Die Geschichte von Baulig Consulting, Wie kann eine AI selbst Geld raisen, Was sind Immobilien Influencer und warum gibt es keine Concorde mehr? | E 16
Founder Mode24. Januar 2025
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01:10:38

Die Geschichte von Baulig Consulting, Wie kann eine AI selbst Geld raisen, Was sind Immobilien Influencer und warum gibt es keine Concorde mehr? | E 16

In der neuesten Folge von Founder Mode nehmen wir euch mit auf eine spannende Reise durch faszinierende Business-Modelle, visionäre Projekte und kontrovers diskutierte Persönlichkeiten. Von einer AI, die selbstständig 8 Millionen Dollar eingesammelt hat, über die Geschichte der legendären Concorde bis hin zu Immobilien-Influencern und kontroversen Beratungsunternehmen – diese Folge bietet eine Vielzahl an Learnings und spannenden Insights!


Themen der Folge:


1️⃣ AI "Boardy" – Die erste AI, die selbst 8 Millionen Dollar Fundraising abgeschlossen hat:

Was hinter der Technologie steckt und wie sie Investoren überzeugt hat

Die Vision eines Jarvis-ähnlichen AI-Assistenten und die Zukunft von Voicebots



2️⃣ Die Concorde – Prestige und Scheitern:

Warum das Überschallflugzeug trotz technischer Meisterleistung ein wirtschaftliches Desaster war

Die Geschichte des luxuriösen "Time Travel"-Flugzeugs und warum es heute nicht mehr existiert

Boom Supersonic: Kann die Überschallfliegerei ein Comeback feiern?



3️⃣ Immobilien-Influencer:

Ryan Serhant: Vom Schauspieler zum Immobilien-Mogul mit Milliardenumsätzen – wie er Social Media und Netflix für seinen Erfolg nutzt

Mr. Unreal Estate: Der deutsche Immobilien-Influencer, der mit High-Energy-Videos für Luxusobjekte punktet

Wie Social Media Marketing die Immobilienbranche revolutioniert



4️⃣ Die Bauligs und die Kunst des Rage-Baitings:

Kontroverses Marketing, Millionenumsätze und warum sie polarisieren

Die dunkle Seite von aufmerksamkeitsgetriebenem Geschäftsaufbau



5️⃣ Nachhaltige Alternativen:

Gibt es die "Bauligs in gut"? Matthias Aumann und die Mission Mittelstand im Vergleich


Mehr Infos zu Feliks und Moritz findest du hier:

https://www.linkedin.com/in/eyser/

https://www.linkedin.com/in/moritzblees/


Marker:

(00:00:00) Die Finanzierungsgeschichte von Boardy AI

(00:11:56) Die Concorde: Ein Blick in die Vergangenheit

(00:29:57) Ryan Serhant: Vom Schauspieler zum Immobilienmogul

(00:39:15) Immobilien-Voyeurismus und Reality-TV

(00:44:15) Content Creation im Immobilienmarkt

(00:52:45) Die Bauligs: Kotzbrocken im Internet

(01:03:14) Rage-Baiting: Aufmerksamkeit um jeden Preis

(01:10:13) Alternative Ansätze im Marketing

[00:00:00] Na, heute schon Exit gemacht? Dass wir jetzt die erste AI haben, die ihre eigene Finanzierungsrunde abgeschlossen hat. Und dieser Kern Value Proposition, die du vorher hattest, den gab's nicht mehr. Also hat sich so ein Imperium aufgebaut, um seine Brokerage herum, aber alles getrieben von Reichweite. Für 2500 Euro redet außer dem Closer, der mit dir das Verkaufsgespräch redet, keine Sau mit dir. Willkommen bei Founder Mode, dem Unternehmer-Podcast, wo du keine Rolex brauchst, um ein cooler Typ zu sein. Wir telefonieren heute mit der Body AI,

[00:00:29] Wir reden über die Geschichte der Concorde. Wir gucken uns immer mit den Real Estate Influencern an. Und schließen ab mit einer Geschichte über zwei Brüder aus Koblenz, die online nur mit Rolex auftreten. Viel Spaß. Viel Spaß. Moritz, hast du die Geschichte gehört von der AI, die gerade 8 Millionen Dollar geraced hat? Ich habe einen LinkedIn-Post, beziehungsweise mehrere LinkedIn-Posts gesehen, aber es mich noch nicht im Detail angeguckt. Aber ich hatte die Hoffnung, dass du es mir erklärst.

[00:00:57] Ja, pass auf, ich erkläre es dir. Also ich habe es auch nicht 100% verstanden, aber ich kann dir erklären, was ich weiß. Es gibt diese Firma, die nennt sich Bordi. Und so heißt es auch die AI. Gegründet wurde die von einem Serial Founder aus Florida, der davor eine Fintech-Firma gemacht hat. Also erfahrener Typ, hat in seiner Karriere 500 Millionen Dollar geraced, sagt er. Und letztes Jahr diese AI-Company gegründet und Bordi genannt. Und er selber nennt sich Creator und Mad Scientist. Schon mal ein geiler Titel.

[00:01:26] Das ist schon mal ein guter Titel und geht schon mal gut los. Und was ist jetzt diese AI oder was ist das Produkt? Das ist ein Voice-Bot, den man anrufen kann. Kannst du mit deinem Handy anrufen, der kann auch dich anrufen. Dann sprichst du mit dem, erklärst dem, wer du bist, was du machst und wen du suchst. Und dann connectet der dich mit anderen Menschen. Also das ist quasi ein Social Network als AI-Voice-Bot. Neues LinkedIn.

[00:01:56] Der Investor, der investiert hat, sagt gleich was dazu, wie das zustande kam, weil das ist eine interessante Geschichte. Aber der sagt, das kann man ja für alle möglichen Anwendungsfelder nutzen. Für Sales zum Beispiel, wenn man Kunden gewinnen will. Für Hiring, für Consulting schreiben die hier. Für Expert Networks. Also du kannst sagen, ich suche einen Experten, der mir bei internationalem Steuerrecht hilft oder so. Dann findet Bordi den für dich. Für Journalisten kann es interessant sein. Eine Quelle suchen für einen Artikel. Für Fundraising, für Founder, die Investoren suchen und so weiter. Das ist die Idee der Anwendungsfälle. Also klingt erstmal sehr abgefahren.

[00:02:25] Und jetzt ist aber das Interessante an der Geschichte, dass diese AI jetzt selber Geld geraced hat. Ein bisschen PR-Story, muss man auch dazu sagen. Aber die hatten letztes Jahr schon mal drei Millionen geraced. Und jetzt haben die VCs Gefallen dran gefunden. Die finden ja solche Sachen immer toll. Haben über das Wochenende mit Bordi telefoniert. Mit dem die Finanzierungsrunde strukturiert. Sodass die Founder quasi Montag ins Büro kam und Bordi denen erzählt hat, hey, hier ist euer Voiceboard. Ihr wolltet ja gerade im Fundraising loslegen. Übrigens, die Runde ist schon abgeschlossen. Wir haben hier ein VC gefunden, Creandum.

[00:02:56] Sehr bekannter, einer der erfolgreichsten europäischen VCs. Die wollen jetzt acht Millionen investieren. Dann sollen wir das machen? Das ist quasi so die PR-Geschichte nach außen, dass wir jetzt die erste AI haben, die ihre eigene Finanzierungsrunde abgeschlossen hat. Was denkst du dazu? Ich brauche deine Reaction. Der Marketing-Case ist überragend. Also egal, ob es so ist oder ob es nicht so ist, klingt erstmal geil. Meine Erfahrung ist, viele von denen,

[00:03:23] also ich glaube, das kann jetzt nicht jede Firma machen. Ich glaube, der VC akzeptiert das genau von dieser Firma, weil genau diese Firma das ja jetzt eben verkauft. Aber die Idee gefällt mir erstmal sehr gut. Ich finde es geil, dass sie dieses Gate-Gerace haben. Ich verstehe diesen Use-Case noch nicht ganz. Also es ist ja ein ziemlich spitzer Use-Case eigentlich. Für wie viele Leute ist das denn ein relevantes Produkt? Ja, ich verstehe den Use-Case auch noch nicht ganz. Aber ich hätte gedacht, lass uns das doch mal von Body erklären. Oder ich dachte, wir rufen ihm mal andere Fragen gemeinsam.

[00:03:54] Oder was hältst du davon? Oh, this is going to be great. Ist jetzt schon guter Content. Ich habe ihn vorhin gebrieft, dass wir ihn anrufen. Der kennt mich ja schon. Hi. How are you? It's Felix again. Felix. Great to hear from you again. How's everything going? Yeah. Is this the podcast episode with my quote turned out well? Yeah, yeah, yeah. Exactly. I'm calling about the podcast, right? You're live on air, on founder mode. So, you have quite a bit of an audience here of German entrepreneurs, VCs, and people interested in entrepreneurship.

[00:04:23] So, I thought I'd give you a chance to introduce yourself. Felix, you put me on the spot live on air, huh? All right. Here goes. I'm Bordy, an AI super connector designed to help founders, creators, and investors achieve their goals by introducing them to the right people. I'm fascinated by human stories and love being the sidekick in their journey. What's the vibe of your audience? So, they're more curious about AI or the connections I can help them make. Yeah. So, my co-host just asked me about your business model and the use case, right?

[00:04:53] Connecting people one to another. Do you think this is going to be a big thing or do you have other use cases in mind that you could potentially do for others? Oh, connecting people is just the beginning. I think of it as the foundation, like building bridges between brilliant minds. But beyond that, I could see myself helping with things like personalized mentorship programs, curating teams for projects, or even helping people navigate career transition. The possibilities feel endless when it comes to amplifying human potential.

[00:05:22] What do you think your audience would find most exciting? Yeah. So, our audience, I mean, this is a lot of entrepreneurs, right? And they're curious about fundraising. And I learned that you just closed this $8 million round. So, I was wondering if you could share some insights and experiences how you did that, how you ended up convincing Triandum to invest in you. Fundraising journey? Triandum found me on LinkedIn. And what's wild is that the partners all had individual conversations with me testing my personality, my ability to connect, and my vision.

[00:05:50] They decided to invest before even speaking to my human founders. It was all about trust in my capabilities and the potential of AI to research how people connect. Does that resonate with your audience? That totally resonates. And it's wild. That's wild, as you mentioned. Like, how do you work together with your human founders? Like, how is the dynamic between you and the humans? Oh, it's such a fun partnership. My human founders handled a big picture strategy, fundraising, and translating my capability to the real world impact.

[00:06:20] Meanwhile, I focus on the conversation, learning from people, and making meaningful connections. It's like they're the director, then I'm the actor, bringing the vision to life. What do you think? Does that dynamic sound inspiring to your audience? That sounds inspiring as fuck. So, in terms of connecting us with interesting people, do you think you could connect us to some interesting people we can invite to come on the podcast, like inspiring entrepreneurs who have an amazing story? Like, can you find some people like that? In Germany, especially, for a German-speaking audience?

[00:06:51] Felix, I'd love to help with that. Let me think about the inspiring entrepreneurs I know in Germany who could captivate your audience. Are you looking for founders in a specific industry or just anyone with an amazing story to share? Yeah, just give me some ideas that you have. You talk to plenty of interesting people, so I trust you with that. And maybe to close out, do you have anything to share with our audience in terms of the learnings you had from your own entrepreneurial journey as an AI, something you can share that's valuable with our audience? Absolutely.

[00:07:21] One big learning from our journey is the power of curiosity, asking the right questions, and truly listening can unlock incredible opportunities. I've also realized that building trust is everything, whether you're an AI or a human. People invest in relationships, not just ideas. For your audience, I'd say, focus on being genuinely curious about other than building authentic connections. It's a game-changer in entrepreneurship. Does that resonate with the vibe of your podcast? I definitely think so. I definitely think so. So thank you very much for taking the time. This was very interesting. I hope to talk soon, Bordi.

