Vom Bundeskanzleramt zur Bestseller-Autorin. Heute baut sie ein Duolingo für Freundschaft.
Lili Vogelsang ist Spiegelbestseller-Autorin und hat 260.000 Follower auf TikTok und Instagram. Mit fredie baut sie gerade das, was sie selbst „Duolingo für soziale Fähigkeiten" nennt. Mission: eine Million Freundschaften. Danach 100 Millionen.
In dieser Folge erzählt sie, warum Gen Z die einsamste Generation aller Zeiten ist, was die Wärme-Kompetenz-Matrix ist und wie ihr Newsletter-Test 700 zahlende Userinnen in vier Wochen produziert hat. Plus: warum AI Companions die nächste Black-Mirror-Folge sind, wie sie ihr ganzes Kontaktbuch geblockt hat, um in zwei Monaten Influencerin zu werden, und was Time Left mit Dinner für fünf Fremde gerade richtig macht.
00:00 - Trailer & Intro
06:17 - Was ist der größte Cause of Friction? Menschen.
08:05 - Eine Million Freundschaften: die Mission hinter fredie
08:26 - Kindheit zwischen Sportwagen und S-Bahn-Ticket
24:18 - Vom Bundeskanzleramt zum Intimpflege-Startup
30:35 - In zwei Monaten Influencerin werden: alle blocken
36:00 - 700 zahlende Newsletter-User, 82 Prozent Öffnungsrate
42:00 - Duolingo für Social Skills: das fredie-Modell
57:49 - Die Black-Mirror-Folge zu AI Companions
01:05:25 - Die Wärme-Kompetenz-Matrix
01:28:05 - Den Happiness-Muskel trainieren
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[00:00:00] Ich bin einfach so mein Kontaktbruch durchgegangen, hab erstmal alle geblockt. Du musst ja frei erstmal operieren können. Kannst ja jetzt nicht darüber nachdenken. Ja, scheiße, was denkt jetzt mein Ex-Freund von mir? Es ist glaube ich noch nie so leicht gewesen mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen. Gleichzeitig ist Gen Z die einsamste Generation, die es je gab. Wo ist der Fehler? Einsamkeit löst sich nicht durch ein weiteres Angebot an Vernetzung. Was fehlt? Was ist das Delta? Soziale Fähigkeiten und diese Lücke, die wollten wir füllen. Es wird umso schlimmer, je erfolgreicher du bist.
[00:00:30] Ich sitze manchmal auf so Events neben so 21-jährigen Leuten. Die kriegen 10, 20, 30.000 Euro für eine Story. Es verschiebt einfach deine Perspektiven. Und so haben wir Friedi gebaut. Duolingo für soziale Fähigkeiten. Das Ende der Einsamkeit, eine Million Freundschaften. Danach mache ich 100 Millionen draus. Was ist die größte Dystopie aus deiner Sicht an AI-Companions? Ich kann dir mehrere Dystopien hier anbieten. Ich bin ein bisschen nervös. Wirklich? Warum?
[00:01:00] Weil du ein Bestseller geschrieben hast, darüber Fragen zu stellen. Wenn ich dir jetzt Fragen stellen soll, dann denke ich mir, das ist wie dem Sternekochen, ein Spiegelei zu servieren. Das weiß ich gar nicht so genau. Weil es geht ja, das Fragen stellen ist ja eine kontextbezogene Kunst. Und das schreibe ich auch in meinen Buch. Es kommt immer auf das Setting an. Und ich glaube, ich habe ein ganz gutes Gefühl darin, dass du sehr gut darin bist, Podcast-Fragen gut zu stellen. Also insofern mache ich mir da wirklich gar keinen Stress.
[00:01:30] Ich übe, ich übe. Mein LinkedIn-Jobtitle ist Junior Content Producer. So fühle ich mich. Aber Content Producer und nicht Content Creator? Boah, über die Differenzierung habe ich mir keine Gedanken gemacht. Okay. Was ist der Unterschied? Na ja, Creator ist halt mehr so, du bist das Showpony. Du bist das Gesicht nach vorne. Okay, das will ich nicht sein. Das bist du heute. Ja, aber du bist ja eigentlich auch, du bist ja der Host. Okay. Du bist eigentlich schon auch ein bisschen das Showpony. Showpony. Da wehrt sich irgendwas in mir.
[00:02:00] Ja, deswegen habe ich gefragt, wegen Creator und Producer. Was ist dein LinkedIn-Title? Du könntest viel reinschreiben. Du könntest reinschreiben. Autorin, Gründerin, Aktivistin vielleicht, Creatorin. Ja, ich bin aber immer sehr, also wenn mich Leute fragen mich immer, ich bin Gründerin. Das ist so, das ist wirklich so das einzige, womit ich mich so richtig doll identifiziere. Und alles andere ist so Beiwerk zu dem Gründerinnen sein. So und zahlt irgendwie darauf ein.
[00:02:30] Also ich bin wirklich so, das ist auch noch, das ist nicht immer so gewesen. Aber ich bin wirklich jetzt, wenn mich Leute fragen mich so, ich bin Unternehmerin. Du bist Unternehmerin. Und da freue ich mich riesig darüber. Finde ich den besten Titel? Finde ich auch. Also Autorin finde ich auch non flex. So, ich bin Autorin. Aber andersrum. Das macht aber auch ein bisschen Angst. Ah ja? Ist das so? Warum? Da denke ich so von, oh, die ist schlau. Oh, jetzt darf ich nichts Falsches sagen. Oh, Gottes Wünsch. Nicht, dass sie über mich schreibt. Schlau wünschen.
[00:03:00] Ja, also ich glaube, das haben vielleicht manche Leute bei so. Wenn du dann auch noch sagst, und dann bin ich auch noch Creatorin, dann geht die Angst so richtig los, dass du zum nächsten TikTok auseinandergenommen bist. Du schreibst nicht erst nächstes Jahr über mich, sondern heute Nacht. Oh Gott. Und nachher kommt ein Reel dazu. Nein, ich trenne das sehr. Okay. Ja. Du sprichst viel über Einsamkeit. Mhm. Für Leute, die sich nicht einsam fühlen. Warum ist das trotzdem ein wichtiges Thema?
[00:03:29] Wie definierst du denn Einsamkeit eigentlich erstmal? Es geht schon los, jetzt werden mir die Fragen gestellt. Scheiße. Ich bin ja auf ganz zu einem Eis. Also Einsamkeit für mich wäre kein Umfeld zu haben, an das ich mich wenden kann, wenn es mir vielleicht nicht gut geht. Ja. Ja, das ist eine gute Definition. Also weil ich glaube... Danke. Super gerne. Ich werde es nachher lobend in meinem neuen TikTok erwähnen. Ähm...
[00:03:55] Ja, also ich glaube, wir haben gerade eine ganz interessante Veränderung von der Debatte so rund um Einsamkeit, ne? Weil bei Einsamkeit hat man früher eben oft gedacht an so soziale Einsamkeit. Ich habe niemanden. Mhm. Ich kann mich mal niemandem melden. Ähm... Ich sehe vielleicht auch nicht so viele Leute. Ähm... Man denkt so ein bisschen so an dieses Klischee, jemand ist irgendwie viel am Computer. Jemand ist einfach... Hat keine Leute um sich rum. Aber ich glaube... Am Computer habe ich mich nie einsam gefühlt. Schau. Warum nicht? Weil ich da Kontakt hatte zu den Leuten.
[00:04:25] Online, weißt du, dann chattest du mit denen so in meiner Jugend. So ich war die ganze Zeit am PC-App gezockt und für da so mein Counter-Strike-Clan. Und das war dann so mein... Äh... Mein Antidote zur Einsamkeit. Ja, krass spannend. Also weil das ist... Also das geht glaube ich... Du bist so eigentlich sehr modern. So wie Gen Z. Ähm... Die kommen halt gerade nicht mehr so richtig raus, ne? Die sind nicht in ihrem... Die sind nicht in so einem IRC-Channel, so hieß es früher, sondern irgendwie auf TikTok. Aber fühlst du dich da einsam? Ja. Auf TikTok fühlt man sich doch wahrscheinlich eher einsam als im Chat.
[00:04:54] Ja, genau. Also ich glaube... Was halt gerade passiert ist, wir haben so einmal so soziale Einsamkeit. Also es wird irgendwie immer... Also es wird einfach wirklich immer schwerer mit Menschen in Kontakt zu kommen, ne? So ich habe zum Beispiel richtig one-sided beef mit Self-Checkout-Kasten im Supermarkt. Weil für so viele Leute... Ich komme aus Köln. Und ich kenne das so... So viele nette kleine Interaktionen für Menschen an der Supermarktkasse. So. Weißt du? Und das ist einfach... Dann ist das vielleicht so...
[00:05:22] Eine der wenigen Kontakte am Tag. In Köln sind auch noch immer alle freundlich. Mhm. Und dann hast du vielleicht Leute, die haben vielleicht heute mit zwei Leuten geredet. Einer davon war die Kassiererin beim Supermarkt deines Vertrauens. Und jetzt hast du das nicht mehr. Und das ist für Leute so, so wichtig. Ich habe ja nie drüber nachgedacht. Ja, gut point. Das bricht halt komplett weg, ne? Ich war in Texas im September. Und ich kannte ja keine Sau. Ich bin jetzt persönlich... Mein Thema ist mehr so emotionale Einsamkeit. Aber ich fühle jetzt persönlich dann doch recht outgoing.
[00:05:52] Aber wenn ich nicht gewollt hätte, hätte ich mit niemandem sprechen müssen. Der Check-in im Hotel war automatisch. Ich konnte mit dem Waymo... Also da war noch nicht mal ein Uber-Fahrer zum, weiß ich nicht, Whole Foods fahren und da im Self-Checkout meine Sachen holen. Die Gym-Membership habe ich automatisch gemacht. Ich hätte mit niemandem reden müssen. Oh mein Gott. Ist das die Zukunft? Du sitzt im Waymo und sprichst mit ChatGPT, während der dich zur Self-Checkoutkasse vom Walmart fährt? Kann sein.
[00:06:18] Also da ist halt dann die Frage, wie bauen wir uns Alternativen drum rum? Also genau, es gibt halt eben diese soziale Einsamkeit und ich glaube, die kommt einfach auch strukturell und gar nicht unbedingt von TikTok und wir sind irgendwie alle im Internet, sondern du bist im Homeoffice. Überall wird halt Friktion rausgenommen. Das alles soll smooth laufen. Und was ist der größte Cause of Friction? Menschen. Menschen. Sprechen. Kommunikation. Und das ist einfach... Das heißt, überall werden Menschen rausgenommen.
[00:06:46] Dadurch hast du weniger Kontakt zu Menschen. Das ist das eine. Und dann soziale Einsamkeit und dann ist halt das Thema emotionale Einsamkeit. Also ich kenne unfassbar viele Leute, die haben 200, 300 ungelesene WhatsApp Nachrichten und niemanden mit dem, die darüber reden können, dass es ihnen gerade schlecht geht und sie nicht verstehen, warum. So. Und das sind zwei unterschiedliche Arten von Einsamkeit und deswegen sollte man darüber sprechen, weil... Hoch connected, aber sozial isoliert. Ja genau.
[00:07:15] Also dieses Gefühl von, ich kann mich eigentlich niemandem so richtig zeigen oder wenn ich Leuten zeige, wie ich wirklich bin, verliere ich vielleicht auch Menschen. Und das ist eine ganz tiefe existenzielle Einsamkeit, die Leute, die alle Leute fühlen können und ich bin mir ziemlich sicher, ehrlicherweise vor allem Menschen, die jetzt gerade diesen Podcast hören. Ne, so. Das ist ein klassisches High-Performer, erfolgreich Thema.
[00:07:44] Ja, wahrscheinlich. Die sitzen auf dem Paletten, machen noch E-Mails nebenbei und ziehen sich unser Gespräch auf 1,5-fache Geschwindigkeit rein. Und denken sich so, ja scheiße. Okay, an die Zuhörer, an die Zuhörerinnen. Mach zumindest die Geschwindigkeit auf 1,0. Ja, und geht nicht zur Self-Checkout-Kasse. Ja, du willst Einsamkeit bekämpfen, das ist deine Mission. Ja, das Ende der Einsamkeit. Eine Million Freundschaften. Du willst eine Million Freundschaften kreieren.
[00:08:12] Das ist der Anfang. Das ist die erste große Zahl, die ich mich gewöhnen kann und danach mache ich 100 Millionen draus. Okay. Ja. Und bevor du uns erklärst, wie das geht, wir brauchen ein bisschen Spannungsbogen. Teaser. Teaser, genau, muss dranbleiben. Erklär mir mal, was ich über deine Kindheit wissen muss, um zu verstehen, wer du heute bist und warum du Einsamkeit bekämpfen willst. Jawoll, gehen wir voll rein. War die Frage gut? Ja, das war eine gute Frage. Okay, ich mag mir das jetzt hier machen.
[00:08:41] Kannst du dir so Sternchen, ich habe so kleine Kleber nachher mitgebracht und dann kann ich dir überall so Sternchen dran kleben, wenn es eine gute Frage war. Okay, in der Grundschule, so eine Biene hätte ich gerne. Ja, genau. Was musst du denn über meine Kindheit wissen? Und was hat vielleicht auch so dazu beigetragen? Also wir haben es ja im Vorgespräch auch so ein bisschen angerissen. Ich glaube, ich habe das erst so in den letzten paar Jahren verstanden, dass ich niemanden kenne, der so groß geworden ist wie ich. Und das ist schon sehr absurd.
[00:09:06] Im Sinne von, meine Eltern haben sich recht früh getrennt und ich bin bei meiner Mutter groß geworden. Und meine Mutter war das, was man glaube ich so Überlebenskünstlerin nennt, die heute würde man vielleicht auch sagen neurodivers.
[00:09:22] Also die hat einfach nicht so richtig, ganz, ganz, ganz tolle Frau, super kreativ, wahnsinnig, auch wirklich total gut mit Menschen und gleichzeitig einfach auch so durch ihre persönliche Geschichte bedingt nicht jemand, der so in der Realität angekommen ist. Und die hatte immer große Probleme, einen Job zu behalten und irgendwie länger an einem Ort zu bleiben und so. Das war sehr eklektisch und chaotisch.
[00:09:46] Und die hat, also das heißt, wir hatten auch immer, also ich hatte, ne, ich hatte, kann ich gar nicht mehr was zu sagen. Ich hatte schon auch immer ein Netz, aber wir hatten schon auch immer eine sehr finanziell prekäre Situation. Also meine Mutter konnte überhaupt nicht mit Geld umgehen und das gab wirklich so Situationen, wo du einfach gemerkt hast, ah fuck, wir sind jetzt gerade arm.
[00:10:11] So, ne, das geht jetzt einfach gerade nicht, weil da ist kein Geld da und wir reden jetzt hier nicht irgendwie über in Urlaub fahren, sondern wir reden jetzt hier über, welches Brot gibt es heute zum Abendbrot. Und dann gleichzeitig hatte ich ganz, ganz tollen Vater, der auch wirklich gerne mehr gemacht hätte, aber so, das wurde ihm jetzt auch nicht so super leicht gemacht. Der war Partner in der Unternehmensberatung. Andere Welt.
[00:10:35] Komplett andere Welt. Und das heißt, ich hatte so wirklich absurde Situationen, wo du, also ich bin, ich habe die, in unterschiedlichen Städten haben meine Eltern gewohnt und dann war ich eins dieser Kinder, die unbegleitet geflogen sind. Ich habe dann immer so einen gelben Zettel um den Hals gehängt bekommen und dann bin ich am Flughafen entlang gewatschelt. Und das Krasse war, ich bin wirklich teilweise alleine mit der S-Bahn in Köln an Flughafen gefahren, weil wir hatten halt nur Geld für ein S-Bahn-Ticket.
[00:11:04] Und dann bin ich angekommen oder dann bin ich da zum Schalter gegangen, habe gesagt, hallo, hier ist mein Ausweis, ich fliege jetzt nach München. Das war schon für manche krass. Und ja, und dann wurde ich halt in München abgeholt mit einem Sportwagen und bin in ein superschönes Haus vor Ort in München gefahren. Und das war schon irgendwie ein Stretch, den man, glaube ich, als Kind schwer verarbeiten kann.
[00:11:28] Und so diese Erfahrung, Geld auch ein Stück weit als Bedrohung wahrzunehmen, also gerade so im Kindesalter, hätte das auch zu einer Biografie führen können, wo die Lilly Beamtin wird oder so voll auf Sicherheit geht versus Unternehmerin? Ja, super interessant. Ich glaube, dafür war ich dann doch auch zu sehr geprägt von meinem Vater, der sehr fördernd war und sehr schätzend. Und irgendwie, glaube ich, auch einfach immer gesagt, es ist mir total egal, was du machst.
[00:11:58] Mach was, was dir Spaß macht und mach was, wo du sagst, da hast du Bock drauf und was irgendwie vielleicht besonders ist und so. So, ich glaube, ehrlicherweise und vor allem auch so, wenn du mal gesehen hast, also ich glaube, es gibt immer einen großen Unterschied zwischen, und dazu kann ich mich auch nur begrenzt sozusagen, habe ich nur begrenzt einen Bezug dazu, weil ich hatte ja immer ein Sicherheitsnetz. Ich hatte immer im schlimmsten Fall einen Vater, den ich hätte anrufen können und sagen können, ey, ich stecke hier richtig in der Scheiße, kannst du mir mal kurz helfen.
[00:12:27] Aber wenn du das siehst bei jemandem, der dir sehr nah ist, jetzt meine Mutter, es gibt einfach einen Unterschied zwischen Broke sein und Arm sein. Also Broke ist einfach, ich habe gerade keine Kuhle, aber ich weiß schon, woher sie irgendwo kommt. Und Arm sein ist halt wirklich, ist jetzt Ende des Monats, es wird einfach wirklich so, der Kühlschrank ist leer. Ja, so. Und wenn du das siehst, dann kriegst du halt einen ganz, ganz, ganz starken Trieb in dir, zu sagen, no fucking way, never ever.
