Von simplen Ideen zum Milliardengeschäft: Pixar, Codie Sanchez & Thermomix | E 23
Founder Mode26. Februar 2025
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01:00:43

Von simplen Ideen zum Milliardengeschäft: Pixar, Codie Sanchez & Thermomix | E 23

In dieser Folge von Founder Mode tauchen wir in drei spannende Themen ein, die zeigen, wie unterschiedlich Erfolg aussehen kann – von Kreativität bis hin zu bodenständigem Unternehmertum.

Themen der Folge:

  • Pixar und Steve Jobs:

Wie Pixar von einem kleinen Computer-Unternehmen zur erfolgreichsten Animationsfirma der Welt wurde. Was hat Steve Jobs damit zu tun? Wie entstanden Filme wie Toy Story und Findet Nemo? Und warum Pixar eine „Revenge Company“ ist.

  • Codie Sanchez und „Boring Businesses“:

Wie die erfolgreiche Unternehmerin zeigt, dass langweilige Geschäftsmodelle wie Waschsalons, MedSpas oder Cannabis-Dispensaries oft die besten Renditen bringen – und warum sie 2,5 Millionen Follower mit ihrer Message erreicht.

  • Thermomix und Vorwerk:

Wie ein Küchengerät aus Wuppertal zur deutschen Innovations-Ikone wurde. Warum Vorwerk mit einem Abo-Modell für Rezepte jährlich Millionen verdient. Und wie der Direktvertrieb das Unternehmen zum Erfolg brachte.


Eine Folge voller Learnings über Kreativität, Unternehmertum und die Verbindung von Tradition und Innovation.


Mehr Infos zu Feliks und Moritz findest du hier:

https://www.linkedin.com/in/eyser/ 

https://www.linkedin.com/in/moritzblees/ 


Marker:

(00:00:00) Cody Sanchez: Unconventional Acquisitions und ihre Ansätze

(00:05:51) Optimierungspotenzial bei Unternehmensübernahmen

(00:07:52) Die Macht der sozialen Medien im Unternehmertum

(00:08:59) Main Street Millionär: Der Weg zum Unternehmertum

(00:11:05) Die Geschichte von Olman und Jen: Ein Unternehmerpaar

(00:15:46) Die Herausforderungen beim Kauf eines MedSpa

(00:21:47) Boring Businesses und die Rolle der Technologie

(00:26:33) Die Anfänge von Pixar

(00:35:37) Die Beziehung zwischen Pixar und Disney

(00:43:59) Der Thermomix: Ein deutsches Phänomen

[00:00:00] Ach ja, damals in den 90ern, da haben wir das noch so und so gemacht. Ja, hab ich den Leuten des Botox noch in die Zähne gespritzt. Denken sich aber jetzt sind wir zwei Typen mit einer guten Idee und haben kein Geld. Mit wem könnten wir denn sprechen? Er stellt sich raus, 1985, etwa zur gleichen Zeit, gibt's ein großes Drama bei Apple und Steve Jobs wird rausgeschmissen. Meine topdeutschen Erfindungen sind das MP3-Format, der Kärcher, die Tonybox und der Thermomix. Das ist meine Liste.

[00:00:29] Mehrspitze ist schon wieder so ein deutsches Wort, das mir überhaupt nicht gefällt. Willkommen zu Founder, dem Podcast, der dich schneller auf Touren bringt als der Thermomix 7. Wir sprechen heute über Codie Sanchez und das Kaufen von Mainstream-Businesses. Was die Geschichte von Pixar ist. Welche Rolle Steve Jobs gespielt hat und schließen ab mit der spannendsten deutschen Produktgeschichte, dem Launch des neuen Thermomix und dem unternehmerischen Erfolg der Firma Vorwerk. Viel Spaß! Viel Spaß!

[00:00:55] Felix, ich wollte dir eigentlich heute eine ganz andere Geschichte erzählen, aber ich bin in Vorbereitung auf diesen Podcast heute relativ spontan in so einem LinkedIn-Reddit-Hole verschwunden über einen Beitrag von... Du hast beim Research wieder prokrastiniert, würdest du sagen, bist auf LinkedIn in ein ganz anderes Thema gekommen. Aber hast es zum Content gemacht? Exakt das, ich hab gepivotet quasi. Und kennst du Cody Sanchez?

[00:01:27] Der Name? Sag mir was. Ich weiß nicht, ich kann es nicht zuordnen. Dann lass mich dich mal tief ins Wunderland führen. Wer ist Cody Sanchez? Cody Sanchez ist am 23. August 1986 geboren, also ein Jahr älter als ich, jetzt 38. Erstmal nichts Besonderes, geht zur Uni in Phoenix, Arizona, ist da Vorsitzende der P-Beta-Phi Sorority. Also so richtiger College-Movie-Kram.

[00:01:57] Und studiert da Journalismus und PR, also eigentlich Journalistin von Haus aus. Und geht danach dann erst mal 2008 nach Juarez, wo gerade dieser War on Drug stattfindet. und macht da so richtig, ähm, richtig deepen, so Recherche-Shit irgendwie mit, ähm, Human Trafficking und, ähm, wie da die, ähm, war on drugs, die Leute abgeschlachtet werden.

[00:02:26] Die Geschichte wird grad ein bisschen düster. Ja, die Geschichte wird ein bisschen düster. Sagt dann aber auch, ähm, irgendwann so, okay, ähm, ist ja ein bisschen zu krass. Insofern, äh, ein bisschen nicht mehr. Geht dann zu Vanguard, macht da, also entdeckt quasi ihre Liebe fürs Investmentbanking, macht dann noch ein MBA. Und ohne da jetzt... Die Journalistin entdeckt die Liebe zum Investmentbanking, das klassische Karrieremove. Ja, in den USA ehrlicherweise, ja.

[00:02:50] Und, ähm, ja, ohne jetzt den Lebenslauf im, äh, im Ganzen durchzugehen, macht sie dann im Prinzip eine relativ klassische Investmentkarriere. Goldman Sachs, State Street und so weiter. Und dann kommt, wie bei so vielen Menschen, so der Inflection Point in ihrem Leben, Covid. Und während sie in, ähm, in Covid ist, hat sie so zwei Aha-Momente.

[00:03:15] Nämlich das eine ist, sie merkt, dass ganz viele Menschen um sie drumherum finanziell keine Bildung haben, finanziell unsicher sind, unsichere Zeit, ähm, so Sachen in Frage stellen. Und sie möchte, ähnlich wie wir, Menschen helfen, mehr unternehmerisch zu denken und dadurch finanziell unabhängig zu werden.

[00:03:37] Und da hat sie so einen Schlüsselmoment, wo sie bemerkt, dass viele Menschen, mit denen sie in Kontakt sind, denken, man müsse quasi eine bahnbrechende Startup-Idee haben, um damit reich zu werden.

[00:03:48] Und weil sie aber in diesem Investmentbereich unterwegs ist und sie ja auch das Geld von den Millionären irgendwie anlegt, sagt sie, okay, es gibt einen ganz, ganz krassen Disconnect zwischen, was die Leute denken, wie man reich wird und wie die Menschen, die sie tagtäglich sieht, eigentlich reich geworden sind. Okay, sie sagt, die Leute denken alle, du bist Mark Zuckerberg, startest eine Firma, bringst sie an die Börse, wirst Milliardär. Aber sie sieht in ihren Kunden einen anderen Weg.

[00:04:18] Genau, sie sieht, ähm, boring businesses, nennt sie es. So, opportunity is found in the disconnect between narrative and the truth, ist so ihr Motto. Und sagt, das ist ein ganz großes Missverständnis, die meisten werden mit boring businesses reich. Bedeutet, ähm, sie spricht von Waschsalons, Fensterreinigungen, Liquor Stores, ähm, Physiotherapieketten und so weiter.

[00:04:44] Und ihre Kernthese ist, es gibt ein großes Missverständnis, wie Menschen reich werden und wie Menschen denken, dass sie reich werden. Und weil sie ja selber von Haus aus Journalistin ist, entdeckt sie quasi, ähm, ihre Liebe dazu, das zu erklären. Und sie gründet zwei Firmen gleichzeitig in der Zeit. Einmal Unconventional Acquisitions, wo sie quasi Firmen kauft, komme ich gleich noch genauer drauf. Und einmal Contrarian Thinking, wo sie das Leuten erklärt und erzählt.

[00:05:13] Und wenn ich ja kurz drüber nachdenke, auf diese Kernhypothese mit dem, wie Leute denken, dass sie reich werden, wie sie reich werden, muss ich auch sagen, ich glaube, es gibt in Deutschland mit Sicherheit mehr Großhandwerksbetriebe, die Millionäre produzieren, als D2C oder AI-Millionäre. Also wir kennen die nur nicht, weil schreibt ja keiner. Ich fahre mal bei so einem Racing-Event bei Porsche auf der Rennstrecke in Leipzig, die haben bei dem Werk, haben die so eine Teststrecke, wo du Events machen kannst. Im Grunde kannst du driften und so weiter.

[00:05:43] War total lustig. Das Interessante bei den Teilnehmern war, ich hätte da keinen einzigen Startup-Founder gesehen. Da hat niemand irgendwas im Internet gemacht. Das war der Dachdecker aus Lüneburg, der Typ, der irgendwie fünf Tankstellen betreibt in Kassel. Und irgendwie der Versicherungsmakler, der es irgendwie geschafft hat. So solche Leute machen bei diesem Event. McDonalds-Franchise-Nehmer. Ja, das kennen wir richtig. Die haben auch alle die gleichen Schuhe angehabt wahrscheinlich. Heute würden die da alle in so einem Schuh an geschoben. Ja, und so Camp David-Hemden und so weiter. Ja, genau. Aber das ist tatsächlich, das ist wie der übliche Millionär aussieht.

[00:06:15] Und daraus hat sie dann erstmal mit Unconventional Acquisitions, hat sie dann ihr eigenes Investmentportfolio aufgebaut. Bei dem sie dann einige kleine Firmen selber gekauft hat, die einfach irgendwie gut funktionieren, gute Märkte sind, aber nicht gut gemacht werden häufig. Also Waschsalons, das sind relativ viele Cannabis-Händler auch gekauft. Also wirklich so diese Cannabis-Endkundenhändler, weil sie sagt, da ist ganz häufig irgendwie wertschaffbar, weil das nicht professionell gemacht wird.