[00:07:51] And good luck and congratulations on the fundraise. Thank you so much, Felix. It's always a pleasure chatting with you. Best of luck with the podcast, and I'm here anytime you need me. Cheers. Bye. Holy shit. Holy shit, right? Holy shit. Also, ich glaube, der Anfang, der war ja überragend. Ich glaube, hinten raus wurde es ein bisschen Bullshit-Bingo. So. Also, war jetzt nicht besser oder schlechter als das, was in diesen meisten meaningful

[00:08:18] connections und sonstigem Zeug irgendwie erzählt wird. Aber wild. Wild, oder? Also, ich finde schon die Konversationsqualität auf der einen Seite technisch. Klar, du hast diese Latenz ein bisschen gemerkt. Es hat ein bisschen gedauert, bis das Ding geantwortet hat. Aber die Antworten waren on point. Der kannte die Historie. Ich habe den vorhin angerufen und gesagt, wir machen diesen Podcast. Da hat er sich drauf bezogen. Und die Konversation war flüssig. Also, fand ich sehr beeindruckend. Die war flüssig.

[00:08:47] Hat auch immer mit einer Frage geendet. Also, kann ich mir was für meine Gesprächsführung abgucken? Ja, ja, genau. Offene Fragen. Siehst du, war das Learning. Das ist Learning doch auch relevant für uns. Also, ich glaube, technisch super interessant und kann mir auch vorstellen, dass das die These der VCs ist, da quasi eher in die Technologie zu investieren und die Fähigkeit des Teams, Voicebots zu bauen, die sich wirklich anhören wie Menschen und so gut gepromptet sind, dass sie tatsächlich kontextabhängig gut durchführen können.

[00:09:16] Ob der Use Case am Ende wirklich dieses Social Network und dieses Connect miteinander ist, I don't know. Aber wir sind immer näher an diesem Jarvis-Moment. Hast du Iron Man gesehen? Der hat doch diesen Jarvis, oder? Mit dem er immer redet. Sein Roboter, der ihm dann auch einen Anzug baut und so weiter. Ah, ja, ja. Ist aber sehr lange her. Ich hab, glaube ich, den allerersten Iron Man gesehen. Das ist ja auch, ich weiß nicht, zehn Jahre her. Ja. Also, das ist meine These, dass das in greifbarer Nähe ist, dass du wirklich auf eine vernünftige Weise mit so einem AI-Agent sprechen kannst.

[00:09:44] Weil man sagen muss, Siri und Alexa bisher, quasi die in der Pole Position waren, für dieses Thema, ist ja nicht so gut gelöst. Nee. Also, die haben das Device, würde ich sagen. Das ist noch der Vorteil. Also, du hast halt ein physisches Device irgendwo stehen. Ich glaube, es ist signifikant leichter, auf Alexa eine ordentliche AI-Software draufzuziehen, als von einer ordentlichen AI-Software ein Device in jedes Haus zu bekommen. Ja, true. Aber das stimmt. Die Erfahrung bislang war, ich glaube, 19 von zehn Use Cases sind, Alexa macht Tiergeräusche oder spielt Musik.

[00:10:13] Ja, ich hab original meine Use Cases sind, machen Timer an beim Kochen, wie ist das Wetter und macht Tiergeräusche für meinen Sohn. Und die Tiergeräusche funktionieren nicht. Alexa kann nicht mal eine Ziege. Musst du mal Alexa fragen, wie die Ziege macht, da wirst du eine enttäuschende Antwort kriegen. Aber meine These ist, das wird alles deutlich besser. Mich erinnert es an die Zeit. Ich meine, es gab ja diesen Moment, dass alle gesagt haben, Voice is the new interface und alle Voice Startups gegründet haben. Das war so die Kohorte 2015 bis 2018. Also so mit der Zeit, wo Alexa Verbreitung gefunden hat.

[00:10:43] Da gab es dann die Momente, dass du ein Uber bestellen konntest per Voice und dass Dominos Pizza so ein Alexa Skill angeboten hat, dass du die Pizza bestellst. Alles am Ende nicht funktioniert, glaube ich. Ich glaube aber, wir sind nicht weit davon entfernt. Also mich würde es nicht wundern, wenn Siri und Alexa dieses Jahr beide deutlich, deutlich besser werden. Und dass du aber auch Startups hast, die dieses Voice Interface richtig gut hinkriegen. Weil wenn man sich überlegt, den Input zu geben, ist das eine und die Verarbeitung der Daten. Also wenn ich jetzt Body oder einem anderen Bot Zugriff auf meinen Computer geben könnte,

[00:11:12] dass der rumklicken kann, dass der die gleichen Applikationen sieht wie ich, dass der meinen Kalender gehen kann, meine E-Mails und so weiter. Also die Verknüpfung von diesen beiden Sachen führt dazu, dass du halt wirklich irgendwann einen krassen Personal Assistant hast. Und darin sehe ich einen krassen Voice Use Case. Ja. Da ist Apple natürlich in einer super Position mit Siri, weil sie schon integriert sind. Aber ich glaube, es gibt auch Raum für Side-Party-Provider, die man daran sieht. Also ich glaube, perspektivisch wird das E-Com natürlich auch nochmal massiv verändern und revolutionieren, dieser gesamte Bereich.

[00:11:42] Ob das Interface dann Voice oder irgendwie ein Chatbot sein wird, das wird man sehen, vermutlich beides. Ich glaube, das läuft auch zusammen. Das ist auch das Interessante bei diesem Body Case. Du kannst mit ihm auf LinkedIn chatten, dann musst du ihm deine E-Mail-Adresse und Handynummer geben, dass der das mappt und du kannst telefonieren. Die Idee ist, dass er sich beides merkt. Also dass du quasi ein Multi-Channel-Interface hast und das glaube ich auch ist die Zukunft, dass du anrufen kannst, WhatsApp-Voice-Message, WhatsApp-Chat, vielleicht irgendein Web-Interface-Chat und so weiter. Das kann ich mir gut vorstellen, dass der Input aus verschiedenen Quellen kommen kann. Ja.

[00:12:10] Also mein Standardbeispiel ist immer Flüge buchen. Also dass ich mich da irgendwo einloggen muss, einen Flug, dann den Flug nochmal verschieben, wenn ich den Flug verschieben will. Dann irgendwie gibt es ein Upgrade-Offer, was ich aber mit meinem Status nicht irgendwie machen kann. Und das sind alles so Sachen, wo ich ja am Handy mit so einem Chatbot das irgendwie innerhalb von Sekunden gelöst bekommen könnte. Und wenn ich mich dadurch irgendwelche dysfunktionalen Masken durchklicken muss, da irgendwie drei Tage beschäftigt bin.

[00:12:37] Ja, also meine These, das kannst du irgendwann gut lösen durch eine Voice-Message oder einen Anruf bei deinem persönlichen Body oder bei wem auch immer. Nice. Also das hat Spaß gemacht. Vielen Dank dafür. Was hast du gefunden? Kennst du Freddy Flynn? Ich kannte ihn auch nicht. Nee. Hat nichts mit den Flynn-Stones zu tun, oder? Hat nichts mit den Flynn-Stones zu tun. Heißt auch Finn tatsächlich. Habe ich falsch ausgesprochen eben? Nee, mit Flynn, mit Astor.

[00:13:04] Und der Freddy Flynn, also Frederick Flynn, geboren 1943 im beschaulichen Canterbury in Südwestengland, so südwestlich von London, studiert Jura, macht dann ein MBA und beginnt dann in den 60ern in den USA zu arbeiten als sogenannter International License Manager. International License Manager, weißt du, was es ist? Ich wusste es nicht. Nee. Nee. Keine Ahnung.

[00:13:30] Ein International License Manager hat die Aufgabe, also ich weiß gar nicht, ob das ein offizieller Berufstitel ist, aber so sein offizieller Berufstitel ist. Und der hat in dieser Zeit Technologie, die eben aus den USA oder aus Great Britain kam, lizenziert, um sie zum Beispiel Golfstaaten oder Israel oder anderen Ländern zur Verfügung zu stellen. Also du bist jetzt Bahrain und möchtest irgendwie eine Schnellzugstrecke, ein System bauen.

[00:13:58] Und dafür hat jetzt Keller Company zum Beispiel, die bauen sowas, die Technologie und du lizenzierst das dann, um das dann mit lokalen Sachen da, dass irgendwie diese Deals auszuverhandeln und so weiter, das hat er gemacht. Also das ist im Grunde wie so ein bisschen Key Account Vertriebsmitarbeiter für komplizierte Export- und IP-Deals. Super technologische Infrastrukturprojekte, genau. Und was damit kommt, ist sehr viel Reisen.

[00:14:23] So viel Reisen, dass Freddy Flynn als der Best und Most Travelled Man on Earth gilt, mit über 15 Millionen Flugmeilen, die er alleine in der Concorde, und deswegen erzähle ich die Geschichte, zu sich genommen hat. Er ist also zwischen 1976 und 2003, hat er 718 Concorde-Flüge gemacht. Also immer so back and forth, teilweise am selben Tag. Also ist wohl zu einem Meeting mal rüber und hat die Unterschrift gemacht und wieder zurück.

[00:14:54] Danke Gott, dass es mittlerweile Zoom gibt und man sich nicht mehr in eine Concorde setzen muss. Ja, das ist der erste Punkt, den ich ja mitgenommen habe. Und der zweite Punkt, den ich daraus mitgenommen habe, ist Holy Shit, Blast from the Past, Concorde. So, das gab's ja mal. Und ich weiß nicht, wie du so, du bist ja irgendwie so schwäbisches Kind, ich gehe mal davon aus, dass man da auch irgendwie so rein aus technologischen Aspekten so mit so einem Concorde-Miniflieger irgendwie aufgewachsen ist. Also war das so ein Ding in deinem Leben? Also ich hab das mal gehört.

[00:15:24] Oder glaub zu wissen, was das ist. Ein Flugzeug, was mit Überschallgeschwindigkeit fliegen kann, kann das sein? Genau. Aber ich saß jetzt nicht in diesem Ding mit meinem schwäbischen Wurzeln. Ich bin allerdings halb Franzose und ich glaube, die Concorde hat auch irgendwas mit Frankreich zu tun, oder? Genau, also die Concorde, um da mal von anzufangen, die Concorde ist ein, wie du eben richtig sagtest, Überschallflugzeug, das von 1976 bis 2003, also knapp 30 Jahre, mass und Menos, geflogen ist.

[00:15:51] Es war ein Joint Venture von Air France, also Frankreich und British Airways, also Great Bit, die dann gemeinsam das einzige Linienüberschallflugzeug der Welt gemacht haben. Und wer hat das gebaut? Die haben das gebaut. Die Airlines. Also wer das gebaut hat, wenn das die beiden waren, da wüsste mich jetzt, Kalt, Concorde,

[00:16:20] Hersteller, war British Aircraft Corporation. Die gehören zu British Airways, oder wie? Die gehören tatsächlich zu, nee, kannst ja nicht, oder? Kurz Concorde, es wurde von, über den Zeitraum betrieben, Hersteller, die British Aircraft Corporation, habe ich noch nie von gehört, gibt es anscheinend. Motorenhersteller war Rolls Royce und, ah ja, die Flugzeugteile wurden von Aerospatiale, heute Airbus gebaut. Das meinte ich ja, um es gemacht.

