Das teuerste Paket kostet 16.900 Euro. Jan K. Hennigs (Arzt) und Jürgen Mehrtens (Geschäftsführer) bauen mit YEARS eine Longevity-Klinik in Berlin: knapp 2 Millionen Euro Umsatz im Jahr und ausgebucht. Wir sprechen über das Geschäftsmodell hinter der Klinik und darüber, was bei Longevity wirklich wirkt. Du erfährst, welche unentdeckten Krankheiten sie bei scheinbar fitten Foundern finden, was an Peptiden, Abnehmspritzen und Testosteron dran ist und warum Schlaf der größte Hebel von allen ist.
00:00 - Trailer & Intro
04:46 - Was beim Check-up passiert: 3D-Scan, Labor, Hirnleistungstest, MRT
09:40 - Unentdeckte Krankheiten: Was YEARS bei der Hälfte der fitten Patienten findet
13:44 - Die Klinik-Zahlen: 1,5 Millionen Euro Aufbau, knapp 2 Millionen Umsatz
15:58 - Marketing für eine Klinik: Empfehlungen, Influencer und warum Angst klickt
28:22 - Die Basics: Sport, Ernährung und Schlaf als größter Hebel40:25 - Peptide: Was sie können und warum der Kauf über Telegram riskant ist
47:42 - Eisbad, Sauna, Rotlicht, IV-Drips: Was die Studien wirklich zeigen
01:01:16 - Abnehmspritzen: Wie GLP-1 wirkt und warum man es dauerhaft nehmen muss
01:33:02 - Das Datengeschäft: Warum die Klinik nur der erste Schritt ist
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[00:00:00] Das krasseste ist, dass wir bei sehr vielen Menschen körperlich fit unentdeckte Stoffwechselerkrankungen haben. 20-30 Prozent der Patienten sind Gründer, Gründerinnen. Gerade Founder fallen in diese Gruppe, die ich beschrieben habe. Die powern durch. Ich habe den Eindruck, dass vor allem Founder durch sehr, sehr viel Sport sehr, sehr viel kompensieren wollen. Ich finde, man merkt bei vielen sehr erfolgreichen Leuten, dass sie versuchen, alles zu optimieren und versuchen dann natürlich auch Gesundheit zu optimieren. Der allergrößte Hebel und der allergrößte Hack ist ***.
[00:00:27] Heutzutage hat jeder irgendwo seinen Peptides-Dealer, den er über Telegram kontaktiert und du weißt einfach nicht, was du kaufst. Da gibt es keinen Beweis, dass es wirklich funktioniert und auch kein Beweis, dass es nicht schädlich ist. Die gesamte Longevity-Szene ertrinkt in Anekdoten. Jeder hat seinen Stack, jeder hat seine Wunderwaffe. Aber wir brauchen wirklich harte Daten. Bei uns ist es so, dass die Klinik unser zweites Businessmodell bedingt. Wir wollen ein Verlaufsdatenset von Aging Biomarkern bauen. Das teuerste Paket kostet bei euch 16.900 Euro. Wie viele Lebensjahre kaufe ich mir damit?
[00:01:01] Jan, Jürgen, cool, dass ihr hier seid. Wir reden über das Business of Longevity und die Science of Longevity. Ihr macht die Years Clinic zusammen, die Longevity Clinic in Berlin. Und das teuerste Paket kostet bei euch 16.900 Euro. Wie viele Lebensjahre kaufe ich mir damit? Muss ich dich fragen, Jürgen, als BWLer oder dich, Jan, als Mediziner? Willst du anfangen? Ja, kann ich machen. Gute Frage. Jürgen, der BWLer. Genau, der Jurist. Der Jurist, sorry. Hobby BWLer.
[00:01:31] Aber die Frage kriegen wir vor allem von Unternehmern relativ aufwitzigerweise. Können wir natürlich nicht pauschal beantworten. Ich glaube, da kann ich mal ganz gut an Jan übergeben. Der kann das ein bisschen mit Hintergrund führen. Genau, also wir vergauen natürlich keine Lebensjahre. Es geht darum, dass wir versuchen, Menschen zu ermöglichen, ihre Risiken besser zu verstehen. Und das große Problem ist ja, dass wir alle altern.
[00:02:01] Und ganz viele von diesen altersbedingten Erkrankungen sind eigentlich früh erkennbar und auch früh verhinderbar. Und wenn es Veränderungen gibt, tatsächlich auch noch früh wieder umkehrbar oder zumindest deutlich stark bremsbar. Und ein Problem, das wir haben in der Medizin ist, dass wir einfach häufig nicht gut genug hingucken. Und was wir versuchen mit JIRS, ist, dass wir genau das ermöglichen. Dass man versteht, wo stehe ich, dass man unentdeckte Risiken aufdeckt.
[00:02:30] Und dass man dann sagen kann, okay, hier muss ich eingreifen. Und das große Paket hat den Kern genauso wie das kleine Paket. Genau dieses Risikoprofiling in den klassischen klinischen breiten Körperfunktionen von Kopf bis Fuß. Aber was dazu kommt, sind so Forschungsnahleistungen, wo wir noch gar nicht genau wissen, was für einen Anteil hatten das. Was bedeutet das, Forschungsnahleistungen? Naja, also zum Beispiel kommt ein Genetikpaket dazu.
[00:02:56] Da kommt die Epigenetik dazu, wo wir diese biologischen Uhren mit berechnen können zum Beispiel. Was Forschungstools sind. Das sind noch keine klinisch etablierten Verfahren, die uns wirklich richtig mit großer Evidenz nach vorne bringen. Aber das sind spannende Konzepte. Und die bieten wir damit da an und ermöglichen so einen Zugang zu solchen Systemen. Und die sind natürlich, weil sie neu sind, sodass die auch ein bisschen mehr kosten. Ein bisschen mehr kosten, okay.
[00:03:23] Und du Jürgen, Hobbyjurist und Profijurist und Hobby-BWLer. Wie kommst du, dass du eine Longevity-Klinik leitest? Gute Frage. Ursprünglich wurde ich mal von Nils von Apollo Health angerufen, gefragt. Euer Hauptgesellschaftler. Genau, Hauptgesellschaftler. Ob ich das machen möchte, ob ich das machen kann. Habe ich es mir angeschaut und fand es super spannend. Aus zwei Beweggründen eigentlich.
[00:03:50] Erstmal finde ich das Business sehr spannend. Nicht entspannt. Nicht entspannt. Reden wir gleich drüber. Aber ich hatte vorher den Eindruck, dass dieser ganze Healthcare-Markt ein bisschen eingerostet ist. Irgendwie oftmals langweilig scheint. Seit Jahren die gleichen Strukturen hat.
[00:04:12] Und ich habe mir gedacht, dass man eigentlich viele Logiken aus anderen Bereichen, aus dem E-Commerce, ganz gut vielleicht rein transportieren könnte. Und dadurch das Produkt als solches vielleicht spannender machen könnte. Und andererseits, jetzt so nach eineinhalb Jahren, seitdem ich bei Years bin, finde ich es schon auch ein cooles Gefühl, Leuten irgendwo helfen zu können und einen echten Mehrwert generieren zu können.
[00:04:42] Das habe ich vorher in meinen vorigen Themen nicht so gefühlt. Okay, okay. Und jetzt konkret, ich buche jetzt mal das Evolve-Paket. Das ist das mittlere. Kostet 7600, steht bei euch auf der Webseite. Ich komme morgen in die Klinik. Was passiert? Minute für Minute. Was geht da ab? Wen sehe ich? Also, soll ich es kurz erzählen? Das ist wahrscheinlich am einfachsten. Du kommst an, du wirst begrüßt von einer von unseren MFAs, die dann den ganzen Tag für dich zuständig ist.
[00:05:08] Die führt dich in deine persönliche Suite, wo du den Hauptteil des Tages verbringst. Weil die Idee so ein bisschen ist, wir wollen eigentlich, wollen wir richtige evidenzbasierte Präventivmedizin machen. Aber wenn man den Begriff Präventivmedizin nennt, dann fallen alle Leute um, weil es so stinklangweilig ist. Und was wir gesagt haben, wir wollen es ein bisschen spannender machen. Wir wollen den Patienten in die Mitte stellen und wir wollen natürlich ganz genau hingucken. Also, du hast deine eigene Suite. Wir haben das ein bisschen umgestellt. Du bist in der Suite.
[00:05:35] Du fängst an, ziehst dich um, kommst erstmal an, richtest dich ein bisschen ein. Dann kommst du, dann nehmen wir dich mit. Einmal kurz für die Vermessung. Es gibt einen 3D-Scan von deinem Körper. Es gibt einen Avatar, den wir dann auch nutzen können, um zu zeigen, wie verändert sich dein Körperbau über die Zeit im Rahmen des Programms. Dann kriegen wir eine Lungenfunktion, wird gemessen. Da wird auch gemessen, ob die Bräunchen entzündet sind.
[00:06:01] Und wir machen Fotos von deinem ganzen Körper, von der Haut, um zu schauen, ob es dort Auffälligkeiten gibt im Rahmen des Krebs-Screenings mit so einem automatisierten System und einer AI, die das vorauswertet. Und du bekommst Ultraschall, du bekommst natürlich deine klassischen Vitalparameter, messen wir auch. Ultraschall wirklich von Kopf, von den Hals, Schlagadern, Herz, Ultraschall, Bauchultraschall, Ultraschall der Beingefäße.
[00:06:27] Dort zu schauen, sind dort irgendwelche Risikofaktoren, Veränderungen schon zu sehen, die nicht da sind. Großes Labor wird abgenommen, ganz am Anfang. Jeder, der zu uns kommt, bekommt auch einen sogenannten oralen Glucose-Toleranz-Test. Und wir schauen, du kriegst eine definierte Menge Zucker zu trinken. Und dann schauen wir zum Zeitpunkt 0, zum Zeitpunkt 1 Stunde, zum Zeitpunkt 2 Stunden, wie verändert sich der Zuckerwert in deinem Blut.
[00:06:54] Als Hinweis, ob dein Glucose-Stoffwechsel in Ordnung ist, ob da eine Insulinresistenz dabei ist, das messen wir mit. Prädiabetes wollen wir so detektieren. Wir bitten dich, dass du uns ein paar Proben gibst für unsere Biobank und für unser Labor, das wir vor Ort haben. Wollen wir dann versuchen, Proben zu asservieren. Können wir vielleicht gleich noch darüber sprechen, weil wir verstehen wollen, was führt zur Alterung.
[00:07:18] Weil wir verstehen wollen, auch weiter, wo können wir vielleicht noch früher ansetzen, neue Risikofaktoren identifizieren. Dann kriegst du einen neurokognitiven Funktionstest. Was heißt das? Das heißt, du kriegst eine richtig große Batterie, 45 Minuten. Wie ist deine Reaktionsgeschwindigkeit? Wie kannst du bestimmte komplexe Hirnfunktionen... Ich muss da Rechenaufgaben lösen bei euch. Zum Beispiel, ja.
[00:07:48] Und Luster erkennen und genau solche Sachen. Emotionen erkennen. Emotionen erkennen, das ist auch richtig, genau. Das gehört dazu. Das ist ein computerisierter, standardisierter Test. Herzratenvarianz wird gemessen. Die Spiroergometrie haben wir natürlich auch noch dabei. Also die VO2-Max-Bestimmung. Da sitzt ich auf dem Fahrrad? Da sitzt du auf dem Rad und powerst dich aus. Das ist natürlich für uns... Klingt anstrengend, der Tag bei euch. Der Tag ist relativ anstrengend, weil das erstmal so ein 5-6-Stunden-Paket ist, das du da hast. Das ist...
[00:08:16] Kurze Pausen haben wir natürlich auch, dass du ein bisschen was essen kannst zwischendrin. Duschen ist dabei. Und dann gibt es zum Schluss das MRT noch im Rahmen des Evolve-Programms. Für den ganzen Körper? Genau. Da wird nochmal alles durchgescannt. Da wird alles durchgescannt. Das ist auch kein ganz normales Ganzkörper-MRT, weil das eben ja gar keine so große Evidenz hat in solchen Screening-Settings.
[00:08:38] Sondern es ist so ein System, das wir selber zusammengebaut haben mit den Radiologen, wo wir sagen, wir nehmen klinisch validierte Sequenzen, die wir zusammenbauen, die dann da so ein Gesamtbild eines Körpers geben. Aber es ist ein langer Tag. Genau. Wahnsinn. Was ist das Krasseste, was ihr da gefunden habt bei einem Patienten mal? Also, ich glaube, es ist schwierig, jetzt jemanden rauszunehmen, dem das vielleicht gar nicht... Wir lassen uns mal anonym. Ja, ja, genau. Aber der erkennt sich vielleicht wieder oder die.
[00:09:08] Das geht auch gar nicht darum, was Krasses zu finden. Also, ich finde das Krasseste für mich als Arzt, das Krasseste ist, dass wir bei sehr vielen Menschen unentdeckte Stoffwechselerkrankungen haben, die eigentlich sonst körperlich fit nichts davon merken. Fettstoffwechselstörungen, Prädiabetes, junge, sonst schlanke Leute, Fettleber. Das finde ich eigentlich viel krasser, dass wir das bei...
[00:09:32] Also, mindestens der Hälfte der Leute finden wir Auffälligkeiten, die nach klassischen Leihlinien behandlungsrelevant sind. Durchgefallen werden, weil... Und die werden durchgefallen, genau, weil sie eben keine Symptome gemacht haben. Krass. Mich eingeschlossen. Dich eingeschlossen, ja. Okay, erzähl mal, was wurde bei dir? Ja, ich hatte auch tatsächlich eine Vorstufe zur Fettleber. Aha. Ging mir auch gar nicht in den Kopf, weil ich super viel Sport mache und dachte, mich gesund zu ernähren.
[00:09:59] Und da habe ich bei Years damals relativ am Anfang auch den Weckruf bekommen. Okay, und hast du dann Ernährung umgestellt oder was hast du denn gemacht? Ja, ich habe die Ernährung krass umgestellt. Habe sehr viel so Süßigkeiten gegessen, Zucker gegessen, vor allem unter Stress. Das habe ich gecuttet und auch Alkohol stark reduziert. Und dann, Jahr später, waren die Daten wieder alle im Rahmen. Okay, okay, wow. Und erzähl mal, ihr habt im Vorgespräch gesagt, 20, 30 Prozent der Patienten sind Gründer, Gründerinnen.
[00:10:30] Gibt es da so eine Pauschaldiagnose? Du hast gerade angesprochen, Stress, lange Nächte, man ist irgendwie auf Reisen, also die Finanzierungsrunde klappt nicht, dann gönne ich mir ein Kinder Bueno oder was auch immer. Was für Muster seht ihr bei Foundern? Also was wir jetzt erst angefangen haben zu machen, ist wirklich eine systematische Auswertung der ersten Daten. Aber was man sieht, ist tatsächlich gerade Founder fallen in diese Gruppe, die ich beschrieben habe.
[00:10:56] Also das sind Leute, die powern durch und die machen zwar Sport, die versuchen das hinzubekommen, um so gut es geht, einen Lebensstil zu führen, der einigermaßen gesund ist, aber das ist ja eben nicht. Schlafmangel, ganz typisches Phänomen Stress, hohe Stressindizes, die wir da sehen.
[00:11:17] Aber eben auch diese metabolischen Vorstellungen Prädiabetes und Fettleber und Hypercholesterinemien. Was bedeutet das? Also zu hohe Cholesterinwerte im Blut und das ist ein Risikofaktor für Herzinfarkt im Endeffekt, für Arthrosklerose und Herzinfarkt. Und da kann man natürlich durch Lebensstiloptimierung, aber eben auch im Zweifelsfall durch Medikamente eingreifen und das normalisieren und das Risiko dann wieder reduzieren.