[00:06:44] Hier sagt ja, die Owner sind halt meistens die besten Kunden in solchen Businesses. Ergo durchs Optimierungspotenzial. Ja, und sie kommt da halt aus ihrer Finance, mit ihrem Finance-Background an und kauft diese Businesses teilweise mit Verkäuferdarlehen und dann nochmal massiv geleveraged und, und, und. Also teilweise ohne einen Euro eigenes Geld mitzubringen. Okay, sie hat ein bisschen Geld von ihren Finance-Jobs wahrscheinlich. Sie würde es auch nicht im Hungertuch genagt haben, aber sie findet auch einen Weg,

[00:07:11] diese Akquisition mit fremdem Geld zu finanzieren, mit Banken. Wenn da alone heißt, der Verkäufer verzichtet auf einen Teil des Preises, musst du später bezahlen. Also der gibt dir quasi einen Kredit. Okay, genau. Muss gar nicht selber Millionen mitbringen. Richtig. Und die zweite Firma, die sie macht, ist Contrarian Thinking. Contrarian Thinking, muss man an der Stelle sagen, startet gar nicht wirklich als Firma,

[00:07:33] sondern es startet eher so als Blog und Newsletter und wird dann mit der Zeit so ein Vehikel ähnlich wie Immocation zum Beispiel, falls du die kennst. Da kann man so Kurse machen, wie man Mehrfamilienhäuser kauft, so sinngemäß. Genau, genau. So ein Education-Business. Genau, das ist ein Education-Business, wo Leute Kurse anbieten, wie man quasi mit Immobilieninvestments Geld macht. Und so fängt sie dann eben auch an, im Grunde auch für die Bauligs, über die wir ja auch schon geredet hatten,

[00:08:03] Videokurse anzubieten mit so Check-ins, Checklisten, weiteren Sachen und hat so Sachen wie jetzt… Mit der Frage, wie kaufe ich eigentlich ein Small Business, wie kaufe ich einen Waschsalon, wo kriege ich die Kohle her, wo finde ich die Unternehmen, wie gucke ich mir an, ob das alles seriös ist, wie managet dieses Ding dann auch danach. Genau, hat Listen mit so 130 Businesses I love to buy and why. Und es ist ja Covid, das heißt, alle sitzen zu Hause und denken über ihr Leben nach.

[00:08:32] Und da kommt dann so eine Frau, die ist auch relativ telegen, mit so einem uramerikanischen Traum von Freiheit und dein eigener Chefsein um die Ecke. Und das Ding geht völlig durch die Decke. Rate mal, was die heute so an Social Media Following hat, über die verschiedenen Kanäle. Keine Ahnung, siebenstellig?

[00:08:55] Ja, genau, aber es sind 2,4 Millionen Instagram-Fans, es sind 1,7 Millionen YouTube-Fans, es sind 1,7 Millionen TikTok-Fans, es sind 430.000 LinkedIn-Follower und es sind 750.000 Newsletter-Abonnenten. Und die wollen alle Firmen kaufen? Das ist der Content, über den sie redet? Das ist der Content, über den sie redet. Der Content, über den sie redet, ist, also, ist, wie kannst du Unternehmer werden, ohne dafür ein IPO machen zu müssen? Wie kannst du also quasi...

[00:09:23] Hat die auch dieses Buch geschrieben? Es gibt doch so ein Buch, oder? Ist das von der? Tatsächlich hat sie auch ein Buch geschrieben, genau. Das ist dieses, was ist das? Main Street Millionaire. Main Street Millionaire, okay, das kannte ich, ja. Das ist nämlich so die Kernidee von ihr, dass sie sagt, so dieses Main Street Business ganz, ganz häufig, du, keine Ahnung, der Friseursalon, der Typ, der ist nicht morgens aufgestanden und hat gesagt, ich werde Unternehmer. Trotzdem ist er Unternehmer. Und davon gibt es viele, davon gibt es sogar die meisten, würde ich sagen.

[00:09:52] Und sie sagt halt, wenn du, es gibt ein Framework, danach kannst du dir das angucken und so und so kannst du quasi das Selbstbewusstsein bekommen, deinen eigenen Laden zu Grunde. Und sie ist kredibel, weil sie selber eben auch diese Businesses kauft. Selber sagen kann, guck mal, so habe ich diese Dispensaries gekauft oder hier diese Waschsalons. Genau, sie ist kredibel. Sie spricht aus Erfahrung. Genau, das ist jetzt einmal selber gemacht.

[00:10:17] Dann hilft natürlich ihr, A, ihr Journalismus Background in der Aufbereitung des Storytellings und B, ihr Finance Background im, worauf achte ich eigentlich, wie untersuche ich so einen Markt, das ist eigentlich wichtig daran und so weiter. Und so hat sie diese Möglichkeiten und rechnet dann einmal auch vor, es gibt in den USA 22,7 Millionen Millionäre, extrem viel, es sind 6,6 Prozent der US-Amerikaner, 40 Prozent der Millionäre auf diesem Planeten.

[00:10:47] Zum Vergleich in Deutschland sind es 3 Prozent Millionäre. In Monaco sind es 30, habe ich mal gelesen. Davon sind wahrscheinlich auch 28 Prozent kriminell. Und es gab im Jahr 2021, wo es ja noch Covid war, den IPO-Peak in den USA, gab es 562 IPOs. Sagen wir mal, es gibt pro IPO 50 neue Millionäre, dann waren das 30.000 in dem Jahr.

[00:11:12] Also, in anderen Worten, die meisten Menschen werden nicht durch einen Börsengang, also es gibt eine krasse Schere zwischen worüber wird gesprochen und was ist die Realität. Okay, auf TechCrunch steht hier IPO von, weiß ich nicht, Stripe, okay, 200 Mitarbeiter werden Millionäre, aber es macht den kleinsten Teil aus, die allermeisten kommen anders zu Geld, vielleicht durch Erben, Ja, oder keine Ahnung, selbst in unserer Blase.

[00:11:42] Also, wenn du jetzt jemanden kennst, der einfach irgendwie gut und ein bisschen skilled eine Software-Bodo hochgebootstrappt hat auf drei Millionen ARA und noch so ein paar gute Immobilieninvestments gemacht hat, dem geht es finanziell richtig, richtig gut. Von dem hast du noch nie gehört. Ja, ja. Okay. Und das ist so ihr Ding. Wie bist du jetzt auf LinkedIn auf die gekommen? Oder was war da? Genau, ja, guter Punkt.

[00:12:12] Ich bin auf LinkedIn dadurch gekommen, dass sie die Geschichte erzählt von Allman und Jen. So, und Allman und Jen sind dann quasi ihr, wie sie mal darlegt, wie eigentlich so was aussehen kann. Und die Geschichte beginnt damit, dass Allman mit seiner Frau Jen zu einem Metz-Bar geht. Gibt es in Deutschland noch nicht so richtig ein Wort für, aber das sind so, da gibt es diese Injections, Botox, NAD+, Long-Jubility, so Zeug, weil ich glaube, am nächsten kommt der High-Studio dran. Der begleitet sie zu dem Termin und dann zahlt sie 800 Dollar für 20 Minuten Lipfeder-Treatment.

[00:12:42] Und der sitzt daneben und sagt, what the fuck? Und er meckert dann aber. Sagt der Ehemann. Sagt der Ehemann, genau. Und er meckert, weil er ja sagt, okay, aber trotzdem war die Experience doch scheiße. Also es gibt keine digitale Terminvergabe. Ich habe hier nicht wirklich einen Kaffee. Was hätte ich denn also? Es gibt auch ganz viele Möglichkeiten, wie man das die geiler machen kann. Und dann schaut er sich zu Hause, fängt er dann zu googeln, was so die Margen auf Botox, Injections, Skin-Treats und so weiter sind und denkt sich, okay, krass. Das ist eine große Überraschung. Sehr hoch. Mega Business, genau.

[00:13:11] Und sie beschreibt dann kurz, wie sie den Markt sieht. Sagt dann so, okay, Average Cross Margin von einer Medical-Spaus von 71 Prozent, also sehr hoch. Der Markt wächst 20 Prozent pro Jahr. Sehr hohe Wachstumsquote. Ein Drittel der Klienten haben ein Annual Household Income über 100.000 Dollar. Also du kannst auch viel Upselling machen, sind sehr solvent. Okay, ein Galsbesitz. Und du und ich, wir würden jetzt sagen, okay, geil, wie können wir jetzt MadSpa gründen?

[00:13:40] Wo kriegt man eine Ladenfläche her? Braucht man einen Arzt oder nicht? Wo bestellt man eigentlich Botox? Gibt es das bei Alibaba? Ganz genau. Wir würden uns überlegen, okay, wie baut man sowas vom Scratch? Und ich glaube, die Geschichte geht so weiter, dass die das nicht vom Scratch kaufen, äh, bauen. Nee, genau, die machen es nicht vom Scratch, weil sie sagt dann so, ja okay, aber Jen ist Krankenschwester, Orman hat, glaube ich, bei einer Versicherung gearbeitet, also ist ein bisschen so business savvy, aber jetzt auch kein Unternehmer.

[00:14:10] Und sie sagt dann so, ja okay, die Downsides sind halt, du brauchst Skilled Labor und es ist teuer, das irgendwie zu machen. und dann sagt sie, naja gut, das sagt sie auch vielen ihrer Kunden, kauf doch lieber eine Firma und mach sie besser. Das sagt Cody Sanchez jetzt. Er sagt, hey, nimm doch mal meinen Kurs und ich erkläre dir, wie kannst du so ein Metzbar kaufen, oder wie? Ganz genau. Wie kaufst du eine kleine Firma, ähnlich wie so ein Alex Hormosi, das ja auch mal gemacht hat mit diesen Fitnessstudios. Kauf eine kleine Firma und überleg dir einfach, wie kannst du die besser machen. Weil sie sagt,

[00:14:39] was ist denn der Vorteil, wenn du das machst? Du hast einmal einen Market Fit in der Location, also du hast ja das Risiko, dass du nicht weißt, ob die Gegend, in der du das jetzt gerade machst, das Business überhaupt gerade annimmt. Und du kannst es nicht mehr ändern, in der Regel. Du hast ja einen Shot und machst diesen Laden auf, okay, und wenn die Location sich hergibt und woher willst du, wenn du Outsider bist, in der Branche rausfinden, ob das eine gute Location ist oder nicht? Schwierig. So, und ich habe jetzt in diesem Leben noch keine Lipfeller gemacht, aber ich würde davon ausgehen, dass du dafür jetzt keine 20 Kilometer fährst. Das ist wahrscheinlich das Einzige, was du im Leben noch nicht gemacht hast.