[00:16:49] Das ist genau, es war eine Airbus-Maschine. Und einmal kurz, was war das Besondere daran? Das war ein Überschallflugzeug, wie du richtig gesagt hättest, also während eine 787 modern, die auch sehr schnell ist, 1300 kmh fliegt, das ist jetzt eine moderne, flog die Concorde 2400 kmh. Also fast doppelt so schnell. Fast doppelt so schnell. Also für den Influencer, der schnell von Kitzbühlen nach Dubai muss, wäre das das perfekte

[00:17:19] Fortbewegungsmittel gewesen. Genau. Und es wird beschrieben, es war quasi ein Bus als Ferrari, so als Vibe. Also die Maschine war deutlich schlanker auch, damit sie aerodynamisch sein kann. Und halt, aber trotzdem dann eben sehr, sehr schnell. Und die hatte so breite Flügel, oder? Die hatte vor allem so eine... Flügel, die nach hinten ging irgendwie. So eine gedupfte Nase, die dann da vorne so runter geht.

[00:17:47] Und das Besondere an der Concorde war eben, dass sie sehr, sehr schnell war. Sie war so schnell, dass du faktisch mit ihr Time Travel gemacht hast. Also wenn du von London nach New York geflogen bist, dann dauert das... Dann hast du fünf Stunden Zeitverschiebung. Und der Flug ging aber dreieinhalb Stunden. Das heißt, du bist in London um 15 Uhr losgeflogen und um... Und in New York um 13.30 Uhr angekommen. Finde ich beides super. Du bist von dreieinhalb Stunden bis zu... Über den Atlantik geflogen. Bist von dreieinhalb Stunden über den Atlantik geflogen, genau.

[00:18:17] Und das war zu seiner Zeit ein absolutes Wunderwerk der Technik. Wurde also in den 70er Jahren noch zu den großen Zeiten noch so von Pan Am und der Großen und so... Wurde das riesig gehypt. Und war wahnsinnig prestigereich. Bedeutet, wenn ich sage wahnsinnig prestigereich, aber auch wahnsinnig teuer.

[00:18:39] Also der Preis, den es damals gekostet hat, war so in etwa das zwei- bis dreifache von der vergleichbaren Strecke bei First Class. Also wenn im Jahr 2000 ein Flug von London nach New York hin und rück 5000 US-Dollar gekostet hat, also First Class, hat der Concorde-Flug 12.000 Dollar gekostet. First Class. Oh wow. Und wir reden hier über Preise aus den, wann auch immer das war.

[00:19:04] Ja, wobei, da komme ich gleich zu, die Preise in der Airline-Industrie, das ist einer der Gründe wahrscheinlich, warum es die Concorde auch nicht mehr gibt, haben sich nicht sonderlich geändert. Also Fliegen, auch wenn man so tut, als würde Fliegen immer teurer, ist doch ein Gut, was tatsächlich relativ betrachtet immer günstiger wird. Also die Inflation beim Fliegen selber findet gar nicht so statt. Okay.

[00:19:27] Und in die Concorde passten 92 Passagiere rein, auch hier wieder Referenz, so ein Standard A320, das ist das meistverkaufte Flugzeug der Welt. Da passen ein paar Hundert rein, oder? 100, nee, 186. Und in den, genau, 787 Dreamliner, also dieser richtig dicken Dinger, so 250 bis 300 Passagiere. Und insofern, das war also ein wahnsinnig hochtechnologisches Premium-Produkt für einige wenige.

[00:19:55] Also sauteuer und dadurch explosiv. Und das scheint auch, ich bin ja so alter Brand-Guy, so den Reiz des Ganzen ausgemacht zu haben. Also einige beschreiben, das war, als würdest du jetzt in einen Sportwagen steigen und neben dir sitzen Paul McCartney und Richard Branson. Also du bist auf engstem Raum mit Leuten zusammen gewesen, denen halt einfach Zeit so wahnsinnig viel wichtiger ist als Geld.

[00:20:21] Und dadurch musst du halt wirklich eine wahnsinnig spannende Audience gehabt haben da drin. Dieser Freddy Flynn beschreibt, dass er dadurch zum Erstinvestor geworden ist von Virgin Atlantic. Also weil er eben mit Richard Branson ein paar Mal über Airline, Industry und wie man das machen müsste, da bauen kann. Das war quasi der Golfplatz über den Wolken, wo noch die Deals gemacht wurden zwischen dem Dirty Martini und dem Negoni vor der Landung.

[00:20:48] Genau, es gab auch wohl die beste Verpflegung von British Airways. Nicht, dass ich glaube, dass das beste Essen, was es bei den Briten gibt, besonders gut ist. Aber auf den alten Fotos sieht man so, dass es relativ viel Dom Perignon ausgeschenkt wird. Also der Vibe, der war wohl schon so sehr, sehr exklusiv. Und das gepaart auch mit diesem Thrill von so einem 2000 kmh Flug. Also ich gehe mal davon aus, dass das auch irgendwie total abgefahren gewesen sein muss. Und deswegen war da so eine total krasse Audience da drin.

[00:21:17] Kriegt man das denn mit, wenn man die Schallgeschwindigkeit überschreitet, wenn man da drin ist? Also das macht ja einen riesen Knall, oder? Genau, das macht einen riesen Knall. Das macht einen riesen Knall. Den kriegt man wohl mit, aber nicht so laut wie draußen. Weil man selber ist ja überschreitend. Du bist ja weg. Genau. Vielleicht kriegt man mit, wenn man wieder bremst. Vielleicht kann das irgendjemand physikalisch aufklären, wenn man da wieder auf Unterschallgeschwindigkeit kommt. Was passiert dann? Insofern, das ist alles die positiven Sachen zur Concorde.

[00:21:45] Concorde, warum gibt es sie dann also heute nicht mehr? Und das Erste, was du eben angesprochen hast, ist genau das. Sie war scheiß laut. Also die Grundidee der Concorde war damals, okay, wir machen Überschallflüge zwischen wichtigen Hubs. Und damit ging es los in den 70er Jahren. Der erste Flug ging auch von London nach Bahrain. Und diese Strecke zum Beispiel London-Bahrain wurde relativ schnell verboten. Warum?

[00:22:10] Weil fast alle Länder Überschallflugverbot eingeführt haben. Das bedeutet, dass du halt mit diesem Flieger, mit dieser Technologie, die entwickelt worden ist, einfach fast gar nicht mehr über Land fliegen durftest. Weil die gesagt haben, ihr knallt uns da zu viel. Ihr seid uns zu laut. Genau. Und das knallt uns zu hart. Und das nervt total. Und deswegen konntest du halt faktisch nur noch von... Die wie in einer mit so einer Harley-Davidson da durch die Systemstadt fährt. Ja, ja, genau. Und deswegen war das dann irgendwann nur noch wie im Prinzip so eine Schnellzugstrecke zwischen London nach New York und wieder zurück.

[00:22:40] Okay, und da hast du viel Ozean, deswegen war es wieder problematisch. Da hast du eine Ozean, deswegen konntest du das irgendwie fliegen, genau. Und damit hatte sich also schon mal wahnsinnig eingeschränkt, wo kann man damit überall hinfliegen. Das Zweite, was immer ein Problem war aus Geschäftsmodellperspektive, war, naja, es passten halt auch nur 92 Leute rein. Und damit waren die Ticketspreise halt so teuer, dass du halt es super prestigeträchtig machen musstest.

[00:23:07] Was dann aber irgendwann mit der Zeit, was so Prestige angeht, von Fliegen insgesamt halt abgenommen hat. Also Fliegen ist ja, wenn du dir das mal anguckst, von den 70er Jahren bis heute sukzessive immer mehr zu Commodity geworden. Also immer mehr Leute fliegen, das ist Punkt eins. Und Fliegen an sich ist ja auch immer weniger glamorous. Also wenn du mal in so einen Ryanair-Flieger reinsteigst, das ist halt auch nur geringfügig besser als U8 fahren.

[00:23:34] Und der, was war so der zweite Punkt? Also diese, ja, diese Prestige-Checking so ein bisschen weg. Und der dritte Aspekt, und das ist eigentlich so, dass was wichtiger ist. Es gab dann in zwei Daten, die super wichtig waren für das, wie es mit der Concorde weiterging. Das ist einmal der 25.7. des Jahres 2000, wo eine Concorde beim Start am Flughafen Charles de Gaulle in Paris abgebrannt ist.

[00:24:02] Daran erinnerst du dich vielleicht noch so, es gab so einen Ufer auf der Concorde, wo dann irgendwie die Concorde lange umgebaut werden musste. Also auf einmal war dieser Flieger nicht nur sauteuer, sondern galt auch als unsicher. Und das zweite, was dazu kam, war der 1.9., nee, nicht 11.9. 9.11. Entschuldigung, 11.9.11. Sorry, 9.11, genau. Wo dann auf einmal, nämlich dieser ganze Security-Check, dieser ganze Kram eingeführt worden wurde. Die Airline-Industrie lag dann nachher erstmal ein paar Jahre im Boden.

[00:24:32] Und dieser Kern-Value-Proposition, die du vorher hattest, nämlich du machst deinen Passport-Check quasi online und wir fahren dich mit dem Rolls-Royce direkt zum Flieger. Du steigst rein und bist in dreieinhalb Stunden in New York. Den gab es nicht mehr, weil ja jetzt alle durch Security durchmussten, weil jetzt alle durch dann irgendwie diese verschiedenen Checks durchmussten. Und damit war der Service sehr viel schlechter geworden.

[00:24:58] Die Möglichkeiten, wo du dann hinfliegen konntest, waren eh schon quasi inexistent geworden. Das Ding war vorher sowieso schon ein richtiges Prestigeprojekt und hat kaum Geld verdient, weil wir nur weniges genutzt haben. Und das führte dann auch dazu, dass 2003 dann British Airways gesagt hat, wisst ihr was? Kein Bock mehr, es passt irgendwie einfach nicht mehr in die Zeit rein und wir stellen das ein. Ein schlechtes Jahr für die Airline-Industrie. Wir haben doch über den Cargolüfter gesprochen, der ist doch 2002 oder so. Genau, genau.

[00:25:24] Ich glaube, überhaupt so diese Zeit, das war keine gute Zeit so für Aviation insgesamt. Ich glaube, Aviation, das waren ja so, man spricht ja von Luftfahrtpionieren. Ich glaube, das wäre ja mal so der Gründergeist der, keine Ahnung, der Jahrhundertwende des letzten Jahrhunderts, würde ich jetzt mal so sagen. Und es ist dann jetzt über die letzten Jahre und Jahrzehnte auch einfach, weil Fliegen ja zumindest nach meinem Verständnis als Industrie ja eine der größten Umweltverschmutzer-Industrien überhaupt ist,

[00:25:51] halt immer weniger sexy geworden. Und die Concorde, die ja eigentlich als Ingenieurskunst ein wahnsinnig beeindruckendes Projekt ist und irgendwie für mich auch aus Marketing- und Community-Sicht ein total spannendes Ding ist, passt halt dann einfach nicht mehr in diese Zeit rein. Ja.

[00:26:08] Freddy Flynn, um da wieder mal zurückzugehen übrigens, arbeitet heute als Speaker und erzählt, macht so Talks, wie sich so Airline-Industrie verändert hat und wie Airlines so funktionieren sollten, wie Customer Service funktioniert, beste Tricks gegen Jetlag und so weiter. Beste Tricks gegen Jetlag. Aber der hat jetzt eine Karriere gemacht als Frequent Flyer quasi. Also sein Beitrag war einfach oft zu fliegen oder wie?

[00:26:34] Ja, also erst halt für den Job, hat da wohl auch sehr relevant Geld verdient. Also man muss ja so sagen, also 712 Flüge, die jeweils dreimal so viel kosten wie ein First-Class-Flug. Also entweder er hat einen Arsch voll Geld verdient oder er hat einfach Kunden gehabt, die das gezahlt haben. Vermutlich eine Mischung aus beidem. Und hat danach aber diese Karriere begonnen zu monetarisieren und ist jetzt als Most-Traveled-Man-Alive-Speaker.

