft, per se für uns, das läuft gut, das Geschäft, wir haben da jetzt, wir sind ein klassisches Geschäft, ja, alles Cashflow positiv und so weiter. Und ob da jetzt im nächsten drei Monat ein bisschen mehr oder weniger kommt, ist für mich nicht so wichtig, als dass das Produkt einfach richtig, richtig gut ist. Und ich glaube, nur wenn du den Anspruch hast, dann kannst du eben auch was schaffen, was, ja, was dann auch wächst, auch über das hinaus, ja, weil das ist ja unser Anspruch, ja,
[00:49:11] wir wollen ja nicht sagen, okay, geil, jetzt haben wir irgendwie ein cooles Ressort geschaffen, deinen Uluvatu. Würde ich das so als Einzelnes, Units stehen lassen wollen, dann wollte ich dir da wahrscheinlich nicht allzu viel Zeit mit verbringen, ihr habt da tatsächlich ein gutes Team, aber wir wollen ja weitergehen und das eben als einen Vorbild schaffen für auch weitere Units. Und ich glaube, das muss man dann einfach sich auch mal eingestehen und sagen so, hey, okay, es war jetzt nicht gut genug und egal, was da jetzt in der Timeline steht
[00:49:40] und was da jetzt im Businessplan steht und sonst was, ich glaube, wirklich richtig gute Sachen werden halt nur geschaffen, wenn du die Bereitschaft hast, als Fauna dann auch mal zu sagen, so hey, nee, das ist Notbremse und sagst so, hey, okay, nee, ist einfach nicht gut genug oder kann noch besser gehen. Ich ticke auch so, ich frage mich aber immer, wann setzt man welches Werkzeug ein? Also bei uns im Podcast sage ich auch zum Beispiel, wir haben ja auch eine Guest Experience, wir haben ja Leute, die kommen zu uns und dann machen die ein Gespräch und dann gehen die wieder und ich sage, diese Experience,
[00:50:10] die muss ja auch eine 12 von 10 sein. Das ist schwierig, wenn wir das jetzt remote machen, im Studio haben wir da quasi verschiedene Touchpoints festgelegt, also beispielsweise werden die Gäste unten mit so einem Schild abgeholt wie am Flughafen, weißt du, wie bei so einem Chauffeur, also wo der Name draufsteht und dann werden die ins Studio gebracht, denen den richtigen Drink angeboten und so weiter. Also wir überlegen halt auch, wie kann man die Experience gut machen und ich sage immer, das muss eine 12 von 10 sein. Wenn wir die Gäste dann nachfragen, wie war das für dich auf einer Skala von 1 bis 10, will ich, dass die 12 sagen. So machen die natürlich nicht, aber wir sind ja quasi auch noch
[00:50:40] am Lernen und am Iterieren und so weiter. Aber ich glaube, diesen Anspruch zu haben, das ist genau das Richtige. 12 von 10, das ist mein Mental Model. Und gleichzeitig brauchst du aber oft 80-20. Also oft brauchst du ja sagen, gut, wenn ich sage, wir geben jetzt die Steuererklärung ab, das muss jetzt keine 12 von 10 sein. Ich muss nicht die beste Steuererklärung der Welt abgeben. Die muss richtig sein und ich will nicht ins Gefängnis, aber ich will jetzt nicht drei Wochen irgendwie damit verbringen, dass da irgendwie, wie auch immer, der Coverletter im Jahresabschluss irgendwie super toll ist. Das ist nicht 12 von 10,
[00:51:10] das ist 80-20. Es muss reichen und wir müssen das so schnell machen, dass wir uns wieder auf 12 von 10 konzentrieren können. Wann setzt du welches Werkzeug ein? Weil ich höre raus, 12 von 10 ist ja auch wichtig beim Spa. Wann nutzt du 80-20? Ja, beim Produkt 12 von 10. Und wenn es, sagen wir, Sachen sind, die nicht das Produkt tangieren, meine Steuererklärung tangiert nicht mein Produkt, dann, ja klar, da gehe ich hardcore 80-20. Im Backoffice kann ich mit einem 80-20