[00:15:10] Also businessmäßig. Ich meine es nicht ästhetisch. Du hast ja schon alles andere verkauft. Nur noch keine Lipfeller. Ja, ich habe auch, Sex heute hatte ich auch noch nicht. Da hatte ich noch Spaß dran. Aber das ist ein anderer Podcast. Und der zweite Part ist, dass sie dann halt sagt, okay, du hast Startup-Kosten, also irgendwie Renovierung, Einrichtung und so weiter. Und dann hast du dieses Thema Time to Profitability. Also wie lange brauche es irgendwie, bis dieser Laden dann irgendwie

[00:15:39] quasi wirklich Geld abwirft. Und das sind alles so Sachen, die du halt, wenn du den Laden kaufst, nicht hast. Und der spannende Aspekt hier ist eigentlich, dass sie es am Ende auch zurückführt auf demografischen Wandel. Weil sie sagt, die Anzahl an Business Ownern, die eigentlich langsam keinen Bock mehr haben, ist echt hoch. Und die Anzahl an jungen Leuten, die sagen, ich gehe da jetzt rein und werde unternehmerisch tätig, ist nicht so hoch. und die Fragen, die sich dann stellt,

[00:16:11] ist einmal, wo kriege ich jetzt so ein MadSpar her, dass ich das gerade verkaufen will und zu einem reasonable price. Und wie erobere ich dann eine Industrie, von der man eigentlich, in der man was können sollte, nämlich irgendwie Injections machen. Ich glaube, es macht schon Sinn, das gelernt zu haben, bevor man den Leuten einfach Zeug in den Lipp baut. Und wie kann ich das tun? Und dann erzählt sie wieder die Geschichte von Allman und Jen, die dann eben ihren Kurs gemacht haben. Und rat mal, was die machen. Also wie würdest du das lösen? Also, ich meine,

[00:16:41] Marketing ist Push und Pull. Ich glaube, es gibt so Plattformen, wo Unternehmen angeboten werden. Deals kann natürlich jeder sehen. Das ist das eine. Und das andere ist Push-Marketing. Wahrscheinlich alle anrufen, vorbeigehen, anschreiben, mal gucken, ob der Owner irgendwie älter ist oder so. Und gucken, wer könnte denn in Frage kommen. Also ich glaube, viel auch einfach Direct-Outreach. Das wäre, glaube ich, der Weg, den ich gehen würde. Und wie lernt man so eine Industrie? Ich glaube, einfach viel mit Insidern sprechen, mal auf die Metzpa-Messe gehen, wenn es die gibt, sich da die Talks mal anhören und vor allem mit Leuten sprechen, die Erfahrung gemacht haben in der Branche.

[00:17:10] Das Gute ist ja, in vielen von diesen Branchen gibt es ja auch so Veteranen, die schon 20 Metzpas gemacht haben, die mittlerweile vielleicht auch in Rente sind, die Bock haben zu investieren, die Bock haben, ein bisschen weiterzugeben. Und die könnte man sich als Partner reinholen auf der Gesellschafterseite und auf der operativen Seite, wahrscheinlich eine junge, hungrige Person, die irgendwie angestellt war bei Metzpa, was erfolgreich war, aber nicht den Schritt machen konnte, ihr eigenes zu gründen, warum auch immer, und die dazu zu holen. Das wäre meine Blaupause. Leute, hast du ja eigentlich in jeder Industrie, du hast ja immer irgendwie so einen Silberrücken, der da irgendwie so sitzt und sagt,

[00:17:40] ach ja, damals in den 90ern haben wir das noch so und so gemacht. Und der irgendwie dann doch so... Da habe ich den Leuten des Botox noch in die Zähne gespritzt. Genau so. Und ja, also sehr gut, sie machen alles davon. Sie schreiben einmal 20 kleinen Metzpas in der Gegend und Jen, die Krankenschwester, macht ein unbezahltes Praktikum und arbeitet erst mal zwei Jahre lang kostenlos nebenbei, sie ist ja Fulltime Nurse, nebenbei jedes Wochenende

[00:18:09] in diesem Metzpa und lernt halt Injections, lernt, wie man so ein Metzpa eben betreibt. Okay, krass. Also smarter Weg, habt ihr viel Commitment ist auch zwei Jahre zu lernen, aber fair, danach weiß sie, wie es geht. Genau, super. Und wie der Zufall so will, sagt dann die alternde Besitzerin von diesem Metzpa, sie würde eigentlich gerne nach Florida ziehen, hat langsam keinen Bock mehr. Sie will raus, Jen und Orman wollen rein. Jen hat jetzt zwei Jahre lang das Vertrauen hergestellt und Orman, nachdem er ja klug

[00:18:38] den Kurs von Cody Sanchez gemacht hat, verhandelt ein Verkäuferdarlehen und stellt sich halt hin und sagt so, okay, weißt du was, kannst du uns nicht einfach den Kaufpreis stunden, wir zahlen den dann über Zeit ab, guck mal, so viel wirft dein Metzpa ja ab, wir glauben, wir kriegen das so und so hin und macht quasi einen Deal, den er zum Teil irgendwie dann über eine Bank macht, zum Teil über Verkäuferdarlehen kauft, also dieses Business ohne ein Euro sofort bezahlen zu müssen. Und schickt jeden Monat einen Check nach Florida.

[00:19:07] Und schickt jeden Morgen einen Check nach Florida, ganz genau. Und dann endet dieser LinkedIn-Beitrag mit einem Call to Action, das auf dem nächsten Event die beiden als Live-Speaker sind und schickt einen zu ihrer Paywall. Und ich bin verliebt in die Form. Du bist durch die Paywall bist du durchgerannt, oder? Du fandest es so im Kopf durch die Paywall. Nein, ich bin total hyped. Warum bin ich so hyped? Also erstens, ich finde es geil, dass du mal dieses Get Rich or Die Trying für Leute hast, die keine Ahnung haben,

[00:19:37] ohne das Get Rich or Die Trying zu haben. Weißt du? Also würde, normalerweise kriegst du solche Sachen ja von Dudes, die in Dubai sitzen und sagen, hier so bin ich zu meiner Rolex gekommen, das kannst du auch. Und Cody Sanchez hat ja eine ähnliche Aussage, nur macht sie es viel humaner. Sie spricht über die Ängste, sie hat ja irgendwie einen anderen Background. Und das ist ja das, wie es auch gehen kann. Und das finde ich sehr, sehr geil. Ich finde die Cases geil und ich muss auch sagen, ich finde diese Idee, wirklich auch mal

[00:20:06] Kleinunternehmer zu sein, auch total sexy. Ja. Was denkst du? Ich sehe da für dich eine florierende Metzpa-Karriere. Am Horizont ist das eine. Also ich finde super, kurze Side Story zu Metzpas. Ganz interessant, es gibt eine Firma in den USA, die heißt Moxie. Und das ist eine von diesen Business-in-a-Box-Companies, die Leuten dabei helfen, ein bestehenden neues Business aufzumachen. Also die machen genau das für Metzpas und sagen, hey, du bist eine angestellte Nurse

[00:20:36] in wo auch immer und wir helfen dir, deinen Traum zu erfüllen und Metzpa aufzumachen und begleiten die Schritt für Schritt dadurch und nehmen dann in der Regel einen Prozentsatz der Revenues. Und das ist eine spannende Kategorie von Business-Modellen, das gibt es in allen möglichen Branchen. Zum Beispiel die Woche in Berlin gab es eine Finanzierungsrunde, die bekannt gegeben wurde von Handly, die machen das für Handwerker und helfen den Handwerker, nehmen die an die Hand von Gewerbeanmeldung, die erste Steuererklärung, den Arbeitsvertrag, wie gewinne ich eigentlich Kunden und so weiter. Also damit die Leute eben nicht zwei Jahre im Praktikum machen müssen, sondern dass sie strukturiert

[00:21:05] begleitet werden. Das ist eigentlich ein guter Deal, weil du kriegst das ganze Wissen quasi gegen den Revenue Share. Du musst ja jetzt nicht vorab irgendwie Tausende von Euro zahlen, sondern sagst, hey, wenn ich mich qualifiziere, wenn ich mich reinhänge, die helfen mir vielleicht auch den Kredit zu besorgen und eine Firma zu übernehmen. Meistens helfen diese Business-in-the-box-Startups aber bei Neugründungen. Moxi scheint gut zu laufen. In den USA die haben 25, 30 Millionen geraced. Es gibt einen Competitor, also es gibt mehrere in dieser Kategorie. Ganz spannend. Also Metzbar muss irgendwie was dran sein.

[00:21:34] Das nur als Side-Story. Ansonsten, also ansonsten, ich finde es super. Ich meine, du kennst meinen Background, ich habe mein Leben lang immer nur mit Small Businesses zu tun gehabt. Das Thema hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Also den Space finde ich super. Ich glaube, es ist ein Riesenproblem. Die Statistik, die ich kenne, ist, dass jedes Jahr so 70.000 bis 100.000 Firmen in eine Nachfolgesituation gehen in Deutschland. 70.000 bis 100.000, muss man sich mal vorstellen. Es gibt irgendwie 2,5 Millionen, 3 Millionen Small Businesses in Deutschland.

[00:22:04] Davon gehen jedes Jahr 2, 3, 4 Prozent in so eine Situation rein und finden in der Regel keine Nachfolge. Das ist eines der größten demografischen Probleme. Ich würde auch sagen, davon ist auch mindestens die Hälfte geht auch dann aus dem Business raus, oder? Ja, und die machen dicht. Die schließen den Laden ab und sagen, gut, ist vorbei. Und da geht natürlich volkswirtschaftlich auch ein massiver Wert verloren. Das muss man auch sagen, die Small Business Owner haben ja in der Regel mehr als 90 Prozent ihres Net Worths auch in diesen Firmenanteilen drin. Und das läuft natürlich gut, solange sie Dividenden kriegen jedes Jahr. Die sind ja in der Regel auch profitabel.