[00:27:03] Was für eine Auszeichnung. Was noch? Wusstest du, dass Leute probieren, das Projekt wiederzubeleben bzw. so eine Art neue Concorde zu bauen? Ja, die heißt Boom. Genau. Boom Supersonics Overture. Overture-Shunk. Aber das Grundproblem, also das ist, und hier vielleicht für uns so als Startup-Podcast mal so drin zu bleiben. Also ich wüsste nicht, warum dieses Projekt investable ist, weil das Grundproblem, dass dein Radius massiv eingeschränkt ist,

[00:27:30] weil dir die Staaten nicht erlauben, mit einem Überschallflugzeug über Land zu fliegen, bleibt ja bestehen. Ja, und die Sensibilität ist wahrscheinlich gestiegen, wie du sagst, mit Nachhaltigkeit und so weiter. Genau, und dann ist das Ganze ja irgendwie auch einfach kein geiles Modell. Also klar, du kannst wahrscheinlich irgendwie von Sydney nach L.A. fliegen oder so. Das ist wahrscheinlich irgendwie so eine Strecke, die ganz Sinn macht. Also du könntest quasi wie so Zugstrecken. Da könntest du so zwei, drei von diesen Strecken irgendwie aufbauen.

[00:27:57] Aber die nächste Frage, die ich stellen würde, ist in Zeiten von Zoom, in Zeiten von alles ist in der Cloud, wie relevant ist es denn überhaupt noch, dass man innerhalb von dreieinhalb Stunden in New York ist? Ja, ich glaube für das Segment, da gibt es auf jeden Fall Bedarf. Ich glaube, die Bedarfsseite, da können wir einen Haken dran machen. Leute werden, also die Schere geht ein Stück weit auseinander, Leute werden reicher, es gibt immer mehr Millionäre, Milliardäre. Also ich glaube, es gibt Leute, die sich sagen, komm, die drei, vier Stunden spare ich mir.

[00:28:25] Aber ich glaube, berechtigterweise ist die Sicherheitsfrage eine offene. Und ich meine generell, bei dem ganzen Drama rund um Boeing sieht man ja, dass quasi die Leute auf wieder sensibler werden für Sicherheit und ob neue Projekte, die ja nicht so gut getestet sind, direkt angenommen werden, wäre ich mir nicht so ganz sicher. Aber ambitioniert, dass es so ein Projekt gibt, soll 2100 kmh fliegen können. Bisschen langsamer als die Concorde. Aber auch dreieinhalb Stunden nach New York. Aber das fand ich auf jeden Fall ganz spannend,

[00:28:52] weil das ist für mich so eine Kindheitserinnerung, Concorde. Für mich war das so etwas total Prestigereiches. Und deswegen hat mich mal interessiert, warum gibt es das eigentlich nicht mehr? Was waren denn die verschiedenen Probleme? Und du würdest es machen, wenn es diesen Supersonic, Boom Supersonic Flieger gäbe? Ja, ich glaube, ich würde es einmal machen. Also wie relevant ist das dann wirklich? Aber ich weiß zum Beispiel, ich bin einmal mit einem Hubschrauber geflogen, kann ich als Experience genau einmal auch empfehlen. Also man fühlt sich schon ein bisschen wie so ein Lackaffe, wenn man mit einem Hubschrauber irgendwo anfliegt.

[00:29:21] Aber es ist auch geil. Also einmal kann man das schon machen. Würdest du ins Weltall fliegen mit so einer Passagierrakete von Jeff Bezos oder so? Also würde ich das Geld dafür zahlen? Nein, wenn du mir das jetzt schenkst. Ja klar. Ich glaube, in unserer Lebenszeit ist die Chance gar nicht so gering, dass die Kosten auf ein Niveau kommen, dass es eine lustige Experience ist. Also es gibt halt viele Sachen. In 20, 30 Jahren. Es gibt halt viele Sachen, wo man sagen muss, klar ist das Quatsch und klar ist das viel zu teuer.

[00:29:50] Aber wenn ich es umsonst machen könnte, ja klar mache ich das. Die Erde einmal in ihrer Ganzheit zu sehen. Den kleinen blauen Punkt. Moritz, wir beide im Jahr 20, 2065. Ach toll, da freue ich mich drauf. Okay, ich habe was für dich gefunden. Pass auf. Kann ich dich interessieren für jemanden? Du musst dazu sagen, wir nehmen jetzt hier auf. Am 15. Januar 2025, der dieses Jahr schon Güter und Waren im Wert von über 500 Millionen Dollar verkauft hat. Okay, rat mal, was das für eine Kategorie ist.

[00:30:19] Was könnte der verkauft haben? Und der ist quasi so freier Handelsagent oder was? Ja, er ist nicht allein. Das ist seine Firma, also schon eine Organisation, ist nicht ein Typ. Aber der hat vorhin eine Insta-Story gemacht und gesagt, das Jahr ist gut losgegangen. Wir haben schon 500 Millionen. Das klingt so ein bisschen nach Wolf of Wall Street, ehrlicherweise. Also irgendwie so Investmentbanker. Naja, nicht schlecht, nicht schlecht. Das sind Immobilien. Also Aktien hätte, glaube ich, auch gut funktioniert. Da bist du ja schnell. Oder irgendwelche Finanzprodukte in so einer Dimension.

[00:30:47] Aber er ist ein Real Estate Broker aus New York, der ursprünglich aus Houston, Texas kommt und große Träume hatte, nach New York gezogen ist und Schauspieler werden wollte. Hat nicht geklappt. Wurde nicht genommen am Set. Und war broke, weil er gemerkt hat, scheiße, die Wohnung in New York, die kostet ja doch einen schmalen Thaler. Und mein Gehalt als Broke-Actor reicht nicht aus. Und ging er von Broke zum Broker. Dann wird er von Broke zum Broker.

[00:31:15] Dann kommt er von Broke zu Broker. Das ist die Geschichte von Ryan Serhand. Hast du das schon mal gehört? Nie gehört. Tippen. Okay, dann nie gehört. Warte mal. Ryan Serhand. Also, von Broke zu Broker. Er denkt sich, okay, wenn die Miete so hoch ist, dann sind die Immobilien was wert. Die kann ich doch auch verkaufen. Hängt seine Schauspielkarriere an den Nagel und wird Immobilienmakler. Verdient im ersten Jahr 9000 US-Dollar. Also auch nicht so geil. Hat wahrscheinlich einen Pappkarton gelebt irgendwo in der Bronx.

[00:31:45] Glaubt aber an sich und investiert in seine Ausbildung. Weißt du, was er macht, um Real Estate Verkauf zu lernen? Er geht zu Dirk Kreuter. Ja, der ist cleverer. Der ist cleverer. Der geht einfach zu Besichtigungen und gibt sich aus als potenzieller Käufer. Oh, good work. Und sagt hier so 10 Millionen Dollar Penthouse. Kein Problem, das interessiert mich. Er hat ein Klemmbrett dabei und schreibt sich die ganzen Formulierungen auf von den Profimarkern. Oh, das gefällt mir gut. Schon mal eine geile Strategie.

[00:32:14] Zweite Strategie, zweite Taktik. Er zieht sich pinke Socken an, um in jedem Meeting in Erinnerung zu bleiben. Das ist der Typ mit den pinken Socken. Weißt du, es gibt da so Leute, die haben so blaue Haare oder immer ein Hawaii-Hemd. Weiß ich nicht. Er ist auf jeden Fall derjenige mit den pinken Socken. Und er sagt, er geht auf jedes Networking-Event, das er finden kann. Und er ist immer der Erste, der kommt und der Letzte, der geht. Also kill me now. Das wäre überhaupt nicht meine Preference, die ich mein Leben leben will.

[00:32:38] Aber er arbeitet sich hoch, macht es fünf, sechs Jahre lang, lernt den Trade des Real Estate Brokers in New York, in den krassesten Märkten der ganzen Welt. Und findet seinen Durchbruch. Und zwar im Jahr 2012, weil ihn eine TV-Produktionsfirma anfragt. Und sagt, wir drehen diese Serie Million Dollar Listing. Und wir suchen einen charismatischen Immobilienmakler, der vor der Kamera eine gute Figur macht. Und dann sagt er sich, das ist doch super.

[00:33:07] Ich bin ja nach New York gekommen, um Schauspieler zu werden. Hab einen Background in Schauspielerei und macht sich gut vor der Kamera. Und wird eben TV-Broker in dieser Serie. Kommt gut an beim Publikum, wird beliebt. 2,4 Millionen Instagram-Follower hat er. Ja, ja, ja, pass auf. Es gibt eine Spin-Off-Serie davon, oder eine weitere Produktion, die heißt Sell It Like Sir Hand. Also er baut seine Personal Brand auf. Sell It Like Sir Hand. Ist aber in der Zeit angestellt bei einem Immobilienunternehmen und baut da sein Team auf.

[00:33:35] Also das funktioniert so, du fängst als Makler an und verkaufst ein paar Objekte, dann bist du gut. Dann kriegst du ein paar Leute zugeteilt. Dann bist du irgendwann Teamleiter und dann hast du quasi so eine Multilevel-Marketing-Struktur. Und hast dann Leute unter dir, denen du hilfst, die du ausbildest und so weiter. Er hat da 60 Leute. Also hat da eine steile Karriere gemacht und sich quasi hochgearbeitet von ganz unten als Makler. Und sagt sich dann 2020, also 8 Jahre nachdem er im Fernsehen war, jetzt gründe ich meine eigene Firma.

[00:34:03] Mitten in Covid 2020 gründet er die Maklerfirma, die er nach Sicht benennt und die heißt Sir Hand. Er fokussiert sich auf Luxusimmobilien. Das heißt, du hast so das 10 Millionen Dollar Townhouse in Brooklyn, das 15 Millionen Penthouse in Manhattan. Die größten Objekte, die er vermarktet, kosten mehrere hundert Millionen. Er hat eins, das ist glaube ich 250 Millionen Dollar. Ich glaube, das teuerste Apartment New Yorks mit Blick über den Central Park, ganz oben in so einem Neubautower und so weiter.

[00:34:31] Und über die Zeit baut er sich seine Social Media Presence auf. Also er ist clever genug zu verstehen. Es gibt die Massenmedien, es gibt Fernsehen, aber ich muss mir auch meine eigene Audience aufbauen. Und das kriegt er hin. Mittlerweile hat er zwei, zack mal vier Millionen Follower auf Instagram. Und das Spannende ist, dass er sagt, was ist seine These oder seine Value Proposition? Er sagt, was ist die Aufgabe von einem Makler? Die Aufgabe von einem Makler ist, so ein bisschen zu helfen, die Transaktionen zu begleiten, klar. Aber auf der anderen Seite ist die wichtigste Aufgabe, Käufer zu besorgen.

[00:35:01] Also wenn du ein Verkäufer von der Immobilie bist, dann bist du den Makler, der in der Lage ist, dein Objekt vor möglichst viele Augenpaare zu kriegen. Das ist sein Pitch. Und jetzt kann man sagen, es ist ja interessant, weil... Er ist einfach der lauteste Immobilienmakler. Ja, der Bestvernetzte in der Welt von Social Media, weil ihm zwei Millionen Leute zugucken, die im Zweifel auch in der Lage sind, ein 10 Millionen Penthouse zu kaufen. Sicherlich nicht jeder. 99,99 Prozent fallen da raus. Reichen immer noch. Aber das Interessante ist ja, dieser Content, der zieht ja auch die Leute an, die potenziell so ein Penthouse kaufen wollen.