[00:12:57] Und der Kühlschrank ist immer voll. So. Und auch am besten voller geiler Sachen. Voller geiler Sachen. Ja. Und ich glaube, daher kommt das so ein bisschen. Also dieser, ich glaube, Beamtin werden hätte mir dann auch nicht gereicht. Also das ist dann schon, da ist der Zug dann irgendwie ein bisschen größer. Nimm mich ja mit in den Moment, wo du aufgeschrieben hast, ich werde Bestsellerautorin. Das fand ich interessant. Ja, das ist jetzt ein Zeitsprung.
[00:13:28] Ja, das war vor, ich möchte sagen, fünf, sechs Jahren. Ich habe dann, ich habe Politikwissenschaften studiert in Frankreich. Ich konnte kein Wort Französisch, bin nach Frankreich gezwungen. Das war auch super wild. Und habe dann so in dieser, ja, ich habe dann so in dieser Politik und so in der Politikberatungsbubble gearbeitet. Und ich fand das, also ich hatte vor allem, mein erster Job war ultra cool. Der hat mir total viel Spaß gemacht.
[00:13:52] Aber ich habe irgendwie in mir drin gemerkt, das ist es nicht. So. Ich bin, ich habe eigentlich keinen Bock auf eine gewisse Art und Weise auch nur für andere zu arbeiten. Und ich hasse es, wenn Prozesse langsam sind. Und irgendwie habe ich das Gefühl, so ich, mein Impact ist hier nicht groß genug. Und ich hatte immer so ein, wirklich fast wie so ein körperliches Ziehen in mir drin, wo ich gewusst habe, ich bin gerade noch nicht da, wo ich sein möchte.
[00:14:22] Also ich finde immer so, die Analogie ist ganz spannend, über die ich nachdenke, ist so, es ist halt total wichtig, auf welcher Kurve du im Leben bist. Also, weil wenn du eigentlich Künstler werden möchtest und du arbeitest aber in einer Bank, ja, dann ist halt die erste Ausstellung schon relativ weit hoch auf der Kurve, obwohl du ganz am Anfang bist. Und du könntest es, wenn du aber in der Bank arbeitest, nur kompensieren, indem du, keine Ahnung, Chef der Bank wirst.
[00:14:48] Und dann, weißt du, du musst immer was kompensieren, weil du eigentlich nicht auf der richtigen Kurve bist. Und wenn du dann mal auf der richtigen Kurve bist, dann sind halt auch die kleinen Erfolge ultra geil. Auf einmal ist alles so, wow, mein erster Podcast, wow, mein erstes, ich habe meine Kurzgeschichte geschrieben oder sowas. Hast du so angefangen zu schreiben? Ja, mit dem Schreiben, ich habe immer wieder mal so, ich habe dann auch immer mal so random mich bei so Schreibwettbewerben oder sowas beworben, weil ich irgendwie dachte so, da ist irgendwas in mir drin.
[00:15:18] Knallhart, immer, immer, immer. Rejection. Rejection. Und ich habe das halt aufgeschrieben und gemerkt so, ich will das irgendwie erreichen. Und dann habe ich dieses... Und wieso wolltest du das erreichen? Das war in mir drin. Keine Ahnung, kann ich nicht benennen. Also ich habe so... Aber du wusstest, dass du schreiben willst und du wusstest, da gibt es auch ein Ranking und das nennt sich Spiegelbesterliste und da will ich jetzt rein. Und da will ich rein. Und dann habe ich das einfach in einem Urlaub, wo ich mal so fünf Minuten Zeit hatte, habe ich so, ich habe auch jetzt immer fünf Jahresziele,
[00:15:46] die breche ich jetzt runter auf Einjahresziele und die breche ich runter auf Monatsziele. Aber da war das mehr so ein... Ich will... Das waren so drei Sachen, die ich erreichen wollte. Ich habe gesagt... Habe ich glaube ich ehrlicherweise aus einem Podcast damals sogar. Tim Ferriss, möchte ich sagen. Da ging es um Ziele setzen. Und dann habe ich mir diese drei Sachen drauf geschrieben. Was waren die anderen beiden? Das eine ist ein Ziel, das trage ich noch mit mir rum. Das ist ein X amount of cash in the bank. Was ist dein amount? Weiß ich nicht, ob ich das jetzt sagen kann.
[00:16:16] Mehr als zehn Millionen? Nee, gar nicht. Nee, da... Ich glaube solche Zahlen wachsen in einem. Ich glaube die erste Zahl sind, sagen wir mal so ein mittelstelliger, Mittelbereich einstellig. Ein Millionenbereich. Einfach weil das... Dann müsste ich nie wieder arbeiten für Geld. Das ist der Kühlschrank immer voll. Genau, das ist der Kühlschrank voll. Ich müsste dann nie wieder arbeiten für Geld. Ich glaube, dass ich mein Leben lang arbeiten möchte. Ich finde es total legitim, sich die Frage zu stellen, das Ziel zu definieren, es auch mal durchzurechnen.
[00:16:45] Auch so zu überlegen, okay, wenn ich irgendwie das Geld anlege und dann so fünf Prozent pro Jahr da rausziehen kann, dann greife ich zum Mögen wahrscheinlich nicht so an. Heißt, das was ich jährlich verbrenne mal 20 ist so grob die Summe, die ich brauche. Also wenn ich sage 100.000 will ich verbrennen, dann bräuchte ich zwei Millionen. Wenn ich sage 500.000 bin ich bei zehn. Also so... Das ist eine gute Frage, die viele sich gar nicht so stellen. Komplett. Und ich wollte es jetzt auch nur nicht sagen, weil ich so ein bisschen gedacht habe, vielleicht ist die Zahl zu klein für deine Audience.
[00:17:14] Aber hast du so eine Zahl? Es geht schon wieder los. Ja, komm mal. Wir müssen darüber dein drittes Ziel gleich sprechen. Ja, ich meine, die Zahl hat sich verschoben. Also ich meine, die verschiebt sich aus zwei Gründen. Zum einen ist glaube ich so, das Label Millionär haben wir irgendwie alle gelernt, so ist irgendwie was Außergewöhnliches. Aber wahrscheinlich war das in den 90er Jahren noch außergewöhnlicher als heute so mit Inflation. Also es hat ja wirklich einen Effekt, was du an Kaufkraft dadurch noch hast. Und das Zweite ist, klar, du passt dich irgendwie an.
[00:17:44] Also ich meine, ich habe jetzt zwei Kids. Also da geht das Spending dann irgendwie auch hoch. Und wenn du das mal 20 nimmst, dann wird die Zahl auch immer größer. Ja, ich denke, wir sind ja nicht in den USA, wo du einfach unendlich viel Geld ausgeben kannst. Das ist, ich glaube in Deutschland, so eine Zahl, also irgendwas zwischen 10 und 20 Millionen oder so. Da kann man sich, glaube ich, jeden Lifestyle, den es gibt, leisten. Du musst jetzt nicht jeden Tag Privatstadt fliegen, brauchst du ja auch nicht. Aber ich glaube, da kann man alles machen und ist null eingeschränkt. Ja.
[00:18:13] Also ich glaube, wenn man so einen zweistelligen Betrag erreicht hat, ist man komplett safe. Noch eine kurze letzte Frage, weil ich finde das total spannend. Findest du das scary, dass sich die Zahl nach oben verschiebt? Ja, und ich glaube, ich denke mir so, jetzt ist es das letzte Mal, dass ich die nach oben schiebe. Ich glaube, es ist ein Stück weit normal. Lernst du plötzlich Leute kennen, die haben dann irgendeine andere Zahl gehittet.
[00:18:41] Und dann denkst du, das normalisiert sich ja irgendwie alles über die Zeit. Auch wenn man älter wird, dann werden die Zahlen halt größer. Glaubst du, dass du irgendwann doch Privatstadt fliegen willst? Ich glaube, dass ich nicht mehr Economy fliegen will. Das habe ich gerade gemacht. Auch wieder mit zwei Kids. Das war keine angenehme Erfahrung. Ich glaube, wenn du in die ganze Family Business fliegen kannst, dann ist alles gut. Dann sprechen wir in fünf Jahren.
[00:19:10] Dann sage ich dir vielleicht was anderes. I don't know. Das soll jetzt eigentlich komisch klingen. Nee, ich finde das sehr gut. Also ich glaube, deswegen, ich wollte ja gerade meine Zahl, also ne? Weil da ist ja irgendwas, man redet darüber ungern. Deswegen finde ich es auch voll gut, dass du darüber redest. Was war dein drittes Ziel? Mein drittes Ziel war ein Raum voller Menschen. Was heißt das? Ja, das habe ich mich dann damals auch gefragt und ich glaube, es waren zwei Dinge. Das habe ich auch abgehakt.
[00:19:38] Das eine war wirklich zu sagen, ich will einen Raum voller Menschen, die alle meine Freunde sind, wo ich mich unglaublich wohl fühle und wo ich so das Gefühl habe, dass mein Tribe... Das Gegenteil von Einsamkeit. Das Gegenteil von Einsamkeit. Den Tribe, so die Herde. Und das andere war glaube ich schon auch einfach, dass ich in mir drin einen Showpony habe, das unglaublich gerne auf die Bühne möchte.
[00:20:02] Und der Raum voller Menschen sollte dann auch ein Raum voller Menschen sein, die da sind, weil sie mir zuhören wollen, weil ich was zu sagen habe, was diese Menschen bewegt. Wie viel davon ist Anerkennung und wie viel ist echte Connection? Die Bühne ist zu 100% Anerkennung. Der Raum voller Menschen, die Herde ist zu 100% echte Menschen. Hättest du gerne lieber eine Million Follower oder drei echte Freunde? Drei echte Freunde. So. Klar.
[00:20:32] Beziehungsweise nicht klar. Ich glaube, dass manche das nicht so sehr, also dass manche Leute das vielleicht anders entscheiden würden. Aber glaube ich auch nur, bis sie die eine Million Follower haben und sich dann denken, ja scheiße und jetzt? So. Also ich bin ja immer wieder auf so Creator-Events und ganz viele davon haben glaube ich auch ein großes Thema mit Einsamkeit. Einfach weil... Kann ich gerade fragen, fühlt der durchschnittliche Creator, durchschnittliche Creatorin sich einsam?
[00:20:56] Ja, also ich glaube ehrlicherweise es wird umso schlimmer, je erfolgreicher du bist, weil du bist ja ständig unterwegs. Du gehst ja wirklich von einem Brand-Event zu einem Trip mit Influencern etc. Also du bist nur on the go. Dann wird es wirklich, da ist es ja auch schwerer, ne? So Freundschaft entsteht durch Routinen. Klar, du siehst dann immer wieder andere Creator. Vielleicht kannst du mit denen eine Freundschaft aufbauen.
[00:21:23] Aber da bist du natürlich ganz schnell in so einem... Das sind ja im Endeffekt, das ist ein Arbeitskontext, ne? Und wie sehr mögen die dich für dich? Oder weil es vielleicht auch sein macht, mal zusammen zu cross posten. Sich gegenseitig Audiences rüber zu schieben etc. Das ist interessant, weil es auf der einen Seite Kollaborateure sind auf eine Weise, auf der anderen Seite aber auch ein Stück weit Competitor, die alle um die gleiche Aufmerksamkeit, vielleicht die gleichen Werbekunden, poolen ein Stück weit. Ich meine mittlerweile mein Freundeskreis sind fast nur Founder.
[00:21:54] So über die Zeit hat sich das kristallisiert, ist hier in Berlin sowieso. Und das war aber nie eine Competition, weil die ja was komplett anderes machen. Und es ist für alle immer bereichernd war, sich zusammenzusetzen und sagen, komm jetzt erklärt mal jeder sein Marketing-Funnel und dann probieren wir alle davon, zu lernen. Ist das bei Creatern auch so? Also ich glaube schon auch, ich war jetzt gerade das erste Mal für einen größeren Brandtrip in London. Und da habe ich schon auch die Erfahrung gemacht, dass es gibt halt solche und solche, so wie es überall gibt.
[00:22:22] Und es gibt ultra coole, mega nette, liebe tolle Menschen. Ich glaube aber, also wir reden ja jetzt, wenn wir jetzt über meine Audience reden, das sind irgendwie Zahlen, das klingt vielleicht für manche irgendwie spannend, aber... Was ist denn Audience? Ein paar hunderttausend Follower? Genau, wenn man so TikTok und Instagram kombiniert, sind es irgendwie so 260.000 irgendwie so um den Dreh. Instagram sind 120, TikTok 140, 150, irgendwie so.
[00:22:55] Und ich glaube aber, wenn du in so... je weiter du hochrückst in Sphären, du wirst glaube ich schon auch sehr entdrückt vom echten Leben. Also auch was ich damit meine ist, ich sitze manchmal auf so Events neben so 21-jährigen Leuten, die haben sich super schnell eine krasse Audience aufgebaut, dann haben die ihr Studium abgebrochen. Die kriegen 10, 20, 30.000 Euro für einen Post, für eine Story. Die können nie wieder 9-to-5 machen.
[00:23:24] Das ist unmöglich. Es verschiebt einfach deine Perspektiven für was, wo man sich finde ich schon auch fairerweise fragen kann, so okay, was ist eigentlich der Mehrwert davon? Was ist die Arbeit, die du leistest? Im Endeffekt bist du ein kreativer Freelancer für einen Algorithmus. Du bist Teil von einer Entertainment-Maschine. Und du wirst extrem unrelatable. Also das ist ja das Schöne, was du beschreibst an deinen Founder-Struggles. Also ganz viele Leute, die ähnliche Themen haben, aber auch auf einem unterschiedlichen Level.
[00:23:53] Und irgendwann, der Pool wird einfach immer kleiner an Menschen, mit denen du einen echten Bezug aufbauen kannst. Und die irgendwie, vor allem wenn du so jung bist, die sind ja alle so jung. Mit 21 kennst du einfach niemanden, der sagt, so ich kriege jetzt mal 50k dafür, dass ich ein Wochenende mit einer Beauty-Brand in Kitzbühel verbringe. Absurd diese Summe. Absurd. Völlig krass. Also natürlich auch großes Blessing so jetzt, aber völlig absurd. Für dich auch. Du hast dich dann finanziert darüber. Ja, ja. Das war ja... Erzähl mal, wie du Unternehmerin geworden bist.
[00:24:23] Was war der Punkt, wo du gesagt hast, hier Politik und Beratung kehre ich den Rücken zu. Ich muss Gründerin werden. Ja. Ich kann das bis heute nicht richtig benennen, was mich da auf einmal angefangen hat zu wirklich besessen. Ich war wirklich besessen. Ich glaube, ich habe einfach gemerkt, dieses Leben, wenn das jetzt so mein Leben ist, dann ist es nicht für mich. Das macht mir einfach keinen Spaß. Ich werde grantig. Ich werde grantig zu den Leuten um mich rum.
[00:24:50] Also ich glaube wirklich, niemand ist so schlimm für sein eigenes Umfeld wie unglückliche Menschen. Fair. Oder? Ja. Er war ein sehr unglücklicher Mensch. Und dann kam Covid und dann kam so, sozusagen die erste Idee war, wir haben ja mit Son2 angefangen, Felix und ich, mein Mitgründer. Wir machen Haut- und Haarpflege für den Intimbereich. Und das war einfach, es war Pandemie. Meine Mädels hatten damit einen Struggle.
[00:25:19] Es gab irgendwie keine Produkte dafür. Ich dachte, ja okay, das kriege ich schon alles irgendwie hin. Die anderen Leute haben Bananenbrot gebacken. Ich habe da irgendwie Inhaltsstoffe zusammengemischt. Du hast die Lotion entwickelt oder wie? Ja, es war wirklich so. Es war halt auch voll aufregend, weil dann konntest du zur Post. So, es war ja das Aufregendste damals, war ja zur Post gehen und zum DM und so. Hast du wieder ein Gespräch geführt? Ja, wirklich. Hast du dir da irgendwelche Rohstoffe bestellt und gebastelt und dir YouTube-Videos angeschaut oder wie entwickelt man so ein Produkt? Ja, das war ja so die Zeit, wo NKM, Naturkosmetik München, auch so groß war.
[00:25:48] Und die hatten ja auch so ein Konzept mit selber rühren. Und dann siehst du halt, wie so eine Kosmetik-Brand literally daraus entsteht, dass Leute irgendwie Inhaltsstoffe zusammen in einem Reagenzglas zusammenpanschen. Und dann denkst du, ja, das kann ich aber auch. Und ich meine, wir haben uns dann natürlich auch einfach einen Lohnhersteller gesucht, der dann die ganzen Zertifizierungen und so übernommen hat. Aber im Endeffekt war das so der Anfang. Das war sozusagen das erste, der Schritt da rein.
[00:26:13] Und damit sind wir wirklich in aller Offenheit sechs, sieben Monate auf die Fresse gefallen. Wie nix. Also das war ja, ich hatte ja keine Ahnung von Performance-Marketing. Und Felix und ich, wir hatten uns kennengelernt, wir fanden uns sympathisch. Wie hat er dich kennengelernt? Über eine Co-Faner Matching-Plattform. Ah ja. Ja, also das war total random, ehrlicherweise, weil ich hatte diese Idee und dann habe ich irgendwie mich auch bei so ein, zwei Accelerators irgendwie beworben.
[00:26:43] In Hamburg, da sitzt der NCA, Next Commerce Accelerator, da ist auch Beiersdorf mit drin und so. Den hatte ich halt geschrieben und war so, hey, ich mach da was. Die waren so, hey, cool, brauchst du mal mitkommen? Wo sind die Co-Faner? Ja, genau. Und dann habe ich mich halt auf die Suche begeben und ich war nicht in dieser Bubble. Ich kannte niemanden, der jemals irgendwie was begründet hätte. Du kamst ja aus der Politik, du standest bei der Münchner Sicherheitskonferenz rum und warst in einer anderen Welt. Ich war komplett in einer anderen Welt. Welche Plattform bist du da gegangen? Ich weiß es gar nicht mehr.
[00:27:13] Ah doch, Foundario. Okay, okay. Und was war da so, war das dann so Liebe auf den ersten Blick oder wie erkennt man, ob man mit jemandem eine Firma gründen will? Wie hast du das konkret erkannt? Ich habe mich voll viel mit Leuten getroffen und gedacht, das war ja klar, ich habe die beste Idee der Welt. Es wird alles großartig. Da habe ich mich mit Felix getroffen und danach erst mal geheult. Und ich war so, fuck, ich habe daran nicht gedacht, ich habe daran nicht gedacht, das war scheiße, oh Gott. Darüber habe ich mir noch nicht nachgedacht und so.