[00:22:34] Aber was machst du, wenn du nicht mehr arbeiten willst und du keinen findest, der das übernimmt? Also da geht ja wirklich Wert verloren. Mein Tag wäre Boring Businesses in Verbindung mit Tech. Also welche dieser Firmen sind AI-proof und können davon profitieren, dass es AI gibt, die die Prozesse besser macht? Also gerade gab es zum Beispiel eine Finanzierungsrunde, eine Firma, die heißt Hallo Theo in Berlin, die kaufen und digitalisieren Hausverwaltungen. Also eine Tech-Company, die den BC-Weg geht, die haben 10 Millionen geraced von Insight aus New York. Julian Teicke

[00:23:04] mit seinem Venture Studio The Delta ist da involviert und deren Idee ist, eine Tech-Firma zu bauen und die Small Businesses kauft und zwar in dieser Kategorie Hausverwaltung. Und ich glaube, so ein Playbook kann man auch in anderen Branchen noch spielen. Hausverwaltung verarbeitet Daten und Headhunter im Grunde auch mehr oder weniger, ein Reisebüro auch. Also die haben alle keine großen Maschinen und Gebäude und Bagger vor dem Hof stehen. Ergo sind es Unternehmen, die potenziell natürlich auch von Digitalisierung profitieren können. Das ist zumindest die These dahinter.

[00:23:32] Ja, beziehungsweise, also ich bin ja, ich komme immer wieder mit dem Gastro-Case um die Ecke, weil der wird halt einfach super viel noch händisch gemacht und Payment digitalisieren, Schichtplanung digitalisieren, sodass du wirklich irgendwann die Experience hast, dass der Kellner nur noch quasi so ein Bespaßer des Kunden ist. Nee, der wird ein Roboter. Der rollt mit deiner Spaghetti Carbonara auf dem Tablett

[00:24:01] rollt der Roboter. Ja, ich weiß ja, was das nächste Thema ist, insofern würde ich sagen, dass spätestens der Roboter eine gute Überleitung ist, oder? Erstmal eine Quizfrage an dich, bevor wir über das Thema sprechen. Was glaubst du, womit hat Steve Jobs sein meiste Geld verdient? Er ist ja zweimal zu Apple gegangen. Wenn du so fragst, wird es aber nicht Apple sein. Aber es muss Apple sein. Also, oder sagen wir anders, wahrscheinlich hat Steve Jobs Witwe am meisten Geld verdient mit Apple.

[00:24:31] Wahrscheinlich. Also, wir lassen uns mal offen. Ich steige an einem anderen Punkt ein, bei Ratatouille und bei Wall-E. Und zwar startet die Geschichte mit einer Scheidung. Viele interessante Business-Geschichten starten mit einer Scheidung, und zwar die Scheidung von George Lucas im Jahr 1983. George Lucas hat Star Wars gemacht. 1983 ist er High-Flyer. Alles läuft super, Geld kommt rein,

[00:25:01] aber er hat auch gerade den letzten Star Wars-Film in der Triologie produziert, hat diese Messie-Scheidung gerade, seine Frau kriegt irgendeinen großen Teil der Kohle, hat keinen neuen Banger am Horizont, was er das nächste Film releasen will. Dann floppt auch noch ein Projekt von ihm und er steht da und denkt sich so, scheiße, kein Income, Frau weg, jetzt muss ich irgendwie meine Schäfchen mal zusammenhalten und hat da diese Computer-Division innerhalb von Lucasfilm. In seiner Produktionsstudio hat er angefangen

[00:25:30] Animationen zu machen für Star Wars unter anderem, aber auch für andere Companies und hat sogar einen kleinen Bereich der Computer verkauft. Computer für andere Filmstudios, Software verkauft für andere Filmstudios. 1983. In den 80ern, frühen 80ern hat er das. Okay. Und es zeichnet sich ab, dass er diese Unit verkaufen will. Um sich zu fokussieren, denkst du, okay, ich bin George Lucas, ich mache irgendwie Filme, jetzt habe ich da diese Computer- und Animationsleute. Hollywood ist auch noch nicht bereit für volle

[00:26:00] Animationsfilme. Und da drin sind zwei Typen, die heißen John und Ed und die sagen, hey, ich finde dieses ganze Computer-Animationszeug so gut, ich glaube an die Zukunft von Animationsfilmen und ich will, wir wollen eine Firma gründen, wir wollen nicht, dass es innerhalb von Lucasfilm untergeht. Die haben einen Computer entwickelt, den sie an andere Firmen verkaufen, der nennt sich Pixar Image Computer. Das ist ein Device, ein physisches Device, ein Computer, den die entwickelt haben namens Pixar. Dann sagen sie sich, ey,

[00:26:31] das sollte doch der Kern sein von einer neuen Firma und sagen, hey, wir wollen rausgehen, wir wollen eine eigene Firma gründen, wir wollen die Pixar nennen. Denken sich, aber jetzt sind wir zwei Typen mit einer guten Idee und haben kein Geld, mit wem könnten wir denn sprechen? Er stellt sich raus, 1985, etwa zur gleichen Zeit, gibt es ein großes Drama bei Apple und Steve Jobs wird ausgeschmissen. Ah, ja, ja, der geht doch auch, ja. Der wird im September 2085 rausgeschmissen, nach diesem internen Konflikt,

[00:27:01] verkauft in dem Zuge alle seine Apple-Aktien für 70 Millionen Dollar, also auf der einen Seite viel Geld, auf der anderen Seite 20 Prozent an Apple dauerhaft gehalten hätte, dann hätte er jetzt hunderte von Milliarden. Beziehungsweise seine Familie wahrscheinlich. Er hat 70 Millionen dabei, ist auch Geld, geht raus und kauft Pixar. Das ist der Deal. Er sagt, hey, liebe Freunde, George, ich löse sein Problem,

[00:27:30] du brauchst Kohle, ich gebe dir 5 Millionen für diese Firma. Er investiert selber nochmal 5 Millionen, also hat 10 Millionen da drin und macht sich selber zum CEO von Pixar. Und was er da eigentlich kauft, ist eine Computerfirma aus seiner Sicht. Ich muss aber überlegen, okay, wieso solltest Steve Jobs denn eine Filmproduktionsfirma kaufen? Das ist keine Filmproduktionsfirma zu dem Zeitpunkt, das ist eine Hardware- und Softwarefirma und das wird die nächste Computercompany von Steve Jobs, denkt er zumindest. Die anderen beiden Gründer, John Lasseter und Edwin Catmull, die wollen eine Filmfirma gründen und haben den Traum,

[00:28:00] den ersten komplett computeranimierten Film zu kreieren, was es damals nicht gab. So, und so tun die sich zusammen und haben dann zwei verschiedene Geschäftsbereiche. Die eine produzieren Filme und die andere verkauft Software und Hardware. Also, ist so ein typisches Startup-Beispiel, keine Kohle, kommt kein Income rein, wir wollen ein Produkt bauen, aber wir sind wahrscheinlich noch zu früh am Markt und ich sag mal, sie prostituieren sich ein Stück weit, um Kohle reinzuholen und verkaufen eben diese Computer und Software. Es gibt eine Software,

[00:28:29] die heißt RenderMan, also so eine CGI-Software wahrscheinlich, die sie lizenzieren. Solche Sachen machen sie, um sich über Wasser zu halten, produzieren den einen oder anderen Kurzfilm und einer von denen wird für einen Oscar nominiert. Das ist ein Film, da geht es um so eine kleine Lampe. Kennst du die Lampe von Pixar? ich habe den gesehen. Ja, ja, ja, das war der erste Kurzfilm von Pixar, der ist so fünf bis zehn Minuten oder so, dann habe ich mir nochmal angeschaut. Genau, genau. Daher kommt auch die Lampe in dem Logo, wenn man sich Pixar-Filme anschaut, da ist am Anfang diese Schreibtischlampe, die rumhüpft, das ist aus dem allerersten Film, den sie gemacht haben,

[00:28:59] der eine Oscar-Nominierung kriegt, aber nicht finanzieren. Deswegen machen sie alles, um Kohle reinzuholen. Sie produzieren sogar Werbespots für Listerine, Tropicana und für die Kaugummi-Marke sogar. Hast du von Tropicana, das ist so ein Orangensaft in den USA, mal so eine animierte Orange gesehen, die rumhüpft? Die ist von Pixar. Nicht, dass ich mich daran erinnere, aber ich glaube, das sind die ganz dunklen Projekte aus der frühen Zeit. Also, wir sind da immer noch Ende der 80er Jahre. Hollywood ist nicht bereit

[00:29:29] für Animationsfilme. Oh ja, ich sehe es. Mhm. Das sieht auch ein bisschen aus wie Toy Story, wenn man es weiß. Beziehungsweise später sieht Toy Story aus wie die Orange. Also, Hollywood ist noch nicht ganz bereit, aber es gibt diesen Trend von Animationsfilmen und Disney spielt eine große Rolle in der Geschichte, hat nach wie vor Interesse. Ich meine, es ist der größte Film, der größte Film-Animation-Company, die es gibt, aber quasi mit, ich sag mal, Oldschool-Formaten und eben wirklich viel auf Papier und gemalt und noch nicht komplett durchdigitalisiert.