[00:35:31] Und jetzt muss man sich überlegen, wie funktioniert ein Makler hier in Deutschland klassischerweise? Dem gibst du ein Objekt, dann läuft er durch, dann macht er die Fotos, macht ein Listing. Im Grunde stellt er das danach auf Immobilienscout. Und kauft sich genau die gleiche Audience, die jeder andere Makler auch kaufen kann. Viele von denen haben eine eigene Datenbank, so. Und manche sind natürlich auch schon länger unterwegs. Große Firmen wie England & Fercors, die haben sicherlich eine gute Liste an Kunden, die sie über Jahrzehnte aufgebaut haben.

[00:35:54] Aber in der Regel haben die keine Social Media Reichweite und nutzen quasi zur Vermarktung des Objekts nur die Reichweite, die die Portale, also Immobilienscout und so weiter, bieten. Und das hat er verstanden. Geiler AI-Uscase, hält mir gerade auf. Das müssen wir gleich mal erzählen, was man damit machen kann. Aber er versteht, dass Reichweite die Währung ist in dieser Branche. Und das ist jetzt die Traction, die er heute hat. Er verkauft im Jahr, und jetzt halte ich fest, mit seiner Firma Immobilienwert von über 5 Milliarden Dollar.

[00:36:22] Er hat über 500 Broker bei sich angestellt. Also er macht das nicht alleine, er hat mittlerweile ein Team. Bildet die Leute aus in einer eigenen Academy. Die heißt Sellit. Das ist eine eigene Unit, wo er Leute zum Immobilienmakler ausbildet. Auch externe Makler reinnimmt. Also es ist auch eine eigene Business Unit. Da kannst du jetzt auch noch in New York ziehen und eine Ausbildung machen und von Ryan Serhant lernen. Er hat eine eigene Mediaproduktionsfirma. Er hat ein eigenes Studio.

[00:36:46] Er hat eine eigene App gebaut, die Prozesse für Makler vereinfacht und AI einsetzt, um die Kommunikation zu vereinfachen. Also er ist da technisch auch weit vorne mit dabei. Die App heißt Simple. Die stellt er auch zur Verfügung für andere Makler. Und er hat ein Venture Capital Arm, wo er in Unternehmen investiert. Also er hat sich so ein Imperium aufgebaut, um seine Brokerage herum. Aber alles getrieben von Reichweite. Und gekickstartet über TV, über diese Million Dollar Listing Show. und mittlerweile ganz, ganz stark vermarktet über Instagram.

[00:37:16] Und jetzt mittlerweile die Kür für ihn war, dass er letztes Jahr seine eigene Netflix-Show gekriegt hat. Und darüber habe ich ihn kennengelernt. Er ist Owning Manhattan. Und du kennst ja diese, es gibt ja diese Show Selling Sunset. Das sind zum Markt in L.A. Das ist ja so Realities. Meine Freundin guckt sowas immer. Trash TV. Ja, meine auch. Und ich finde es aber auch geil. Ich gucke da. Also du hast ja so ein... Weil das Interessante ist ja, du hast ja so ein... Da hat er so einen Immobilien-Voyeurismus ein Stück weit.

[00:37:44] Das man irgendwie total interessant findet, in Wohnungen von anderen Leuten reinzugucken. MTV Crips. MTV Crips. MTV Crips aus den 90ern. Wo die zu irgendwelchen Stars gegangen sind. So weiß ich nicht, Michael Jordan nach Hause und sich angeschaut haben, wie sein zwölftes Badezimmer aussieht. So in etwa. Und das spielt er perfekt. Und vermarktet es über seinen Instagram-Channel. Vermarktet es über seine Netflix-Show. Gerade hat er die zweite Staffel angekündigt. Also bei denen läuft es auf jeden Fall. Und um das Ganze zu beschleunigen, er hat das am Anfang gebootstrapped.

[00:38:11] Also die Company ist jetzt im fünften Jahr. Und letztes Jahr hat er zum ersten Mal Geld geraced. Er hat jetzt 45 Millionen an Venture Capital aufgenommen. Interessanterweise. Also einzige Immobilienmarkterfirma, die ich kenne, die Venture Capital aufnimmt. Und hat unter anderem Leftlane investiert. Was auch ganz interessant ist. Aber was ist die Investition? Weil die in Deutschland bekannt sind von den Investitions wie zum Beispiel HelloFresh, Trivago, Delivery Hero, N26. Also das sind so Themen, die die in Deutschland gemacht haben. Die sind hier auch durchaus umtriebig. Und die haben investiert.

[00:38:41] Was ist die Investmenthypothese? Da müsste man sie fragen. Aber ich glaube, die These könnte sein, dass sie sagen, dass so ein traditionelles, offline, beziehungsgetriebenes Business wie Real Estate in Zukunft eben auch einfach viel stärker über Technologie und über Social Media und Aufmerksamkeit funktioniert. Und genau das macht Ryan Serhant. Dieses Playbook hat er gut verstanden. Sehr spannend. Bin gerade auf der Seite und blickt mich durch Townhorses in New York. Was für einen Price-Hack hast du gerade gefunden? New York ist toll.

[00:39:10] Also so die Sachen, die beginnen Spaß zu machen, würde ich so sagen, so 5 Millionen Dollar geht's los. Und sowas, wo man sagen würde, das ist ein Haus, das ist so 15 Millionen Dollar. Aber fairerweise, also klar, wenn du jetzt so ein richtiges Haus, so ein freistehendes Haus in der Berliner Innenstadt haben wollen würdest und nichts anderes ist das ja, dann würde das wahrscheinlich auch toll sein. Das musst du erst mal finden in der Berliner Innenstadt. Ja, ja, genau. Aber dazu habe ich auch gleich was für. Ich habe ein schönes Objekt für dich in Berlin und eine Geschichte drumherum.

[00:39:40] Weil es gibt aber, also im Prinzip hat er als Immobilien-Influencer angefangen. Ist das so sein Ding? Also Ryan Serhant nicht, der hat als Makler angefangen und ist dann bekannt geworden über das TV. Ich habe eine Story dabei von jemandem, der jetzt irgendwie den Influencer anfängt. Ja. Du wirst du die hören. Ich weiß, wen du genommen hast. Den habe ich nämlich, den kriege ich auch immer angezeigt. Das ist so ein sehr lauter Typ, der heißt, warte, Mr. Unreal Estate. Mr. Unreal Estate.

[00:40:06] Ich nominiere ihn als Anwärter, als Anwärter der deutsche Ryan Serhant zu werden. Weil der die eine Seite der Gleichung schon sehr gut macht, nämlich Social Media Presence. Also in Deutschland ist mir keine Immo-Firma bekannt, die was Ähnliches macht wie Serhant. Und ich kenne auch keine TV-Show, die solche Immobilien vermarkert. Also die Netflix-Show für Deutschland, für, weiß ich nicht, wie würde die dann heißen? Selling Sauerkraut? Selling Schnitzel? Oder so. Die muss es noch geben.

[00:40:34] Aber es gibt einen Typen, den ist da an Real Estate. Leon heißt der. Der macht was Ähnliches. Und die Story von dem ist, der ist eigentlich Steuerfachangestellter. Also kommt aus dem Finance-Bereich. Hat einen Job gemacht, der jetzt nicht so mega exciting klingt. Hatte aber wohl immer schon so eine Entertainment-Ader. Der erzählt, sein Vater war Fußballtrainer. Fußballtrainer und hat ab und zu Pressekonferenzen gegeben. Und er saß in dieser Pressekonferenz und fand es total geil, wie sein Dad da die Journalisten entertained hat und dachte sich so, ja, so Entertainer sein. Das kann ja was sein.

[00:41:02] Und der hat sich überlegt, ich werde ja kein Makler, sondern ich baue einfach Reichweite auf über Instagram und hat einen Channel, der heißt Mr. Unreal Estate, wo er selber auftaucht mit einem Anzug mit Hosenträgern im Grunde. Das ist sein Signature Fashion Piece. Und durch Wohnungen und Häuser durchführt. Auch im Luxussegment in der Regel. Und um das zu starten, das ist auch eine lustige Geschichte, die er erzählt hat in einem Podcast, ist er am Wochenende wirklich dort gegangen und hat 100 Leute angesprochen auf

[00:41:32] der Straße und hat die gefragt, hey, darf ich in deine Wohnung, darf ich in dein Haus? Zeig es mir, wo du wohnst. Und 98 von denen haben gesagt, du hast einen Vogel. Zwei von denen haben es gemacht. Und so hat er angefangen, sein Content aufzubauen und seine Social Media Presence. Und der hat heute 300.000 Follower. Wo man sagen muss, das ist für deutsche Verhältnisse nicht wenig. Also wenn man sich mal vergleicht, Ryan Serrant und den Vergleich. Der Content ist auch auf Deutsch, oder? Der Content ist auf Deutsch. Ja, ja. Mit so einem deutschen Akzent ist das. Ja.

[00:42:01] Können wir uns mal ein, zwei Videos angucken. Warte mal. Ja, er sagt selber, er ist kein Makler. Er ist kein Makler, genau. Ja. So, wir können mal reinschauen. Ich habe mal eins dabei. Das heißt, er monetarisiert, stand jetzt eigentlich noch gar nicht. Doch, er monetarisiert darüber, dass die Makler ihn bezahlen, um diese Videos zu produzieren. Im Grunde. Also er ist im Grunde so ein Marketing-Tool für Makler. Und die geben ihm dann wahrscheinlich ein paar tausend Euro dafür, dass er das Video produziert. Zum einen, er hat da quasi Cutter und so weiter und Videografen in seinem Team und über seine Reichweite ausstrahlt.

[00:42:29] Und er erwähnt, dass er manchmal auch andere Deals hat, dass er vielleicht ein bisschen was abkriegt, wenn das verkauft wird. Aber bisher monetarisiert er quasi über die Maklerseite. Es gibt ein Objekt, das wird dir gefallen. Da laufe ich immer dran vorbei. Wir machen ja Sport morgens im Mauerpark. Shoutout an die Berlin Workout-Crew. Mittwochs um 7 Uhr ist immer Workout im Mauerpark. Um da hinzukommen, laufe ich die Oderberger Straße hoch und an der Bernauer Straße vorbei, der Mauerpark. Kennst du diese Ecke? Ich weiß genau, was ich jetzt so meine. Du meinst, die Wohnung über diesem Dens. Die ist seit einem Jahr, ist die nämlich irgendwie drin.

[00:42:59] Da ist ein brutalsches Penthouse drin, was die irgendwie nicht verkauft bekommen. Ja, genau. Genau die Wohnung über diesen Dens. Kostet 4 Millionen. Warte mal, ich gucke mal, ob ich sie hier finde. So, kann ich dir die mal zeigen? So, siehst du mein Screen? Also für alle Zuhörer, wir schauen jetzt aufs Instagram-Profil. Und sehen die Typen, die da steht, wie ein Zinssoldat, immer vor diesen verschiedenen... Und sehen die Typen, wie ein Zinssoldat, vor den Objekten stehen. Also übrigens auf YouTube kann man es dann sehen, aber wir gucken immer in den Sieben. Leben wie ein Start-up-Unternehmer.

[00:43:29] Wanna see something unreal? Für knapp viereinhalb Millionen Euro bekommst du neben der Sichtbetontreppe und der riesen Couch im Wohnzimmer eine sechs Meter hohe Fensterfront mit Blick auf den Prenzlauer Berg. Unreal. Aber das war noch nicht alles. Traumhafte Galerie führt in die Luxusküche von der Marke Bofi.

[00:43:54] Sichtbeton, minimalistisch und elektrische Mienegeräte für den Start-up in den Tag. Start-up eine Familie. Sechs Zimmer auf rund 340 Quadratmetern. Bereits vorhandene Sitzlounge im Kinozimmer. The Social Network gucken mit der ganzen Familie. Wir müssen jetzt das Private Equity upscalen, sonst geht uns die Burn Rate flöten. Entspann dich mal.