[00:51:40] im Zweifel leben. Aber ich glaube, wenn es ums Core-Produkt geht. Und ich meine, ich kann auch mal damit leben, dass jetzt zum Beispiel momentan mal mit dem Soft-Launch von den neuen Units und das ist ein Soft-Launch. Und da haben wir jetzt auch, was weiß ich, da fehlt jetzt irgendwie noch drei decorative Items. Und mein Team sagt immer so, du bist so krass detailliert und welche Items da jetzt da sind. Dann sage ich, ja, das ist richtig für das finale Produkt, was dann die nächsten 10 Jahre da steht. Wenn du da jetzt jemanden kommen hast zu einem Soft-Launch-Preis und so weiter,
[00:52:10] dann kannst du da auch mal was anderes reinstellen für zwei Wochen. Aber das finale, finale Produkt, das muss halt einfach, da will ich keine Kompromisse machen. Und ich glaube halt tatsächlich, also, ich meine, du siehst es, es wundert mich nicht, ja, schau an, wie, was für einen tollen Podcast du geschaffen hast, ja, weil du genau eben diese Mentalität hast, dass du sagst, ich mache keine Kompromisse bei dem Core-Produkt. Und ich glaube, es ist auch ein krasses Learning für mich, ja, und auch wie du vorhin gefragt hast,
[00:52:39] was ist mit der Customer Experience? Das Core-Produkt ist die größte Customer Experience. Da kannst du da gar nichts mehr groß drumherum erschaffen. Wenn du das nicht gut hast, dann ist eh alles verloren. Wenn das richtig gut ist, dann kannst du auch viele andere Sachen drumherum mal ausbügeln, ja. Was ist für dein Business das größte Bottleneck aktuell? Naja, es ist ein physisches Produkt, ja, deswegen, also, das war tatsächlich auch ein Learning für mich, ja, wie dann die ersten guten Jahre reinkamen. Im Tech hätte man gesagt, Paddle to the Metal, ja,
[00:53:10] Expansion. Und hier steht man einfach da mit einem physischen Produkt, wo man sagt, gut, man muss erstmal ein Land finden, man muss dann wieder relativ viel bauen und so weiter. Also, einfach die Zeit, die es braucht, ein neues Ressort zu bauen, das ist mein größter Constraint. Willst du eigene neue Ressorts bauen? Kannst du dir vorstellen, das mit Partnern zu machen? Wie kann man sich die grünen Weltkarte 20, 35 vorstellen? Ja, genau. Also, es ist genau so eine Hybrid-Strategie.
[00:53:38] Wir sind jetzt noch relativ am Anfang, wir haben jetzt eben drei Locations mit dem Flagship in Uluwatu. Wir planen, die nächsten Ressorts noch selber zu bauen, sind da gerade dabei, an dem nächsten Ressort sind wir gerade an der Planung. Aber die weitere Expansion wird dann auch mit Partnern erfolgen. Also, was für uns wichtig ist, eben auch außer von Bali, außer von Indonesien weiterzumachen. Wir kriegen da tatsächlich sehr, sehr viele Anfragen für Kollaboration oder auch nur für das Produkt.
[00:54:07] Unser Fokus wird erstmal Südostasien sein. Also, Thailand, Vietnam zum Beispiel. Ich glaube, da gäbe es einige Sites, wo das wunderschön passen würde, unser Produkt. Aber wir kriegen auch Anfragen aus Europa. Keine Ahnung, Portugal oder Balearen haben wir auch einige. Und viele, natürlich viele Orte, die ein bisschen ähnlich sind wie das Setup, was wir da geschaffen haben. Ja, also, man merkt zum Beispiel, Costa Rica oder Kalifornien, Brasilien, da gibt es auch viel.
[00:54:37] Und, genau, wir werden da einfach so eine Hybrid-Strategie fahren, wo wir unsere eigenen Ressorts selber bauen werden, wo wir eben auch mit unserem eigenen Geld bauen werden und gleichzeitig aber offen für Partner sind. Also, wir sehen das selber in Indonesien, ja, das ist nicht immer einfach, so große Projekte zu stemmen, also nicht nur finanziell, sondern auch von den ganzen Regularien, wer darf Land besitzen, wie bekommt man seine ganzen Lizenzen und so weiter. Deswegen ist dann schon außerhalb von Indonesien der Fokus, das mit Partnern zu machen.