[00:29:59] und so kommt es aus Anfang der 90er Jahre, Disney den John Lasseter zurückhaben will und das ist eine interessante Side-Story, der war davor eine Weile bei Disney, hat da Animationsfilme gemacht und war all in auf Animation bis zu dem Punkt, dass sie gesagt haben, der Typ, der nervt uns, wir schmeißen den raus. Disney hat den gekündigt, weil er zu viel Animation-Filme machen wollte, ständig nach Budget gefragt hat und irgendwie so ein anstrengender Typ war, dann zu sagen, also, Disney schmeißt den raus, dann geht er zu Lucasfilm, lernt diesen Ad kennen und jetzt kloppt Disney an und sagt, uh, Animationsfilme könnten was sein,

[00:30:29] John, du warst da so ein cooler Typ und du warst da all in, wirst du nicht zu uns zurückkommen, probier den abzuwerben. Er sagt, no fucking way, ich bleib bei meiner eigenen Firma, aber wir können ja einen Film gemeinsam machen, ihr könnt uns beauftragen, drei Filme für euch zu produzieren und dann machen wir das und dann sagt Disney zu und der erste Film, den sie produzieren, ist Toy Story mit einem Budget von 30 Millionen Dollar, das Projekt dauert vier Jahre. Vier Jahre wird dieser Film entwickelt, von 1991 bis 1995,

[00:30:59] kommt dann in die Kinos, ist ein Riesenerfolg, spielt 350 Millionen Dollar ein und dann nimmt die Geschichte von Pixar langsam ihren Lauf. Also, Learning als Startup auf der einen Seite irgendwie Prostitution durch Werbespots und Hardwareverkauf und was weiß ich und dann im nächsten Schritt arbeiten für andere, weil das Problem ist, Disney kriegt den großen Teil der Revenues, die haben das komplett finanziert und der Split, der bei Pixar ankommt, ist super klein. Ja, damit verdienen sie ja wahrscheinlich Geld, um eigene Projekte machen zu können, oder?

[00:31:28] Damit verdienen sie so ein bisschen Geld, haben aber den Deal mit Disney weiter im Lauf und sollen einen zweiten Film produzieren. Und das ist jetzt ein interessanter Moment, sie wollen einen Film produzieren, der heißt A Bug's Life mit diesem Käfer oder einer Ameise oder so. Käfer. Ah ja, okay, das große Krabbeln. Und das Faszinierende dieser Pixar-Geschichte ist für mich, die hauen ja, jetzt im Nachhinein, die hauen ja Hit nach Hit nach Hit raus. Die haben 28 Filme produziert, alle sind Hits. Und das ist auch faszinierend, wenn man sich das überlegt,

[00:31:57] wie viele Organisationen auf der Welt sind im kreativen Bereich tätig und können Kreativität mit so einer Hitrate produzieren. Gibt's wenige. Also, ich bin ja ein großer Taylor Swift-Fan, aber nicht mal Taylor Swift- hat jedes Album erfolgreich gemacht. Und das ist faszinierend, denn ich sag mal, es gibt so dieses Problem der Second Album, da spricht Steve Jobs drüber, dass es bei Musikern oft so ist, die ein Hit-Album landen, das zweite Album machen sollen, dass sie es nicht hinkriegen, weil sie gar nicht wissen, warum das erste erfolgreich ist. Also, es gibt ganz viele One-Hit-Wonder,

[00:32:27] das ist ja ein Begriff aus der Musik hauptsächlich. Bei Sportlern ist es oft nicht so. wenn ein Sportler irgendwie zum ersten Mal bei Milton gewinnt, die Chance, dass er nächstes Jahr auch gut spielt, ist relativ hoch, weil du weißt, worauf es ankommt, du trainierst und nicht diese Kreativität dafür brauchst, aber auf einem komplett weißen Blatt Papier mit unendlichen Möglichkeiten ist es gar nicht so einfach, den nächsten Hit auf Knopfdruck zu produzieren. Also, Sie wissen, es gibt diesen zweiten Film, den sollen sie machen und Steve Jobs hat diese Vorerfahrung, weil er das bei Apple schon gesehen hat.

[00:32:56] Sein Apple II war ein Riesenhit, hat sich mega gut verkauft, Apple III ist total gefloppt. Und er kannte dieses Mindset von, ey, ich bin der Superstar, ich kann alles und dann kommt das nächste Produkt und failed. Also, er war darauf vorbereitet auf diese Situation quasi. Der Amateur, der denkt sich, ja, ich kann alles, weil ich einmal ein Hit gelandet habe und es kann ja nicht so schwer sein, weil ich bin so talentiert. Aber er sagt, Achtung, wir müssen aufpassen, im zweiten Film müssen wir erst Recht Gas geben, um den gut hinzukriegen. Und so machen sie es auch. Es ist ein

[00:33:28] langer Prozess, diesen Film gut hinzukriegen. Am Ende schaffen sie es und auch der zweite Film ist ein großer Hit nach ganz viel Blutschweiß und Tränen, die da reingeflossen sind, nach Rewrites und das zieht sich auch durch bei der Geschichte, dass sie teilweise am Ende Cuts haben, kurz vor Release, mit denen sie nicht zufrieden sind und das ganze Ding wegschmeißen und nochmal machen. So war es bei Toy Story, dass sie die Characters nochmal komplett geändert haben bei Toy Story 2, vor allem den ganzen Film nochmal neu animiert haben, weil ihnen die Story nicht gefallen hat.

[00:33:58] Also eins der Prinzipien ist, super hoher Qualitätsstandard und im Zweifel muss ich nochmal neu anfangen, wenn es nur zu 98% gut ist, weil wir wollen hier 100%. Also sie kriegen das hin. Mein Verständnis ist doch, also ich habe das, die Biografie gelesen von Bob Iger, Ride of Lifetime, wo er diesen Prozess auch beschreibt, wie dann am Ende sie dann ja Pixar kaufen werden.

[00:34:27] und da stand da auch und einer der Hauptaspekte war tatsächlich genau das, dass er gesagt hat, warum kriegen wir es nicht hin, so viele Hits zu produzieren, wie die. Also er wollte eigentlich auch den kreativen Prozess mitkaufen. Ja. Weil er halt gesagt hat, weil in der Zeit davor so mit Höhle der Löwen, Höhle der Löwen sage ich schon, siehst du mal, König der Löwen und irgendwie Du hast als Kind hast so über Höhle der Löwen geschaut, deswegen bist du Unternehmer geworden. Und Aladdin, so,

[00:34:56] da hatten sie halt ganz viele Banger und genau zu der Zeit, wie jetzt Pixar total abgeht, verliert Disney seinen Mojo. Und deswegen haben wir da jetzt so ganz, ganz neidisch rüber. Es gibt die Story, wo Bob Iger, der ist glaube ich 2006, 2007, Anfang der 2000er, ist der zu Disney gekommen und ich glaube, es gab eine Eröffnung von Disneyland in Hongkong oder sowas ähnliches und was der durchgelaufen hat, gemerkt, ah scheiße, die ganzen Characters, was du beschrieben hast, das alles König der Löwen, Dschungelbuch, Aladdin, also alles

[00:35:26] aus so 80er und davor und es gibt gar nicht so viele neue Characters. Dann hat sie sich gedacht, shit, wir müssen uns verjüngen. Und wer ist die Firma, die es hingekriegt hat in den letzten 10 Jahren? Pixar. Wer hat es nicht gut hingekriegt? Disney. Und es ist nicht so, dass sie es nicht versucht hätten. Also die gründen ihr eigenes Animation Studio, die probieren genau das gleiche zu machen und Pixar und Disney werden so Frenemies über die Zeit. Also Pixar weiß, die sind abhängig von Disney, weil die die Kohle haben für die Produktion. Disney weiß, die sind abhängig von Pixar, weil da die Kreativität sitzt. Also quasi ein bisschen wie so VCs und Founder.

[00:35:55] Die einen haben das Geld, die anderen produzieren die Filme und die sind ständig in der Abhängigkeit. Und Pixar weiß aber auch, dass sie sich keinen Flop leisten können. Sie wissen, Disney finanziert das zwar, aber die nehmen auch die komplette Upside mit und haben einfach auch nicht genug Cashpolster. Wenn ein Film fehlt, sind die platt. Das ist im Grunde das Problem, was die haben. Nehmen deswegen die Company Public, Raisen nochmal 100, 150 Millionen und verhandeln so lange nach, bis sie einen 50-50-Split mit Disney kriegen. Also verbessern so leicht ihre Position

[00:36:24] in der Verhandlung, aber haben immer noch diese Riesenabhängigkeit. Disney kommt dann auf interessante Ideen, die sagen dann zum Beispiel Toy Story 3 wollen sie in-house entwickeln und wollen es gar nicht Pixar geben und solche Sachen. Der Konflikt eskaliert über die Zeit bis zu dem Punkt, dass Pixar sich einen neuen Distributionspartner sucht. Also, und dann ist genau das, was du sagst. Bob Iger kommt rein, Michael Eisner ist rausgegangen und sie haben einen neuen Verhandlungspartner und finden dann

[00:36:54] wieder zusammen und Disney kauft Pixar 2006 für 7,4 Milliarden Dollar und dadurch wird Steve Jobs zum größten Einzelaktionär von Disney. Um die Quizfrage nochmal zu beantworten. Als er stirbt, 2011, hat er ein Vermögen von irgendwie 6-7 Milliarden, davon sind 4 Milliarden Disney Stock und 2 Milliarden Apple Stock, weil er alle seine Apple Aktien verkauft hat, bis auf eine und dann zum Disney Aktionär wurde. Und dann hat er

[00:37:25] Disney ihn quasi reich gemacht. Disney hat, also primär hat er sich selber reich gemacht. Ist das schon auch faszinierend, wenn jemand, der aus Apple rauskommt, erfolgreich ist, das zweite Ding anfasst, mega erfolgreich macht, dann wieder bei Apple reingeht, zur wertvollsten Company der Welt macht. Weißt du, was die erfolgreichsten Pixar-Filme sind? Das ist eine gute Schätzfrage. Also meine, also Toy Story

[00:37:54] würde ich intuitiv sagen, ich sage es aber nicht, weil ich glaube, Toy Story wurde noch nicht in Asien mitdistribuiert, insofern müsste es ja was sein, was heutzutage mit in Asien distribuiert wird und deswegen irgendwas, was in den letzten drei Jahren irgendwie rausgekommen ist. Leider weiß ich nicht, wie die heißen. Was ich gesehen habe, was ganz geil war, war Inside Out, der erste und Soul. Ja, da liegst du schon mal gut. Ja. Die Antwort ist Inside Out 2. Also interessanterweise diese Sequels, also von diesen Franchises, die erfolgreich sind, die Sequels machen mehr