[00:11:46] Das ist schon so ein typisches Phänomen. Was wir auch sehen, finde ich, bei Gründern ist tatsächlich, wir machen auch so psychosoziale Fragebögen und wir sehen durchaus auch so Ängstlichkeit, das überrascht natürlich unter so Stresssituationen nicht, und Depressionssignale. Das kann ich mir vorstellen. Krass.
[00:12:10] Was ich spannend finde, ist, das hat Jan auch angesprochen, dieses Sport machen und viel Sport machen. Und ich habe den Eindruck, dass vor allem Founder, Unternehmer durch sehr, sehr viel Sport sehr, sehr viel kompensieren wollen. Also ich bin kein Arzt, aber ich habe den Eindruck, dass es offensichtlich auch Stress und führt dann oftmals zu einer Verschlechterung, oder? Ich glaube, das ist ein bisschen dieser, ich muss es vorsichtig sagen, ich hätte jetzt gesagt, Optimierungswahn, hätte ich beinahe gesagt.
[00:12:39] Also ich finde, man merkt bei vielen sehr erfolgreichen Leuten, dass sie versuchen, alles zu optimieren. Viele sind ja auch extrem auf eine Weise. Genau. Ja, genau. Ich glaube, Erfolgreiche sind sowieso extrem, weil sie so eine Primärpersönlichkeit haben und versuchen dann natürlich auch Gesundheit zu optimieren. Und das geht häufig in eine Richtung, wo man versucht, kleine Stellschrauben, viele kleine Stellschrauben zu modifizieren. Statt vielleicht den Fokus auf die großen Hebel zu setzen.
[00:13:06] Und der aller, aller, allergrößte Hebel und der allergrößte Hack, und das glaube ich machen wir auch alle, also wir zumindest, das weiß ich, nicht gut, ist Schlaf. Das ist das Allerwichtigste. Schlaf ist assoziiert mit Herz-Kreislauf-Gesundheit, erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis zu 30, 40 Prozent mehr Übergewicht.
[00:13:29] Verändertes Essverhalten, Konzentration, kognitive Leistungsfähigkeit, das ist durch Schlaf massiv beeinflusst. Und eigentlich schlafen wir alle zu spät, zu kurz, zu schlecht. Ja, kann ich unterschreiben. Lass uns gleich einsteigen, was man da machen kann. Finde ich super spannend. Sag mal davor nochmal, Jürgen, die Business-Seite, nochmal ganz kurz, um es abzustecken. Wie viel Umsatz macht so eine Klinik, was kostet so einen Standort zu bauen? Gib mir mal die Eckdaten.
[00:13:59] Standort in Berlin knapp 1,5 Millionen Euro. Für Ausbau für Geräte. Genau, Ausbaugeräte all in sozusagen. Umsatz haben wir jetzt im letzten Quartal knapp 450.000 Euro gemacht. Heißt das auch ein volles Jahr, macht ihr knapp zwei Millionen Umsatz, sowas? Genau, also ein bisschen mehr. Das ist jetzt noch auf alten Kapazitäten. Ab Juni haben wir in der Klinik in Berlin höhere Kapazitäten, können dadurch mehr Patienten sehen
[00:14:28] und werden dadurch natürlich auch unsere Umsätze erhöhen. Heißt ihr seid limitiert durch die Fläche, die ihr gerade habt? Also ihr seid an einer hohen Auslastung? Genau, wir sind eigentlich an der Kapazitätsgrenze Stand heute. Ab Juni haben wir dann viel mehr Kapazität und rechnen dann irgendwie mit 150, 160 Patienten im Monat. Und dann sollte eine gut laufende Klinik so bei zweieinhalb, drei Millionen Euro im Jahr rauskommen.
[00:14:53] Genau, dass dazu wichtig ist, unsere Preise der Programme sind ja sehr hoch. Das ist aber nicht gleichzeitig der Years Umsatz. In Deutschland ist es so, dass der medizinische Leistungserbringer direkt mit dem Leistungsempfänger abrechnen muss. Das heißt, dass so Leistungen, die wir von extern eigentlich dazu holen, wie zum Beispiel die Genetik oder das gesamte Labor oder die Radiologie, das MRT,
[00:15:19] das muss dann der jeweilige Erbringer direkt mit dem Patienten abrechnen. Heißt für das MRT, fahre ich kurz mal aufzug runter, gehe irgendwie nebenan woanders hin? Genau. Und die schicken wir dann auch eine Rechnung? Du kriegst dann die Rechnung über 1200 Euro und das ist dann kein Years Umsatz und wir partizipieren daran auch in keinster Weise, weil das verboten ist. Okay. Wie viel Prozent von den Preisen auf der Webseite sind euer Umsatz? Was ist Fremdleistung? Das sind ungefähr zwei Drittel. Zwei Drittel bei euch? Ja.
[00:15:45] Und sagt mal die Marketingseite, Auslastung, Glückwunsch, dass ihr voll seid. Das ist ja super. Wie kriegt man die Patienten? Wie macht man Marketing? Ist ja auch in einem regulierten Bereich jetzt nicht so, dass du einfach alles machen kannst wahrscheinlich. Ja genau, es ist sehr reguliert. Alles in Richtung Heilversprechen und so ist strengstens verboten. Halten wir uns natürlich dran. Wir haben das große Glück, dass das momentan ein Riesentrend ist. Longevity, Prävention, Healthspan, wie auch immer man es nennen möchte, ist natürlich ein Riesentrend.
[00:16:15] Den Rückenwind nehmen wir mit. Und ansonsten ist es so, dass 50 Prozent unserer Kunden durch Empfehlungen kommen, also Friends and Family, was sehr cool ist. Und danach kommen schon Influencer-Marketing. Das ist ein sehr, sehr großer Hebel für uns. Das ist ein sehr großer Kanal für uns. Wie funktioniert das bei euch? Ihr ladet Influencer ein und die führen dann quasi durch? Genau, wir laden Influencer zu unserem Programm ein.
[00:16:39] Die machen das einmal komplett durch und berichten dann ihrer Community über die Erfahrung bei uns. Und da unser Produkt relativ komplex ist, relativ lang ist, wie wir gerade festgestellt haben, ist das eigentlich ein sehr schönes Mittel, um das den Leuten verständlich zu machen. Okay, okay. Plakatwerbung habe ich gesehen, hier gerade in Berlin-Mitte. Was ist das? Da steht auf dem Plakat sinngemäß drauf, hey, wir können deinen Musikgeschmack nicht reparieren, aber bei deinem Körper können wir anfangen oder so ähnlich. Oder bei deiner Gesundheit.
[00:17:07] Ja, genau. Das ist eher so, ja, ist irgendwie so gekommen. Ist ein Barter-Deal, ehrlicherweise, den wir da angeboten bekommen haben. Barter-Deal heißt quasi ihr Tauschleistung. Also jemand gibt euch Plakatfläche in dem Fall und auf der anderen Seite kriegen die dann einen Check-up. Genau, so läuft das. Ganz cool. Ich glaube jetzt nicht, dass wir das jemals in den Zahlen sehen werden, aber ist ganz nett. Und ich habe viele WhatsApps mit dem Foto bekommen.
[00:17:36] Ja, ich habe es auch gesehen. Also man nimmt es dann schon wahr, gell? Also ihr habt es da in Berlin vor dem Soho-Haus platziert, ist wahrscheinlich auch ganz smart. Ja. Genau. Und ansonsten jetzt neu angefangen seit zwei, drei Monaten ist so Paid-Meta-Marketing. Und das funktioniert erstaunlich gut, muss ich sagen. Und da müsst ihr nur aufpassen, dass ihr keine Health-Claims habt. Also sagt hier die Frage, die ich vorhin gestellt habe, wie viele Jahre kriege ich zurück? Das würdet ihr da jetzt nicht reinschreiben. Aber was sind sonst Messages, die man da platzieren kann? Sehr spannende Frage, ehrlicherweise.
[00:18:05] Wir probieren gerade so ein bisschen rum mit dem Thema Angst zu spielen. Und das funktioniert. Also wir machen da sehr viele Tests, sehr viele A-B-Tests. Und wir sehen gerade, es ist noch ein bisschen früh, aber wir sehen schon, dass wenn man Angst kommuniziert, also Angst vor schweren Krankheiten kommuniziert, dass das ganz gut funktioniert. Angst klickt? Angst klickt, ja. Okay, okay. Aber ansonsten, also es ist gerade ein Test, den wir machen.
[00:18:30] Ansonsten ist es schon so, dass wenn wir es schaffen, die gesamte Experience bei uns vernünftig zu kommunizieren und den Leuten zu erklären, warum sie es machen. Also den Grund verständlich zu machen, dass wir da ganz gute Ergebnisse erzielen können. Ich habe mit Nils gesprochen, eurem Investor, und der hat mir zugeflüstert, dass auch immer mehr Leute in die LLMs, in Chat-GPT und so weiter eingeben. Wie kann ich länger leben? Und sich da Tipps holen, klar. Ja. Und das natürlich auch ein Thema sein kann, da aufzutauchen.
[00:18:58] Ja, mega, mega Thema. Das probieren wir gerade sehr stark zu optimieren. Ich meine, du wirst es auch machen. Die allermeisten Menschen fragen ihren LLM, wo ist die beste Präventions-Longevity-whatever-Klinik in Deutschland, in Europa. Und da ist es schon sehr wichtig, aufzutauchen. Und das managt ihr aktiv oder was tut ihr dafür? Das managt mir proaktiv. Dafür sind auch Podcasts zum Beispiel sehr relevant, haben wir gelernt.
[00:19:25] Dafür sind eigene Blog-Einträge relevant. Das kann man schon aktiv optimieren. Was würdest du aus der Business-Perspektive machen, wenn die Regulatorik dir nicht im Weg stehen würde, in Anführungszeichen? Und ich frage dich gleich an, was würdest du machen aus medizinischer Perspektive, wenn Geld keine Rolle spielt? Aber sag du erstmal, Jürgen. Ja, also erstmal finde ich Regulatorik nicht per se schlecht. Ich bin eigentlich dankbar, in einem regulierten System irgendwie zu arbeiten und auch zu leben.
[00:19:55] Ein paar Sachen sind übertrieben, so das ganze Thema Abrechnung. Wir sind da ja an die Gebührenordnung für Ärzte gebunden. Das heißt, wir sind nicht frei in unserem Pricing. Ja, das ist ganz wichtig. Ich finde zum Beispiel immer komisch, dass gute Ärzte oder herausragende Ärzte ihre Leistungen genauso abrechnen wie nicht so gute Ärzte. Ja, finde ich irgendwie erschließt sich mir nicht.
[00:20:18] Und das führt dazu, dass unsere Kunden, ich glaube zumindest im teuersten Programm, zehn verschiedene Rechnungen zu zehn verschiedenen Zeitpunkten bekommen. Also es ist ein Riesenchaos für uns und ein Riesenchaos für unsere Kunden. Und das ist eine Sache, die ich definitiv anders machen würde. Und so das ganze Thema Marketing Sales. Ja, wir dürfen keine Affiliate-Programme machen. Wir dürfen keine Bundle-Offers machen. Wir dürfen keine Memberships machen.
[00:20:47] Das sind alles so kleine Hebel, die, glaube ich, dafür sorgen würden, dass wir mehr Patienten sehen können. Verstanden. Und Jan, für dich? Wenn Geld keine Rolle spielt? Ich glaube, wir müssen ein bisschen trennen zwischen medizinischem und wissenschaftlichem.
[00:21:08] Also ich glaube, wenn Geld wirklich keine Rolle spielen würde, dann würde ich tatsächlich auf Systemebene denken wollen und sagen, wir brauchen zwei Medizinsysteme in Deutschland. Und eins, das repariert, so wie wir es jetzt machen. Und eins, das wirklich proaktiv Prävention unterstützt und fördert, ganz aggressiv fördert, um eben diese Veränderungen, die mit dem Alter eintreten, aufzuhalten, umzukehren, besser zu verstehen.
[00:21:37] Und das ist, das heißt, 50% der Ausgaben, die wir jetzt haben im Gesundheitssystem gehen auf altersbedingte Erkrankungen. Und wir wissen, dass 50 bis 80% dieser Erkrankungen eigentlich verhinderbar sind. Und die Bevölkerung wird älter. Das heißt, also dieses Systemproblem würde ich, wenn Geld keine Rolle spielen würde, tatsächlich auch angehen wollen. Aber wenn du sagst, was wir bei Jers anders machen würden, dann muss ich auch nochmal wieder trennen zwischen medizinisch und wissenschaftlich. Medizinisch ist die Frage, hilft mehr Messen wirklich mehr?
[00:22:06] Ja, ist wahrscheinlich nicht so der Fall. Wir haben nur bestimmte Marker, auf die wir auch wirklich eingehen können. Das ist so ein Trugschluss zu sagen, ich muss nur ganz genau und ganz viel hingucken, dann verstehe ich das alles. Wir können durch bestimmte Schlüsselmarker, wie wir zusammenfügen, schon relativ viel erkennen. Wissenschaftlich ist die Frage, aber übersehen wir nicht vielleicht doch was, was wir noch gar nicht wissen? Und das ist die Frage. Da würde ich natürlich noch viel mehr messen wollen, noch viel häufiger messen wollen.
[00:22:34] Am liebsten natürlich irgendwelche kontinuierlichen Messwerte, auch idealerweise auch physiologische Blutwerte häufiger messen können. Und vor allem häufiger. Häufiger, genau. Das ist das ganz Wichtige. Was im Moment immer noch sehr stark untergeht, wir machen so Snapshots. Und wir müssen verstehen, wie sind die Trajekturien über die Zeit? Da ist noch ganz viel Information verborgen, weil diese Trajekturien sind, das wissen wir aus Studien vom National Institute of Aging aus den USA,
[00:23:02] die sind durchaus sehr personalisiert, weil eben sehr viele individualisierte Umwelteinflüsse eine große Rolle haben, wie du dich von einer Woche zur nächsten in deiner Physiologie veränderst. Und diese Ereignisse sind natürlich, wenn die akkumulieren, wichtig. Das heißt also Frequenz erhöhen und wissenschaftlich auch mehr, breiter und tiefer messen,
[00:23:24] viel mehr neue, moderne Technologien, sogenannte Omic-Technologien, die so systembiologische Einblicke geben, nehmen. Aber das ist natürlich etwas, was im Moment nicht realistisch ist. Und heißt aber, die Idee ist natürlich auch, das über eine gewisse Zeit regelmäßig zu machen. Und medizinisch auch sinnvoll. Klar, wenn ich Jürgen frage, dann sagt er, super, wenn du jedes Jahr wiederkommst, da freue ich mich drüber. Recurring Revenue. Das ist genau das Entscheidende.
[00:23:50] Aber du sagst medizinisch ist auch wertvoll, diese Zeitreihen zu haben, nicht nur diesen einen Snapshot. Und das ist jetzt schon tatsächlich wertvoll, weil wir wissen, dass diese Veränderungen drei, sechs, zwölf Monate brauchen, bis sie auftreten, bis wir auf einmal von unter dem Threshold, wo wir was messen können, kippen, bis dann auf einmal es doch auffällig wird. Also Blutzuckerwert oder ein Hb1c, so ein Langzeitblutzuckerwert, der die ganze Zeit normal ist,
[00:24:16] wenn du da sechs Monate einfach Gewicht zunimmst, keinen Sport machst, schlechten Lebensstil hast, kommt die Fettleber und der Hb1c-Wert kann auf einmal kippen. Das ist natürlich jetzt ein sehr einfaches Beispiel. Aber das gilt natürlich für alle Organsysteme. Der Körper funktioniert im Regelfall so, dass es Schwellenwerte gibt. Solange unter den Schwellen etwas passiert, das sind ja diese Normalbereiche, heißen dann häufig,
[00:24:41] aber unter Schwellenwerten ist es so, dass das ganz gut durch auch so ein redundantes System, das wir eigentlich für alle Schlüsselfunktionen haben, kompensiert werden kann. Und wenn du diesen Schwellenwert überschreitest, dann kommen viele Kettenreaktionen. Dann geht es genau so. Dann ist der Kipppunkt. Und du willst ja eigentlich verhindern, dass du über diesen Kipppunkt kommst. Das ist die Herausforderung. Das muss man deswegen häufig messen. Das ist auch die Idee von hier. Wir verstehen uns tatsächlich auch als Gesundheitsbegleiter.