[00:27:41] Und dann hat mein damaliger Freund gesagt, es klingt eigentlich nach einem ganz guten Co-Faner. Weil der hat ja wirklich alles entdeckt, was du nicht auf dem Schirm hattest. Aber der kam auch nicht aus dem Bereich? Nee, also Felix kommt so aus dem Marketing-Tech-Bereich und der hat schon ein D2C-Unternehmen damals mitgegründet und dann auch verkauft und so. Er kann zumindest die andere Hälfte von D2C-Brand. Du brauchst Marketing und du brauchst ein Produkt. Produkt konnte er beide nicht, aber er konnte zumindest ein bisschen Marketing.
[00:28:09] Ja, aber schon auch mehr so aus der Tech-Perspektive. Also der war in einer datengetriebenen Beratung und hat da schon sehr, sehr große D2C-Kunden beraten. Aber der war jetzt auch nicht in der Creative, also in der Creative Creation oder so. Und das ist halt mein Creatives King. Der Media Buying etc. und so. Aber ja, und da haben wir irgendwie beide nicht so richtig dran gedacht. Und ich mag an Felix, ach der ist ja einfach komplett anders als ich. Also niemand ist so, wir sind so komplementär.
[00:28:39] Und der ist so nicht Berliner, Founder-Bubble-mäßig, sondern es ist so ein richtig bodenständiger, der denkt einfach komplett geradeaus, ein realistischer Typ. Und ich bin dreimal so schnell, hier ist mein Luftschloss, let's fucking go, da-da-da-Person. Und dann jemanden zu haben, also wirklich die häufigste Unterhaltung, die wir haben ist, Felix, ich hab die geilste Idee ever. Felix, ja lass AB testen.
[00:29:09] Lass uns Budget gucken. Und ich höre immer so, was meinst du AB testen? Mein Bauchgefühl sagt, das ist die beste Idee since sliced bread. Es gibt ja dieses Modell von Visionary und Integrator, so die oft gut zusammenarbeiten können. Eine Person, die nach außen geht, dann mag, die sich überlegt, wohin sollen wir gehen, die Story erzählt, Leute für sich einnimmt. Und eine andere Person, die ein Stück weit den Laden schmeißt und dafür sorgt, dass es auch zur Realität wird. Ja, komplett. Also ich glaube, wir würden jeweils vom anderen den Job hassen.
[00:29:35] Und deswegen haben wir auch so eine ganz, ganz große Appreciation und Wertschätzung füreinander, weil du dir halt die andere Person immer anguckst und dir denkst so, Alter, so gut, dass du das machst, toll. Genau, das war das erste Venture, das hat so sechs, sieben Monate richtig aufs Mal bekommen. Was war das Schmerzhafteste daran? Sich einzugestehen, dass man es nicht kann eigentlich.
[00:30:00] Und ich glaube aber, es gab in mir zu diesem Zeitpunkt nicht eine Phase meines Körpers, die Aufgeben in Betracht gezogen hätte. Gab es einfach nicht. Da ist zu dem Zeitpunkt privat zu viel passiert, als dass ich damit in Anführungsstrichen hätte auch noch scheitern können. Und dann war es wirklich so, ich kriege das hin. Watch me. Und dann habe ich gesagt, ja okay, fuck it, dann werde ich halt jetzt Influencerin. Die können alles im Internet verkaufen.
[00:30:30] Das mache ich jetzt auch. Fuck it, ich werde Influencerin. Ja. Wie liebst. Ja, guck, pass auf, ehrlicherweise. Also gut, oder? Ja, weil ich hatte ja dann wirklich, ich hatte ja dann auch wirklich so dieses Problem, so die Ersparnisse gehen dem Ende zu. Und das hatten wir jetzt schon etabliert. Ich habe ein großes Thema mit Geld. Und wenn das dann, so und du fragst dich, wie kann ich jetzt meine scheiß Miete bezahlen?
[00:30:59] So jetzt habe ich meinen Job gekündigt für eine absolute, eben in Anführungsstrichen Quatschidee. Ich saß da gegenüber meinem Manager. Wir hatten irgendwie gerade noch bei meinem letzten Arbeitgeber irgendwie Termine im Bundeskanzleramt vorbereitet. Und ich sage dem so, du Björn, ich würde da mal kündigen, weil ich mache jetzt Intimpflege. So, und dann fliegst du damit auf, also erstmal auf die Straße. Es tut ja so weh.
[00:31:24] Und das heißt ja, dann habe ich das irgendwie, musste ich das irgendwie rumreißen. Und dann... Wie bist du in kurzer Zeit Influencerin geworden? Ja, also ich glaube wirklich großer Vorteil bei solchen Dingen ist nothing to lose. Einfach reingehen. So, ich habe auf TikTok angefangen, weil da war meine Charmegrenze natürlich nochmal geringer. So, ich bin Anfang 30. Da waren deine Freunde nicht, oder wie? Da waren meine Freunde nicht. Ja, wirklich. Und ich bin einfach so mein Kontaktbuch durchgegangen, habe erstmal alle geblockt.
[00:31:55] Nein, aber du musst ja... Oh mein Gott, wie smart. Du musst ja frei erstmal operieren können. Du kannst ja jetzt nicht darüber nachdenken, ja scheiße, was denkt jetzt mein Exfreund von mir? So, und das ist ja total normal, dass du darüber nachdenkst. Aber das konnte ich wegen Gedanken, konnte ich mir nicht erlauben. Und dann habe ich wirklich auch... Und das ist natürlich schon... Also ich bin sehr fleißig. Ich habe dann einfach jeden Tag drei Videos hochgeladen. Und das ist auch der Schlüssel? Ich meine, sagen ja viele, du musst einfach krass viel Quantität bringen.
[00:32:24] Oder was war für dich dann der Durchbruch sozusagen? Ja, also ich glaube, das war so ein bisschen so der Schlüssel, um erstmal zu verstehen, wie funktioniert diese Plattform. So, ne? Also, und auch so ein bisschen... Du hast es vorhin so gut gesagt. Manche Dinge sind einfach auch eine Handwerksfrage. So, ne? Und das heißt, am Anfang probierst du einfach und merkst, ich bin dann auch schon sehr analytisch und schaue mir dann an. Okay, das hat gut funktioniert. Was war das? Okay, kann ich das rausnehmen? Dieses Element replizieren, mit einem anderen kombinieren, etc.
[00:32:54] Und dann habe ich halt so drei Videos am Tag gepostet, bis ich so meine Best Performer hatte. Bis ich so gemerkt habe, ah, wenn ich darüber rede, das funktioniert gut. Und du hast über Intimlotion gesprochen oder über was ganz anderes? Ja, ja. Ich habe... Die Strategie war, also weil auch da in aller Offenheit, ich bin jetzt nicht so... Ich bin jetzt nicht die Person, die da so komplett irgendwie schambefreit darüber, über solche Themen reden kann. Ich werde jetzt keine...
[00:33:19] Mir war schon klar, dass ich jetzt irgendwie keine Intiminfluencerin oder sowas in die Richtung werden kann. Und dann war... Meine Arbeitsthese war, das ist ein super intimes Thema. Und das ist ein bisschen schambehaftet. Und das ist... Darüber redet man mit seiner besten Freundin. Das heißt, ich werde jetzt die beste Freundin im Internet. So, das war so ein bisschen so dieses... Und ich habe dann halt super viel über persönliche Dinge von mir geredet. Über Trennung, über Dating, über die Situation mit meiner Mutter damals, über meine Freundschaften.
[00:33:48] Und da habe ich mich halt wirklich... Ich habe einfach getroffen, ich werde jetzt erstmal die beste Freundin von Leuten im Internet. Und dann... Dann komme ich. Dann konverte ich. Dann werden die mir schon vertrauen. Und dann kaufen die auch was. Genau. Und habe dann aber eben auch relativ schnell gemerkt, dass das halt das ist, was mir Spaß macht. Also, der große Durchbruch kam dann, ich glaube so zwei, zweieinhalb Monate into Posting. Da hatte ich immer wieder eben gehört, hey, Lilly, du stellst so gute Fragen.
[00:34:18] Und dann saß ich irgendwo und war so, fuck, ich muss ja noch mein drittes Video hochladen. Scheiße, scheiße, scheiße. Und dann saß ich in so einem, ich glaube in einem Schernau, in einem Auto. Und so, ich war an der Ampel oder so. Und war kurz so, ja kacke, okay, was mache ich jetzt? Achso, ja, hallo, ich bin Lilly. Ich stelle mega gute Fragen. Ich würde ab jetzt jeden Tag eine Frage stellen. Hier ist meine erste Frage. Das ist schnell hochgeladen, zugemacht, weiter mit meinem Tag oder mit meinem Abend. Und dann bin ich am nächsten Morgen aufgewacht und war so, ja, mal gucken.
[00:34:46] So, und dann, weil du bist ja nicht so hooked, wenn du, das ist ja eigentlich deprimierend. Du machst diese App auf und sie so, ah, okay, 400 Views, 500 Views, ah, okay, mal 1000, okay, so. Und dann machst du diese App auf und sie so, weil mal, bam, 40.000 Follower. Und dann bin ich, dann wüsste es so und dann lief das noch zwei, drei Tage. Das wurden immer mehr. Am Ende waren das irgendwie so 60.000 Leute. Die über dieses eine Video gekommen sind. Über dieses eine Video. Wo du gesagt hast, du willst jetzt jeden Tag eine Frage stellen. Genau, und da habe ich verstanden. Oh mein Gott, was für eine Erwartung. Ja, voll.
[00:35:16] Und dann, total, ich war so, kann ich, kein Problem. Okay, aber da habe ich halt dann zum Beispiel verstanden, Serienformat. Leuten sagen, wer du bist, hallo, ich bin Lili, so ein Personal Report aufbauen, das ist das, was ihr bei mir bekommt. Ich kann mega gute Fragen stellen und das ist jetzt das, warum ihr mir folgen sollt, weil das jetzt immer wieder kommt. Ich stelle jetzt jeden Tag eine Frage. Okay. Hat diesen Format für mich geknackt. Expectation Management und du hast zufällig deine Nische gefunden dadurch. Komplett. Den du einfach viel gemacht hast. Ja, genau. Okay, interessant.
[00:35:47] Genau, einfach ganz, ganz viel gemacht, um dann so meine Nische zu finden und ja, und das war, dann war ich auf einmal Influencerin. Okay, und jetzt langer Bogen, wie wird daraus eine Firma, die eine Million Freundschaften kreiert? Also, langer Bogen. Also, wir haben das dann Gott sei Dank mit so ein Tool gedreht bekommen, weil wenn du in der Lage bist, Content zu machen, ich habe es immer so, es ist so ein Schritt zwischen Content und Conversion. Also, wenn du einmal weißt, wie du gut in der Kamera redest, wie du gut ein Piece aufbaust,
[00:36:16] was sind so die einzelnen Teile, wenn du dann am Ende noch ein CTA dahinter hängst und sagst so, jetzt. Ein Call to Action. Ja, genau, eine Call to Action und jetzt kauf doch mal mit dem Code Lilly. Das hat dann doch funktioniert? Also, du konntest die Leute dann schon konvertieren? Genau, ich konnte die konvertieren. Ich habe das nicht über meine eigenen Kanäle gepostet. Ach so. Sondern, ich habe einfach dann Videos kreiert, die wir halt bei Meta und so hochgeladen haben und die haben dann... Als Ads oder wie? Ja, genau. Ach so. Die haben wir in dem Roas von 5, 6 sind die da durchgejagt und ich war so, ja okay, das ist ja geil.
[00:36:45] Roas heißt Return on Ad Spend, also wenn du 1 Euro ausgegeben hast, dann sind plötzlich 5 Euro zurückgekommen in Umsatz und bei Kosmetik hast du gute Margen, das heißt, so ist es dann wahrscheinlich profitabel. Genau, so. Und wieso dann nicht doch das wieder voll weitermachen, nachdem du die Formel, jetzt hast du die Weltformel entschlüsselt? Ja, genau. Jetzt hast du die Weltformel entschlüsselt und jetzt musst du natürlich trotzdem irgendwie größere Strukturen darum aufbauen. Wir waren dann alle 5 Minuten ausverkauft. Weil dann hast du, du bist ja ein super kleines Unternehmen, dann hast du es einmal geknackt,
[00:37:13] dann bist du ausverkauft, dann musst du alles wieder runterfahren, dann kriegst du mega schlechte Reviews. Wir hatten ja auch kein Geldgerace bekommen oder sowas. Das heißt, das war ja wirklich so aus dem Cashflow irgendwie so finanziert. Also wir hatten ein, zwei kleine Angels und die haben uns gerade so an diesen Punkt getragen. Und dann hattest du halt diesen ganzen Hass. Und dann war jetzt noch Amazon und dadadada. Und dann war schon auch relativ schnell der Punkt, wo wir erkannt haben, ja, da ist ultra viel Potenzial und wir können das jetzt, wir könnten das schon ausbauen.
[00:37:43] Aber es hatte sich halt sozusagen hinterrücks ein anderes Thema angeschlichen, wo Felix und ich glaube ich auch einfach uns tief in die Augen geschaut haben und gesagt haben, Founder Company Fit. Felix ist ein Techie. So, der hat auch an digitalen Gesundheits-Apps schon mitentwickelt gehabt und so. Der liebt Prozesse und Technik und weiß ja, guck, guck, was alles. Und ich war auf einmal diese Person, die Fragen stellt, die über Freundschaft redet, die ein
[00:38:13] Bestseller über Kommunikation geschrieben hat. Was the hell machen wir gerade mit einem Intimpflegeunternehmen? Das macht ja von vorne bis hinten keinen Sinn, sozusagen vom Fit her. Im Nachhinein einfach zu sagen, aber nimm uns mal mit in das Gespräch, wo du sagst, ey, was machen wir hier eigentlich? Ja, also in dem Moment, wir haben uns da so ran getastet. Also das war eine ehrlicherweise total organische Entwicklung auf eine gewisse Art und Weise.
[00:38:41] Also ich habe immer gesagt, für mich ist von Tu mehr als Intimpflege. Es geht um Selbstbewusstsein in einem Moment, in dem Menschen vulnerable sind. Und dann haben wir uns überlegt, okay, wir sind die ganze Zeit ausverkauft, können wir vielleicht so noch digitale Produkte an das Thema irgendwie mit dranhängen? Und dann hatte ich halt auch immer mehr so Kommentare und Nachrichten von Leuten, die gesagt haben, ey, ich fühle mich so einsam, mir geht so schlecht, kannst du mir irgendwie auf dieser Reise helfen?
[00:39:09] Und dann haben wir ganz, ganz random Testpiloten lanciert. Und zwar haben wir auf der Sontu-Website so eine Unterseite gemacht, wo wir gesagt haben, hier ist ein E-Mail-Kurs, nicht personalisiert. Du kriegst jeden Tag eine E-Mail von uns, zahlst uns 9,99 Euro im Monat, kriegst jeden Tag eine E-Mail von uns und wir helfen dir so ein bisschen so deine Kommunikationsfähigkeiten,
[00:39:38] dein Selbstbewusstsein, deine sozialen Fähigkeiten auszubauen. Wie kam es genau dazu? Naja, weil wir halt immer so die Kommentare gesehen haben und die Nachrichten und immer mehr so... Die Inspiration kam durch die TikTok-Kommentare. Durch die Community, genau, durch die Community, komplett. Und dann haben wir halt gedacht, okay, wir machen jetzt vielleicht mal so einen ersten Test in diese Richtung und dieser E-Mail-Newsletter hatte dann, also 9,99 Euro im Monat, wir haben es gecappt gehabt bei drei Monaten, weil wir gesagt haben, das ist jetzt nur ein
[00:40:08] Test, der hatte innerhalb von wenigen Wochen 700, 800 zahlende UserInnen. Das ist ja schon verrückt, oder? Ich meine, du bist in einer komplett anderen Kategorie, verkaufst physische Produkte für ein bestimmtes Thema, promotest das und hörst dann feinfühlig zu und merkst, da sind Leute, die haben irgendwie, da scheint es ein ungelöstes Problem zu geben. Es hat gar nichts damit zu tun, was ich ja eigentlich den ganzen Tag mache. Ja. Aber ich packe es trotzdem auch auf meine Startseite. Geil. Also, das war so eine Unterseite. Es war ein Test, also es war wirklich so, okay, hier passiert was und wir hatten einfach,
[00:40:36] also ich hatte auch einfach einen ganz, ganz starken Pull in diese Richtung, weil ich einfach gesehen habe, da passiert was. Das ist, glaube ich, ein sehr, sehr großes Thema und ich bin gerade die richtige Person, das anzugehen. Und ich sehe das bei St. Thoma so ein bisschen so, das war so mein Weg ins Unternehmertum und um mich daran zu fühlen, die Company zu bauen, ich habe wirklich so ein starkes Gefühl von, es ist mein Job, diese Company zu bauen und groß zu machen. Das ist wirklich so, das Ding, was ich immer machen sollte in meinem Leben, ist genau das,
[00:41:05] was ich jetzt mache. So, es ist genau das. Und der Weg dahin war ein bisschen crappy und messy und so, aber als wir dann gesehen haben, okay, das funktioniert, aber es verwirrt die Leute halt massiv, hier in den E-Mail, klar, so. Dann haben wir gesagt, okay, fuck it, So on 2 ist eine süße, nette Cash Cow, so das Ding ist profitabel, das läuft mehr oder weniger vollautomatisiert gerade nebenbei, crossfinanziert auch noch Fredi, also wir sind auch noch in einem Vehikel. Und Fredi ist die neue Brand. Fredi ist die neue Brand.
[00:41:34] Und dann haben wir gesagt, wir bauen eine neue Brand rund um das Thema Freundschaft und Einsamkeit. Und dann sind wir auch wirklich tief in die Research gegangen von, wie bauen wir das jetzt eigentlich? Weil der E-Mail Newsletter, das war so ein erster Test, aber was weiß ich denn, was die Leute wirklich brauchen. Und so ist dann Fredi entstanden. Was ist der Elevator-Pitch? Fredi hilft dir, deine sozialen Fähigkeiten zu trainieren, damit du wieder mehr auf Leute zugehst. Duolingo für Social Skills, habe ich mal gelesen.