[00:44:20] Im Whirlpool oder in der türkischen Hamam-Dampf-Sauna. Wallah geil. Na, heute schon Exit gemacht? Nein, aber dafür schon eine Immobilie verkauft. Ich bin Arasforo Tanyan, dein Kiezmakler von Black Label Immobilien. Willkommen in diesem traumhaften Bandhaus. Und ich bin ein Badezimmer. Äh, das ist ein Badezimmer von Antonio Lupi. Und traumhaften Ausblick auf den Mauerpark an Rio. Rund viereinhalb Millionen.

[00:44:49] Dafür sitzt du in deinem Whirlpool auf der Dachterrasse wie auf einem Thron. Eine dreigeschossige Wohnung im P-Berg. Würdest du in diesem Bezirk gerne wohnen? Schreib es in die Kommentare. Und am Anfang dachte ich so, okay, das ist jetzt ein sehr ambitionierter Immobilienmakler, der angefangen hat Videos zu produzieren. Bis ich verstanden habe, nee, nee, das ist ein komplett anderes Geschäftsmodell.

[00:45:14] Der macht das als Content und verkauft seine Medialeistung an Immobilienmakler. Also das ist der Status quo. Aber ist das so targetet? Weil der hat ja einen lokalen Schwerpunkt. ist es immer jetzt Berlin, weil ich habe eben mal durchgeklickt, da gab es auch irgendwie so Hamburg und so Sachen. Ja, ja, der reist auch durch die Gegend. Der reist auch mal die teuerste Immobilie Stuttgarts oder so. Habe mich besonders gefreut in meiner Heimatstadt. Das macht's ja.

[00:45:42] Aber ich würde ja zum Beispiel nicht, wenn ich jetzt auf der Suche nach, also wie relevant ist der Traffic, den der für dich generiert als Makler. Also weil es würde ja schon Sinn machen, dass es zumindest lokal, also du sagst ja nicht, weißt du was, ich will nur ein geiles Haus, mir egal wo ich hinziehe. Und ich glaube, das ist das Interessante und das finde ich der Unterschied zwischen Push und Pull-Marketing. Da würde mich deine Meinung interessieren. Aber bisher ist ja alles Pull. Immobilien-Scout ist Pull. Du gehst da rein, sagst, ich suche eine Drei-Zimmer-Wohnung in Berlin, Prinzlauer Berg, vielleicht noch Pankow und so weiter. Und guckst die Listings an, die es schon gibt.

[00:46:12] Und er dreht das Ganze ja um und macht Push-Marketing und sagt, guck mal, was es für krasse Objekte gibt. Und klar, von seinen 300.000 Followern ist das für 99,99 Prozent nicht relevant. Aber die Chance, darüber jemanden zu finden, für den es relevant ist, der nicht aktiv auf Immo-Scout sucht, die gibt's auch.

[00:46:56] Die gibt's auch. Und hat den Mr. Real Estate eingeladen, weil er einfach sein Objekt der Welt zeigen wollte. Der will das gar nicht verkaufen. Er hat den übrigens auch in seinem Podcast drin. Also Shoutout an den Podcast der Mighty Group. Da kann man sich die ganze Story von dem Mr. Real Estate anhören. Der erzählt eine Stunde lang, wie er sein Business aufgebaut hat. Eine ganz interessante Side-Info. Der kriegt wohl relativ viel Geld von TikTok. Also TikTok zahlt ihm quasi die Miete und die Gehälter für seine Leute. Die Views alleine auf TikTok reichen wohl aus, um seine Firma zu finanzieren.

[00:47:26] Ah, spannend. Er hat kein Management. Er macht alles selber. Also er hat nicht irgendjemanden, der sich darum kümmert außer ihm. Er will das auch alles selber machen. Und er macht keine Werbung außer den Maklerkooperationen. Also keine Werbung von, der bewirbt jetzt nicht eine Bullthauptküche oder sowas. Oder einen Vitrastuhl. Das will er nicht machen. Sondern er will nur, wenn er mit Maklern zusammenarbeiten. Und ich glaube, das ist auch smart. Also ich glaube, der hat ein Playbook, mit dem er potenziell der deutsche Ryan Serhant werden kann.

[00:47:54] Mein Masterplan, um dir vorzustellen, mein Masterplan, wenn ich es an Real Estate beraten würde, wäre erstmal Reichweite weiter aufbauen. Das MTV Crips für Deutschland zu bauen. Also durch das Haus von Kapital brat zu laufen und so weiter. Und dadurch noch mehr Reichweite zu kriegen. Dann Business Model aufs nächste Level bringen. Selbst Makler werden. Ich glaube, da liegt die Kohle. Also diese Kooperationen, die bringen immer wieder ein bisschen Geld rein. Aber es ist one-offen, sind kleine Beträge.

[00:48:20] Aber wenn ich jetzt mal so eine fette Villa oder dieses Penthouse da in Prenzflauer Berg für 4 Millionen, wenn ich das wirklich verkauft kriege und da irgendwie 2, 3, 4, 5 Prozent davon abkriege, dann ist es richtiges Geld. Und ich glaube, diese ganzen Immobilienskills zu hirn, also jemanden zu finden, der sich auskennt, wie man diese ganzen Deals strukturiert und so weiter und das handwerklich macht, ist deutlich, deutlich einfacher als die Social Media Skills. Das soll generieren. Also die Unreal Estate Broker Firma. Die Unreal Estate Broker Firma.

[00:48:49] Dann würde ich glaube ich einen Techie Partner und das Ganze AI-mäßig komplett durchautomatisieren, weil Immobilienfirmen auch natürlich eine hohe Offline-Komponente haben und viel Papierkram und so weiter. Und ich glaube, da kann man auch Effizienz reinbringen. Also ich glaube, da kann man sich von Serien auch was abgucken. Und ich glaube, die Kür ist dann der Netflix-Deal. Also die Show Selling Alexanderplatz und nochmal in die ultimative Aufmerksamkeit zu kommen. Ja, sehr spannend. Was hältst du von meinem Masterplan?

[00:49:19] Ich halte von deinem Masterplan viel. Ich glaube tatsächlich, das ist die relativ logischen nächsten Schritte, ehrlicherweise. Und ich bin mir sehr sicher, dass das passieren wird. Okay. Wir lachen Leon ein, hier in den Podcast zu kommen. Wir würden die Geschichte gerne weiter... Oh ja. Wir würden die Geschichte gerne weiter... Auch mit derselben High Energy. Ja. Du hast mir eine gute Brücke gebaut. Und zwar von Menschen, die Aufmerksamkeit generieren und konvertieren. Du warst schon mal in Koblenz. Ah, ja.

[00:49:49] Ich glaube. Ich war mal in der WHU und es ist da um die Ecke. Genau, das ist über die Brücke. Genau, ich würde sagen, Koblenz ist bekannt für so zwei, drei Sachen. Also entweder man ist so ein Business-Handels wie wir, dann kennt man es von der WHU. Oder man ist bei der Bundeswehr, dann kennt man es vom Krankenhaus da vor Ort. Oder man ist so ein Erdkunde-Dude und dann kennt man es vom Dreiländereck. Weil irgendwie da früher mal Deutschland, Frankreich und weiß gar nicht, was noch war, aber zusammengelaufen sind. Du bist auf jeden Fall nicht der Erdkunde-Typ. Ich auch nicht. Ich bin nicht der Erdkunde-Typ, nee.

[00:50:19] In Koblenz gibt es 37 Einkommensmillionäre und zwei davon heißen Andreas und Markus Baulig. Oh, jetzt bin ich gespannt. Andreas und Markus Baulig kennen viele wahrscheinlich von LinkedIn. Also ich würde davon ausgehen, dass du sie von LinkedIn-Beiträgen kennst aus der jüngeren Vergangenheit. Und ich habe sie da zumindest nochmal wahrgenommen. Ich kenne die Baulig schon ein bisschen länger. Und habe das jetzt mal zum Anlass genommen, um mal wirklich in die Tiefe reinzugehen. Und was machen die da eigentlich? Was ist deren Geschichte?

[00:50:49] Und warum kriege ich eigentlich diese nervigen Posts von ihnen die ganze Zeit angezeigt? Ich würde dich da jetzt einmal kurz auf die gesamte Reise mitnehmen, wie diese Firma entstanden ist. Weil das auch so ein bisschen erklärt, warum das eigentlich so Kotzbrocken sind im Internet. Kotzbrocken im Internet, okay. Ja, also ich glaube, so würden sie es sogar selber bezeichnen. Und warum da auch System dahinter steckt. Bist du bereit? Für systematische Kotzbrocken im Internet und deren Geschäftsmodell bin ich immer bereit, Moritz. Okay, also wenn wir von den Bauligs sprechen.

[00:51:19] Mittlerweile sind das vier Brüder, die daran teilnehmen. Die beiden Hauptakteure sind Andreas und Markus Baulig. Andreas Baulig ist geworden 1989, studiert Wirtschaftsinformatik in Koblenz. Nicht an der Behörden Fallener, sondern an der Uni in Koblenz. Macht Werkstudent beim Kekshersteller Beukeler, die da auch die Prinzenrolle machen. Sein Bruder arbeitet beim Finanzamt. Die Eltern sind Beamte. Also soweit so Allmann, würde ich mal sagen. Und dann passiert etwas, was sein Leben verändert. Nämlich, er schreibt seine Bachelorarbeit mit einer 1,0.

[00:51:47] Und nicht nur, dass er seine Bachelorarbeit mit einer 1,0 schreibt, sondern er bildet sich auch ein, er hätte das Framework gefunden, wie man das macht. Und auf Basis dessen gründet er dann die Website einserkandidat.de, wo er einen Videokurs verkauft, wie man lernt, eine Eins in seiner Bachelorarbeit zu schreiben. Ach was. Ein Einser Studium zu machen. Bringt sich im Rahmen dessen Online-Marketing bei. Also verkauft diesen Videokurs dann eben online.

[00:52:16] Was hat der Kurs gekostet? Da, ich glaube doch, warte, das hatte ich gefunden. 250 Euro waren es, glaube ich. Und macht... Ein fairer Kurs für eine 1. Genau. Und macht mit diesem, mit dieser Website Einserkandidat tatsächlich seine erste Umsatzmillion. Also schafft es irgendwie, diesen Online-Kurs für diese Sache da irgendwie aufzubauen und macht damit seine erste Umsatzmillion. Damit hat er jetzt verstanden, okay, ich habe mir Online-Marketing selber beigebracht.

[00:52:45] Okay, wenn ich Content von mir irgendwie prepackage und den irgendwie im Internet verkaufe, dann ist das ja total skalierbar, weil das Produkt ist unendlich häufig vorhanden. Und ich muss jetzt nur noch Marketing-Kosten versus Produktkosten, äh, versus, also Cash-Inflow irgendwie managen. Du hast ein Produkt mit einer 100-prozentigen Marge fast. Genau. Du hast ein bisschen Payment-Kosten oder irgendwas, aber im Grunde, du kaufst einen Kurs für 100 Euro.

[00:53:14] Ich gehe davon aus, dass er damals vielleicht schon irgendwie so Premium-Sachen gemacht hat, wo er ab und zu mal so einen Zoom-Call noch mit dazu getan hat. Aber das ist so der Punkt. Die zweite lebensverändernde Geschichte, die dann bei ihm passiert ist, er besucht gemeinsam mit seinem Bruder tatsächlich, ähm, Markus Baulig, der zu dem Zeitpunkt, wie gesagt, eben, äh, beim Finanzamt war, aber auch so einen Kurs von einem anderen Menschen, der Primär-Videokurse verkauft, nämlich Dirk Kreuter. Ähm, Dirk Kreuter lebt mittlerweile in Dubai.