[00:25:10] Wir wollen nicht nur ein Check-up-Bude sein, sondern es geht wirklich darum, dass wir ein langzeitiger Begleiter sind, der auch reagieren kann auf Veränderungen und sie auch umkehren kann und dann auch gucken, dass es auch so bleibt. Das kleinstes Paket kostet glaube ich 1900 Euro. Das ist sozusagen die Einstiegsvariante. Zahlt da ein Teil die Kasse? Wie ist das in der Regel, wenn man privat oder gesetzlich versichert ist? Der größte Teil, sagen wir mal bei 70, 80 Prozent der... Wir machen echte Medizin. Das heißt, wir rechnen das auch ab oder unsere kooperierenden Kollegen.
[00:25:38] Ärzte rechnen das ab nach GOL, wie Jürgen schon gesagt hat. Und das können die Kundinnen, Kunden, Patienten, Patienten einreichen. Und so bei 80 Prozent wird das erstattet. Egal ob gesetzlich oder privat? Nee, nur privat. Das ist ganz wichtig, ist eine Selbstzahlerleistung. Das ist tatsächlich das, was man verstehen muss. Und die Privatversicherungen können es einreichen. Die gesetzlichen Kassen würden gerne stärker mitmachen können. Wir sprechen da auch mit gesetzlichen Kassen schon seit längerer Zeit. Die dürfen es einfach nicht.
[00:26:07] Die müssen Prävention aus dem Marketingbudget zahlen. Die dürfen von der Konstruktion, wie dieser Gesundheitsfonds aufgebaut ist, dürfen sie nur für Kranke bezahlen. Nicht für gesunde, nicht für präumtiven Maßnahmen. Und das ist der große Systemfehler? Das ist der große Systemfehler, genau. Und was sagt ihr dazu, wenn jemand sagt, da ist alles schön und gut ist, habt ihr da so Top-Ärzte aus Stanford und so weiter? Können sich aber nur den Reichen leisten? Ja, Stand heute, ehrlicherweise ist das so.
[00:26:35] Wir können da selber wenig zu tun. Wir müssen nach der GOR abrechnen. Die vielen Diagnostikelemente, die wir nutzen, die sind einfach teuer und die sind nach GOR festgeschrieben. Ich glaube, dass mit der Zeit einige Sachen günstiger werden, aber wir sind da ein bisschen an das System gebunden. Ich würde sehr gerne viel schneller natürlich skalieren. Als Arzt denkst du natürlich daran, dass du alle erreichen willst.
[00:27:05] Wir haben das per Tesla-Prinzip genutzt. Wir fangen mit einem spannenden, großen, relativ exklusiven Produkt an und gehen dann peu a peu runter, um dann die breitere Masse zu erwischen. Das ist so der Plan, der so initial mal dahinter steckte. Ich glaube, eine Chance bietet sich tatsächlich in KI, digitalen Technologien und in den Daten, die erhoben werden.
[00:27:32] Weil wir extrapolieren können, wir können digitale Biomarker identifizieren und wir können wahrscheinlich dann eine Reduktion stattfinden lassen, was wirklich Schlüsselmarker sind, die man auch skalieren kann. Also, dass man einfach ein viel kleineres Set mit aber nicht viel kleinerer Power in der Analyse, in der Diagnostik auch für gesetzlich versicherte Menschen anbieten kann. Und das ist eigene Forschung, die ihr betreibt, um herauszufinden, welche Marke sind das?
[00:28:01] Das ist eines der Ziele, muss man fairerweise sagen. Okay, dann lass uns mal einstellen, was müssen wir machen, um die Lebenszeit zu verbessern. Was bedeutet Longevity für euch? Ist ja auch so ein Begriff, der gerade einen großen Hype erlebt, so habt ihr erzählt. Was bedeutet es für euch, wenn euch jemand fragt?
[00:28:21] Für mich ganz klar, dass ich auch gegen Ende meines Lebens noch gesund bin und Spaß habe und nicht die letzten zehn Jahre in irgendeinem Bett vor mich hin begetiere. Und was sind die Basics? Wenn wir sagen, okay, wir bauen jetzt das Longevity Haus, dann fangen wir nicht mit dem siebten Stockwerk an sozusagen, sondern mit dem Fundament. Und das soll ja erstmal stabil sein und alles tragen. Du hast gerade auch gesagt, die Basics sind wichtig. Was sind so die Säulen?
[00:28:45] Die klassischen Basics sind Sport, sind Ernährung, sind Schlaf, sind mentale Gesundheit. Das sind so die ganz klassischen Faktoren, die man beachten muss. Und da gibt es auch echt gute und große Daten. Also 150 Minuten, das ist zwar das Langweilige, muss man fairerweise sagen, aber das ist das, was wirklich am allerstärksten wirkt. Wir können das Risiko, das Gesamtlebenszeitrisiko halbieren.
[00:29:16] Durch 150 Minuten was? Also 150 Minuten pro Woche moderates Training plus zweimal die Woche Krafttraining dazu ist kardiovaskuläre Sterblichkeit nur noch auf 60 Prozent in der Gesamtpopulation, wenn man sich die Korte anguckt. Das ist ein Rieseneffekt, das schafft kein Medikament, das schafft kein Supplement sowieso nicht. Also das sind die großen Sachen.
[00:29:41] Ähnliche Daten haben wir für Diät, wobei man sagen muss, da ist es eher die mediterrane Diät, wo wir solche Daten haben, weil es die in verschiedensten Abwandlungen... Was esse ich da? Naja, das ist so das Typische. Also viel Gemüse, Olivenöl, wenig Fleisch, muss man fairerweise sagen, wenig Kohlenhydrate, aber auch schon dabei. Das sind so die Aspekte. Viel Protein.
[00:30:09] Auch glaube ich ein Aspekt, den wir unterschätzen. Was auch ehrlicherweise ein wichtiger Faktor ist bei der Ernährung. Ultra-Processed Food. Und wir hatten eine klare Assoziation in großen Studien mit verkürzter Lebenszeit und auch erhöhten Gesamtrisiken für Verschiedene. Was sind die schlimmsten Lebensmittel auf deiner Liste? Viel spannender finde ich die Frage, was gehört denn dazu.
[00:30:34] Denn der Proteinregel, den man sich so mal schnell mitnimmt, der gehört mir auch dazu. Also tatsächlich... Auf der guten Liste. Auf der bösen Liste. Der bösen Liste. Protein ist gut. Protein essen wir wahrscheinlich auch alle viel zu wenig. So 1,6 bis 2 Gramm sollten wir essen, wenn die pro Kilogramm... Was ja super viel ist, wenn du überlegst. Super viel ist. Super viel ist. Schafft kaum jemand. Also da müssen wir wahrscheinlich tatsächlich auch die Protein-Shakes dazu nehmen. Also macht ja jeder von uns, glaube ich, mittlerweile.
[00:31:02] Aber so ein Protein-Riegel von der Industrie aufbereitet, wenn da mehr als... Ich sag mal so als Faustregel. Wenn da mehr als fünf Sachen draufstehen, die du nie aussprechen kannst, dann ist es ultra-processed. Dann gehört das in die Kategorie von den Lebensmitteln, die tatsächlich epidemiologisch schädlich sind. Und Shake würdest du aber sagen besser, wenn du dir Protein zuführen willst? Ja, also es kommt... Also du kannst ja selber bauen.
[00:31:32] Also kauf dir ein vernünftiges Proteinpulver, guck, was da drin steht. Wenn das... Da ist ein bisschen Protein drin, da ist vielleicht noch ein bisschen Zucker, Süßstoff, irgendwas Natürliches drin. Da ist ein natürliches Aroma drin. Dann ist das okay so. Da gibt es zumindest, kenne ich keine Daten, die sagen, das ist schädlich. Das würde auch nach meinem Verständnis nicht in die Kategorie Ultra-Process dann passen. Kategorie Schlaf. Was verstehen die meisten Founder über Schlaf noch falsch, obwohl es total wichtig ist?
[00:32:01] Ich glaube, wir alle ticken ja so. Ich bin zum Beispiel auch so jemand, ich kriege abends und nachts nochmal so eine zweite Luft. Also ich kann dann wirklich ein bisschen in die Nacht reinarbeiten und kriege dann auch... Weil es schön ruhig ist, kriegst du richtig den Ultra-Focus und dann kannst du da auch durchpowern und dann kommt am nächsten Morgen aber um 6 Uhr die Familie. Ohne Gnade. Ohne Gnade. Und bei dir noch jeden Tag, bei mir mittlerweile ein bisschen...
[00:32:27] Da verstehen sie, dass man auch dann am Wochenende vielleicht mal bis 8 oder 9 liegen bleiben möchte. Genau. Du wirst natürlich dann rausgerissen und schläfst zu kurz, du schläfst zu spät ein. Wir wissen, dass die Tiefschlafphasen, das sind diese erholsamen Phasen, die wir brauchen, die sind vor allen Dingen in der ersten Hälfte oder sogar in den ersten 1-2 Stunden der Nacht. Und wenn du da 2 Uhr, 3 Uhr nachts reingehst, kommst du da eigentlich nicht rein in diese Phasen.
[00:32:57] Das heißt, du kommst eigentlich nie in diesen richtig erholsamen Schlaf. Zu wenig Schlafen, wissen wir, ist verbunden mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko, mit Übergewicht. Ich glaube, ich habe vorhin schon gesagt. Mit Gesamtmortalität tatsächlich. Das heißt, 7 Stunden, so als Faustregel, sollte man eigentlich in der Nacht schaffen. Es gibt ein paar Leute, die brauchen wirklich weniger. Es gibt da auch tatsächlich Ansätze, wie man so Schlaf komprimieren kann. Bei den Leuten sind das dann meistens genetische Prädispositionen.
[00:33:28] Aber es gibt bisher noch kein Medikament, das das wirklich hinkriegt, den Schlaf zu komprimieren, ohne die nachteiligen Wirkungen zu haben. Schlaf muss ruhig sein. Es muss ein kaltes Zimmer sein. Und das andere, was wir, glaube ich, auch alle falsch machen, ist Bildschirm im Schlafzimmer. Handy neben dem Bett. Weglegen, Stunde vorher. Kaum hinzukriegen. Für mich kaum vorstellbar, wie das gehen soll. A, sind wir alle ein bisschen abhängig. B, wollen wir natürlich auch alle gucken. C, haben wir alle auch noch Gedanken.
[00:33:59] Was wollen wir noch schnell aufschreiben? Eine gute Ausrede, wie ich brauche das Handy als Wecker und deswegen muss es da liegen. Richtig. Man kann sich das dann schön reden. Ein paar Vollprofis am Laptop und Handy. Beides. Im Bett, ja. Wie wichtig ist es zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen? Also klar, gut, wenn man es hinkriegt. Aber wie schädlich ist es, es nicht zu tun? Also wichtig ist tatsächlich eine Routine. Das zur gleichen Zeit zu gehen, ist insofern wichtig, wenn du, also wenn es jeden Tag um drei Uhr nachts ist,
[00:34:26] ist es genauso schädlich, als wenn du unregelmäßig gehen würdest. Es ist wichtiger, dass du rechtzeitig schlafen gehst und dir eine Routine dafür baust. Das ist eigentlich fast das Schwierigste, eine echte Schlafroutine zu entwickeln. Wir wissen auch, und das ist das Gemeine dabei, diese ganzen Regeln für Schlafoptimierung, die funktionieren in Schlaflaboren super. Wir wissen leider aber auch, dass wenn man das mal im Feld testet, dass das bei den gleichen Leuten, die im Schlaflabor das gut machen, das zu Hause kaum gut klappt.
[00:34:57] Und wenn man es mal rauszumt und sagt, okay, wir haben die Basics gecovert. Ernährung ist klar, viel Gemüse, Proteinzufuhr, nicht so viel Fleisch, Schlaf regelmäßig, lang genug, was du beschrieben hast. Workout, zwei bis drei Stunden Cardio, bestenfalls Krafttraining. Okay, alles verstanden. Kognitiv, so bin ich bei dir. Und jetzt kriege ich es nicht hin. Jetzt bin ich so ein Busy-Founder, weißt du, und habe da wieder meine Finanzierungsrunde und meinen Kundentermin in irgendeiner anderen Stadt und bin am Reisen, habe vielleicht Jetlag und so weiter.
[00:35:26] Also was beobachtet ihr bei den Foundern, mit denen ihr arbeitet, die das richtig gut hinkriegen, wie die es schaffen, die Disziplin aufzubringen, diese Sachen auch umzusetzen? Weil jeder weiß, was er tun soll oder sie, aber es in den Alltag zu bringen, das ist ja die eigentliche Challenge. Was machen die, die das schaffen, gut? Ich glaube, es gibt so zwei wichtige Aspekte dabei. Das eine ist, wirklich kleine, erreichbare Ziele zum Start zu wählen.
[00:35:55] Das wirkt manchmal lächerlich. Bei einem ist das dann, dass man sagt, du musst einfach dreimal die Woche eine halbe Stunde spazieren gehen. Und dann kommt der zweite Teil dazu, und dafür musst du dir eine halbe Stunde in deinem Kalender blocken. Mach ein Date mit dir selber. Genau, mach ein Date mit dir selber. Und wenn du es dreimal nicht schaffst, fängst du mit einmal in der Woche an. Einmal die Woche und einfach loslegen. Das ist das allerwichtigste. Also nicht zu große Konzepte entwickeln,
[00:36:24] die dann sowieso nicht realistisch werden, sondern gerade bei Leuten, die sehr busy sind, kleine Ziele wählen und die aber kontinuierlich machen. Kontinuierlich. Und dann verdrängen die guten Habits die bösen Habits peu a peu. Das kennt man tatsächlich aus der Forschung. Aber die Leute, die erfolgreich sind, sind entweder super strikt in ihrem Zeitmanagement und halten sich klar an ihre Vorgaben und sind auch fair und ehrlich zu sich selbst. Oder sind die, die mit kleinen Schritten anfangen
[00:36:52] und die dann peu a peu ausbauen. Das ist so meine Erfahrung. Ja, und was ich an mir selber gelernt habe, ist Vorbereitung. Ich hatte immer das Problem, wenn ich irgendwie auf Reisen war, Proteinzufuhr habe ich nicht hinbekommen. Wenn ich am Flughafen war oder im Flugzeug, habe ich auf einmal Süßigkeiten und irgendeinen Schrott gegessen. Und das kann man ja auch ein Stück weit vorbereiten. Wenn ich jetzt irgendwie unterwegs bin, habe ich immer mein Protein dabei. Wenn ich fliege, mache ich mir vor, selber was zu essen. Das sind so Kleinigkeiten,
[00:37:22] dass du gar nicht erst in die Situation kommst, dich für nicht so gute Sachen entscheiden zu können. Das hilft krass. In meinem eigenen Fall. Wie seht ihr Accountability? Also quasi die WhatsApp-Gruppe, wo jeder reinpostet, ob er den Workout gemacht hat. Also beobachtet ihr das? Das ist ein ganz wichtiger Faktor. So Peer Pressure und so soziale Netzwerke, die sich gegenseitig verstärken, ist ein weiterer wichtiger Faktor für so Habit-Formation. Das ist ganz, ganz wichtig.