[00:38:24] als die ersten Versionen, wahrscheinlich, weil die Distribution dann viel höher ist, weil sie mehr Marketingbudget reinstecken, weil es sowieso schon bekannter ist. Inside Out 2 ist der erfolgreichste Film mit 1,7 Milliarden Gross Revenues worldwide. Danach kommt Incredibles 2, also ich weiß nicht, wie das heißt, diese Superhelden. Ja, ja, die, ich glaube, die heißen sogar die Unglaublichen. Nee, Unglaublich kann sein. Ja, auf jeden Fall, wir, wir, äh. Also es sind, es sind hohe Beträge, muss das ein bisschen inflationsbereinigen, weil die anderen Sachen

[00:38:53] ja auch aus den 90ern kommen. Wenn man es inflationsbereinigt, dann sind es Toy Story 3 und Findet Nemo auf dem Pixar. Findet Nemo, hätte ich drauf kommen können. Scheiß. Das wäre natürlich auch ein Bänger. Ja. Ja, also interessant, Disney kauft es am Ende, der Kreis schließt sich, John Lasseter kommt wieder zurück zu Disney, hat quasi seine Revenge Company an seinen ehemaligen Arbeitgeber verkauft. Wir haben schon mal über Revenge Companies gesprochen. Gibt da nichts besseres, als wenn du rausgeschmissen wirst bei Disney

[00:39:23] und dann sagst, hier Mittelfinger und ich gründe jetzt meine eigene Firma und am Ende kaufen sie dich für sieben Milliarden. Also das ist, glaube ich, so der Prototyp einer Revenge Company. Ja, und also meine Learnings aus der ganzen Geschichte, ich finde super interessant die Frage, wie kannst du diese Kreativität skalieren und auf der einen Seite haben sie diesen massiven Qualitätsanspruch und der hat sich ja auch bei Apple durchgezogen. Da gibt es ja genug Storys von Steve Jobs, wo die Verpackung nicht weiß genug war und er alles nochmal zurückgenommen hat. Also auf der einen Seite extrem hohe Qualität, auf der anderen Seite keine Rücksicht auf Verluste.

[00:39:53] Der Film ist kurz vor Veröffentlichung, wir machen ihn nochmal komplett neu. Also bei Toy Story 2 war das so, die waren kurz vor der Deadline in 1999 und haben das ganze Ding nochmal neu gemacht, weil es ihnen nicht gefallen hat. Dann sicherlich auch diese technologische Innovation, ich meine es ist ein Filmstudio, aber irgendwie auch eine Computerfirma und die haben immer überlegt, was ist die technologische Grenze. Es gibt die Storys von Monsters Inc., da gibt es diese Monster University kam dann später raus, also diese Monsterwesen im Grunde. Da war die technologische Innovation das Fell.

[00:40:23] Also keiner hat es davor hingekriegt, dieses Fell so krass zu animieren, diese Haare, was natürlich eine mega Challenge ist, weil du super viele Pixel brauchst und es total kompliziert ist zu modellieren und das haben sie hingekriegt. Findet Nemo war das Thema Wasser, sind davor noch nie mit Wasser gearbeitet, also die ganzen Reflektionen, wie sich das spiegelt und so weiter unter Wasser, das war da, also da steckt auch ganz viel technologische Innovation jeweils dahinter. Okay, spannend. Das letzte Spannendste fand ich eigentlich die Überschrift Pixar Brain Trust

[00:40:53] und das ist ein Mental Model, was die Founder eingeführt haben, also Steve Jobs, der Evan Catmull und John Lasseter mit dem Ziel, sich quasi gegenseitig Feedback zu geben. Also super Seniore Leute reinzunehmen aus der Filmindustrie, aus Pixar selber, aber auch von außerhalb und jeden Film hart zu kritisieren und sich schonungsloses Feedback zu geben, um den Film besser zu machen. Also Ego runter, Feedback massiv hoch und so haben sie die Filme immer gegenseitig verbessert. Und das erinnert mich an diese Geschichte

[00:41:23] von den Movie Brats aus Hollywood. Da gibt es ja auch quasi diese Gruppe von Regisseuren und Produzenten, George Lucas, Steven Spielberg, Martin Scorsese, Brian De Palma. Es gibt sogar ein Buch drüber, wie die als die Movie Brats, als die neue Generation von Regisseuren zusammengearbeitet haben, obwohl jeder seine eigenen Projekte gemacht hat. Also die waren irgendwie auch Konkurrenten, die haben um Budgets konkurriert und um Zuschauer und so weiter. Aber es gibt zum Beispiel die Geschichte, dass George Lucas Star Wars releasen wollte und in einem der ersten Cuts eine Vorführung gemacht hat,

[00:41:53] es den anderen gezeigt hat und die gesagt haben, hey, ich bin hier total lossig, weiß gar nicht, was da los ist, du hast da irgendwelche Wookies und Raumschiffe und was weiß ich. Du musst erst mal die Geschichte erzählen, wo wir uns überhaupt befinden. Und das ist der Grund, warum bei Star Wars immer dieser Text durchläuft am Anfang. Das war die Idee, ich glaube, von Steven Spielberg. Also das ist ein Beispiel dafür, wie du Feedback kriegen kannst aus einer komplett anderen Stelle, wenn du mit cleveren Leuten zusammenarbeitest und das haben die bei Pixar institutionalisiert. Es gab zum Beispiel das Problem, es gibt so ein paar Beispiele davon

[00:42:23] und dann bin ich auch durch, die sagen, der Woody von Toy Story, der war am Anfang total gemein, der Woody ist dieser Cowboy mit dem Hut und das war ein Charakter, der war total arrogant und mean und hat die anderen runtergemacht, ein bisschen wie so ein Diktator und die haben sich am Ende angeschaut und gesagt, fuck, wir kriegen das also so, es fühlt sich nicht gut an und haben diesen Typen nett gemacht. Wir haben einen kompletten Rewrite gemacht auf diesen Charakter, um den sympathischer zu machen. Oder bei Inside Out, was du gesehen hast, da gibt es ja diese Characters, die Gefühle darstellen.

[00:42:52] Also der eine ist irgendwie Trauer und Neid oder sowas und es gab einen weiteren Charakter, der war Trouble. Den haben sie aber rausgenommen, um die anderen stärker zu machen und waren dann und das war zum Beispiel auch Basis von so ein Feedback-Session. Oder bei Ratatouille, den Film, den ich mir jetzt gerade angeschaut habe mit der Ratte, gab es eine frühe Version, wo der Koch noch gelebt hat. Also die Story ist, es geht um ein Restaurant von einem Koch und der ist verstorben und ein anderer tritt in seine Fußstapfen und so weiter und es gab im Early-Karten-Variante, wo es den Koch noch gab, aber der hat abgelenkt von der Ratte

[00:43:22] und dem inneren Development von dem Charakter und so weiter und das haben sie rausgenommen. Alles Sachen, die durch Feedback entstanden sind und diesen Brain Trust Feedback-Mechanismus und das finde ich ein Modell, das man mitnehmen kann. Also gerade auch bei Gründungen, bei Startup-Foundern so, wir können uns über EO, es gibt Mastermind-Gruppen quasi, andere Unternehmer reinzuholen, Feedback zu holen, zu Ideen, zu wichtigen Haie, zu strategischen Entscheidungen. Glaube ich, eine super Inspiration aus Hollywood für dieses Mental-Model von einem Brain Trust. Ja, unbedingt und vor allem so Menschen,

[00:43:51] die im Elfenbeinturm irgendwas bauen, so isoliert und das dann irgendwann fertig auf den Konsumenten oder Kunden zu lassen. Es ist immer die schwierigere Variante. Weil selbst, wenn dir jemand was sagt, was man mir nicht umsetzt, hat er aber trotzdem ja, hast du ja seinen Punkt verstanden und irgendeine Kleinigkeit kannst du daran ja dann nochmal adaptieren und ich glaube, eine der größten Probleme, die ich in verschiedensten Firmen gesehen habe, ist, dass Produkt nicht mit Marketing redet. Also das ist halt quasi, dass ein reiner Push ist,

[00:44:21] dass Produkt irgendwann Marketing das Ganze vorlegt und sagt so, bitte geh das mal verkaufen und das funktioniert nie, ehrlicherweise und genauso hier, wie du es eben gesagt hattest, mal rausgehen, wie macht ihr es, warum, was ist die Meinung von einem Händler dazu, was ist die Meinung von Canon, eine Influencerin dazu und so weiter. Also ich glaube, das kann man auch... Und vor allem auch erfahrene Leute reinnehmen, also Produzenten, Regisseure, die viel anderes gesehen haben, die sich ihre eigenen Mental Models aufgebaut haben, die Pattern Recognition haben, auf die die eigenen Probleme... Ja.

[00:44:51] Das fällt mir sehr gut. Okay, ich habe hier noch ein kurzes, noch ein kurzes, schönes deutsches Thema, was nicht Private Equity Owned ist, sondern ein richtiges Family Business. Hast du mitgekriegt, das Event des Jahres? Letzte Woche in Berlin hat stattgefunden das Woodstock für die Hausfrau. Ah, Thermomag. Das Mekka für die Mutti. Ja, ja, klar. Die deutsche Apple Keynote aus dem Mittelstand. Aber genauso. Die Firma vorweg hat den neuen Thermomix vorgestellt. Deine Timeline war voll, oder wie?

[00:45:19] Ja, ja, war randvoll. War randvoll mit Leuten, mit Consumer Business. Die eine Hälfte fand es geil, die andere Hälfte hat sich drüber lustig gemacht. Haben sich drüber lustig? Jemand hat gesagt, ein Joke ist, da sind alle die Muttis mit den Handyhüllen. Meine Mom hat auch so eine Handyhülle, die man so aufklappen kann. Kennst du das? Wenn du so eine Hülle hast? Meine Mom hat auch so eine Handyhülle. Mir war nicht klar, dass das eine Statusgeneration für die Generation Mami-Boomer ist, aber die war da wohl gut vertreten. Und die Leute sind ausgerastet.

[00:45:49] Also das sieht aus wie ein Bruce Springsteen-Konzert, wo alle hier stehen und jubeln und dann dieser neue Thermomix auf die Bühne gerollt wird. Und die rasten alle aus. Wir müssen dieses Thema mal verstehen. Was ist denn eigentlich mit dem Thermomix los? Der Thermomix hat es in meine Top-Erfindungsliste reingeschafft. Also ich sag mal, meine Top-Deutschen Erfindungen sind das MP3-Format, der Kärcher, die Tony-Box und der Thermomix.