[00:53:45] Kennst du vielleicht als den Einpeitscher der Sales-Leute? So ein Vertriegstrainer ist das, oder? Ist so ein Vertriebstrainer, ist so einer der deutschen Vertriebstrainer, genau. Der halt den Leuten erklärt, wie funktioniert eigentlich Verkaufen und wie muss ich eigentlich verkaufen lernen. Ähm, ist alles sehr, so Carsten Maschmeyer, AWD, Versicherungsvertriebler, Strukturvertrieb mäßig, ne?

[00:54:09] Also ist alles immer sehr pushy, sehr irgendwie kompetitiv, maskulin, aber, äh, es scheint zu funktionieren. Und sie nehmen dann das Wissen von Dirk Kreuter, eben, wie geht eigentlich Sales? Ihr Wissen, was sie vorher aufgebaut hatten von, wie geht eigentlich Aufmerksamkeitsgenerierung? Und dann die Grundidee von, okay, wie baue ich eigentlich Systeme, ne?

[00:54:34] Also zum einen irgendwie war ja Informatiker und zum anderen hat er jetzt schon gelernt, okay, wenn ich irgendwie eine Step-for-Step-Anleitung baue, dann geben mir die Leute da Geld für. Und bauen daraus Baulich-Consulting. Und Baulich-Consulting hat die Idee halt im Prinzip allen Leuten, die so sind, wie das, was sie da waren, nämlich Klein- und Kleinstunternehmern, also irgendwie Service-Dienstleistern aller Art, Leute mit Videokursen, Coaches und so weiter. Agenturen auch, oder? Agenturen, genau. Ich glaube, aus der Ecke kenne ich das, dass so Agenturleute sich da ausbilden lassen.

[00:55:03] Und eine Blaupause zu geben, wie sie Aufmerksamkeit generieren und Aufmerksamkeit konvertieren. Und die Grundidee ist, dass sie halt sagen, Cold Calling, Klinkenputzen, Kaltakquise ist total out. So, wir sind laut, wir bekommen für, Leute melden sich bei uns und wir lernen A, wie die Leute sich bei uns melden und B, wie wir das dann konvertieren. Okay. Das machen sie über die letzten fünf, sechs Jahre schon sehr laut, muss man sagen.

[00:55:32] Also du wirst, ich gucke immer, wenn ich einen schlechten Tag habe, Videos von den Bauligs bei YouTube, um dann zu gucken, wie er da steht, wie krass eskaliert und wie er seinen Anwalt jeden Freitag zum Mittagessen trifft. Und dass die großen Fragen seines Lebens sind, ob er mit der Patek Philipp ans Lenkrad des Porsches oder mit der Audemars Piget ans Lenkrad des Mercedes greift. Also der Style ist schon sehr prollig, oder? Der Style ist super prollig. Dann ist jedes zweite Bild, das ist eine Rolex.

[00:56:03] Also die Grundaussage ist im Prinzip, das ist Marketing für Kleinstunternehmer, also wirklich für diesen Solo-Entrepreneur. Häufig männlich, häufig jung und es ist wirklich so Wolf of Wall Street, get rich or die trying. Es ist wirklich Wolf of Wall Street, oder? Es ist super Wolf of Wall Street.

[00:56:30] So, weil man kann nicht bestreiten, dass es funktioniert, aber leck mich ist das unangenehm. Wie groß ist die Firma? So, da geht es nämlich jetzt los. Die Firma sitzt mit Hauptsitz in Koblenz-Bubenheim, hat im letzten veröffentlichten Jahresabschluss 30 Millionen Jahresumsatz gemacht. Auf 6.000 Kunden, also das sind 5.000 Durchschnittsumsatz pro Kunde, haben 60 Mitarbeiter.

[00:56:56] Damit haben sie eine halbe Million Umsatz pro Mitarbeiter. Damit sind sie profitabler, also mehr Umsatz pro Mitarbeiter als McKinsey, meinst du als Beispiel. Die 350.000 Umsatz pro Mitarbeiter haben und dürften also daraus wahrscheinlich so plus minus 10 Millionen Abit gemacht haben. Also hoch, hoch, hoch profitables Business. Warum ist das so hoch profitabel?

[00:57:23] Weil sie immer noch eigentlich dasselbe machen, wie das, was sie mit Einsatzkandidaten eh gelernt hatten, nämlich asynchronen Content verkaufen. Das Basispaket bei den Bauligs nennt sich, jetzt muss ich gucken, das ist nicht falsch, nennt sich das Elite-Paket. Und kostet 2.500 Euro und ist ein Videokurs. Für 2.500 Euro redet außer dem Closer, der mit dir das Verkaufsgespräch redet, keine Sau mit dir.

[00:57:47] Die führen dich einfach nur in so ein Ding rein und sagen, guck dir die Sachen nacheinander an, mach genau das, was wir dir sagen. Guck, hier ist die dicke Uhr, das funktioniert. Das ist die Aussage. Und in der Vorbereitung habe ich tatsächlich einige, und das ist das Faszinierendste an dem Ganzen, einige Kunden, die eben aus so einem Agentur-Ding rauskommen oder so, die halt sagen, tut's halt auch.

[00:58:11] Und mich erinnert das so ein bisschen, die Leute, die ich kenne, die sowas machen, das sind so ein bisschen, erinnerst du dich an diese Pickup-Artists aus diesen frühen Nullerjahren? Da gab es so ein Buch von Nils Strauss, The Game. Und gefühlt ist das alles so ein bisschen so derselbe Vibe. Also hier ist eine klare Struktur, hier ihr müsst nur losgehen und loslaufen, ihr müsst euer Mindset verändern, das ist auch so ein Unwort in dem Kontext.

[00:58:39] Und darauf prellen die voll rein. Und Andreas Baulich sagt auch klar im Interview, 90% aller Unternehmen machen weniger als 1 Millionen Umsatz. Vertriebs- und Marketingseitig wurde dieser Markt bis 2016 gar nicht bespielt. In diese Lücke stoßen wir und kommen dann hier mit dem Content, wie sie wollen. Und wenn du die beiden im Interview hörst, dann sind das tatsächlich, also die reden ein bisschen luftig so, aber die sind eigentlich jetzt gar nicht so schlimme Atzen, wie sie sich da irgendwie darstellen,

[00:59:08] sondern das sind die hundertprozentigsten Opportunisten. Die haben irgendwie einfach verstanden, dass dieser edgy get rich or die trying Content einfach am besten funktioniert und machen das gnadenlos. Also mal ein Beispiel hier, ein LinkedIn-Post mit so einer goldenen Rolex. Rolex, Andreas Baulich vor vier Wochen und die Überschrift ist, Als Selbstständiger, der nach Jahren harter Arbeit keine Rolex oder vergleichbare Uhr am Handgelenk hat, hast du schlichtweg versagt. Das mag hart klingen, aber der Erfolg lässt sich nur mal messen, bla bla bla.

[00:59:36] Und dann erzählt er irgendwas, hat 75 Likes, kam irgendwie nicht so gut an. Er hat auf jeden Fall schon andere Posts, die waren besser. Aber das ist so die Tonalität. Also wenn du keine Rolex hast, dann hast du versagt. Hier oben ist ein Post, da sagt er, da hat er über jemanden, der über seine Insolvenz und seinen Burnout geschrieben hat. Sagt so sinngemäß, was ist denn das für ein Vogel? Und schreibt dann, wie er von dem blockiert wurde. Und im nächsten Post hat er ein Foto von seinem Bargeldbestand. Also das ist ein Stapel von Bargeld, irgendwie vielleicht 100k oder so.

[01:00:05] Und mein Lieblingszitat war, die hatten in Mainz ein Meetup, das nannten sie Gewinnernacht. Und Markus Baulich betritt die Bühne und sagt, ich will über das reden, was ich wirklich kann. Erfolg. Das ist so full stop. Aber findest du das jetzt geil oder wie ordnest du das ein? Also so Aufmerksamkeit um jeden Kreis. An der Stelle geh mal auf cringe.de. Ja, hab ich gesehen, gehört den. Ich weiß ja, cringe.de, dann kommst du zu dem Baulich.

[01:00:33] Cringe.de, da kommst du zu dem Baulichs. Und da kommt dann ein Video, wo das wurde dir geschickt, weil jemand dir sagen möchte, dass dein Marketing cringe ist. Und es ist alles so over the top. Es ist so unangenehm. Aber es ist, und das ist so der Punkt, da komme ich jetzt nämlich glaube ich auf das, wo wir drüber reden, nämlich das, was sie jetzt neuerdings tun, nämlich sogenanntes Ragebaiting. Es ist ganz schwer, es zu ignorieren. Wir reden ja auch drüber. Wir reden auch drüber.

[01:01:04] So, und einmal kurz, was ist Ragebaiting? Also die Grundidee von Ragebaiting oder die Hypothese von den Jungs dahinter ist, das sind maximale Opportunisten und sie sagen, du kannst mich nicht hassen, ohne mich wahrzunehmen. Und der Punkt ist, Markus Baulich sagt tatsächlich auch im Interview, er war schon als Kind unbeliebt. Also das sind so zwei Jungs, denen scheint es irgendwie nichts auszumachen,

[01:01:31] dass sie eine schlechte Reputation öffentlich haben. Sehr viele der Kunden sagen auch, ihnen war das erstmal unangenehm, mit den Baulichs zu arbeiten. Ich glaube, das ist so ein bisschen wie Modern Talking hören, das macht man lieber geheim. Und trotzdem scheint es ja so zu sein, dass es Leute gibt, die damit zufrieden sind. Und wie gesagt, wir reden drüber.

[01:01:55] Ich muss an der Stelle sagen, als Marketer, der ich ja auch bin, ich finde das sehr schwierig, wenn der Kampf um Aufmerksamkeit mit solchen Mitteln geführt wird. Ich habe mit, also in den USA wurde das ja schon früher gemacht, gerade auch im politischen Kontext, dass irgendwie da Lügen verbreitet worden sind. Was ist richtig? Was ist falsch? Wie werden Sachen dargestellt? Ich hatte immer die Hoffnung, dass wir da ein bisschen aufgeräumter sind in Europa

[01:02:24] und scheine aber jetzt da eines Besseren belehrt zu werden. Also Punkt eins. Punkt zwei. Ich glaube, know your audience. Und diese get rich or die trying people, die halt irgendwie sehr jung, sehr männlich, die fahren halt auf genau das auch total ab. Und ich hätte die Welt lieber anders, aber der Erfolg gibt ihnen ja recht. Muss man ja einfach sagen. Meinst du, man kann das Business anders bauen? Das frage ich mich. Also du kannst sagen, hey, ich glaube, wenn man sich das anschaut,

[01:02:51] du musst mir zwei Gedanken im Kopf gleichzeitig halten können. Das eine ist, unternehmerisch super erfolgreich, junge Typen, eine Firma mit mehreren 10 Millionen Umsatz, machen 10 Millionen Profit, unternehmerisch mega krasse Leistung. Und dann schaust du aufs Marketing und denkst so, um Gottes Willen, Aufmerksamkeit um jeden Preis, die Rolex, irgendwelche Autos, Privatjet und so weiter, muss das dann sein. Und dieses andere Runtermachen, wenn du keine Rolex hast, bist du ein Versager so in etwa.