[00:55:08] Okay. Ein Kumpel von mir hat gerade einen Berg gekauft, in Costa Rica. Und wenn der jetzt sagt, er will da ein Grün-Ressort draufbauen, dann kann er sich mal bei dir melden. So ist es, ganz genau, ja. Was muss jemand mitbringen? Was kostet, was zu entwickeln? Ja, ich sage mal, 10 bis 20 Millionen muss man rechnen, US-Dollar. Also, klassisches Einsteiger-Business für First-Time-Founder. Ja, das ist natürlich auch ein Learning, also, wenn du zwei Ressorts bauen willst, das ist schon wie so ein Mini-Fun.
[00:55:38] Also, aber wir haben dann natürlich auch gelernt, ja, wir haben das gesehen, wie sieht eine P&L aus, wenn du 30 Units hast, oder 20 in unserem Kleinsten, wie sieht das aus mit 30, wie sieht das aus mit 50 oder 60. Und der Sweetspot für Boutique Hospitality ist schon 30 plus, so 30 bis 60, sagen wir, ist der Sweetspot. Das braucht man einfach, damit es dann auch einfach von den Zahlen her Spaß macht und da gut was hängen bleibt. Und das heißt, wenn ich richtig rechne, wenn du sagst, 10 Millionen wäre zum Beispiel irgendwie 30,
[00:56:08] 40 Units, dann kostet so eine Unit, wenn man es runterrechnet, so eine Viertelmillion bis 300, 400 K oder so? All in, ja, also da ist dann das Land dabei und die Amenities, Infrastruktur und so weiter. Bei uns die Unit ist, ich sage mal, 120, 150, 170, das kommt immer ein bisschen drauf an, auf die Größe und wie die ausgestattet ist. Das ist, was du pro Unit, also nur pure die Unit zahlst und dann kommt es eben darauf an, was kostet das Land, wie viel, was hast du noch an Amenities,
[00:56:38] wie schwierig ist das auch zu erschließen, ja, das kann teilweise auch ein bisschen was kosten, also da die Straßen und die Elektrizität zu legen und Wasser und so weiter. Genau, aber so rechnet man, also man rechnet dann immer pro Key und so 250.000 ist eine gute Größe für die Ressourcen, die wir bauen, ja. Und wenn man das Up- und Running hat, wie profitabel kann sowas werden? Ja, also Hospitality ist ein Fix-Cost-Business, das heißt, du hast, also ein sehr großer Teil deiner Kosten sind einfach fix und sobald du dann
[00:57:07] drüber kommst über diese Fix-Summe ist quasi alles pure Profit oder 95% Profit. Das heißt also, ein sehr gut geführtes Ressort kann tatsächlich auch richtig gutes Geld verdienen. Wir sind bei unserem Flagship in Oluwatu sind wir über 40% EBITDA-Margen. Das heißt also, das macht schon finanziell auch Spaß. 40% EBITDA-Marge von 100 Dollar Umsatz bleiben 40 bei euch hängen. Ja, korrekt. Congrats. Nicht schlecht.