[00:46:18] Das ist meine Liste. Ja, okay. Also ich find's mega gut. Wir haben so einen Thermomix schon länger in der Küche stehen. Ich bin überhaupt kein Koch, da bist du jetzt natürlich irgendwie der Profi. Aber seit ich das Ding hab, kann ich kochen. Ich fühl mich so malen nach Zahlen mäßig. Du musst da quasi auf dem Papier nur die Buchstaben verbinden und am Ende kommt ein gutes Bild raus. Aber die benutzen das auch regelmäßig, ne? Die benutzen das ständig, ja. Ja. Also was ist das für alle, die es nicht wissen? Im Grunde ist das ein Mixer, der Sachen warm machen kann.

[00:46:48] Also schnippeln und anheizen. Das sind quasi die Kernfunktionen. Und das führt dazu, dass man damit im Grunde alles Mögliche kochen kann. Also was haben wir damit gemacht? Irgendeine Bolognese-Soße. Wir kochen Spargel. Immer wieder Kuchenteig hab ich damit gemacht. Eis kann man damit machen. Mandelmus produziere ich regelmäßig. Irgendwelche Eintöpfe, Suppen. Also man kann da mittlerweile Dinge garen. Also man kann alles Mögliche quasi machen. Das ersetzt halt ganz viele Vorgänge in der Küche. Und wenn man fertig ist, damit steckt man sie in die Spülmaschine und das wird sauber und das ist total convenient im Grunde.

[00:47:18] Also du merkst dann an jedem Millimeter, das ist irgendwie durchdacht. Das ist so richtig gute deutsche Ingenieurskunst, das ist immer mein Eindruck. Das ist alles irgendwie smart. Aber es kostet einfach wahnsinnig viel Geld. Also was kostet so ein Thermomix voll ausgeschaltet? Kostet so 1.500. Oder so 1.500. 1.400, 1.500. Sowas. Ja. Und die Story, wie das Ding entstanden ist, einer der Geschäftsführer von Vorwerk ist mal nach Frankreich gereist und hat gesehen, die Franzosen, die machen alle so geile Cremesuppen und so dicke Soßen. Und es wäre doch geil, ein Gerät zu haben,

[00:47:47] was gleichzeitig schnippeln und kochen kann, weil, das musst du mir erklären, wie das funktioniert, aber so eine Soße anzudicken oder so eine Cremesuppe zu machen, hat wahrscheinlich damit zu tun, dass es irgendwie gleichzeitig warm sein muss und gedreht werden muss, so in etwa. Das ist meine Laien-Einschätzung. Was sagst du? Wie machst du das händisch? Du bist ja kein Thermomix-Fan. Nee, also wenn du, es kommt drauf an, also wenn du es klassisch-französisch machen würdest, dann montierst du es hinterher mit kalter Butter auf. Also du kochst eine Jus ein und montierst die mit kalter Butter auf und du kannst es dann wahrscheinlich da machen. Okay.

[00:48:17] In Deutschland würde ich sagen, traditionell Mehlschwitze. So, und das kannst du wahrscheinlich direkt in dem Ding machen. Mehlschwitze, das ist schon wieder so ein deutsches Wort, das mir überhaupt nicht gefällt. Mehlschwitze. Naja, also, dieser Geschäftsführer denkt sich, ey, das wäre doch geil, diese Sachen zu kombinieren und die Firma Vorwerk hat verschiedene Küchengeräte damals schon im Angebot, aber in den 70er Jahren, 1971, entsteht das erste Gerät, was quasi diese Funktionen kombiniert. Quasi schnibbeln, schnibbeln

[00:48:46] und kochen in so einem Topf im Grunde. Entwickelt sich alles ein bisschen weiter. In den 80er Jahren, 1985, bringen sie das zum ersten Mal unter dem Namen Thermomix an den Markt. Davor heißt es anders. Und es ist quasi das erste Gerät, wo du halt gleichzeitig kochen und mixen kannst. Und am Anfang liegt der Fokus, auch ganz interessant, der Use Case, liegt der Fokus auf sowas wie Babynahrung, Suppenshakes, also so weiche, flüssige Speisen im Grunde. Ist auch der Grund, warum das Gerät in Italien zum Beispiel Bimbi heißt. Also irgendwie war die Marke Thermomix da schon belegt. Das ist erstmal auch so ein Learning,

[00:49:16] Markenrechte immer überall sichern. In Italien war die Marke irgendwie schon besetzt. Mussten sie es umbenennen, haben es Bimbi benannt und das heißt irgendwie so Baby oder sowas. Und kommt von dem Use Case, dass es eingesetzt wurde, um Kindernahrung zu machen. Und seitdem releasen die alle fünf bis zehn Jahre einen neuen Thermomix und da sind wir jetzt angekommen an der neuesten Generation, der TM7. Das wurde jetzt hier released, Thermomix 7. Also das ist quasi wie so GTA auf der Playstation. Da kommt dann alle irgendwie, weiß ich nicht, sechs, sieben Jahre ein neues Spiel raus.

[00:49:46] Dauerte immer für die Fans und jetzt war der Moment für die Muttis, dass der neue Thermomix rauskam und hat mir den Anlass gegeben, dir das mal anzugucken. Die Firma Vorwerk, die das Ding produziert, macht damit 1,6 Milliarden nur mit dem Thermomix. Weißt du, was das zweite Produkt von denen ist, mit dem die eigentlich gestartet sind? Ja, weiß ich. Ja. Das ist ein Staubsauger namens Kobold. Den hatten wir früher. Ja. Da haben sie in den 30er Jahren damit angefangen.

[00:50:15] Das war der Durchbruch. Ganz ursprünglich war Vorwerk eine Teppichfabrik übrigens, gegründet von so einem Karl Vorwerk. Da kommt der Name her und wurde dann übernommen vom Schwiegersohn und ist seitdem im Familienbesitz. Die Familie heißt Mittelsten Scheid, falls du dich mal gefragt hast. Und angefangen als Teppichfabrik, dann haben sie diesen Kobold, also wahrscheinlich war der Teppich schmutzig, haben sich überlegt, wie kriege ich den sauber und haben irgendwie diesen Staubsauger entwickelt. Der macht heute immer noch 800, 900 Millionen. Machen die immer noch

[00:50:44] mit diesen Kobold-Staubsaugern. Also super erfolgreich insgesamt und mit diesem Kobold-Staubsauger haben die eine Sache erfunden, für die sie auch sehr bekannt geworden sind, nämlich Direktvertrieb. Stand bei dir immer so ein Typ an der Tür oder so eine Frau? Ja, also nicht für Staubsauger, sondern für Töpfe. Aber der Topfmann. Der war dann wahrscheinlich, weiß ich, ob der von Vorwerk war, wahrscheinlich nicht. Nee, nee, aber ich glaube, die haben den Direktvertrieb erfunden. Die haben den Direktvertrieb. Vorwerk hat heute noch

[00:51:14] 100.000 Handelsvertreter. 90.000 von denen verkaufen Thermomix, 10.000 von denen verkaufen Kobold-Staubsauger. Und das war die Innovation. Also, die haben ein krasses Produkt gebaut in den 30er Jahren, patentiert, Innovationen da reingebracht, haben aber auch den Vertriebskanal innoviert und sind nicht über den typischen Einzelhandel und Großhandel und so weiter gegangen, sondern haben gesagt, wir klopfen bei den Leuten an die Tür mit freien Handelsvertretern, die auf Provisionen arbeiten und haben da eine Armee

[00:51:44] von Leuten aufgebaut und also, da gibt es ja Jokes drüber und Storys von diesen Staubsauger-Vertretern. Es gibt einen L'Oreal-Sketch, den habe ich mir vorhin angeschaut, wo so ein Staubsauger-Vertreter reinkommt und er erstmal erklärt, dass man den nur einhändig bedienen kann und das weiß ich. Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur blasen kann. Ein ganz großer Klassiker. Du hast es drin. Du hast es drin. Es saugt und bläst der Heinzelmann. Genau. bis L'Oreal hat es der Staubsauger an der Tür geschafft

[00:52:13] und das war die krasse Innovation und das haben die mit dem Thermomix dann weitergeführt. Ich glaube, da sind sie jetzt nicht wirklich von Tür zu Tür gelaufen, aber haben diese Koch-Events gemacht und Leute eingeladen. Also, die Handelsvertreterinnen, muss man sagen, die meisten sind weiblich, die veranstalten dann Koch-Events zu Hause und laden Freundinnen ein und so weiter. Ich habe mir das mal angeschaut, ich war kurz davor, mich zu bewerben, im Team Thermomix. Also, falls wir das Metzbar nicht aufmachen, dann können wir dem Team Thermomix beitreten. Dann können wir so Koch-Events veranstalten. Man kann sich da bewerben und wenn man sechs Thermomix platziert hat

[00:52:43] bei seinen Freundinnen oder bei seinen Freunden, dann kriegt man den Siebten für sich und kann ihn behalten. Hat so ein bisschen Multilevel-Marketing-Charakter, ist nicht wirklich Multilevel-Marketing. Also, deine Aufgabe ist jetzt nicht, den nächsten Thermomix-Verkäufer da irgendwie ranzuzüchten und der dann wieder den nächsten und so. Also, nicht so ein Pyramidensystem, die Leute sind freie Handelsvertreter, quasi rein auf Provisionen angestellt. Die kriegen dann so 100 bis 150 Euro. Die können dann auch so Gebietsleiter werden. Also, irgendwann lernst du dann die anderen Vertreterinnen an

[00:53:12] und so läuft es im Grunde. Dann kannst du dich da hocharbeiten. Was glaubst du, wie viele von denen machen das Vollzeit? Also, es ist ja eher sowas, was du nebenbei machst, würde ich annehmen, oder? Machst du nebenbei? Der Großteil macht es nebenbei. Ich habe in die Jahresberichte angeschaut, ich habe nicht rausgefunden, was sie denen auszahlen. Das ist leider nicht so ganz transparent. Also, abgesehen davon, wie viele die pro Stück kriegen, aber weiß nicht, was die insgesamt da rausgeben. Mittlerweile muss man auch sagen, Thermomix verkauft auch direkt. Das gab es lange nicht. Aber mittlerweile kannst du auf die Webseite gehen, kannst ein Thermomix bestellen. Vor ein paar Jahren war das noch nicht möglich.