[00:37:50] Muss natürlich eine gut funktionierende Gruppe sein. Also wir sind ja auch alle, glaube ich, in WhatsApp-Gruppen, die gemutet sind. Ich glaube, so One-on-One-Peer-Pressure ist krass gut. Wenn ich in Gruppen mit vier, fünf Leuten bin, dann denke ich mir immer, okay, irgendein anderer macht es auch nicht. Aber wenn ich so ein One-on-One-Ding habe, das habe ich witzigerweise mit Nils. Wenn der mir Samstag morgens um sieben eine WhatsApp schickt mit seiner Laufleistung auf dem Laufband, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine Stunde später
[00:38:20] irgendwie auch auf dem Laufband bin, relativ hoch. Okay, okay. Dann schickt ihr euch die Workouts nur oder auch das Essen und den Sleep-Score? Essen und Sleep-Score noch nicht. Ich finde, am meisten Effekt hat es tatsächlich bei Workouts. Und ich finde das auch interessant. Also viele Sachen sind ja so ein bisschen hintereinander geschaltet. Bei mir zum Beispiel beobachte ich, wenn ich Sport mache, dann sind die anderen Sachen einfacher. Danach, also wenn ich morgens Sport gemacht habe, dann fällt mir die Ernährung viel einfacher. Dann will ich abends auch vielleicht früher ins Bett gehen. Dann trinke ich vielleicht auch weniger Alkohol. Also für mich habe ich erkannt,
[00:38:48] solange ich den Sport vier, fünf Mal die Woche einbaue, fallen mir die anderen Sachen zumindest leichter. Das ist auch tatsächlich so. Das ist auch tatsächlich bewiesen. Also Leute, die Sport machen, haben deutlich geringere Chance, Depressionen zu haben. Leute, die Sport machen, haben bessere Schlafhygiene, weil sie auch besseren und tieferen Schlaf haben, haben dadurch weniger Stress. Das ist also wirklich so, das ist alles miteinander verwoben. Und Sport ist da schon ein ganz, ganz wichtiger, ganz wichtiger Schlüsselfaktor.
[00:39:17] Und da auch Vorbereitung. Wenn du weißt, dass du, so wie ich, in meinem alten Leben gerne feiern gehst, gerne am Wochenende Spaß hast, dann kann man sich auch einfach mal an einem Samstagmorgen so eine Berries oder whatever Class buchen. Und dann gehst du Freitagabend vielleicht doch nicht los. Oder stehst morgens zumindest da. Liegst nicht verkatert, liegst nicht verkatert auf dem Sofa. Stehst du gerade in der Class. Okay, okay. Dann lass uns mal ein bisschen in den Nerdy Shit einsteigen.
[00:39:47] Die Themen, die ein bisschen tiefer gehen. Wir haben hier Longevity Bingo aufgebaut. Ihr könnt die Karten ziehen, könnt euch aussuchen, mit welchen wir anfangen wollen. Und dann können wir mal noch ein paar andere Themen beleuchten. Welcher wollt ihr anfangen? Ja. Okay, was steht drauf? Ah, Peptide. Peptide. Großes Thema. Peptides in San Francisco. Gefühlt bestellt sich jeder irgendwelche Ampullen aus dem Darknet, haut sich eine Spritze ein, die nicht getestet ist und sagt dadurch, hey, ich kann irgendwie tiefer schlafen oder meine Haut wird braun oder meine Verletzungen heilen schneller.
[00:40:15] Also diese diversesten Wundermittel gerade. Und im Freundeskreis kenne ich auch ein paar Spezialisten, die dann damit experimentieren. Thema Peptide generell. Was ist euer Take? Ich fange erst mal medizinisch an und dann kann Jürgen mal juristisch das beleuchten. Also medizinisch ist es so, dass Peptide, also Peptide ist ja einfach alles, was mehr als zwei Aminosäuren hintereinander gekoppelt sind, ist ein Peptid. Und das geht dann bis zu 100. Es gibt auch manchmal,
[00:40:43] Peptide sind deutlich länger hoch. Also relativ einfache biologische Strukturen, die aber eine biologische Funktion haben. Und wir kennen natürlich super gute Peptide, die durch große Studien gelaufen sind, mit 10.000 von Patienten validiert worden sind. Was ist das Beispiel? GLP-1-Rezepter. Abnehmenspritzen. Genau, die Abnehmenspritzen. Osempig wäre ein Beispiel. Osempig, Vigovi, solche Sachen. Das sind Beispiele. Die sind sehr potent. Das wissen wir.
[00:41:20] Das ist ein gesellschaftliches Problem. Nochmal gleich, wenn man die da weiterspielen. Sehr egal. Aber es gibt eben auch viele experimentelle Peptide, wo wir nicht wissen, insbesondere im Menschen, was die wirklich machen. Also die ganzen Daten, wenn wir jetzt hier BPC 157, sehe ich da stehen, das soll und ist in Tierversuchen auch mit muskuloskeletaler Regeneration. Also sagen Leute,
[00:41:49] die chronische Entzündungen zum Beispiel haben oder Verletzungen, dass sie dann schneller heilen. Genau, das ist die Idee dahinter. Und das ist in Tieren, in Mäusen auch gezeigt. Gleichzeitig ist in Mäusen auch gezeigt, dass die Angiogenese, also die Gefäßneubildung anregt, was Teil des Heilungsprozesses ist, aber ist auch ein zentraler Prozess von Krebsbildung. Und diese Tiere, erstens sind Mice are not man. Das ist eine ganz, ich bin ja jetzt Arzt und Molekularbiologe. Ich habe wirklich beide Seiten, ich habe jahrelang in Deutschland, in den USA in verschiedenen Laboren,
[00:42:18] auch mit Grundlagenwissenschaftlern gearbeitet, auch grundlagenwissenschaftlich gearbeitet. Wie häufig wir schon Mäuse geheilt haben und wie selten das dann in 20 Jahren Unikarriere wirklich in die Klinik gekommen ist, können wir einen ganzen Podcast selber draus machen. Das ist das große Problem. Die Transnationalität, also das Übertragen von der Maus in den Menschen, ist nicht linear. Nur weil es in der Maus oder auch im Großtier funktioniert, heißt nicht, dass es auch im Menschen funktioniert.
[00:42:47] Und diese ganzen Peptide haben keine oder so gut wie keine generellen Daten im Menschen. Es gibt ein paar Ausnahmen hier, dieses GHK-Kupfer. Was ist das? Das ist so ein Peptid, das die Hautregeneration fördert. Da gibt es tatsächlich für die lokale Anwendung im Menschen Daten. Kleine Studien, das ist immer das andere Problem, sind immer kleine Studien. Aus klinisch-wissenschaftlicher Sicht immer viel zu klein, aber es gibt Hinweise, dass das da funktioniert. Aber BPC 157 zum Beispiel,
[00:43:16] gibt es keinen Beweis, dass es wirklich funktioniert. Und vor allem das Entscheidende ist, auch kein Beweis, dass es nicht schädlich ist. Okay. Das ist ja immer das, was man als erstes testen muss eigentlich. Und was hört ihr da anekdotisch? Also was sind die Sachen, mit denen die Leute sich gerade beschäftigen? Ja, also das ist schon was, was die Leute versuchen irgendwie zu bekommen. Und das wird natürlich schwierig, weil es da, sagen wir mal, einen Schwarz- bis Graumarkt gibt, der entsteht. Weil die Leute versuchen,
[00:43:43] Research-only-Peptide zu bekommen. Die sind verfügbar. Die kann man, da kannst du vielleicht noch ein bisschen was dazu zählen, als Jurist. Aber die sind verfügbar. Die sind halt nur nicht für die Anwendung im Menschen gedacht. Explizit nicht für die Anwendung im Menschen gedacht. Und die sind nach anderen, im Regelfall nach anderen Gütekriterien synthetisiert. Die sind nach anderen Gütekriterien validiert. Also auf Reinheit. Es gibt zum Beispiel Geschichten,
[00:44:11] dass durch Toxine, durch bakterielle Toxine in den Peptiden tatsächlich Menschen zu Schaden gekommen sind. Weil die verunreinigt waren. Weil die verunreinigt waren. Genau, in dem Herstellungsprozess. Und das ist natürlich ein Problem. Das ist ein spannender Ansatz. Das kann hochinteressant sein. Aber wir brauchen systematische Daten. Das ist die gesamte Longevity-Szene. Er trinkt in Anekdoten.
[00:44:40] Jeder hat seinen Stack. Jeder hat seine Wunderwaffe. Aber wir brauchen wirklich harte Daten. Das ist die größte Schwäche der Longevity-Szene. Das sind so viele Leute, die da Interesse haben, was Gutes zu tun. Für sich und für die ganze Community. Warum wir es nicht hinkriegen, diese Studien durchzuführen und das erstmal sauber zu machen. Und stattdessen lieber über den Graumarkt Sachen versuchen zu einziehen. Und viele von diesen Peptiden, die einfuhr, ist strafbar. Okay.
[00:45:09] Was sagst du als Jurist? Ist es illegal, das zu nehmen? Ist es illegal, das zu... Also illegal zu kaufen beziehungsweise nach Deutschland einzuführen, schon in vielen Fällen. Ich finde das Thema irgendwo super, super spannend. Ich sehe das größte Problem in der Sicherheit. Wenn du es dir... Ich glaube, heutzutage hat jeder, der was auf sich hält, irgendwo seinen Peptides-Dealer, den er über Telegram kontaktiert. Und du weißt einfach nicht, was du kaufst. Früher war es Krux-Taxi, heute ist es der Peptide-Dealer. Genau so ist es.
[00:45:39] Oh mein Gott. Und du weißt einfach nicht, was drin ist. Dann gibt es natürlich Labore, an die du dich wenden kannst, wo du zumindest mal die Reinheit irgendwie überprüfen kannst. Und du weißt, was du jetzt mal die Reinheit hast, Siehst du aus der Geschäftsmodell-Perspektive da Chancen? So kannst du sagen, ey, die Leute wollen das und es scheint anekdotisch irgendwie manchmal einen Effekt zu haben. So GLP-Wans abnehmen, spritzen, so Riesen-Business. Gibt es da die nächste Kategorie, die irgendwann entsteht? Ja, also kurzfristig in jedem Fall. Und wenn sich dann einige dieser Peptide
[00:46:09] vielleicht durch Studien nachhaltig als Mehrwert erweisen, dann in jedem Fall. Aber wenn dem nicht der Fall ist, dann hast du kurzfristig, ich kann es Kohle machen, aber das ist nicht nachhaltig. Aber bis dahin medizinisch vorsichtig sein und juristisch auch. Genau, auf jeden Fall. Also ich finde es ehrlicherweise auch ein spannendes Thema für jedes. Das Problem ist, wenn wir die einführen dürften, dann kann man das natürlich auch in der Studie, gerade in unserem Kollektiv, auch mit klaren Regeln, klaren Sicherheitsregeln
[00:46:38] und einem klaren Protokoll mit Ethikvotum und Notfallplan auch testen, weil das schon interessant ist, weil wir wissen, dass Peptide hochwirksam sein können. Aber bis dahin muss man einfach sagen, also ich nehme keins, außer GLP1. Okay, okay. Wir wollen Founder Mode gemeinsam zum besten Entrepreneurship Podcast in Deutschland machen und ihr könnt uns helfen, indem ihr den Channel abonniert und eine Bewertung abgebt.
[00:47:07] Das hilft uns ungemein, weil die Episoden dadurch häufiger ausgespielt werden und wir noch spannendere Gäste einladen können. Danke euch und viel Spaß. Sollen wir weiter aufdecken? Welche Karte wollt ihr? Ja, Jan. Ich mache mal hier einen bei mir. Was haben wir hier? Wellness-lastige Maßnahmen. Wellness-lastige Maßnahmen. IV-Drips. Es gibt eine ganze Kategorie von Themen, die jetzt vielleicht gar nicht so tief im medizinischen Bereich verankert sind, sondern vielleicht eher
[00:47:36] so im Lifestyle-Wellness-Bereich trotzdem super populär sind. Gibt es Evidenz? Wie ist euer Take? Also ist ein ganz breites Feld tatsächlich auch mit auch schwankender Evidenz, muss man fairerweise sagen. So IV-Drips ist muss man sagen sicherlich der Bereich mit der der geringsten Evidenz für die allgemeine sonst gesunde Bevölkerung. Gibt es so ein bisschen aus. Klar wissen wir Volumengabe bei Patienten, die eine schwere
[00:48:06] Blutvergiftung haben. Absolut essentiell. Lebenswichtig sogar, aber das sind die wenigsten, die sich in einen IV-Drip reinhauen. Ich finde es mich auch immer noch spannend, wie gerade so quasi dieser invasive Weg, dass man sich pieken lässt, um sich da was reinlaufen zu lassen, jetzt auch in Hotels einfach angeboten wird. Warum das sich so durchgesetzt hat aus dem Bereich. Aber die Datenlage ist da leider für vieles, was IV gegeben wird, wenn man sich das mal ganz nüchtern anguckt,
[00:48:36] leider sehr schlecht. Also viele der Substanzen werden sofort wieder ausgepieselt oder haben Nebenwirkungen, Vitamin C zum Beispiel hochdosiert, kann zu Oxalatsteinen führen bei Patienten, die vorbelastet sind. Solche Sachen, wo man gar nicht dran denkt, Vitamin C ist doch ein Booster. Genau. Sauna und Eisbad, erzähl mal. Genau, Sauna und Eisbad ist spannend. Also Sauna ist, wenn man sich das, es gibt eine große finnische Studie, die sich das angeguckt hat, die Leute, die vier bis sieben Mal in der Woche saunieren gegangen sind,
[00:49:06] haben das Herz-Kreislauf-Risiko oder das Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken um 60 Prozent reduziert im Vergleich zu denen, die das weniger gemacht haben oder gar nicht. Ist natürlich voller Confounder, wahrscheinlich Leute, die ehren, also Lebensstil-Conounder sind da drin, aber da gibt es zumindest Daten, das saunieren, regelmäßig und dann muss es aber ordentlich sein, viermal pro Woche und dann auch Finish, also heiße Temperatur, was bringt. Eisbaden,
[00:49:36] auch ein spannendes Thema, wir wissen, dass es in der Regeneration nach Ausdauersport wirklich hilfreich ist, die Regeneration zu fördern. Nach Kraftsport zum Beispiel gibt es Daten, dass das Eisbad die Muskelgenese hemmt und dass tatsächlich also der Effekt des Kraftsports dadurch ein bisschen mitigiert wird und dann musst du natürlich auch gucken, für wen ist denn das was? Wenn ich jetzt irgendwie Elite-Soldat bin, setze ich mich jeden Tag in mein Eisbad, dann bin ich abgehärtet, wenn ich mich selber irgendwie ein bisschen
[00:50:06] abheirten bin, wenn ich gesund bin, wenn ich kein Herz-Kreislauf-Risiko habe, kein akutes, super, wenn ich meine 85-jährige Mutter da reinsetze ins Eisbad, dann habe ich glaube ich hinterher mehr Probleme als ihr Gutes getan zu haben. Da muss man natürlich den Kontext sich auch anschauen. Aber tatsächlich gibt es für bestimmte Menschen, gerade in der Regeneration, Evidenz und es ist zumindest wahrscheinlich bei gesunden Menschen nicht schädlich. Rotlichttherapie für so topische Anwendungen,
[00:50:35] um die Haut besser hinzubekommen, ein bisschen schöner zu machen. Antiakne, ja. Da besorgt man sich eine Lampe, erklär mal, wie das funktioniert. Ein Freund von mir hat sich jetzt auf Alibaba so riesige Infrarotpanels bestellt. Erklär mal, warum er das macht. Also ja genau, die Idee ist, dass das Infrarotlicht dann irgendwie die Mitochondrien stimuliert und nicht nur die Wärme, sondern eben auch die Mitochondrien spielen tatsächlich bei Alter eine absolute Schlüsselrolle, aber die können nicht für alles hergenommen werden als Erklärung, warum irgendwas funktioniert.