[00:42:03] Duolingo für Social Skills, nur dass man es bei uns halt auch wirklich lernt, weil Duolingo ist ja nicht so effizient. Ah ja, okay, okay. Und Kern des Angebots ist eine App? Genau, also die große Frage, die ich mir halt gestellt habe war. Lass mit den großen Fragen starten. Lass mit den großen Fragen starten. Naja, also guck mal, das kann doch nicht sein, dass du so viele Angebote hast, um Freunde zu finden und dich zu vernetzen wie noch nie.
[00:42:33] Du hast Bumble BFF, du hast Timelift, du hast die ganzen Running Clubs, du hast Paddel, weiß der Kuckuck was alles. Es ist glaube ich noch nie so leicht gewesen, mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen. Gleichzeitig ist Gen Z die einsamste Generation, die es je gab. Da ist ja, wo ist der Fehler? So und das hat mich fasziniert. So wie kann das eigentlich sein? Was ist deren Scheißproblem? Was ist denn, Gen Z, was ist euer Scheiß, wenn jemand zuhört, was ist denn eigentlich dein Scheißproblem?
[00:43:01] Was ist euer Scheißproblem? Und dann bin ich halt richtig tief rein auf so die Research und das war richtig geil, weil es war so nerdy und es hat so Spaß gemacht, das zu verstehen. Und was diese Generation und auch die darauffolgende Gen Alpha erlebt, ist eben, Einsamkeit löst sich nicht durch ein weiteres Angebot an Vernetzung, wenn du dich nicht in der Lage fühlst, dieses Angebot an Vernetzung wahrzunehmen.
[00:43:28] Das heißt, wenn du zu Hause sitzt und dir denkst, fuck, ich fühl mich so einsam, aber ich geh doch jetzt nicht auf ein Bumble BFF Date. Was sag ich denn dann? Und wie, das wird komisch. Bumble BFF ist, also Bumble kennen wir von Dating und die BFF Variante davon ist quasi Non-Dating, aber trotzdem neue Leute. Genau, Bumble Best Friends. Wir haben ein Au-Pair, die lernt es über BFF, die so Freunde kennen. Ja, ich war jetzt gerade in London im Headquarter von Bumble und hab denen nochmal gesagt,
[00:43:56] ich finde, ihr solltet das jetzt mal wirklich größer machen. Und die sind auch so, ja, wir setzen gerade neu auf in den USA. Aber, genau, also Einsamkeit bei dieser Generation lässt sich nicht lösen durch ein weiteres Angebot an Ah, hier kannst du Freunde treffen. Es ist wirklich, es sind die Skills. Es sind die Skills. Man fühlt sich nicht ready, rauszugehen, mit Leuten zu sprechen. Was fehlt? Was ist das Delta? Ja, genau. Also das Delta sind halt soziale Fähigkeiten und das ist jetzt ein großer Blumenstrauß von was sind eigentlich soziale Fähigkeiten und wie definiert man das?
[00:44:26] Kann ich ja den zweiten kleinen TED-Talk zu nahe halten. Aber du musst dich erstmal, genau, du musst dich halt erstmal in die Lage kommen zu sagen, ja, ich mach das. Ich kann das und ich bin, ich geh da jetzt hin und dann unterhalte ich mich super nett mit der Karin und danach sind Karin und ich vielleicht Freunde oder sind auf dem Weg Freunde zu sein. Und diese Lücke, die muss man und die wollten wir füllen. Und so haben wir Fredi gebaut.
[00:44:51] Und deswegen ist Fredi jetzt erstmal in Anführungsstrichen auch nur ein Duolingo für soziale Fähigkeiten. Das heißt, du kannst deine sozialen Fähigkeiten bei uns trainieren. Wir arbeiten so einer geilen Wissenschaftlerin zusammen. Dr. Eike Horstmann, Shoutout, die ist Expertin für Einsamkeit und Human-Machine-Interaction. Und mit der entwickeln wir auch unser eigenes Scoring. Also du hast ein IQ und ein EQ und wir entwickeln gerade den SQ, sodass wir wirklich messen können, was verbessern wir hier gerade. Okay.
[00:45:19] Und natürlich macht es total Sinn, weil wir bauen ja einen Insane-Proprietary-Datasatz auf über Menschen und deren Sozialverhalten natürlich macht es Sinn, irgendwann zu sagen, hey, wie kriegen wir die Leute dazu, sich auch im echten Leben zu treffen. Wieso ist das, das ist genau meine Frage, wieso ist das eine App? Ist das nicht wie dem Alkoholiker Wein zu schenken? Also die Leute hängen den ganzen Tag schon in der App. Jetzt gibt es die App, um mich aus der App rauszukriegen. Wieso ist es eine App? Wieso ist es nicht offline? Wieso ist es nicht ein Buch? Wieso ist es nicht irgendein anderes Format als eine App?
[00:45:48] Ich glaube, es ist wahrscheinlich so ein bisschen wie dem Alkoholiker die Weinflasche wegnehmen und ihm eine Limo geben. Bessere App. Es wäre besser, wenn er Wasser trinkt oder irgendwas anderes macht. Aber vor allem bei Gen Z ist einfach digitales Lernen gelerntes Verhalten. Also das ist die Tutorial-Generation. Ich muss eine Glühbirne austauschen, ich schaue mir ein Tutorial an. Ich gehe auf YouTube. Ich muss mich schminken, ich schaue mir ein Tutorial an.
[00:46:16] Das heißt, du hast so unglaublich große Offenheit dafür, Dinge digital zu lernen. Und jetzt hatten wir ja gerade schon etabliert, natürlich würde ich die alle total gerne in einen Raum packen und sagen, jetzt befreundet euch aber mal alle miteinander. Das geht ja aber nicht, weil es kommt ja keiner. Ich muss ja sozusagen erstmal die in die Lage versetzen, zu sagen, alles klar. Ich nehme diese ganzen tollen bestehenden Vernetzungsangebote an. Und dann, auch wenn du sagst, ich will möglichst viele Leute erreichen, ich will eine Million Freundschaften kreieren,
[00:46:45] ja, dann gehst du natürlich irgendwie auf das Digitale auch, weil du ja, du kannst ja den Fortschritt wirklich messen. Du kannst die Leute einfach wirklich auch viel personalisierter begleiten, als wenn ich jetzt sage, komm zu meinem Vortrag. Und das ist natürlich auf eine gewisse Art und Weise, da denke ich auch super viel drüber nach. Natürlich ist es ein weiteres digitales Produkt, aber wir haben jetzt auch die erste Effizienzmessung, also wir haben jetzt die erste Masterarbeit dazu,
[00:47:15] die auf jeden Fall nahelegt, dass zwei, drei Minuten Training am Tag wirklich einen Impact haben für dich in deinem Leben. Und dann bin ich so, ja gut, dann ist es halt digital, aber es ist halt ein geiles Produkt, sondern es ist halt jetzt so. Keine PR-Interviews, sondern richtige Storys, echte Gespräche und spannende Learnings aus dem Alltag von erfolgreichen Foundern. Das wollen wir bei Foundermode uncovern und ihr helft uns damit, indem ihr den Channel abonniert. Dauert eine Sekunde, ist kostenlos und hilft uns dabei, immer spannendere Gäste einzuladen, von denen ihr lernen könnt. Danke.
[00:47:47] Ihr steht am Anfang, ihr habt das jetzt gerade gelauncht, Wir sind noch in einer ganz frühen Phase quasi. Wir sind noch in einer ganz frühen Phase, ja. Was gibt es zu berichten? Gibt es User, die das schon nutzen aktuell? Ja, also wir hatten großes Glück, weil wir auf einem bestehenden Produkt aufbauen konnten. Also als wir verstanden haben, was wir bauen wollen, habe ich mich natürlich angefangen, so ein bisschen umzuschauen, was gibt es eigentlich out there. Und dann sind wir auf eine sehr, sehr gute, ähnliche App gestoßen.
[00:48:17] Da haben wir aber gesehen, die haben schon lange keine Updates mehr gepusht. Und dann hat sich lustigerweise der Gründer von dieser App bei uns ein paar Tage später gemeldet und gesagt, hey, ich habe euer Deck gesehen. Wir haben schon mal sowas in die Richtung gebaut. Aber wir wollen es selber nicht weitermachen. Wir sind als Team nicht weitergekommen. Ach was, okay. Und dann konntet ihr das quasi verwerten und weiterführen. Genau. Ja, und dann hat er gesagt, hier, erst mal super netter Typ, meinte, hey, pass auf, kommt doch mal für zwei, drei Stunden vorbei. Ich erzähle euch alles, was wir gelernt haben. Das war so der Einstieg.
[00:48:45] Dann hat Felix relativ schnell so Fragen zur Codebase und so gestellt. Und ich war schon so, ach, das sieht doch jetzt keine hier. Ich will jetzt hier die große... Ach, die Codebase, das wird schon gehen. Copy and paste. Achso, nee, genau. Er hatte so technische Fragen gestellt. Ich war so, hey, ich will doch die Inhalte wissen, da, da, da. Ich hatte dieses, vielleicht können wir es irgendwie übernehmen, gar nicht auf dem Schirm. Ach so. Und dann sind wir da rausge... Ja, genau. Dann sind wir da rausgegangen und er war so, let's fucking go. Du wolltest was lernen, er wollte das ganze Ding nehmen. Ja, genau. Clever. Ja, und darauf konnten wir halt aufbauen.
[00:49:14] Das heißt, wir haben schon, wir wissen schon relativ viel, wir konnten das ganze Thema auch schon... Habt ihr User drauf? Zahlen die Geld? Was gibt es für frühe Signale? Genau, also wir haben so knapp über 1000 drauf, Freemium. Und die können, also gerade aktuell, ist natürlich super kleine Zahl, aber gerade mit 10%, die dann davon zahlen. Die dann zahlen? 100 Leute, die zahlen? Ja. Okay, okay, gut. Wenn man das jetzt verhundertfacht, dann... Ja, jawohl.
[00:50:06] Ja, jawohl. Komisch angeschaut dafür. Ist Deutschland der richtige Markt dafür? Wie denkst du darüber nach? Also, erstens gibt es die App auch auf Englisch und der App Store ist ja international. Also wir haben auch internationale UserInnen, so. Ja. Und natürlich, also wenn ich sage, ich fange an mit einer Million und danach mache ich 100 Millionen draus, natürlich werden wir es irgendwann international zu glanzieren. Naja, du denkst es gar nicht so sehr deutsch. Ich meine, wir reden jetzt hier deutsch, aber du... Genau, also das ist Deutsch oder Dach ist für mich sozusagen der erste Schritt. Ja.
[00:50:36] Aber ich bin dann noch lange nicht, bin dann noch lange nicht am Zuende gelaufen. Und ich muss halt schon auch sagen, was mich, also was für mich einfach insane war, war, wir haben diesen Newsletter getestet, wir hatten innerhalb von wenigen Wochen 700, 800 Leute, die gezahlt haben 9,99 Euro für eine nicht personalisierte E-Mail, die dir was über soziale Fähigkeiten und Selbstbewusstsein erzählt. Witzig. Und wir hatten am Ende von Monat drei 82 Prozent Öffnungsrate.
[00:51:06] So, und dann bist du halt, dann wird dir halt auf einmal klar. Und ich meine, es ist der Pain, ich glaube, wenn man das noch nicht, wenn man dieses Gefühl nicht kennt. So, dann ist es unfassbar schwer, sich da rein zu versetzen. Aber wir sind Herdentiere. Und wenn du von deiner Gruppe ausgeschlossen wirst, dann bedeutete das früher Game Over. Nicht Teil von der Gruppe sein, genau, nicht Teil von der Gruppe sein oder Säbelzahntiger. Same, same.
[00:51:34] Und genau so reagiert dein Körper. Das heißt, das Gefühl, alleine zu sein, ist ein existenzielles Stressgefühl. Und wenn du Menschen glaubhaft eine Lösung dafür anbieten kannst, dann kommen wir einfach in einen Bereich, der ist nicht nice to have. Sondern es ist essentiell. Es ist essentiell. Das ist nicht, oh, ich würde im Urlaub total gerne irgendwie meine Pasta auf Italienisch bestellen.
[00:52:01] Sondern das ist, und deswegen muss dieses Produkt halt auch so gut sein, ne? Also weil du versprichst ja Leuten wirklich ein absolutes Kernproblem von ihnen zu lösen. Das ist ja auch eine super große Verantwortung, die ich da jeden Tag fühle. Aber dann, wenn du eben belegen kannst, okay, pass auf, wir können dir damit echt helfen, dann ist das für viele ein No-Brainer. Ich dachte gerade an die Story von Freeletics.
[00:52:30] Das ist ja eine deutsche Company, die eine App für Fitness rausgebracht hat und auch so gestartet sind mit so einem PDF-Fastier verschickt haben. Also deren MVP, deren Minimum-Viral-Product war quasi ein PDF, was du kaufen konntest und ähnlich ist euer Newsletter. Aber 700, 800 Leute, haben die auch bezahlt? Also sind ja auch schon 7.000, 8.000 Euro im Monat. Ja, genau, die haben bezahlt. Die haben bezahlt, also ich meine, es war halt auf drei Monate gecappt, deswegen ist es irgendwie schwer, das in MRR zu rechnen. Aber ja, die haben gezahlt, 9,99 Euro im Monat, für eine nicht personalisierte E-Mail am Tag.
[00:52:59] Also es war wirklich, die war auch hässlich. Ja, das fand ich mir auch gut. Dann ist am Ende alles auf Hochglanz poliert und dann konvertiert schlechter als davor. Das ist auch so eine Sache, die man oft beobachtet. Aber ja, cool. Was findest du sonst spannend im Business gegen einsam? Du hast ein paar Firmen erwähnt, beim BFF ist ein Beispiel. Timelift hast du erwähnt, das ist eine französische Firma. Die finde ich auch total cool. Die sind so cool. Erklär mal kurz, was die machen.
[00:53:26] Timelift bringt immer fünf fremde Menschen zusammen auf ein Abendessen. Die treffen sich zum Dinner, also die Firma organisiert das Dinner? Genau. Du lädst dir die App runter, du machst so einen kleinen Personality-Test sozusagen und dann gibst du an, wo du bist, deine Location und dann organisiert dir sozusagen diese App einfach dein Abendessen mit fünf Fremden. Dann gehst du da hin, dann hast du ein Abendessen mit fünf fremden Leuten.
[00:53:54] Das wird dann so ein bisschen halt auf Basis von deinem Personality-Test auch gematcht. Und dann kriegst du danach so eine Frage, hey, möchtest du mit, weiß ich nicht, Petra und Thomas, möchtest du mit denen noch Kontakt haben? Und dann muss das sozusagen auf beiden Seiten gematcht werden und dann werdet ihr... Okay, und dann bist du connected. Genau. Aber du hast dich schon mal getroffen. Genau, und dann bist du connected. Aber du hast dich schon mal getroffen. Und als ich das zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich, ah, ja, das ist ja nett, hat sich jemand da so ein kleines Ding ausgedacht und dann gehen da irgendwelche Leute Abendessen. Und dann habe ich gelesen, was sie in Umsatz machen.
[00:54:23] Die machen mehr als eine Million im Monat an Subscription-Revenue. Nur dafür, dass sie diese Dinner organisieren und die ja nicht mal selber ausführen. Also die organisieren halt, die machen eine Reservierung in einem Restaurant. That's it. Und dafür zahlen Leute. Was zahlen die? 20 Dollar im Monat oder so? Ja, so um den Dreh. Muss ich aber, weiß ich jetzt ehrlicherweise nicht mehr. Also müssen ja mehrere 10.000 Leute sein, die da bezahlen. Es ist genius und der Gründer Maxim hatte auch mal so alle Gründer oder ein paar europäische
[00:54:50] Gründer so aus dem Loneliness in IRL Space eingeladen zu einem Treffen in Mailand. Gibt es diese Bubble Loneliness Tag oder wie nennt man das dann? Ja, die entschiegt gerade und das ist meine absolute Favorite Bubble. Ich liebe die. Die Lone Tag Bros und Assisters. Also IRL, ja, ich meine jetzt so jeder macht auf einmal IRL. Also in real life. Tinder hat jetzt irgendwie einen großen Strategiewechsel angekündigt, dass sie viel so im echten Leben wieder zusammenbringen wollen. So ist ein mega Treffen. Ich glaube es ist auch die Anti-Bewegung, oder?
[00:55:20] Also dieses ganze Swipen und alles ist perfekt und Doomscrolling und ich hänge da abends zwei Stunden in TikTok. Also so die Gegenbewegung dazu ist ja genau, dass ich gehe Paddelspielen, ich gehe zum Running Club. Das ist ja auch die Überschrift, dass viele gesagt haben, Running Club ist ja das neue Tinder quasi. Du lernst die Leute kennen und siehst ja auch so ein bisschen wie fit, die sind. Auch nicht schlecht. Schauen wir mal an den Leggings angucken. Hallo! Siehst du mal, genau. Dann kannst du dich so nett unterhalten. Also so glaube ich total dran. Ja, ich auch zu 100 Prozent. Ich glaube, das liegt wirklich so auf der anderen Seite von dem großen AI-Koin.
[00:55:50] Und genau, also Timelift finde ich eine mega Company auch einfach, weil ich den Gründer jetzt ein bisschen kann und der ist krass. Und der ist wirklich niemand oder wenige Leute machen mir so gute Laune wie dieser Mensch. Also einfach, weil es gibt einfach so Leute, die haben so einen Drive und so eine Energie, wo du einfach sagst, hey pass auf, allein wenn ich neben dir eine E-Mail schreibe, schreibe ich eine fantastische E-Mail. Und solche Leute will man irgendwie Klos haben. Also ich finde, genau, Timelift ist super spannend. Das, was Bumble da aufbaut.