[00:53:42] Dann musstest du zu so einer Party gehen, zu so einem Koch-Event, da hat dich jemand angerufen. Oder du musstest auf eine Messe gehen oder in einen Showroom. Mittlerweile haben die auch Showrooms an verschiedenen Orten. Mittlerweile kannst du es auch direkt kaufen. Aber ich gehe mal davon aus, dass die wenigsten das hauptberuflich machen. Das ist ein klassisches Vertriebsproblem, das sie dann hatten. Weil du hast ja deine Armee an Vertretern draußen, die alle überhaupt kein Interesse daran haben, dass du jetzt den eigenen Webshop irgendwie aufziehst. Ja, ja, ja. Also, das war wahrscheinlich

[00:54:12] ein großes Incentive-Problem. Ich weiß nicht, wie sie es gelöst haben, aber mittlerweile verkaufen sie es auch quasi ohne Termine. Aber wird sicherlich dazu geführt haben, dass immer mehr, weil ich erzähle in Thermomix, ich habe den am Ende Gebrauch gekauft. Und zwar ehrlich gesagt, weil es für uns einfacher war, einfach auf so einer Plattform, Refurped oder wo auch immer, das Ding einfach zu kaufen, statt da jetzt irgendeinen Termin zu machen, irgendwo hinzugehen und so weiter. Also, ich war ja schon überzeugt. Aber der Weg, wie die das in den Markt reingekriegt haben, war über diesen Direktvertrieb als erklärungsbedürftiges Produkt. Also, die nennen das dann Story Selling.

[00:54:42] Das ist dann so eine der Begrifflichkeiten von der Webseite, dass du es halt erleben musst, genauso wie den Kobold. Dann fällt der Typ quasi durch die Tür und stellt dir den Kobold vor und fängt direkt mal an, in deinem Wohnzimmer zu saugen. Da denkst du ja auch so, ja gut, okay, dann findest du es danach sauber und siehst das Ding in Action und kaufst es. Also, dieses Prinzip haben die sehr gut verinnerlicht. Ich habe meine Vertriebsschulung gesehen, tatsächlich, für den Kobold-Vertrieb damals mit der Sequenzierung, was so quasi die Micro-Conversions eines Staubsaugerverkaufens sind. Also,

[00:55:11] dass er die erste Micro-Conversion zum Beispiel ist, dass der Kunde, der Prospekt, dass er den Staubsauger selber in die Hand nimmt. Okay, du drückst ihn sofort, okay. Genau, ohne dass er selber physisch mit diesem Ding hantiert, kannst du ihm quasi das Produkt nicht verkaufen und so weiter und so sind die da durchgegangen. Ganz mega geil. Also, ich bin jetzt kein Staubsauger geworden. Meinst du, da gibt es einen Abschnitt in dem Playbook, wie du die Steckdose findest? Du musst ja dann schnell die Steckdose finden, dass das funktioniert. Kann ich mir gut vorstellen, dass die getrainiert werden.

[00:55:42] Okay, aber wir sind bei Thermomix Hälfte, nee, mehr als die Hälfte, doch Hälfte des Gesamtumsatzes ist Thermomix. Hälfte des Gesamtumsatzes, genau. Ja, und der Rest ist ein bisschen aufgeteilt. Der Kobold macht weniger, der Rest ist so Financial Services, also die haben Finanzdienstleister noch gegründet, aber die Main Products sind der Thermomix und der Kobold im Grunde. Der Durchbruch vom Thermomix war übrigens ab 2015. Davor haben die immer so 200, 300 Millionen im Jahr damit gemacht und 2015 ist es auf 1,4 Milliarden hochgegangen. Also, es ist auch ein Effekt der letzten 10 Jahre,

[00:56:12] muss man sagen, dass das Ding wirklich nochmal Mainstream, den Mainstream erreicht hat. Also, 30 Jahre nach Erst Release, der in den 80ern war, ist das Ding dann wirklich nochmal krass durch die Decke gegangen. Ein interessantes Modell ist das Abo, was du mittlerweile kaufen musst. Du kaufst dieses Gerät für, sagen wir, 1500 und dann musst du noch ein Abo abschließen für 60 Euro im Jahr für die Rezept-App. Und das ist natürlich auch insane, wenn man sich überlegt, die schreiben auf der Webseite, sie haben 5 Millionen Paying Customers in der App-Subscription,

[00:56:42] die zahlen netto 50 Euro. Im Jahr sind 250 Millionen über diese App. Denn es muss man sagen, die Gesamtgruppe, die machen 3,2 Milliarden, 290 Millionen Gewinn, 10% Gewinn. Aber musst dir mal vorstellen, der Umsatz von der App ist 90% des Gesamtgewinns. Ja, ja. Ist ein bisschen wie so ein Paletten-Business, wo du das Device verkaufst, wahrscheinlich mehr oder weniger at cost, mit Marketing und so weiter eingerechnet und dann über diese App-Subscription nochmal richtig verdienst.

[00:57:12] Weil was sind da die variablen Kosten? Du brauchst ein paar Leute, die Rezepte produzieren, aber das hält sich wahrscheinlich alles sehr in Grenzen. Ja, ja, würde ich auch so sehen. Und das ist ja auch der krasse Value-App. Also 2015 ist ja unter anderem deswegen der Moment, wo das Ganze so abhebt, weil wir eben das erste Mal irgendwie Apps haben und weil wir das erste Mal irgendwie diese Rezepte in der App haben. Und das führt ja dazu, dass du halt quasi, während du vorher ja doch noch irgendwie daneben stehen musst, um eine Thermomax zu bedienen, kannst du halt jetzt dein Risotto kochen, während du dir im Metzpa

[00:57:42] die Lippen machen lässt. Ganz so ist es, ganz so, so weit ist es, aber das ist ja noch nicht ganz, aber da kommen wir bestimmt hin. So. Du brauchst die App nicht, um das Ding zu bedienen, sondern du brauchst die App, um ein Rezept einzuspielen quasi. Also du drückst nicht auf den Händen, du lädst dann rein, ich verliere das Risotto und dann sagt er dir, okay, ich schmeiß das rein und hier ein Stück Butter und ein halber Teelöffel Gemüsebrühe und whatever und du bist da so durchgeführt und das kannst du auch selber machen, aber dann musst du dir ein Rezept auf ein Blatt Papier schreiben oder irgendwie ein Buch kaufen. Früher gab es auch so Bücher mit Thermomix-Rezepten. Das ist alles in der App drin,

[00:58:11] hat vorweg alles für sich geholt und daraus ein Subscription-Business gemacht. Also Genius. Subscription ist generell gut und eine Subscription-App, wo du keine großen, variablen Kosten hast, ist noch besser. Also da haben sie sich eine Gelddruckmaschine gebaut. Grüße und gehen raus nach irgendwie Wuppertal. Grüße gehen raus nach Wuppertal. Grüße gehen raus nach Wuppertal. Was machen die mit der ganzen Kohle, die sie verdienen? Unter anderem investieren über Vorwerk Ventures. Das ist vielleicht zum Abschluss in der Startup-Szene auch bekannt.

[00:58:40] 2007 haben die einen Fonds gestartet, erstmal quasi nur von Vorwerk. Seit 2019 ist der Fonds unabhängig. Also es gibt ja oft so diese Corporate Venture Capital Fonds, die gestartet werden aus einem Family Office oder aus einem Mittelstandsunternehmen heraus und dann später unabhängig werden. So ist bei Vorwerk auch und die haben jetzt einen aktuellen 150-Millionen-Fonds, den sie verwalten, haben in so Firmen investiert wie HelloFresh. Macht natürlich Sinn. Gibt es auch eine enge Kooperation mit Thermomix, dass du dann bei HelloFresh so Thermomix-geeignete Konzepte kriegen kannst. Aber haben auch

[00:59:10] in völlig andere Sachen investiert. Aktuell im Portfolio. Ich habe es hier offene Notion. Was sind da die Hits? Everdrop dürfte gut sein. AW Medical dürfte gut sein. Kennt man. Ja, es ist ja jetzt ein Full-Operational-BC-Fund eigentlich. Ja, ja. Und auch unabhängig von dem Kerngeschäft von Vorwerk. Lillidoo haben die gemacht mit Windeln. Also auch viele Consumer-Themen im Grunde. Es gibt ja wenige VCs, die auf Consumer-fokussiert sind, aber die kommen aus dem Consumer-Direktvertrieb und haben sich das natürlich überlegt. Ich meine, HelloFresh ist das beste Beispiel dafür,

[00:59:40] für eine Consumer-Direktvertriebs-Company. Natürlich dann auch noch im Food-Bereich. Passt natürlich wie die Faust aufs Auge. Sowas wie Lillidoo wahrscheinlich, aber auch. Können du vorstellen, dass die These da initial war, auch Windeln im Rechtenvertrieb zu verkaufen oder Everdrop. Das haben wir auch gemacht. Also das sind alles Sachen, also das verstehen die natürlich gut, ne? Das verstehen die gut. Grüße gehen raus an Dirk Meurer, Partner bei Vorwerk. Der kann dann dein Metzbar vielleicht noch finanzieren. Der kann das Metzbar machen. Aber du willst ja kein BC-Bek, haben wir gelernt. Wir wollen da Bootstrapped,

[01:00:10] Ownership und die Firmen kaufen. Also dann ist Dirk nicht der Richtige. Ne, aber vielleicht jemand, der bei Vorwerk Ventures sagt, der möchte jetzt mal selber was machen. Der kann sich gerne bei uns melden. Wir bildern ihn wieder aus. Wir wollten es positiv halten und du wirbst jetzt die Leute ab. Ich gebe da Props und erkläre die Geschichte und gebe mir Mühe, das zu recherchieren und diese geile Company darzustellen, wie die gut investieren. Und das Erste, was dir einfällt, ist die Leute abzuwerben. Vielleicht habe ich heute mal einen Akrotag. Ich würde auch Entschuldigung. Gut, vielen Dank jedenfalls für diese Geschichte. Das hat mir

[01:00:40] wie immer sehr viel Spaß gemacht. Bis dann, Felix. Ciao.