[00:57:37] Ja. Gibt einige Tech-Konzerne, die niedrigere EBITDA-Margen haben? Das ist richtig, ja. Du musst natürlich sehen, dass auch relativ viel upfront investiert werden muss und dann im EBITDA, im Zweifel, je nachdem wie du finanzierst, hast du noch die Interest oder und natürlich auch die Abschreibung. Das kommt dann schon ein bisschen drauf an. Also das heißt nicht unbedingt, dass man jetzt da am Gelddrucken ist. Aber das ist schon tatsächlich so, dass wenn du gerade hier in Südostasien, wo sagen wir mal
[00:58:07] die operativen Kosten im Zweifel auch nicht so teuer sind, kannst du mit einem sehr gut geführten Ressort tatsächlich gutes Geld verdienen. Wie hast du das finanziert? Wo hast du deine 10, 20 Millionen hergenommen? Ich habe einen Partner bei mir mit drin, der quasi ein Family Office, ein Single-Family Office. Wir hatten uns hier auf Bali kennengelernt über einen Kollegen und hatten dann, es hat erstmal klein angefangen, das Investment. und genau,
[00:58:37] wir haben das dann quasi für die Properties so zusammengestemmt und der ist quasi wie ein Financial Business Partner bei mir mit drin. Kannst du sagen, wer das ist? Ja, super. Chris Hümer, ja, der hat tatsächlich auch seinen eigenen Fonds gelauncht letzten Monat. Rime Capital, genau, also der kommt quasi aus einer Familie, auch mit viel Hospitality und Experience Erfahrung und super Investor, ja, bin richtig happy. Den Namen Hümer kennt man von Wohnmobilen,
[00:59:06] steht auf vielen Wohnmobilen drauf, das sind ja quasi auch Tiny Häuser mit Rädern. Genau, also klar, es ist natürlich ein anderes Produkt, aber am Ende geht es um das Gleiche, es geht um die Erfahrung und die Experience, die die Menschen haben und so gesehen, genau, so gesehen bringt der Chris da schon einiges an Erfahrung mit und natürlich auch einfach viel Weitsicht, ja, also, genau so, wir sind gleich alt, es ist jetzt nicht, dass er sozusagen so der, der alte Herr da ist, sondern,
[00:59:37] aber trotzdem, ich glaube, diese Erfahrung, die man einfach mit so einem Familienbusiness sammelt, eben auch, was, also Entscheidung heute, was heißt es in 5 Jahren, 10 Jahren, 20 Jahren, also da hat man schon richtig viel von lernen können und ich komme davor, Halasada war natürlich, also, Red Race, immer zwischen, Racing, immer zwischen Rounds und natürlich eine völlig, völlig andere Investorenerfahrung
[01:00:07] als jetzt so ein klassischer Visit, der da einfach anders inzentiviert ist und braucht es einfach auch für das Business, ja. Gott sei Dank, habe ich da einige Male Nein gesagt, ganz am Anfang, weil wir tatsächlich schon auch sehr gute Zahlen von Anfang an hatten, auch zu unseren Prototyp-Zeiten, wo dann Leute kamen, oh, super, okay, also, du hast jetzt angefangen mit was, sechs Units, da habe ich gesagt, okay, sechs Units und das verdienst du dran, okay, kannst du auch 60 oder 600 bauen, ja, so klassisch wie es sieht, dann habe ich gesagt, kann ich schon, nur, das dauert halt auch seine Zeit,
[01:00:37] sowas zu entwickeln, so ein Hardware-Produkt, also, wenn ich die erste Generation halt direkt mal 100 mache, dann multipliziere ich halt auch einen Fehler mal 100, ja, ist nicht wie eine App, wo ich dann reingehe und das recode und dann einen Upload schicke, wenn ich da halt einfach, keine Ahnung, wenn ich da den Balkon falsch konzipiert habe, und das ist, das ist Gott sei Dank, da sind wir einfach gleich im Verständnis mit Chris, der hat einfach schon gesehen, wie so ein Unternehmen einfach auch langfristig