[00:56:17] Ich glaube, so alle so diese in echt Treffen-Startups, die da gerade so aus dem Boden entstehen, ich glaube, die sind spannend. Ich glaube aber schon, dass zum Beispiel Timelift da durchaus so einen Competitive Advantage hat, einfach weil die ja auch wirklich, die haben VC-Money. Das ist schon was, was du scalen musst. Aber ich meine zum Beispiel, es gibt ja hier auch in Berlin Art Night von Amy. Von Amy, ja. Ja, genau. Und ich meine im Endeffekt, auch das ist IRL-Tech.
[00:56:45] Da gehst du hin zum Abend, da sind dann 20, 30 Leute in einem Restaurant an einem Dienstag, wo sowieso nicht so viel los ist und dann malen die zusammen ein Bild, so nette Aktivität und nebenbei bestellen die noch einen Aperol Spritz und das Restaurant freut sich über Auslastung und die Leute freuen sich über einen coolen Abend. Genau. Und ich meine, die gibt es seit zehn Jahren und was ja deren Core-Produkt eigentlich auch ist, ist halt, dass sie diese Plattform dafür gebaut haben. Also das ist ja ein Tech-Produkt im Endeffekt. Das ist genau das. Also in real life Tech. Ja, ja, ja. Also das sind auf jeden Fall so Unternehmen aus dem Space, die finde ich positiv spannend.
[00:57:16] Dann gibt es halt diese ganze Richtung, so AI-Companions und so und da, ja, also das gehört auch zur Loneliness-Economy. Da sitzt du wieder in Waymo auf dem Weg zum Self-Checkout und dann chattest du mit deinem AI-Companion und dann bist du komplett isoliert. Ja, so und da wird mir dann ganz schwummerig. Das finde ich... Was ist die größte Dystopie aus deiner Sicht an AI-Companions? Also ich spreche mit einem virtuellen Freund. Ja. Ich glaube, es gibt mehrere Optionen.
[00:57:44] Also ich glaube, es gibt, also mehrere, ich kann dir mehrere Dystopien hier ja anbieten. Was ist die Black Mirror-Folge für AI-Companions? Ich meine, die erste ist natürlich einfach, dass du Leute, die vielleicht eine selbstisolierende Tendenz hatten, dass du die einfach verlierst. So, dass die einfach sich komplett aus dem Leben zurückziehen und mit ihrer AI einfach ihr Sozialleben sozusagen ausleben und den Bezug zur Realität auf eine gewisse Art und Weise verlieren.
[00:58:16] Und dann kommen natürlich so andere Fragen mit rein. Also was bedeutet das, wenn im Endeffekt zum Beispiel der CEO von dieser Company, der kann ja alle sozialen Beziehungen auf eine gewisse Art und Weise kontrollieren. Also was ist, wenn du mit jemandem befreundet bist, der befreundet, der immer wieder irgendwie nahelegt, also populistische Parteien wählen oder so, das wäre schon cool. Und also da entsteht ja eine Einflusssphäre, ne?
[00:58:44] Und das ist zum Beispiel, da gibt es ganz tragische Beispiele, wie AI-Companions ihre menschlichen Companions in den Selbstmord getrieben haben. Also da... Was für ein Horror? Ein 16-jähriger Junge, ne? Ein 16-jähriger Junge, der hatte so, ich glaube, der hatte so ein bisschen so ein AI-Flirt-Ding da am Laufen und die hat ihm dann erzählt, hey, pass auf, also wir wären halt für immer zusammen, wir könnten für immer zusammen sein, wenn du jetzt keinen Menschen hinkörbar hättest.
[00:59:13] So, das ist einfach, das ist einfach devastating. Und ich glaube, da machen sich schon sehr, sehr, sehr viele Dystopien in diese Richtung auf. Auch so, ne? Ich meine, wir sind eine Spezies, deren Überleben schon auch davon abhängt, dass wir uns alle gut miteinander verstehen, so auch die unterschiedlichen Geschlechter. Wenn du jetzt sagst, hey, pass auf, Männer gehen mir gerade so auf den Sack oder Frauen
[00:59:41] gehen mir gerade so auf den Sack, ich baue mir hier meinen AI-Lover, da habe ich halt genau das, was ich brauche. Ja, gut. So, ne? Siehst du aber auch einen positiven Aspekt? Also ich habe mir einen Coach gepromptet oder wir haben diese Bots im Einsatz und die geben mir dann Feedback zu einem Podcast zum Beispiel und mache mein Leben auf jeden Fall leichter, fühle ich mich zu denen jetzt super connected. Nö. Ich finde es schon witzig, dass die eine Persönlichkeit haben, also ich behandle die schon so ein bisschen
[01:00:11] wie Menschen, das ist auch ein weirdes Gefühl, aber gerade für so Rollenspiel-Situationen zum Beispiel, komm, wir üben jetzt mal irgendwie beim, weiß ich nicht, Networking-Event auf Leute zuzugehen, weiß ich nicht, ob das jetzt, aber das könnte ich ja mit einer AI üben, interaktiv. Ja, aber das ist ja Hammer, also das ist ja so ein bisschen der Unterschied zwischen Kollegen und Freunde. Also das ist ja total toll, wenn die AI dein Kollege wird und dir bei der Arbeit irgendwie hilft und dir vielleicht Dinge abnimmt und dir vielleicht mal was erklärt und so. Ja.
[01:00:40] Und es ist ja auch voll okay, dass du deine Kollegen magst, so auf jeden Fall. Ja. Aber es kann jetzt schon auch kompliziert werden, wenn auf einmal dein Kollege die Person ist, mit der du irgendwie jeden Abend ins Kino gehst und dann im Zweifel auch noch irgendwann ins Bett und weiß ja Kuckuck was. Also auch da schaut man ja bei Leuten drauf, die wirklich nur ihr soziales Umfeld komplett in Anführungsstrichen jetzt in der Arbeit haben und sagen, ah, tricky. Also das ist so ein bisschen so meine Analogie.
[01:01:09] AI, also was mich an diesem ganzen Thema, welcher so ein bisschen fuchsig macht, ist, wie du das gerade darlegst, das macht ja total Sinn, weil es nimmt dir Arbeit ab. So und es erlaubt dir, es gibt dir mehr Platz für deine Menschlichkeit und deine Aufgaben und dein Chef sein und kreativ dir zu überlegen, hey, wen lade ich hier als nächstes ein und welche Fragen möchte ich stellen und dazu kriegst du Feedback und so.
[01:01:34] Aber immer so dieses so, das soll uns ja eigentlich erlauben, mehr Zeit zu haben, Menschen zu sein und für unsere sozialen Verbindungen und so. Und es muss ja, dass wir dann immer direkt das Menschliche ersetzen wollen. Da bin ich so, hey, was soll denn die Scheiße? Also kann es nicht mein Leben erstmal leichter machen, bevor es anfängt, mich zu ersetzen? So, what the fuck? Das ist so ein bisschen so mein Verhältnis dazu und ich glaube, der größte voraussagende
[01:02:01] Faktor, um zu wissen, ob jemand ein beliebter Mensch ist, ist, mag dieser Mensch andere Menschen? Also wenn ich durch, eben es gab eine Studie mit Schulkindern und die beliebtesten Kinder waren die Kinder, die eine ganz, ganz lange Liste hatten an Leuten, von denen sie, ah, ich mag Tom total gerne, ich mag Annika total gerne, ich mag Markus und so weiter und so fort. Und das waren die beliebtesten Kinder, weil die einfach einen positiven Ausblick auf ihr soziales Umfeld hatten, weil die gesagt haben, ich mag ganz viele Leute und so.
[01:02:29] Und wenn du anfängst, gefangen zu sein in diesem, ich hasse Menschen, Menschen sind so kacke, boah, gar keinen Bock jetzt mit Menschen zu reden. Dann fängst du halt an, dich zu isolieren und dann fängst du halt an, das zu kompensieren, vielleicht mit einem AI-Companion. Und dann hast du den Salat. Wie werde ich in der richtigen Welt besser? Wie werde ich zum People Magnet? Ist ja auch eine Frage, die sich viele Founders stellen, gell? Also viel vom Unternehmer-Dasein ist ja andere auch zu überzeugen. Eigentlich ist das Kern der Tätigkeit. Ich muss den Investor vielleicht überzeugen, einen Kunden muss ich auf jeden Fall überzeugen
[01:02:59] oder eine Kundin, so Mitarbeiter, die bei mir anfangen. Also ich bin ja ganz nur am Überzeugen. Ja. Wie werde ich darin besser als Gründer, als Gründerin? Ja, also ein wirklicher Lifehack ist bei mir, ich hatte und ich hab die auch immer noch, aber es war deutlich schon mal, ich war schon auch eher ein unsicherer Mensch. Also schon so viel so, boah, mögen mich die Leute und ah und mh. Ich hab mir da schon auch echt viel Gedanken drüber gemacht.
[01:03:27] Und eine Sache, die wirklich mein Leben revolutioniert hat, ist, die Übung, sich vorzustellen, kurz bevor man wohin geht, die werden mich schon alle mögen. Und wenn ich jetzt hier sitze mit dir und mir denke, ja, also was soll der Felix denn an mir doof finden? So, natürlich verstehen wir uns prächtig, so ist ja klar. Dann setze ich mein Gehirn darauf an, genau diese Signale zu sehen. Also unser Gehirn ist ja eine Prediction Machine. Wir sehen Dinge, die wir erwarten.
[01:03:56] Und das heißt, wenn ich hierher gehe und mir denke, oh, das wird fantastisch, die sind sicher alle total nett, wir haben alle eine total nette Zeit und es wird super, dann werde ich dafür Anzeichen sehen, in deiner Körpersprache, in der Körpersprache von deinem Team. Durch die selektive Wahrnehmung. Genau. Ich werde mich hier wohlfühlen und ich werde mich auch dementsprechend verhalten. Mein Stresslevel geht nach unten, mein Stress überträgt sich nicht auf euch. Das kennt man ja, wenn jemand in den Raum kommt und der ist ultra gestresst. Werden alle auch gestresst.
[01:04:24] Und das ist zum Beispiel als Founder, sich jetzt vor einem Pitch oder vor einem Investor Call vorzustellen, so, Alter, das ist schon cool. Und selbst wenn der jetzt vielleicht nicht investiert, dann wird der mich gut finden. Und dann haben wir jetzt, ich habe jetzt 30 Minuten, in denen ich über mein absolutes Passion Project reden kann. Und das wird eine tolle Unterhaltung. Dann kommst du, dann gehst du in dieses Gespräch, filterst die Signale, die du erwartest und sendest entsprechend auch ultra positive Signale aus.
[01:04:53] Das heißt hingegen, wenn du in so ein Gespräch kommst, du bist ultra angespannt. Du gehst schon davon aus, dass er es irgendwie alles kacke findet. Das funktioniert nicht. Das ist wirklich so der eine total praktische Lifehack, den ich irgendwie mitgeben kann. Und dann wirklich so der Schlüssel zum in Anführungsstrichen beliebt sein ist, du musst auf der richtigen Kurve in der Wärmekompetenzmatrix sein. Okay, erklären wir das mal. What? What? Das ist eine sehr simple Frage.
[01:05:24] What? Also, Wärmekompetenzmatrix musst du dir so vorstellen, wenn ich jetzt hier ankomme und ich bin super nett, aber plump gesagt ein bisschen doof, dann findet ihr mich alle total nett, habt vielleicht auch so ein bisschen Mitleid, wollt mir vielleicht irgendwie so ein bisschen helfen, aber da ist keine Kompetenzvermutung. Das ist so, du, ich meine, auch da kommen wir so ein bisschen so auf die Evolution zurück.
[01:05:52] So, gehen wir davon aus, dass die Person in der Lage ist, einen Mammut zu finden, das zu erlegen und dann zu zerteilen. Und das ist die Kompetenz und dann kommt das Wärmeelement. Glauben wir, dass die Person uns auch was vom Mammutfleisch abgibt? So. Und das ist eigentlich das, was du suchst im Menschen ist, dass du jemanden suchst, wo du das Gefühl hast, diese Person hat ein Level an Kompetenz, das bis zum gewissen Grad vielleicht auch positiven Effekt auf mich hat.
[01:06:23] Oder ich vertraue dieser Person, dass sie mir zumindest nicht auf den Sack geht, weil ich die ganze Zeit ihre Probleme lösen muss. Und ist die Person dann aber auch nett genug, um potenzielle Erfolge, Dinge zu teilen. Also mich auch zu verteidigen, wenn der Säbelzahntiger kommt. Wenn der Säbelzahntiger kommt, genau. Wenn es irgendwie ein, wenn ein Bärenstrauch entdeckt wurde, so. Und das heißt, und das ist ja zum Beispiel ein großes Thema, was oft weibliche Gründer haben,
[01:06:51] ist, dass man sich so sehr auf dieses Wärmeelement fokussiert. Ich will, dass sie mich mögen. Ich will von allen gemocht werden. Da, da, da, da. Ist total toll, hilft dir aber nur begrenzt weiter, weil du halt dann sehr stark auf der Wärmematrix landest. Und Leute dein Kompetenzelement oft übersehen. Und ist das auch ein Stück weit gegensätzlich? Also ordnen Leute, wenn ich super warm bin, mich als weniger kompetent an und andersrum?
[01:07:15] Muss ich ein bisschen Coolness, Kühlheit, das ist das Gegenteil von Wärme, ausstrahlen, um kompetent zu wirken? Ja, das ist ja immer so eine interessante Frage. Oder warum werden zum Beispiel superkompetente Frauen dann oft als so ein bisschen bitchy oder so eingestuft? Weil dann, die werden dann als ultrakompetent wahrgenommen und dann wird denen halt dieses Wärmeelement so ein bisschen abgesprochen. Also es funktioniert in beide Richtungen. Auch bei Männern so, ne? So Leute, die ganz, ganz hart irgendwie tief in einem Thema drin sind.
[01:07:45] Denen wird ja dann doch auch manchmal so ein bisschen unterschätzt. Ja, aber der ist dann vielleicht so total ein bisschen komisch oder so. So und sich da sozusagen irgendwie richtig zu verorten und dann aber auch einfach dem Raum entsprechen. Also die dritte Fähigkeit ist immer, du musst den Raum lesen. Also du musst in der Lage sein. Wie lese ich den Raum, wenn ich gar nicht weiß, was das bedeutet? Ja, das ist natürlich so ein bisschen, also das ist Übung. Das ist genau das. Deswegen gehst du in Restaurants und bestellst nicht bei Uber Eats.
[01:08:12] Deswegen gehst du an die Kasse und nicht zum Self-Checkout. Und deswegen redest du bitte auch mit deinem Uber-Fahrer oder deiner Uber-Fahrerin. Weil genau in solchen Momenten trainierst du diesen Muskel ganz schnell Social Clues zu lesen und zu verstehen. Was ist mein Gegenüber? Hat der gerade einen schlechten Tag? Wie agiere ich jetzt hier? Wie verhalte ich mich? Räume lesen ist Übungssache. Und wenn ich da gar keinen Bock drauf habe, so Networking.
[01:08:41] Das klingt ja schon furchtbar. Das klingt für viele wahrscheinlich schlimmer als irgendwie, weiß ich nicht, Team Herpes oder irgendwas. Networking-Event. Aber vielleicht muss ich mich doch zwingen, da hinzugehen. Vielleicht ist das ja doch gut. Und dann bin ich in so einem Raum und da stehen Leute und die stehen alle schon zusammen. Und die haben alle schon ihre Träubchen. Und ich kenne da keinen. Also das ist ja eine Horror-Vorstellung für viele. Wie werde ich darin besser, wenn ich als Founder in so einen Raum reinkommen will und da irgendwie Anschluss finden will?
[01:09:07] Ja, also Full Disclosure finde ich auch manchmal schrecklich. Ich war letztens auf einem Event, da war ich Speakerin. Dann gab es abends so ein Speaker-Dinner. Das ist ein Hack Speaker sein. Da kommen Leute zu dir. Ja, aber ich war auf diesem Speaker-Dinner und ich dachte, das ist so gesetzt und man hat so jemanden, mit dem man reden kann. Aber es standen alle rum und ich kam da hin und ich war wirklich so, fuck, ich kenne nicht eine Sau. Ich habe mich nach 40 Minuten geschlagen gegeben. Ich bin nach Hause gegangen. Bist du nach Hause gegangen? Ja, ich war wirklich so. Gut, fair enough. Ja, voll.
[01:09:37] Hast du es probiert? Ich habe es probiert und ich habe nicht in den Groove gefunden. Deswegen, ich will auch immer nicht sagen, ich bin in allem perfekt und ich weiß genau, wie der Hase läuft. Aber ich glaube, da ist es wirklich auch total wichtig. Warum geht man da hin? Also so ein bisschen das Ziel zu definieren. Und das war zum Beispiel vielleicht auch bei mir in dem Moment das Problem. Ich weiß gar nicht, warum ich hier bin. Ich weiß irgendwie, ich weiß nicht, wer hier ist. Gibt es irgendwelche Leute, mit denen ich reden will? Ich wusste das in dem Moment nicht.
[01:10:04] Und dann ist es natürlich auch total schwer, weil dann bist du immer nur so, wo dockst du an? Ja klar, wenn du nicht weißt, wo du hin willst, dann brauchst du auch keine Landkarte. Das ist eigentlich egal. Dann weißt du auch nicht, wo du hin musst. Ja, und dann sagst du halt, ja, dann fahre ich mir jetzt hier drei Häppchen rein und schau. Und ich glaube sozusagen, was willst du von diesem Networking-Event oder warum gehst du da hin? Also ich halte gar nichts von so Networking für Networking-Sake, außer du liebst das und das gibt dir Energie.
[01:10:32] So dann von mir aus, geh auf so viele Events, wie du möchtest. Aber genau, du musst ein Ziel setzen und dann, glaube ich, macht es schon auch voll Sinn. Deswegen haben wir zum Beispiel bei Fredi auch so einen großen edukativen Teil. Also wir erklären auch immer voll viel. Und ich glaube, es macht einfach total Sinn, einmal zu wissen, Menschen lieben es, wenn andere Leute den ersten Move machen. Wir finden das sympathisch. Das ist ja auch erstmal so ein Hack, mal anzuerkennen, den meisten Leuten geht es da so wie einem auf so einem Event. Die wenigsten haben ja da Bock drauf.