[00:51:05] Und die Idee ist eben, dass das Rotlicht mit Mitochondrien stimuliert und dadurch regenerative Effekte ausgelöst werden. Wir wissen, dass tatsächlich bei bestimmten Hauterkrankungen, dass das der Fall ist, für die Allgemeinbevölkerung und wahrscheinlich auch für deinen Freund, hat es leider keinen Effekt. Okay, schade. Ist aber ein gutes Marketer. Schau da dann Stefan. Genau, so einen riesen Raum voll diesen Dingern. Die sind ja auch nicht klein. Die sind nicht klein, es gibt so Masken und so, das ist alles... Okay, das ist eher Kategorie,
[00:51:34] nicht so evidenzbasiert. Ich finde, bei diesen ganzen Wellness-Maßnahmen, ich habe den Eindruck, dass das alles Tools sind, um Routinen aufzubauen. Und wenn du Routinen aufbaust und jeden Morgen irgendwie ins Eisbad gehst und jeden Abend in die Sauna, dann bist du schon mal proaktiv dabei, irgendwie einen gesunden Lebensstil zu fördern und dann ist die Wahrscheinlichkeit auch sehr hoch, dass du Sport machst, die haben gerade erzählt, und dich vernünftig ernährst und dann finde ich das, unabhängig von Evidenzen,
[00:52:05] sinnvolle Tools, weil sie dafür sorgen, dass du den Quatsch, den man vielleicht ansonsten machen würde, eben nicht machst. Ja, und ich habe schon den Eindruck, ich habe kein Eisbad zu Hause, habe ich keinen Platz, aber ich habe dann irgendwann angefangen, kalt zu duschen. Das heißt, ich dusche erst warm und am Ende drehe ich es komplett runter und stehe dir dann nochmal in 30 Sekunden oder so. Keine Ahnung, ob mir das jetzt was bringt, aber ich denke mir, für meine Willensstärke ist es gut, weil dann habe ich morgens schon mal so eine gewisse Überwindung überschritten und mir bewiesen, dass ich das irgendwie aushalte und dann fühlt sich die Welt irgendwie leicht an.
[00:52:34] Das ist so meine Anekdote. Also tatsächlich ist es so, solange duschen, bis du es unangenehm findest, 90 Sekunden plus, kalt duschen, dann ist es lange, dann hat es tatsächlich auch Effekte auf die Blutgefäße. Das ist so. Und ich glaube genau das, was auch Jürgen gesagt hat, steht ja auch schon drin, Wellness-Lastik. Also wenn man das entweder für Routinenbildung oder auch als Wellness-Faktor nutzt, um sich was Gutes zu tun, als Stress-Regulator, dann ist das so in Ordnung, wenn man jetzt sagt,
[00:53:03] dadurch lebe ich 120 Jahre gesund, weil ich mich jeden Morgen ins Eisbad setze, dann würde ich sagen, das ist das i-Tüpfelchen vielleicht. Das sind die letzten 1% oder so. Teilweise hat es ja auch was Soziales. Wir hatten Gründerinnen hier, deren Marketing-Channel sind Sauna Raves, die Gründerinnen von Lush, eine Elektrolyte-Brand im Grunde. Und die machen dann quasi Veranstaltungen in der Sauna. Und dann bist du wieder im sozialen Umfeld und macht irgendwie Spaß, da läuft Musik und dann hat es auf jeden Fall einen positiven Effekt. Wahrscheinlich egal, ob es jetzt körperlich einen Effekt mit sich bringt.
[00:53:33] Vielleicht sogar einen doppelt positiven Effekt, weil die meisten sozialen Interaktionen ja auch oftmals irgendwie mit Alkohol und spät ins Bett gehen zu tun haben. Und wenn man jetzt diese wellnesslastigen Maßnahmen in sozialen Kontext bringt, dann hast du einen doppelten Effekt eigentlich netto. Top. Was wollt ihr ziehen? Welche Karte? Oh, Psychedelics. Psychedelics. Okay. Okay, okay. Psychedelics. Psychedelics. Psychedelics. Psychedelics. Psychedelics. Psychedelics. Es gibt ja diverseste Themen. MDMA.
[00:54:02] Und wir hatten eine Psychologin hier neulich, die Kim Breuer, die auch gerade angeregt hat für Persönlichkeitsentwicklung, sich diese Studien mal anzuschauen in den USA. Und das Thema ist ja durchaus auch in der Grunderszene verbreitet, kann man sagen. Also auch wieder Leute, die extrem sind, die vielleicht gerne experimentieren. Wie ist euer Take auf Psychedelics? Also, ich glaube, muss man einmal unterscheiden zwischen so Recreational Use oder Microdosing.
[00:54:30] Und auf der anderen Seite dann tatsächlich die therapeutische Anwendung, gerade so bei schweren Depressionen. Denn da ist gerade für Psilocybin und für Ketamin gibt es gute und immer besser werdende Daten, dass das bei Patienten, die eine schwere Depression haben, die nicht auf die klassischen Medikamente reagieren, wirklich helfen kann. Und da reicht von dem Psilocybin eine Dosis aus, um mehr TG, mehr wöchige positive Effekte zu haben. Kann man das in Deutschland legal machen?
[00:54:58] Es gibt in Deutschland, nee, braucht man eine Sondergenehmigung, aber es gibt mehr und mehr Krankenhäuser oder Anbieter, Therapeuten, die diese Genehmigung haben und es durchführen dürfen. Macht ihr so was? Wir machen das leider nicht, weil wir behandeln keine schwer depressiven Patienten. Das ist die Ursache. Wenn jemand schwer depressiv ist, dann, das ist ja überhaupt unser Konzept. Wir sehen uns im Moment tatsächlich schon eher erstmal in der Diagnostik und dann alles, was so mit klassischen allgemeinen,
[00:55:27] medizinisch-internistischen Bordmitteln behandelt werden kann, das betreuen wir gerne mit. Aber wenn es schwere Organerkrankungen gibt, da würde ich jetzt in diesem Fall oder seelische Erkrankungen, dann müssen wir zum Spezialist überweisen, weil es natürlich sinnvoll ist, das auch von absoluten Experten weiter behandeln zu lassen. Deswegen kommt das für uns nicht in Frage. Aber für Ketamin ist ähnlich. Also Ketamin bei schweren Depressionen gibt es klare Evidenz, dass das funktioniert und wird auch ehrlicherweise in Deutschland eingesetzt.
[00:55:55] Und recreational use oder für, ich sag mal, Reflexion oder eine wichtige Entscheidung treffen. Soll ich die Finanzierungsrunde machen oder soll ich weiter bootstrappen? So, dann baue ich mir einen Pilz ein. Also messbare, wirklich messbare Effekte in den Studien, die dazu durchgeführt worden sind, die ich kenne, gibt es nicht. Insbesondere auch für Microdosing. Das ist natürlich, wenn du diese Erweiterung brauchst,
[00:56:27] deiner Gedankenwelt und deiner Wahrnehmung, um irgendwelche Prozesse zu treffen, dann ist das natürlich eine hochpersönliche Entscheidung. Ich weiß nicht, ob das das Schlauste ist, auf einem Trip wichtige, wichtige Geschäftsentscheidungen zu treffen. Okay, so eure nächste Standorteröffnung. Ob ihr die nächste Klinik aufmacht, die trefft ihr noch bei klarem Kopf? Höchstwahrscheinlich. Okay. Spaß. Okay. Welche Karte soll man nehmen? Nimm du eine. Hier hinten? Oh, Alkohol. Alkohol.
[00:56:56] Ja, also, ich war gestern beim Dinner. Einladung von Konto, diese Neobank, hier der Malte, der das hier leitet, so hat er eingeladen. Französische Company, war der Gründer da. Eine Flasche Wein nach der anderen geht da auf. Ist ja auch so ein Thema im Alltag, dem man schwer entkommen kann. Und das eine ist quasi der soziale Aspekt, wie du gerade gesagt hast. Viel ist da mit Alkohol verbunden. Aber gerade auch im Business-Kontext. Du bist ja beim Dinner und vielleicht läuft das Gespräch dann noch einfacher nach dem ersten Wein. Wie schlimm ist es wirklich?
[00:57:27] Ja, also, ich habe ja ein bisschen die Rolle des Spaßverderbers hier. Also, es ist auch für mich natürlich, ich trinke auch unheimlich gerne ein leckeres Glas Wein. Das ist so eines meiner großen Laster. Aber aus medizinischer Sicht gibt es leider überhaupt keinen Grund, Alkohol zu trinken. Es gab ja mal diese Idee, dass ein Glas Wein am Tag herzprotektiv ist, ist das leider ein Rechenfehler gewesen. So viel Resveratrol,
[00:57:57] da müsstest du also literweise Wein trinken pro Tag. Und selbst dieser Hockeystick, dass man das sagt, also das ist eine Glas, auch in den biologischen Studien wissen wir mittlerweile, dass es auch daran lag, dass da trockene Alkoholiker drin waren, die diese Verzerrung erreicht haben. Das heißt also, aus medizinischer Sicht ist gar kein Alkohol das Beste. Und wenn du mich fragst, wie viel Alkohol ist okay,
[00:58:27] dann, wenn wir uns das Krebsrisiko angucken, steigt das Krebsrisiko durch Alkohol und die Krebse, die mit Alkohol assoziiert sind, das sind sehr viele Krebsarten sogar, aber insbesondere so die im Verdauungstrakt und im Mondrachenraum mit dem ersten Glas, tatsächlich, es erhöht. Statistisch erhöht, natürlich nicht riesig, aber statistisch erhöht. Pro Tag, pro Monat, pro Woche, also was heißt das? Genau, also tatsächlich, jedes Glas, das gemein an krebserregenden Substanzen ist,
[00:58:55] dass die alleinige Exposition, einmalige Exposition kann theoretisch ausreichen, tatsächlich einen Krebs auszulösen. Aber da gibt es einen Zusammenhang und was wir aber wissen, was wohl zumindest einigermaßen verträglich ist, ist so ein, zwei Gläser die Woche. Die Frage ist, wenn du jetzt natürlich ein Dinner hast oder auch Business Lunches hast und dabei immer ein Glas Wein trinkst, dann ist das ja wahrscheinlich nicht die Ausnahme,
[00:59:24] sondern schon fast eher ein Habit. Und das ist, glaube ich, der Punkt, auf den man eher achten muss. Also wo wird eigentlich unbemerkt da eine Gewohnheit draus, die dann vielleicht sogar schädlich ist? This being said, ich trinke auch gerne am Freitagabend oder am Samstagabend mit Freunden ein Glas Wein, weil der soziale Aspekt von Alkohol, Das wäre die positive Seite? Der ist nicht, genau, nicht wegzuwischen. Das ist schon etwas, auch gerade, muss man sagen,
[00:59:53] in unseren Breitenkreisen ein ganz wichtiger Faktor. Aber wenn wir es jetzt ganz nüchtern betrachten, im wahrsten Sinne des Wortes, ist gar kein Alkohol das Allerbeste. Wie managst du das, Jürgen? Du warst gerade bei der Hochzeit am Tegernsee, hast dir ein Helles gegönnt. Ein, zwei Helle waren dabei, ja. Aber du warst auch Trailrunning, du bist auch im Berg hochgelaufen. Ich habe Beweisfotos gesehen. Shoutout an Patrick. Genau, ja. Also ich bin mittlerweile so, dass ich Alkohol krass reduziert habe. Was heißt das? Von wo nach wo?
[01:00:21] Also ich war früher schon so, dass ich jedes Wochenende mindestens einmal irgendwie unterwegs war und damit auch Alkohol getrunken habe. Mittlerweile probiere ich das auf wenige Events im Jahr zu reduzieren. Zum Beispiel Hochzeiten, irgendwelche Geburtstage, alles andere probiere ich zu cutten. Und warum? Ich habe jetzt dadurch, dass ich irgendwelche Wearables trage, ich sehe das irgendwie in meiner Schlafqualität. und ich merke es auch am nächsten Morgen. Wenn ich ein Bier heute Abend mit dir trinke,
[01:00:50] dann schlafe ich definitiv schlechter. Das ist interessant bei diesen Ringen und Wutbeinden und so weiter, dass das erste Glas schon den Score völlig verhaut, oder? Das hat mich am meisten überrascht. Ja, das hat mich auch krass überrascht und hat mir zu denken gegeben. Und ich merke es auch. Ich kann auch an meinem Alter mittlerweile liegen, aber wenn ich so zwei Bier trinke und nicht mal spät ins Bett gehe, dann merke ich das am nächsten Morgen definitiv. Und ja, dass es mir dann unterm Strich auch nicht wert ist. Na gut. Verstanden. Machen wir weiter. Was haben wir hier?
[01:01:20] Oh, das haben wir gerade schon angesprochen. GLP-Once. Also Abnehmenspritzen. Monjaro, Osempic sind in aller Munde. Krasse Geschäftsmodelle, muss man auch sagen. Gab ja gerade diese Headline. One Billion Dollar One Person Company. Das ist ein Typ, der quasi so einen Abnehmenspritzen-Service gebaut hat. Die Geschichte stimmt dann im Detail doch nicht so ganz, dass es eine Milliarden-Company ist, aber es zeigt, dass super viel Nachfrage nach diesen Produkten existiert. Und auch zu Recht, muss man sagen. Also insbesondere bei Menschen,
[01:01:48] die Übergewicht haben, bei Menschen, die Risikofaktoren schon durch das Übergewicht haben, also Diabetes, Bluthochdruck, Nieren-Schwäche, ist das absoluter Game-Changer, muss man ganz ehrlich so sagen. Das Medikament wirkt mehrfach. Einmal hemmt es den Appetit im Gehirn, andererseits hemmt es die Magenentleerung. Dadurch wird wirklich die Energieaufnahme reduziert.
[01:02:17] Das ist das Allerwichtigste fürs Abnehmen. Man kann gar nicht so viel Sport machen im Regelfall, wie man durch die Reduktion der Energieaufnahme nämlich kompensieren kann. Und das funktioniert super. Also das hat Herz-Kreislauf-Risiken um 40, 50 Prozent in den Kollektiven gesenkt. Das hat die Nierenfunktion deutlich verbessert in diesen Kollektiven. Das ist die Langzeitdaten, die wir haben, ein paar Jahre. Solange man das nimmt.