[01:01:06] gesund sein muss und so ein Produkt, der eben auch langfristig aufgebaut sein muss und ja, wir waren da immer d'accord zu sagen, hey, okay, ja, im Zweifel lieber noch mal eine extra Runde drehen und ob das jetzt noch mal ein halbes Jahr länger dauert oder nicht, spielt keine Rolle, ja, wir wollen natürlich trotzdem beide zusammen groß werden, ja, die Situation ist trotzdem da, aber jetzt nicht irgendwie auf irgendwelche quarterly Reports sozusagen beschränkt. Ja, das ist ja oft so bei Leuten, die unternehmerischen Background haben, so die verstehen,
[01:01:36] dass diese Langfristigkeit wichtig ist, dass es wichtig ist, einen Schritt zurück zu machen, zwei nach vorne zu machen, was wir vorhin hatten und so weiter und eben eine langfristige Perspektive haben und halt selber auch mal unternehmerisch tätig waren versus auf der anderen Seite viele, die im VC arbeiten, in Deutschland ist es so, etwa drei Viertel der Leute im VC haben davor kein Unternehmen gegründet, sondern kommen halt eher aus dem Banking, und das hat auch Vorteile, vor allem bei den späteren Finanzierungsrunden, aber gerade so dieses Langfristige ist natürlich was, was jemand da selber gemacht hat, besser verinnerlicht, plus die Incentive-Struktur in einem Fonds
[01:02:05] ist natürlich immer die, dass ein Fonds ein Ende hat, so das ist Charakteristikum von einem Fonds, der hat eine Laufzeit von zehn Jahren, vielleicht zwölf Jahren und so weiter, dann wollen die LPs, die Limited Partner, ihr Geld zurück, ergo für viele Geschäftsmodelle ist ja Venture Capital einfach nicht der richtige Weg, weil in deinem Fall, ich meine, das ist ein Business, das kannst du über zehn, zwanzig, dreißig Jahre groß machen und das compoundet wahrscheinlich über Dekaden und ist ja auch nicht das Richtige für jemand mit einem Rocket-Internet-Mindset, der sagt, hey, ich muss jetzt hier in zwei Jahren das nächste Unicorn bauen und schnell verkaufen,
[01:02:34] das wird es nicht sein, auf der anderen Seite ist halt quasi dieses Slow and Steady und diese ganze Iteration ja ein Stück weit auch der Mode, das ist ja auch die Sache, die ein anderer jetzt nicht so einfach nachmachen kann. Ja, ganz genau, ganz genau. Ja, also ich glaube, also klar jetzt in unserem jetzigen Stadium werden wir eher PE, aber PE hat genau so ein Fund, also, aber ich glaube, das Wichtige ist eben, genau, aber ich glaube, das Wichtige ist eben schon auch zu verstehen, wo ist eigentlich unser Mode, ja,
[01:03:03] und gerade was wir vorhin hatten, diese vertikale Integration, ja, wo du sagen kannst, also, ich meine, von den Kosten abgesehen ist eben dieses modulare Bauen hat halt auch einen riesen Zeitvorteil. Wir haben jetzt eine Erweiterung gemacht bei uns im Resort in Uluvatu 14 Units und das hat halt end-to-end sechs Monate gebraucht und so eine Erweiterung ist natürlich super, weil du für die ganzen Amenities und so weiter, du hast schon bezahlt, auch das Land war schon bezahlt,
[01:03:33] das heißt, das ist extrem profitabel, da baue ich in sechs Monaten und im Zweifel habe ich das in ein, zwei Jahren habe ich die Kosten wieder komplett drin und das ist natürlich nur möglich, wenn du modular baust, ja, wenn du jetzt da klassisch baust und du bist da irgendwie zwei Jahre am Beton mischen, in derweil du daneben irgendwie deinen Gästen erklären willst, dass du ein super schönes Naturresort bist, da hast du halt ein Problem, das ist gar nicht möglich und natürlich auch für so eine neue Resortentwicklung, ja, also das,