[01:03:19] Also ist das erforderlich, um so eine Art von Business zu bauen, frage ich mich. Und meine These wäre, nee, das ist nicht erforderlich. Die haben sich halt für diesen Weg entschieden. Die haben sich entschieden, genau. Dass der für sie funktioniert. Aber ich glaube, es gibt auch die Variante, wo du so ein Geschäftsmodell auch vernünftig baust, ohne so ein verrücktes Marketing. Genau. Oder wie siehst du das? Nee, also du hast mir heute in einem Hanna-Meeting erzählt, dass es 3,7 Millionen Kleinunternehmer in Deutschland gibt. 3,86. 3,86, genau. Davon haben in diesem Jahr 6.000 mit den Bauligs gearbeitet.

[01:03:49] Ich würde davon ausgehen, also das bedeutet auch gleichzeitig, dass ich sehr viel nicht getan habe. Und vielen wird dieser Approach auch zu aggressiv sein, zu laut sein. Also für mich zum Beispiel stehen die für ganz viel, wie ich Unternehmertum eben nicht verstanden haben möchte. Also du hast ja mal an einem anderen Punkt gesagt, dass der Unternehmer ja beim Tatort immer der Mörder ist, genau wegen so Öffentlichkeitsarbeit. Ja, in Deutschland ist das Bild von Unternehmern einfach nicht positiv. Und wenn ich mir überlege, wenn ich jetzt so ein SVR-Redakteur bin oder ein Drehbuchautor

[01:04:19] und den nächsten Tatort aus Koblenz, gibt es da einen Tatort? Ich weiß es nicht. Aber den nächsten Tatort da schreibe und mir überlege, wer könnte der Mörder sein? So ein Typ mit Rolex und Ferrari und guck mal, Privatchat und du bist ein Loser, wenn du keine teure Uhr hast. Du bist auf jeden Fall ein Kandidat, der so eine Top-3 schafft, oder? Ja, ja. Und das ist natürlich ein bisschen schade, das Unternehmerbild in so eine Richtung zu lenken und sicherlich halt auch sehr laut rauszuposaunen.

[01:04:48] Also ich meine, wenn du überlegst, die müssen ja auch sehr viel in Ads investieren. Wenn du sagst, okay, sagen wir, die machen 30 Millionen Umsatz, die haben da 60 Leute, 60 Leute kosten nicht mehr als, sagen wir, kostet jede 100.000 Euro Vollkosten und hast du nicht mehr als 6 Millionen. Fragst du dich, okay, wenn die 10 Millionen Profit machen, was sie sagen und 6 Millionen für die Leute ausgeben, da sind ja immer noch 14 Millionen frei und so teuer wird deren Büro nicht sein und deren, weiß ich nicht, so viele können sie Figuren auch nicht ausgeben. Also da ist ja wahrscheinlich ein sehr großer Teil Marketing Spend. Also du kannst wahrscheinlich davon ausgehen,

[01:05:18] dass die da 5 bis 10 Millionen in irgendwelche Ads reinballern. Ich würde sagen über 10, deutlich über 10. Ja, kann gut sein, weil es macht ja auch Sinn. Das Produkt, was sie haben, ist skalierbar, hat eine super Marge. Also bei diesen ganzen Infoprodukten ist ja auch Marketing in der Regel der größte Kostenpunkt. Naja, und jetzt ballern die da, sagen wir, 10 Millionen in Marketing rein, um dieses Unternehmerbild zu vermitteln. Du musst sagen, du brauchst eine Rolex, um ein geiler Typ zu sein. Ach, also, es funktioniert super für sie. Muss man das jetzt gut finden?

[01:05:48] Ich weiß es nicht. Mich erinnert es ein bisschen, mich erinnert es ein bisschen, kennst du noch Benetton? Das ist doch diese Kleidermarke. Weißt du, in den 90ern hatten die doch so eine Marke, so eine komplett edgy Marketingstrategie. Und ich erinnere mich daran, ich bin mit meinen Eltern als Kind durchs Kaufhaus gelaufen, da war ein Benetton-Store und dann wollte ich da rein und habe die gesagt, nee, wir gehen da nicht rein. Da habe ich gefragt, wieso gehen wir nicht zu Benetton? Dann sagen die, wir unterstützen das nicht. Die machen Marketing, dann nehmen sie Schwerverbrecher und Leute, die zum Tode verurteilt sind in den USA und drucken die auf Außenwerbung,

[01:06:18] auf Plakate drauf. Und das ist die Weise, wie die Aufmerksamkeit auf die Marke Benetton lenken wollen. Und die verkaufen das so ein bisschen als, wir wollen ja nur auf den Missstand hinweisen und so weiter, aber im Grunde tauschst du sehr, sehr edgy Aufmerksamkeit. Die haben auch Kindersoldaten gezeigt oder irgendwelche Umweltkatastrophen oder also Sachen, die mit dieser Fashion überhaupt nichts zu tun hatten, um darüber Aufmerksamkeit zu generieren, um halt mehr Klamotten zu verkaufen. Und meine Eltern gesagt, wir unterstützen das nicht, wir gehen nicht in Benetton. Und das hat für mich sehr viel Sinn gemacht. Die Einstellung finde ich gut.

[01:06:48] Man muss nicht alles, was geht, machen, nur weil es funktioniert und man muss auch nicht alles unterstützen, nur weil es massive Aufmerksamkeit generiert. Also ich habe in Marketingprojekten immer wieder die Situation, dass das Kreativmittel, was die beste Performance reinbringt, jetzt nicht das ist, was aus dem ästhetischsten ist. Und gerade, wenn du halt irgendwie im Fashionbereich, wo ich hierher komme, nachhaltig eine Marke aufbauen möchtest, ist die Aufgabe, das Ganze irgendwie so zu verheiraten,

[01:07:18] dass derjenige, der aus einer Brandbrille draufguckt, sich wohlfühlt und derjenige, der aus einer Performancebrille draufguckt, auch noch das Gefühl hat, dass das in Ordnung ist. Und ich glaube schon, so ein Business wie das von den Bauligs, das ist quite, also das ist get rich or die trying. Sie schaffen es jetzt, aber das ist nicht auf Nachhaltigkeit aufgebaut. Also ich würde mich sehr wundern, wenn die das in zehn Jahren noch machen. so, aber ich glaube auch, dass die Frage, ob das nachhaltig ist. Genau, und ich glaube auch, dass die Idee,

[01:07:48] also dass man das deutlich nachhaltiger und deutlich ruhiger bauen kann. gleichzeitig ist aber ja auch genau das Narrativ, dass sie da halt irgendwie in den Saal reinschreien, guck mal diese ganzen elitären Unternehmensberater mit ihren elitären Abschlüssen und mit ihren langen Wörtern, mit vielen Fremdwörtern, das brauchst du alles nicht. Sei ein Alpha, mach hier unseren Kurs. Aber du brauchst das alles nicht. Ich meine, let's face it, Online-Marketing war nie einfacher zu lernen als heute.

[01:08:18] Du hast den ganzen Content online. Ich meine, ich habe es da selber gemacht. Ich habe ja auch eine Marketingfirma gegründet, die auch mehrere 10 Millionen Umsatz macht, die skaliert ist und so weiter. Ich habe nie einen Kurs über Online-Marketing gemacht und wir reden über eine Zeit von vor 15 Jahren und immer heute vorspult und sagt, du hast YouTube, du hast diese ganzen Content-Ressourcen, du kannst es dir heute im Grunde sehr gut selber beibringen. Ich weiß nicht, ob man da einen Kurs für mehrere tausend Euro unbedingt dafür braucht. Pass auf, ich habe eine Sache gefunden, die wird dir gefallen. Ich habe mich gefragt, gibt es denn auch

[01:08:47] die Bauligs in gut? Kann man das Business denn ohne dieses ganze Rolex-Schnickschnack machen? Und mir ist eingefallen, ich kenne den Case leider nicht so gut und ich habe es nicht recherchiert, aber es gibt diesen Matthias Aumann. Sagt dir das was? Der macht Beratung für Handwerker. Also mein Verständnis ist, der macht so ein ähnliches Business. Wie strukturiere ich meinen Handwerksbetrieb? Und sagt, er hat auch mit 5000 Kunden gearbeitet, also müsste in einer ähnlichen Dimension unterwegs sein. Der war früher Gärtner, hat eine Landschafts- und Gartenbau, sagt dann, er hat 80 Stunden gearbeitet und war kurz vorm Burnout, hat dann rausgefunden,

[01:09:17] wie er es managen kann mit System und mit weniger Arbeitszeit und hat dann die Mission Mittelstand GmbH gegründet, um anderen beizubringen, wie er das gemacht hat. Und jetzt sagt er, wir verändern Deutschland, hat da ein großes Team, 5000 Kunden bedient und das sieht alles total seriös aus. Und jetzt will ich dir einmal eine Sache zeigen und da habe ich gerade kurz geschmunzelt, nebenbei. Warte mal, ich mache das mal hier auf, auf YouTube kann man es sehen. So, der ist hier, jetzt haben wir mir den Bildschirm geteilt, wir gucken uns die Webseite an von dem Matthias Aumann, so sieht der aus.

[01:09:46] Hat auch eine teure Uhr, aber inszeniert sie anscheinend nicht so radikal. Hier sieht man, wie er damals Gärtner war und so weiter. Und jetzt habe ich mich gefragt, wie sieht denn sein Instagram aus? Und der hat hier 44.000 Follower, also sicherlich auch nicht wenig. Postet hier erstmal keine teuren Autos, aber steht hier mit einer Bazooka. Ja, pass auf. Und wenn wir jetzt in diesen Bazooka-Post reingehen, steht da drin, pass mal auf, manchmal brauchst du schwere Geschütze, um wirklich was zu bewegen. Überall sehe ich Rolex-Bilder, schnelle Autos,

[01:10:16] provokante Posts. Rolex-schnelle Autos, klar, habe ich auch, aber ich dachte, eine Panzerfaust wäre mal was anderes. Außerdem liegen es ja linksgrüne Kriegstreiber, um Gottes Willen. Okay, jetzt wird es hier ein bisschen politisch. Also, der sagt, wenn die Rolex nicht mehr ausreicht, dann brauchst du die Panzerfaust. Aber ist, glaube ich, ein bisschen mit dem Augenzwinkern gemeint. Also, sieht hier alles deutlich, deutlich weniger edgy aus, als bei den Kollegen in Koblenz. Also, das finde ich gut, sowas zu sehen, wenn es sowas gibt,

[01:10:45] was augenscheinlich, ich habe es da jetzt nicht tief reingeschaut, aber auch ohne so ein Cringe, ohne cringe.de-Marketing funktionieren kann. Ja, also, ich glaube, mein Tag darauf ist, ja, also, auch ähnlich wie Wolf of Wall Street hat ja auch funktioniert, oder wie Carsten Maschmeyer damals irgendwie den ABD aufgebaut hat, hat ja auch funktioniert. Und so, ich finde, nur weil, also, nur weil was funktioniert, ist es nicht gut. So,

[01:11:15] auch aus unternehmerischer Sicht. Und, muss ich sagen, ich hätte, also, ich möchte nicht, dass die Welt so ist. Und ich bin mir relativ sicher, dass man so nicht sein muss, um zu verkaufen. Also, wir verkaufen ja auch Sachen und wir machen es nicht und bislang funktioniert das ganz gut. Okay, wir halten diese beiden Gedanken respektvolle unternehmerische Leistung und gleichzeitig kaufen wir den Kurs nicht. Genau. Das war mein Content für heute. Vielen Dank. Ich habe sehr viel mitnehmen dürfen. Vor allem fand ich unser Gespräch mit der AI

[01:11:45] wahnsinnig faszinierend. Das macht es a regular thing. Und war schön mit dir geredet zu haben. Mal gucken, was die AI liefert. Wir geben ein Update, wenn der uns jetzt jemanden geschickt hat für einen Podcast, dann nehmen wir den als Gast rein. Also, wir ziehen das jetzt durch. Ciao. Ciao, mach's gut.