[01:02:46] Erzähl mal dazu. Ist das dann ein dauerhaftes Thema? Das ist ein dauerhaftes Thema. Das ist tatsächlich so, das blockt, solange du nimmst quasi die Nahrungsaufnahme und wenn du es absetzt, dann kommt zwei Drittel des Gewichts bei zwei Drittel der Leute wieder. Und wenn man sich überlegt, dass du im Schnitt, hier in Manjaro glaube ich 22 Kilo, 25 Kilo,
[01:03:14] wenn du unter der Höchstdosis abgenommen hast in der übergewichtigen Gruppe, was ja echt viel ist, wirklich viel ist. Und auf ein Kilo pro Woche. Genau. Die Geschwindigkeit ist super schnell. Es geht dann so ein bisschen in so eine Sättigungskurve oder so eine asymptotische Kurve, wenn man es ganz genau sagen will, über. Aber wenn es dann wiederkommt, ist natürlich, klar hast du noch ein bisschen was gewonnen. Nur ein Drittel. Hast du noch weniger Gewicht als vorher. Aber es ist schon so, dass die Daten darauf hinzeigen, dass man es eigentlich lebenslang nehmen muss. Was natürlich ein super Geschäftsmodell ist. Wollte ich ja sagen,
[01:03:44] perfektes Produkt der Pharmaindustrie, oder? Er hilft effektiv und du musst es dauerhaft nehmen. Das ist der feuchte Traum von Heat & Pharma Manager. Ja, absolut. Absolut. Und tatsächlich muss man sagen, in diesem Fall ist es wirklich etwas, was ein weltweites großes Problem, gerade in westlichen Gesellschaften, echt mal angeht. Was ist die Kritik außerdem der Dauernutzung? Also die Nebenwirkungsrate ist so ein bisschen ein Problem. Also einige Leute können das nicht vertragen,
[01:04:12] wegen vor allen den gastrointestinaler Nebenwirkungen, Übelkeit, Kopfschmerzen. Sie fühlen sich grippig dadurch. Das ist natürlich ein Problem, aber ein Anwendungsproblem. Die großen ersten Kritiken, die geäußert worden sind, erhöhte Bauchspeicheldrüsenkrebsrate zum Beispiel, die haben sich nicht bestätigt, wenn man sich das immer genauer anschaut, in den jetzigen Studien, in den längeren Beobachtungen. Das war wahrscheinlich... Es ist auch interessant, dass wir viele auch die Wahrnehmung haben, ah, so ein neues Ding, da gibt es keine Studien. Auf der anderen Seite,
[01:04:42] Osempik und Co. gibt es glaube ich seit 2005 oder so, also aus der Diabetes natürlich. Wie siehst du da die Langzeitstudien aus der medizinischen Perspektive? Genau, also die Daten, die wir haben, deuten darauf hin, dass wir keinen Hinweis haben, dass es da wirklich schwerwiegende Langzeitprobleme gibt, außer, dass man, wenn man es abnimmt, natürlich viel Gewicht wieder zurückgewinnt. Und das andere Problem ist, es gibt natürlich so ein, es gibt irgendwann so einen Sättigungseffekt.
[01:05:10] Also das heißt, witzig... Nichts dann betrachtet. Nichts dann betrachtet. Oh mein Gott. Was für ein Entertainment. Also es ist so tatsächlich, dass sich die Wirkung irgendwann so ein bisschen abnutzt. Das heißt also, so über die Zeit kommt dann tatsächlich wieder ein bisschen Gewicht zurück, auch obwohl du es nimmst. Ja, weil du eine Toleranz entwickelst? Ja, wahrscheinlich, weil du eine Toleranz entwickelst. Genau. Und das andere Problem ist, du musst die halt spritzen. Ja.
[01:05:40] Aber sonst sind das, also wirklich von allem, was hier so liegt, super Medikamente, was nicht funktioniert. Jetzt muss ich auch nochmal ein bisschen... Microdosing, gibt es keine Daten, dass das sinnvoll ist. Sind alles theoretische Überlegungen auf der Basis von... Ah, wirklich? Es ist interessant, dass du es sagst, weil ich mache das, will ich dich auch noch gerade fragen. Also ich habe mit der Mindestdosis von Monjaro angefangen und die dann irgendwann halbiert oder so gedrittelt. Also ich nehme super wenig. Von der kleinsten Dosis, irgendwie 2,5 Milligramm oder so, nehme ich so ein Drittel der Spritze. Das kann man ja ganz gut dosieren. Ich habe das Gefühl,
[01:06:10] dass es nach wie vor einen Effekt hat und irgendwann sind mir die Spritzen ausgegangen. So, dann habe ich auf jeden Fall wieder mehr gegessen. Ja, ja, ja, klar. Also die Daten, die es dazu gibt, zeigen, dass es wirklich ein klarer, dosisabhängiger Effekt ist. Es gibt aber auch keine systematische Untersuchung, muss man aller Fernes sagen, bei normalgewichtigen Leuten, dass man das mal wirklich in großem Stil angewendet hat und guckt hat, welche Dosierung, oder wenn man sie reduziert, bringt das da was. Aber das, was wir haben, also wenn, würde ich sagen, wenn du es nimmst, dann nimmst du es richtig. Ja.
[01:06:39] Du musst auch nicht die volle Dosis nehmen, wenn du natürlich den Effekt hast und wenn du nicht so viel Übergewicht hast. Aber klar, dosisabhängiger Effekt, Microdosing, aus nüchterner medizinischer Sicht, ohne Effekt. Und auch die Protektion gegenüber Alzheimer zum Beispiel. Ende des letzten Jahres kam die Studie, glaube ich, Anfang dieses Jahres. Ist leider auch negativ gewesen. Ach ja, da hat er die Aktie einen Sprung gemacht, weil vielleicht gibt es auch nochmal eine andere positive Wirkung. Okay, hat sich nicht bewahrheitet. Hat sich nicht bewahrheitet. Interessant.
[01:07:09] Ja. Wie kriegt man das in Deutschland? Oder ich meine, ihr könnt es wahrscheinlich verschreiben, macht ihr wahrscheinlich regelmäßig, aber wenn jetzt jemand nicht bei euch eine Behandlung... Also das ist ganz normal, man kann das ganz normal, eigentlich jeder Arzt das verorten, als Selbstzahler sowieso kein Problem. Es gibt für Osempi, glaube ich, immer noch die Begrenzung, dass es eigentlich nur beim Typ 2 Diabetes verordnet werden darf. Aber im Grunde gibt es auch, es gibt auch mittlerweile
[01:07:39] im europäischen Ausland Anbieter, die das mit so Telekonsultationen... Wir hatten Sarah Bächstein hier im Podcast die Formalskin gemacht, also Dermatologie online und das mit einer Firma gemerged, die aus dem Abnehmen-Bereich kommt und bieten das in Deutschland das auch an unter Boy, heißt das glaube ich, V-O-Y, wo man das dann online machen kann. Aber natürlich immer noch so, du musst du Fotos hinschicken und so weiter, also es ist jetzt nicht so ganz straightforward, dass du einfach einen Knopf drückst und das kriegst. Ja, das gibt es, also im Ausland mit weniger Regulatorik
[01:08:07] gibt es solche Systeme auch oder per WhatsApp ordern. Aber genau. Aber ehrlicherweise... Oder den Peptidealer fragen. Lieber, lieber nicht. Der Peptidealer hat das bestimmt auch im Angebot. Es gibt auch schon Generika davon. Das heißt also nachgemacht. Das ist ja eine große Frage, also ob es Generika gibt, die den Preis runtertreiben und ob du irgendwann das Oral als Pille einnehmen kannst und den nicht spritzen musst, weil viele davor ja auch Respekt haben. Genau, also es gibt tatsächlich, jetzt muss ich gucken, welches ist der Präparat? Ich glaube, Manjaro gibt es als Orales-Präparat.
[01:08:39] Das gibt es, aber der klassische Weg ist tatsächlich die Spritze. Und das ist aber nicht dramatisch. Also da braucht man, also wenn man sich das mit so einer langen Nadel selber aufzieht, ist das vielleicht problematisch. Aber wenn man den Pen nimmt mit der mikro kleinen Nadel... Muss man sagen, das spürt man gar nicht. Also ich weiß nicht, wie das funktioniert, aber man macht sich das da rein und ich spüre es auf jeden Fall nicht. Genau. Okay, eine haben wir noch. Eine haben wir noch. Was haben wir? Also mach du. Last but not least. Testosteronersatztherapie. Meine Kumpels haben früher gesagt,
[01:09:09] wir gehen nach Istanbul, machen uns die Haare neu. Jetzt sagen sie, komm, wir frissen uns Testosteron, weil wir sind über 40. Was ist da dran? Also was dran ist, ist tatsächlich, so über 40 sinkt der Rest-Testosteron-Spiegel jedes Jahr so um ein, ein, zwei Prozent kontinuierlich. Was wir noch nicht voll verstanden haben, ist, ob das wirklich einen echten biologischen Effekt bei Männern hat. Insbesondere, wenn es keine,
[01:09:38] wenn es absolut asymptomatisch bleibt. Also wir wissen, das ist natürlich assoziiert mit der Knochengesundheit, das ist assoziiert mit Libido, mit Libido, also Sextrieb oder Sexualantrieb, Sexualtrieb. Aber, wenn man sich, wenn man sich die Leitlinien anschaut, wenn man sich die Literatur anguckt, richtig, wirklich effektive Wirkung auf genau sowas, Depression, Muskulatur, Sexualtrieb
[01:10:06] gibt es nur bei den Leuten, die nachgewiesenen, echten, zweimal im Labor nachgewiesenen Mangel an Testoster haben. Okay. Für alle anderen konnte man diese Effekte nicht sehen. Deswegen ist die Frage, was ist Placeboeffekt? Es gibt, in den USA gab es ja einen riesen Ansprung, der Riesen, Riesen Sprung der Verordnung für Testosteron auch über so online. Ist mein Eindruck, also es gab früher diese so Männergesundheitsplattform, das so online Viagra bestellt, dann haben die irgendwann die Geschäftsmodelle erweitert und Abnehmenspritzen gemacht, so und jetzt verkaufen
[01:10:36] die Testosteron, also. Ja, das ist wieder auch so etwas, was aus der, ich glaube ein typisches Phänomen, was auch in der Longevity-Szene weit verbreitet ist, ist, dass wir so diese, die Grundlagenwissenschaftliche Denke anwenden. Wir sehen ein Modell, wir sagen, wir sehen in dem Modell, ist, wenn ich da interveniere, kommt ein Effekt und dieser Effekt muss dann ja auch im Menschen genauso sein. ist er aber nicht. Das ist das größte Problem, die wenigsten, also es gibt
[01:11:07] einen großen Unterschied zwischen den Ergebnissen aus Modellen, den Ergebnissen aus Tieren und wie es dann wirklich im Menschen funktioniert. Eines meiner Lieblingsbeispiele ist Dasatinib, das wird als Senolytikum in anderer Dosierung, muss ich fairerweise sagen. Was bedeutet das? Dasatinib ist ein Medikament, das ist so ein Tyrosinkinase, das ist ein Medikament, das hemmt ganz viele verschiedene Enzyme im Körper. Das wird eingesetzt um um seneszente Zellen, also Zellen, die gealtert sind, aber so Zombizellen
[01:11:37] heißen die im Volksmund. Die sind immer noch aktiv, aber die kriegen eigentlich nichts mehr hin und schicken aber eigentlich nur noch jede Menge dann in diesem Kontext schädliche Botenstoffe aus. Und Dasatinib mit Cortezin zusammen wird genutzt, um die zu eliminieren in der Laufendenreihe von Studien, um so quasi Organe zu verjüngen. Ganz interessanter Ansatz, muss man fairerweise sagen. Aber dieses Medikament in hoher Dosierung löst im Menschen
[01:12:05] eine Erkrankung aus als Nebenwirkung, die es im Tiermodell als allerpotentestes Medikament behandelt und bekämpft hat. Das heißt, Lungenhochdruck heißt die Erkrankung. Wenn man dieses Medikament in Tieren gibt, die einen Lungenhochdruck haben, dann ist das das Medikament, das am effizientesten diesen Lungenhochdruck reduziert hat oder geheilt hat. Und Menschen, die das Medikament nehmen, kriegen den Lungenhochdruck. Das heißt, da sind die Organismen
[01:12:35] eben doch unterschiedlich. Solche Beispiele muss man einfach im Hinterkopf haben. Man kann nicht einfach extrapolieren. So ein bisschen ist das das Problem, dass bei allen diesen Interventionen, die wir sehen, das funktioniert in Tiermodellen, das funktioniert prinzipiell doch und dann müsste doch als nächster logischer Schritt wäre es, ob es auch bei mir funktioniert. Das muss man im Hinterkopf haben, weil der Placebo-Effekt eben auch ein ganz, ganz wichtiger Effekt ist. Kennen wir seit 20 Jahren, je größer die Tablette, je teurer die Tablette
[01:13:04] und je besser das Marketing, desto besser die Wirksamkeit. Ja, vielleicht funktioniert deswegen das Microdosing bei mir, wenn ich mir diese Spritze reinfrausen habe. Ja, okay. Verstanden. Genau. Also auch da leider so, dass ich, wenn man sich die Literatur anguckt, sagen muss, richtig überzeugende Daten, dass das funktioniert. Okay, also Testosteron, wenn dann, wenn Mangel existiert. Genau. Verstanden. Worüber sollten wir noch sprechen im Longevity-Stack oder was sind Themen, die bei euch noch aufkommen von Patienten?
[01:13:34] Mikrobiom ist, glaube ich, noch so ein Thema, das immer wieder mal besprochen wird, tatsächlich immer angesprochen wird, wo wir, ich finde es ein hochspannender Bereich, weil wir wissen, diese Assoziationen, Mikrobiom und metabolische Gesundheit, Mikrobiom und Hirnfunktionen, wirklich große, große Zusammenhänge, dass das einzige Problem, dass das alles so deskriptive Studien sind. Es gibt ganz, ganz wenige Daten, die zeigen,
[01:14:03] eine Intervention am Mikrobiom verändert wirklich das Outcome im Menschen. Entweder gibt es Daten aus Tieren oder es gibt für, für zum Beispiel Stuhltransplantationen, bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, da wissen wir, dass das funktioniert. Bei Patienten, die eine bestimmte bakterielle Infektion im Darm haben, die auf Antibiotika nicht richtig anspricht, da kann so eine Stuhltransplantation, gibt es mittlerweile in Kapseln, früher hat man das mit Nasensonde oder ehrlicherweise Darmsonde gemacht.
[01:14:33] Jesus Christus. Genau, das war ein bisschen aufwendiger. Da funktioniert das und es gibt erste Daten, die ich wiederum auch ganz spannend finde, aus dem Diabetes, dass man mit einem bestimmten Stamm, den man den Menschen gibt, so Marker Hb1c, also das Langzeitblutzrückerwert und andere Marker etwas reduzieren kann, solange dieser Stamm, Akkermansia, heißen die Bakterien, genommen wird. Also da ist,
[01:15:03] da wird noch viel mehr kommen, aber auch da ist die Realität, dass wir im Moment noch versuchen zu verstehen, wie die Kausalzusammenhänge sind und nicht nur die Assoziationen. Das ist ja das große, große Problem. Trotzdem würdest du sagen, jeden Tag 30 Gramm Kimchi essen ist eine gute Idee? Das ist super. Also tatsächlich, wenn du sagst, was kannst du machen, was ist gut fürs Mikrobiom, genau das ist absolut richtig. Kimchi ist super, Ballaststoff ist natürlich super.
[01:15:31] Das sind extrem wichtige Maßnahmen. Das ist tatsächlich auch das Einzige, was wirklich gut funktioniert, um das Mikrobiom gesund zu halten. Wie schlimm ist der Ballaststoffmangel, den es im Schnitt gibt? Gibt es auch so ein Thema, gibt da auch so Limos jetzt mit mehr Ballaststoffen, also auch ein Thema, was im Consumer-Bereich angekommen ist. Wie siehst du das? Also wir essen eigentlich alle viel zu wenig Ballaststoffe. Also wir müssen ja irgendwie 30, 40, 50 Gramm essen am Tag. Das schafft man ja kaum, wenn man ehrlich ist. Und wir wissen, dass diese Ballaststoffe tatsächlich
[01:16:01] ganz, ganz wichtig sind für die Darmengesundheit, auch insbesondere fürs Krebsrisiko, also gegen das Krebsrisiko. Und da sind wir viel zu schlecht. Und so funktionelle Magen-Darm-Erkrankungen sind ein wichtiges Problem. Also viele Leute kommen auch zu uns und sagen, sie haben Verdauungsprobleme. Und dann wird das häufig auf irgendwelche Nahrungsmittelunverträglichkeiten geschoben. Dann werden auch Diagnosen meiner Meinung nach erfunden. So Glutenunverträglichkeiten sind, glaube ich,
[01:16:29] völlig viel zu häufig als Ausrede genommen. Um nicht auch in psychische Aspekte reingehen zu müssen als Arzt. Aber Ballaststoffe helfen da auch. Guter Stuhlgang macht ein gutes Gefühl. Ist leider wirklich... Man sagt ja auch, früher sagte man, Stuhlgang ist der Sex der alten Leute. Das habe ich tatsächlich noch nicht gehört. Und da ist aber was dabei. Okay.