[01:04:03] so ein klassisches Resort, 60, 70 Kies, da gehen schon mal vier Jahre ins Land von der Landerschließung bis dann wirklich auch alles gebaut ist und wir können das halbieren und natürlich, wenn du schaust, wie schnell hast du da dein Kapital zurück, ja, da ist es schön, das macht Spaß. Welche Mental Models aus deiner Rocket-Zeit musstest du ablegen, um dein aktuelles Business zu machen, also von deinem mentalen Operating System, welche Apps aus der
[01:04:33] Rocket-Zeit musstest du löschen? Ich glaube, also Rocket ist tatsächlich schon, glaube ich, in sehr vielen Sachen sehr hilfreich, also so dieses, so everything goes, alles ist möglich und Daten und Tracking, aber eben auch, und das tatsächlich habe ich das auch, auch bei uns ist es so, dass wir sehr, sehr viel mit Daten arbeiten und auch für Entscheidungsdaten nehmen, aber eben, was wir vorhin besprochen haben, das wäre natürlich absolut unrocket, das hätte es einem Sun-Wall
[01:05:02] nicht sagen können, also, ey, sorry, es passt aber drei Monate verspätet, da wäre es ein bisschen lauter geworden, und das musste halt, also wirklich dieses Produkt first und ich glaube, das war auch nicht unbedingt Rockets Stärke immer, ja, die haben schon sehr auf KPI und drück, drück, drück und das geht halt auch im Short Term und ich meine, das ging für uns in Lasada auch gut in einer gewissen Weise, ja, wir haben da ja einen Exit gemacht, wo man nicht weiß,
[01:05:32] also, was sicher auch ein bisschen Timing und Glück war, ja, wo man jetzt nicht weiß, wäre das heute ein alleinstehendes, profitables Unternehmen, was es so noch gäbe. Also, so gesehen, das gibt schon auch teilweise recht, aber ich glaube, langfristig ein erfolgreiches Business aufzubauen, da musst du eben auch mal weglaufen können von, okay, KPI hier, KPI da, drück, drück, drück und sagen so, okay, nee, musst du einfach nochmal tiefer gehen, ja. Du bist ja ein Stück weit ein Optimierer, worauf optimierst du
[01:06:02] in deinem Leben als Mensch, nicht als Founder? Ja, also, ist so, ja, und ich glaube, für mich selber persönlich, ich hatte es vorhin beschrieben, man hat natürlich als Founder und junger Familienvater hat man dann oft so eine Situation, was steht jetzt an, wo liegen die Prioritäten, weil man hat auch das Gefühl, irgendwie, so alles ist wichtig und natürlich will man auch manchmal Zeit für sich haben und ich habe irgendwann für mich selber gemerkt, so hey, es ist einfach wichtig, ein klares, mentales Modell zu haben, was ist mir heute wichtig,
[01:06:32] was ist mir in der Zukunft wichtig und ich habe das für mich selber definiert, ich habe gesagt, hey, meine Kinder sind jetzt drei und sieben, ich bin da ein großer Anhänger von diesen Modellen, wo man sagt, ja, mit bis zwölf hat man 80 Prozent seiner Zeit mit seinen Kindern, seiner Lebenszeit mit seinen Kindern verbracht und ich bin sehr gerne Vater, deswegen, ich habe gesagt, hey, bis die zwölf sind, sind meine Kinder einfach, Kinder und die Familie sind meine Priorität
[01:07:01] und das Businessmodell ist, sagen wir mal, auch so gebaut, ja, also Kinder first, dann Business und dann meine eigene Zeit und das, wie gesagt, man baut tatsächlich eben auch eine Mode auf, nicht unbedingt jetzt zu schnell zu wachsen, man kann da tatsächlich auch Fehler machen, die ein eigentlich erfolgreiches Modell oder erfolgreiches Produkt da in Bedulie bringen könnten, wenn man jetzt an den falschen, in den falschen Orten baut, so ein Hotel, aber ich will mir natürlich trotzdem, ich habe trotzdem natürlich auch