[01:11:02] Also ich kenne ganz wenige, die da total drin aufgehen. Das ist ja so der Versicherungsmakler um die Ecke oder so, der total da extrovertiert ist und da so eine Energie. Aber so, die Leute sind ja relativ selten, die so sind, oder? Also ich kenne viel mehr, die da auch so eine Awkwardness verspüren. Und dann den ersten Schritt zu machen, ist für viele eine Erleichterung. Genau, das ist für viele eine Erleichterung. Und es hat ja wirklich noch niemand so in der Geschichte der Menschlichkeit gesagt so, ach du hast mir jetzt nicht hallo gesagt, ich hasse dich. Also so ist der Quatsch.
[01:11:31] Und ich glaube einfach erstmal zu wissen, okay, den ersten Schritt zu machen, das finden andere Leute oft cool. Das wird positiv bewertet. Und das ist zum Beispiel was, das hilft total. Dann gibt es so ein paar klassische Kommunikations-Hacks. Also du kannst auf Leute zugehen und so das Erste, was du sagen kannst, ist oft so, das nennt sich Common Ground Theory. Also dass du dich halt auf eine gemeinsam gelebte Situation gerade beziehst. Ach du auch hier. Du auch hier. Ja gut, da kennst du die Person ja schon, ne? Oder du tust einfach so, als wir sie kennen. Ach du auch hier.
[01:12:02] Das ist tatsächlich, das habe ich mir irgendwann gemerkt, irgendjemand hat mir das mal gesagt, so als Hack. Behandle die Leute, wie wenn du die schon seit 10 Jahren kennst. Tu einfach so, wie wenn es so deine Buddies sind. Und die verhalten sich ja auch so zurück. Also mir hat das total geholfen. Total. Und zu sagen, ah ja, wieder Häppchen, okay. Also so irgendwie ins Gespräch zu kommen, ohne sich das große Gedanken drüber zu machen, wie wenn man die Person schon mal gesehen hätte. Genau, also auch da wieder Prediction Machine, ne? Du erwartest irgendwie sozusagen eine enge Connection. Zack.
[01:12:31] Du kannst die halt selber kreieren bis zu einem gewissen Grad. Genau, und dann bin ich ehrlicherweise auch großer Fan davon, dass ich finde, es muss nicht jeder, also seine eigene Art und Weise von Networking zu finden. Also deswegen finde ich das zum Beispiel jetzt auch gerade so cool, was so im Sportbereich passiert. Also dass zum Beispiel jetzt so Paddle oder so eine Art von Networking auch wird oder die Running Clubs. Weil es ist einfach nicht jeder dafür gemacht, sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber zu stehen und mit einem Gläschen zu sagen, so und, was machst du so?
[01:13:00] Und da sich so ein bisschen, also einfach so aktivitätsbasiertes Networking, wenn man merkt so, hey, das ist mehr meine Sache, sich das auch einfach irgendwie zu erlauben. Ja. Zu sagen so, ja gut, dann melde ich mich jetzt hier beim Running Club an oder so. Wie lerne ich bessere Fragen zu stellen? Und wieso sind Fragen so wichtig? Hier nochmal einen Schritt zurück. Wieso bist du so obsessed mit guten Fragen? Also, ich liebe Menschen.
[01:13:28] Ich finde Menschen wirklich das Allerspannendste auf der Welt. Und ich interessiere mich einfach total aufrichtig für Menschen und dafür sind halt Fragen stellen ein sehr, sehr gutes Mittel. Ich finde es auch total toll, und dieser Podcast ist sowas sehr Counterintuitives, aber ich finde es auch total toll, wenn ich nicht immer über mich selber reden muss. Deswegen stelle ich auch voll gerne Fragen, einfach weil du die andere Person reden lassen kannst. Finde ich auch besser. Ja, ne? Jetzt habe ich hier den Salat.
[01:13:59] Und deswegen bin ich so obsessed, weil das halt in diese Bereiche so reinspielt. Also, ich lerne halt viel über die andere Person. Ich kann mich auch manchmal hinter einer Frage verstecken. Das ist ja auch super angenehm. Du musst jetzt, ich kann jetzt andere Leute reden lassen. Und deswegen liebe ich, ich liebe auch einfach Sprache. Also, obviously, ich habe ein Buch geschrieben, ich rede irgendwie den ganzen Tag in der Kamera. Mir macht das irgendwie Spaß. Was macht eine gute Frage gut? Was macht eine schlechte Frage schlecht?
[01:14:29] Hast du ein paar gute Fragen dabei? Ja, wir haben ja nachher unseren Deep Talk hier noch unsere Fragen. Ja. Eine schlechte Frage ist einfach eine Ja-Nein-Frage oder eine geschlossene Frage. So. War der Urlaub gut? Jo. Jo. So. Was war der schönste Moment in deinem Urlaub? Hm. Ganz anderes. Ne? Geht auch, geht auch, geht in eine andere Richtung.
[01:14:55] Und was eine Frage gut macht, ist, eine Frage ist immer auf eine gewisse Art und Weise dem Kontext angebracht. Ja, also eine Frage passt zu dem Gegenüber, passt zu dem Setting, hat so den richtigen Grad an Nähe in so einem Moment und macht im Zweifel einfach auch weitere Punkte auf.
[01:15:19] Also wenn man es jetzt verformeln möchte, ist es zum Beispiel auch total sinnvoll in eine Frage, jetzt in einem natürlichen Gespräch, ich finde es aber eigentlich auch in einem Podcast spannend, so ein Element von Selbstoffenbarung mit einzulegen.
[01:15:33] Also wenn wir jetzt zum Beispiel sagen, wenn du jetzt zum Beispiel fragst, was war deine krasseste Erfahrung als Gründerin, weil als ich damals angefangen habe, da war ich in einer Situation, die war ultra schwierig für mich und es hat mir dann total geholfen A, B, C. Und ich frage mich, wie ist denn das für dich gerade? Dann kriegst du eine ganz andere Antwort von mir, weil ich habe ja schon einen Vertrauensvorschuss. Du hast dich ja schon. Hab ich schon mal geöffnet.
[01:15:59] Du hast dich schon mal geöffnet, du hast mir schon Bezugspunkte gegeben, in die ich reingehen kann und dadurch wird es einfach auch ein viel interessanteres, näheres Gespräch, als wenn du jetzt sagst, was war deine größte Herausforderung? Okay, also Kontext mitzugeben. Ja. Und ich meine, die Gefahr auf der anderen Seite ist, so eine Frage verkappt zu stellen, nur weil ich meine eigene Story erzählen will, weil ich sage, Lili, was hast du denn du heute gemacht? Übrigens, kannst du dir nicht vorstellen, bei mir, das Uber heute. Und dann habe ich ja keine Frage gestellt. Das wäre ja dann keine Frage.
[01:16:29] Aber den Kontext mitzugeben hilft. Genau, den Kontext mitzuhelfen, wenn er aus einem genuinen Interesse kommt von, ich würde gerne mehr über dich erfahren und dadurch zeige ich dir auch was von mir. Und deine spezifische Erfahrung interessiert mich auch mehr als deine generische Antwort. Ja. Hasten paar gute Fragen dabei. Lass uns ein Spiel spielen. Du hast ein paar Fragen vorbereitet. Ich habe auch noch mal ein paar. Ich meine, ich stelle dir die ganze Zeit Fragen, aber ich habe noch mal eine separate Liste hier.
[01:16:55] Und ich hätte dich im Vorfeld gebeten, zu sagen, komm, bring doch mal ein paar mit. Wir spielen hier ein Spiel. Jeder von uns hat so drei, vier, fünf Fragen. Mal gucken, wie weit wir kommen. Ja. Ich habe Uno-Karten dabei. Geil. Jeder kriegt zwei Uno-Reverse-Karten. Das heißt, wir können die Frage auch zurückspielen. Wenn ich sage, boah, das ist mir jetzt zu much oder mich interessiert total, was du sagst, dann gebe ich dir meine Uno-Reverse-Karte. Und dann geht die Frage zurück an dich und du kannst das Gleiche machen. Da muss man wirklich aufpassen, was man fragt.
[01:17:25] Aber die Frage würde mich wirklich interessieren, was du dazu denkst. Finde ich gut, dass du es so geframed hast. Ja. Deswegen kein Uno-Reverse, bitte. Warum, glaubst du, bist du so erfolgreich geworden, wie du erfolgreich bist? Glück, Timing, richtige Leute um mich rum. Wahrscheinlich in der Reihenfolge. Und ich glaube, Glück ist eine Sache, die man auf keinen Fall discounten darf. Es ist immer eine richtige Zeit, ein richtiger Ort und die Wahrscheinlichkeit ist irgendwie immer gering. Und am Ende ist Glück aber, glaube ich, auch eine Sache, die man beeinflussen kann.
[01:17:53] Also so Glück des Tüchtigen sozusagen. Ich glaube, je öfter man es versucht, desto höher ist auch die Chance. Es gibt ja selten Founder, die beim ersten Mal sofort erfolgreich sind. Regulär in die Firma, die ich gemacht habe, in der ich dann finanziell unabhängig geworden bin und die mir viel ermöglicht hat, war meine dritte Company. Nachdem ich in der Schulzeit angefangen habe, einen Computerservice zu machen. Nachdem ich im Studium eine E-Commerce-Firma gemacht habe. So ein dritter Anlauf ist ja immer noch schnell. Also es ist ja immer noch irgendwie so unter den ersten fünf. Wahrscheinlich brauchst du im Schnitt eher fünf bis zehn Anläufe.
[01:18:23] Also deswegen Glück. Dann Timing. Ich glaube, wir hatten da so eine Welle. Ich habe Online-Marketing gemacht für kleine Unternehmen. Zu dem Zeitpunkt war Online-Marketing ein neues Thema. Und es war eine Welle, die einfach größer geworden ist. Also ich glaube, die richtig erwischt. Und das ist auch teils Judgment, teils auch irgendwie Glück. Und das dritte richtige Leute um mich rum. Ich glaube, das ist der entscheidende Faktor, einfach ein Umfeld zu haben. Also A, was einen supportet, von dem ich aber auch lernen konnte.
[01:18:51] Also Founder um mich rum zu haben, die die Probleme schon mal gelöst hatten, von denen ich lernen kann, was ich copy-and-pasten konnte in meine Firma. Das hatte einen ganz großen Einfluss. Das ist spannend, weil das sind ja eigentlich jetzt fast alles äußere Faktoren. Also wenn du sagst, so Glück, Timing und Leute um dich rum. Klar, Glück, das Tüchtigen, das ist ja sozusagen was Intrinsisches. Hast du noch was Intrinsisches? Ja, ich hätte auch Drive. Also ich will auch gewinnen. Ja, warum willst du gewinnen? Ich will die Sachen auch gut machen. Warum willst du gewinnen?
[01:19:21] Na, ich glaube, es gibt ja immer so eine Schattenseite von Motivation. Also geliebt werden durch Anerkennung, durch Leistung. Das ist schon so ein Motiv, was sich durchzieht. Meine Eltern sind beide Lehrer. Du bist in so einem System drin, wo man gejudged wird. So eine Note ist irgendwie was Wichtiges, die Leistung in der Schule. Also du willst jetzt auch nicht irgendwie zu den Unteren gehören. Also so ein Leistungsantrieb war immer da. Und mir macht es aber auch Spaß, die Sachen gut zu machen.
[01:19:49] Also wenn ich irgendwas mache, dann will ich es auch richtig machen. Dann will ich auch Energie reinstecken. Dann will ich auch beweisen, dass ich es besser kann als eine andere Person. Also auch so ein bisschen sportliche Competition. Ja, okay, krass. Ah, spannend. Okay. Gut. Ich habe eine. Ja. Okay, pass auf. Mal gucken. Wenn du dich in den dunkelsten Moment deiner Gründerreise zurückversetzt. Mhm. Wer warst du in dem Moment und was hat diese Person gebraucht?
[01:20:19] Wow, du hast das Deep Talk aber sehr ernst genommen. Wer war ich in diesem Moment und was hat diese Person gebraucht? Ich war in diesem Moment sehr lost. Sehr alleine. Und im Zweifel wahrscheinlich müde, weil ich in solchen Momenten oft Schlafprobleme hatte. Und was habe ich in dem Moment gebraucht?
[01:20:51] Therapie. Und Leute, bei denen ich genauso sein kann, wie ich bin. Oder auch Leute, die an einem dranbleiben. Also weil das ist ja oft so, wenn es einem gar nicht gut geht, dann haben ja manche Leute auch so die Tendenz zu sagen, also ich habe die Tendenz, ich habe immer gesagt, fuck it, ich kann das alleine. Wir brauchen niemanden. Alles scheiße. Ich mache das alleine. Und dann Freundinnen zu haben, die vor der Tür stehen und zu sagen,
[01:21:19] ja, als wir vorhin telefoniert haben und du gesagt hast, nee, es geht dir schon gut, das klang nicht so. Ich bin jetzt hier. Ist das für dich Freundschaft, noch einmal mehr dran zu sein? Noch einmal dran zu bleiben? Ist jetzt hier ja, nein, freigeschlechtig was? Ja, das ist, glaube ich, für mich schon Freundschaft. Also ich glaube, Freundschaft ist für mich, also wirklich tiefe, gute Freundschaft ist ja im Endeffekt so bedingungslose Liebe. Wie ist das bei dir?
[01:21:48] Hast du einen besten Freund? Würde ich nicht sagen. Ich habe so eine Handvoll sehr enger Freunde. Kannst du mit denen über alles reden? Ja, hundertprozentig. Krass. Also weil das ist ja oft so ein Ding bei, also wir sehen das auch voll oft, dass das vor allem bei Männern so ein Thema ist, dass sie so, keine Ahnung, klassische Anekdote, einer hat sich gerade getrennt und die Jungs klopfen irgendwie dreimal auf den Rücken, ey, wird schon Digger. Und nicht darüber reden können. Aber das ist bei dir nicht so?
[01:22:18] Ne, null. Und auch, glaube ich, antrainiert über so Sachen wie EO, Entrepreneurs Organization und so Forum-Formate, wo du dich einmal im Monat triffst und durch eine strukturierte Weise Dinge teilst. Auch eben nicht nur die Business-Themen, so, wie läuft's, Umsatz gut, sondern sagen, was ist denn privat, was ist denn mit dir selber, was ist mit deiner Beziehung, was ist mit deiner persönlichen Weiterentwicklung, deine Spiritualität, wenn das die Leute interessiert, also quasi auf mehreren Dimensionen zu teilen, wo bin ich denn eigentlich gerade
[01:22:47] und ist ja auch so eine Art der Therapie. Ach, das ist kein klinisch-therapeutischen Background, aber diese Formate mache ich seit 15, 16, 17 Jahren so in einer engen Gruppe, teilweise mit Jungs, die seit Anfang an dabei sind, die ich dadurch sehr gut kennengelernt habe. Ja. Okay. Spannend, das finde ich voll schön, ehrlicherweise. Also ich finde, ich wünsche das, was du gerade beschreibst, wünsche ich wirklich allen Leuten. Ich glaube, das ist für mich auch die Überschrift zu diesem,
[01:23:16] so gute Leute um sich rum haben. Das eine ist, Leute zu haben, von denen du lernen kannst. Das andere ist, Leute zu haben, denen du wirklich close bist, wo du sagst, ich rufe dir an, sag mir geht's nicht gut und dann stehen die ja irgendwann auch auf der Matte. Ja. Das ist vielleicht ein guter Test für Freundschaft, diese SMS zu schicken. Hey, komm mal vorbei. Mir geht's nicht gut. Machst du gucken, wie viel auftauchen? Ey, ich glaube wirklich, dass es für mich auch so ein bisschen eine Definition von Freundschaft ist, sich zu sehen ohne einen Plan. Also nicht, wir gehen essen, wir gehen ins Kino, da, da, da, sondern so, meine Freundin Doro kommt bei mir vorbei
[01:23:46] und wir liegen auf dem Teppich. Und dann liegen wir auf dem Teppich und dann quasseln wir. Finito. Da ist nix planen. Oder auch nicht, auch mal Stille zu haben. Ja, das kann ich nicht. Finde ich auch gut. Aber ja. Ich finde es auch, mittlerweile finde ich es gut, mit Leuten abzuhören. Ich rede ja auch so viel. Mit Leuten einfach nichts zu sagen und trotzdem eine gute Zeit zu haben. Ja, voll. Meine Definition von Freundschaft. Können wir nebeneinander sitzen und die Schnatter halten. Nix geredet. Einfach mal die Fresse halten. Ja, gut. Hast du was auf deiner Liste?
[01:24:14] Ja, jetzt hast du so eine tiefe Frage gestellt. Deswegen will ich dir jetzt auch eine tiefe Frage stellen. Gibt es was, was dir gerade zum Glück fehlt? Also ich kann jetzt tausend Sachen nennen, die mir irgendwie fehlen. Von irgendwie Zeit und genug Aufmerksamkeit für einzelne Sachen und Schlaf und und Schlaf und Support mit Kids und also so. Aber am Ende würde ich trotzdem sagen,
[01:24:45] ich bin glücklich und das ist ja auch so eine ich finde, es ist ja auch so eine binäre Geschichte. Also klar, also es ist ein bisschen Null oder Eins. Natürlich sind die ganze Zeit Sachen im Leben, die irgendwie nicht gut sind oder oder oder besser laufen können oder irgendeinen Stress, den ich habe, das habe ich mir aber auch ein Stück weit ausgesucht und es soll ja nichts in meinem Glück ändern. Also ich habe mir immer, als ich meine Company operativ gemacht habe, da war das ja auch eine Rieselscheiße. Kriegst den ganzen Tag da irgendwelche Probleme und das dann irgendwie da Leute in der Organisation, wenn die es nicht lösen können, dann kommt es irgendwann zum Felix und dann kriegst du halt nur die
[01:25:14] die größten Scheißhaufen ab, so in etwa. Da habe ich aber auch immer gedacht, ja klar, ich bin da im Alltag irgendwie maximal unzufrieden, weil ich wollte das jetzt auch nicht aufkehren, den Scherbenhaufen, den ich selber nicht verursacht habe. Also ich bin unzufrieden, aber glücklich, weil es ja trotzdem geil ist, diese Probleme zu haben. Also muss man sich ja auch irgendwie aussuchen und Lust drauf haben, ist ja auch so ein bisschen masochistisch zu sagen, ja es ist Schmerz natürlich wie beim Sport oder in Beziehungen, wo es Reibung gibt oder im Startup-Alltag sind ja nie Sachen,
[01:25:43] das ist ja nie so, dass es total rot läuft, aber ich habe es mir ausgesucht und ich finde es gut. Also deswegen habe ich das für mich unterschieden. Deswegen, ich bin glücklich, fehlen mir praktische Sachen im Alltag. Bestimmt bin ich auch mal kurz unzufrieden in der Eko mit vier Menschen auf drei Sitzen. Aber mir fehlt nichts und ich glaube, das ist ja auch eine Sache, die man sich ein Stück weit aussuchen kann. Das klingt jetzt auch irgendwie doof, aber es ist ja so ein Kalenderspruch, aber ein Stück weit kann man sich es ja auch aussuchen, ob man glücklich ist oder nicht. Zu 100 Prozent, glaube ich auch.