[01:16:59] Also mehr Ballaststoffe, ja. Ist gut. Und ob die Anreicherung jetzt über so Drinks was bringt, kenne ich noch keine Studien zu. Aber es ist ein spannender Ansatz, weil wir es echt nicht schaffen. So ähnlich wie Proteinpulver. Ja, und die Limo, du trinkst du nebenbei. Trinken musst du eh und schmeckt gut. Und vielleicht ist es auch wieder Stichwort Habit-Formation, dann einfacher für viele, das in den Alltag einzubauen. Dann hilft es. Stichwort Supplements, nochmal kurz. Gibt ja auch immer wieder quasi neue Themen, auch große Firmen, die entstehen. Wir hatten zum Beispiel Rafa Frenkchen im Podcast,
[01:17:28] der Kollagen verkauft, super erfolgreiche Firma. Kreatin ist gerade ein Riesenthema. Aber auch so eine Sache, wo es alle paar Jahre auch wieder so ein neues großes Thema gibt, wie was macht Sinn, was ist zu viel? Also ich fange erstmal wieder als Vielverderber an. Es gibt zwei Sachen. Man kommt kaum hinterher mit den Supplements, weil es ja jeden Tag irgendwie was Neues gibt. Es gibt ein neues Präparat, es gibt eine neue Formulierung,
[01:17:55] es gibt auch Studien, ich mache mal extra so, weil die meisten Ansätze, die dann auch mal genutzt werden, eher methodisch große Schwächen haben. Ich gucke ehrlicherweise regelmäßig bei so Online-Datenbanken, die das kuratieren nach, so Examen zum Beispiel. Die machen das vernünftig. Die gucken sich an, welches Supplement für welche Fragestellung welche Daten hat. Und das ist hilfreich. Und da sieht man,
[01:18:25] dass diese Supplements häufig Surrogatparameter nennt man das in der Medizin. Also irgendwelche, dann ist es mal ein Blutwert oder es ist mal ein Blutdruck, wäre ja schon gut. Aber es ist mal die, eine Muskelfunktion, die dann da gemessen wurde, eine ganz spezielle, die verbessert wird. Und da gibt es dann ganz gute Daten, wo man sagt, für diese eine Funktion ist es gut. Daraus aber dann so eine Extrapolation zu machen, sagen, das ist für den gesamten Körper gut,
[01:18:55] ist aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht hoch schwierig. Auf der anderen Seite sind es Nahrungsergänzungsmittel und wenn sie nicht schaden, dann kann man sie auch nehmen. Kreatin ist jährlich was, Erzähl mal kurz, was dann tagt so Kreatin? Kannst du machen. Also Kreatin, wissen wir, ist für Muskelregeneration tatsächlich oder Muskelaufbau, hat gute Evidenz, dass was funktioniert. Für andere, kognitive Funktionen, wird es schon schwächer. Aber es gibt Signale, dass das da funktioniert. Wie viel muss man dafür nehmen?
[01:19:24] Müsste ich tatsächlich gerade selber nachgucken. Er hat wahrscheinlich gesagt, so drei bis fünf Gramm kann das sein. Schon ein paar Gramm pro Tag, oder? Ja, genau. Also es ist schon relativ. Man kriegt dann so Wassereinlagerungen und dann wird das so ein bisschen aufgequollen? Das kann sein als Nebenwirkung, aber ich glaube, es kommt auch an, was du für einen Präparat nimmst. Ich bin da, müsste es tatsächlich nehmen. Also die Realität bei den Supplements bei mir ist, wenn es darum geht, wenn jemand sagt, ich möchte unbedingt Supplements nehmen, dann mache ich in diesem Fall eine personalisierte Analyse. Ich schaue mir das an.
[01:19:54] Ich hatte mir schon so einen Fall gehabt, da hat jemand einen Bluthochdruck gehabt, der auch wirklich behandelt werden musste und hat gesagt, ich möchte auf gar keinen Fall ein Blutdruckmedikament nehmen. Und dann habe ich geschaut, okay, wie ist die Datenlage für Arginin? Da kann man sehen, okay, Arginin hat in bestimmten Daten es geschafft, den Blutdruck 5 bis 8 mm AG zu senken. Haben wir für den dann also eine relativ hohe Konzentration, 12 Gramm am Tag genommen, aber den Deal gemacht, wenn das nicht hilft, dann nimmst du eine echte Tablette. Und es hat nicht geholfen,
[01:20:23] er hat die echte Tablette genommen, aber so gehe ich tatsächlich in diesem Fall dann vor, weil das für mich schon, ich bin kein Freund von so globalen Stacks, muss ich ehrlicherweise sagen. Das ist 20 Jahre Uni-Indoktrination, bleibt dann doch hängen. Okay, heißt auch ein großes Thema, Evidence-Based Stacks quasi, also erst die Analyse machen, gucken, was geht eigentlich ab und dann überlegen, was passt dazu. Und dann sehe ich Supplements tatsächlich wie ein Medikament. Also wenn dir was fehlt, dann musst du überlegen, wenn du Vitamin-D-Mangel hast,
[01:20:54] ist es sinnvoller, dass irgendwie im Shot 20.000 Einheiten oder es sind 2.000 Einheiten am Tag irgendwas, was du machen kannst. So, und dann musst du trotzdem Spiegel kontrollieren. Das sind so, das ist mein Take. Aber ich bin da auch the odd one out, gebe ich zu. Wie ist dein Take, Jürgen? Ich nehme Kreatin jeden Tag, auch ziemlich viel. Aha, wie viel? Es sind so 8 bis 10. Okay, okay. Und du siehst schaub aus. Ja, ne?
[01:21:23] Ich nehme Boa jetzt irgendwie seit ein paar Monaten. Was ist das? Jan, was ist das? Das ist auch ein Spurenelement. Das nimmst du für Haare oder für die? Nee, Testosteron. Für Testosteron. Ich habe bei meinem letzten Years-Check irgendwie einen relativ niedrigen Level gehabt und habe dann Boa angefangen zu nehmen. Und drei Monate später war mein Wert besser. Ohne, dass du Testosteron selbst gespritzt hast? Ja, ja, ja. Also das würde ich nicht machen. Das hat bei mir,
[01:21:52] kann natürlich auch noch zehn andere Faktoren mit reingespielt haben, klar. Aber seitdem nehme ich das. Aber da gibt es tatsächlich, das muss man sagen, da gibt es tatsächlich auch in einem gewissen Zusammenhang eine Evidenz für für Boa und Testosteron. Tatsächlich ist, glaube ich, Boa ist sogar das Spurenelement oder das Supplement, das den größten Einfluss auf den Testosteronspiegel hat. Wie schreibt man das? B-O-R. B-O-R. Boa. Okay, interessant. Also, ja, funktioniert bei mir zumindest ganz gut. Ansonsten ist es bei mir leider so, ich probiere wahnsinnig viel aus.
[01:22:21] Ich bin super empfänglich für alles, genauso wie du wahrscheinlich auch. Und probiere viel aus und, ja, unterm Strich. Was hast du zuletzt aussortiert, weil es für dich nicht funktioniert hat? Ich habe Lycium mal genommen, dann habe ich immer wieder Omega-3 genommen, dann habe ich Arginin genommen, Glycin, Ketogene, Exogene, Ketogene. Also, ich probiere wirklich wahnsinnig viel aus, was alles das,
[01:22:50] was gerade so ein bisschen mal im Trend ist. Wie entscheidest du, ob du es weiter nimmst oder nicht? Oder weitermachst du dann? Ja, ich schaue mir halt irgendwie so meine Werte an. Ob sich da, ich habe ja das Glück, dass ich relativ regelmäßig testen kann und schaue, ob das irgendwo einen Effekt hat und wenn es einen Effekt hatte, ob das auch darauf zurückzuführen ist oder ob es vielleicht Begleitumstände in meiner Routine gab, die sich geändert haben und dann fliegt leider ziemlich viel wieder raus und jetzt bin ich bei Kreatin, Boa, Vitamin D im Winter nehme ich auch und probiere
[01:23:20] viel über Ernährung zu machen. Ich probiere wirklich auf diese... Was funktioniert da bei dir gut? Was bei mir sehr gut funktioniert ist, dass ich morgens eigentlich gar nichts mehr esse, sondern mir einen großen Shake mache mit Protein, Powder und Skier und einer Banane und dann esse ich mittags relativ leicht, das heißt irgendwie Chicken und ein bisschen Gemüse und dann habe ich noch relativ viele Kalorien abends übrig sozusagen, die ich verbrauchen kann
[01:23:49] und das funktioniert sehr gut. Das ist eigentlich auch ein interessantes Thema, das Stichwort Willensstärke ist über den Tag nicht gleich verteilt, bei mir zumindest, abends ist auf jeden Fall deutlich weniger als morgens, ergo, wenn man sich die Kalorien aufspart, in Anführungszeichen, kommt man dann auch besser durch den Tag, als wenn man morgens schon komplett vollgeladen ist mit einem riesen Sandwich. Ja, und auch irgendwo Belohnung, also für mich ist dann abends was Nettes, Schönes zu essen, das ist dann auch eine Belohnung für den Tag
[01:24:17] und morgens bin ich dann eh wieder mit 10.000 Sachen beschäftigt, dann nehme ich das Essen oder die Aufnahme gar nicht so wahr. Was sind sonst Sachen, die für euch gut funktionieren oder für dich, Jan, im ganzen Longevity-Protokoll? Ich war ganz kurz, das ist spannend, weil du das sagst, ich mache es auch so, also ich verspare mir, versuche auch das Essen aufzusparen für den Abend, aber das Problem ist, wenn du abends isst, ist eigentlich nicht richtig auch schon wieder, weil dann ist der, dann ist dann, die Verdauung führt dazu, dass du irgendwie natürlich
[01:24:46] dann schlechter schlafen kannst. Eigentlich musst du morgens richtig, richtig essen und abends eigentlich ganz wenig essen. Das wäre für, für, für die Physiologie und für die, für den Schlaf eigentlich das Beste, aber wie gesagt, das Schlaf ist das, das Schlechteste. Was funktioniert für mich ganz gut, hast du gefragt, was für mich wirklich super gut funktioniert, ist, dass ich morgens nicht mehr das Handy zur Hand nehme und als allererstes E-Mails und Slack und Nachrichten mir angucke,
[01:25:14] sondern die erste Stunde nach dem Aufwachen ist wirklich ohne Bildschirm und das war für mich so ein Game Chatter, weil ich gemerkt habe, ich stehe auf, nehme die Sagen an die Hand, guck erstmal drauf und sofort geht der Puls hoch. Sofort kommt Stress. Kennt jeder Founder. Ja, also genau, auch wenn wirklich mal nichts war, kommt trotzdem irgendwie so Stress. Stress. Genau, es muss ja was sein. Es ist auch was los, genau. So, ne?
[01:25:43] Und ich beginne auch den Tag nicht sofort mit dem Kaffee. Die erste halbe Stunde mache ich ohne Kaffee und dann... Oh Mann, jetzt hast du gerade den Alkohol schon ruiniert und jetzt ist der los. Nee, also tatsächlich muss ich sagen, ich trinke viel zu viel Kaffee und auch viel zu spät und das ist mein, ich sage mal, das ist mein einziges Laster aus dem Alkohol und Essen. Dass ich mir, dass ich mir aber nicht, woran ich mir einrede, dass es was Gutes ist. Schwarzer Kaffee, also insbesondere auch wirklich als Kaffee,
[01:26:13] ungesüßt und ohne Milch, durch die sekundären Pflanzenstoffe, ist wirklich, schützt vor Diabetes, kann das Krebsrisiko senken, bis zu vier Tassen am Tag ist das wirklich super. Aber nicht zu früh. Ja, das ist so, die Idee dahinter ist, dass du, dass du, also erstmal irgendwie in den Tag kommst, ohne dir gleich wieder Vollgas zu geben. Nikotin, oder auch ein ähnliches Prinzip. Du fängst dann an, erstmal mit einer Zigarette und dann,
[01:26:43] rauchen machen wir ja nicht, aber bist du schon erstmal auf Volldampf, statt irgendwie Sand für den Tag zu kommen. Was ich versuche, was überhaupt nicht funktioniert, bin ich auch ganz ehrlich, ist morgens mit so, mit so, so Yoga und, und ein bisschen Bewegung in den Tag zu steigen, um sich zu aktivieren. Das geht bei mir noch nicht, arbeite ich noch dran, Mike Rabbit Formation, versuche ich. Genau, aber diese beiden Sachen waren für mich ein echter, muss ich sagen, echter Game Changer, weil, weil der Stress am Morgen nicht mehr so, also wirklich,
[01:27:13] wirklich spürbar, unterschiedlich. Und das finde ich nochmal eine spannende Überschrift, so Mental Longevity, so von Handynutzung und Stress angefangen, ist ja auch so ein Satz, der kursiert, so der Stress ist ja eigentlich ein Problemfaktor, so den du dir machst durch vollen Alltag und so weiter. Habt ihr dazu noch Themen, die bei Patienten gut funktionieren, die, die super gestresst waren und es jetzt nicht mehr sind oder es zumindest reduziert haben? Ja, also Stress ist, Stress ist total
[01:27:44] schwer, finde ich, generalisierbar zu behandeln, weil du identifizieren musst, woher kommt der Stress, was ist der Stressfaktor? Wir haben, wir kennen ja alle diesen Eu-Stress und Diss-Stress, wir mögen ja alle guten Stress, wir mögen ja alle irgendwie ein bisschen unter Strom stehen und irgendwie was, Vorfreude, dann kann man es vielleicht auf irgendwelche spannenden Erkenntnisse, irgendwas Neues lernen, irgendwas Neues machen, irgendwas schaffen, irgendwas bauen, das treibt einen an und dann gibt es aber Situationen, wo ich sage, jetzt habe ich hier das nächste, hier ist bei einer
[01:28:14] Board-Meeting gesagt, Shoutout an Nils. Aber ja, klar, du hast irgendwie diese Verpflichtung. Verpflichtung, da musst du dich drauf vorbereiten, da hast du eigentlich so richtig Lust zu und dann, und das ist der Stress, der eben schädlich ist. Der Stress führt dann dazu, dass das, das ist auch dann assoziiert mit erhöhtem, mit Herz-Kreislauf-Risiko natürlich, Vorhofflimmer in solchen Geschichten, starrer Herzratenvariabilität, das kann man damit, kann man dann ganz gut messen
[01:28:43] und da musst du natürlich identifizieren, was löst das aus? Das ist die Frage. Genau, und dann musst du gucken, was löst bei dir das aus und wie kann man diesen Stressor eliminieren? Und das kann, das kann im Tagesablauf liegen, dass du irgendwie, das kann daran liegen, dass du zu wenig schläfst und da musst du tatsächlich die Ursache versuchen anzugehen. Wie stark arbeitet ihr mit Patienten daran? Da bist du ja eher dann im Bereich der Psychotherapie oft oder wie siehst du, oder ist es körperlich, dass du sagst, Sport hilft schon mal?