[01:07:31] große Ambitionen als Unternehmer und sage dann, okay, jetzt, wenn es sozusagen Head to Head kommt, ist für mich, sind die Kinder, ist die Familie wichtiger, aber ich möchte dann auch ein Produkt haben, wo ich im Zweifel sagen kann, so hey, jetzt sind die ein bisschen älter und haben da auch nicht immer, nicht immer nur Bock auf Papa, jetzt kann ich auch nochmal richtig Gas geben und im Zweifel auch mal ein paar Ressorts auf einmal bauen oder, oder was da noch immer ansteht, ja, also, und das hilft mir tatsächlich viel, ja, also wenn ich jetzt irgendwie, natürlich,
[01:08:00] ich arbeite trotzdem viel, ja, aber wenn es halt, wenn es einfach einen Konflikt gibt, irgendwie, okay, am Samstag habe ich ein Laufen mit meinem Sohn oder am Samstag wollte jemand von der Presse im Ressort vorbeikommen, dann sage ich dem halt am Samstag für die Presse ab, ohne dass ich mich jetzt sage, so, okay, aber was ist jetzt wirklich wichtig, und dann sage ich, ja, okay, ja, ja, nee, wir haben gesagt, Kids first, so, okay, da kann er auch am Montag kommen, ja, und, und das hilft mir tatsächlich, es ist einfach weniger Entscheidungsrieb,
[01:08:30] sozusagen, im Alltag. Und bleibt auch Zeit für dich, wenn du sagst, erst Kids und Family und dann Business, bleibt noch was übrig? Ja, tatsächlich bleibt auch noch was übrig, Gott sei Dank, mehr und mehr, ja, umso älter die Kinder werden. Ich glaube, das war tatsächlich, also in der Gründungsphase, in den Gründungsjahren und auch mit den kleinen Kindern, das ist halt das, an was, glaube ich, die meisten dann tatsächlich cutten, weil bei mir war das nicht anders. Ich bin hier in Bali natürlich mega, ja, ich liebe die Natur, ich bin,
[01:09:00] ich liebe das Trailrunning, und ich verbringe damit viel Zeit und doch, fühle mich gut, also habe ja nicht das Gefühl, dass da meine Zeit momentan zu kurz kommt. Du hast von 19 zu 20 angefangen, als Deutscher, in einem Emerging Market, mit einem physischen Produkt, mit einem Kind auf dem Weg, während Covid, ist schon eine krasse Situation. Was gibst du aus der heutigen Perspektive dem Flow von damals mit, wenn du nur eine Postkarte,
[01:09:29] eine SMS hinschicken könntest? Ich würde nur schreiben, mach dir keine Gedanken, alles wird gut, kommst du überall wieder raus. Also ich glaube tatsächlich, natürlich habe ich auch viele Fehler gemacht auf dem Weg, ja, also große und kleine Fehlentscheidungen sozusagen, um da hinzukommen, wo man hinkommt, aber ich glaube, die Fehler gehören dazu. Also ich glaube, das ist wichtig, als Entrepreneur eben auch zu wachsen und zu lernen. Ich glaube, das Wichtigste für mich zumindest
[01:09:58] ist immer nur so, okay, stresse dich nicht zu sehr, ja, wird schon klappen und auch, wenn du mal denkst, okay, jetzt bist du aber wirklich low on battery, da irgendwie, wie gesagt, mit den Situationen, da wenig Schlaf, Kind, Firma, wird es funktionieren und so, dann halt einfach nur ruhig bleiben und ich meine, man muss dann einfach nur durch, was willst du machen? Also kannst du ja nicht einem Kind sagen, es soll jetzt immer nicht mehr schreien in der Nacht, wenn es halt irgendwie zahnt oder sonst. Das merke ich mir, unsere Zahnkarte, brutal. Ja. Ist nicht so angegeben. Für sie wahrscheinlich
[01:10:28] noch weniger als für uns. Ja, und ich meine, der einzige Tipp, den es da gibt, ist halt, ja, einfach schauen, dass du ruhig bleibst und irgendwie durchgehst. Ist halt so, vielleicht gefällt mir deswegen das Trailrunning so, wenn du 100 Kilometer läufst, da hast du die Konversation in deinem Kopf einige Male. Läufst du 100 Kilometer Trail auf Bali? Ja, Wirklich? Also 100 ist das längste. Einmal um den Vulkan rum, oder wie? Ach du liebe Zeit. Nein, das sind halt schon mehrere, die du hoch musst, um da auf 100 zu kommen.