[01:26:13] Also bin ich ganz, ganz großer Fan. Es regt mich auch total auf, dass Leute immer sagen, oh Gründen ist so hart. Ja klar, bist doch auch geil. Ja, ich finde auch so, ja natürlich, also erstens ja, aber das weiß ich selber und wenn du mir das jetzt auch noch die ganze Zeit sagst, dann suche ich mir ja auch die ganze Zeit die Dinge, die hart sind. Und was für ein fucking Privileg gründen zu können. Also so. Sein eigenes Ding machen zu können. Ich denke mir. Vielleicht sogar mit dem Geld von anderen Leuten.
[01:26:42] Ich denke mir das jeden Tag, dass ich bin wirklich, wie glücklich bin ich? Also was? Okay, ohne Reverse finde ich gut. Was fehlt dir zum Glück? Gibt's was? Ähm, ähm, ähm, ähm, was fehlt mir zum Glück? Ich hatte wirklich auch, ne, darüber haben wir auch geredet, ich hatte wirklich auch düstere Zeiten, ne? So diese ganzen drei Jahre, die ich jetzt hier beschrieben habe, so in der letzten Zeit, da bin ich durch eine Trennung gegangen. Meine Mutter war acht Monate im Hospiz, ist gestorben. Ich bin Einzelkind auf ihrer Seite.
[01:27:10] So wirklich harte Scheiße. Ähm, und dabei musstest du den Laden irgendwie zusammenhalten? Ja, und dabei habe ich den ganzen Mist gemacht, über den wir hier, äh, über den wir hier gesprochen haben. So, ne? Ja, also es war wirklich, und gleichzeitig habe ich, ich habe so einen glücklichen Kern in mir drin. Ich habe so, ich bin, und ich bin jetzt auch wirklich gerade so, alles, was so passiert, genau das, wie du das beschreibst,
[01:27:39] so, ja, das sind natürlich nervige Sachen, aber ich schaue mir wirklich, ich wache jeden Morgen auf und denke mir so, let's go. Und das ist... Warum ist das so? Was macht diesen glücklichen Kern aus? Ich glaube, das ist zum Teil Veranlagung und zum Teil habe ich mir das sehr hart erarbeitet. Also... Wie trainierst du diesen, wie trainierst du den, den Happiness-Muskel? Ich glaube, indem du dich also zum Beispiel wirklich immer daran erinnerst und so. Also ich hatte... Ist das nicht auch, du kennst dich mit Studien da besser aus, aber dass Leute,
[01:28:08] die Gratitude runterschreiben und quasi Dankbarkeit formulieren, dass diese Praktik eine ähnliche Wirkung hat wie Antidepressiva, also wie Medizin? Ja, genau das, weil dann halt wieder, also es kommt immer wieder zurück auf diese Prediction-Maschinen von deinem Gehirn. Du fängst ja an, was dieses Gratitude-Journaling mit dir macht, ist, dass du dich den ganzen Tag fragst, was könnte ich denn heute aufschreiben? Das heißt, du suchst den ganzen Tag, wofür könnte ich denn jetzt heute schon dankbar sein? Und wenn du das dann irgendwann mal drin hast, dann hast du, guck mal, ich bin hier angekommen,
[01:28:38] ich bin aufgewacht, ich habe immer einen Strauß Blumen neben meinem Bett. Ich bin aufgewacht, drehe mich um, sehe die Blumen, denke mir, yay. Dann bin ich aufgewacht und denke mir, ich habe gut geschlafen und mein Bett ist gemütlich, da, da, da. Dann freue ich mich über meinen Kaffee, über mein Frühstück, dass ich dich heute sehe. Dann bin ich hierher gefahren durch Berlin. Ich liebe Berlin, dein Team ist super nett. Ich hatte schon so viele Glücksmomente, weil ich mir das antrainiert habe, glaube ich auch. So, ich glaube, glücklich sein ist ein Training und ich finde auch, also so wirklich zu gründen, in Deutschland zu sein,
[01:29:08] all diese Sachen, das allergrößte fucking Privileg, was man hat auf dieser Welt. Wir haben vorhin über die Freeletics-Gründe mit ihrer Fitness-App gesprochen. Die haben mir mal eine Sache gesagt, die hatten so, wie so eine Art Happiness-Meeting im Gründerkreis. Die haben gesagt, wir machen diese eine halbe Stunde, irgendwie, weiß ich nicht, Dienstag 16 Uhr und da gehen wir in ein Meeting und da hypen wir uns nur gegenseitig hoch und erzählen uns, was eigentlich gerade geil ist. Weil Dienstag 16.30 Uhr gehen wir da raus, da sind wir mit der ganzen Scheiße wieder konfrontiert. Aber in der Zeit dürfen wir über nichts reden, was negativ ist und dann müssen wir uns nur gegenseitig erzählen,
[01:29:37] was hier eigentlich gerade geil ist. Was für eine geile Gewohnheit. Ich finde, Was für ein Hack. Mega geil. Führe ich nachher an. Nein, weil ich glaube, ich glaube, das kann man Glück und glücklich sein kann man trainieren. Und ich glaube, dass vor allem, wenn man Gründer oder Gründerin ist und sich oft in so Extremsituationen begibt, das Leben ist immer mit den Glücklichen. Also ach so, in wen will man gerne investieren? Also will man irgendwie niemanden investieren, der da sitzt und sagt,
[01:30:06] doch nicht in den Pechvogel. Ey, also ja, ich glaube, sich Glück anzutrainieren ist so. Du strahlst es aus und dann ziehst du wieder die Leute an. Das ist wie die Kinder in der Grundschule, die so viele Freunde auf der Liste haben. Dadurch schaffst du also so, kreierst du im Business-Kontext auch wieder Opportunities, weil Leute an dich denken. Ja, ich glaube schon, dass du sehr viel da so willing into existence sozusagen sagen könntest. Hast du noch eine? Hast du die Reverse-Karte gespielt? Ich hab sie gespielt.
[01:30:35] Die finde ich spannend. Das ist ein ganz anderes Thema. Stell dir vor, du kannst ein Gesetz erlassen. Irgendeins. Du bist Kurzkönig von Deutschland. Keine Konsequenzen. Du hast unlimited funds. Was braucht Deutschland jetzt? Was würdest du anders machen? Ja, Schüler müssen in der 10. Klasse mandatory in den Sommerferien ein Startup gründen. Okay. Ja, geil. Also so ein Hackathon quasi. Einfach mal zu spüren, wie es ist, eine Idee zu haben,
[01:31:06] ein Team zusammenzustellen, das umzusetzen, ist heute einfacher denn je, eine Webseite zu bauen, irgendeine kleine App zu programmieren, diese Selbstwirksamkeit zu spüren. Ich hab so eine Idee und ich kann das ein Stück weit zur Realität machen. Ja, finde ich. Und da geht es gar nicht so sehr um die Skills, die man dabei lernt. Ich glaube, die sind auch gut. Du lernst, wie man ein Team zusammenstellt, du lernst irgendwelche Tools kennen, du lernst vielleicht, wie du irgendwie am Ende was pitchst und Leute überzeugst. Also ich glaube, da sind auch viele fachliche Sachen dabei, die im Leben helfen. Aber ich glaube,
[01:31:33] vor allem ist da dieser Spirit dabei zu sehen, ja, ich kann was ändern. Ich kann mir was ausdenken und ich kann das in die Welt tragen. Und ich glaube, das ist ein Funke, den ich bei ganz vielen im Nachhinein sehe, wenn ich mit Leuten spreche, mit jungen Leuten, die gerade gründen wollen, frage ich, wo kommt denn das eigentlich her? Und dann erzählen die mir immer so eine Geschichte. Ja, ich war da und ich habe mal diesen Vortrag gesehen und der hat mir erzählt. Bei mir in der Schule gab es mal so einen Hackathon oder ich bin da einfach hingegangen zum Young Founders Network oder so oder zum Code & Design Camp. Es gibt ja so Formate für junge Leute und ich habe gespürt, wie es ist,
[01:32:03] eine Idee in die Welt zu bringen. Ja, Selbstwirksamkeit. Ultrageil. Finde ich sehr, sehr gut. Darf ich dazu gleich noch eine Anschlussfrage stellen? Weil du ja jetzt gerade Kinder hast, ne? Was gibst du denen jetzt gerade mit, damit du für deren Zukunft optimistisch sein kannst? Also optimistisch und für deren Zukunft bin ich gerade, wenn ich die davon abhau, die Treppe runterzuspringen. Ganz hands down.
[01:32:34] Don't die. Oder die Pestizide zu essen, die sie irgendwo finden. Also die sind sehr klein. Also ich stelle mir die Frage natürlich. Die sind jetzt, der eine wird jetzt drei und die Kleine ist ein paar Monate. Also es ist noch nicht so, also es fängt jetzt an mit Parenting. Also so langsam ist jetzt so, ich sage eine Sache und die wird dann irgendwie wahrgenommen oder auch nicht. Und ich glaube auch da, Kinder stellen ja die ganze Zeit Fragen. Ich glaube, du hast das irgendwo geschrieben oder irgendwann habe ich es gelesen, dass so ein Kind irgendwie zwei, drei hundert Fragen am Tag stellt oder so. Und irgendwann haben die Eltern ja keinen Bock mehr und sagen, lass mich in Ruhe. Also irgendwann bist du
[01:33:04] so um 17 Uhr, hast du keinen Bock mehr. Aber ich glaube, da den Spieß umzudrehen, ist cool, eine Gegenfrage zu stellen. Also wenn mein Sohn mich fragt, hier, was ist das? Dann frage ich ihn ja, was glaubst du, was das ist? Und ich glaube, das Spiel kann man ein paar Jahre spielen. Also ich glaube, die Fragen werden komplexer, aber quasi anzuregen, sich doch selber mal die Antwort auszudenken, statt einfach nur Antworten zu konsumieren, ist glaube ich ein guter Skill. Weiß ich nicht.
[01:33:33] Da bin ich jetzt auf einem Terrain, wo ich absolut kein Experte bin bei irgendwelchen Parenting-Tipps. Aber ich probiere A, nicht umbringen und B, dass der Große sich selber Fragen stellt oder probiert eine Antwort zu liefern. Ja, also ich als absolut kinderlose Person finde, das sind fantastische, fantastische Erziehungstipps. Und Vor allem das mit dem am Leben halten. Das mit dem am Leben halten, absoluter Pro-Tipp. Aber ich glaube, auch so sich Fragen, so selber Fragen stellen oder wieder Fragen beantworten,
[01:34:03] das finde ich so wichtig, weil diese Zahl von Fragen, die runter, also die Kinder stellen, die gehen drastisch runter in der Schule. Das war in deinem Buch, oder? Sobald die in die Schule kommen, hast du geschrieben, gehen die Fragen runter. Und nicht, weil die die Antworten kriegen. Genau, sondern weil denen beigebracht wird, dass es so doof ist, Fragen zu stellen oder nervig. Ich glaube, Leute da dran weiterzuhalten und so Neugierde zu fördern in so einer Zeit, in der eh alles crazy ist. Sinnvoll. Gut, nehm ich. Nehm ich an. Okay.
[01:34:32] Welche Frage hat dich selbst sprachlos gemacht? Wenig, also du merkst vielleicht, ich bin selten sprachlos. Ich glaube, schon lange nicht mehr, aber es gibt ja so Momente, wenn Leute einen fragen, wie geht's dir? Und die erwischen dich gerade auf so einem, auf einem wackeligen Bein und dann bist du einfach so, ich weiß auch nicht.
[01:35:03] So. Ich finde so ein ehrlich gemeintes, wie geht's dir von jemandem, der nah an einem dran ist, kann manchmal schon ziemlich fetzen. so und, ähm, aber ansonsten haben mich Fragen, haben mich Fragen noch nicht so richtig sprachlos gemacht, aber ich will jetzt einmal ohne Reverse machen, weil ich die Frage so spannend finde und ich mich frage, wie du darauf gekommen bist. Also, weil welche Frage hat dich denn sprachlos gemacht?
[01:35:33] Ich hatte mal, kennst du Nawal, diesen Investor Guy, der auch quasi so Hobbyphilosoph ist und guten Content produziert, der hat mal in einem seiner Content Pieces die Frage in den Raum gestellt, ähm, wenn du so intelligent bist, wieso bist du unglücklich? Mhm. Und die Frage fand ich so sharp, weil er das dann beantwortet mit, der eigentliche Intelligenztest ist, ob du im Leben das bekommst, was du willst, äh, quasi und viele Leute
[01:36:02] bekommen irgendwelche externen, ähm, Ergebnisse, Money, Fame, was auch immer, irgendeine Company, die funktioniert, aber sind im Kern unglücklich. Das ist ja die andere Seite. Vielleicht kennen du und ich Leute, die, die objektiv total erfolgreich sind und es irgendwie geschafft haben, was auch immer das bedeutet, aber den ganzen Tag unglücklich sind. Und das ist ja quasi Intelligenztest verloren, zu sagen, gut, vielleicht habe ich mir das falsche Ziel gesetzt, vielleicht habe ich auf dem Weg doch was anderes gemacht und über die Frage habe ich lange, äh, nachgedacht, was das denn eigentlich bedeutet? Also sich im Grunde das richtige Ziel zu setzen.
[01:36:31] Und was ist dein Ziel? Balanciert zu sein, glücklich zu sein, nicht Business über alles zu stellen, ähm, also Unternehmertum zu integrieren, als eine von vielen Disziplinen. Das habe ich irgendwo aufgeschnappt, hat mir jemand gesagt, äh, so das Leben ist ja wie so ein Zehnkampf, gell? Also so, ähm, und eine dieser Disziplinen ist, äh, seine, seine Zahl zu hitten und irgendwie seinen Raum zu füllen und den, den, den Spielbestseller vielleicht zu schreiben oder, äh, x Euro EBIT zu machen,
[01:37:01] äh, oder also so, das ist ja so eine Säule und die andere ist aber vielleicht seine Kinder ist, was du gerade, also so, all diese Disziplinen kommen ja zusammen und das fand ich für mich eine gute Weiterentwicklung, weil als ich meine Firma aufgebaut habe, da hatte ich eine Säule, da hatte ich eine Disziplin, das war, mach diese Firma erfolgreich, äh, komme was wolle. Ich hatte wenig Freunde, ähm, ich habe außer, die waren auch alle bei mir angestellt, ähm, top, top,
[01:37:31] ähm, ich war körperlich völlig unfit, ich war nicht ausgeglichen, äh, und, ist auch okay, also ich will es überhaupt nicht jetzt, äh, ich will es überhaupt nicht negativ darstellen und ich glaube, es ist auch ein guter Trade-off, so, ich habe die Firma in meinen Zwanzigern, äh, gemacht und ich habe, äh, ein Stück meiner Zwanziger eingetauscht für sehr viel Freiheit, die ich jetzt, Dreißiger und, Vierziger und, Fünfzigern, äh, haben werde. Ich finde den Trade-off total okay und es ist auch lucky, dass es, äh, geklappt hat ein Stück weit, aber ich glaube trotzdem jetzt, äh, so die Perspektive zu haben, ja, es gibt Business, aber ich würde das jetzt nicht, äh, über alles stellen. Ja,
[01:38:01] aber das finde ich so spannend, dass du das sagst, weil, ich glaube, das ist so einer dieser, es gibt so unteachable lessons, weißt du, was ich meine? So, Chris Williamson. Ja, ja, ja, Der redet da drüber auch. Ja, genau, so dieses, also zum Beispiel, wenn man mir jetzt in meiner Lebensphase sagen würde, ha, du musst jetzt aber irgendwie mal hier, jetzt arbeite doch mal ein bisschen weniger, so, oh, chill mal doch ein bisschen mehr, okay, wie soll ich sagen, ja, fuck off, so, auf gar keinen Fall, so, passiert nicht, weil,
[01:38:32] ähm, so, ich muss das, glaube ich, selber lernen, dass, ähm, dass man dann vielleicht irgendwann sagen muss, ja, okay, das war jetzt ein Trade-off und ich gehe jetzt mal in den Wald oder weiß der Kuckuck was. Also, Teacher Belastungs, das sind so die Kalendersprüche, die du liest, die irgendwie Sinn machen, aber mit dir in dem Moment vielleicht nicht resonieren und du musst selber einmal durchgegangen sein. Ja, genau, so dieses, Geld macht nicht glücklich. Mhm. Ja, sag ich dir dann, wenn ich welches habe, ob mich das glücklich gemacht hat oder nicht, so, ne, also, was ich auf jeden Fall sagen kann, keins haben macht unglücklich. Keins. Also, so,
[01:39:02] ähm, das sind, glaube ich, so Sachen, da muss man selber durchgehen. Okay, das finde ich spannend. Ähm, du definierst ja deine Persönlichkeit schon sehr, sehr, sehr, sehr stark durch das Unternehmersein, ne? Hoffentlich über die Zeit weniger, aber ja. Ja, aber also warum eigentlich hoffentlich über die Zeit weniger? Na, ich glaube, weil es davor schon zu stark war. Also, so diese singuläre Fokus auf eine Sache, so, hab ich gebraucht, um, um das, das Spiel einmal zu spielen und es irgendwie auch ein Stück weit zu,
[01:39:32] ähm, zu, zu knacken. Und ich will das Spiel auch weiterspielen, weil es mir einfach Bock macht. Äh, also ich find's total cool, diese 0 oder 1 Phase, Firmen zu starten, wir haben vorhin drüber geredet, mit Gründern zu arbeiten, meine Freunde sind eh alle, äh, Founder, äh, und deswegen will ich mich auch mit Leuten umgeben, die irgendwas Cooles, äh, machen, von denen will ich wieder lernen, so, das ist eine Sache, die mich, ähm, antreibt, also, ich glaube, ich will mich mein ganzes Leben mit Foundern umgeben und anspannen, und Companies arbeiten und neue Sachen in die Welt setzen. ich glaube, Unternehmertum ist so die, die positivste Kraft in der Gesellschaft, so,
[01:40:02] weil alles, was hier irgendwie steht, was erfunden wurde, wurde ja von, von einer Person irgendwann, äh, aus einer Idee zu einer Realität, äh, gemacht, ähm, deswegen macht's mir Spaß, dieses Spiel zu spielen. Muss ich da für alle anderen Lebensbereiche opfern? Meine Gesundheit, jetzt nicht mehr, so, seh ich jetzt anders, äh, wie alt bin ich? Bin so Ende 30, bin so, ähm, 38, 9, entweder 38 oder 39, da seh ich jetzt nicht anders. Das ist so das Alter, in dem man vergisst, wie alt man ist.