[01:29:13] Nee, absolut. Also das gibt, du kannst natürlich allgemeines Coaching machen, das machen wir auch. Wir haben Coaches insgesamt, was wir seit längerer Zeit aufbauen, ist tatsächlich so ein richtiges Psychocoaching-Konzept, auch für Micro-Rabbit-Formation. Das ist was, was wir, was ich echt gerne noch auch implementieren wollte, damit man das nämlich wirklich systematisch machen kann. Aber gerade in unserer Klientel ist natürlich Zeit auch für sowas knapp und du musst natürlich, je intensiver du arbeitest, desto effizienter
[01:29:42] sind die Maßnahmen. Da wird aber, arbeiten wir auch dran, das kann man glaube ich verraten, wird wahrscheinlich so eine digitale Unterstützung auch helfen können bei solchen Sachen. Also App-begleitet, Wearable-begleitete, so Feedback-Gründen sind Sachen, die da das auch individualisieren können. Was ich beobachtet habe in letzter Zeit, was sehr viel hilft, auch wieder banal ist, ist Sachen aufzuschreiben,
[01:30:12] sich die Sachen buchstäblich aus dem Kopf zu schreiben. Also wenn du abends, manchen nennst Journaling, manchen nennst whatever, wenn du dich abends hinsetzt und draufschreibst, was den Tag über passiert ist, was dich gestresst hat, dann kannst du das oder ich für meinen Tag irgendwie ein bisschen besser einordnen. Besser loslassen. Ja. Und dann mache ich mir noch einen Plan für den nächsten Tag so grob, dass ich weiß, was auf mich zukommt und dann ist das irgendwie weg. Ja. Das hilft krass viel meiner Meinung nach und was ich jetzt seit neuestem mache,
[01:30:41] was der absolute Game-Changer ist, dass ich Instagram gelöscht habe und dadurch bedingt nicht mehr eine Stunde, was ich wirklich getan habe, abends im Bett, da so mir irgendwelche Memes anzuschauen. Das ist echt ein krasser Unterschied. Komplett zu löschen? Ja. Also, ich habe es oft komplett gelöscht und bin dann wieder an irgendeine Grenze gestoßen, dass ich dann wieder irgendwie, weißt du, für Podcast Research, da musst du es dir doch anschauen, ein bisschen bin ich gerade unterwegs und es hat mich dann genervt und ich habe jetzt so einen Blocker für tagsüber installiert zumindest. Also, das ist quasi, ich kann es tagsüber nicht öffnen und so Sperrzeiten
[01:31:11] und abends geht es dann wieder. Das finde ich für mich jetzt ganz gut und auf dem Computer kann ich es noch nutzen. Ja, genau, auf dem Computer. Ich habe auch mir vorher immer ganz viele kreative Ausreden reinfallen lassen, warum es auch braucht. war ich auch Profi drin. Oh mein Gott. Nur im Browser Geschichte, das ist glaube ich, ja, ist ein guter Weg. Okay. Was auch, also was mir ehrlicherweise persönlich auch sehr hilft, ist AI, ne? Wenn du dir einen eigenen
[01:31:40] so einen Personal Assistant baust. Hast du dir einen Coach gepromptet? Ich habe mir keinen Coach geprompt, sondern ich habe mir so einen Personal Assistant gepromptet, der mir, der geht durch die E-Mails, der sortiert mir diese wichtigen Sachen vor, der schreibt mir einen Daily Brief, der erinnert mich an wichtige Sachen. Ich habe mir so eine App gebaut, wo ich meine 7000 offenen Tabs im Browser einfach mit einem Klick wegschießen kann. Der sortiert mir die, erinnert mich an wichtige Sachen, der extrahiert mir die Informationen,
[01:32:09] macht sie durchsuchbar. Und reduziert dadurch den Stress, weil es weniger Stuff ist. Meine Mental Load, weil ich, genau, weil dieser, das ist so ein bisschen, das ist mir, als du es gesagt hast, mit dem Aufschreiben. Ja, aber das ist ein guter Punkt. Ich habe auch 480 Tabs offen. Und in der Sekunde, in der ich vor den Laptop gehe, ist erstmal Stress, weil es so viele Tabs sind. Das ist so dieses Mental Load Konzept. Das ist ja... Kennen Eltern auch. Genau. Das ist gerade für Eltern, so hat das bei mir auch angefangen. Die Mental Load kriegst du weg, indem du das wegschiebst.
[01:32:39] Und die, gerade, ich glaube, Mütter, muss man fairerweise sagen, haben da nochmal, gerade was die Familie angeht, diese Sachen, die sie alle mit sich rumtragen. Und was funktioniert, was wirklich funktioniert auch, ist, wenn es aufgeschrieben wird, solche Sachen. Dass sie eben nicht das Gefühl haben, sie ist alles im Kopf breiten, sie können es nachgucken. Und da ist natürlich AI perfekt. Also gerade so in Zeiten von Open Cloud, wie auch man das nennt. Nochmal kurz zu der Business-Seite. Was ich super spannend fand, ist, ich habe mir Nils telefoniert, der aus den Board-Meetings.
[01:33:09] Und der meinte, hier sind ja eigentlich zwei verschiedene Geschäftsmodelle. Das ist zum einen die Klinik und eigentlich ist es aber ein Datengeschäftsmodell. Erklär mal, was das bedeutet. Ja, also bei uns ist es so, dass die Klinik unser zweites Business-Modell bedingt. Wir wollen ein Verlaufsdatenset von Aging-Biomarkern bauen. Ganz banal gesprochen, wenn Menschen, 1000 Menschen, 2000 Menschen, eine Kohorte von 2000 Menschen zu uns kommt,
[01:33:39] und zwar jährlich und jedes Jahr exakt das gleiche Programm durchläuft, also die gleichen Tests macht, dann haben wir über Zeit ein sehr, sehr tiefgehendes Datenset an Verlaufsdaten. Und das ist die Basis für ganz viele spannende Kommerzialisierungswege. Also für Big Pharma ist das aus verschiedensten Gründen sehr interessant für sich. Für Versicherungen mag es auch interessant sein. Es ist irgendwo bestimmt auch eine Grundlage für die KI,
[01:34:09] für LLMs und natürlich auch irgendwo eine Möglichkeit, eigene Altersmodelle oder Alterungsmodelle zu bauen. Da kann Jan gleich nochmal im Detail drauf eingehen. Aber definitiv ist es so, dass die Klinik, wenn sie denn funktioniert und wir eine hohe Retention Rate haben, der elementare Faktor für das eigentliche Businessmodell der Datensammlung ist. Weil es genug Datensets gibt, wo Patienten analysiert werden, wo man sagt,
[01:34:38] okay, in der Bevölkerungsgruppe passiert das und das, aber es gibt wenig Daten über Zeitreihen, dass Leute wirklich mehrere Jahre hinweg begleitet wurden und dieses Datenset baut ja auf. Genau. Das gibt es so in der Form, wie wir es bauen, nicht aus verschiedensten Gründen. Es ist viel im Forschungsbereich, da sind die Leute dann, kommen nicht so über so viele Jahre hin. Es sind vielleicht weniger Diagnostiken, die zusammen, die gemacht werden. Es gibt verschiedenste
[01:35:08] Player, die Daten von unterschiedlichen Sourcen zusammenkaufen, also die Daten nicht selber erheben, so wie wir das tun. Da hast du natürlich viele Qualitätsprobleme, die damit einhergehen. Du kannst nicht kontrollieren, was wirklich passiert beim Datensammeln oder Daten erheben und das kann man eigentlich nur durch wirklich eigene Kliniken sicherstellen, plus du kannst nur durch eigene Kliniken steuern, dass du eine Retention Rate hast,
[01:35:38] also dass Leute wirklich wiederkommen. Wenn wir jetzt 50.000 Patienten haben, die nur einmal bei uns waren versus 2.000 Patienten, die über 5 Jahre hinweggekommen sind, dann ist das ein Riesenunterschied. Okay, okay. Sind die Patienten cool damit, dass ihre Daten genutzt werden? Ja, also die meisten stimmen zu. Wir müssen da natürlich Zustimmung einholen. Ich glaube, wir sind jetzt bei 75, 80 Prozent, die das gerne machen. Also das ist natürlich
[01:36:07] genau das. Ich bin total überrascht, dass so viele Leute das gut finden. Das spricht wirklich für die Klientel und für die Community, dass die da wirklich verstehen, dass es auch darum geht, noch mehr zu verstehen, was altern ist. Und wenn ich so an die Uniklinikstudien denke, da waren wir mit viel geringeren Zustimmungsraten unterwegs. Das finde ich schon echt toll. Und die haben natürlich, klar, da halten wir uns alle Regeln, die wir halten müssen, ganz dezidierte,
[01:36:38] mehrfache Unterschriften, die geleistet werden müssen, um zuzustimmen. Und es ist noch kein Geschäftsmodell? Also noch ist das jetzt kein Revenue Stream für euch, aber kann einer werden in Zukunft? Genau, also jetzt gerade sind wir wirklich am Sammeln und am Strukturieren. Uns gibt es seit eineinhalb Jahren, das heißt, wir haben jetzt gerade so die erste Welle der Patienten, die zum zweiten Mal wiederkommen. Irgendwann, wenn die Patienten dann dreimal vielleicht bei uns gewesen sind, dann kann man erste Erkenntnisse generieren. Okay. Wie soll es
[01:37:08] sonst weitergehen bei der E-S-Klinik? Was steht an in nächster Zeit? Ja, wir planen gerade einen zweiten Standort in München, den wir hoffentlich Ende des Jahres, Anfang nächsten Jahres aufmachen und dann, wenn das weiterhin so gut funktioniert wie der Standort in Berlin, macht es sicherlich Sinn, auch noch den einen oder anderen weiteren Standort aufzumachen, dann wahrscheinlich auch außerhalb Deutschlands. Okay. Elon Musk spricht immer über Limiting Factors. Was ist euer
[01:37:37] limitierender Faktor, um alle zu bedienen? Das war schon gesagt, wäre doch schön, alle Patienten bedienen zu können. Was ist der limitierende Faktor? Ja, es gibt wahrscheinlich mehrere, Faktoren, das ist natürlich die Kosten der Diagnostik, also es können sich Stand heute einfach noch nicht so viele Menschen leisten beziehungsweise Versicherungen bezuschussen, das nicht so, wie sie es tun sollten und dann ist es natürlich eine Kapazitätsthematik, also die Kunden
[01:38:06] sind bei uns sechs bis neun Stunden in der Klinik, die Ärzte bereiten das vor, die Ärzte bereiten das nach, also es ist ein sehr hoher Zeitaufwand pro Patient und das kann man mit Sicherheit, in Zukunft durch AI kürzen, aber ich für meinen Teil halte es immer noch für sehr wichtig, dass ein Mensch das letzte Element in der Kette vor dem Patienten ist. Ist es schwer, gute Ärzte zu finden? Für das Modell? Das ist total schwer,
[01:38:35] weil die Anforderung an Ärzte ist, das müssen ja, das müssen A, also Ärzte sind prinzipiell ja sehr konservativ, muss man schon mal sagen, das heißt, es muss jemand sein, der ist offen für ein neues Modell, der sich traut, raus aus den festgetretenen Pfaden zu gehen, das ist schon mal der erste Teil, aber der entscheidende Faktor ist, dass man jemanden findet, der ein wirklich guter Arzt ist, der einen Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten hat, der versteht, wie Studien aufgebaut sind und der dann gleichzeitig auch bereit genug ausgebildet ist,
[01:39:04] diese Diagnostik durchzuführen, weil wir eben keine Klinik gebaut haben mit 40 verschiedenen Fachspezialisten, sondern wir haben das Konzept so gebaut, dass ein Arzt auch dein Ansprechpartner ist, der dich dann da betreut und klar besprechen wir untereinander und mit unserem Netzwerk dann die Spezialfälle, aber du hast einen Arzt, der diese gesamte ärztliche Diagnostik macht und auch die gesamte Betreuung, den Betreuungsplan dann individuell erstellt und das ist
[01:39:34] natürlich schon eine Herausforderung, da jemanden zu finden, der da wirklich auch tief drin ist, tief und breit bedienen kann. Gibt es noch was zur Zukunft von Years, über das wir noch nicht gesprochen haben? Ich glaube und ich hoffe, dass Years wirklich so der Antrieb sein kann, ein umdenkendes Gesundheitssystem in Richtung Prävention zu schieben, weil wir zeigen, dass A, das Interesse da ist, B, und das ist die Aufgabe, die wir jetzt haben,
[01:40:04] auch zeigen, dass das Projekt funktioniert medizinisch, also das, was wir gerade schon angedeutet haben, was detektieren wir, das auch zu zeigen, also wissenschaftlich zu zeigen, publizieren, um da die wissenschaftliche Kredibilität auch aufzubauen, zu sagen, okay, das geht und so auch mehr und mehr GKVen überzeugen können, mit uns gemeinsame Wege zu gehen und zu entdecken, wie wir deren Patienten mehr und mehr einbinden können, bis wir in der Lage sind, aus den Daten und vielleicht auch
[01:40:34] mit anderen Daten, die es gibt, solche Extrapolationen durchzuführen, um es dann noch schneller und besser skalieren zu können. Okay, das heißt, ein großer limitierender Faktor ist tatsächlich das Thema gesetzliche Krankenkassen? Das Thema Geld, also wer bezahlt, das ist der entscheidende limitierende Faktor. Also wir müssen, wir möchten, wir möchten das jedem anbieten, aber der Aufwand, der muss bezahlt werden und aktuell sind das, sind die Verfahren teuer,
[01:41:03] sind die Wege teuer und da müssen wir die Kosten senken, um das allen anbieten zu können, durch innovative Ideen. Wenn es jemand ausprobieren will, wohin soll er sich wenden? Gibt es einen Special Deal? für die Foundermode Community? Ich habe verstanden, ihr seid ein bisschen eingeschränkt durch diese Gebührenordnung, das ist schade. Ja genau, also auf medizinische Leistung dürfen wir leider überhaupt keine Rabatte gewähren, ist strengstens verboten. Wir haben aber auch einen kleinen nicht medizinischen Teil dabei
[01:41:32] und da können wir sicherlich einen guten Deal. Okay, finde ich gut, dann meldet euch mal bei mir über die Foundermode, entweder WhatsApp Community oder LinkedIn oder so, oder schreibt mir mal und dann connecte ich euch damit mit Jan und Jürgen, würde mich auch mal interessieren. Wie viele Leute sich da melden? Durchaus bei mir im Freundeskreis, viele Founder waren schon bei euch, interessieren sich dafür, haben das Thema auf jeden Fall top of mind. Das ist, ich glaube, ein super relevantes Thema. So quasi dieses Umdenken von ich bin krank und gehe zum Arzt zu, ich nehme das jetzt mal vorab in die Hand und mache die Prävention und schaue mir meine Marke an und probiere mich da ein bisschen besser zu verstehen
[01:42:02] in meinem Körper und meinem Geist. Ja, ich glaube auch, das passt irgendwie auch, weil man dadurch, durch hier es bedingt, so ein bisschen Kontrolle hat über sich selber. Man sieht halt die Daten und die Daten werden interpretiert und man fördert so ein bisschen Sinn und Logik. Wo findet man euch? Im Internet. Hier ist Punkt... CO. Hier ist Punkt CO. Genau, noch in Charlottenburg in Berlin. Charlottenburg, nah am Kudamm. Genau. Bald vielleicht in München, bald vielleicht im Ausland.
[01:42:32] Genau. Schön, dass ihr hier wart, Jungs. Hat richtig viel Spaß gemacht. Vielen Dank. Ich habe was mitgenommen. Schöner Ritt durch das Business und die Wissenschaft und die Medizin. Sehr schön. Das ist super spannend. Vielen Dank. Danke auch. Danke dir. Danke dir. Danke.