[01:10:58] Aber, aber das ist, genau, also da hast du ganz ähnliche Konversationen. Ich meine, es dauert auch eine Weile, du brauchst dann schon, also, es sind dann schon so 20 Stunden, die du unterwegs bist, oder auch länger. Ja, da musst du halt manchmal durch und wenn du durch bist, mega, ja, also heute sitze ich hier natürlich viel, viel entspannter, ja, aber ich glaube, als Founder wirst du wahrscheinlich immer solche Storys haben und, genau, deswegen, das wäre das Einzige, was ich schreiben würde, so, hey, alles gut, komm schon durch. Komm schon durch,
[01:11:28] es ist Licht am Ende des Tunnels, nach dem Trail kommt die Entspannung oder zumindest ein bisschen, bis man sich denn die nächste Aufgabe aufhaltet und dann irgendwie fünf Ressorts in Mexiko gleichzeitig aufmacht. Let's see. Ich habe viel gelernt, schön, dass du uns deine Zeit und Erfahrung geschenkt hast. Einfach weitermachen, finde ich gut, wie die AI die Steuerung übernimmt, finde ich gut, wie man eine Guest Experience designt, dass man einen Schritt zurückgehen muss, um zwei nach vorne zu gehen,
[01:11:58] dass Olivier Summit das zwar nicht gut gefunden hätte, aber dass es für das jetzige Business genau das Richtige ist. Mega, waren viele Golden Nuggets dabei. Wo finden wir dich online? Ja, ich danke dir. Wer soll sich melden? Wie kann man bei dir übernachten? Ja, also zum Übernachten immer sehr gerne. Grün Uluwatu, wir sind auf Instagram aktiv, Website Grün Resorts. Da findet man dann auch eine WhatsApp, wenn man das direkt mal ausprobieren will, wie man damit WhatsApp bucht. Und ansonsten ich persönlich auf LinkedIn
[01:12:28] versuche immer alle Messages dann auch zu sehen. Aber ich freue mich immer zu hören. Das ist total interessant. Tatsächlich auch so, dass viele Leute mich anschreiben, wenn sie im Resort sind. Auch viele Unternehmer waren schon da. The Day Flow, lass mal treffen, lass mal was machen. Natürlich gibt es auch immer wieder Anfragen für Kollaborationen. So, hey, ich habe da ein cooles Stück Land, kann man sich das mal anschauen und so. Und bin da immer offen für. Also gibt es immer viele gute Ideen. Dann freue mich immer auch, deutsche Gründe zu sehen. Was war der coolste Random Encounter im Resort? Ich kann dir meine Geschichte erzählen. Ich saß da beim Frühstück und dann bin ich mit einem Typ ins Gespräch gekommen.
[01:12:58] Der hatte auch Kinder, saß am Nebentisch. Also stellt sich raus, kommt aus Berlin, arbeitet in der Startup-Szene, war der Julian Blessin, der Tier-Scooter gegründet hat. Weißt du, eine von diesen Scooter-Firmen? Ich glaube, der war auch mal bei BCG. Super Typ und da haben wir uns angefreundet. Bis heute da in Kontakt und haben uns in Berlin häufiger getroffen. Da gibt es was gemacht und so weiter. Das war mein Random Encounter im Oktagon-Frühstücksraum im grünen Resort. Was war deine? Ja, cool. Also ich glaube, meine witzigsten Encounters
[01:13:28] sind mehr mit Leuten, die wir kennen aus der Schule oder sonst wo, aber die nicht wissen, dass das mein Resort ist. Und da hatte ich einmal eine Familie, also wie gesagt, kennen wir aus der Schule und vom Surfen und wir haben uns unterhalten und der dann vom Resort sagt, ja und das und das und so ganz offen und nett und war Gott sei Dank alles positiv. Ja, wie oft bist denn du sollst hier und so und da habe ich irgendwann die Katze aus dem Sack gelassen. Ich so, ja, einmal die Woche. Ich bin häufiger hier.
[01:14:01] Aber es war natürlich da eine witzige Situation, wie wir dann drauf kam und so, okay, wusste ich nicht und dies und das. Ja, aber macht schon Spaß. Also sind dann auch die schönen Momente, wenn man eben sieht, mal dann ein Produkt geschaffen, was anderen Leuten auch Spaß macht. Ja, klingt schon cool, einmal kurz 12 von 10 beiseite zu legen und einfach seine Kokosnuss oder sein Bintang Bier da zu genießen und mit den Leuten da ins Gespräch zu kommen. Ja. Klingt schon cool. Ich komme wieder vorbei. Flo, schön, dass du da warst.
[01:14:31] Wunderbar, ich danke dir. Sag's Bescheid, da halte ich einen schönen Raum für dich bereit, ja. Danke, Flo. .