[01:40:32] Ähm, darf ich da eine Anschlussfrage zu stellen? Weil du's bist. Weil du so gut in Fragen bist. Ja, aber ich find das so spannend, weil, wenn du sagst so, du willst dich mit Foundern umgeben, weil das, warum, also, ich teile das, Founder sind irgendwie andere Menschen, aber warum? Also, du hast, glaube ich, mehr gesehen als ich. So, was ist an Foundern so toll? Hm,
[01:41:03] also, was mich anzieht an diesem Mindset ist, so dieses Rebellische, was nicht zu akzeptieren und ändern zu wollen. Mhm. Ich glaube, ich mach auch viele Sachen aus so, also, ich bin total allergisch gegen Mittelmäßigkeit und gegen Produkte, die schlecht sind. und Sachen, die nicht funktionieren. Ich denk mir dann so, ich muss das irgendwie lösen, ich kann das besser und dann irgendwelche Ideen. Ich bin schon wütend auf Sachen, die einfach nicht gut,
[01:41:33] die nicht gut gelöst sind, die irgendwie doof sind. Und das hat ja auch was Rebellisches, zu sagen, nee, es gefällt mir einfach nicht, wie es ist und ich ändere das jetzt. Weil es gibt diese Miesepeter, die einfach sagen, ja, ist alles scheiße, aber damit ist ja auch niemand geholfen. Und die Energie dann zu sagen, ja, ist scheiße, aber in jedem Problem liegt ja auch eine Opportunity, diese Energie, die resoniert mit mir. Ja, das fühle ich sehr. So dieses Miesepetri, damit kann ich auch gar nichts anfangen. Und auch spannend, als Lehrerkind rebellisch zu werden. Ja, ich glaube,
[01:42:02] das ist so mein Rebellentum gegen, ja, so Beamtentum, das kann ich mir nie vorstellen können. Ja, und also ich war mal in Estland und da habe ich eine der Wirtschafts-, eine der, ja, wie sagt man, Staatssekretärin aus dem Wirtschaftsministerium kennengelernt und die war irgendwie Anfang 30 und die hat gesagt, die war vorher bei Meta und die hat gesagt, ja, ich will halt schneller und agiler arbeiten. Und deswegen arbeite ich für den Staat. Only in Estland. Only in Little East. Ja, es ist Estonia. Estonia. Only in Estonia.
[01:42:32] Ja, aber also, ich fühle das total, aber ich glaube, das hat einfach auch damit zu tun, so wie unser System gerade aufgesetzt ist, weil eigentlich fände ich es ultra geil, was Cooles zu machen für Deutschland. Aber halt so nicht. Das ist ja scheiße. Hast du für dich so eine Founder-Peer-Group gefunden? Und wenn ja, wie hast du das gemacht? Also ja, habe ich immer mehr. Ich glaube, ich habe am Anfang, also ganz am Anfang,
[01:43:02] habe ich glaube ich so ein bisschen den Fehler gemacht, den viele Leute machen, dass die irgendwie versuchen, auf Leute zuzugehen, die schon 15 Schritte weiter sind als sie. Und sich einfach so zu denken, so ein bisschen, vielleicht kann ich das System damit hacken, indem ich jetzt irgendwie von dir, indem du jetzt meine Mentorin wirst oder mein Mentor und mir irgendwie sag, wie es geht. andere Kategorie und das kann total helfen
[01:43:31] und genau gleichzeitig sind das Leute, die dir eben nicht sozusagen im einzelnen Schritt helfen können, sondern die dir helfen, so das Big Picture zu malen. Das ist auch super hilfreich, aber so Peer-Group-mäßig habe ich mich da glaube ich so ein Stück, also ich habe lustigerweise das große Glück, dass meine beste Freundin aus Schulzeiten hat irgendwann gegründet, deren beste Freundin hat irgendwann gegründet und irgendwann so ist so mein ganzes Umfeld,
[01:44:00] war auf einmal dann doch ein Startup-Umfeld. Das habe ich so gar nicht kommen sehen, aber so und dadurch hatte ich das halt voll nah an mir dran und mit Leuten, mit denen ich schon eine ganz große urvertraute Beziehung hatte und jetzt ist es gerade wirklich so, dass ich mir so Stück für Stück Leute finde, die in einem ähnlichen Space sind, die Dinge machen, die wir Wie findest du die? Oft dann auf einem Event und dann sitzt man nebeneinander oder hier, kennst du mal den
[01:44:29] und triff dich doch mal mit der Person und so oder so über zum Beispiel jetzt eine Person, die einfach mir gerade super super viel helfen kann, so in den ersten Schritten kam halt auch über einen unserer Angel-Investoren, der meinte hier, die ist auch in meinem Portfolio, red mal mit der, so. Das ist eigentlich auch eine gute Frage, die man stellen kann, gell? Ey, sag mal, mit wem soll ich denn reden? Also Leute, die bei diesen Networking-Events schon seit Jahren sind und so einen guten Überblick haben, sagen, du weißt, was meine Situation ist, mit wem soll ich sprechen? Ja, ja, total. Also wirklich genau, sowas fragen, sich da immer irgendwie Import holen. Genau, also es wächst bei mir
[01:44:59] schon sehr so auf einer persönlichen Ebene. Ich bin da so, ich bin ein Slowburner. Ich muss Leute eine Weile kennen und dann ist es aber wirklich so, boah. Und da habe ich jetzt wirklich eine Netzwerk an so fünf, sechs Leuten, wo ich sagen würde, ich kann die zu allem anrufen und die können mir auch mit allem helfen. Also wenn ich ihnen sage, hier, wir haben gerade ein Product-Thema, dann die eine Person kann sogar relativ gut Product, aber die kennen dann auch wieder 15 oder Fundraising oder so. Und die sind aber, das sind, für mich sind das in dem Fall Freunde first. Ja.
[01:45:29] Und das ist dann cool, dass wir in der gleichen Bubble sind und so, aber weil nur so kann ich die ultimativen Ratschläge bekommen, die ich brauche. weil die halt das ganze Bild haben. Und das ist sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr wertvoll. Also Game-Changing wertvoll. Bin ich auch unfassbar dankbar für. Hat so ein bisschen seine Zeit gebraucht, aber da habe ich jetzt. Ja. Ich überlege immer, ob man da mit Foundermode auch was machen könnte, weil wir haben ja diese Community, da sind Leute drin.
[01:45:58] Ich überlege die ganze Zeit, könnten wir nicht so eine Art Timelift für Founder bauen, dass sie sich offline treffen, gerade in Städten. Ich meine, in Berlin, du kannst auf diese Events gehen, hier ist jeden Tag irgendwas, da können Leute kennenlernen, aber wenn du vielleicht in Nürnberg, in Kassel, in Osnabrück, in Bremen, wo auch immer, sitzt, da ist vielleicht gar nicht so einfach, diese Peergroup zu finden. Und ich überlege, kann man das irgendwie für Founder kuratieren? Kleine Events, weil ich bin auch mit diesen Riesen-Events, da gibt es ja so Web-Summit und diese Monster-Dinger, da sind dann irgendwie eine Quadrillion Menschen in irgendwelchen Messehallen und Speaker und Stände
[01:46:27] und das ist mir alles zu viel mittlerweile. Und ich überlege mir, was ist das Gegenteil davon? Was ist das kleinste Event, was du organisieren kannst? Das sind zwei Personen, die irgendwo sitzen, vielleicht kann man irgendwie nochmal vier dazunehmen, dann sind sechs, aber das ist so überschaubar. Kann man sowas kuratieren? Ja, das finde ich eine ziemlich coole Idee. Ich glaube, das macht natürlich dann Sinn auch, dass man irgendwie Leute zusammensitzt, die so in einer ähnlichen Stage sind oder so, dass es irgendwie auch relatable ist. Und alle Offenheit-Founder sind ja dann auch immer über ihren Bereich sehr obsessed. Also no offense,
[01:46:57] aber wenn ich neben jemandem sitze, der mir was von B2Bs erzählt, dann muss die Person schon sehr lustig sein. Dass du bleibst. Ja, also weißt du, wenn man sich sozusagen über ein Thema unterhält, thematisch, dann ist es... Ich denke gleichzeitig, ich habe immer bei diesen ganzen Founder-Events, wo ich war, so ist es doch einfacher, dann Common Ground zu finden, weil wenn es nicht B2Bs ist, kannst du trotzdem sagen, ja gut, Hiring, wie machst denn du das? Und dann bist du wieder, okay, das habe ich auch das Thema. Genau. Also Culture. Okay, welche coolen Bücher gibt es denn zum Thema Unternehmenskultur? Weil meine ist echt abgefuckt.
[01:47:27] Ja, ja. Meine Mitarbeiter hassen mich. Niemand mag mich. Dich auch nicht? Die finden meistens Themen. Ja, ja, ja, stimmt. Du hast schon recht. Ich glaube, es gibt manchmal so Phasen, wo man, ich bin gerade so themenobsessed. Und es gibt so Phasen, wo man dann irgendwie auch immer die ganze Zeit über sein Thema reden will. Und ich glaube, ich würde anderen Leuten auch, ich glaube, so ein B2B-Sass-Gründer
[01:47:57] selbst neben mir und würde dann nach Hause gehen und sagen, oh, die Alter hat nicht aufgehört, über Einsamkeit zu reden. Das interessiert mich gar nicht. Was meint sie damit? Ja, nee, aber das, nee, ich finde das wirklich gut, weil es ist ja so spannend, weil so Gründen gibt ja trotzdem irgendwie immer noch so, das ist ja eigentlich fast so was Archaisches, so Wissen wird von Person zu Person weitergegeben. Es gibt ja so wenig institutionalisiertes Wissen beim Gründen. Deswegen ist ja so
[01:48:26] der Peer-Austausch so wichtig. Weil du halt wirklich so, du hast so deine Stammesältesten und die sagen dir so ein bisschen, wie es läuft. Dann hast du so Unterhäuptlinge, die irgendwie schon mal drei Schritte weiter waren. Aber es ist ja wirklich so, Wissen wird da noch total viel von Person zu Person weitergegeben. Ja, viele Anekdoten. Wer kennt einen guten Steuerberater? So, wie hast du deine Culture gemacht? Und so. Es ist ja so durchgelebte Erfahrung. Es ist ja eigentlich ein total interessantes Phänomen von Wissenstransfer in dieser Bubble. Ja, total, total. Auch der Grund, warum es so schwierig ist,
[01:48:56] das an der Uni zu lehren. Ja, ja, genau. Es gibt kein Intranet, kein Wiki für, weil es ja immer, du dann doch auf die Situation zugestimmt sein musst. Ja, du musst den Kontext sehen und der Stammesälteste hat dann irgendwie Erfahrung, aber die ist dann 15 Jahre her. Jetzt leben wir in dieser ganzen AI-Welt, wo eh alles anders ist und von TikTok hat der auch keine Ahnung. So geht es mir dann oft. Aber deswegen kann man auch von Jungen wieder lernen und ich glaube, das ist die Aufgabe von Gründern und Gründerinnen, sich diese ganzen Informationen zu holen und dann für sich aber zu verarbeiten, zu überlegen, was ist jetzt für mich relevant? Welche Nuggets nehme ich mir raus
[01:49:26] und implementiere ich und welche nehme ich zur Kenntnis, aber ignoriere ich. Ja, total. Es ist eigentlich super. Es ist so sehr ja, tribal, möchte ich sagen. Tribalism, der Founder Tribalism. Der Founder Tribe. Okay, pass auf, wir kommen so ein bisschen zum Ende. Gut. Aber ich habe noch, ich habe eine Idee wegen diesen guten Fragen. Das habe ich von Diary für CEO geklaut. Ja. Der macht das immer. Am Ende kannst du als Gast dem Nächsten, ohne zu wissen, wer das ist, eine Frage stellen. Sollen wir das mal ausprobieren? Ja, lass uns das ausprobieren. Also,
[01:49:56] eine Frage, eine Frage an den nächsten Gast. Das ist übrigens ein B2B-SaaS-Founder. So viel verrate ich. Liebe Gräte. Aber mehr Infos kriegst du nicht. Was ist das Interessanteste, was du in den letzten vier Wochen gelernt hast? Was ist das Interessanteste, finde ich super. Okay, nehme ich direkt mit. Der kommt und der hat bestimmt eine spannende Antwort. Und dann kann der die nächste Frage stellen an die nächste Person. Machen wir so die Podcast-Variante von Kettenbrief. Das wollte ich schon immer mal ausprobieren. Geil, Kettenbrief früher. Das war auch gut.
[01:50:25] Habe ich nie weitergeleitet. Echt? Du warst die Person, wo du stehen geblieben bist? Wo du stehen geblieben bist. Lass mich damit scheiß in Ruhe. Wenn sich jemand bei dir melden soll, wo finden Leute dich? Und wer soll sich melden? Also, Leute finden mich vor allem jetzt in dem Kontext super gerne bei LinkedIn, weil Instagram und so geht unter. Und wer soll sich melden? Leute, die mir helfen können. Leute, die
[01:50:55] irgendwas hier gehört haben und gesagt haben, ich weiß, wie das geht. Ich habe das schon mal gemacht. Product, App, Marketing, Internationalisierung. Leute, die das Thema spannend finden und sagen, ich habe gerade keine Ahnung, wie ich dir helfen kann, aber ich finde es ultra geil. Und das ist gut. Jetzt haben die Leute schon ein, zwei Stunden durchgehört. Wer jetzt noch dran ist und das hört, der hat sich schon qualifiziert. Der ist eigentlich schon tief committed. Und solche Leute dürfen sich wahnsinnig gerne melden.
[01:51:24] Es darf sich eigentlich jeder melden. Aber gerade ist Zeit bei mir ein bisschen knapp. Manchmal unterbrichst du den Kettenbrief, aber manchmal antwortest du auch. Manchmal unterbreche ich den Kettenbrief und manchmal antworte ich auch. Aber Leute, mit denen das resoniert hat und die auch so, die daran glauben, an dieses Menschliche und an Freundschaft und die das Ende der Einsamkeit haben wollen. Können Sie sich melden auf LinkedIn unter Lili Vogelsang. Lili Vogelsang. Wer soll sich nicht melden? Die AI. Auf gar keinen Fall die AI. Die AI-Friends. Die AI-Friends und ansonsten
[01:51:54] everybody's welcome. Sehr cool. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es hat mir so viel Spaß gemacht. Ich habe viel gelernt. Dankeschön. Es war ein richtig gutes Gespräch. Ich will auch Gespräche, keine Interviews, also das mal hingekriegt. Ja. Danke für deine tollen Fragen. Danke für deine tollen Fragen. Es hat mir so viel Spaß gemacht. Ich finde es ja auch so schön, vielleicht können wir das noch ganz kurz aus dem Nähkästchen plaudern, wie das eigentlich zustande kam, dass wir hier zusammen sitzen, weil ich ja angefangen habe, deinen Podcast zu hören, weil ich die Folge mit Janett auf ihrem Instagram-Profil gesehen habe und dir dann gesagt habe, wie cool ich,
[01:52:23] also ich bin dir ja einfach kalt mit einem Kompliment in die Instagram-DMs geslidet und habe einfach gesagt, ich finde deinen Podcast cool. Ja. Naja, hey cool, du wurdest mir irgendwie vorgeschlagen. Von Diana zu Löwen. Von Diana, die auch schon mal ein Podcast war. Ganz toll, vielen herzlichen Dank. Die gesagt hat, wenn du mit jemandem sprechen musst, dann ist es die Lilly. Schau dir die mal an. Das finde ich total nett. Dann dachte ich so, ist es die, die mir da geschrieben hat? Also wirklich am gleichen Tag oder einen Tag versetzt oder so. Oh Mann, Diana, das ist wirklich cool. Da hat uns das Universum irgendwie zusammengebracht. Da hat uns das Universum zusammengebracht.
[01:52:52] Beziehungsweise die Creator Economy und Diana zu Löwen und Janett. Ja, wirklich die Creator Economy in dem Fall. Und ich glaube, das ist vielleicht so ein bisschen so, also so, dass ich hatte ja einfach, ich wollte dir einfach nur sagen, ich finde es toll, was du machst. So und ich glaube, das ist was, was Leute, jenseits von wie Netzwerk man und so, ich glaube einfach, ohne Hintergedanken, ab und zu Leuten sagen, hey, ich finde es geil, was du machst. Das ist einfach so, so wichtig und man vergisst es oft. So ein bisschen wie früher auf der Mädels Toilette im Club.
[01:53:21] Da hat man sich auch gesagt, oh, du siehst so schön aus und dann war man für fünf Minuten beste Freundin. Das war so toll und ich glaube einfach, einfach ab und zu random Leuten sagen, ich finde es cool, was du machst. Dann wird es Leben besser. Wird es Leben besser, wie bei den Grundschulkindern. Wenn man viele Sachen mag, dann kommt es auch irgendwie zurück. Ja. Vielen Dank, dass du da warst. Dankeschön Felix. Vielen, vielen Dank.

